Facebook und der Handel mit gekauften Fans

Bild von Zille
Zille 10734 EXP - 18 Doppel-Voter,R8,S5,A9,J9
News-Redaktion: Hat von der Redaktion weitere Rechte für das News-Redigieren erhaltenDieser User unterstützt GG seit sechs Jahren mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2014 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2013 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2012 mit einer Spende von 12 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2011 mit einer Spende von 11 Euro unterstützt.Bronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragen

25. Juni 2011 - 9:29 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Bildquelle: Screenshot der Webseite fanslave.com

Aus diversen Online-Rollenspielen ist die Praxis längst bekannt: Um weniger Zeit mit lästigen Dingen, wie Rohstoffbeschaffung oder virtuellem Goldverdienen, zu verbringen, kann man auf teilweise zwielichtige Angebote zurückgreifen und dort Virtuelles gegen Bares tauschen. Auf diese Weise ist eine rein virtuelle Dienstleistungsindustrie entstanden, die oft genug gegen den Willen der Betreiber verstößt, indem unter anderem auch auf Bots zur Leistungserstellung zurückgegriffen wird.
 

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich eine ähnliche Praxis auch bei virtuellen Netzwerken wie Facebook durchsetzen würde. Laut einem Bericht vom WDR treibt die Fantasie der Geschäftemacher auch dort seltsame Blüten. Sogenannte Fanverkäufer versorgen euch gegen Geld mit Fans. Gemeint ist an dieser Stelle der "Gefällt-Mir"-Klick, mit dem Nutzer der Plattform ihre Unterstützung signalisieren können. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Kunden bezahlen Fanverkäufer für vermittelte Facebook-Fans. So kosten 1000 "echte Fans" bei FanSlave.com aktuell 103,20€. Facebook-User wiederum haben die Möglichkeit, ihre Zustimmung für den Kunden von FanSlave über die Vermittlungsplattform kundzutun. Dort wird der Klick registriert und mit einem Betrag zwischen 1,5 und 3,5 Cent vergütet. Ab einer bestimmten Auszahlungsgrenze wird dem Fan das Geld dann überwiesen.
 
Obwohl Facebook-User damit gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen dürften (das Profil darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden), ist ein Eingreifen eines Unternehmens, das wie Facebook seinen Wert auch über die Anzahl der registrierten Benutzer beziffert, unwahrscheinlich. Die Betreiber von FanSlave verstehen ihren Dienst als Vermittlungsplattform für Werbung und gehen davon aus, dass kein Benutzer sich einer Seite als Fan anschließen wird, wenn er das Angebot nicht wirklich gut findet. Die angebotene Vergütung sei lediglich als Bonus zu verstehen. Eine Verpflichtung, sich als Fan einer Seite zu zeigen, bestehe nicht.
 
Für Kunden des Dienstes kann sich die Plattform als zweischneidiges Schwert entpuppen. Während wirkliche Fans dazu tendieren, sich auch an Diskussionen zu beteiligen, würden gekaufte Zombie-Fans nach ihrem Klick meist kein Interesse mehr zeigen. So auch das Beispiel eines hessischen Immobilienmaklers, der sich von dem Angebot versprochen hatte, potenzielle Kunden auf seine Objekte aufmerksam machen zu können: Die meisten seiner gekauften Fans stammten aus Litauen und hatten augenscheinlich wenig Interesse an einem Umzug nach Deutschland. Dennoch versprechen sich die Kunden der Plattform neben einem direkten auch noch einen indirekten Nutzen: So würde durch eine höhere Anzahl an Fans auch oft das Wachstum der Anzahl an "normalen" Fans stimuliert.
 
Facebook selber hat zu dem Thema noch keine Stellungnahme abgegeben.

Martin Lisicki Redakteur - P - 35854 - 24. Juni 2011 - 16:43 #

Das ist echt böse. Ich denke gerade an ein Projekt von Sony Ericcson, wo 5 Sportler über mehrere Monate um FB-Fans kämpfen, und der, der nach Ablauf der Zeit die meisten hat, gewinnt 100.000 € - das könnte man jetzt übel manipulieren, zumal die aktuelle nr. 1 nur 36k Fans hat. Heisst mit 4000 € Einsatz könnte man den Spiess komplett umdrehen - wahrscheinlich würde es in dem Fall auffliegen - aber die Möglichkeiten, hiermit Unsinn zu treiben, sind horrend.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10734 - 24. Juni 2011 - 18:37 #

Wobei es schon eine gewisse abstrakte Logik hat. Allerdings müssten die Voraussetzungen dafür, dass man für ein vermitteltes "I Like" zugelassen wird dann auch auf die Zielgruppe des Werbenden abgestimmt sein. Und das ist ja nicht der Fall.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12258 - 24. Juni 2011 - 16:59 #

Nun gibt es tatsächlich Leute die für so etwas Geld ausgeben würden?
Muss man ja sehr verzweifelt und arm sein wenn man so etwas braucht..

backstreetboys (unregistriert) 24. Juni 2011 - 17:15 #

mehr fakefans -> mehr verkaufte alben. alter trick und allgemein anwendbar. liegt nunma in unserer natur jmd mit mehr anhängern mehr zu glauben.

gar_DE 16 Übertalent - P - 5790 - 24. Juni 2011 - 18:06 #

Es wird gemunkelt, dass die Pro-Guttenberg Aktion (mit den "erfolgreichen" Demos) diesem "Service" in Anspruch genommen hat.

