Studie: Computerspiele beeinflussen nicht Einstellung zu Krieg

Bild von MantisXT
MantisXT 671 EXP - 11 Forenversteher,R2,S1
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt

14. August 2011 - 14:37 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Computerspiele mit Kriegsszenario beeinflussen nicht die Einstellung zu Krieg und Gewalt. Das ergab laut Financial Times Deutschland eine am vergangenen Donnerstag vorgestellte Studie des Kommunikationswissenschaftlers Thorsten Quandt von der Stuttgarter Universität Hohenheim.

Befragt wurden 5.000 Menschen, bestehend aus 4.500 Spielern und, als Kontrollgruppe, 500 Nichtspielern. Die Befragten sollten verschiedene Aussagen zum Militarismus und zum Umgang mit kriegerischen Bedrohungen und Terrorismus bewerten. Zwischen Spielern und Nichtspielern gab es dabei im Durchschnitt keinen Unterschied. Ausschlaggebend für die Einstellung zum Militär seien vielmehr Alter, Bildung und Autoritätsorientierung. So hätten ältere Menschen, aggressivere und autoritätsorientiertere, sowie solche mit niedrigerer Bildung eine positivere Einstellung zu Militär und Soldaten.

Im Laufe der Studie wurden auch 166 Spiele mit kriegerischem oder militärischem Inhalt analysiert. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte davon thematisiert reale, aber historische Konflikte wie den Zweiten Weltkrieg oder den Vietnamkrieg. Jüngere Kriege wie im Irak oder in Afghanistan würden eher durch fiktive Szenarien ersetzt.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11024 - 14. August 2011 - 14:52 #

Hätte mich auch gewundert, wenn dem so gewesen wäre.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 14. August 2011 - 15:13 #

Naja, hätte ich jetzt nicht so pauschal beantwortet. Steckt doch sehr viel Propaganda in Computerspielen. Außerdem werden in Computerspiele nur die "positiven" Aspekte eine Krieges dargestellt. All die negativen Implikationen wie z.B. Hunger, Angst, Flucht, Rehabilitation nach Verstümmelung etc. werden nur selten bis gar nicht thematisiert.

Gorny1 16 Übertalent - 4719 - 14. August 2011 - 20:09 #

Da ein Spiel ja "gespielt" wird sollten die krasseren Aspekte des Krieges auch gar nicht so sehr gezeigt werden. Was aber oft in den moderneren Kriegspielen gemacht wird ist, dass man erlebt wie hart es die Soldaten trifft Kumpel zu verlieren und das es auch durchaus moralische Entscheidungen gibt.
Kriegsverherrlichend sind mMn keine der Kriegspiele die ich kenne. Mich überrascht das Ergebnis der Studie jedenfalls nicht.

finality 08 Versteher - 150 - 14. August 2011 - 15:10 #

Wow, was für eine News, und das auf GG... Was kommt als nächstes? Etwa die total abwägige Behauptung, Computerpieler seien nicht gefährlicher als Normalbürger?!

MantisXT 11 Forenversteher - 671 - 14. August 2011 - 15:36 #

Ich bin auf jeden Fall jemand der nicht einverstanden ist mit dem populistischen Gehetze gegen die "Killerspiel-Spieler" das so mancher Politiker betreibt. Als Spieler diese Diskussion aber einfach als unnötig ab zu tun da natürlich die Spiele für nichts verantwortlich sind ist genauso populistisch.

Ich bin sehr froh über jeden der sich ernsthaft und objektiv mit dem Thema auseinandersetzt oder wie in diesem Fall sogar Forschung betreibt. Wenn dabei so ein Ergebniss rauskommt ist doch umso besser für uns.

Zele 15 Kenner - 2796 - 15. August 2011 - 7:52 #

Bei den "Killerspiel"-Diskussionen geht es aber nicht darum, ob diese Spiele die Einstellung zu Krieg verändern, sondern darum, ob sie die individuelle Wahrnehmung von Gewalt sowie zu einer Abstumpfung führen können. Insofern sind das 2 Paar Schuhe, und diese Studie wird darum auch keinerlei Wertung in der immer wieder aufflammenden Diskussion erfahren - und das nicht ganz zu Unrecht.

Das Ergebnis mag zwar für Spieler gut sein ("endlich werden wir mal nicht als mordlüsternde Zombies dargestellt"), an der eigentlichen Diskussion geht es aber letztlich vorbei...

thurius (unregistriert) 14. August 2011 - 16:15 #

ich wäre ja für ne Studie die rausfindet ob sich der stuhl durch computerspiele beeinflussen lässt oder nicht

Vipery (unregistriert) 14. August 2011 - 16:53 #

Zu viel Pizza, Chips, Cola und anderer ungesunder Kram = öfter mal Verstopfungen...
Ich sollte direkt eine neue Studie starten um Daten zu fälsch... ähhh... meine Theorie zu testen

(Nur damit ich nicht von denen beschimpft werde, die keine Ironie verstehen: Ich schere nicht alle Spieler über einen Kamm. Ich gebe nur Vorurteile wieder. So bin jetzt Sport treiben :D)

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 14. August 2011 - 15:32 #

Wahrscheinlich haben die Nicht-Spieler eine genauso falsche Vorstellung wie die Spieler.

