Google übernimmt Motorola Mobility

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Basti51 1984 EXP - 14 Komm-Experte,R8,A1
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15. August 2011 - 13:48 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Der Google-Konzern macht ernst und übernimmt für 8,8 Milliarden Euro die Mobiltelefon-Sparte von Motorola. Google möchte durch die Übernahme das eigene OS Android weiter stärken und Boden im Patentkrieg der Konzerne vor allem gegen Platzhirsch Apple gut machen. Aufgrund der Vorreiterrolle von Motorola im Mobiltelefon-Markt besitzt der Konzern viele gültige Patente, die sich Google wohl zunutze machen will. Pro Aktie zahlte Google 40 Dollar in bar an den Mutterkonzern Motorola. 

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86503 - 15. August 2011 - 14:00 #

Wow! Das ist ein Coup! Strategisch raffiniert gedacht von Google. Jetzt kommts eigentlich nur noch auf die Produkte an. Es kann denk ich nur besser werden, Motorola war ja softwaretechnisch bisher ja eher ne Krücke.

boman 12 Trollwächter - P - 1135 - 15. August 2011 - 15:20 #

Ich wäre mir da nicht so sicher. Das kann eine sehr gute Sache für Android sein, hat aber auch das Potential für massive Probleme: So eine große Akquisition braucht immer etwas Zeit, bis sich die zwei Firmen integriert haben, Motorola hat die letzten Jahre nicht unbedingt Geld gedruckt, verkauft immer noch sehr viele Nicht-Smartphones (was sind Googles Pläne für diese Sparte?) und vor allem bleibt die große Frage nach der strategischen Ausrichtung für die Zukunft.

Wenn Google das Motorola-Geschäft künftig weiterführt, also eigene Hardware macht, befindet es sich in direkter Konkurrenz zu seinen bisherigen Android-Partnern wie HTC, Samsung, LG etc. Die sind da bestimmt nicht glücklich drüber und werden noch mehr als bisher Alternativen wie Windows Mobile 7 in Betracht ziehen. Wenn Google aber Motorola wegen deren Patenten und IP gekauft hat, hat Google gerade eben fröhliche 12 Mrd. US-Dollar für Patente ausgegeben, nachdem sie sich vor ein paar Wochen noch über die "überhöhten" 4,5 Mrd. für die Nortel-Patente echauffiert haben.

Zudem bleibt immer noch die Frage: Was hat Motorola wohl dazu bewogen, zu verkaufen? Klar, die rumorten 60% Aufpreis von Google sind definitiv nett, aber wenn zwei große Unternehmen einen Verkauf bzw. eine Fusion durchführen geht bei mir immer das Warnlämpchen an…

Anonymous (unregistriert) 15. August 2011 - 16:01 #

also in kurz: Google hat 2 Hardwarepartner die für Android zuliefern, Htc und Samsung? Jetzt haben sie Motos Produktionsanlagen übernommen und mehr Patente, und ihre Angestelltenzahl mit 19.000 Motorolaleuten auf 48.000 erhöht. Klingt doch nach mehr als nur Patente aufkaufen. Klingt nach mehr als nur Rezepte farmen.

boman 12 Trollwächter - P - 1135 - 15. August 2011 - 16:20 #

Erstmal: Google hat definitiv mehr Hardwarepartner als nur HTC und Samsung, da Samsung, diese beiden liefern aber sehr viele Android-Geräte aus und waren zudem bisher zwei der Hardwarepartner, die Google für seine Flagschiff-Geräte auserkoren hatte: Das Nexus One war von HTC, das Nexus S von Samsung, das Xoom von Motorola (mit dem Tablet-Honeycomb-System). Bisher hat Google also seine eigene Hardware-Präferenz gut verteilt, als Samsung oder HTC würde ich mich aber fragen, ob das auch in Zukunft so bleiben wird, vor allem da Google dann logischerweise bei einer exklusiven Motorola-Partnerschaft alle Gewinne im eigenen Hause behalten würde.

Ich würde momentan schon denken, dass Google mit dem Kauf auch weiterhin Motorola-Geräte produzieren lassen will, aber noch wissen wir nicht, ob Google alle Assets aus dem Motorola-Deal wirklich behalten wird. Im Blogpost von Larry Page (dem Google-CEO) über den Kauf liegt sehr viel Betonung auf den Patenten, die Google damit kauft, diese müssen demnach wohl eminent wichtig gewesen sein. Und wie du selbst erwähnst, würden 19.000 Motorolaleute auf 29.000 Googler treffen, das ist für jedes Unternehmen ein Kulturschock, weil sich da zwei sehr große Mitarbeiterstäbe integrieren müssen, die Geschichte hat gezeigt, dass das niemals problemlos vonstatten geht.

