Spiele-Entwicklerin: Branche vernachlässigt Spielerinnen

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22. August 2011 - 18:03 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Das Bild zeigt einen Screenshot aus Battlefield 3.

Brenda Bailey Gershkovitch, CEO des kalifornischen Entwicklerstudios Silicon Sisters Interactive, ist im Interview mit GamesIndustry.biz der Ansicht, dass die Spielebranche noch immer nicht weiß, wie sie die Bedürfnisse ihre weiblichen Kunden zufriedenstellt. Im vergangenen Jahr gründete Gershkovitch das erwähnte Unternehmen zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Kirsten Forbes, um die Kluft zu schließen, die zwischen der rasant wachsenden Anzahl weiblicher User, die mittels Smartphone oder in sozialen Netzwerken spielen, und dem Mangel jener Titel, die den Geschmack der Spielerinnen aufzeigen.

Die Geschäftsführerin beschreibt den Großteil der aktuell erhältlichen Spiele als Titel, die nur eine Art weibliche Hülle erhalten haben, aber nach wie vor für die männliche Kundschaft gedacht sind:

Ich denke, es gibt verschiedene Ebenen, die du anbieten kannst. Was wir derzeit in Spielen sehen, ist eine ziemlich oberflächliche Darbietung und hat wenig mit dem zu tun, was sich Frauen hinsichtlich Spiel-Mechaniken und -Zusammenhängen vorstellen. Was wir bekommen, ist eine weibliche Hülle, die über ein Spiel gestülpt wird, das in Wirklichkeit für Männer entwickelt wurde. Aber solange das einigermaßen funktioniert, wird sich – meiner Einschätzung nach – nichts daran ändern, eine wirkliche Spieler-Community aufzubauen und zu dem erstrebenswerten Ziel beizutragen, herauszufinden, was Frauen mit dem Spielen verbinden.

Gershkovitch fährt fort, indem sie die ihrer Meinung nach wichtigsten Spiele-Themen für Männer aufzählt und die Frage in den Raum wirft, welche gleichwertigen Entsprechungen es für Frauen gibt:

Es hat 30 Jahre gedauert, um die drei Dinge zu perfektionieren, die Männer anscheinend lieben. Das wären die Bereiche Schießerei, Fahren und Sport – entsprechende Titel sind momentan absolute Kick-Ass-Spiele. Man muss sich wirklich zurücklehnen und fragen: ‚Was ist das Äquivalent für die Mädchen?‘. Und bitte Gott, lass es nicht 30 Jahre dauern, um auf ein ähnliches Qualitätslevel zu gelangen.

Nach Aussage von Forbes, sollte die Herausforderung, neue Formen des Gameplays für die weibliche Kundschaft zu erzeugen – die der von Männern dominierten Spiele-Branche gegenübersteht – nicht unterschätzt werden:

Wenn man an den emotionalen Thrill denkt, den Schießen verursacht, und was es Männern gibt, ist die Suche nach einem entsprechenden Äquivalent für Frauen nicht offensichtlich. Ich glaube, es wird subtiler sein.
Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8036 - 22. August 2011 - 18:09 #

Und nu.. Quote? Spielequote?

Wenn ich mir die ganzen Social-Games & Co anschaue, denke ich nicht das an SpielerInnen nicht gedacht wird. Das die Zahl von EntwicklerINNEN klein bzw. winzig ist, könnte ich mir durchaus vorstellen - aber das der Markt absichtlich auf 50% von Spielern verzichtet, kann ich mir nicht vorstellen.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 22. August 2011 - 18:11 #

Eine Spieleentwicklerin ohne Ahnung? Erschafft die mit sowas nicht eher die Kluft, welche sie schließen will? Weil im Endeffekt meint sie ja, dass ballern und co. nichts für weibliche Spieler ist. Und das obwohl angeblich 2/3 aller Onlinespieler Frauen sind.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 22. August 2011 - 18:22 #

Nun irgendwie frage ich mich, wieso sie das wundert? 90% aller Spieleentwickler sind männlich und das Männer gar nicht alles über den Geschmack von Frauen wissen können ist doch ganz normal. Gibt doch kaum wirkliche Frauenversteher beim männlichen Geschlecht. Entsprechend dem Anteil an Entwicklern ist auch entsprechend die Zielgruppe verteilt. Das ist doch absolut nicht verwunderlich.

Würde es mehr Entwicklerinnen geben, gäbe es auch mehr Spiele die auch dem Geschmack der Frau entsprechen, einfache Rechnung. Wir paar Frauen können da so die Welt auch noch nicht verändern ;)

-Stephan- 12 Trollwächter - 982 - 22. August 2011 - 18:23 #

Hm, hat die gute Frau denn überhaupt eine genaue Ahnung, WAS genau Frauen denn spielen wollen? Wenn ja, warum bringt sie dann nicht einfach entsprechende Spiele auf den Markt, entsprechende Käuferschicht müsste dort doch vorhanden sein?

