Hardware-News KW27: AMD Bulldozer vs. Intel i7-990X
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29502 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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5. Juli 2011 - 8:28 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Es gibt nichts neues mehr an der Hardwarefront? Im Gegenteil! Tablets rücken in die Leistungsregionen von Desktop-Rechnern vor und AMDs kommende CPU-Generation lässt schon einmal die Muskeln spielen. Beginnen wir mit Nvidias Tablet-Überflieger, der Tegra-CPU auf Basis von ARM-Rechenkernen.

Nvidia Tegra 4 mit bis zu acht Rechenkernen

Noch werden Tablets von PC-Nutzern wegen ihrer eher zurückhaltenden Leistungsfähigkeiten belächelt. Doch Hersteller wie Nvidia arbeiten bereits fieberhaft daran, den stylischen Streichelflundern mehr Rechenleistung zu verschaffen. Aktuell sorgt Nvidias Tegra 2 in diversen Tablets mit Googles Android 3.x für ansprechende Rechenleistung, grafisch interessante Spiele und hohe Akkulaufzeiten. Für das kommende Jahr sind dann Tablets mit dem dritten Tegra, Codename Kal-El, geplant. Kal-El ist dabei nicht nur der Name des wohl bekanntesten Imports vom Planeten Krypton, sondern auch ein Quadcore-Prozessor für den Smartphone- und Tabletmarkt. Erste Grafikdemonstrationen beweisen neben einer hohen Leistung auch die volle Hardwareunterstützung von Nvidias Physiksimulation PhysX.


Nvidias Namensgebung für kommende ARM-CPUs orientiert sich an Superhelden


Doch es geht noch schneller: Schon 2012 sollen erste Prozessoren mit dem Codenamen Wayne vorgestellt werden. Dieser Tegra 4 soll allerdings in zwei Varianten erscheinen, eine für Smartphones und sehr sparsame Tablets, eine für Highend-Tablets und Notebooks. Bis zum Erscheinen der Gotham-City-CPU wird mit Windows 8 auch ein "ernsthaftes" Betriebssystem mit Support für ARM-CPUs wie den Tegras auf dem Markt sein. AMD und Intel könnten hier zumindest im Bereich der sparsamen Prozessoren eine mächtige Konkurrenz bekommen.

Die energieeffiziente Version des Tegra 4 soll auf vier CPU-Kernen des Typs ARM Cortex A15 basieren. Die Grafikausgabe übernehmen "mindestens" 24 Stream-Prozessoren der Geforce-ULV-Klasse mit vollem CUDA-Support. Der Takt der CPU soll mit 1,5 GHz eher konservativ ausfallen, allerdings hauptsächlich um den Energiebedarf in Grenzen zu halten. Nvidia verspricht für Batman, Verzeihung, Wayne, die zehnfache Leistung der aktuellen Tegra-2-CPUs. Vollgas gibt Wayne dann in der "Vollversion" mit acht Rechenkernen und 32 bis 64 Grafikprozessoren sowie vollem DX11-Support. Die Taktrate soll bei 2 bis 2,5 GHz liegen. Tablets mit diesen Prozessoren dürften durchaus in Leistungsregionen aktueller Mittelklasse-Notebooks wildern und den aufstrebenden Tablet-PCs einen gehörigen Leistungsschub verpassen. 


Luxus-Spielzeug gefällig? Art Lebedevs Optimus Mini Six spricht den Spieltrieb des Nutzers an

Optimus Mini Six - Tastatur mit TFT-Tasten

Erinnert sich noch jemand an die Luxustastatur Optimus Maximus? Art Lebedevs ultimatives Schreibbrett mit OLED-Displays anstelle von normalen Tasten erfreut sich noch immer größter Beliebtheit bei Ölscheichs, erfolgreichen Börsenspekulanten und.. ja, bei wem eigentlich sonst? Egal, wer keine 1.482 Euro (zuzüglich Versandkosten) für die Optimus Maximus auf der hohen Kante hat, kann sich jetzt auf das Babymodell Optimus Mini Six freuen.

