Hardware-News KW28: Sony Vaio Z mit externer Grafik
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Dennis Ziesecke 29505 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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11. Juli 2011 - 17:15 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Das Jahr 2011 scheint zumindest im PC-Sektor das Jahr der verschobenen Hardware zu werden. AMDs Bulldozer lässt weiterhin auf sich warten, Llano erschien verspätet und Intels Ivy Bridge startet klammheimlich erst 2012 statt schon im Herbst diesen Jahres. Nun trifft es auch Nvidia, siehe unten.

Apropos Grafikkarten, erinnert sich noch jemand an S3? Einen wirklich guten Ruf hatte der Hersteller zumindest bei Spielern zwar noch nie, eine Gedenkminute darf aber schon sein: S3 wird nämlich wieder einmal verkauft. Und wo es gerade so schön um Grafik geht: Flache und energiesparende Notebooks mit einer schnellen Grafiklösung nachzurüsten ist schon seit langem der Traum vieler PC-Nutzer. Dank Intels Thunderbolt-Schnittstelle rückt dieser Traum nun ein Stück näher, wir begutachten aus diesem Grund ein neues Subnotebook von Sony.


Nvidias GPU-Roadmap zeigt bereits die Verschiebungen bei Kepler und Maxwell.

Nvidias neue Grafikchips verschieben sich

Ursprünglich sollte der Fermi-Nachfolger namens Kepler bereits Ende diesen Jahres den GPU-Markt neu ordnen, AMD stellte sich auf jeden Fall mit den dazu konkurrierenden Southern-Island-Grafikchips auf einen heißen Winter ein. Laut Informationen des Branchendienstes DigiTimes und den Aussagen diverser Grafikkartenhersteller verschiebt sich der Release von Kepler allerdings in das Jahr 2012.

Zum einen kämpft Nvidias Partner TSMC mit dem neuen 28nm-Fertigungsverfahren und meldet unter der Hand geringe Ausbeuten fehlerfreier Grafikchips, zum anderen soll aber auch die Leistung von Kepler angeblich nicht ausreichen. TSMC hatte bereits bei der Einführung der Fertigung in 40nm ernsthafte Probleme mit dem Yield, mit der Ausbeute an voll funktionsfähigen Chips also. Diese Probleme sorgten für eine sehr schlechte Verfügbarkeit der ersten DX11-Grafikkarten von AMD und für die Verspätung von Nvidias Fermi. Von den aktuellen Fertigungsproblemen soll auch AMD betroffen sein. Allerdings soll Nvidia aufgrund der angeblich momentan noch eher schwachen Performance von Kepler den Chip noch einmal überarbeiten um die Leistung zu erhöhen. Laut einer aktuellen Präsentationsfolie aus dem Hause Nvidia verspätet sich aber nicht nur Kepler sondern auch der ursprünglich für das Jahr 2013 angekündigte Nachfolgechip namens Maxwell in 20/22nm-Fertigungstechnik um mindestens ein Jahr.


Glückloser Grafikchip-Spezialist: S3 war auch mit dem Deltachrome nur wenig Erfolg beschieden.

Verkauft: S3 Graphics geht an HTC

Der Firmenname S3 Graphics dürfte einigen älteren PC-Nutzern noch bekannt sein. Einst begründete das Unternehmen mit dem S3 Virge die Ära der 3D-Beschleuniger. Doch halt, warum schwirrt bei dieser Information nur der Name 3dfx im Kopf herum? Tatsächlich präsentierte S3 die ersten kommerziellen Grafikchips mit Funktionen zur 3D-Beschleunigung, erfolgreich waren diese jedoch mangels Leistung nicht. Im Gegenteil: Die Chips sorgten bei 3D-Grafiken sogar für einen spürbar langsameren Bildaufbau. Doch auch Nvidia konnte mit ihrem NV1 genannten Erstlingswerk nicht punkten, die ersten wirklich erfolgreichen 3D-Grafikkarten stammten daher von 3dfx und sorgen heute noch für  Voodoo-Verklärung bei vielen Veteranen.

