Studie: Gewalt in Spielen beeinträchtigt Erfolg von Ingame-Ads

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3. September 2011 - 19:47

Das Bild zeigt einen Screenshot aus Deus Ex - Human Revolution.

Werbung in Spielen einzubetten, ist bereits seit längerem für viele Unternehmen eine Möglichkeit, zusätzlich zur allgegenwärtigen Reklame im Alltag auf sich aufmerksam zu machen – vom eventuellen Erfolg an dieser Stelle mal abgesehen. Wie auch bei vielen anderen Themen bestehen hinsichtlich dieser Thematik hier ebenfalls verschiedene Ansichten: Die einen stört Ingame-Werbung, da auch die Atmosphäre eines Spiels beeinträchtigt werden kann. Andere Spieler hingegen sehen darin kein Problem. Siehe dazu auch unsere News zur Werbung in Deus Ex - Human Revolution.

Eine Studie der Universität Texas in Austin zufolge gibt es bei der Wahrnehmung dieser virtuellen Reklame Unterschiede zwischen gewalttätigen und gewaltfreien Spielen – und somit auch eine Beeinträchtigung des erhofften Erfolges. Demnach kommt es innerhalb von gewalthaltigen Spielen dazu, dass die Erinnerungen an die beworbenen Marken sinken und eher ablehnende Einstellungen zu dieser entstehen. Besonders Frauen reagieren negativ auf Produktwerbungen in Spielen mit gewalttätigen Hintergrund.

Jorge Peña, Assistenzprofessor im Fachbereich Kommunikationswissenschaft dazu:

Obwohl gewalttätige Videospiele sehr populär sind und ein junges, engagiertes Publikum erreichen können, ist ihre Effektivität als Werbeträger fragwürdig. Unsere Studie zeigt, dass [im Spiel vorkommende] Gewalt das Einprägen einer Marke verringert und wesentlich mehr negative Haltungen der Marke gegenüber hervorruft.

Als Teil der Untersuchung spielten die Teilnehmer eines von zwei Spielen, in denen Werbung eingebaut war. Der gewalttätige Titel war „blutgetränkt“ und mit Gegnern ausgestattet, die auf die Probanden schossen. Im Gegensatz dazu hatte das gewaltlose Spiel eine Umgebung, die von Wasser durchdrungen war und in dem die gleichen KI-Charaktere keine Waffen besaßen. Bis auf diesen Unterschied waren die verwendeten Spiele in jedem Detail identisch. Nach der Beschäftigung mit den Titeln wurden die Probanden nach den Marken gefragt, für die geworben wurde.

Die Erinnerung, die Identifizierung und die Haltung zur Marke war bei jenen Teilnehmern viel geringer, die sich durch den gewalttätigen Titel bewegten, verglichen mit denen, die sich mit dem gewaltfreien Spiel beschäftigten. Der Unterschied bei den Frauen könnte der Studie zufolge mit dem Mangel an Vertrautheit mit solchen Spielen oder der geringeren Desensibilisierung hinsichtlich der Gewalt in PC- und Videotiteln zusammenhängen.

Darüber hinaus lässt die ausgewertete Studie nach Aussage der Universität erkennen, dass gewalttätige Inhalte die Aufmerksamkeit von anderen, in einem Spiel vorhandenen Informationsquellen ablenken. Auch wird geglaubt, dass im Unterbewusstsein eine Verbindung zwischen Gewalt und negativen Einstellungen existiert – nicht unähnlich dem, wie gewalttätige Fernsehprogramme – verglichen mit gewaltfreien TV-Inhalten – die Erinnerung an Werbung behindern. Die Aussage des Wissenschaftlers und Doktoranden Seung-Chul Yoo ist daher nicht erstaunlich:

Planer von Werbekampagnen würden ihr Budget besser in Anzeigen anlegen, die in gewaltlosen Spielen angezeigt werden, statt Reklame innerhalb gewalttätiger Titel zu platzieren – insbesondere, wenn damit Frauen erreicht werden sollen.

Nach Angaben des Unternehmens eMarketer Inc. werden die Ausgaben für Werbung innerhalb von amerikanischen Videospielen im nächsten Jahr voraussichtlich die Marke von einer Milliarde US-Dollar erreichen.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 3. September 2011 - 12:09 #

Vielleicht man auch in den Gewalthaltigen Spielen nicht so viel Zeit für die Werbung, weil man schnell zurück feuern muss... :D
Aber gut, ich glaube kein Shooter-Fan wird jetzt eine Träne verdrücken, wenn InGame-Werbung in seinem Genre unattraktiv ist. :D

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 3. September 2011 - 14:18 #

Seh ich auch so. Wenn ich dauernd in Deckung hechten muss, damit ich nicht von Kugeln zersiebt werde, oder das Script solange Gegner auf mich los schickt, bis ich Punkt A überwunden habe, habe ich alles, nur keine Zeit Werbebotschaften in mich auf zu nehmen. Bzw, davor steht bestimmt einer der Gegner, dessen Blut dann die Schrift verziert... *hust*

Bei Minecraft wäre das besser, da baut man sich dann sein "Coca Cola" Schild in die eigene Hütte. :)

Ist eh nur noch ne Frage der Zeit, bis man Nikes & Adidas Kampfschuhe im Shop dazukaufen kann, die dann x% mehr Speed bringen.

