Avalanche-Gründer: „DRM bestraft ehrliche Kunden“

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3. September 2011 - 18:24 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Das Bild zeigt einen Screenshot aus Just Cause 2.

Kopierschutzmaßnahmen jeglicher Art stoßen bei einem großen Teil der Spieler-Gemeinschaft auf starke Ablehnung. Gerade in der jüngeren Vergangenheit machten unter anderem die Entwickler von Diablo 3 auf sich aufmerksam, indem beispielsweise eine ständige Internetverbindung als normal oder die Always-On-Bedingung als harmlos dargestellt wurden. Aber auch andere große Unternehmen, wie zum Beispiel Ubisoft, verwenden in aktuellen Titeln den kontroversen Onlinezwang. Bei Ubisoft begründet man diese Entscheidung auch damit, dass auf diese Weise die Piraterie deutlich zurückgegangen ist.

Christofer Sundberg, Gründer des Entwicklers Avalanche Studios, unter anderem verantwortlich für die Just Cause-Reihe, ist anders als einige seiner Kollegen der Meinung, dass DRM die ehrlichen Kunden bestraft und weit davon entfernt ist, die Lösung für Piraterie zu sein, wie es einige Publisher hin und wieder verkünden. Im Gespräch mit dem EDGE-Magazin äußerte sich Sundberg nun ausführlich zu diesem Thema:

Wenn ein DRM-System ständig verteidigt werden muss, läuft irgendetwas falsch. Als Entwickler wirst du niemals über die Fans triumphieren können, wenn du laufend jeden wissen lässt, was es kostet, ein Spiel zu entwickeln und wie viel Geld [durch Raubkopien] du verlierst. Ich mag überhaupt keine Lösungen mit Always-On-DRM, da sie dem Verbraucher nichts bieten.

Der Avalanche-Studios-Gründer fährt damit fort, dass es Schwarzkopien auf dem PC schon immer gab und diese dazugehören. Als angemessene Reaktion darauf ist er der Ansicht, dass die Entwickler mehr Engagement zeigen sollten und den Spielern deutlich machen müssen, dass man ihre Standpunkte ernst nimmt und würdigt:

PC-Spiele wurden schon immer und werden auch zukünftig illegal kopiert werden, gecracked, modifiziert und so weiter. Das ist die Natur des PCs als Plattform; dieses Problem wird man niemals umgehen können. Die Antwort darauf ist, sich zu engagieren, anstatt darüber wütend zu werden. Man sollte dem Käufer deutlich machen, dass es einen Wert hat, eine rechtmäßige Kopie eines Titels zu erwerben. [...] Die Lösung für dieses Problem sehe ich darin, damit zu beginnen, Titel für PC-Spieler zu entwickeln und diese dafür zu belohnen, dass sie Teil der Community eines Spiels sind und dem Entwickler verbunden bleiben. Sagt man den Usern kontinuierlich, dass man deren Meinungen wichtig nimmt und ihre Investitionen schätzt, dann wird man die Anzahl der Schwarz-Kopien senken können.

Sundberg ist sich allerdings auch bewusst, dass er kaum eine andere Wahl hätte, wenn ein Publisher verlangen würde, dass entsprechende DRM-Maßnahmen in ein Avalanche-Spiel integriert werden:

Wir haben keine große Wahl, wenn der Publisher die Marke besitzt. Aber ich kann versichern, wir würden schreiend untergehen, bevor irgendetwas [wie der Always-On-Kopierschutz] in einem AvalancheTitel zu finden ist. Es wäre eine harte Zeit für mich, meinem Team erklären zu müssen, warum wir so etwas implementieren müssen ... es besteht innerhalb des Studios zweifellos die Meinung, dass DRM eine Bedrohung für die Erfahrung der Unterhaltung ist, die wir Spielern bieten wollen.
Zille 18 Doppel-Voter - P - 10840 - 3. September 2011 - 9:38 #

