Carmack: Kritik an Call of Duty ist unbegründet

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20. Juli 2011 - 11:57
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Call of Duty scheidet die Geister. Die einen verbringen mehrere hundert Stunden ihrer Freizeit mit dem Multiplayer-Modus der Reihe, die anderen beklagen das seit Jahren unveränderte Gameplay und machen den Erfolg der Serie sogar für eine gewisse Stagnation des ganzen Shooter-Genres verantwortlich. Auf genau dieses Thema von IndustryGamers angesprochen, reagiert John Carmack -- als Entwickler von Shootern wie Doom und Quake prägte er das Genre maßgeblich -- leicht verärgert. So beanstandet er vor allem die Hochnäsigkeit mancher Entwickler und Kritiker, wenn es um Kreativität im Genre geht. Er sei zwar froh, dass sein demnächst erscheinender Titel Rage in dieser Hinsicht anders sei, könne aber gleichzeitig die Entwickler hinter Call of Duty und Co verstehen.

Es ist erwiesen, dass Leute [die Spiele] mögen, und es ist ein Fehler, das zu bemängeln. So lange es die Leute kaufen, haben sie Spaß damit. Wenn sie das nächste Call of Duty kaufen, dann nur, weil sie das letzte mochten.

Im Folgenden weist Carmack darauf hin, dass der Job der Entwickler darin bestehe, Spiele zu erschaffen, die den Käufern gefallen und mit denen sich Geld verdienen lasse. Es sei hingegen nicht ihre Pflicht, neue Ideen und Konzepte umzusetzen. Dabei richtet er seine Worte insbesondere an die aus seiner Sicht oft hochnäsigen Indie-Entwickler. "Es ist fast so, als wäre es nur deshalb nicht gut, weil es beliebt ist. Das ist einfach nicht richtig."

Carmack äußert sich im weiteren Verlauf auch noch zu der Entwicklung vom First-Person- zum Third-Person-Shooter. So sei der Einsatz der Außenperspektive eine logische Folge des Shooter-Genres gewesen, da sich so cineastische Stilmittel besser umsetzen ließen. Dennoch freue er sich über den anhalten Erfolg der Egoshooter. Die Leute würden immer noch die Vorteile der Egoperspektive erkennen. Doch bei beiden Varianten handele es sich um etablierte Genres, die noch auf lange Zeit beständig weiter entwickelt würden und somit parallel existieren würden. Wer mehr über die Person John Carmack erfahren möchte, dem sei Christoph Hofmanns gerade erst aktualisiertes Entwicklerporträt empfohlen.

Sok4R 17 Shapeshifter - P - 6335 - 20. Juli 2011 - 12:11 #

Da hat JohnC schon recht - nicht alles, was beliebt ist, ist auch zwangsläufig schlecht. Das Problem ist, dass beliebte Spiele von den Publishern gerne ausgeschlachtet werden und dadurch schlecht werden. Oder sie einfach nur den Ruf des "Mainstream" bekommen und allein deswegen abfällig betrachtet werden.

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 20. Juli 2011 - 12:14 #

Recht hat der Mann! Nur sollte man auch bedenken, wenn ein Indie-Team in seiner Freizeit ein Spiel entwickelt, dass keine Gehaltskosten anfallen, allgemein kein großes Risiko eingehen und im Prinzip so kreativ sein können wie sie wollen und dies auch ausleben.

elvis_untot 10 Kommunikator - 388 - 20. Juli 2011 - 13:16 #

Indie bedeutet nicht unbedingt, dass das einige in ihrer Freizeit machen neben einem gut bezahltem Job. Es gibt viele Indie Studios (auch in Deutschland), das Vollzeit machen und damit ihr täglich Brot verdienen.

Für die Leute ist das Risiko auch gross genug wenn sie "nur" ein halbes Jahr an einem Spiel schreiben und das hebt nicht ab.

Indie bedeutet eigentlich nur, dass keine grosse Firma hintendran steht, die den Vertrieb und das Marketing übernimmt.