Die kleine Version soll sich laut dem Blog des Unternehmens mittlerweile in der Produktionsphase befinden. Allerdings bietet die Mini Six kein volles Tastaturlayout aus OLED-Displays, sondern nur insgesamt sechs Tasten -- die zudem nur aus einem einzigen TFT mit darüber gelegten transparenten Tasten bestehen. Dafür ist die Optimus Mini Six frei konfigurierbar. Es lassen sich also sowohl die Funktionen der Tasten frei einstellen als auch die angezeigten Bilder.

Eine Nummer größer, aber auf der gleichen Technik basierend, soll im kommenden Jahr die Optimus Popularis werden. Für "weniger als 1.000 US-Dollar" soll sie dann als eine normal große Tastatur mit frei belegbaren Display-Tasten erscheinen. Also praktisch geschenkt.



Bulldozer-Module teilen sich einige Ausführungseinheiten um Chipfläche zu sparen


AMD Bulldozer-Sample gegen Intel Core i7-990X

Gerade erst ist AMDs neue Mittelklasse in Form von Llano (Phenom II mit integrierter Mittelklasse-Grafik auf einem Die) zu überschaubaren Preisen auf den Markt gekommen. Performance-Junkies zucken angesichts der eher niedrigen Leistung von Llano allerdings nur missmutig mit den Augenbrauen und warten auf Bulldozer. Unter diesem Codenamen entwickelt AMD eine komplett neue CPU-Architektur und einen potentiellen Sandy-Bridge-Gegenspieler. Der tschechischen Internetseite PCTuning ist nun ein Entwicklersample von AMDs Bulldozer-CPU in die Hände geraten. Dort konnte man der Versuchung dann auch nicht widerstehen, den neuen FX-Prozessor gegen die schnellste Intel-Desktop-CPU, den Core i7-990X antreten zu lassen. Letzterer basiert zwar noch nicht der Sandy-Bridge-Architektur, hat dafür aber sechs vollwertige Rechenkerne plus Hyperthreading.

Sowohl die Intel- als auch die AMD-CPU wurden bei dem Duell auf 4 GHz übertaktet. Intels 990X nutzt zwölf Threads dank Hyperthreading, AMDs Bulldozer greift auf acht Rechenkerne respektive vier Module zurück. Moment, "Module"? Tatsächlich - AMD hat mit Bulldozer die bislang bekannten CPU-Modelle umgeworfen und nutzt anstelle vollwertiger Recheneinheiten nun etwas abgespeckte CPU-Module. Ähnlich wie Intels Hyperthreading soll so die Auslastung der CPU verbessert werden, während gleichzeitig Chipfläche eingespart werden soll. Ein Modul soll dabei ungefähr 70 bis 90 Prozent der Leistung eines vollwertigen Rechenkerns an den Tag legen. Ein Modell mit vier Modulen soll sich daher beinahe wie ein 8-Kern-Prozessor verhalten.

PCTuning lässt die Prozessoren in einem etwas verwirrenden Testaufbau mit jeweils zwei Nvidia GTX580 gegeneinander antreten. Um eine GPU-Limitierung auszuschließen, wird ein Prozessor normalerweise mit eher niedrigen Auflösungen und ohne Kantenglättungsoptionen getestet. Die tschechischen Kollegen hingegen setzten auf 2560x1600 Pixel Bildschirmauflösung mit 8xAA und 16xAF. Eine GPU-Limitierung bei dem einen oder anderen Test ist daher nicht auszuschließen. Unabhängig davon lag die Intel-CPU bei den Spielen etwas vorne: je nach Programm zwischen "kaum messbar" (Alien vs. Predator mit 56 zu 58 FPS) und "durchaus beachtlich" (HAWX 2 mit 158 zu 190 FPS). Bei Spielen wie Metro 2033 wirkten allerdings beide Rechner trotz SLI-Gespann GPU-limitiert (58 zu 59 FPS).

