GC11: Anno 2070 angespielt // Presse-Vorführung

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19. August 2011 - 8:21 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Anno-Spiele gehören zur seltenen Gattung derjenigen Aufbauspiele, die auch im Massenmarkt größere Beachtung finden. Um das auch in Zukunft sicher zu stellen, hat man sich beim Entwickler Related Designs zu einem mutigen Schritt entschieden: Während die bisherigen Serienteile ihre Wurzel eher historisch im späten Mittelalter oder der Renaissance hatten, wird der neue Serienteil in die nahe Zukunft verlegt. Anno 2070 vermittelt somit in erster Linie vor allem eine ganz andere Atmosphäre als die Vorgänger. Wir hatten auf der GamesCom Gelegenheit, den Titel anzuspielen, einer Vorführung beizuwohnen und mit dem Producer des Spiels, Christopher Schmitz, zu sprechen.

Einige Fans haben sich angesichts des Settingwechsels vor allem die Frage gestellt, ob ein Spiel so fern des Mittelalters überhaupt noch ein Anno sein kann. Andere wiederum hofften, dass sich auch spielerisch vieles dem neuen Setting anpassen würde. Erstere können wir beruhigen, letztere müssen sich zumindest einer Tatsache bewusst sein: Auch Anno 2070 spielt sich im Kern wie alle bisherigen Serienteile, große Umwälzungen wird es nicht geben.

Die Turbine, um damit ... ?

Wir haben 15 Minuten lang die erste Mission der Kampagne spielen dürfen. Wer die Kampagne von Anno 1404 kennt, möge sich an dieser Stelle an die erste Mission dort erinnern – viel geändert hat sich nicht. Wir bekommen den Auftrag, bei der Verbesserung einer Turbine für ein großes Wasserkraftwerk zu helfen, wofür wir zunächst auf der Nachbarinsel eine kleine Siedlung gründen. Wie gehabt bekommen wir also ein Schiff mit Baumaterial, fahren hinüber zur unbesiedelten Insel und errichten ein Kontor am Strand, einen Marktplatz im Inneren der Insel und einige Wohnhäuser, denen wir mit Straßen den benötigten Zugang zum Markt bieten. Hier begegnen wir einer kleinen Verbesserung: Wohnhäuser müssen nicht zwingend einzeln gesetzt werden, sondern können, ähnlich wie es beispielsweise beim Pflanzen von Wald möglich war, bei gedrückter Maustaste gleich in Gruppen gebaut werden, was vor allem bei großen Siedlungsprojekten angenehm ist. Da wir unsere Einwohner zudem mit Fisch füttern müssen, brauchen wir nun mehr Bauzellen, das neue zentrale Baumaterial, das direkt aus dem Boden als Granulat gewonnen und dann zu Bauzellen weiterverarbeitet wird. Die Bauzellen lösen damit das Holz ab und stellen eine Art Betonplatten dar.

Während wir auf die Bauzellen warten, werfen wir einen kurzen Blick auf die Technik: Wie schon Anno 1404 sieht auch Anno 2070 umwerfend aus. Im Kern steckt dabei deutlich erkennbar die gleiche Engine, die im Detail aber durchaus noch verbessert wurde. So fallen uns vor allem die realistischer aussehenden Berge und besser animierten Flüsse positiv auf. Trotzdem soll sich Anno 2070 wieder gut skalieren lassen, sodass die Systemanforderungen kaum steigen. Der Stil der Menüs ist sehr schön an das neue Setting angepasst und unterstützt wunderbar die Zukunftsatmosphäre des Titels.

