MIT-KI spielt nach Handbuchstudium besser Civilization

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Ganesh 4863 EXP - 16 Übertalent,R8,S3,J9
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14. Juli 2011 - 12:13 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
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Die KI in Strategiespielen ist auch nach Jahrzehnten, seit es das Genre gibt, noch immer nicht in der Lage, einem geübten Spieler mit ehrlichen Mitteln Paroli zu bieten. Das bemängelte GamersGlobal unter anderem beim Test von Civilization 5 und in einer Kolumne von Jörg Langer.

Auch wenn die Forschungen von Regina Barzilay und ihren Doktoranden S.R.K. Branavan und David Silver wahrscheinlich eher nicht von Enttäuschungen über Spiele-KIs ausgingen, so klingt das Ergebnis der MIT-Forscher beachtlich: Sie entwickelten eine KI, die einen nicht näher beschriebenen Teil der Civilization-Serie aus Spielersicht spielt, die lernfähig ist und die durch "Lesen" des Handbuchs eine signifikante Erhöhung ihres Spielerfolgs erzielen konnte.

Mittels eines Trial-and-Error-Systems sollte der Computer lernen, Civilization zu spielen, anfangs hatte man der KI lediglich ein sehr simples Verständnis vom Umgang mit dem Spiel mitgegeben: Sie wusste,  was ein Mausklick mit der rechten und der linken Maustaste auslöst, und konnte erkennen, wann sie das Spiel gewonnen hatte. Man muss sich das wohl so vorstellen, das Millionen und Abermillionen von zufälligen Aktionen ausgeführt wurden, die -- sicherlich auf einer sehr kleinen Karte mit vermutlich nur einem Gegner -- dann in wenigen Fällen zum Erfolg führten. Die erfolgreichen Fälle gaben der KI dann vermutlich Aufschluss über offenbar sinnvolle Aktionen, von denen sie vermutlich wiederum lernte.

In einem zweiten Schritt wurde der KI ermöglicht, den im Spiel erscheinenden Text kontextsensitiv auszuwerten sowie das Handbuch nach Begriffen zu durchsuchen. Auf diese Weise sollte die KI Hypothesen bezüglich der Umsetzung der Anweisungen des Handbuchs über das Interface des Spiels bilden. Diese Hypothesen baute sie dann in den Trial-and-Error-Prozess ein. Also konnte sich die KI mit Hilfe des Handbuchs anscheinend Stück für Stück ein besseres Verständnis vom Spiel erarbeiten. Als wesentliche Schwierigkeit musste dabei überwunden werden, dass Handbücher zu Videospielen meist keine genauen Erfolgsanweisungen darstellen, sondern vom menschlichen Leser Interpretations- und Umsetzungsleistungen verlangen.

Im Vergleichstest konnte die Endstufe der KI, die auf das Handbuch zurückgreifen konnte, 79% ihrer Partien gewinnen, während die KI ohne Handbuch lediglich zu 46 Prozent (und in einer Alternativvariante, nach technischen Verbesserungen, zu immerhin 62 Prozent). Die Forscher schließen daraus, dass die KI in der Lage war, aus dem Handbuch einen signifikanten Vorteil zu ziehen.
 

DarkMark 15 Kenner - 2908 - 14. Juli 2011 - 12:15 #

Good Morning, Dave...

Icy 12 Trollwächter - 1033 - 14. Juli 2011 - 12:17 #

I for one welcome our new computer overlords!

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 14. Juli 2011 - 16:01 #

And then the AI is responding to you: "All your base are belong to us!"

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 14. Juli 2011 - 12:24 #

Wenn sie die CIV 5 KI mal so "trainiert" hätten...
*träum*

Sheak 13 Koop-Gamer - 1625 - 14. Juli 2011 - 12:30 #

Welcome to MIT Science enrichment center!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 14. Juli 2011 - 12:34 #

Ich möchte gar nicht wissen, wie gut MENSCHEN das Spiel spielen würden wenn sie das Handbuch gelesen hätten ;) .

