GC11: Unionspolitiker hält Spiele für bedeutendes Kulturgut

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23. August 2011 - 8:54 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

In ihrer Pressemitteilung zur Eröffnung der Gamescom 2011 hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion versöhnliche Töne gegenüber der Branche angeschlagen. Interaktive Spiele prägten das Freizeitverhalten, würden immer mehr in Lernumfeldern eingesetzt und die Branche sei ein Motor der Kreativwirtschaft, so Jens Koeppen, Obmann der CDU/CSU in der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft". Die Tatsache, dass jeder Dritte Deutsche am Computer oder an einer Konsole spiele, überzeuge die Politik, Computerspielen noch mehr Beachtung zu schenken, seien diese doch ein bedeutendes Kultur- und Wirtschaftsgut.

Des Weiteren wird auf internationale Spitzenpositionen deutscher Unternehmen hingewiesen und über Unterstützungen und Förderungen gesprochen. Im Rahmen der Enquete-Kommission hätte man sich mit der Stärkung der Medienkompetenz beschäftigt, wobei die Wissensvermittlung im Vordergrund stünde, was durch die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises mit der Gewichtung auf hochwertige Entwicklungen insgesamt gestärkt würde.

Vor dem Hintergrund unsäglicher "Killerspiel"-Debatten, nicht zuletzt von der CSU verstärkt geführt, erscheinen solche Meldungen vernünftig und sachgerecht. Man könnte jedoch auch sagen, dass hierdurch ein Einblick in innerparteiliche Widersprüche - Wirtschaftslobby gegen Sicherheitspolitik - wenn nicht sogar auf schizophrene Beurteilungspraktiken offenkundig wird.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12656 - 23. August 2011 - 8:57 #

"Vor dem Hintergrund unsäglicher "Killerspiel"-Debatten, nicht zuletzt von der CSU verstärkt geführt, erscheinen solche Meldungen vernünftig und sachgerecht. "

In 3/4 Wochen sind Landtagswahlen in Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und der CDU geht der Arsch auf Grundeis, wohl deshalb so eine ansage

El Cid 13 Koop-Gamer - 1684 - 23. August 2011 - 9:09 #

Meine Stimme kriegen sie eh nicht! :D

thurius (unregistriert) 23. August 2011 - 11:11 #

beim nächsten amoklaufen sind die spiele wieder schuld,wetten;)

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 96918 - 23. August 2011 - 12:30 #

Ja, das ist korrekt ;)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6524 - 23. August 2011 - 9:34 #

Sie haben ja nicht gesagt, daß Spiele(r) gut sind; nur, daß so viele Leute spielen, daß man es nicht mehr ignorieren kann.

Momsenek 13 Koop-Gamer - 1580 - 23. August 2011 - 9:46 #

War nicht nach der letzten GamesCom auch so eine Meldung unterwegs?

Sniizy 14 Komm-Experte - 2640 - 23. August 2011 - 10:08 #

Liegt vermutlich daran, dass scheinbar Monate nach jeder Gamescom irgendeine neue Landtagswahl etc. ansteht ;-)

Aber naja...ich geb auf diese Aussagen noch immer nicht viel. Dazu haben es Politiker sämtlicher Parteien/Fraktionen in den letzten Jahren zu oft auf Videospiele abgesehen.

Dennis Kemna 15 Kenner - P - 3852 - 23. August 2011 - 10:01 #

Ham wa gemerkt das Zocker Wähler sind, Ja?

Ganesh 16 Übertalent - 5019 - 23. August 2011 - 11:07 #

Die Überschrift ist grob irreführend. Nicht die Fraktion als Gesamte hat diese PM raus gegeben, sondern zwei Fachpolitiker, die in einer entsprechenden Kommission sitzen. Weder müssen sie sich notwendigerweise mit der Fraktion abgestimmt haben, noch sind sie irgendwie autorisiert, für die Fraktion in dieser Angelegenheit zu sprechen.
Ich würde mal die Relevanz prüfen - zwei Hinterbänkler können schnell so ein Statement lancieren. Welche Bedeutung hat diese Enquete-Kommission 'Internet und Gesellschaft'? Welche Rolle spielen Videospiele in ihr? Wie verhält sich die gesamte Fraktion zu der Kommission?

Und der Inhalt ist auch so formuliert, dass eventuelle Kritik an 'Killerspielen' dem nicht entgegensehen muss. Es wird allgemein über interaktive Spiele gesprochen und besonders werden lediglich 'Browser- und Online-Games' hervorgehoben, also nicht das, was die Mehrheit hier unter Core-Spielen versteht.

Trax 14 Komm-Experte - 2524 - 23. August 2011 - 12:11 #

Sieh es mal positiv - immerhin gibt es 2 Leute in dieser Kommission, die "interaktive Spiele" (bei denen Wissensvermittlung im Vordergrund steht) als bedeutendes Kultur- und Wirtschaftsgut akzeptieren und das als öffentliche Meinung vertreten .
Das ist schon mal besser als die übliche Hasspredigt.

Ganesh 16 Übertalent - 5019 - 23. August 2011 - 12:34 #

Ja, natürlich ist das positiv, wenn sich da zwei Leute wirklich mit beschäftigen. Aber welche Reichweite hat das? Wenn so eine Äußerung vielleicht vom Sprecher für Wirtschaftsfragen geäußert würde, dann könnten wir darauf schließen, dass die Fraktion sich wirklich damit befasst hat.

Ich glaube auch nicht, dass die Fraktion strikt kontrolliert, was ihre einzelnen Mitglieder an die Presse mitteilen - das ist schließlich eine Fraktion aus Einzelpersonen mit politischen Einzelmeinungen, die durchaus Pluralismus zulässt.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 23. August 2011 - 15:30 #

finde ich auch. Ich hab mir mal erlaubt, das zu ändern, weil es eben NICHT die ganze Fraktion ist, sondern nur ein Mitglied.

Captain Placeholder (unregistriert) 23. August 2011 - 11:06 #

Kudos für den letzten Satz. Die CDU bleibt für mich unabhängig von ihrer Einstellung zu Spielen weiterhin unwählbar ;)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6524 - 24. August 2011 - 10:07 #

Das Problem ist, daß de facto jede Partei unter irgendeinem Aspekt eigentlich unwählbar ist... die Linken und die Rechten sind IMMER VÖLLIG unwählbar, und bei CDU, SPD, FDP, Grünen "in der Mitte" weiß man ja regelmäßig nicht, ob man lachen oder weinen soll...

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 23. August 2011 - 15:29 #

Ich hab die Beschreibung von Koeppen geändert, "Obmann" suggeriert, er wäre für die ganze Fraktion zuständig.

Jeder Bundestagsabgeordnete ist in irgendeiner Kommission. Und er halt in "Internet und Digitale Gesellschaft" Wäre eine Katastrophe, wenn er nicht erkennt, dass Games für sein Ressort wichtig sind. Aber das heißt nicht, dass Merkel und Co das wissen.

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