DRM mag ja in einer gewissen Form sinnvoll sein. Das hat es auch schon immer gegeben (Codescheiben Handbuchabfragen usw. usf.). Aber der Schlüssel ist die Verhältnismäßigkeit und das man die Kunden ernst nimmt und nicht für dumm verkauft. Wenn ich mir den Mist durchlese, den manch ein Publisher/Entwickler als Rechtfertigung für die Always-On-Gängelung oder diverse andere Zumutungen in die Welt - einem üblen Darmwind gleich - entweichen lässt, dann fühle ich mich nicht mehr ernst genommen. Spiele wie Diablo 3 werden mir höchstens (wie AC2) als 2,50€-Schnäppchen ins Haus kommen. Bei Blizzard-Titeln ist das gleichbedeutend mit "nie", aber da man heutzutage sowieso eher die Qual der Wahl hat, habe ich damit absolut kein Problem.

Age 19 Megatalent - P - 14022 - 4. September 2011 - 9:00 #

DRM kann ein Kopierschutz sein, eine Kopierschutz muss kein DRM sein. Codescheiben, Handbuchabfragen, etc. sind kein DRM denn sie können schwerlich im Nachhinein in die Nutzung des Spiels eingreifen. ;)

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3322 - 3. September 2011 - 9:38 #

Durch DRM werden mehr Kunden ins Kopiererlager gedrängt, als Kopien verhindert werden. Davon bin ich überzeugt.

Aber es geht ja auch in erster Linie nicht mehr um Kopien, sondern um den Gebrauchtmarkt, Kundendaten, Importbeschränkungen usw.

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 5701 - 3. September 2011 - 11:19 #

> Durch DRM werden mehr Kunden ins Kopiererlager
> gedrängt, als Kopien verhindert werden. Davon
> bin ich überzeugt.

Das glaube ich nicht. Wenn sie kopieren können, kopiert ein großer Teil einfach. Das beste Beispiel ist ja Apples Appstore: die Spiele kosten meistens weniger als einen Euro, bei teuereren Spielen gibt es regelmäßig Aktionen, die sie unter einen Euro drücken, der Kauf und die Installation ist supersimpel, es gibt sehr innovative Spiele und viele unabhängige Entwickler. Und trotzdem hat die Plattform laut diversen Entwicklerstatistiken eine Schwarzkopie-Rate von 50%.

Natürlich kauft nicht jeder Kopierer ein Spiel, wenn er es nicht kopieren kann. Aber wenn man gar keine Spiele kopieren könnte, würde er natürlich auch welche kaufen.

Bestimmt kann man auch ohne DRM Leute zum Kauf bringen, bspw. durch vorbildlichen Community-Support bei Multiplayer-Titeln. Aber das wird nicht bei jedem Spiel gehen, v.a. nicht bei reinen Singleplayer-Genres wie bspw. Adventures.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3322 - 3. September 2011 - 12:01 #

>>"Wenn sie kopieren können, kopiert ein großer Teil einfach."<<

Das widerspricht meiner Meinung ja nicht. Im Gegenteil, es zeigt wie wirkungslos DRM ist. Die Kopierer kopieren, egal ob mit oder ohne DRM.
Gleichzeitig wird der Unmut über DRM immer größer. Steam haben sich die meisten (leider) noch gefallen lassen, aber je mehr auf den DRM-Zug aufspringen, desto lauter wird der Protest (siehe EAs Origin). Und nicht jeder wird es beim Nichtkauf belassen...

Mazrim_Taim 15 Kenner - 3287 - 3. September 2011 - 13:53 #

Steam ist wieder einmal ein schlechtes Bsp.
Ich habe keine Lust :
* SN erraten weil die wiedereinmal unleserlich irgendwo aufgedruckt sind.
* Der Kopierschutz sich tief ins System einklinkt.
* Denoch das Spiel irgendwo "einmalig" zu aktivieren um später
* zu merken das meine drei Aktivierungsmöglichkeiten schon futch sind
* CDs oder DVDs zu installieren wenn ich das Spiel schneller runterladen kann.
* Patches zu suchen
* DVD Hüllen regelmäßig zu entsorgen da die nur Platz wegnehmen.
* usw usw.
Sorry da ist mir Steam lieber => im Einkaufskorb legen und gut ist.
Ich kann das Bedürftniss nach ein wenig (?) Sicherheit auf seiten der Publisher verstehen NUR solange ich keine Nachteile habe ist mir das Recht.