Mit den mittlerweile frisch produzierten Bauzellen bauen wir nun weitere Wohnhäuser und bekommen von einem Techniker außerdem den Hinweis, dass er für Arbeiten an der angesprochenen Turbine mehr Energie benötige. Ein Kohlekraftwerk muss her -- und wir kommen zum ersten Mal im neuen Anno in Kontakt mit einem wirklichen neuen Feature, der Energiebilanz. Die ist nichts anderes als ein Zahlenwert, der pro Insel ermittelt wird. Kraftwerke erhöhen diese Zahl, indem sie Energie bereitstellen, Betriebe reduzieren sie, indem sie Strom verbrauchen -- fällt der Wert unter Null, sinkt die Produktivität der Betriebe auf der betroffenen Insel. Wir errichten also einen mächtig aussehenden Kohlebagger und ein Kraftwerk dazu und unsere Energieprobleme sind für die nächste Zeit gelöst. Nach einigen weiteren gebauten Betrieben endet dann plötzlich die Messe-Demo des Spiels: Die für ein Spiel wie Anno 2070 viel zu kurzen 15 Minuten sind vorbei, wir werden ins Menü geworfen. Was es mit der Turbine auf sich hat, werden wir also frühestens Ende Herbst 2011 erfahren, wenn das Spiel erscheinen soll. Abgesehen also von der Tatsache, dass Anno 2070 sich an ganz klassische Anno-Regeln hält und sogar die Menüstrukturen nahezu vollständig von Anno 1404 übernommen hat – natürlich in anderem Stil – konnten wir hier nicht viel erfahren.

Unterwasser und Krieg

So leicht geben wir uns natürlich nicht geschlagen und machen uns auf den Weg zu einer Presse-Vorführung des Spiels. In der wird zunächst wieder eines bestätigt: Anno 2070 ist ein ganz klassisches Anno. Wir errichten Betriebe, versorgen die Bevölkerung mit verschiedenen Waren und Gebäuden und sorgen so für einen gesellschaftlichen Aufstieg. Uns werden nochmals die Fraktionen des Spiels erklärt: Zu den schon seit Ankündigung des Titels bekannten Ecos und Tycoons, die für ökologische beziehungsweise effiziente Wirtschaft und Entwicklung stehen und die zunächst zu Beginn des Spiels gewählt werden müssen, gesellen sich die Techs, die sowohl den Ecos als auch den Tycoons offen stehen und Zugang zum Forschungssystem des Spiels geben. Dabei lassen sich über zwei Forschungsgebäude Technologien oder Baupläne erforschen, die wichtig für den technologischen Fortschritt beider Fraktionen sind. Außerdem wurden die Unterwasserwelten des Spiels näher erläutert, die bereits vor einigen Wochen angekündigt worden waren und die im neuen GamesCom-Trailer (wir berichteten) erstmals in Bewegung zu sehen sind. Dabei handelt es sich um Unterwasserplateaus, die wie Inseln funktionieren und per U-Boot zugänglich sind. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie besonders reiche Rohstoffvorräte bieten, die dadurch von besonderem Interesse sind. Die dort geförderten Rohstoffe lassen sich beispielsweise mit einer Pipeline im Falle von Öl an die Wasseroberfläche transportieren, wo dann auch normale Schiffe sie abholen können.

Der letzte Abschnitt der Präsentation widmet sich einem Thema, bei dem sich Entwickler und Publisher bisher weitgehend in Schweigen hüllten: Dem Militärsystem. Nach Anno 1701, das auf traditionelle RTS-Steuerung in den Kämpfen setzte, krempelte Anno 1404 das Militärsystem um, so dass ihr nur noch Heerlager statt Soldaten bewegen musstet. Der damit veränderte Fokus der Schlachten weg vom taktischen hin zum auf strategische Aspekte fokussierten Kampf kam bei vielen Spielern nicht gut an. Mit Anno 2070 gibt es nun wieder ein neues System: Da Landeinheiten vor allem fummelig seien und sich in Städten leicht verlören, wird es im Spiel keine Landstreitkräfte mehr geben. Stattdessen sehen wir in einem Angriff auf eine Insel neben den obligatorischen Schiffen einige Flugzeuge, die in RTS-Manier gesteuert Raketen auf die feindlichen Flugabwehrstellungen feuern und die, so die Entwickler, alle Probleme mit dem Militärsystem nun ein für alle Mal lösen würden. Insgesamt ist hier nicht ersichtlich,  warum darüber so lange der Mantel des Schweigens gebettet wurde. Wir finden das weder besonders spannend noch besonders revolutionär.

