Obsidian: Klassische RPG-Regeln fördern "degeneriertes Spielverhalten"

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22. August 2011 - 20:17 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Zufallsergebnisse in RPG-Systemen provozierten "degeneriertes Spielverhalten", so J.E. Sawyer, Project Director von Obsidian Entertainment, auf der kürzlich zu Ende gegangenen Game Developers Conference (GDC) in Köln. Nach Vergangenheit und Zukunft des Rollenspiel-Genres gefragt, ging Sawyer auf die seiner Meinung nach offenkundige Ignoranz dieser Spielegattung gegenüber etablierten Mechaniken anderer Genres ein.

Wir wiederholten die immer gleichen Fehler, so der Rollenspiel-Experte, weil sie Teil dessen seien, was ein RPG ausmache. Ausgewürfelte Zufallsergebnisse würden "degenerierte Taktiken und Spielverhalten" provozieren, da der Spieler genötigt sei, um ein "dummes Design" herum zu spielen, um gewünschte Resultate zu erzielen. Als Beispiel führt er die viel zu häufig genutzte Ladefunktion gewisser Titel an, da Spieler mit Zufallsergebnissen in wichtigen und spielrelevanten Situationen unzufrieden seien und Entscheidungen zu ihren Ungunsten weniger akzeptieren würden.

Des Weiteren hätten Waffen, Rüstungen oder sonstige Ausrüstungsgegenstände nur marginale statistische Unterschiede in ihren Werten, was sie damit im Grunde völlig uninteressant mache. Ebenso würden geringfügige Status-Boni nicht besonders viel zum Spielerlebnis beitragen. Auch würden aufgrund der Rückwärtsgewandheit dieser Spielegattung auf seine Wurzeln, dem Pen & Paper Bereich, in modernen Titeln immer noch Feedback-Funktionen fehlen, die bestimmte Effekte sichtbar, hörbar oder irgendwie als direkte Veränderung spürbar machen würden. Sawyer sprach sich noch im Hinblick auf das neueste Projekt seines Studios, Dungeon Siege 3, für eine verbesserte KI in RPGs aus. 

Das Action-Rollenspiel von Obsidian ist bei uns am 17. Juni 2011 für PC, Xbox 360 und PS3 erschienen.

Dr. Dorian 07 Dual-Talent - 131 - 22. August 2011 - 20:36 #

Naja, Obsidian hat schon manche Spieleserie gegen die Wand gefahren oder zumindest verschlimmbessert (Knights Of The Old Republic 2, Fallout New Vegas). Warum versucht Obsidian nicht diese "fehler" des RPG Genres zu verbessern anstatt diese zu verschlimmern? :D

SearinoX 10 Kommunikator - 412 - 22. August 2011 - 20:44 #

Da ist schon was dran, aber ich denke bei den beiden genannten Spielen hatte Obsidian nicht allzu viele Freiheiten was das Spieldesign angeht.
Im übrigen fand ich KotOR2 sehr gut... man merkt dem Spiel nur leider an, dass es noch ein paar Monate zusätzliche Entwicklungszeit vertragen hätte.

volcatius (unregistriert) 22. August 2011 - 22:17 #

Dito.

Was Charaktere, Story und Atmosphäre anging, vor Kotor 2 seinem Vorgänger mindestens ebenbürtig. Nur fiel leider alles im letzten Drittel des Spiels in sich zusammen.

New Vegas war, was den Rollenspielaspekt anging, sogar deutlich besser als Fallout 3.

Neverwinter Nights 2 mit Mask of the Betrayer (Storm of Zehir war ziemlicher Murks) gefiel mir persönlich auch gut (endlich wieder eine Party).

Lorion 17 Shapeshifter - 7618 - 22. August 2011 - 22:40 #

Dem kann ich mich im Endeffekt nur anschließen.

speedy110 11 Forenversteher - 603 - 22. August 2011 - 21:11 #

Och nööö, Fallout New Vegas war eins meiner Lieblings Games im letzten Jahr. Eine völlig verkannte Software Perle.

Koveras 13 Koop-Gamer - 1507 - 22. August 2011 - 21:22 #

Ich fand New Vegas sogar besser als Fallout 3, allein schon weil man wieder mehr den Anschluss an die alten Fallout Teile gesucht hat (es gab sogar wieder dieses Heilpulver aus Fallout 2). Dazu hatte ja Obsidian noch so Sachen wie den Hardcore Modus eingebaut. Das war alles schon recht cool.

