Quantic Dream: "5-10 Mio. Euro Verlust durch Gebrauchthandel"

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13. September 2011 - 11:06 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Die Wehklagen von Entwicklern und Publishern über den Spiele-Gebrauchtmarkt sind nichts Neues. Da die Anbieter an den Second-Hand-Verkäufen nichts verdienen, entsinnen sie immer neue Systeme, um die Kunden zum Neukauf zu bewegen (zum GG-Report). Nun hat sich auch der zweite Mann von Quantic Dream, Guillaume de Fondaumière, zum Thema geäußert und die Auswirkungen des Gebrauchthandels auf den hauseigenen Playstation-3-Thriller Heavy Rain beschrieben.

Laut Fondaumière hat sich das Spiel bisher ungefähr zwei Millionen Mal verkauft, allerdings wisse man dank des Trophäen-Systems der PS3, dass mehr als drei Millionen Leute das Spiel auf ihrer Konsole gespielt hätten. So wären allein dem französischen Entwicklerstudio zwischen 5 und 10 Millionen Euro an Lizenzgebühren entgangen -- jedenfalls nach seiner Schätzung. Für ihn ist deshalb klar, dass der Handel mit gebrauchten Spielen eines der aktuellen „Nummer-eins-Probleme“ der Spieleindsutrie darstellt.

Fondaumière ist sich der Argumente bewusst, dass ohne Gebrauchtkäufer weniger und nicht mehr Spiele verkauft würden, da diese den Weiterverkauf auch dazu nutzten, um Geld für den Neukauf von Spielen zu haben. Allerdings vertritt er die Ansicht, dass die Spieleentwickler und Publisher einen großen Fehler machen, wenn sie sich unter dieser Annahme der Problematik nähern. Letztlich würde sich die Industrie damit „selbst in den Fuss schießen“. Denn wenn sie erst erkannt hätten, dass sie mit Retail-Versionen kein Geld mehr verdienen können, würden sie schlichtweg aufhören solche Spiele zu machen und stattdessen den Weg der unmittelbaren Online-Distribution wählen.

Der Co-CEO von Quantic Dream bestätigt, dass die Spielepreise für Retail-Fassungen zu hoch seien. Ziel müsse es sein, gemeinsam mit allen anderen Entwicklern und Publishern einen Preislevel zu finden, der sowohl attraktiver für Kunden ist als auch genügend Geld einbringt, um das Überleben der Branche zu sichern.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 13. September 2011 - 11:15 #

Die Industrie hat sich schon mit ganz anderen Sachen, wovon einige heute leider völlig normal sind, in den Fuß geschossen.

Ich bin auch gegen Retailversionen von Jammerlappen. Meistens zahlt man für eben diese viel zu viel - dahingekotzte Verpackung, "Anleitung", Werbeflyer und Scheibling sei Dank.

Anonymous (unregistriert) 13. September 2011 - 14:21 #

Richtig. Vielleicht hätte der feine Herr auch mal ein Spiel entwickelt, was einen deutlich höheren Wiederspielwert hat. Oder er hätte sein Spiel nicht PS3-exklusiv vertickt. Man stelle sich mal vor, was dann für Verkaufszahlen drin gewesen wären!

Bei sowas kommen immer die Jammerlappen aus der zweiten Reihe hervorgekrochen. Hat Quantic Dreams je Mainstream-Spiele entwickelt, wo die Verkaufszahlen eine Rolle spielten? Nein! Also warum regt sich gerade so einer aus? *facepalm*

Severian 17 Shapeshifter - P - 7352 - 13. September 2011 - 11:17 #

Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wenn die Spiele immernoch an etliche verschiedene Accounts gebunden werden müssen, hilft das nicht viel weiter.

Imbazilla 15 Kenner - 3065 - 13. September 2011 - 11:20 #

In welchem Sinne haben sie denn "Verlust" am Gebrauchshandel?

Auxan 12 Trollwächter - 862 - 13. September 2011 - 13:05 #

Das wird genau so gerechnet wie der Verlust durch Raubkopien. Von jeder "Kopie" bzw. jedem Gebrauchtspiel wird angenommen, dass es gekauft worden wäre, wenn man nicht die Möglichkeit zum Raubkopieren oder Gebrauchtkaufen gehabt hätte.

Eine Milchmädchenrechnung.