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 20. Juli 2011 - 15:10 #

Ich weiß sehr gut was Indie bedeutet. Nur so fängt eine kleine Videospiele-Firma nun einmal an: Es beginnt "meist" als Hobbie und man hat "erstmal" kein Risiko. Alles muss kommerzieller werden, sobald man Leute beschäftigt. Dann trägt man Risiken und Verantwortung. Angemerkt sei auch, dass id Software vor kurzem auch noch ein Indie war! Mir ging es hier um die Sichtweisen.

Christoph Vent Redakteur - P - 138879 - 20. Juli 2011 - 15:39 #

Du stellst es nur fast so dar, als ob jedes Indie-Studio ohne Zwang anfangen würde. Und das ist bestimmt nicht so. Wenn ehemalige Entwickler eines untergeordneten Studios heute ein Indie-Studio gründen, müssen sie auch ab heute daran denken, Geld zu verdienen. "Kein Risiko" ist da einfach nicht der Fall.

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 20. Juli 2011 - 15:51 #

Irgendwie fehlt auch ein Wort für die Leute, die ein Spiel hobbiemäßig entwickeln und es dann am Ende verkaufen können. Klar sind sie dann ein Indie-Entwickler ohne Budget und nach ein paar Monaten haben sie durch den hoffentlich "erträglichen" Verkauf ein Budget. Hobbieentwickler sind sie danach aber nicht mehr.

Faxenmacher 16 Übertalent - 4008 - 20. Juli 2011 - 12:20 #

Wenn es bei einem CoD mal was "neues" geben würde und die Story mehr Tiefgang und Bodehaftung erfährt bin ich gern bereit dazu es nochmal zu probieren. Wer damit aber seinen Spass hat soll es weiterhin so haben/spielen können. Ist ja nicht so das es keine Alternativen gäbe.

Carmacks Rage ist auch mal was anderes, schon eher auf meinem Radar.

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 20. Juli 2011 - 12:56 #

Seh ich auch so, CoD MW war damals was neues und für die Serie auch der Weg aus dem selbst geschaufelten WW2 Genre...aber jetzt geht es gerade so weiter.
Ich gebe jedenfalls kein Geld für ein CoD aus wenn Spiele wie Rage, Portal 2 oder Pixeljunk Monsters (ich liebe liebe liebe es!!!) auf dem Markt sind und kommen werden.

Asto 15 Kenner - 2904 - 20. Juli 2011 - 13:21 #

Es muss garnicht mal viel neues bieten, nur eine gute Story. MW1 war klasse. MW2 da war ich dann schon so eher skeptisch. War aber doch schon arg action-überladen. Und Black Ops... habe ich nicht durchgespielt. Total übertriebene Action usw, ne... Geld aus dem Fenster geschmissen -.-

Ja, ich kaufe solche Spiele für den Singleplayer. Will ich MP spielen, dann greife ich zu BF. Wobei ich mit BF3 alles zusammen bekommen werde, uiui. Hoffentlich ist da die Story gut umgesetzt, sieht aber bislang so aus und die MoH Story war auch schon besser als Black Ops und Co.

maddccat 18 Doppel-Voter - 11661 - 20. Juli 2011 - 12:32 #

Wieso muss ich jetzt an den Spruch mit den Fliegen denken? ;)
So schlecht wie oftmals dargestellt werden die aktuellen Vertreter von Call of Duty (kenne BO nicht) sicher nicht sein und gerade im MP auch eine ordentliche Zeit lang Spaß machen. Der Unterhaltungswert ist für viele Spieler wohl noch gegeben doch was ist, wenn Entwickler ihre Arbeit auch ein wenig mit Kunst assoziieren oder ein Teil der potentiellen Kundschaft sich mehr Abwechslung wünscht und sich vorstellt, wo das Genre heute sein könnte? Denkt man da an Call of Duty? Bei der Wiederholung von nahezu unveränderten Inhalten und kaum vorhandenen Neuerungen, muss man sich eben auch Kritik gefallen lassen. Und in diesem Bereich sind nun einmal die Indie-Entwickler sehr stark, schwächeln dafür oftmals in anderen Bereichen. Nur wäre AB schön blöd, wenn sie an Call of Duty größere Veränderungen vornehmen würden, solange es sich dermaßen gut verkauft.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9926 - 20. Juli 2011 - 13:04 #