In der IT-Geschichte hat sich übrigens bisher auch gezeigt, dass Firmen, die eine eigenes Betriebssystem für eigene Hardware UND an Lizenznehmer verteilen, damit nicht gut gefahren sind, etwa Nokia mit Symbian, Palm mit PalmOS oder gar Apple mit seinen früheren MacOS-Lizensierungen (Wirklich, das gab es mal!). Mal schauen, ob Google den Trend brechen kann.

Anonymous (unregistriert) 15. August 2011 - 16:53 #

mh, welche Hauptlizenzklassen würden denn da ausschlaggebend gewesen sein? Soweit ich das mitverfolgt habe ist Cage's Steckenpferd Google's KI-Abteilung, die sich stark anstrengen muss um vor MS etwas richtig lukratives zu vermarkten. Gibt es in dem Patentpaket etwas Richtung Serendipity?

Zweiter Punkt den man immer wieder hört wäre die Schwierigkeit, gut ausgebildete Ingenieure einzufangen und zu halten, in dieser Richtung hätten sie dann wahrscheinlich zusammen mit den Produktionsmitteln einen sehr guten fang gemacht. Oder sind diese 12.5mrd $ echt hauptsächlich für Android draufgegangen? Im Vergleich zum Youtube-Kauf für 1-2mrd & sind das ja schon halsbrecherische Ausgaben..

boman 12 Trollwächter - P - 1135 - 15. August 2011 - 17:41 #

Motorola war einer der Pioniere in Funktechnologie allgemein und Mobilfunktechnologie im besonderen und hat auch einiges Know-How im Bereich Netzwerk-Infrastruktur. Soweit ich weiss, beziehen sich die Patentente nahezu alle auf diesen Bereich.

Das würde tatsächlich bedeuten, dass das Patentpaket mehr oder weniger ausschließlich für Android gedacht ist, da dürften einige Patente für Baseband-Technologien und so dabei sein, alles was darüber hinausgehen würde wäre wohl nur ein Bonus, Such- und KI-Technologie vermute ich nicht in Motorolas Portfolio.

Was die Ingenieure angeht: Da ist was dran, aber bei 19.000 Mitarbeitern würde ich mal vermuten, dass der Löwenanteil eben keine Ingeniere sind, sondern administratives Personal. Da könnte eventuell nach dem Zusammenschluss noch mal eine empfindliche Streichungswelle folgen, da müssen wir mal abwarten. Wobei Google da einfach mal ihren Kundensupport aufstocken könnte, der geht ja selbst für zahlende Kunden in den meisten Fällen nicht über ein unterbelichtetes Mailscript hinaus ;)

Decorus 16 Übertalent - 4246 - 15. August 2011 - 18:04 #

Ich kann mich irren, aber war das Hauptproblem von Motorola Mobility nicht die Kosten? Weil die Umsätze und Absatzzahlen waren doch sehr gut, oder hab ich das falsch in Erinnerung? Dann wäre nämlich ein gewisser "Cut" unvermeidlich.
IIRC hatte MM auch einiges im Bereich TV zu bieten, Set-Top-Boxen u.ä. dürfte sich ganz gut mit Googles TV-Ambitionen kombinieren lassen.

Anonymous (unregistriert) 15. August 2011 - 18:21 #

ich dachte IPTV und Settop Boxen gehören zu einer anderen Abteilung die nicht im Deal drin war?

Decorus 16 Übertalent - 4246 - 15. August 2011 - 18:30 #

Soweit ich lesen konnte, haben die Motorola Mobility gekauft, da ist dann alles drin was mal Motorola Inc. gehörte und ins Privatkundengeschäft fällt. Motorola Solutions ist dann für Geschäftskunden.
Wird auch an den Webseiten der Firmen recht deutlich:
www.motorolasolutions.com
vs.
www.motorola.com/Consumers/DE-DE/Home

Decorus 16 Übertalent - 4246 - 15. August 2011 - 16:05 #

Nortel hält gerade mal 6.000 Patente, Motorola Mobility sagenhafte 17.000 (fast soviel wie Apple und Nokia zusammen!). Dann gibts noch ne Hardwaresparte dazu. Unter diesem Gesichtspunkt war das eigentlich ein Schnäppchen.
Zu wem wollen denn die Hardwareschubser gehen?
WP7: gleiches Bild wie bei Motorola und Google. Dazu aber wesentlich weniger Marktakzeptanz.
Apple: Guter Witz.
HP: Selbst wenn (und davon gehe ich aus - falls das Projekt nicht begraben wird) HP WebOS lizensiert, gibts die gleiche Situation wie bei WP7 und Android.
Die sind dazu verdammt für jeden zu bauen, um ja keine Veränderung des Marktes zu verpassen und genug zu erwirtschaften, um beim nächsten Trend/Hype was eigenes auf die Beine stellen zu können.

boman 12 Trollwächter - P - 1135 - 15. August 2011 - 16:34 #

So lange man 12 Mrd. US-Dollar noch als Schnäppchen bezeichnen kann ;)

Ich stimme dir zu, die Hardwareschubser haben ein Problem, da bin ich auch mal gespannt, was die machen werden.