Ansonsten gebe ich Dir völlig recht.
Egal ob bei Spielen oder Filme / Serien der ehrliche Kunde hat irgendwie IMMER die A. Karte gezogen und der böse böse Raubkopierer ist "Premium" Kunde.

Ich habe übrigens BF3 meine Bestellung zurückgezogen.
Ich hätte damit leben können wenn ich es neben Steam noch bei EA aktivieren müßte (so wie bei BF-BC2 inc. die Möglichkeit selber Server zu mieten) aber so nein danke.
Werde wohl der einzige sein der es nicht spielen wird :(

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3322 - 3. September 2011 - 14:14 #

Ich könnte dir jetzt ebenso viele Probleme aufzählen, die bei der Installation eines Steam-Spiels auftreten können. Mit ging es aber darum, dass Steam der DRM-Vorreiter war. Hätten die Kunden damals das Potential der Onlinekontrolle gesehen (sehen wollen), gäbe es Auswüchse wie Allways-On höchstens in den feuchten Träumen einiger Manager.

Larnak 21 Motivator - P - 26073 - 3. September 2011 - 18:58 #

"In den Einkaufskorb legen und gut ist" geht aber eben auch ohne DRM :)

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 23:01 #

Ja, ich kann Steam auch gut leiden:
* wenn ich mal wieder ein Spiel nicht spielen kann, nur weil der Client
ein Problem hat, und mir das Spiel nicht freigibt.
* Ich für ein popeliges Offline-Spiel mich trotzdem online anmelden muss.
* Oder gestern mir sogar den Kauf eines Spieles verweigert, nur weil Steam
damit irgendein Problem hat. Ein paar Stunden später ging es dann plötzlich.
* ich kann noch nicht mal ein Spiel verleihen oder verschenken, wenn ich es
gekauft habe. Vom Weiterverkauf will ich noch nicht mal reden. Technisch
wäre das kein Problem.

Yeah! Willkommen in der tollen Welt des DRM!

Den größten Nachteil scheinst du, wie alle anderen Steamies zu übersehen. Es muss nur ein Bit umfallen, und du bist deine ganze Spielesammlung los. Kann Valve lt. SSA jederzeit tun, und du kannst nichts dagegen machen. Zumal der Steamsupport ja auch nicht gerade der beste ist (freundlich ausgedrückt!)

Wie kann man zu solchen Bedingungen seine Vollpreisspiele über Steam kaufen, werde ich nie nachvollziehen können.

Anonymous (unregistriert) 5. September 2011 - 9:11 #

Wer kauft denn Vollpreis-Spiele bei Steam?
Demjenigen ist sowieso nicht zu helfen.

Ich nutze Steam seit grob drei Jahren und hab noch kein von Dir beschriebenes Problem gehabt.

Und falls Steam wirklich mal pleite gehen sollte, gab es schon diverse Andeutungen, dass die Nutzer auf No-CD/No-Steam-Patches Ihrer gekauften Titel hoffen dürfen.
Natürlich kann man sich nie sicher sein, ob sie das wirklich tun. Aber das Risiko gehe ich einfach mal ein.

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 13:16 #

Das glaube ich schon. Ich hätte mir in den letzten Jahren mindestens 20 Titel gekauft. Aufgrund restriktiver DRMs habe ich sich aber nicht gekauft.
Und wenn jemand aus meinem Freundeskreis sich die Mühe gemacht hatte sie schon runter zu laden, dann habe auch ich sie gespielt. Sollte gut die Hälfte gewesen sein.

Der mit dem Gnu im Schuh (unregistriert) 3. September 2011 - 20:42 #

Dein Verdacht ist richtig; die Welt dreht sich nur um Dich!