Novachen 19 Megatalent - 13056 - 13. September 2011 - 11:27 #

Naja Preispolitik ist ein zweischneidiges Schwert. Die Preise für Videospiele sind seit 10 Jahren konstant, das hat es in den 90ern nie gegeben, da gab es Spiele für 70 DM genauso wie auch Spiele für 100 oder gar 120 DM. Die wurden aber trotzdem in hohen Stückzahlen verkauft. Ich teile diese Einschätzung daher nicht, für gute Spiele zahlen die Kunden auch mehr Geld. Das Problem ist eben die Definition von guten Spielen. Sind Spiele mit einer Spielzeit von 4 Stunden wirklich gute Spiele? Sind Spiele mit haarsträubenden Kopierschutzsystemen die zu Zeiten ganze Systeme lahmgelegt haben wirklich gute Spiele? Sind es gute Spiele wenn man teilweise von den Launen des Publishers abhängig ist, dass sie überhaupt noch starten? Das sind eben all die Hauptfragen. Werden Spiele ohne Kopierschutzsystemen zum selben Preis wirklich weniger gekauft und mehr kopiert als Spiele mit DRM Methoden? Ich habe dazu noch nie eine zuverlässige Antwort gesehen. Meiner Meinung nach werden gute Spiele auf jedenfall gekauft, egal wie teuer sie sind.

Makariel 19 Megatalent - P - 14078 - 13. September 2011 - 11:31 #

Das ist dieselbe Milchmädchenrechnung wie mit Raubkopierern und in beiden Fällen stimmt sie nicht. Nur weil sagen wir 100 Leute ein gebrauchtes Spiel kaufen bedeutet das ja nicht das ohne Gebrauchtspielmarkt diese 100 Leute ein neues gekauft hätten. Viele haben ja nur deshalb genug Geld sich regelmäßig Spiele zu kaufen, weil sie ihre alten verkaufen und dann wieder neue oder gebrauchte kaufen.

Wobei zumindest hier in Holland der Gebrauchtspielemarkt ein wenig gaga ist. Für z.B. Shadows of the Damned gebraucht wollen die hier 45€, während man beim freundlichen Versandhändler in den UK inklusive Versand z.Zt. 25 Pfund, ergo knapp unter 30€ für ein neues Spiel zahlt.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 13. September 2011 - 11:47 #

Nur weil irgendjemand mal diese seltsamen These verbreitet hat, springen immer mal wieder Leute auf den Zug auf. In keiner Branche gibt es diese bescheuerte Diskussion. Gebrauchthandel gibt es bestimmt schon seid der Steinzeit. Vielleicht sollten "Top"-Manager mal über ihre Lohnpolitik nachdenken, dann wäre "der kleine Mann" eventuell nicht abhängig von gebrauchten Gütern.

Starslammer 15 Kenner - 2765 - 13. September 2011 - 11:48 #

Nun, wenn man ein Spiel mit hohem Wiederspielwert schafft, kommt es auch nicht so schnell wieder auf dem Gebrauchtmarkt !

Heavy Rain habe ich persönlich in acht Stunden durchgespielt und mag es jetzt nicht mehr anrühren, weil die Story, welche ich damit erspielt habe auch nicht mehr ändern möchte.

Nun steht das Spiel rum und wird zur Zeit nicht mehr angerührt. Könnte eigentlich dann rein theoretisch auch an interessierte Spieler weiterverässert werden ! (Aber Spielesammler rücken ja nix mehr raus ! :) )

Vidar 18 Doppel-Voter - 12713 - 13. September 2011 - 11:53 #

lol und so einer, der eine solche Milchmädchenrechnung vorrechnet, leitet ein Unternehmen!
Wahrscheinlich hätten diese Leute das Spiel gar nicht gekauft, wenn nicht gebraucht.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8242 - 13. September 2011 - 11:57 #

Wenn man das System so weiterdreht, werden in ein paar Jahren die bösen wieder andere sein. Schwarzkopierer? Nö. Gebrauchtspieler? Nö. Retailkäufer ohne Internet! Download ftw! Da kann man dann Lizenzzeiten mieten, und der Publisher kann jederzeit sagen: So Version X von unserem Spiel machen wir dann mal aus, weil Version Y ist ja gerade erschienen.

Spinner, allesamt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29733 - 13. September 2011 - 12:03 #

Ich bin dafür, dass alle Hersteller von Recycling-Toilettenpapier von den Herstellern konventionellen Toilettenpapiers verklagt werden.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13733 - 13. September 2011 - 12:13 #

Kudos für den Kommentar, Dennis, made my day ;)

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 13. September 2011 - 18:34 #

Warum gibt es eigentlich keine Kommentar-Kudos?

volcatius (unregistriert) 13. September 2011 - 12:42 #

PS4/XBox720 kommen eh mit Accountbindung.
Der Weg wird mit der Salamitaktik geplastert, wie es schon bei DLC erfolgreich war - von kostenlosen Downloadinhalten und der Pferderüstung zu herausgeschnittenen oder storyrelevanten DLC wie bei Mafia und Mass Effect.