Und auch seitdem war S3 nicht allzu viel Erfolg mit 3D-Grafikchips beschieden. Auch wenn mit dem S3 Savage eine später von allen Mitbewerbern lizensierte Texturkompression eingeführt wurde und mit dem S3 Savage 2000 sogar die erste Grafikkarte mit einer T&L-Einheit erschien. Moment, Hardware T&L? Das war doch Nvidia! Auch wieder nur "fast" - S3-Karten mit dem Savage 2000 kamen tatsächlich früher auf den Markt als Nvidias Geforce 256. Im Savage 2000 schlummerte tatsächlich eine T&L-Einheit. Allerdings fiel die Performance dieser Einheit ebenso wie die Treiberunterstützung derart schlecht aus, dass viele Nutzer dieses Debakel schnell wieder vergessen haben dürften. Gleiches gilt wohl auch für die Modelle der Reihe Deltachrome: Treiberprobleme, niedrige Performance und dabei noch nicht einmal konkurrenzfähige Preise sorgten eher für Spott als für Anerkennung.

Etwas überraschend kam dann 2001 die Übernahme durch VIA, dort nutzte man das GPU-Knowhow, um Chipsätze für die hauseigenen Prozessoren mit einfachen Grafikfunktionen auszustatten. Ähnliches dürfte Grund für die neue Übernahme sein: Die Smartphone-Spezialisten von HTC übernahmen bis Ende des Jahres für insgesamt 300 Millionen US-Dollar  den angeschlagenen Hersteller S3 Graphics. Da HTC nicht im x86-Bereich aktiv ist, dürfte die Übernahme wohl dazu dienen, Knowhow für eigene Smartphone- und Tablet-Prozessoren ins Haus zu holen. Eventuell erwartet uns also in Zukunft ein Mobiltelefon mit Deltachrome-Grafik.


Ultramobil und auf Wunsch mit starker externer Grafik: Sony Vaio Z

Vaio Z: Flaches Sony-Notebook mit externer Grafik

Unter dem Namen Light Peak entwickelte Intel eine neue externe Schnittstelle für besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeiten. Wie der Name bereits andeutete, war Light Peak für die Übertragung mittels Lichtleitern vorgesehen. Letzten Endes erschien die Schnittstelle unter neuem Namen und mit veränderter Übertragungstechnik -- aber dennoch mit extrem hoher Leistung. Statt auf Licht setzt Thunderbolt jetzt auf die klassische elektrische Übertragung der Daten. Erste Geräte mit Thunderbolt-Schnittstelle erschienen erst vor kurzem -- überraschenderweise aber von Apple. Mit dem Vaio Z kommt nun auch die Windows-Welt in den Genuss von Thunderbolt und Übertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde. Allerdings nutzt Sony einen propriäteren Stecker und setzt -- erneute Überraschung -- auf Lichtwellen zur Datenübertragung.

Thunderbolt wurde als universeller Highspeedanschluss für mehrere gleichzeitig ansteuerbare Endgeräte konzipiert. Neben Monitoren und Festplatten sollten auch Dockingstations und andere Peripheriegeräte nutzbar sein. Käufer des neuen Sony Vaio Z hingegen werden keine Thunderbolt-Erweiterungen kaufen können, zumindest keine Erweiterungen die nicht Sony selbst produziert. Sony setzt auf eine selbst entwickelte Steckverbindung die einem USB-Port ähnelt. Einziger Anwendungszweck bislang ist das optional angebotene Power Media Dock. Diese Dockingstation enthält ein optisches Laufwerk, einige zusätzliche Schnittstellen und eine vollwertige mobile Grafiklösung, die AMD Radeon HD 6650M mit einem Gigabyte GDDR5-Speicher. Diese Grafikeinheit bietet zusätzliche Monitorausgänge, zusammen mit der HD3000-GPU der Notebook-Basiseinheit kann das Vaio Z also insgesamt vier Monitore (inklusive dem Notebook-Display) gleichzeitig versorgen.