Gisli 14 Komm-Experte - 2185 - 3. September 2011 - 10:18 #

Korrektur, letzter Absatz: "Avalance -> Avalanche

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 143575 - 3. September 2011 - 10:20 #

Danke für den Hinweis!

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9923 - 3. September 2011 - 11:24 #

Na da hat doch mal jemand ne vernünftige Meinung zum Thema. Jetzt muss die nur noch Nachahmer in der Branche finden...

Thomas Barth 21 Motivator - 27689 - 3. September 2011 - 11:48 #

Ha! Hat mein Boykott den ersten Publisher zum einlenken gebracht!
Aber keine Angst, ich boykottiere weiterhin brav für alle, die auf aktuelle Spiele nicht verzichten wollen.

Der mit dem Gnu im Schuh (unregistriert) 3. September 2011 - 20:34 #

Prima, dann kann ich sie mir ja kaufen!

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 23:03 #

Bin schon lange bei den Indieentwicklern gelandet, wenn ich sie direkt bezahlen kann, ohne den Umweg über Steam, EA, Ubisoft, etc.

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 12:31 #

Das eine solche Erkenntnis bei den Entwicklern reift ist nicht neu.
Und? Just Cause 2 war doch ein Steamtitel. Es gibt kaum etwas was mehr für DRM steht.
So lange es also den Publishern nicht einfällt, dass Kunden DRM freie Titel durchaus kaufen würden wenn sie dafür auch mehr bekommen als bei einer Kopie und nicht in dem Gefühl gelassen werden abgezockt zu werden, dann könnten zumindestens einige zurückwechseln.

Nur als Beispiel (da grade die Werbung auf der Seite prangt), wo ist der Unterschied ob ich mir die Deus Ex Sammleredition jetzt mit 2,5mb/s von Rapidshare sauge oder mit deutlich weniger von Steam. Die digitalen Extras bekomme ich bei beiden. Aber nur eine der beiden Versionen habe ich danach für so lange ich will auf meiner Platte und ich kann damit tun was ich will wann immer ich will.
Und nur bei einer Version muss ich eine Spyware auf meinem Rechner installieren und entwerte den Kauf umgehend komplett, da ich mich ewig an eine Plattform binden muss.

Novachen 19 Megatalent - 13079 - 3. September 2011 - 12:49 #

Ja, Steam ist auch ein DRM! Aber diese Art von DRM zielt ja nicht einmal auf die Kopierer, denn es gibt ja bereits mehr als genug veränderte Steam Clients die nicht unterscheiden können ob man ein installiertes Spiel überhaupt besitzt oder nicht. Beim normalen Steam Client werden ja die Spieldateien nach Ihrer Berechtigung mit dem Server abgefragt und ggf. gesperrt. Steam zielt wie auch andere Kopierschutzsysteme nur darauf ab den Gebrauchtmarkt zu verhindern. Für Valve wäre es ein leichtes in Steam eine Funktion einzubauen die es ermöglicht Spiele vollständig auf einen anderen Account zu übertragen. Aber diese Funktion gibt es bis heute nicht und wird es wohl auch nicht geben und das liegt sicherlich nicht an der technischen Unmöglichkeit.

Es gibt da keine Ausnahmen, Publisher sind raffgierig und wollen wirklich das auch der letzte Cent von einem Spiel in Ihre Kasse geht. Das selbe versucht auch die Musik- und Filmindustrie, nur ist da deren Operationsbereich eben eher eingeschränkt was Datenträger angeht. Auf einem CD- oder DVD-Player kann ich eben keine Accountbindung einrichten. Bei der BluRay sieht das allerdings mittlerweile wieder anders aus und sollte mich nicht wundern, wenn es bald sowas auch für Filme gibt. Trotzdem muss man sagen, ab dem Punkt wo der richtige Käufer mehr Aufwand betreiben muss um das Spiel zum laufen zu bekommen als der Raubkopierer ist der Kopierschutz in meinen Augen fehlgeschlagen und untragbar. Raubkopierer öffnen nach der Installation ein Verzeichnis und kopieren Dateien und Ordner ins Spielverzeichnis. Der ehrliche Käufer muss sich erst bei verschiedenen Diensten anmelden und eventuell sogar mehrmals seine Seriennummer eintippen und muss das Spiel dann auch noch Online aktivieren lassen um es dann endlich spielen zu können. Bis der ehrliche Käufer überhaupt das Spiel starten kann hat der Raubkopierer das Spiel fast beendet.