Spike_BxG 10 Kommunikator - 549 - 22. August 2011 - 21:40 #

Sehe ich genauso.

Easy_Frag 14 Komm-Experte - P - 2319 - 23. August 2011 - 7:04 #

jop einige dlcs sind sogar richtig gut...allein der Hardcore Modus macht das Spiel sehr spielenswert

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 22. August 2011 - 21:49 #

Ich weiß nicht, welche Spiele Sawyer vor Augen hat. Einige alte Serien wie z.B. Wizardry oder Might&Magic mögen durch den unausgegorenen Schwierigkeitsgrad tatsächlich seltsames Verhalten gefördert haben, allerdings trifft das auf Produktionen seit dem Ende der Neunziger eigentlich kaum noch zu.

Anonymous (unregistriert) 22. August 2011 - 23:08 #

Ich erinnere an die dämlichen ausgewürfelten Grundattribute _aller_ Infinity-Spiele, die letztlich dazu führten, dass man so oft auf 'Neu würfeln' klickte, bis man auf mehr als 90 Punkte kam. Oder nach der Chargenerierung den GateKeeper / DaleKeeper angeworfen. Der berühmt-berüchtigte 'Kritische Fehlschlag' bei einer im Hintergrund gewürfelten 1. Besonders beliebt bei Skillchecks in Dialogen. Ein Bild von einem Mann, vor Charisma triefend, scheitert an einer Würfelzahl. Die Willkür, wann Schleichen erfolgreich ist oder nicht. Auch ein tolles Beispiel: die Ernte-/Häutenfunktion bei den Drakensang-Spielen. Nur ein Beispiel dafür, wie trotz hoher Talentwerte und Attribute Ka**ergebnissen nicht verhindern können. Dank der tollen P&P-Regeln braucht man zig Wundverbände, weil permanent Wunden aufgrund des Würfelergebnisses verursacht werden, in einer Häufigkeit, die man bei keiner P&P-Runde erlebt.

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 23. August 2011 - 0:27 #

In BG1&2 musste ich natürlich auch ein paar mal neuladen, z.B. wenn der Rettungswurf gegen einen Todeszauber bei einem Party-Mitglied misslungen ist. Das hielt sich aber sehr in Grenzen. Ein konsequenterer RPGler hätte da vielleicht auch einfach weitergespielt. Ich hätte nie nach jedem kritischen Treffer oder kleinen Rückschlag ein Save geladen. Auch in der Realität gelingt einem Profi nicht jede Aktion. Ich finde die Umsetzung in den D&D-Spielen wirklich sehr gelungen. Rückschläge gehören auch einfach zu einem fordernden Spiel, es wäre sonst ein fast selbstablaufender Superheldenfilm.

Anonymous (unregistriert) 23. August 2011 - 7:47 #

Ich hab solche Beschwerden noch nie bei Spielen wie Gothic, The Elder Scrolls, Fallout 3 oder Dragon Age gehört, die auf übermäßige Zufallszahlen verzichten. Wenn du in diesen Spielen Schlösser öffnen kannst, dann kannst du sie öffnen. Negative Auswirkungen auf die Spiele und ihre Bewertungen hat das scheinbar nicht gehabt.

Nokrahs 16 Übertalent - 5742 - 22. August 2011 - 22:07 #

Wie kann man nach "Neverwinter Nights 2" und der exzellenten Erweiterung "Mask of the Betrayer" soviel Mist in Folge produzieren?

Okay, also "Alpha Protocol" war klasse und wäre per Patch sicher herausragend geworden. Hier war leider Sega schuld, dass es nicht dazu kam bzw. die schlechten Verkaufszahlen.

Schade wirklich...nachdem Bioware auf den Fast Food Zug aufgesprungen sind und wohl das letzte ordentliche RPG mit "Dragon Age Origins" abgeliefert haben, folgt nun auch der Split "Obsidian" diesem Trend.

Es gibt da draussen so viele Menschen die gerne ein gutes RPG am PC spielen und nicht dieses konsolofizierte casual Gedöns der letzten Jahre.

Leider muss sich heutzutage ein Spiel viel öfter verkaufen und das geht nur wenn man mit den Trends geht. Jeder Software Output braucht neuerdings einen "co-op Multiplayer" viele "Archievements", "Gameplay das auch auf Handy funktioniert" und muss für 2 alte Schrabbelkonsolen sowie den PC geschmiedet werden.