DELK 16 Übertalent - 5488 - 14. Juli 2011 - 12:36 #

Wenns denn noch welche geben würde ;)

DarkMark 15 Kenner - 2908 - 14. Juli 2011 - 12:44 #

Menschen? Oder Handbücher?

DELK 16 Übertalent - 5488 - 14. Juli 2011 - 12:46 #

Handbücher ;) Gibts ja mittlerweile bei viel zu wenig Spielen.

vicbrother (unregistriert) 14. Juli 2011 - 20:49 #

Wozu es Handbücher bei Spielen gibt ist mir auch unklar. Der Spieler sollte durch das Spiel erfahren, wie die Spielmechanismen ablaufen und wie z.B. Treffer und Schaden berechnet werden. Dann braucht man auch kein Handbuch

Jak81 16 Übertalent - 5104 - 14. Juli 2011 - 12:56 #

"Diese Hypothesen baute sie dann in den Trial-and-Error-Prozess eingebunden werden."
Diesen Satz solltest du glaube ich nochmal überarbeiten. :)

Ganesh 16 Übertalent - 4863 - 14. Juli 2011 - 12:57 #

Danke!

Korbus 15 Kenner - 3189 - 14. Juli 2011 - 13:05 #

Edith sagt ich war zu langsam. :(

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 14. Juli 2011 - 13:09 #

Handbücher hab ich früher immer sehr gerne gelesen weil die Spiele es mir nicht so einfach gemacht haben wie heute. Wer braucht denn zu einem CoD 7 noch ein Handbuch? Bei Mech Warrior wäre ich ohne Handbuch gestorben

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 14. Juli 2011 - 13:33 #

Ich musste beim lesen die ganze Zeit an Mass Effect und an die Geth denken. Lernfähig, nach und nach wird die KI besser und irgendwann kommt es zur Revolte gegen die Schöpfer.

Mithos (unregistriert) 14. Juli 2011 - 13:35 #

Deren größte Leistung ist ja die Verarbeitung eines "umgangs-"sprachlichen Satzes. Ich frage mich ja, ob sie ihrer Inferenz-Maschine zu diesem Zweck eine Art grundlegende Blaupause des Aufbaus eines Satzes mitgegeben haben, also in etwa: "Enthält Subjekt, Verb, Objekt" und die Bedeutung in einem Satzgefüge von S,V,O.. Im MIT-Artikel steht ja nur, dass sie dem System vorher keine konkrete Sprache beigebracht haben.
So würde ich jedenfalls anfangen. Allerdings könnte deren System auch einfach Schlussfolgerungen aus der Nähe im Text zwischen zwei Begriffen ziehen, was zwar etwas grob ist, aber auch funktionieren könnte. Nur würde man so kaum zu etwas kommen, was man unter Verständnis der Bedeutung eines Begriffs versteht.

Achja, und noch eine Frage: Welche logische Programmiersprache haben sie benutzt?

Icy 12 Trollwächter - 1033 - 14. Juli 2011 - 13:47 #

> Deren größte Leistung ist ja die Verarbeitung
> eines "umgangs-"sprachlichen Satzes.

Jop sehe ich genau so, obwohl natürlich der Lernprozess an für sich schon beachtlich ist. Aber das eine KI es schaft Sätze zu verstehen und das vermittelte Wissen dann umzusetzen ist einfach erstaunlich.

> Achja, und noch eine Frage: Welche logische Programmiersprache
> haben sie benutzt?

Ach ist doch eigentlich egal. Selbst wenn Sprache A performanter als Sprache B ist, würde man Sprache B nutzen wenn es mehr Leute im Projekt gibt die Sprache B "perfekt" berherschen. Ich schätze das es eh so eine Art verteiltes System war => Wenn es zu langsam läuft, einfach mehr Rechner hinstellen :>

Mithos (unregistriert) 14. Juli 2011 - 16:53 #

Inzwischen sind unter dem MIT-Artikel Kommentare der Autoren aufgetaucht. Sie benutzten FreeCiv (2.2), die OpenSource-Reimplementation von Civ II, da sie so auch an den Quellcode ran kamen. Und sie liessen ihre KI gegen den Computer antreten. Dabei hat ihre KI wohl auch heraus gefunden, dass man den Computer mit einem "early rush" am schnellsten (und auch relativ leicht) bezwingen kann.
Das ist beeindruckend.