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 3. September 2011 - 12:11 #

Naja, und in Battlefield 3 wir die Werbung einfach gesprengt^^

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 3. September 2011 - 12:16 #

oder sie ist nicht zerstörbar und steht wie der Phönix in der Asche. ;)

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 137436 - 3. September 2011 - 12:19 #

"Der neue Ford Ka - hält selbst Maschinengewehr- und Raketenbeschuss stand." ;)

ganga Community-Moderator - P - 15590 - 3. September 2011 - 12:21 #

Hehe, das wär doch was. Gabs das nicht schon Mal in irgendnem Spiel, wo sich Werbeelemente nicht zerstören ließen, was dann albern wirkte?

fightermedic (unregistriert) 3. September 2011 - 12:28 #

ja, die banden in fußballspielen, egal wie man draufholzt sie halten ;/

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64882 - 3. September 2011 - 12:58 #

Bei Rainbow Six Vegas wurden sie sogar zwischendurch aktualisiert!

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 15:29 #

Aber nur wenn du dem Spiel die Internetverbindung nicht kapptst.
In BF 2142, Swat4 und Deus Ex:HR gabs das übrigens auch. Ist nichts neues. Positiv aufgenommen wurde es allerdings nie.

BAAMMM (unregistriert) 4. September 2011 - 2:19 #

Werbung ist ein großer Bestandteil unseres alltäglichen Leben. Wenn ein Spielemacher eine Spielwelt authentisch wirken lassen will, muss er auch Werbung mit drinnen haben.

Solange Werbung gut und passend plaziert ist finde ich sie gut. (Ich könnte mir einfach kein FIFA ohne Werbebanner vorstellen) Wenn jedoch mittelalter Schlachten von Coca Cola Banner begleitet werden, ist etwas schief gelaufen.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 4. September 2011 - 9:10 #

Allein schon wegen einer vernünftigen Death Race Spieleumsetzung würde ich mir gerne einen Mustang mit Gattling kaufen.

bam 15 Kenner - 2757 - 3. September 2011 - 13:20 #

Also hat man hier auf der einen Seite ein Spiel mit einer interaktiven Bummelfahrt ohne echte Spielmechanik verglichen? Ein gewaltfreier Shooter wäre nämlich genau das.

Es ist doch klar, dass sich Spieler im ersten Spiel auf die spielerischen Aspekte konzentrieren müssen, während es im zweiten wohl gar kein Spielinhalt gibt. Ich lese hier nämlich absolut nicht raus, was die Aufgabe im 2. Spiel sein soll, wenn es sonst "exakt" so ist wie das 1.

Damit ist die Studie natürlich kompletter blödsinn.

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 3. September 2011 - 16:14 #

Scheint mir auch merkwürdig. Wenn ich ein "Spiel" habe, das gar keine Spielmechanik hat abseits vom Herumlaufen, ist es kein Wunder, dass ich mehr von der Werbung sehe als in einem anderen Spiel, in dem ich auf Dinge reagieren, eben spielen muss.

Dass man in gewalthaltigen Spielen die Werbung unter bestimmten Situationen negativ assoziiert kann ich mir zwar schon denken, aber wie das aus der Studie heraus belegbar sein soll ist mir nicht klar. Im Test steht ja auch nur, dass die Forscher es "glauben" ...

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 32535 - 3. September 2011 - 13:37 #

Also die Alienwarewerbung bei Fear fand ich großartig.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 3. September 2011 - 14:19 #

Ach was, dann kann man Games doch nicht so kommerziell ausschlachten wie das die CEOs gerne hätten. Wie schade. Wird es eben ein kreatives Medium wie Buch und Film bleiben müssen - da hat "ingame Werbung" (z.b. Product Placement etc) auch nie richtig funktioniert.

Kendrick 09 Triple-Talent - 261 - 3. September 2011 - 14:34 #

Tragisch. Ich hoffe nur, dass man die Spieler noch nicht völlig abgeschrieben hat. Dabei denke ich auch eher, das Actionspieler technikaffiner sind, und daher Werbung eher wahrnehmen. Es kann sein, dass die Gegengruppe ganz einfach positiv auf alles Friedliche und Konformistische reagierte, wie Hautcremewerbung und so...

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 3. September 2011 - 16:15 #

"Dabei denke ich auch eher, das Actionspieler technikaffiner sind, und daher Werbung eher wahrnehmen." Was ist das denn für ein Zusammenhang? technikaffine Menschen mögen Werbung? :O

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 3. September 2011 - 15:17 #

Denken sie nicht an einen bunten Hund !

Dominius 17 Shapeshifter - P - 6906 - 4. September 2011 - 5:06 #

Ich hab tatsächlich zunächst "nur" an einen Hund gedacht ;).
Sowas funktioniert aber auch nur aufgrund der Beschaffenheit der Sprache und bei Begriffen, die die angesprochene Person auch kennt bzw. die nicht zu abstrakt sind.