Beim Vaio Z handelt es sich um ein sehr flaches und leichtes Subnotebook. Nur 1,18 Kilogramm bringt das 13,3-Zoll-Gerät auf die Waage, trotzdem verbaut Sony wahlweise einen Intel Core i5 oder sogar einen mobilen i7 aus der Sandy-Bridge-Serie. Die in die CPU integrierte Grafikeinheit HD3000 übernimmt im Mobilbetrieb die Grafikausgabe. Das 13,3 Zoll große Display löst mit 1600x900 ungewöhnlich hoch auf, optional wird auch eine Version mit 1920x1080 Pixeln angeboten. Anstelle einer herkömmlichen Festplatte setzt Sony konsequent auf SSDs, bis zu 512 Gigabyte dürfen beim Kauf ausgewählt werden. Die Akkulaufzeit soll sieben Stunden betragen, ein Zusatzakku für die Befestigung unter dem Notebook soll die Laufzeit verdoppeln. Preislich bewegt sich das Vaio Z selbst in der kleinsten Ausstattung mit i5-2410, 4 GB RAM und 128 GB SSD auf hohem Niveau. Mindestens 1739 Euro sind für diese Ausstattung fällig, schnellere Konfigurationen kommen auf bis zu 3440 Euro. Und das ohne das Power Media Dock, also ohne DVD-Brenner und ohne dedizierte Grafik. Das Dock schlägt zusätzlich mit mindestens 400 Euro (inklusive DVD-Brenner) zu Buche, soll ein BluRay-Brenner enthalten sein, beträgt der Aufpreis weitere 75 Euro.

Ob Sonys Alleingang ein großer Erfolg wird, ist fraglich. Eine externe Grafikeinheit setzten bereits andere Hersteller ein, allerdings verhindern propriätere Steckverbindungen einen Erfolg im Massenmarkt. Dieser Erfolg wird sich wohl erst einstellen, wenn Thunderbolt mit standardisierten Steckverbindungen zur Grundausstattung hochwertiger Notebooks gehört und externe Grafiklösungen Notebookübergreifend nutzbar sind. Hätte bei der Einführung der USB-Schnittstelle jeder Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht, würde heutzutage wohl kaum ein PC über einen USB-Port verfügen. Einstweilen ist der Vaio Z wohl eher etwas für den Manager, der tagsüber ein schickes, leichtes Gerät dabei haben will und abends oder am Wochenende darauf auch aktuelle Spiele zocken. Diese Menschen gibt es sicherlich, aber ob es Zehn- und Hunderttausende davon gibt?



HolliWood 13 Koop-Gamer - 1450 - 11. Juli 2011 - 17:29 #

Als ich las, dass Sony für seine Thunderbolt Peripherie eine eigene Steckverbindung entwickelt hat kam mir sofort der Gedanke, dass solche Alleingänge in den meisten Fällen völlig unnötig sind und eine einheitliche Architektur in den häufigsten Fällen klar überlegen ist.

Sehr gut, dass du diesen Punkt im abschließenden Absatz sofort aufgegriffen hast.

Trax 14 Komm-Experte - 2505 - 11. Juli 2011 - 18:42 #

Ja, an S3 kann ich mich noch gut erinnern. Ein etwas älteres Notebook von mir hat auch noch einen entsprechenden Grafikchip dieser Firma.
Ich wusste gar nicht, dass es die überhaupt noch gibt ^_^°

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 11. Juli 2011 - 20:20 #

Hab noch ein olles Thinkpad mit Savage-Grafik. Fürs Book ok aber im Desktop wars grauenvoll. Erinnere mich an ruckelndes GTA2 ;) .

Madrakor 15 Kenner - P - 3219 - 11. Juli 2011 - 18:49 #

Die armen Leute bei S3, werden auch nur rumgereicht. Aber immerhin, bei HTC könnte am Ende noch etwas Schönes dabei raus kommen.

Und die Idee mit externen Grafikkarten für Notebooks ist immer noch toll, aber mit einer proprietären Schnittstelle ist es einfach nur sinnlos. Intel hat doch sicher einen Standard für die Steckverbindungen definiert?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 11. Juli 2011 - 18:54 #

Intel wünscht sich eine Lösung wie Apple sie mit den neuen Macbooks eingeführt hat. Dort basiert der Stecker auf Displayport, was auch ansonsten praktisch ist, da der so angeschlossene Monitor beispielsweise auch gleich die Grafikhardware enthalten könnte. Zudem ist Thunderbolt eng mit Displayport und PCI-Express verwandt. Apple hält sich also ungewöhnlich stark an Intels Wünsche während Sony - allerdings deutlich weniger ungewöhnlich leider - meint der wichtigste Hersteller der Welt zu sein und einen eigenen Standard bringen zu können. Wobei, wahrscheinlich nimmt Sony Thunderbolt gar nicht als ernsthafte Massenmarkt-Schnittstelle wahr.

Madrakor 15 Kenner - P - 3219 - 11. Juli 2011 - 20:48 #

Ach darum hatte ich so was mit "irgendwie Displayport" als Schnittstelle im Hinterkopf, da lag ich ja gar nicht so falsch. Seltsam dass ausgerechnet Apple mal den massenkompatiblen Weg einschlägt.

Wie Massenmarkt-tauglich Thunderbolt am Ende wird finde ich sowieso eine interessante Frage, bin gespannt ob es sich gegen USB3 durchsetzen kann. Dass es technisch besser sein dürfte ist logisch, aber die Erfahrung zeigt dass nicht immer das bessere Produkt gewinnt. :)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 11. Juli 2011 - 20:50 #

Ursprünglich kam von Intel ein "USB 3.0 ist nur Zwischenlösung bis Thunderbolt massentauglich ist". Aufgrund der hohen Kosten für Chip und Kabel (auch da steckt viel Technik drin!) wirds wohl so schnell nicht kommen.

Henke 15 Kenner - 3636 - 11. Juli 2011 - 22:43 #

Alles schön und gut, aber bleibt da die Mobilität nicht irgendwo auf der Strecke?!

Prinzipiell habe ich ja nichts gegen die Idee einzuwenden, aber wenn ich unterwegs bin, dann greife ich doch lieber zu einem Handheld.

Und bei Preisen von 1800 bis 3500 Euro fürs Zocken nebenher wackeln dem angehenden Manager bestimmt auch die Ohren (oder andere Körperteile)...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 11. Juli 2011 - 22:46 #

Unterwegs reicht das Basisgerät doch für die Arbeit. Der Aufpreis für die Grafik+Laufwerk beträgt ja auch "nur" 400 Euro, 1800 bis 3000 Euro geben Firmen zudem erschreckend oft für hochwertige Books aus. Und an Zocken wird da auch keiner denken, auch nicht beim Dock mit GPU - die Grafikeinheit kann man schließlich auch für andere Dinge einsetzen.

Madrakor 15 Kenner - P - 3219 - 12. Juli 2011 - 0:05 #

In so einer Firma will ich auch mal arbeiten... wenn ich meinem Chef mit Books über 1000 Euro komme fällt er vor Lachen vom Stuhl und bekommt danach einen Herzanfall. Oder andersrum. :)
Aber wir sind ja auch noch klein, vielleicht wirds irgendwann noch was.

Gisli 14 Komm-Experte - 2082 - 11. Juli 2011 - 22:47 #

Wie schaut's denn eigentlich mit der Chip-Fertigung bei GlobalFoundries aus? Wäre gut, wenn AMD da nicht mehr so an TSMC gebunden wäre. Bei denen läuft's nämlich wie man liest schon 'ne ganze Weile nicht so rund.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 11. Juli 2011 - 22:49 #

Mit neuen Fertigungsprozessen hat auch Globalfoundries zu kämpfen, AMD wird dort bei einer der kommenden Generationen aber dennoch fertigen lassen (zusätzlich), auch um Engpässe bei TSMC zu umgehen.

KingPott 17 Shapeshifter - 7272 - 12. Juli 2011 - 12:04 #

[...]bis zu 10 Gigabit pro Skeunde.[...]

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 12. Juli 2011 - 12:49 #

Danke :)

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 12. Juli 2011 - 18:14 #

Sehr gute News. Dem Fazit schließe ich mich gerne an.

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