Anonymous (unregistriert) 14. August 2011 - 15:53 #

"Zum Glück” hat das mal einer erforscht. Aber der Grund, dass man dies überhaupt erkunden musste ist schon traurig. Aber dieser Artikel bestätigt mein demographisches “Weltbild”. Und damit möchte ich niemandem auf die Füße treten oder ähnliches, aber so hab ich es eben erfahren, auch als ich bei der Bundeswehr war.

Nokrahs 16 Übertalent - 5685 - 14. August 2011 - 15:56 #

Krieg ist immer gleich.

Ekrow 15 Kenner - 3352 - 14. August 2011 - 16:00 #

Legt das mal unseren netten "Killerspiele gehören verboten!!1!!11"-Politikern vor..

Maverick 30 Pro-Gamer - - 166977 - 14. August 2011 - 16:29 #

Als ob die sich für so ne Studie interessieren würden...

Ekrow 15 Kenner - 3352 - 14. August 2011 - 16:50 #

Das war der Witz daran :)

Dr.Evil 14 Komm-Experte - 2625 - 14. August 2011 - 16:57 #

Überraschung...

bam 15 Kenner - 2757 - 14. August 2011 - 17:16 #

Die Studie erscheint in dieser Form nicht sonderlich sinnvoll. Man kann "Spieler" nicht als Gruppe zusammenfassen und denen lediglich Nichtspieler gegenüberstellen. Jemand der nur mal ein paar Handy-Spiele spielt, ist Spieler. Jemand der nur die Sims spielt ist Spieler. Genauso wie die vielen Leute die nur Facebook-Spiele spielen.

Differenziert man die Gruppe Spieler nicht näher, ist das Ergebnis unbrauchbar. Interessant wäre gewesen ob Spieler die vorrangig Militärshooter spielen ein anderes Bild haben als andere Spieler. Verallgemeinert man die Gruppe der Spieler aber, ist es vollkommen klar, dass sich das Bild nicht von Nichtspielern unterscheidet.

Natürlich gibt es mal wieder kein Verweis zur Studie selber, damit kann man sich nur auf die Aussagen der FTD verlassen. Nimmt man nur die dort veröffentlichten Aussagen daher ist da eben keine Differenzierung zu erkennen.

ganga Community-Moderator - P - 15586 - 14. August 2011 - 17:33 #

*zustimm*
Aber so ist das mit News zu Studien ja leider meistens.

MantisXT 11 Forenversteher - 671 - 14. August 2011 - 17:44 #

Auf der Webseite von Thorsten Quandt ist vermerkt das er im Juli dieses Jahres auf der IAMCR Konference in Istanbul den Vortrag: "War Games: Analyzing the relationship between militaristic attitudes and the use of military-themed digital games." gehalten hat. Da hier ausdrücklich auf Spiele mit Militärthematik hingewiesen wird nehme ich an das das in seiner Studie berücksichtigt wurde.

Leider konnte ich sonst keine weiteren Hinweise zur Studie finden und reine Spekulation wollte ich nicht in der News unterbringen. Ich hätte das vielleicht erwähnen können sorry, ist meine erste News.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 14. August 2011 - 17:52 #

Kritisierst du etwa diese überaus wertvolle Studie? Du meinst doch nicht, dass man hier sinnlos Gelder verschwendet hat?

vicbrother (unregistriert) 14. August 2011 - 18:32 #

Diese Studie beweist: Spieler die in Ihrer Freizeit auf andere Menschen schießen, sind eigentlich Pazifisten! Und die Amerikaner sind tolerante gerechtigkeitsliebende freiheitsbringende Friedensengel!

DELK 16 Übertalent - 5488 - 14. August 2011 - 22:51 #

Da stellt sich halt dann wieder die Frage, was hier wie wirkt: Werden die Spieler durch die Militärshooter kriegerischer, oder spielen kriegerische Spieler eher Militärshooter?

Keksus 21 Motivator - 25001 - 14. August 2011 - 17:51 #

Da bin ich aber erleichtert.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86491 - 14. August 2011 - 18:37 #

War ja eigentlich klar wie Kloßbrühe, aber heutzutage kann man sowas ja nicht oft genug wiederholen!