Was für RPG Old School Leute bleibt sind Indie Projekte die meist schon durch die Piraterie im Keim erstickt werden.

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 22. August 2011 - 22:23 #

Was gibts denn an empfehlenswerten Indie-RPGs im Stil der alten Perlen? Ich fürchte dass das Budget von Indie-Spielen heute nicht mal für umfangreiche ISO-RPGs im Stil der Neunziger reichen würde oder täusche ich mich da?

Nokrahs 16 Übertalent - 5742 - 22. August 2011 - 22:48 #

Richtig klassische RPG suche ich selbst oft noch vergebens. Zuletzt habe ich "UFO - Extraterrestrials GOLD" gespielt. Rundenbasiert im Grunde wie das Original Spiel von früher mit besserer Technik und völlig freier Character Gestaltung. Jedes Team-Mitglied ist ein Avatar den man nach seinem Geschmack formen kann und auch sollte.

Klassische high Fantasy Kost gibts nur noch vereinzelt und kommt teils nicht mal über die Alpha. Zuletzt habe ich das "Projekt Zomboid" verfolgt, welches einem open World im klassischen Ultima Look bietet. Thematik dreht sich jedoch um das Überleben unter Zombies mit allem was dazu gehört. Nicht jedermanns Sache. Vielleicht wird es ja mal irgendwann fertig.

Für Tips bin ich immer zu haben. Ein tolles RPG ist auch (nicht lachen) "Die Sims 3" wenn man es richtig angeht und die vielen netten Mods auch mal antestet. Auch hier wieder Thematik nicht Fantasy.

Für Oblivion gibt es einige sehr gute Mods. Beispielsweise "Nehrim" welches praktisch ein komplett neues Spiel ist.

Ebenfalls noch zu empfehlen wäre da "Mount&Blade Warband + Prophecy of Pendor Mod".

Was ich mir vom Weihnachtsmann wünsche ist mal ein richtiges RPG Schwergewicht mit aktueller Technik. Wird wohl ein Wunsch bleiben, denn sowas würde heutzutage wie Blei im Regal liegen und die Kosten nicht rechtfertigen.

Die letzten die es versucht haben (Drakensang Teil 1+2, Radon Labs) coden jetzt Browsermüll für Bigpoint.

Lorion 17 Shapeshifter - 7618 - 23. August 2011 - 0:48 #

Also dieses Project Zomboid ist ja super. Grade die Alphademo gezockt, genau mein Ding, endlich mal nen Zombiesurvivalspiel bei dem der Fokus auch tatsächlich auf dem Survivalaspekt liegt und nicht nur auf sinnbefreitem abgeballer von möglichst vielen Zombies, so wie bspw. bei Left4Dead.

Aktuell scheint die Entwicklung ja leider zu stagnieren, werde ich aber trotzdem mal weiter beobachten.

Dawn 09 Triple-Talent - 263 - 23. August 2011 - 6:36 #

Auf Steam gibt es gerade Avadon,das könnte vielleicht in diese Richtung gehen, habs aber noch nicht ausprobiert.

Dungeons of Dredmore ist nett und witzig, Dungeon Crawler Feeling, bietet aber kaum eine Storyline. Skillsystem ist nett, aber mir fehlt die Story.

Grotesque Tactics hat ein rundenbasiertes Kampfsystem und ist stark storyorientiert. Setzt aber vor allem auf Humor und Parodie der Rollenspielklischees , ist eher ein Spiel für zwischendurch und leicht zugänglich, dafür war es bislang auch das einzige Indie RPG das ich durchgespielt habe.

Eschalon ist sehr oldschool könnte was für dich sein, habs aber auch nie so weit gespielt, um sagen zu können, wie gut es ist.

Anym 16 Übertalent - 4962 - 23. August 2011 - 11:34 #

Wollte auch gerade Eschalon und Avadon vorschlagen. Beide sind auf Steam erhältlich und haben umfangreiche Demos, so dass man sich vor dem Kauf schon ein gutes Bild machen kann und/oder kostenlos für einige Stunden unterhalten wird.

Beide Spiele sind von der Art her aber eher im Stil der frühren 90er (gekachelte Grafik, rundenbasiertes Kampfsystem) als der späten 90er (Infinity-Engine/Baldur's Gate) gehalten.