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 13:14 #

Steam ziehlt auch auf Kopierer.
Vor dem Releaszeitpunkt gibt es zumeist keine lauffähige Version.
Die Accountbindung richtet sich hingegen gegen alle ;).

Vor allem ist es aber egal gegen wen sich das DRM richtet, in der heutigen Auslegung ist DRM per se schlecht für die Kunden. Schließlich handelt es sich heute um eine komplett einseitige Rechtekontrolle.

Eine böse Frage muss ich aber dennoch stellen, wie viele Steamgames hast du? ;)

Novachen 19 Megatalent - 13079 - 3. September 2011 - 13:28 #

Habe an die 400 Steam Games, allerdings alle aus Angeboten die deutlich billiger waren als die Retail und darüber hinaus habe ich mittlerweile ausnahmslos alle Spiele die es davon auch als Datenträger Version gibt auch als Retail-Fassung :-). Also habe ich pure-Steam Games nur noch die, die es sowieso nirgends anders gibt :D. Also nur noch 30 oder 40 Stück. Die anderen 360 habe ich also auch als weiterverkaufbarer Datenträger :D.

Naja Spiele als illegale Version vor Release ist ehrlich gesagt auch nicht wirklich alltäglich. Da gibt es zwischen Steam und Retail keinen Unterschied, die Daten landen so oder so direkt nach Release auf irgendeinem Webserver. Und mit einem entsprechenden Steam Client spart man sich ja sogar die Cracks, denn einfach in den Steam Ordner rein damit, das veränderte Steam starten und los geht das Spiel ohne einen Cent bezahlt zu haben... und Updaten tut es sich das ganze auch noch.

Larnak 21 Motivator - P - 26073 - 3. September 2011 - 19:04 #

Sind es jetzt 360 Spiele, die Steam als Kopierschutz voraussetzen oder hast du dir 360 Spiele doppelt gekauft? :O
(Wobei ich gerade zugeben muss, dass ich nicht sagen kann, was von beiden mich mehr schockieren würde :P )

Wie meinst du das mit dem Updaten? Die gecrackten Steam-Clients werden doch nicht über die Steam-Server Patches beziehen können, oder?

Novachen 19 Megatalent - 13079 - 3. September 2011 - 21:13 #

So gesehen habe ich die 360 Spiele doppelt gekauft ja. Einmal eben als billige Digital Version und dann noch einmal als vernünftige Retail Variante.

Und doch, meines Wissens beziehen die gecrackten Steam Clients Ihre Updates vom Steam-Server. Auch wenn das wohl nicht für alle gilt, aber die meisten haben bei Updates wohl keinen zusätzlichen Authenzitätscheck.

Mork der Ork (unregistriert) 3. September 2011 - 23:06 #

Wenn es wirklich nur auf die Kopierer zielt, warum gibt es dann kein Möglichkeit Spiele über Steam weiterzuverkaufen, verleihen oder einfach zu verschenken?!?!

Larnak 21 Motivator - P - 26073 - 3. September 2011 - 23:16 #

Von "nur" hat er ja nicht gesprochen :)

MrFawlty 17 Shapeshifter - P - 7154 - 3. September 2011 - 20:37 #

>>Es gibt da keine Ausnahmen, Publisher sind raffgierig und wollen wirklich das auch der letzte Cent von einem Spiel in Ihre Kasse geht.<<

Ich finde es jetzt nicht so verwerflich, dass Gewinn orientierte Unternehmen Geld mit ihren Produkten verdienen wollen. Zumal die Herstellungskosten von Spielen teilweise im 1-2 stelligen Millionen € Bereich liegen.
Und wenn dann nur 50.000 Leute das Spiel kaufen und der Rest kauft es gebraucht oder spielt eine Raubkopie, bleibt da nach Abzug von Steuern, Händlermargen, etc nicht viel. Oder es gibt 2-3 Flops in Folge und der Publisher ist pleite.