Tja da bleibt nur auf die Spieler zu hoffen/nicht hoffen, dass sie das Spiel nicht mehr kaufen.
Ist ja schon logisch, was die Entwickler/Publisher machen. Geld regiert die Welt.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 20. Juli 2011 - 14:13 #

Warum sollten sie das Spiel nicht mehr kaufen wenn es ihnen gefällt?

Anonymous (unregistriert) 20. Juli 2011 - 13:14 #

Nicht verwunderlich wenn das von einem Mann kommt der seit 20 Jahren das selbe Spiel macht ... oder darf man das jetzt nicht sagen weil er JOHN CARMACK ist?

elvis_untot 10 Kommunikator - 388 - 20. Juli 2011 - 13:22 #

Er macht nicht seit 20 Jahren das gleiche Spiel.

Die Namen haben sich alle paar Jahre geändert und auch die Texturen haben eine bessere Auflösung ;)

Man muss aber auch sehen, wenn man sich von den bewährten Sachen verabschiedet, ist die Chance sehr gross, dass das nächste Spiel ein Flop wird, und dann ist eventuell das ganze Studio pleite, was wir ja auch immer wieder sehen.

Novachen 19 Megatalent - 13086 - 20. Juli 2011 - 13:30 #

Natürlich hat er recht. Das ist aber auch eine 1+1 Zählung. Ich meine soviele Kunden kommen ja auch nicht von ungefähr. Manche haben sich von Call of Duty abgewendet weil es ihnen zu langweilig wurde. Andere sind dabei geblieben weil sie weiterhin Spaß daran haben und für die die weggegangen sind, sind eben andere gekommen die Neu- oder Wiedereinsteiger bei der Call of Duty Reihe sind. Wenn der Nachfolger 11 Millionen Verkäufe hat und der Vorgänger 10 Millionen dann werden es nicht nur 1 Million Neukunden sein, sondern deutlich mehr.

Loki 11 Forenversteher - 597 - 20. Juli 2011 - 14:44 #

Ich wage es mal zu vermuten, dass die meisten, die CoD noch toll finden, vorher in ihrem Leben nicht allzuviele Shooter gespielt haben...anders kann ich mir diese Beliebtheit nicht erklären...

MW1 war wirklich toll, geradezu revolutionär, was das Storytelling und das MP-Rangsystem angeht...danach wars mMn einfach nur noch mehr vom gleichen in schlechterer Qualität/mit weniger Herzblut erstellt, verpackt in für den Kunden unvorteilhafteren Marktkonzepten...

Wie irgendwann schon mal von mir erwähnt, glaube ich generell, dass die Beliebtheit mancher, sehr altbackener Spielkonzepte, bzw. das Nicht-Bemerken des Fehlens elementarer Standards, stark mit dem explosionsartigen Wachstum des Videospielemarktes zusammen hängt...der zugewachsene Teil hat eben noch nicht 20 Spiele im Stil eines CoD gespielt, sondern vll 2 oder 3 und im LAN wird vll auch nur ein Teil gespielt haben, oder mal einen Dedicated Server aufgesetzt haben...

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 20. Juli 2011 - 22:07 #

"Ich wage es mal zu vermuten, dass die meisten, die CoD noch toll finden, vorher in ihrem Leben nicht allzuviele Shooter gespielt haben...anders kann ich mir diese Beliebtheit nicht erklären..."

Das wird es sein! So und nicht anders!

Loki 11 Forenversteher - 597 - 21. Juli 2011 - 15:52 #

Naja..ich fänds echt zu frustrierend 100h im MP zu verzocken wenn man son tolles p2p System hat und ich ständig wieder was bezahlen muss, wenn ich auf allen Servern, sprich Maps, zocken möchte...da bin ich einfach anderes gewohnt und so ne Verarsche(nix für MP-Infrastruktur zahlen wollen, aber für MP-Maps schön abkassieren)lassich mir nicht gefallen...