Der Kampf "8 Threads vs. 12 Threads" (vier Module mit je zwei 90%-Kernen gegen sechs Kerne mit Hyperthreading) geht also mit leichtem Vorsprung für Intel aus. Dazu sollte allerdings bedacht werden, dass es sich bei AMDs FX-Prozessor um eine Vorserien-CPU auf einem noch nicht marktreifen Mainboard gehandelt hat, es sind durchaus noch kleinere Leistungssteigerungen durch Treiber- und Firmwareoptimierungen machbar. Allerdings handelt es sich bei Intels i7 990X noch nicht um die erst in einigen Monaten erscheinenden Sandy-Bridge-Topmodelle, denen weitere 15 bis 20 Prozent zusätzlicher Leistung nachgesagt werden. Preislich wird AMDs Bulldozer das Rennen wohl gewinnen, AMD kündigte bereits mehrfach an, Intels Preise bei vergleichbarer Leistung unterbieten zu wollen.



Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 5. Juli 2011 - 8:42 #

Bulldozer wird Sandy Bridge wohl nicht oder nur knapp in Bedrängnis bringen können. Trotzdem schön, dass es hoffentlich auch weiterhin Konkurrenz auf dem CPU-Markt gibt, so eine Intel-Monokultur bei den x86ern wäre eher kontraproduktiv. Trotzdem liebäugle ich mit einem Sandy-Board, hauptsächlich aber wegen dem praktischen SSD-Caching. Damit könnte meine chronisch zu schmale 32GB-SSD tatsächlich einen sinnvollen Verwendungszweck finden.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11022 - 5. Juli 2011 - 8:58 #

Die Frage ist nur, wer braucht aktuell diese CPU-Power? Sollte doch eher eine kleine Gruppe sein. Mein alter Core2Duo E8400 ist zwar schon getagt und hier und da geht im die Puste aus, aber der 2 Jahre alte Phenom 2 X4 945 meines Bruders hat noch kein Limit kennen gelernt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 5. Juli 2011 - 9:06 #

Mir kommt mein Notebook mit mobilem i5 (entspricht dem langsamsten Desktop-i3 und liegt damit etwas über der CPU meines aktuellen Desktop-Rechners) schneller vor als mein Desktop mit X3-CPU. Vor allem beim Umrechnen von Filmen oder Musik bemerke ich den Geschwindigkeitsvorteil teils stark. Allerdings hat Intel bei Sandy Bridge auch eine mächtige Video-Einheit verbaut, die sogar GPU-Lösungen in der Geschwindigkeit deklassiert. Otto-Normal-User braucht die Leistung wohl tatsächlich nur eher selten: 190 statt 168 FPS bei einem Spiel sind wohl eher unerheblich.

Daher finde ich die Entwicklung bei den ARM-CPUs auch viel spannender. Mit 2 bis 3 Watt erreichen die Jungs dort fast die Leistung eines 65-Watt-Desktop-Prozessors älterer Bauart. Und das inklusive vieler Schnittstellen, Speicher und einer vollwertigen Grafikeinheit auf dem Chip. Mit Windows 8 könnten ARM-Laptops durchaus eine Daseinsberechtigung finden.

Anonymous (unregistriert) 5. Juli 2011 - 9:25 #

Dazu müßte aber auch sichergestellt werden, dass alte Anwendungssoftware und vor allem alte Spiele auf Win8 mit ARM laufen.

Seien wir mal ehrlich, Windows ist aus 2 Gründen so stark verbreitet. Einmal weil es in vielen Firmen ist und die Leute es daher kennen und einmal weil man nur auf dem BS gut zocken kann.
Wenn da jetzt auf einmal wegen einer neuen CPU 90% der Steamsammlung nicht mehr funktionieren dürfte es selbst dem Uninteressiertesten sauer aufstoßen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 5. Juli 2011 - 9:27 #

Gamer haben generell höhere Ansprüche, da wird ein ARM-Prozessor nichts reißen. Mir gehts da eher um die 99% der 0815-Rechner da draußen.

Anonymous (unregistriert) 5. Juli 2011 - 9:35 #

Auch die Zocken mal ab und an was. Grade vor einiger Zeit habe ich auf dem Rechner einer Frau jenseits der 70 Siedler 2 in der Dosbox und Cultures gesehen.
Dazu kam ein Office 2000 auf dem Rechner. Begründung, warum was neues kaufen zum schreiben reicht es doch.
Ob alle 3 mit ARM laufen würden ist fraglich. Ich denke daher vor allem weil Privatanwender Software nur sehr selten erneuern wird es ARM da schwer haben. Den durchbruch für Office in der Cloud sehe ich besonders bei den älteren Semestern noch weit entfernt.
Einzig für Firmenrechner könnte ARM interesant werden. Aber auch nur wenn keine seit Jahren mitgeschleifte Firmensoftware drauf laufen muss. Ich habe schon öfter Software gesehen, die scheinbar noch auf Dosbasis entstanden ist. Eine ARM-tauglichkeit würde ich da mal ausschließen, was eine komplette Neuentwicklung bedeuten würde.