Einige von denen haben ja versucht, mit eigenen, proprietären Oberflächen für Android ein bisschen Eigenständigkeit auf Softwareseite zu erreichen, wie etwa HTC Sense, Samsung TouchWiz, Motoblur…öhm okay, die vielleicht nicht mehr ;) Eventuell machen ein paar Hersteller dann ja aus Verzweiflung einen komplett eigenen Android-Fork und versuchen sich damit auf eigene Beine zu stellen, einige chinesische Hersteller machen das wohl schon auf dem Inlandsmarkt.

Jemand wie Samsung kann sich ansonsten noch auf die Herstellung von Speicherchips und so konzentrieren und die eigene Geräteherstellung unterlassen, da müssen die überlegen, ob es sich mehr lohnt, zu versuchen die höhere Gewinnmarge eigener Geräte zu bekommen und damit eventuell große Speicherkunden wie Apple zu verprellen oder ob die Speichersparte mehr abwerfen würde, wenn man sich darauf beschränkt, keine eigenen Geräte mehr zu haben und alle zu beliefern. Das müssten die mal für sich ausknoblen, was sich für die eher lohnt.

Wenn man so eine Option aber nicht hat (etwa wie HTC), dann bleibt wohl nix anderes als sich bei allen anzubiederrn und wie du es sagst für jeden zu bauen. HTC hat wohl deswegen aus gutem Grund noch eine Windows Phone 7-Lizenz von Microsoft.

Decorus 16 Übertalent - 4246 - 15. August 2011 - 16:57 #

Naja, wer es sich leisten kann, bei Bieterwettbewerben (Nortel) als Scherz die Kreiszahl pi zu bieten (3,14159 Mrd.$), der hat wohl auch kein Problem mit 12 Mrd.$. :D

Für HTC sieht es tatsächlich düsterer aus als für Samsung, wobei das Tischtuch zwischen Samsung und Apple halt auch schon schwer angeschnitten ist. Ob man sich da auf das reine Auftragsfertigungsgeschäft beschränken wird - ich glaube nicht. Dafür ist Samsung (imho) auch einfach zu groß. Kleinere Durststrecken kann man da leichter aussitzen. Der nächste Hype kommt bestimmt.
Die weitere Entwicklung hängt auch zu einem großen Teil davon ab, ob WP7 und/oder WebOS irgendetwas gebacken bekommen oder weiterhin "uninteressante" Nischenprodukte bleiben. Je mehr Konkurrenten auf dem OS-Markt desto einfacher für die (verhältnismässig) Kleinen, wie HTC.
Tante Edith: Daneben sollte erwähnt werden: diese Patentkeule die Google da eingekauft hat, hat natürlich auch Vorteile für die Hersteller der Android Smartphones. Sie werden "automatisch" von Google mitgeschützt, wenn Google "sein" Android vor Patentklagen bewahrt.

Khorn 13 Koop-Gamer - 1513 - 15. August 2011 - 14:03 #

Verstehe ich das richtig, 8,8 Milliarden in bar?

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73396 - 15. August 2011 - 14:13 #

Ich glaube das sagt man so an der Börse, wenn man Aktien sofort mit Geldmitteln und nicht auf Kredit oder anderen Aktien kauft.

Khorn 13 Koop-Gamer - 1513 - 15. August 2011 - 14:16 #

Ok das glaub ich dann eher

Rondrer (unregistriert) 15. August 2011 - 14:41 #

Das ist strenggenommen ein Übersetzungsfehler. Bargeld ist im Deutschen physikalisches Geld in Form von Münzen und Scheinen.
Im Englischen kann "cash" aber sowohl die Bedeutung Bargeld haben, aber eben auch die Bedeutung von direkt verfügbaren Geldmitteln.

volcatius (unregistriert) 15. August 2011 - 14:50 #

Google hat 39 Milliarden Dollar in Barreserven/kurzfristigen Anlagen.

http://googinvestor.blogspot.com/p/google-financial-performance.html

Der Dreikampf Apple/Micrososft/Google dürfte noch interessant werden.

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 15. August 2011 - 15:42 #

Apple hat über 70 Milliarden. Aber du hast recht, bleibt spannend. Microsoft hat sich ja indirekt Nokia gekrallt.

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 15. August 2011 - 15:41 #

Vorreiterrolle von Motorola? Haha! Das war einmal, aber aktuell waren sie schon lange ein Übernahmekandidat aufgrund von Misserfolg. Jetzt hat google zugegriffen, aber für google macht es sicher Sinn. Ich frag mich wann Sony Ericsson unter den Hammer kommt?

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 16. August 2011 - 8:42 #

Ja natürlich war das mal - deswegen habe sie ja die Patente...

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