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 20. Juli 2011 - 15:29 #

Recht hat der Mann. Jedem das seine. Immer dieses: "Das was du da magst ist blöd/altbacken, es könnte doch schon viel tolleres geben."

Call of Duty bedient das gute alte Räuber & Gendarme-Prinzip in höchster Vollendung. Das wird wahrscheinlich niemals out sein. Warum auch? Solange es Leute gibt die es spielen wollen. Nur zu. Die Verkaufszahlen können doch auch nur gut für die ganze Branche sein. Nur so merkt die Politik auch, dass Games nicht nur für Kinder gemacht werden. Anders kann ich mir auch den Richtungswechsel bei Gears of War 3 nicht erklären. Anscheinend bemerken die da oben langsam, dass der Wirtschaft eine Menge Kohle durch die Lappen geht, wenn solche Titel im Ausland gekauft werden.

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 20. Juli 2011 - 17:00 #

Das Absurde an der ganzen Call of Duty-Diskussion ist die Hypokrisie der sogenannten "Kritiker" und "Videospielexperten", die den Ton auf Videospielinternetseiten angeben. Vieles, wofür Call of Duty kritisiert wird - wie Linearität, fehlende Innovationen, häufiger Einsatz von Skript-Sequenzen, kurze Spieldauer -, wird bei der Konkurrenz nicht bemängelt.
Call of Dutys derzeit größter und beliebtester Konkurrent ist die Battlefield-Serie. Was macht dessen letzter Ableger denn besser als Call of Duty: Black Ops. Ist die Singleplayer-Kampagne von Battlefield: Bad Company 2 weniger linear? Wird da nicht auch ausschließlich geschossen, erhält der Spieler Handlungsalternativen? War Bad Company 2 zum Zeitpunkt des Erscheinens innovativ? Gab es nicht bereits in der Battlefield-Subserie "Bad Company" einen konsolenexklusiven Teil davor? Ist Battlefield 3 nicht mittlerweile der siebte Teil der Serie, Addons ausgenommen? Erscheint Battlefield nicht mittlerweile auch im Jahrestakt? Ist die Kampagne von Bad Company 2 frei von Skript-Sequenzen und besonders lang?
Viele Kritikpunkte an Call of Duty-Spielen sind sogar nicht im Entferntesten substantiiert. Um ausgewählten Kritikpunkten die Wahrheit gegenüber zu stellen: Die Grafik von Call of Duty ist zeitgemäß; DLCs gibt es auch bei der Konkurrenz und dort sind sie weder signifikant billiger noch umfangreicher; die Story war in den Call of Duty-Spielen bislang für Shooter immer überdurchschnittlich gut, allein die Erzählweise in Modern Warfare 2 war nicht gelungen; der Multiplayer ist ausbalanciert und umfangreich.

Wieso Call of Duty auf einmal bei den "Hardcore"-Gamern und anschließend bei den Kritikern (die ihr Fähnchen oft nach dem Wind richten) in Ungnade gefallen ist, bleibt mir ein Rätsel. Ich vermute ja, dass der Grund in den Verkaufserfolgen der Call of Duty-Spiele zu suchen ist: Genauso wie sich der Literaturkritiker und die ihm nacheifernden Feuilletonleser vom gemeinen Belletristik-Leser durch extravagante Buchvorlieben abzuheben versuchen und Abscheu vor Bestsellern - am besten amerikanische - vorspielen, so suchen sich die Videospiel-Kritiker und die zu ihnen aufschauenden "Videospielexperten", von denen jede Videospielinternetseite Hunderte hat, in ihrem von der Masse entrückten Videospielgeschmack ein Unterscheidungsmerkmal zum ordinären Gelegenheitsspieler, der großen Spaß an Spielen wie Call of Duty, Die Sims oder gar Wii Fit findet. Was brächte ihm denn auch all sein angehäuftes Videospielwissen: Wann welches Spiel erschienen ist, ob die Rezeption positiv oder verhalten war, ob es erfolgreich war oder nicht? Wenn er am Ende doch nur dieselben Spiele kauft und lobt wie 14-jährige Kinder, die erst seit ein paar Jahren spielen.
So erklärt es sich dann auch, dass teilweise der größte und langweiligste Schrott über den grünen Klee gelobt wird, solange er nur "Indie" und absolut nicht "Mainstream" ist.