Die Avadon-Macher von Spiderweb Software machen übrigens schon seit Shareware-Zeiten Indie-Rollenspiele ohne damit Pleite zu gehen und haben entsprechend auch noch eine Reihe andere Titel im Angebot (allerdings nicht bei Steam).

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 23. August 2011 - 15:03 #

Danke für eure Tipps!

crishan 10 Kommunikator - 538 - 23. August 2011 - 0:00 #

"Wie kann man nach "Neverwinter Nights 2" und der exzellenten Erweiterung "Mask of the Betrayer" soviel Mist in Folge produzieren?"

Das bleibt wohl Obsidians sahniges Geheimnis?! :-)

Nein, im Ernst, auch das von mir so geliebte NWN2 inklusive seiner Erweiterungen litt am Zeitdruck, unter dem Obsidian bei der Entwicklung gestanden haben muss. Mittendrin wurde Ferret B. ersetzt durch den oben genannten Sawyer, der dann damit beschäftigt gewesen sein wird, alles schnell in releasefähigen Zustand zu bekommen. Wer sich NWN2 mal im Editor anschaut, wird sich wundern, was da noch an nicht genutzten Quests herumgeistert. Genauso ja auch das Paradebeispiel für Obsidians "wir würden so gern, aber schaffen's letztlich nicht"-Arbeitsweise, Knights of the Old Republic 2...komplette Planeten nicht verwirklicht, ganze Questreihen aussen vor usw. Ich sehe die Schuld dafür nicht nur beim Publisher, der auf Release drängt, sondern auch bei Obsidian, die wohl zum wiederholten Male ihrem Auftraggeber Dinge versprechen, die sie nicht halten können.

Obsidian krankt ja genau daran: Immer für eine Franchise als Auftragsarbeit einen Zweit-/Drittteil machen, unter zu hohem Zeitdruck, und dann nicht fertig werden.

Sawyer sagt ja durch die Blume auch, was ihm stinkt: Nämlich das Anfertigen von tausenddrölfzig Waffen/Rüstungen und sonstwelchen Items, an denen sich nur RPG-Autisten aufgeilen können und die dem Rest der Spieler am Allerwertesten vorbei gehenn. Diese Items usw. kosten wohl Zeit, die anderswo besser investiert gewesen wäre (bei einem Unternehmen, was die Projekt- und Zeitplanung sowieso nicht sonderlich gut beherrscht ;-)

Wenn ich nur daran denke, wie horrend unoptimiert die lizensierte Aurora-Engine in NWN2 lief, zumal mit aktivierten Schatten. Erst jetzt, mit i2600k und HD6870 flutscht das...und das Spiel ist von 2006!

Lexx 15 Kenner - 3489 - 23. August 2011 - 5:26 #

Obsidian macht Spiele, die von den Publishern verlangt werden. Dungeon Siege 3 war das erste Spiel seit längerer Zeit, wo sie mehr oder weniger Freiheiten hatten. Alles andere an Gameplay-Elementen, wie z. B. in Alpha Protocol, New Vegas, etc. wurden von den Publishern vorgeschrieben.

Thomas Barth 21 Motivator - 27682 - 23. August 2011 - 0:00 #

Also ich stehe auf das "degeneriertes Spielverhalten". Ich liebe es ständig neu würfeln zu müssen, weil die Charakter-Attribute nicht passen. Ich liebe es neu laden zu müssen, weil einer meiner Kämpfer gestorben ist und ich mir die Wiederbelebung nicht leisten kann. Ich liebe es meinen Block in die Hand zu nehmen, um Dungeon-Karten zu zeichnen. Ich liebe es mit einem Zauberspruch alle meine Gegner auf einmal zu töten.

Und wenn ich jetzt ein degenerierter Vollidiot bin, über den moderne RPG'ler lästern, dann liebe ich es ein degenerierter Vollidiot zu sein!

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 93397 - 23. August 2011 - 0:01 #

Dem lässt sich nichts hinzufügen ;)

Dawn 09 Triple-Talent - 263 - 23. August 2011 - 6:38 #

Stimmt schon, soviel negatives ist da nicht bei.