Ich habe auch nichts gegen DRM Maßnahmen, solange ehrliche Kunden davon fast nichts mitbekommen und die Benutzung des Spiels nicht eingeschränkt wird, wie z.B. bei AlwaysOn für ein Singleplayer Spiel.

Leider ist es immer häufiger der Fall, dass man davon permanent genervt wird. Vor allem wenn mehrere Gängelungen kombiniert werden.
Ich habe mir z.B. bei den Steam Summersales GTA IV geholt, welches momentan das Fass zum überlaufen bringt:

bei jedem Start muss man sich:
1. Online bei Steam einloggen.
2. Online bei Rockstar Social Club einloggen.
-> zwei Seiten legal notices werden angezeigt, lassen sich nicht weg klicken
-> Spielauswahlmenü (GTA IV & Episodes from Liberty City)
3. Bei Games for Windows live! einloggen.
4. Endlich kann man das eigentliche Spiel starten.

Novachen 19 Megatalent - 13079 - 3. September 2011 - 21:15 #

Natürlich ist das nicht verwerflich, ich bin ja selber Entwicklerin in dieser Branche und irgendwer muss mich ja auch finanzieren, so ist es das nicht. Aber als Kunde muss ich aber auch sagen, wenn ich ein Produkt kaufe bin ich ja absofort auch derNutzer von diesem Produkt und kann damit eigentlich alles machen was ich will solange es nicht gegen geltendes Recht verstößt. Mit einer Accountbindung kann man das hingegen nicht... ich kann mein gekauftes und benutztes Spiel weder verschenken noch irgendwie verkaufen wenn ich es nicht mehr brauche. Es geht ja nicht einmal mehr der klassische Fall von "Ich habs angespielt und es hat mir leider nicht gefallen". Diese angebliche Gefahr vom Gebrauchtmarkt wird immer nur hochgepusht, hochgepusht und nochmals hochgepusht und die Publisher reden über Gewinneinbrüchen durch den Gebrauchtmarkt... es geht nicht um Verluste sondern nur weil sie statt 200 Millionen eben nur 180 Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Die Musik- und Filmindustrie schlägt schon seit Jahrzehnten in die selbe Kerbe und man hört seit Jahrzehnten von denen das selbe Gefasel und beide Industrien leben immer noch und stehen sogar besser da als jemals zuvor. Daher finde ich solche DRM Methoden ehrlich gesagt absolut unsinnig, denn es geht hier nicht darum Verluste in Gewinne zu verwandeln sondern um Gewinne in noch mehr Gewinne zu verwandeln und das ganze zu einem für viele, vielleicht zurecht, zu hohen Preis.

Tassadar 17 Shapeshifter - 7807 - 3. September 2011 - 13:00 #

Der Mann hat natürlich vollkommen Recht, ist aber auch nicht der erste Spielentwickler, der die Situation richtig einschätzt. Trotzdem sehr sympathisch. Stimmen gegen den völlig ausgeuferten DRM-Wahn (Always-On) aus dem Lager der Macher sind immer gerne gehört.

Labrador Nelson 28 Endgamer - - 103112 - 3. September 2011 - 17:40 #

Ja! Ja! und nochmals Ja!

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11211 - 3. September 2011 - 18:36 #

Was nützt es uns, wenn ein Entwickler das so sieht. Solange diese Ansicht nicht bei den Entscheidungsträgern der großen Publisher eingekehrt ist, bleibt alles so wie es ist.

Azzi (unregistriert) 3. September 2011 - 19:50 #

Der Mann hat Recht leider wird es dauern bis die Publisher wieder von diesem Kunden-Bestrafungs-Kopierschutz-Trip runter kommen.

Ich meine in der Musikindustrie hat sich der harte Kopierschutz auch nicht durchgesetzt und trotzdem brechen aktuelle Alben gerade Itunes Verkaufsrekorde und das ohne DRM.