Meiner Meinung hat sich der Markt in den letzten Jahren schon ordentlich den weiblichen Spielebedürfnissen angepasst. Oder kennt jemand Wimmelbild Spiele aus den 90ern? Zudem sind Spiele wie Die Sims oder Puzzle/Jewel, etc. Quest oder die ganzen PopCap Games durchaus bei weiblichen Zockerinnen beliebt wie ich denke; weitere Beispiele wären micht Sicherheit die Singstar-Reihe oder viele Partyspiele auf der Wii.

Zudem, wer sagt eigentlich das die weibliche Zockerzunft nicht auch Gefallen an Shootern oder Sportspielen haben kann?

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73395 - 22. August 2011 - 18:26 #

Weniger Schubladendenken wäre schön (Jungs nur "Hardcore"-Gedöns und Mädels nur "Casual"-Gedöns). Mal abgesehen davon, wünsche ich mir z.B. immer noch, mal eine weibliche Soldatin in BF oder CoD/MW und Konsorten zu sehen oder mal eine Hauptprotagonistin in einem GTA-Spiel o.ä. :). Da scheinen die Entwickler entweder a) immer noch davor zurück zu schrecken oder b) zu denken, das funktioniert nur mit männlichen Charakteren oder c) lohnt sich nicht, da der Anteil weiblicher Spieler angeblich zu gering ist. Oder ganz allgemein vermehrt bei Spielen die Wahl, ob man einen männlichen oder weiblichen Charakter spielen will.

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9408 - 22. August 2011 - 18:34 #

Naja da wo keine Auswahl stattfindet, wie bei GTA, ist es halt ein Mann weil mehr Männer spielen und die sich ja in die Rolle hineinversetzen können sollen.

Aber die Frau hat schon nen Schaden. Weis ja nicht mal selbst was Frauen denn so besonderes spielen wollen. Spiele sind Spiele und Männer spielen halt eher, weil die in ihrer Unterhaltung weniger ne Zeitverschwendung sehen als viele Frauen. Mädels mit der richtigen Einstellung spielen auch "Männerspiele". Hergott das überhaupt trennen zu wollen.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73395 - 22. August 2011 - 18:59 #

Naja, wir Frauen müssen uns auch zu 90 Prozent ins andere Geschlecht "hineinversetzen", da dürfte es doch für Männer auch nicht so ein Problem sein bzw. ich dachte immer, denen gefällt es, zumindest bei 3D-Person-Spielen, auf nen weiblichen Popo glotzen zu können :D. Ich mein, bei einer Lara Croft ging's ja auch, oder? ^^

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8036 - 22. August 2011 - 21:19 #

Also ich versetze mich lieber in männliche Genretypen. Das man keinen Zauberer in Diablo 2 spielen konnte, hat mich schon genervt. So bin ich dann halt als Nekromant rumgerannt.

Ich kann auch mit einer weibliche Protagonistin arbeiten, aber dieses "in der Story drin sein" ist dann bei weitem nicht so ausgeprägt.

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 23. August 2011 - 0:55 #

In Spielen, in denen die Atmosphäre zum größten Teil im Kopf entsteht, will ich einen männlichen Charakter spielen. In eher filmisch inszenierten Spielen (NOLF!) darfs auch gerne ein weiblicher Charakter sein.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73395 - 23. August 2011 - 1:01 #

Ist ja legitim, uns Frauen geht es auch so. Nur haben wir längst nicht die Möglichkeiten/Auswahl zur Verfügung, wie ihr sie habt und daran denkt nunmal keiner ;).

Anonymous (unregistriert) 22. August 2011 - 18:35 #

Da kann ich nur zustimmen. Und ich bin ein Kerl. ;)
Ich bin allerdings der Meinung, dass in der heutigen Industrie eher weniger die Frauen sonder allgemein mögliche Zielgruppen vernachlässigt werden. In anderen Medien gibt es schließlich auch Erscheinungen die sowohl Männern als auch Frauen gefallen. Aber ebend bei weitem nicht allen aus allen Geschlechtern.
Genau das ist heute der Fall. Ich kenne Frauen die Spielen gerne Actionspiele, die ganze Call of Duty Schiene an der sich nahezu alle heutigen Shooter orientieren finden sie aber (wie auch ich) eher abstoßend. Sowohl in SP als auch in MP.