DerDani 15 Kenner - P - 3931 - 23. August 2011 - 7:50 #

Ich habe mehr Zeit mit der Generierung meiner Heldengruppe bei DSA 1 verbracht (und hatte Spaß dabei - mehrfach die Anleitung gelesen), als mit vielen neuen Spielen komplett.
Während des Spielens gab's eigentlich fast kein Speichern/Neuladen - einfach, weil es auch kein freies Speichern gab (glaub, das ging nur im Tempel). Ärgerlich war zwar der Stufenaufstieg (wenn das Steigern mal wieder nicht klappte), aber das nimmt man halt hin.
Ob mein Held von alleine daneben haut oder ich ihn dazu bewege, daneben zu hauen (z.B. wegen grausiger Kameraführung bei 3rd Person Spielen) ist doch eigentlich egal.
Modernere Systeme kommen auch mit weniger Zufall aus (z.B. feste Generierungskosten statt auswürfeln).

Thomas Barth 21 Motivator - 27682 - 23. August 2011 - 9:08 #

Ich spiele aktuell The Bards Tale auf dem C64, bin mittlerweile schon fast 3 Wochen dabei und habe noch nicht einmal den ersten Dungeon komplett fertig. Speichermöglichkeiten gibt es nur in der Guild Hall, die sich natürlich in der Stadt befindet. Dass heisst das man aus dem kompletten Dungeon raus muss, nur um seine Charaktere abzuspeichern, um dann den ganzen Weg wieder zurückzugehen. Nachdem man 2 Stunden im Dungeon verbracht und jede Menge Erfahrungspunkte bekommen hat, beisst man in den sauren Apfel und verpulvert sein ganzes Geld dafür, um einen seiner Charaktere wiederzubeleben, da man durch das Laden eines Spielstands mehr verliert, als man gewonnen hat. So etwas macht Spaß und nicht diese andauernde Quicksave/Quickload Scheisse.

Die festen Generierungskosten hatte übrigens schon 1981 Wizardry. Bards Tale (1985) hatte einen dynamischen Tag/Nacht-Wechsel und einen System- und Spiel-übergreifenden Caharakter-Import. Es war ohne Probleme möglich, seinen Charakter aus der Apple II-Version von Wizardry 1-3, in eine C64-Version von The Bards Tale zu importieren.

Insgesamt gesehen hat das Rollenspiel-Genre mit den Jahren degeneriert, anstatt sich intelligent weiterzuentwickeln.

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2122 - 23. August 2011 - 14:05 #

"Insgesamt gesehen hat das Rollenspiel-Genre mit den Jahren degeneriert, anstatt sich intelligent weiterzuentwickeln."

Ich kann mich erinnern, dass das RPG-Genre vor Baldurs Gate als tot galt. Heute scheint es eines der Hauptzugpferde zu sein. Da bin ich mir unsicher, ob man von Degeneration sprechen kann.

Z.B. in Sachen wie Inszenierung, Spielfluss, Story, Charackteren hat sich sehr viel getan.
Bei Bioware z.B. Char-Erstellung und -Entwicklung vergleichsweise simpel. Allerdings war sie ja auch schon bei dem gepriesenen Meisterwerk Baldurs Gate vergleichsweise schmalspurig. Von Degeneration würde ich also auch hier nicht sprechen.

Zur Original-News: Der Mann hat durchaus Recht. In BG 2 gab es ja sogar den Neu-Würfel und Save-Button bei der Char-Erstellung. Warum nicht gleich einfach 90 Punkte zu freien Verfügung?
Es hat auch nichts mit spielerischem Können zu tun, wenn 1 oder 2 Würfelwürfe spielentscheidend sind. Ich denke da wieder an BG: Man kommt in einen Raum und versucht mittels eines Zaubers den Gegnerischen Magier aus dem Gefacht zu nehmen bzw. ihn schnell zu erschießen. Gelingt das ist es super. Gelingt dies nicht, grillt er die Gruppe und man darf neu laden. Spiel von vorn: Selbe Taktik.
Das ist spielerisch keine Herausforderungen und "durchsterben" zeugt nicht von Sachverstand. Einen Endkampf einfach so lange wiederholen, bis einem die Würfel hold sind, ist eine sehr eigenwillige Spielweise. Man könnte es auch degeneriert nennen.

Talaron 16 Übertalent - P - 4018 - 23. August 2011 - 1:06 #

Ich muss Obsidian hier leider Recht geben. Gerade viele ältere RPGs wie Neverwinter Nights (1) haben mir das ganze Gewürfle als großen Kritikpunkt in Erinnerung gelassen. Das hat zum einen damit zu tun, dass es meiner Meinung nach sehr unmotivierend ist, Kämpfen zuzuschauen, bei denen man nur mit jedem x-ten Schlag überhaupt einen zufälligen Treffer landet und der Ausgang letztlich mehr vom Glück als von Können oder Charakterwerten abhängt.