Links zu ihrem Paper sind da auch aufgetaucht. Darin wird oft "predicative structure" erwähnt. Ich gehe deshalb davon aus, dass sie Prolog oder Ähnliches benutzt haben.

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 14. Juli 2011 - 13:35 #

Es gibt schon erstaunliche Ergebnisse bei solchen Experimenten/Versuchen und ich bin davon wirklich fasziniert.
Vielleicht sollten die Entwickler auch mal so ihre KI verbessern ;)^^

Wurstdakopp 14 Komm-Experte - 1873 - 14. Juli 2011 - 13:37 #

Civ 1 Handbücher müsste es doch noch viele geben, so oft, wie man die für die Kopierschutzabfrage kopiert hatte...selbstverständlich nur, weil der Hund/Hamster/Hase/Riesenorangutan/Delphin/Bruder/Postbote diese aufgefressen hatte... ;)

Loki 11 Forenversteher - 597 - 14. Juli 2011 - 13:38 #

Naja...nur weils kein Handbuch benötigt, heißt es nicht, dass das spiel nicht komplex sein kann. Wenn ich mich an Siedler 7 erinnere...im Endeffekt beherrschte man die Spielmechanik erst, nachdem man die Kampagne zu 3/4 durchgespielt hatte. Mit jeder Mission kam eine weiteres Spielelement hinzu.
OK die Wirtschaftskreisläufe sind nicht komplex, die Logistik hingegen schon sehr (Laufentfernungen, Platzierung der Gebäude, "Tunebarkeit" der herstellenden Betriebe durch zur Verfügung stellen von Nahrung verschiedener Qualitäten...) und dennoch schaffts das Spiel, ohne zu überfordern, ganz gemütlich einzuführen...ganz ohne Handbuch...

Allerdings sehe ich Games wie Anno, Siedler oder Civ (oder Panzer Corps ;-)), auch eher als Ausnahmen, die meisten Spiele sind schon eher darauf angelegt, auch von sagen wir mal, weniger anspruchsvollen Spielern, schnell erlernt werden zu können...vergrößert einfach die Zielgruppe und erhöht den Wiederkaufsfaktor...

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8031 - 14. Juli 2011 - 14:34 #

Isses also doch wahr...

RTFM!

:)

Tom_82 12 Trollwächter - 959 - 14. Juli 2011 - 15:15 #

Interessant geschriebene Meldung. Skynet ist der nächste logische Schritt. :)

Vaedian (unregistriert) 14. Juli 2011 - 15:27 #

Jup ... Civi im Real-life!

vicbrother (unregistriert) 14. Juli 2011 - 20:54 #

Ach, ihr seid noch alle so jung. Das Vorbild ist Titan-Net und Walter Harris als Gegenspieler...

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 14. Juli 2011 - 22:14 #

Pfff...
Die Mensch-Maschine nebst Rotwang als Gegenspieler!

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 14. Juli 2011 - 16:35 #

Erm wann wird John Connor nochmal geboren?

Ich glaube das ist der Anfang der SkyNet-Herrschaft.... :-D

Polo 13 Koop-Gamer - 1734 - 14. Juli 2011 - 17:21 #

Das wärs doch, wenn die KI sich am Spielerverhalten orientiert, so dass man ständig seine Spielweise ändern muss um noch gewinnen zu können ;)

Maximilian John Community-Event-Team - 9880 - 14. Juli 2011 - 17:37 #

Naja, dass es bessere KIs gibt als die der Civ-Spiele ist ja schon was länger bekannt...