McGressive 19 Megatalent - 13997 - 13. September 2011 - 12:42 #

Ich hab' meine Kopie vom GG-Gewinnspiel. Zähle ich jetzt auch zu den bösen Jungs, die für Quantic Dreams "Verlust" verantwortlich sind..? ;P

Makariel 19 Megatalent - P - 14078 - 13. September 2011 - 13:00 #

Was für ein Systemschädling! Kauf dir gefälligst noch 3 Kopien! ;-)

Weepel 16 Übertalent - 4275 - 13. September 2011 - 13:03 #

Was für ein lächerlicher Kommentar, den kann man ja wohl kaum ernst nehmen. Ich bin da mal sehr gespannt was den feinen Geschäftsetagenherren als nächstes noch einfällt, nachdem Raubkopierer und Gebrauchtwarenkäufer aus dem Spielekreislauf herausgenommen wurden und nur noch für wenige Monate lizensierte, Account-gebundene, länderspezifische Software/Spiele herunterzuladen sind (in der Retail-Box gibt's dann auch nur noch den Key).

McSpain 21 Motivator - 27488 - 13. September 2011 - 13:05 #

Sie lernen es nicht. Sie lernen es einfach nicht. Dabei ist logisches Denken doch eigentlich garnicht so schwer, oder?

Kailler1973 09 Triple-Talent - 340 - 13. September 2011 - 16:01 #

In dieser Rechnung fehlen jetzt aber noch die ganz bösen Käufer, die ihr Spiel vollkommen Umsonst an Freunde weiterverleihen. Da könnten man sicherlich noch 1 Millionen mehr Spiele absetzen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29733 - 13. September 2011 - 16:03 #

Und die Familien! Wenn drei oder gar vier Familienmitglieder ein Spiel spielen ist das ja totaler Betrug am Entwickler! Eigentlich muss jeder Spieler seine eigene Kopie erwerben. Das wären dann noch einmal zwei bis drei Millionen! Alles Betrüger diese dämlichen Zocker. Ohne die wäre das Business viel einfacher!

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8242 - 13. September 2011 - 16:15 #

Ich geb noch einen drauf: Diese ganzen Spacken die auch noch Screenshots/Videos sehen dürfen und via Reviews quasi nebenbei noch erfahren, wie das Spiegefühl ist. Widerliche widerlinge!

DevilDice 12 Trollwächter - 825 - 13. September 2011 - 16:26 #

Und als nächstes kommt dann, dass man jedesmal wenn man "Heavy Rain" denkt 'nen Fünfer an Quantic Dreams zahlen soll. :D

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29733 - 13. September 2011 - 16:41 #

Und einen Euro an die Umbrella Corp. wenns regnet.. Heavy!

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 5601 - 13. September 2011 - 20:17 #

Bin mal gespannt, wann die Auto-Hersteller mit solchen Rechnungen daherkommen. Die bösen Gebrauchtwagenkäufer!!! Und erst die Taxi- und Bus-Benutzer, diese elenden Raubfahrer!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29733 - 13. September 2011 - 20:52 #

Die Bahn ist mit der Argumentation viele Jahre durchgekommen. Die haben ihre Vormachtstellung gegenüber Stadt-zu-Stadt-Buslinien sehr sehr lange halten können.

Weepel 16 Übertalent - 4275 - 16. September 2011 - 11:51 #

Haha, der nächste Entwickler der ins "Gebrauchte Spiele sind Teufelswerk" Horn stößt. Diesmal Codemasters.

Highlight: "Wenn du ein gebrauchtes Auto erwirbst, kaufst du einen Gegenstand von minderer Qualität. Es ist abgenutzt, die Garantie ist abgelaufen, oder schon zum Teil verstrichen. Es verschlechtert sich mit zunehmender Zeit immer weiter. Software wird nicht schlecht und wenn du sie kaufst, bezahlst du nicht für den Datenträger oder die Box. Du bezahlst für die Nutzungsrechte. Die Marke gehört dem Publisher und Entwickler. Was die Händler verkaufen gehört ihnen eigentlich nicht. Das ist nicht weit von Diebstahl entfernt."

http://www.gamestar.de/news/branche/2560837/codemasters.html

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