Schwedische Piraten bei Spiele-Messe ausgeladen

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7. November 2011 - 10:48 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Die schwedische Piratpartiet wurde nach Aussagen ihrer Vorsitzenden Anna Troberg aus der Videopielemesse Gamex ausgeladen. Wie aus den Bildern, die die Messe bewerben, hervorgeht, war ein Stand der Partei im Vorfeld auch von den Veranstaltern fest eingeplant worden – jetzt wurde die Partei offiziell unter der Behauptung, ein Teil ihrer Arbeit könnte als kriminell angesehen werden, ausgeladen.

Die Partei, die für Schweden zwei Sitze im europäischen Parlament innehat, sieht ihre Aktivitäten als legal an: Die Partei kämpfe lediglich mit demokratischen Mitteln um eine Veränderung der Gesetzgebung. Die Partei selbst sieht in ihrer Ausladung kein Urteil über ihre Politik gefällt, denn weder sind politische Parteien auf der Messe unerwünscht, noch sind es die Inhalte der Piratenpartei, die das Verhalten der Veranstalter erklären. Die sozialdemokratische Jugendorganisation Sveriges Socialdemokratiska Ungdomsförbund (SSU), die ähnliche Inhalte bezüglich der Behandlung von geistigem Eigentum im Internet vertritt, ist noch mit einem Stand präsent. Was bleibt, ist also ein kontroverser Name, der Veranstaltern und Ausstellern (darunter die großen Publisher) möglicherweise zu stark an das Bittorrent-Portal piratebay.com erinnert.

Ob sich die Veranstalter mit ihrer Maßnahme einen Gefallen getan haben, darf bezweifelt werden: Die Öffentlichkeitsarbeit der Partei ist jetzt vor die Tore der Messe gewandert. Der Gründer der Piratpartiet, Rick Falkvinge, glaubt, dass Menschen in zehn Jahren angesichts des Vorkommnisses nur noch "ihre Köpfe schütteln werden".

ogir 12 Trollwächter - 1184 - 7. November 2011 - 11:03 #

2. Absatz:

Die Partei betrachtet, die für Schweden zwei Sitze im europäischen Parlament innehat, sieht ihre Aktivitäten als legal an:

Da ist ein betrachtet zuviel.

Zur eigentlichen News: Das ist mal wieder typisch. Was unpassend ist wird einfach ausgeladen, nicht gezeigt, oder sonstwie denunziert.

Diese Welt geht mir sowas von auf den Zeiger...

Ganesh 16 Übertalent - 4905 - 7. November 2011 - 11:14 #

Danke. Hat meine Prüfung übersehen.

Ich find an der eigentlich Thematik interessant, dass es nur um Anschein und Oberfläche geht. Es geht um kriminellen Anschein, was ja auch klar ist – wenn die Piratenpartei kriminell wäre, wäre sie verboten. Wenn die SSU die gleichen Inhalte auf der Messe präsentieren darf, findet eine politische Auseinandersetzung nur an der Oberfläche statt.

ogir 12 Trollwächter - 1184 - 7. November 2011 - 11:59 #

Passiert halt einfach mal.. ich hab auch schon oft viel Mist geschrieben.

Bei der Thematik gebe ich dir Recht, aber ich kann dir einen kleinen Schwank dazu erzählen: Wir haben einen Kunden, ein Medienhaus.
Einer aus der oberen Etage ist Mitglied bei der der CSU.

Unser Bürgermeister hier, ist aber von der SPD... und dreimal darfst du raten wie die Berichterstattung über DEN ist. Wenn man das weiß, nimmt man die Aussagen ganz anders wahr. Aber viele lassen sich davon aufhetzen.

Und DA beginnt doch schon das Problem: das sind oftmals eigene Interessen die sich da vor die Seriösität stellen. Ich denke mal das ist bei den Schweden nciht anders.

Ganesh 16 Übertalent - 4905 - 7. November 2011 - 12:03 #

Dass die Lokalpresse meist das Gegenteil von unabhängig ist und ihre Abhängigkeit nicht deutlich macht, ist klar. Ist für mich in Westfalen auch nichts neues... ;)

Ich wudnere mich auch, dass sie vorher überhaupt eingeladen waren. Gehen die deutschen Piraten auf die GamesCom mit einem Stand? Kann ich mir nicht vorstellen, aber auch andere Parteien kann ich mir da nur schwer vorstellen...

Age 19 Megatalent - P - 13979 - 7. November 2011 - 12:16 #

Zumindest die JuPis hatten schon mal einen Stand auf der gamescom. Dieses Jahr sind sie glaube ich so rumgewirbelt.