Ich sehe daher für ARM generell nur eine kleine Niesche, vor allem bei Netbooks und bei geschlossenen Anwendungssystemen wie Bankautomaten und Registrierkassen.
Wobei es selbst da schwer werden dürfte. Ich kenne eine menge Bankautomaten, die noch vor 95 installiert wurden. Die sind zwar mitlerweile mit der neuen Software etwas langsam, werden aber wohl kaum demnächst ausgetauscht.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 5. Juli 2011 - 10:02 #

Bei acht oder mehr ARM-Kernen dürfte noch Leistung für eine Emulationsschicht vorhanden sein denke ich. Office wird generell kein Problem, das gibts ja eh schon für alle möglichen Systeme, DOSBox ebenso - das emuliert ja selbst nur nen vollständigen PC. Ältere und anspruchslose Spiele stellen keine Herausforderungen dar oder existieren bereits als App. Das wird schon.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 6. Juli 2011 - 7:33 #

Hatten Tegra und Tegra 2 eigentlich auch Codenamen oder haben se sich den Gag mit den Superhelden erst später einfallen lassen?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 6. Juli 2011 - 8:02 #

Bei den ersten Tegras ist das "Tegra" der Codename, die Superhelden kamen erst vor kurzem dazu ;) . Tegra 2 gibt es beispielsweise als T20 und T25.

Anonymous (unregistriert) 7. Juli 2011 - 9:26 #

Wer viel mit Bild- und Videodaten hantiert kann schon viel Rechenpower gebrauchen. Habe deshalb dem Core i5 2500 dem Vorzug gegeben, der ist bei nicht wenigen Anwendungen 1,5 bis 2 mal so schnell wie die AMD-Variante. Das kann einem dann schon mal 'ne gute Stunde Zeitersparnis bringen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 7. Juli 2011 - 10:16 #

Ich habe mir auch gerade erst einen 2500K bestellt und bin sogar schon vom mobilen i5 in meinem Notebook überzeugt (und der ist gerade mal so schnell wie der kleinste Sandy-i3 im Desktopbereich) - flott sind die und wenn man beruflich auf Zeitersparnis angewiesen ist oder generell zu den ungeduldigeren Menschen gehört rechnet sich der recht hohe Preis durchaus.

AMDs Bulldozer könnte die Karten aber mit etwas Glück neu mischen, ich würde es AMD durchaus gönnen. Und vor allem würde ich es uns, den potentiellen CPU-Käufern, gönnen. Ohne Konkurrenz wird Intel nämlich wieder sehr sehr teuer. Ich erinnere mich noch Preislisten mit fast durchgehend vierstelligen Preisen bei den etwas besseren CPUs. Ok, das waren D-Mark - aber trotzdem.

Anonymous (unregistriert) 7. Juli 2011 - 11:47 #

160 € für den 2500K finde ich persönlich gar nicht teuer für die gebotene Leistung, die Phenom II CPUs werden locker abgehangen und sogar z. T. die die i7-Prozzis.

Wir hatten vorher nen Sempron 3100+ und haben jetzt für 430,- € (i5 2500k, ASRock GE/MT HT, 8 GB Kingston, Big Shuriken, Optiarc DVD-Brenner, Win7 Home Premium) ein schön schnelles und leises System.

Ein System mit Phenom II X4 955 wäre gerade mal 70,- € günstiger gewesen. Und da ich den mit meiner Freundin zusammengekauft habe, habe wir auch gar nicht weiter überlegt.

Übrigens verbraucht der gesamte Rechner unter Vollast (Intelburn-Test) 180 Watt, bei Spielen sogar nur 130 Watt (mit Geforce 240GT).

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