Und auch das erneute Laden nach vergeigten Zufallschancen stört mich oft. Ist es nicht gegen den Sinn eines Zufallsereignisses, wenn man nach dem Scheitern einfach einen neuen Versuch wagen kann? Eine Lösung würde ich hier in der viel zu selten genutzten Auswürflung aller Zufallsereignisse beim Starten eines neuen Spiels sehen - oder eben in weniger Zufalls, als viel mehr Wertorientieren Lösungen sehen (z. B. statt pro Skillpunkt 10% Wahrscheinlichkeit lieber eine feste Grenze von 4 Skillpunkten).

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 23. August 2011 - 1:25 #

Wenn deine Figuren auch im fortgeschrittenen Spielverlauf noch immer danebenhauen, dann hast du sie verskillt oder ihnen die falsche Ausrüstung gegeben. Wenn du selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad dauernd neuladen musst, dann machst du irgendwas falsch. Die klassischen RPGs erfordern alle ein gewisses taktisches Vorgehen.

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 23. August 2011 - 7:36 #

Ich bin ziemlich degeneriert, glaub ich. Und, oh je, der Typ hat ja leider Recht. Ich habe mein Fallout New Vegas geliebt. Aber ich habe es geliebt, weil das Setting grossartig ist und die verschrobenen Charaktere und Geschichten wirklich toll sind. Habe ich das Statistik-System geliebt? Geht so. Lieben die WOW-Statistiker ihr Statistik-System? Mit Sicherheit. Insbesondere die MMOs leben ja praktisch vom kleinen Unterschied zwischen einem +65 und einem +66 Angriffsbonus auf der 'Epischen Klinge der globalen Vernichtung'. Die Leute lieben es, ich bin mir sicher. Auch wenn es noch nicht mal einen mickrigen Partikel-Effekt gibt, der die Verbesserung sichtbar macht.

Aber zurück zu New Vegas. Ich habe eben meine Spielstände gezählt und siehe da: es waren über 50. Das ist in der Tat etwas pervers. Hatte vielleicht auch damit zu tun, dass das Spiel nicht wirklich stabil lief. Was mich aber vor allem (an der Statistik) gestört hat: ich musste meine Stärke und vor allem die Ausdauer maximieren, um bei FONV eine Chance zu haben. Gleich zu Beginn. Sah man die Veränderungen an meinem weiblichen Charakter? Natürlich nicht. Keine Muskeln. Und dass ich dumm wie ein Meter Feldweg im Dunkeln war, hat auch niemanden richtig gestört. Die Reaktion des Spiels auf die darunter liegenden statistischen Werte lässt generell zu wünschen über. Man könnte sie also (die Statistik) eigentlich auch weglassen. Spielereihen wie Fable oder Mass Effect gehen teilweise diesen Weg und stecken deshalb ne Menge Kritik ein. Aber irgendwie lieben wir ja unsere Tabellen und Zahlenlisten, oder? Vielleicht geben sie uns das Gefühl, endlich mal etwas (->uns) vollkommen unter Kontrolle zu haben?

Hier meine komplette Meinung zu FONV
http://die-planaren-exploratoren.de/blog/2011/08/fallout-new-vegas-ein-spiel-wie-eine-kathedrale/

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2122 - 23. August 2011 - 14:13 #

Ich habe auch jahrelang WoW gespielt. Ich glaube das kann man nur bedingt vergleichen. Da wird zwar auch mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, aber durch die Länge der (wichtigen) Kämpfe, ist die Relevanz des einzelnen Treffers sehr gering. Wenn ich zu 98% treffe, mache ich halt einfach mehr Schaden als jemand der zu 95% trifft (bei gleichen anderen Stats). Ich werde aber den Kampf nicht verlieren oder gewinnen, nur weil ein bestimmter Wurf ein bestimmtes Ergebnis liefert. Im PvP ist es auch nur auf den ersten Blick anders. Natürlich kann ein Feuerball mal übel critten und den Gegner erledigen. Aber wenn ich sonst nix in Petto habe, werde ich in den Fällen in denen diser Crit nicht kommt, aufs Maul bekommen. Und ich kann nicht neuladen...

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