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 15:32 #

Mir ist Ingamewerbung bisher eher negativ aufgefallen.
Das resultierte aber auch nur aus einem Grund, aus dem mir wahrscheinlich andere Ingamewerbung garnicht aufgefallen ist.

Sie war zu präsent. Wenn da mal hier und da ein Werbeding rumsteht, fällt nicht auf.
Wenn mich alle 3m die selbe Werbung anlacht, dann kostet das extrem Glaubwürdigkeit in der Spielwelt.

Deadpool 12 Trollwächter - P - 1150 - 3. September 2011 - 21:16 #

Weil ich in Radio & Fernsehen oder draußen auf der Straße nicht auch dauernd von der gleichen Werbung "angelacht" werde?

Sher Community-Event-Team - 3634 - 3. September 2011 - 21:35 #

Die Spielwelt existiert ja getrennt von der Realität ;) Da sind Fremdeinflüsse ins Virtuelle hinein nun mal störend.

Anonymous (unregistriert) 4. September 2011 - 0:37 #

Dann wanderst du durch eine andere Welt als ich.
Werbung in Spielen ist meist wie die Werbung auf Tele 5 und anderen nach 0 Uhr.
Die selben beiden Werbespots (für Sexhotlines) immer im Wechsel.

Wäre die Abwechslung im realistischen Maß würde es nicht so sehr auffallen. Aber dauernd immer nur die selbe Werbung fällt stark und vor allem negativ auf.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73397 - 3. September 2011 - 15:52 #

"Your death was brought to you by Heckler & Koch."

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86537 - 3. September 2011 - 16:39 #

Ja, etwas zugespitzt, aber genau, ich denke das ist ganz abhängig von der Werbung. Welches Produkt soll wie und wo beworben werden. Natürlich läuft Gewaltfrei besser, da das Ganze interaktiv ist, beim Film ist das eher wurscht.

Casa 12 Trollwächter - P - 1037 - 3. September 2011 - 20:22 #

Eine Studie aufgrund von 2! Spielen, alle Achtung!

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 3. September 2011 - 21:39 #

Mehr war finanziell sicher nicht drin... :kaffee:

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 3. September 2011 - 22:27 #

Warum nicht mal eine Studie zum Thema "Ingame-Werbung steigert die Aggression der Spieler"?

Klar, in einem Spiel wie Driver San Francisco oder Midnight Club LA stören Werbetafeln von "echten" Marken nicht wirklich, aber wenn in (m)einem Shooter überall Addidas- oder (himmel hilf!) Prada-Ads auftauchen würden, vor allem in unpassenden Genres (was macht eine Swarovsky-Werbung mitten in Bagdad?), treibt das doch den Blutdruck durch die Decke. Und richtig nervig wirds dann, wenn durch diese dämliche Ingame-API auch noch eine konstante Internetverbindung bestehen müßte.

Ich spiele Spiele, um aus der "echten" Welt auszubrechen - im Real Life werde ich eh schon mit Werbung zugespammt. Das muß ich in meiner Realitätsflucht nicht auch noch haben.

Karl 10 Kommunikator - 419 - 4. September 2011 - 1:29 #

Bei dieser Beschreibung bekomme ich starke Zweifel an der Validität der Studie:
"Als Teil der Untersuchung spielten die Teilnehmer eines von zwei Spielen, in denen Werbung eingebaut war. Der gewalttätige Titel war „blutgetränkt“ und mit Gegnern ausgestattet, die auf die Probanden schossen. Im Gegensatz dazu hatte das gewaltlose Spiel eine Umgebung, die von Wasser durchdrungen war und in dem die gleichen KI-Charaktere keine Waffen besaßen. Bis auf diesen Unterschied waren die verwendeten Spiele in jedem Detail identisch."

Ich könnte mir höchstens eine Art Pinball-Tisch vorstellen bei dem die beschriebenen friedlichen bzw. feindseeligen Umgebungen in einer experimentell akzeptablen Weise umgesetzt werden, aber so wie es in der Studie beschrieben ist würde ich mich diesem Kommentar anschließen:

"Your study has shown that walking through a room with nothing to do but look at ads gets more ad attention than walking through a room with other stuff to do than just look at ads. Bravo."

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 4. September 2011 - 4:00 #

Interessante Test-Konstellation; interessante News.

FPS-Player (unregistriert) 4. September 2011 - 6:30 #

Mich stört daran als einziges, daß die Spiele trotz Sponsoring (oder meinethalben auch "Werbung") immer noch so teuer sind, wie ohne die finanzielle Unterstützung der Werbenden...

Gerade das sollte doch der (mMn) einzige Sinn und Zweck sein.

toji 14 Komm-Experte - P - 2232 - 4. September 2011 - 12:28 #

wenn man sich hinter einer kisten ducken muss, könnte man doch da werbung draufmachen. coca cola oder sowas schild. oder auf dem boden, wo man es ja auch heutzutage im supermarkt schon sieht oder aufnäher auf der ausrüstung oder.................

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