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In letzter Zeit lässt sich auf den einschlägigen Downloadplattformen ein anhaltender Trend hin zu Dual-Stick-Shootern verzeichnen. Das 1982 mit
Robotron: 2084 begründete Genre wurde vor einigen Jahren von Bizarre Creations mit dem spielerisch wie grafisch eher minimalistisch gehaltenen
Geometry Wars - Retro Evolved erfolgreich wiederbelebt. Vertreter des Genres aus der jüngeren Vergangenheit präsentierten sich immer aufwändiger. Titel wie
Dead Nation oder
Gatling Gears verlassen den statischen Bildschirm und führen euch durch scrollende Levels. Segas
Renegade Ops geht noch einen Schritt weiter: In ausladenden Levels bewegt ihr euch frei umher und erfüllt äußerst actionreiche Missionen. Und nun ist eben für Xbox Live Arcade die Themen-Interpretation
Renegade Ops erschienen -- und hat uns gleich in Beschlag genommen.
Inferno hält die Welt in Atem
Zur Story: Ein fieser Super-Terrorist der Marke Dr. Evil hält die Welt in Atem. Der Schurke, der sich selbst Inferno nennt, legt willkürlich ganze Städte in Schutt und Asche. Der Regierung sind die Hände gebunden. Ihre Geheimdienste wissen nicht, wer hinter dem Pseudonym steckt und welche Ziele der Unbekannte verfolgt. Während die Politiker noch auf Diplomatie setzen, hat der hoch dekorierte General Bryant längst erkannt, dass mit dem psychopathischen Inferno nicht zu verhandeln ist. Da Bryant im Rat der Regierung auf taube Ohren stößt, schmeißt er seinen Job hin und beschließt, auf eigene Faust Jagd auf Inferno zu machen. Mit Hilfe der Renegades gründet er eine Art modernes A-Team. Die Story ist folglich einfach gestrickt und wird mit einem -- etwas stumpfen -- 80er-Jahre-Charme erzählt. Dafür wird sie in schick gezeichneten Comicbildern präsentiert. Zudem werden die Texte von guten Synchronsprechern vorgetragen.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Sämtliche der Renegades-Mitglieder (Armand, Diz, Roxy und Gunnar) benutzen ihr eigenes Fahrzeug -- samt individueller Waffen und Fertigkeiten. Die Gefährte unterscheiden sich hauptsächlich in puncto Wendigkeit, Panzerung und taktischer Bewaffnung. Roxys flinker Buggy zum Beispiel kann einen Luftschlag anfordern, wohingegen Armands schwerer Panzerwagen auf Knopfdruck ein temporäres Schild aufbaut. Die Charaktere erhalten für jede erfolgreiche Aktion Erfahrungspunkte, die sie in die Verbesserung ihrer Vehikel stecken. Das Spiel unterscheidet dabei zwischen defensiven, offensiven und taktischen Upgrades, die eine Vielzahl individueller Anpassungsmöglichkeiten bieten. Die nötigen Erfahrungspunkte erhaltet ihr unter anderem für das Besiegen einzelner Gegner. Das bringt aber nicht so viele Punkte wie beispielsweise längere Schadensserien oder abgeschlossene Missionsziele.
Hier seht ihr den Online-Vierspieler-Modus während einer Nachtmission.
Genretypisch bewegt ihr das Fahrzeug mit dem linken Analogstick durch die isometrisch dargestellten Levels. Mit dem rechten Stick ballert ihr mit dem Standard-Maschinengewehr. Drückt ihr zusätzlich den rechten Trigger, wird die Sekundär-Waffe abgefeuert. Da diese nicht von Levelbeginn an montiert ist, müsst ihr sie erst von besiegten Feinden erbeuten. Per Tastendruck montiert oder wechselt ihr Raketenwerfer, Flammenwerfer oder das aufladbare Schienengewehr, die allesamt begrenzte Munition haben. Ständig hetzt euch General Bryant von Missionen à la "Rette die Geiseln" bis zu "Zerstöre den Atomsprengkopf". Ein roter Pfeil zeigt euch dabei das primäre und ein transparenter Pfeil die sekundären Ziele an. Verplempert ihr zu viel Zeit mit den zweitrangigen Aufgaben, startet ein dreiminütiger Timer. Dieser erinnert euch etwas unsanft daran, euer Hauptziel schleunigst weiter zu verfolgen. Durch den Zeitdruck steht ihr ständig unter Strom, was die ohnehin schon sehr hektische Action in ungeahnte Höhen steigert.