@Novachen
Das 90% der Spieler männlich sind stimmt so sicherlich nicht mehr. Aus gutem Grund geben die meisten Frauen allerdings ihr Geschlecht nicht an. Ich würde mal denken, dass du auch schon in entsprechenden Situationen warst.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 22. August 2011 - 19:08 #

Da hast du nicht richtig gelesen. Ich habe mit keinem Wort von 90% der Spieler sind männlich gesprochen. Nur von 90% der Entwickler sind männlich was sehr wohl hinkommt. SpielENTWICKLUNG ist einfach noch eine Männerdomäne. Da gibt es noch nichts dran zu rütteln.

Lorion 17 Shapeshifter - 7535 - 22. August 2011 - 18:36 #

Ich verlasse mich jetzt mal auf die deutsche Übersetzung hier, da ich keinen Bock hab mich auf der Ursprungsseite der News zu registrieren, nur um selbige lesen zu können.

Aber irre ich mich oder prangert sie an das (männliche) Entwickler sich zu wenig darum kümmern was Frauen eigentlich spielen wollen, sie als weibliche Entwicklerin aber selbst überhaupt gar keinen Plan hat was Frauen denn eigentlich spielen wollen?

Haut doch irgendwas nicht hin...

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 22. August 2011 - 18:37 #

Vielleicht gibt es den Markt den sie da beschreibt überhaupt nicht. Meiner Meinung nach interessiert sich der Großteil der Frauen einfach nicht für Videospiele. Denke nicht, dass die Wii-Casual-Frauen auf einmal anfangen, sich für Core-Sachen zu interessieren. Was stellt die Frau sich vor? Ein GTA ohne ballern, dafür mit IKEA, Boutiquen und Styling-Missionen?

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 22. August 2011 - 19:24 #

Ich möchte gute Spiele für mein Geld und das ist leider schon oft zuviel verlangt. Die soll also mal den Ball flachhalten :>

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 22. August 2011 - 19:43 #

Silicon Sisters? Bei so einem Firmennamen, wird man da ernst genommen? :D

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 22. August 2011 - 19:45 #

Sex sells? O:-)

Deadpool 12 Trollwächter - P - 1150 - 22. August 2011 - 22:35 #

Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber ich möchte trotzdem anmerken: Silicon != Silicone ;)

Anonymous (unregistriert) 22. August 2011 - 20:01 #

Warum werden eigentlich die ganze Zeit meine Kommentare gelöscht? Darf man hier nicht seine Meinung sagen, nur weil sie vielleicht unpopulär ist oder was?

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73395 - 22. August 2011 - 20:04 #

Du kannst deine Meinung schon sagen, solange sie sachlich-konstruktiv ist. Aber deine dummen Chauvisprüche, die aber auch rein gar nichts zum Thema beitragen, kannst du dir jedoch sparen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9242 - 23. August 2011 - 0:17 #

Die Gamescom zeigt doch schon, dass immer mehr Frauen dabei sind.
Abgesehen davon, bin ich auch nicht mehr damit zufrieden, was ich als männlicher Spieler geboten bekomme. Auch Männer können denken...

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 23. August 2011 - 0:38 #

Es wäre spannender gewesen, wenn die Dame selbst irgendwelche Ansätze gehabt hätte.

Loki 11 Forenversteher - 597 - 23. August 2011 - 8:17 #

Hm...nur mal so angemerkt...die meisten Frauenmagazine werden auch von männlichen Autoren gefüllt...und die verkaufen sich wie geschnitten Brot. Ich denke Frauen werden als Zielgrupe bei Spielen nur in ganz bestimmten Genres wahrgenommen. Also so Sachen wie Die Sims, oder der ganze Zynga, Popgames, etc. Krams. Ich denke auch, dass es mittlerweile auch in anderen Genres einen gewissen Frauenanteil gibt, aber keinen, der die Entwicklungsrichtung beeinflussen würde.
Ist aber prinzipiell so. Es gibt sicherlich auch einige Zocker, die die Nase voll haben von Schlauchlevels, Skriptsequenzen und QuickTimeEvents. Dennoch wird es am laufenden Band so gebaut, weil die Mehrheit scheinbar nur anschalten und Erfolg haben möchte...

Ist denkich also mehr eine Frage des Wollens, denn des Könnens...

Anonymous (unregistriert) 23. August 2011 - 9:40 #

Die Mehrheit der Frauen spielt doch alle das gleiche
Spiel: Skype.

Männer spielen gerne am Computer, weil sie dann nicht
mit anderen Männchen um den Alpha-Status ringen müssen,
oder beim simulierten Kampf keinen Schaden nehmen (MP).
Frauen wollen aber kommunizieren und das geht halt
nicht mit FemBots, da braucht es echte Mitspielerinnen
(im Koop-Modus).

Klischee oder Lebenserfahrung? Ich weiß nicht ...
(Aber ihr wollt echt nicht wissen, nach welchen
Kriterien meine Schwester ihre Autos kauft!).

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