maddccat 18 Doppel-Voter - 11661 - 20. Juli 2011 - 17:57 #

-Der SP von BC2 ist weniger Schießbude als MW2 (BO kenne ich nicht) und hat eine - drücken wir es wohlwollend aus - weniger verwirrende Story.
-Battlefield erscheint nicht im Jahrestakt, BC 1/2 sind spin-offs.
-Es gibt Missionen in denen man mit Fahrzeugen unterwegs ist und Missionsziele in beliebiger Reihenfolge angehen kann und deutlich weniger Skripts.
-Der DLC Vietnam (BC2) ist deutlich umfangreicher als jeder DLC von Call of Duty, viele Maps gab es obendrein kostenlos.
-Die Grafik von Call of Duty mag als Standbild zeitgemäß sein, zerstörbar oder manipulierbar ist da fast nichts.
-Wieso Call of Duty bei "Hardcore-Gamern" in Ungnade gefallen ist, kann ich nur vermuten: Wechsel mal von Call of Duty zu BC2, du bekommst als Neuling die ersten Stunden keinen Fuß auf den Boden weil Aiming und Spotting deutlich anspruchsvoller sind und es häufig auf Teamfähigkeiten ankommt. Umgekehrt ist das eher kein Problem und selbst weniger geübte Spieler erzielen problemlos Erfolge.

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 20. Juli 2011 - 18:27 #

"-Der SP von BC2 ist weniger Schießbude als MW2 (BO kenne ich nicht) und hat eine - drücken wir es wohlwollend aus - weniger verwirrende Story."
Ich habe beide Spiele durchgespielt und kann nicht bestätigen, dass Bad Company 2 "weniger Schießbude" ist. Aber vielleicht verstehe ich dich auch falsch: Was heißt "Schießbude"? Als "Schießbuden-Spiele" würde ich Shooter mit mangelhafter K.I. bezeichnen, die keine Anstrengungen unternimmt, den Gegner zu töten. Dies trifft aber auf beide Spiele nicht zu: Die K.I. rückt selbständig vor und unternimmt Versuche, den Gegner durch geeignete taktische Mittel wie beispielsweise Umkreisung auszuschalten.
Ob einem die Geschichte in Bad Company 2 oder aus Modern Warfare 2 besser gefällt, ist Geschmackssache; verwirrend fand ich auch die Geschichte in Bad Company 2. Unbestritten sind sich aber die Geschichten in Battlefield und Call of Duty grundsätzlich sehr ähnlich und auch die Erzählweise gleicht sich. Es ist meiner Meinung nach unmöglich, die Story in Call of Duty für "grauenhaft" und "unzulänglich" zu erachten, die in Bad Company 2 jedoch zu mögen.

"-Battlefield erscheint nicht im Jahrestakt, BC 1/2 sind spin-offs."
Genauso gut könnte man auch die von Treyarch entwickelten Titel (Call of Duty 3, 5, 7) als Spin-Offs bezeichnen: Jedes Call of Duty hat eine ca. 2-jährige Entwicklungszeit.

Sicher, dass Battlefield nicht im Jahrestakt erscheint? Hier mal alle Battlefield-Spiele mitsamt Erscheinungsjahr: Battlefield 1942 (2002), The Road to Rome (Add-On, 2003), Secret Weapons of WWII (Add-On, 2003), Battlefield: Vietnam (2004), Battlefield 2 (2005), Special Forces (Add-On, 2005), Battlefield: Modern Combat 2 (2005/2006), Battlefield 2142 (2006), Battlefield: Bad Company (2008), Battlefield Heroes (2009), Battlefield 1943 (2009), Battlefield: Bad Company 2 (2010), Battlefield: Play4Free (2011) und schließlich Battlefield 3 (2011). Dazu kommen noch sog. Boosterpacks zu Battlefield 2 und Battlefield 2142 und DLC für Bad Company und Bad Company 2 (Vietnam).

Rechnet man die Add-Ons heraus, so ist Battlefield 3 das 11. eigenständige Battlefield-Spiel. Call of Duty ist ein Jahr später gestartet (2003) und bringt es bislang "nur" auf 7 Titel. Ich kann nicht erkennen, wie die Battlefield-Marke weniger "gemolken" würde.

"-Es gibt Missionen in denen man mit Fahrzeugen unterwegs ist und Missionsziele in beliebiger Reihenfolge angehen kann und deutlich weniger Skripts."
Fahrzeug-Missionen gibt es genauso in Call of Duty, die einzige Mission mit der von dir beschriebenen beschränkten Handlungsfreiheit ist die "Sangre del Toro"-Mission aus Bad Company 2. Ich sehe jedoch keine große Freiheit darin, in einer einzigen Mission im Spiel die Reihenfolge, in der man Missionsziele erfüllt, selbst bestimmen zu können. Handlungsalternativen habe ich nicht: Ich kann nicht sagen, dass ich Mission A erfülle, Mission B aber nicht. Abgesehen davon gibt es die von dir beschriebene Handlungsfreiheit auch in Call of Duty-Spielen - da kann ich mir manchmal auch aussuchen, ob ich erst Ziel A, Ziel B oder Ziel C ausschalte.
Die Skriptdichte mag in Battlefield geringer sein. Ich kann jedoch nicht erkennen, inwiefern eine hohe Skriptdichte dem Spielspaß abträglich sein soll. Abgesehen davon hat auch die Battlefield-Serie eine hohe Skript-Dichte. Wenn überhaupt, könnte man Call of Duty nur vorwerfen, in diesem Punkt noch (!) schlimmer als Battlefield zu sein.

"-Der DLC Vietnam (BC2) ist deutlich umfangreicher als jeder DLC von Call of Duty, viele Maps gab es obendrein kostenlos."
Manche Mappacks gab es auch in der Geschichte von Call of Duty kostenlos, der Vietnam-DLC enthält vier Karten, Call of Duty-Mappacks hingegen 5. Im Gegenzug erhält man im Vietnam-DLC neue Waffen- und Fahrzeug-Models, jedoch beides nur in beschränktem Umfang. Von "deutlich umfangreicher" kann meiner Meinung nach keine Rede sein.

"-Die Grafik von Call of Duty mag als Standbild zeitgemäß sein, zerstörbar oder manipulierbar ist da fast nichts."
Battlefield: Bad Company 2 ist, soweit ich weiß, der einzige Shooter neben Red Faction der letzten Jahre, der frei zerstörbare Umgebungen bietet. Standard sind frei zerstörbare Umgebungen damit nicht.

"-Wieso Call of Duty bei Hardcore-Gamern in Ungnade gefallen ist, kann ich nur vermuten: Wechsel mal von Call of Duty zu BC2, du bekommst die ersten Stunden kein Bein auf den Boden weil Aiming und Spotting deutlich anspruchsvoller sind. Umgekehrt ist das eher kein Problem."
Ich habe auch Bad Company 2 gespielt und hatte nach einer wie bei allen Spielen gleichermaßen üblichen Eingewöhnungsphase keine Probleme mit Aiming oder Spotting.
Genauso wie jemand, der von Call of Duty auf Battlefield wechselt, sich erst an das Waffenverhalten, insbesondere Rückstoß und Streuung, sowie das Entdecken von Feinden gewöhnen muss, muss sich der Battlefield-Spieler an das Gameplay von Call of Duty gewöhnen. Ich glaube kaum, dass ein unerfahrener Spieler in Call of Duty konstant ein K/D-Verhältnis von 3 oder höher schafft.