Ich denke wenn die Künster/Hersteller kundennäher werden, vielleicht in die Packung auch noch ein paar nette Extras mit reinpacken und Spiele mal zu humanen Preisen handeln (30€) dann werden Verkäufe auch wieder hochgehen.

Ich meine ich sehe das auch an mir, früher hab ich mir oft Zeug runtergeladen, mittlerweile schon Ewigkeiten nicht mehr, da man Spiele in UK wirklich zu bezahlbaren Preisen bekommt und Musikalben hier auch oft günstig zu bekommen sind (Itunes, Amazon Aktionen etc.)

Avrii (unregistriert) 3. September 2011 - 20:04 #

Wenn ihr seiner Meinung seid dann kauft doch alle mal ne Runde Just Cause 2! Darüber freut er sich mehr.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 3. September 2011 - 20:44 #

Aber ich hab doch schon beide :)

Narsuke 08 Versteher - 210 - 3. September 2011 - 20:25 #

Also ich muss diesem mann 1000% zustimmen, er spricht mir aus der Seele.
Ich habe selber lange Zeit alle möglichen Torrents geladen und hab somit keinen Cent für eins dieser Spiele bezahlt, was ich in den Meisten Fällen auch absolut angemessen fand, da mir die ganze Entwicklung dieser Branche sauer aufstößt und ich niemandem dieser geldgierigen Menschen auch nur 1 Cent schenken will.
Ab und zu war auch mal ein Spiel dabei, das anders war, trotzdem habe ich die Entwickler nicht unterstütz, doch nach The Witcher 2 hat sich mein Bild geändert, da ich gemerkt habe das eben jenes "CD Project RED-Team" es mit seiner Philosophie absolut verdient hat, das ich sie unterstütze und nun werde ich mir ihr Spiel nachkaufen und von nun an jeden "guten" Entwickler oder Publisher so gut es geht, unter die Arme greifen ;)
Angefangen habe ich schonmal mit Minecraft, da "Mojang" mir jede Woche aufs Neue zeigt, das sie noch Spass an ihrem Job haben :)
Also: Wird einem Käufer Vertrauen, Respekt und eine gewisse Ehrlichkeit entgegengebracht, so wird er sich auf kurz oder lang dazu entschließen sein Geld doch auszugeben ;) Und das gilt für JEDEN, man muss ihn nur berühren und Ansprechen....

Message ENDE ;)

Hinkelbob 13 Koop-Gamer - 1234 - 3. September 2011 - 21:52 #

mich nervt das ganze drm gedöns auch, aber selbst wenn ich mich darauf wie z.B. bei Battlefield 3 darauf einlassen würde, dann kommen die mir mit dem ganzen daten Käse, und denke ich mir nur "ey f***t euch Leute dann zocke ich eben etwas anderes"

Anonymous (unregistriert) 3. September 2011 - 22:07 #

Guckt mal an, wie interessant.

Jetzt muss ein Spiel doch so programmiert werden, dass
es das DRM auch unterstützt!

War nicht heute vom Team von Anno 2070 zu lesen, wenn
der Ubi-Launcher kommt, dann ganz unabhängig vom Spiel?

Tja, wie nun?

Larnak 21 Motivator - P - 26073 - 3. September 2011 - 23:17 #

Könnte vielleicht vom verwendeten System abhängen? Viel Fantasie hast du ja nicht :D

Strant (unregistriert) 4. September 2011 - 9:32 #

Digital restriction management ist nicht die Loesung

Anonymous (unregistriert) 4. September 2011 - 10:02 #

*signed. die Probleme, die mir DRM-Maßnahmen schon gemacht haben, sind einfach nicht mehr lustig. Das reicht von harmlosen Dingen wie, dass der Aktivierungscode nicht dabei war (Druckfehler auf dem Beiheft) bis zu, dass ich das Spiel cracken musste, weil der Kopierschutz den Start meiner legalen Version verweigerte.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 4. September 2011 - 14:48 #

Das erinnert mich an meine Call of Duty 4 - Version, bei der der Code vom Spiel nicht akzeptiert war. Das war ein Theater -.-

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4428 - 5. September 2011 - 8:33 #

Bei aller Theorie muss man hier aber kurz zusammen fassen: Selbst bei Apps für Mobiltefefone mit nur 99 Cent wird munter kopiert, weil es einfach geht. Man kann also das Kopieren nur durch einen funktionierenden Kopierschutzmechanismus verhindern oder sich für eine rigide Plattform entscheiden (Konsolen, Steam, Browser, OnLive).