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 85959 - 14. Juli 2011 - 17:48 #

Erschreckend und faszinierend, voraussehbar und doch überraschend. Steht alles noch am Anfang und ist doch schon weit entwickelt. In diesem Fall ist das doch was ganz speziell programmiertes, aber kann es denn grundsätzlich eine universell einsetzbare selbstlernende KI geben? Von einem AI Bewusstsein ganz zu schweigen?

Anonymous (unregistriert) 14. Juli 2011 - 18:11 #

nein. es gibt bei der ki immer nur kleine teilerfolge. das sind aber immer sehr speziell angepasste lösungen. das lernen beschränkt sich bisher auch nur darauf, gegebene variablen selbstständig in testversuchen anzupassen. die eigentlich algorithmen jedoch werden immer noch von menschen geschrieben.
in dem sinne, dass ki selbsständig lösungsalgorithmen findet, ist man noch jahrzehnte entfertn.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 14. Juli 2011 - 18:03 #

RTFM!

hoschi 13 Koop-Gamer - 1464 - 14. Juli 2011 - 18:18 #

Das was die leute da gemacht haben ist das was man wirklich Künstliche Intelligenz nennt. Man sagt dem Rechner wie die Regeln sind (bzw in dem Fall sogar noch weniger) und den Rechner versucht dann selbstständig schlauer zu werden.
Leider bezweifle ich dass die KI in diesem Fall am Ende dann wircklich sehr intelligent geworden ist. Und für Spiele wird es wohl noch mehrere Jahrzehnte dauern bis sowas wirklich eingestzt wird.

vicbrother (unregistriert) 14. Juli 2011 - 20:57 #

Selbst wenn die KI intelligent ist, benötigt sie noch Zeit im die Intelligenz anzuwenden. Siehe Schach: Brute-Force kennt auch die Regeln, aber mit Zeitbegrenzung bringt das nichts. Es braucht nun also noch viel Erfahrung (Millionen von Partien, Eröffnungs- und Endspieldatenbanken) und dann ein tieferes Gefühl für das Spiel (Auswertung der Datenbanken nach Stellungen und Strategien). Das dauert alles noch...

CruelChaos 11 Forenversteher - P - 711 - 15. Juli 2011 - 0:11 #

Sehr Interessant, aber wie kommt man den von einer KI die per Trial and Error rechts und Linksklicks macht zu einer Handbuchinterpretierenden und Hypothesen anstellenden KI, ich denke mal da fehlen 1,2 oder 1.000.000 Schritte dazwischen...

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8031 - 15. Juli 2011 - 0:14 #

Computer lernen schnell... ;)

Und so lange hab ich gar nicht gebraucht.

Anonymous (unregistriert) 16. Juli 2011 - 9:56 #

Also meine Angst vor aktueller KI - Stichwort Skynet - hält sich doch in sehr überschaubaren Grenzen:

Erstmal würde die KI ohne Ressourcen u. Forschungscheats (Civ, Moo etc.)kein Land sehen. Selbst wenn sie das hinbekommen sollte, würden dann die Wegfindungsprobleme (all RTS) ein großes Hindernis darstellen. Wenn dann durch Zufall doch mal was da hinkommt wo es die KI haben will, vernichtet sie sich dann grundlos selbst, da sinnlose Suizid Attacken zum, unverzichtbaren, std. Repatoire, heutiger Ki´s, gehören. (Total War) Was sie auch tun muß, da sie an der Aufgabe scheitert, im real Life den Fog of War cheat zu aktivieren. (PG, Civ etc)

Jedenfalls erfreulich, daß sich das MIT mit lernfähiger Game KI beschäftigt. Auch wenn spiele wohl kaum das erklärte Endziel sind, vielleicht beginnt dann ja bei Spielen auch mal die KI Entwicklung. Zur Zeit isses ja eher ne Rückentwicklung.

Kurz: Wenn das mit DEM Temp weitergeht, dann ist mein Hobby ja eh schon wieder ein geschätzen 35 Jahren interessant.

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