maddccat 18 Doppel-Voter - 11661 - 20. Juli 2011 - 20:44 #

Umkreisen bei Call of Duty? Habe ich noch nicht erlebt, eher endloses Gespawne bis ich den nächsten Trigger erreicht habe. Das Ganze fühlt sich für mich sehr häufig so an: Erreiche Punk X, baller 10-15 Gegner aus der Kulisse und laufe genau einen Pfad mit ein bis zwei Skriptereignissen zur nächsten. BC2 mag sich teilweise sehr ähnlich anfühlen, die Areale sind häufig aber weitläufiger und die NPCs agieren meiner Meinung nach freier/eigenständiger.
Zur Geschichte: Währende man bei MW2 munter zwischen verschiedenen Protagonisten hin und her springt und so immer nur einzelne Handlungsfragmente erlebt, bekommt man bei BC2 eine durchgehende Story rund um die B-Company geboten. In meinen Augen ist die Erzählweise daher sehr unterschiedlich, nicht zuletzt weil der Spieler so auch eine Beziehung zu den Protagonisten und seinen Kameraden aufbauen kann und sich nicht nach kurzem Geballer wieder neu einfinden muss.
Was du da jetzt als Battlefields aufzählst, sind mitunter kostenlose f2p-Browsergames oder Downloadtitel mit 4 Maps und keine AAA-Titel. Denke die kann man ruhig vernachlässigen. Heros alleine ist btw. für ein BF recht kreativ bzw. anders, man könnte also entweder sagen, es ist gar kein BF oder kreativer als alles was jemals bei Call of Duty versucht wurde. Das Gleiche gilt übrigens auch für die zerstörbaren Gebäude in Bad Company 1 und 2. Was hat sich denn bei Call of Duty seit Teil 1 außer dem Szenariowechsel und der Anzahl an Skipts getan?
Bei der halbwegs freien Mission in BC2 siehst du keine Handlungsfreiheit? Klar, die Missionsziele müssen erfüllt werden, so ist das nun einmal wenn man einen Auftrag hat. Reihenfolge und von wo du dich annäherst bleiben dir aber überlassen. Für einen Shooter finde ich das schon relativ beachtlich. ;)
Zu BC2-Vietnam: Das Addon enthält 5 Karten, 6 Fahrzeuge und 15 Waffen inklusive diversen Sprachaufnahmen, passenden Sounds und Musik aus der Zeit. Das ist in meinen Augen deutlich mehr als nur ein paar Karten. Außerdem spielt es sich anders als das Hauptprogramm.
Wenn du dich in BC2 genauso schnell zurechtgefunden hast, wie in jedem x-beliebigen Call of Duty, dann musst du wohl ein echtes Naturtalent sein. Ich habe schon mehrfach, auch bei mir selbst, anderes erlebt. Bei Call of Duty reicht es beispielsweise grob in die Richtung des Gegners zu halten, das klappt bei BC2 nicht, da sich die Waffen extremer verhalten und die Distanzen häufig ganz andere sind. Ein konstantes K/D-Verhältnis von 3 halte ich bei BC2 zumindest auf Hardcore (ich spiele nur diesen Modus) für nahezu unmöglich. :)

MasterAli 06 Bewerter - 90 - 21. Juli 2011 - 19:55 #

+ gefällt mir

meskobin 11 Forenversteher - 760 - 20. Juli 2011 - 23:52 #

Danke John...Du sprichst mir aus der Seele!

Und nochmal für alle die hier KI, schlauchige Levels oder Trigger Verhalten bemängeln: Es geht um den MULTIPLAYER! Der Singleplayer is nach 5 Stunden vorbei und interessiert die echte Core Community fast garnicht...aber wie im Artikel schon erwähnt verbringen die meissten 'echten COD-Spieler' mehrere 100 Stunden im Multiplayer. Und darum sollte darauf auch der Fokus der Diskussion liegen!

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ChrisL