Dazu kommt der Fakt, dass die schreienden Hardcore-Nerds wie wir in diesem Forum zwar nervend, aber eine Minderheit sind. Ubisoft erwähnte ja, dass deren Mechanismen erfolgreich waren. Also bedeutet dass, wenn hier ein paar Tausend Nerds aus Protest verzichten, generiert es aber vielleicht ein paar Zig oder Hunderttausend Verkäufe dadurch, dass einige, die es unbedingt spielen müssen, aber nicht kopieren konnten, gezwungen werden, jetzt Geld dafür auszugeben. Ich habe gelesen, dass solche "neue" Kunden z.B. in hohen Zahlen aus Russland generiert werden.

Selbst wenn das System in ein paar Wochen geknackt wurde, wurden genug Umsätze in dieser Zeit generiert, dass die Zahlen positiv sind.

Ergo: Wir können im Dreieck springen, der finanzielle Erfolg spricht für sich und nur kleine Entwickler, die z.B. diese östlichen Märkte gar nicht abdecken wollen oder auch mit den wenigen nicht kopierenden Kunden leben können, werden laut gegen DRM schimpfen, um diese anderen Kunden für sich zu gewinnen, was ja laut den Hinweisen hier super funktioniert. Wirtschaftlich gesehen füllen sie eine Lücke, die zwar kleinere Gewinnmargen hat, aber für einen Indie z.B. ausreicht.

Unser Hating und Bashing wird also tendenziell nichts ändern, außer eben diesem Nischenmarkt etwas Futter zu geben.

Nokrahs 16 Übertalent - 5810 - 5. September 2011 - 10:28 #

DRM stört mich nur, wenn dadurch das System bzw. das Spiel ausgebremst wird. Viele Games könnten besser funktionieren ohne den Security Aufsatz.

Ein Kopierschutz sollte generell nach etwa 4-6 Monaten aus den Spielen per Patch entfernt werden.

Bei einem 5 Jahre alten Spiel noch die DVD einlegen zu müssen um es zu spielen ist einfach albern.

guapo 18 Doppel-Voter - 10798 - 5. September 2011 - 14:29 #

> Ein Kopierschutz sollte generell nach etwa 4-6 Monaten aus den Spielen per > Patch entfernt werden.

+1

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3322 - 5. September 2011 - 14:35 #

Wenn DRM nach einem halben Jahr entfernt würde, so dass ich ein Spiel nicht nur offline spielen, sondern es auch offline _installieren_ kann, könnte ich mit Steam & Co leben.

Anonymous (unregistriert) 20. September 2011 - 17:06 #

Ich habe volles Verständnis, daß ein Unternehmen durch seine Produkte verdienen will u. auch muß.

Ich hab kein Verständnis, daß ehrliche Kunden ein schlechteres, weil nervigeres Produkt bekommen, als jene die es illegal saugen.

Nehmt doch bitte wenigstens bei Budget Titeln DRM raus. Ich kaufe prinzipiell nur mehr Spiele um 2,5 - 7 Euro. Gibts viele Gute. Nur leider muss ich immer öfter Spiele liegen lassen, weil ich DRM aus Prinzip boykottiere. NIEMAND kopiert ein Spiel, wenn es so günstig ist. Niemand. Wozu dann die DRM Nerverei bei den super günstigen Budget Titeln ?

Übrigens auch Zwangsregistrieung, Aktivierung etc. wird boykottiert. Ihr verdient WENIGER druch DRM (zumindest bei Budget Titeln) - nicht mehr. WANN KAPIERT IHR DAS ENDLICH ????

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