Larnak 21 Motivator - P - 25577 - 14. August 2011 - 20:02 #

Nein, heutzutage ist man glücklicherweise bemüht, sich nicht auf scheinbar logische Dinge einfach zu verlassen, sondern sie auch nachzuweisen.
Sonst wäre die Erde für uns wohl immer noch eine Scheibe, das war schließlich auch mal "klar wie Kloßbrühe" ;)

Politician 12 Trollwächter - 1106 - 14. August 2011 - 19:11 #

Mich würde es wundern wenn der Konsum von Call of Duty und co nicht auf Dauer eine Einstellung zu Gewalt als Mittel der Konfliktlösung fördern würden. Allerdings gibt es diesen Hurra Patriotismus auch in Hollywood zu genüge, sodass auch Nichtspieler ihr Medium haben, was sie in die gewünschte Richtung zu beeinflusse sucht.
Ich bin mir sicher, dass unsere Amerikazentrierte Medienlandschaft recht großén Einfluss auf politische Einstellungen hat.

Allerdings wird ein Mensch mit politischer Meinung nicht durch das Spielen von Computerspielen zum Kriegsbefürworter. Solche Auswirkungen wären wenn überhaupt dann nur langfristig zu beobachten und müssten auch andere relevante Medien mit berücksichtigen.
Für mich persönlich sind aufgrund der Patriotismuskeule viele aktuelle Shooter einfach unspielbar. Meine Einstellung würde ich aber durch sie nicht ändern.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6528 - 14. August 2011 - 20:37 #

Das ist nichts Neues. Ich liebe Militärmusik und bin beeindruckt von Truppenaufmärschen & Co. Genauso mag ich Krieg in Spielen, Büchern und Filmen. Aber selbst war ich froh, dass die Bundeswehr mich vergessen hat und will niemals selber kämpfen. Das eine ist halt fiktiv, das andere harte Realität.

CookieGER 07 Dual-Talent - 149 - 15. August 2011 - 0:19 #

Warum auch? Jeder klar denkende Mensch sollte zwischen Realität und Spiel unterscheiden können.

bam 15 Kenner - 2757 - 15. August 2011 - 7:51 #

Ich denke darum geht es weniger. Die Frage stellt sich doch allgemein inwieweit Medien die Meinungen zu bestimmten Themen beeinflussen; dass sie beeinflussen ist wohl kaum strittig.

Bei Spielen sieht es aber eben derzeit so aus, dass sie noch sehr weit von der Realität entfernt sind. Kriegsspiele sind weitesgehend unpolitisch, wenn man von der üblichen Patriotismusschiene absieht.

Sollten sich Kriegsspiele aber ernsthaft mit aktuellen Konflikten auseinandersetzen und so wie viele Filme ein politisches Statement abgeben, könnte man da sicherlich zu interessanten Ergebnissen kommen.

Ob so beabsichtigt oder nicht, es kommt mir jedenfalls so vor als ob Krieg oft zu negativ dargestellt wird. Der Konflikt als solcher ist natürlich grausam und für alle direkt Beteiligten eher negativ anzusehen. Betrachtet man Kriege aber unter politischen Gesichtspunkten, können diese eben auch sehr positive Wirkung zeigen.

Leider wird eben die Wirkung eines Kriegs global und langfristig absolut nicht in Spielen thematisiert, sondern lediglich der Kriegsschauplatz umgesetzt. Dort wird dann sicherlich von einigen vermutet, dass "Kriegsaction" + Patriotismus eher verharmlosend oder verherrlichend wirkt und so eben ein falsches bzw. einseitiges Bild wiedergibt.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 15. August 2011 - 10:26 #

Ich will eigentlich nicht weiter auf der Studie herumbashen, das wurde zu Genüge getan. Mich interessiert eher der Hintergrund der Befragten Personen. Gerade bei den Nicht-Spielern hat man damit ja auch noch nicht alle Schichten durch. Das hier schneidet das nur an: "So hätten ältere Menschen, aggressivere und autoritätsorientiertere, sowie solche mit niedrigerer Bildung eine positivere Einstellung zu Militär und Soldaten." Wenn man das aufschlüsselt wird es bei den Nicht-Spielern wahrscheinlich eher der Fall sein, dass es keine jugendlichen Befragten als Nicht-Spieler gibt, die man den meist jüngeren Spielern gegenüberstellen könnte. Selbst im Original-Text wird die Zusammensetzung nicht ganz deutlich

Anonymous (unregistriert) 15. August 2011 - 14:17 #

was würden wir nur alle ohne studien machen, dieser informations- und wissensfluss überrascht nicht nur, er haut einen jedesmal glatt um. das pazifisten nicht in der mehrheit kriegsspiele daddeln, hätte ich im leben nicht vermutet. ich mache mir ehrlich gesagt sorgen, ob meine vorstellung, das vegetarier gerne und in überzahl rinderschlachthof simulator 2.0 spielen, falsch ist. eine studie muss da her.

Michl Popichl 24 Trolljäger - 50611 - 15. August 2011 - 17:50 #

tztztz

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit