Amazon App Store: Bithack kündigt Zusammenarbeit

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10. Juli 2011 - 19:17 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Vor circa dreieinhalb Monaten startete Amazon mit einem eigenen Android Appstore. Bereits zwei Wochen danach riet die International Game Developers Association (IGDA), ein US-amerikanischer Branchenverband, Entwicklern davon ab, mit Amazon Geschäfte zu machen und den Appstore als Vertriebsplattform zu nutzen (wir berichteten). Grund dafür waren und sind scheinbar noch immer unter anderem die restriktiven Preisgestaltungsrechte, die sich Amazon für die Bereitstellung des Vertriebsservice vertraglich zusichert.

So berichtete Develop-Online nun von der Entscheidung des Indie-Studios Bithack, das sich dazu durchgerungen hat, sein Mobile-Game Apparatus vom Amazon Android Appstore zu nehmen. In einem Statement auf dem Blog des Studios werden einige Bereiche der Zusammenarbeit aus Sicht des Studios beleuchtet und ein verärgertes Fazit gezogen:

  • Amazon biete nur eine langsame Qualitätssicherung. Es fehlte für eine erfolgreiche Einreichung des Titels lediglich eine Umstellung vom http-Protokoll auf das https-Protokoll für ein bestimmtes Feature des Spiels - das 's' in der URL hätte aus Sicht des Studios keiner zweiwöchigen Review bedurft.
     
  • Die fertige App sei nicht leicht auffindbar. Nach bestandener Prüfung landete das Spiel nicht in einer "Just In" Kategorie wie es auf dem originalen Android Market üblich sei. Stattdessen seien die Sektion für Neuerscheinungen und jene für Top-Titel identisch.
     
  • Amazon zeige die Mindestanforderungen für Apps in ihrer "Free App of the Day"-Marketingkampagne nicht an. Apparatus spielt sich laut Bithack auf bestimmten Geräten nicht gut oder gar nicht. Diese Geräte seien in der eingereichten Manifest-Datei aufgeführt, welche Amazon ignoriere, sodass es zu Situationen käme, in denen Kunden der App eine schlechte Bewertung ausstellten. Auffällig sei, dass viele ehemalige Apps der Kampagne dieses Schicksal teilten und nach Ablauf ihrer Aktionsbeteiligung unterdurchschnittliche Wertungen besäßen.
     
  • Kunden könnten die Entwickler nur schwer kontaktieren. Im Gegensatz zu vielen täglichen Rückmeldungen von Kunden des Android Market habe Bithack von nur drei Kunden (180.000 luden sich die App jedoch herunter) des Amazon Android Appstore Feedback erhalten - zwei von ihnen twitterten. Scheinbar seien die Kontaktmöglichkeiten zu gut versteckt, was zum nächsten Problem führe: es gäbe kaum Möglichkeiten für Rückerstattungen und schnelle Bugfixes.
     
  • Kundenrezensionen beziehungsweise -kommentare könnten nur unter der Voraussetzung beantwortet werden, dass man bereits ein Produkt des Amazon Android Appstore gekauft habe. Da der Appstore jedoch nur Kunden in den USA zugänglich sei, gestalte sich dies für ausländische Entwickler wie Bithack (Schweden) schwierig. So führte eine unbeantwortete Rezension, die aus Sicht des Studios nur vor Paranoia und Lügen strotzte, zum Absturz der Absatzzahlen. E-Mails an Amazon, die um Abhilfe in dieser und anderen misslichen Situationen baten, seien nicht zeitnah beantwortet worden.
     
  • Zuletzt hätte Amazons Preisgestaltungspolitik einen negativen psychologischen Effekt auf die Kunden. Insbesondere in Bezug auf die negative Rezension, die zudem noch als sehr hilfreich eingestuft worden sei, hätte dies schlechte Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden gehabt.

Im Fazit sieht der Blogger die Schuld nicht beim Rezensenten sondern in den nicht vorhandenen Kontaktmöglichkeiten und dem schlechten Support von Amazon. Er kommt zu dem Schluss, dass es sich für Indie-Studios nicht lohne, Android Apps über Amazon zu vertreiben. Kein kleines Studio könne sich mal eben hunderte von Smartphones und Tablets anschaffen, um das Spiel für alle kompatibel zu entwickeln. Solange Amazon die aufgeführten Schwächen nicht abstelle und kein Bugtracking anbiete, wie es die Konkurrenz tue, sollten kleine Studios einen großen Bogen um den Konzern machen.

Polo 13 Koop-Gamer - 1734 - 10. Juli 2011 - 21:17 #

Es gibt mittlerweile ein Feedback von Amazon darauf:
http://www.androidnews.de/amazon-statement

Sagt zwar net die Welt aus, aber find ich gut, dass sowas auch kommentiert wird. Wäre vllt. gut dies auch in die News einzubauen ...

gar_DE 16 Übertalent - P - 5790 - 10. Juli 2011 - 23:29 #

Also das die an der Geräte-Datei rumpfuschen ist ja wohl ein starkes Stück! Es ist ja wohl kein Wunder, dass die Leute, die sich das Programm kaufen, obwohl es nicht mit ihrem Gerät kompatibel ist (was der Autor auch explizit angegeben hat) sich dan in den Kommentaren Luft machen und (zurecht) ihr Geld zurück haben wollen.
Das Argument, dass sich die Leute schon mal das Angebot des Tages sichern können für das nächste Telefon das sie sich anschaffen ist doch Blödsinn und etwa so sinnvoll wir ein Konsolentitel zu verkaufen mit dem Hinweis, dass man sich in ein paar Jahren sicherlich auch mal genau diese Konsole zulegt.
Ich kann die Entwickler in dem Zusammenhang ganz verstehen.

PS: Bei Amazon gibt man als Entwickler auch nur eine Preisobergrenze ab, den Endpreis bestimmt Amazon selber. Wenn die also das Programm dauerhaft für 99 Cent verkaufen, hat der Entwickler das nachsehen, denn er bekommt auch nur seinen Anteil von 99 Cent.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 11. Juli 2011 - 10:22 #

Als ich diese News vor ein paar Tagen woanders las, hab ich mir darauf hin zu 50% aus Neugierde und zu 50% als Unterstützung für die Entwickler, das oben genannte Spiel Apparatus im Android Market gekauft, ist wirklich klasse, lässt sich gut bedienen und jeder der früher The Indredible Machine gemocht hat, wird mit dem Spiel seine Freude haben.

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