Beeindruckende Optik
Die Entwickler der Avalanche Studios haben mit Renegade Ops ein echtes Grafik-Brett erschaffen. Die Umgebungen wie Urwald, Wasser oder Dörfer sind detailliert designt und sehen sehr realistisch aus. Besonders die Animationen beeindrucken mit Vielfalt und Qualität. Ob ihr mit dem Turbo über die staubigen Pisten brettert, mit viel Kleinholz durch eine Holzhütte prescht oder mit dem Flammenwerfer alles um euch herum in Brand setzt –- nicht nur hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Denn auch an der präzisen Steuerung gibt es nichts zu mäkeln. Im Gegensatz zu den meisten anderen Genre-Vertretern hat Renegade Ops die Besonderheit, dass ihr mit vierrädrigen Einsatz-Fahrzeugen unterwegs seid. Deshalb könnt ihr nicht auf den Punkt die Richtung ändern, sondern habt naturgemäß einen gewissen Wendekreis. Der dynamische Splitscreen im lokalen Multiplayer ist ebenfalls ein Hingucker: Seid ihr nah beieinander, spielt ihr auf einem Screen, entfernt ihr euch voneinander, teilt sich der Bildschirm in der Richtung, die der andere Spieler einschlägt. So wisst ihr immer wo sich der andere gerade befindet. Online funktioniert der Mehrspieler-Modus sogar zu viert.
Fazit: Prachtpaket
Action-Fans bekommen mit Renegade Ops ein schönes Gesamtpaket geschnürt, technisch einwandfrei und mit interessanten neuen Impulsen für das Subgenre. Für den Wiederspielwert sorgen die vielen Aufrüstungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Fahrzeuge. Für Langzeitmotivation sorgen außerdem die mittlerweile obligatorischen Highscore-Listen, auf denen ihr euch verewigen könnt. Für Unentschlossene steht wie üblich eine Demo-Version zum Download bereit. Um die Vollversion freizuschalten, müsst ihr 1200 Microsoft-Punkte berappen. Auch PS3-Besitzer kommen auf Wunsch (für 12,99 Euro) in den Genuss des Spiels.
- Preis am 19.9.2011: 1200 Microsoft-Punkte (entspricht circa 15 Euro)
- 1 bis 2 Spieler lokal, bis zu vier Spieler im Online-Multiplayer
- Dual-Stick-Shooter mit interessanten Genre-Impulsen
- Für Einsteiger und erfahrene Spieler geeignet
- Grafisch prächtig
Wird mal Zeit, dass es für Steam erscheint. Dort steht immer noch "nur" September 2011 als Veröffentlichungsdatum.
Haben will ;)
Sehr gut! Hatte mich letzte Woche gefragt, ob ich es kaufen soll. Danke für den Test!
Ich hab´s, es ist zur Abwechslung mal die 1200 Points wert!
Die Demo war recht gut aber die ständigen Zeitlimits während den Missionen haben mich sehr genervt. Schade eigentlich.
Hey ihr legt ja richtig los mit der neuen Rubrik. top!
Erinnert mich an...hier...Dingens...Desert Strike!
Schaut spaßig aus. Falls ma wieder Geld über sein sollte, nehm ich's bestimmt mal mit.
Schienengewehr also ... belasst es doch einfach bei Rail Gun. Ersteres sagt doch kein Mensch ^^. Ist ja fast so schlimm wie Jörg's ,,Dungeon kriechen''.
Schienengewehr wird es offiziell im Spiel genannt. Laut Wiki wird die Waffe auch so in deutsch bezeichnet.
Ich könnte mir vorstellen, dass bei "kriechen" eine Spur Ironie mitschwingt. Aber wissen tu ich es natürlich nicht genau. ;0)
"Die Story ist folglich einfach gestrickt und wird mit einem -- etwas stumpfen -- 80er-Jahre-Charme erzählt. Die Geschichte wird hingegen in schick gezeichneten Comicbildern erzählt."
Und was ist jetzt der Unterschied zwischen Story und Geschichte? ;-)
Danke für den Hinweis.
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