Ganesh 16 Übertalent - 4905 - 7. November 2011 - 12:17 #

Als nicht gamescom-Besucher dann die Frage, wie es die anderen Parteien halten...

Novachen 18 Doppel-Voter - 12838 - 7. November 2011 - 11:24 #

Habe aber leider auch hier zu lande viel gehört von wegen Piraten = Räuber und beschäftigen sich mit der Partei gar nicht. Der Name ist vielleicht wirklich ungünstig gewählt, aber letztendlich bleibt ja nur ein Name. Nur weil jemand Adolf oder Josef heißt denkt ja auch niemand an Hitler oder Stalin...

ogir 12 Trollwächter - 1184 - 7. November 2011 - 11:36 #

Also bei 'Adolf' wäre ich mir nicht so sicher...

Und das Problem ist eben der Name. Die werden in der älteren Generation NIE ernst genommen, weil Sie eben "Piraten" heissen. Da können die machen was sie wollen.

Mithos (unregistriert) 7. November 2011 - 21:51 #

Das dürften dann aber auch die Generationen sein, die du selbst mit einer ausführlichen Erklärung nicht davon überzeugen könntest, dass das Internet eine tolle Erfindung ist. Leute, die ihre Vorurteile pflegen, statt sie zu hinterfragen.
Die würdest du auch mit einem noch so tollen Namen nicht davon überzeugen können, eine "neue" Partei zu wählen.

Anonymous (unregistriert) 7. November 2011 - 11:52 #

Doch, wenn ich Adolf höre denke ich (leider) automatisch an Adolfnazi - und irgendwie hat sich der Name, im Gegensatz zu bspw. Emma, nach 45 auch nicht wieder durchgesetzt ...

Aber ich finde auch, dass der Name Piratenpartei sehr unbedacht gewählt wurde. Er klingt einfach zu sehr nach kleinen Jungs, die mit einem Plastiksäbel im Baumhaus sitzen und sich lachend weigern, zum Essen runterzukommen.

Trotzdem sind ihre Inhalte wichtig, und die Veranstalter dieser Messe schieben diese hahnebüchene Begründung nur vor. Die Piratenpartei stört eben einfach nur die wirtschaftlichen Interessen ihrer Aussteller.
Und die Messebetreiber wissen offensichtlich nicht, was Demokratie bedeutet.

Ganesh 16 Übertalent - 4905 - 7. November 2011 - 11:59 #

Vorsicht, die Veranstalter üben ihr Hausrecht aus. Das ist ja eine Spielemesse und keine politische Informationsveranstaltung. Ich bin mir auch nicht sicher, ob der Name das Problem darstellt - würde der deutschen Piratenpartei ähnliches passieren? Wahrscheinlich nicht - sie werden eher mit Datenschutz als mit illegalen Downloads verknüpft.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. November 2011 - 14:13 #

Naja, sagen wir's so: Mit einem seriöseren Namen hätten diese "Piraten" niemals den Zulauf, den sie in jüngster Zeit verbuchen könnten. ;) Der Name suggeriert ja extrem deutlich das Ganz-anders-Sein und sorgt dadurch dafür, dass Leute die Partei wählen oder eintreten, die sonst überhaupt nicht wählen würden und sich nie die Programme anderer Parteien überhaupt abgesehen haben. Und natürlich spielt auch der Freibier-Aspekt eine Rolle. Musik und Filme, alles umsonst? Geil, wähl ich!

Die Allegorie mit Plastiksäbel im Baumhaus finde ich übrigens sehr gelungen. ;)

Mille 10 Kommunikator - 358 - 7. November 2011 - 12:50 #

Das liegt ganz im Ermessen der Veranstalter, dennoch wirft es ein schlechtes Licht auf diese, da sie die Piraten, warum auch immer, dort schon fest eingeplant hatten und dann doch einen Rückzieher machten.

Die Frage sollte doch eigentlich sein: "Warum wurde überhaupt eine Partei dorthin eingeladen um mit einem Stand Präsenz zu sein?"
Klar könnten sich dort ein paar Vertreter von denen tummeln und/oder mal nen Interview auf ner Bühne geben um eventuellen Wählern Präsenz zu zeigen.Doch einen eigenen Stand finde ich übertrieben.

sw4pf1le 18 Doppel-Voter - 10771 - 7. November 2011 - 17:54 #

DKP und MLPD sind auch nicht überall willkommen. So what.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6602 - 8. November 2011 - 9:15 #

Bei der Piratenpartei denken die Publisher warscheinlich direkt an Raubkopierer und sind natürlich dagegen so etwas auf "ihrer" Messe zu haben. Warscheinlich hat der Veranstalter Druck von den Ausstellern bekommen und den Stand der Piratenpartei deshalb raugenommen.

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