Während der Vorführung des Spiels wurde außerdem besonders betont, dass in Anno 2070 alles, vor allem Inseln und Städte, noch größer sei. Wir fragten deshalb später bei Christopher Schmitz nach, der uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte: Es hätte dort wohl ein Kommunikationsproblem gegeben, größer würden die Städte schon, man meine das aber vor allem in Bezug auf die Höhe der Gebäude. In der Fläche würden Inseln und damit auch Städte nicht größer, denn in Anno gehe es auch immer um effiziente Nutzung des Platzes als wichtiges Spielelement. Das komplette Interview lest ihr bald hier auf GamersGlobal.

Fazit

Insgesamt sind wir uns nach dem, was wir gesehen haben, sicher, dass Anno 2070 einiges ganz sicher sein wird: Zum einen spielerisch ein würdiger Serienvertreter, zum anderen auf jeden Fall ein qualitativ sehr hochwertiges Spiel. Wir sind uns aber noch nicht sicher, ob das fertige Spiel beim Spielen auch den Eindruck eines neuen Spiels macht oder im Kern doch ein 1404 mit ein paar neuen Details sein könnte, denn dafür konnten wir das Spiel nicht lange genug testen. Stören wird das die Wenigsten: Wer allein schon den Wechsel des Settings schwer verdaulich findet, freut sich, dass wenigstens spielerisch alles beim Alten bleibt. Viele andere werden allein das geänderte Setting und die damit veränderte Atmosphäre als genug Veränderung verbuchen, um sich auf das Spiel zu freuen.

MantisXT 11 Forenversteher - 674 - 19. August 2011 - 0:40 #

Super geschrieben, ich freue mich auf alle Fälle sehr auf das Spiel.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2433 - 19. August 2011 - 1:30 #

Klingt sehr gut! Bei Anno passt einfach mehr vom gleichen :)

Moertl 12 Trollwächter - P - 1139 - 19. August 2011 - 6:11 #

Und ich hatte schon die Befürchtung, dass es sich spielerisch verändern würde. Wieder ein Anno mehr in meiner Sammlung.

Trax 14 Komm-Experte - 2521 - 19. August 2011 - 7:32 #

Erst mal danke für die Infos.
Interesse am Spiel und Kaufwillen ist schon mal vorhanden.
Eine sehr wichtige Frage bleibt jedoch offen (falls es dazu Infos gab):
Welchen Kopierschutz wird Anno 2070 verwenden?

Larnak 21 Motivator - P - 25931 - 19. August 2011 - 14:26 #

Die Frage haben wir Christopher Schmitz natürlich gestellt, er konnte uns das aber auch nicht beantworten, das würde erst im Oktober oder November entschieden. Ein bisschen mehr Hintergrund gibt's dann im Interview :)

Severian 17 Shapeshifter - P - 7349 - 20. August 2011 - 9:07 #

Heisst dann wohl, den GG-Test abwarten und hoffen ...

KingJames23 15 Kenner - 3250 - 19. August 2011 - 7:55 #

Ich freu mich schon, das wird toll werden!

DerDani 15 Kenner - P - 3934 - 19. August 2011 - 8:00 #

Sollte es keine großen Überraschungen geben, werde ich wohl wieder zuschlagen. Dachte eigentlich beim letzten, ich brauch keins mehr; aber das neue Setting gefällt.

1000dinge 15 Kenner - P - 3008 - 19. August 2011 - 8:50 #

Obwohl diese Spiele nicht so mein Ding sind, fand ich Anno 1404 nicht übel (hatte ich geschenkt bekommen) und habe es auch eine ganz Weile gespielt.

Das neue Setting macht es auch für einen Gelegenheits-Anno-Spieler interessant, der sich ein weiteres Anno 1xxx wohl nicht zugelegt hätte. Ich werde aber verzichten ;-)

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4402 - 19. August 2011 - 9:44 #

Für mich ist der Wechsel des Settings definitiv ein Kaufgrund. Mittelalter hatten wir auch bei den Siedlern mehr als genug. Außerdem mag ich den Mut, diesen neuen Weg einzuschlagen.

Dass das Spiel allein des Genres wegen ein pures PC-Spiel mit hoher Auflösung und vielen Details ist, setzt dem ganzen die Krone auf und muss definitiv unterstützt werden. Ich will nämlich nicht, dass sich der Glauben festsetzt, Spiele müssen unbedingt plattformübergreifend sein, um wirtschaftlich rentabel zu sein. Das würde uns genau solche Perlen wie Anno, Starcraft 2, Tropical 3 oder Cities in Motion von der Menükarte streichen.

Passatuner 14 Komm-Experte - P - 2104 - 19. August 2011 - 9:56 #

Dito. Alleine das Szenario macht es für mich zu einem Pflichtkauf. Anno hab ich immer gemocht, aber noch mehr Segelschiffe muss ich nicht haben, ich freu mich also tierisch drauf!

Hm, Cities in Motion erwähnst Du da. Ist das wirlich eine Perle? Ich bin immer am grübeln..

Vidar 18 Doppel-Voter - 12581 - 19. August 2011 - 10:45 #

Also wie bei Paradox Spielen so üblich, seit Patch 1.19 ist es wirklich gut.

Dank Community gibts auch einige Mods/Karten/Fahrzeuge

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4402 - 19. August 2011 - 11:00 #

Ich mochte CIM sehr und habe es einige Wochen fanatisch gespielt. Es war anfangs sehr schwer reinzukommen. Ich habe fummeln müssen und mehrmals neu starten müssen, um endlich rauszubekommen, wie man eine Mission am besten startet. Aber gerade diese Komplexität macht doch so ein Spiel aus. Tropico 3 ist dem sehr ähnlich. Wenn der Start einer Mission nicht korrekt geplant war, wurde es schwer oder scheiterte bald. Aber genau dieses Frickeln, das zum Nachdenken zwingt, macht doch solche Titel erst zu den Hardcore-Titeln, die sie sind und die genau deswegen am Ende mehr Befriedigung schenken, als ein Massenmarkt-"Blockbuster", der sich heutzutage fast von ganz alleine spielt.

Killman 14 Komm-Experte - 2335 - 19. August 2011 - 11:54 #

Die Masse will doch nur "Super Easy mit Cheats" und keine Herausforderung.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 62722 - 19. August 2011 - 12:07 #

Auf Anno 2070 freue ich mich sehr. Bei mir ist es tatsächlich so, dass das geänderte Setting und die Einführung von zwei unterschiedlichen Fraktionen als Neuerungen reichen, solange der spielerische Kern der Serie erhalten bleibt. Und das scheint ja der Fall zu sein. Der Herbst kann also kommen :)

Übrigens mal noch ein Lob an den Schreiberling, stellvertretend hier auch für die anderen Angespielts: Sehr gut geschrieben!

Korbus 15 Kenner - 3189 - 19. August 2011 - 12:36 #

Verdammt, noch ein must-have für diesen Winter. Warum kommen die immer so geballt? Das machts schwer sich zu entscheiden. :/

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 36298 - 19. August 2011 - 14:08 #

Sehr schöner Bericht, da bekommt man echt Lust aufs Spiel. Soein bisschen Aufbau-Strategie zocke ich immer mal gern, aber mich konnte das Mittelalter bei Anno nicht locken. Dieses neue Szenario finde ich dagegen sehr reizvoll. Ich glaub, ich muss das spielen. :-)

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9890 - 19. August 2011 - 18:19 #

Sehr guter Artikel! Das Spiel ist interessant, bin mal auf den GG-Test gespannt.

Tommylein 14 Komm-Experte - P - 1932 - 19. August 2011 - 21:03 #

Nachdem ich im ersten Augenblick dachte Anno 2070 sei ein verspäteter Aprilscherz, steht es seitdem bei mir auf meiner Most Wanted Liste für dieses Jahr. Auch wenn es spielerisch nicht soviel anders wird als die Vorgänger, finde ich das Szenario sehr erfrischend.

Cupp (unregistriert) 19. August 2011 - 23:25 #

Schön geschrieben und trifft voll und ganz meine Meinung. War wegen des Szenarios erst etwas skeptisch, aber das Anspielen hat viele Zweifel verschwinden lassen. Fühlt sich wie Anno an, wenn die 3 Fraktionen funktionieren, wird das ein absolutes Topspiel

Killman 14 Komm-Experte - 2335 - 21. August 2011 - 19:39 #

Das wird toll werden, ich freu mich schon!

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