Sher Community-Event-Team - 3634 - 24. Juni 2011 - 19:49 #

Das wäre dann aber pure Selbstironie. Andererseits würde es ja zum Idol passen.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 25. Juni 2011 - 1:17 #

Das ist längst widerlegt. Mehrfache Prüfungen haben ergeben, die Fans sind echt und kommen zum überwiegenden Teil auch aus Deutschland. Der Typ war halt so populär.

gar_DE 16 Übertalent - P - 5790 - 26. Juni 2011 - 22:23 #

Es war damals nur so seltsam, dass die Gruppe wenige Tage nach dem Start so populär war (und die "Zielgruppe" dieses "Politikers" war ja 60 aufwärts). Es wird auch einfach daran gelegen haben, dass die Gruppe sehr stark von Gegnern unterwandert war, was sich auch auf den Demos (so sie denn stattgefunden haben) gezeigt hat (in Berlin und Hamburg waren die Befürworter ja sehr in der Minderheit).

Avrii (unregistriert) 24. Juni 2011 - 17:28 #

Jo ich bin auch dabei, ein "I Like" von mir kostet 50 Cent.

Irgendwann bricht man zusammen bei den Verdienstmöglichkeiten. Da wird man halt schwach und verkauft sich selber!

Anonymous (unregistriert) 24. Juni 2011 - 19:19 #

wieviele likes verkaufst du so pro tag? ich denke das wäre auch was für die vielen pfandsammler die es so gibt

Gerjet Betker 19 Megatalent - 13638 - 24. Juni 2011 - 17:57 #

Ein Hoch auf Sockenpuppen - leider zählt heutzutage die Präsens/Beliebtheit auf Sozialen Plattformen für Werbeverkäufer um einiges mehr als die Qualität einer Seite. Für viele bist du nicht existent, wenn du nicht auf FB und Twitter mit vielen Freunden und Followern bist. So ist man manchmal dazu gezwungen Sockenpuppen einzukaufen, damit man Geld verdienen kann.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10734 - 24. Juni 2011 - 18:35 #

Ja, wenn sich so ein Hype einmal verbreitet hat, dann braucht es meist eine Weile, bis alle wieder klar denken können.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 24. Juni 2011 - 19:27 #

Beim Versuch meine Zugangsdaten bei CoG zu ändern bin ich zigfach auf der Codemasters-FB-Seite gelandet... /meh

Kann also was Qualität anbelangt nur zustimmen ~

Benjamin Urban 18 Doppel-Voter - P - 9415 - 24. Juni 2011 - 20:04 #

http://www.gamersglobal.de/news/36648/codemasters-webseite-gehackt-kundendaten-gelesen
Deswegen ;)

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 24. Juni 2011 - 18:27 #

War damals beim Guttenberg doch auch so auf FB. Als seine Plagiate langsam rauskamen, hatte seine FB-Seite stündlich proportional steigenden "Like" zuwachs. N-TV berichtet damals drüber.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10734 - 24. Juni 2011 - 18:35 #

Naja, aber das muss er ja nicht unbedingt selber angestoßen haben. Es kann ja auch durch die Aktualität verursacht worden sein.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 24. Juni 2011 - 18:39 #

Nein, es ging explizit um eine angeheuerte Angentur deswegen.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10734 - 24. Juni 2011 - 18:45 #

Wenn er das denn wirklich selber so gewollt hat, dann wäre es wirklich ein Armutszeugnis.

Anonymous (unregistriert) 24. Juni 2011 - 19:15 #

leider werden wir das in zukunft häufiger sehen, wahrscheinlich aber nichtmal bemerken. besonders um politische und allg meinung zu manipulieren dürften sackpuppenarmeen wirksam sein.

wie hiess das pentagon persona management system in zusammenarbeit mit ntrepid nochmal? metalgear irgendwas? würd mich interessieren was wir in De neben solchen privaten anbietern haben

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 25. Juni 2011 - 1:18 #

Das ist längst widerlegt. Mehrfache Prüfungen haben ergeben, die Fans sind echt und kommen zum überwiegenden Teil auch aus Deutschland. Der Typ war halt so populär.

Anonymous (unregistriert) 25. Juni 2011 - 1:49 #

wenn du zweimal dasselbe sagst, dann bitte einmal mit beweis zum nachlesen

Deadpool 12 Trollwächter - P - 1150 - 25. Juni 2011 - 12:54 #

Die "Fans" die man über FanSlave kaufen kann sind auch "echt", steht sogar genau so im Artikel, gekauft können sie deshalb trotzdem sein. Da würde mich deshalb auch interessieren welche Quelle deine Aussage zweifelsfrei belegen soll.

Anonymous (unregistriert) 25. Juni 2011 - 14:13 #

- angeblich 570.000 FB-Fans
- Demo Hamburg: 150 Fans inkl Gegendemonstranten
- Demo Berlin: "ein paar dutzend Gegendemonstranten".. gegen die sich "Einige echte Unterstützer" nicht durchsetzen konnten
- 570.000 FB-Fans = ca 100 "echte" Unterstützer.

ohne Quelle glaub ich dir deshalb nicht

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 29. Juni 2011 - 2:55 #

Meinst du, nur weil ich (mal ganz hypothetisch angenommen) bei jemandem in FB auf "i like" klicke, gehe ich auch für den demonstrieren?
Ich finde es jedenfalls nicht verwunderlich, wenn von den 570.000 'likes' dann etwa 100 übrig bleiben, die auch so eine Demonstration mitmachen.

Anonymous (unregistriert) 26. Juni 2011 - 23:01 #

längst wiederlegt. mehrfache prüfung : kein beweis : BUSTED!

Gisli 14 Komm-Experte - 2082 - 24. Juni 2011 - 18:42 #

Das ist ja schon fast so schlimm wie Plattenfirmen, die ihre eigenen Platten kaufen (lassen), damit die Alben höher in die Charts einsteigen. Ob das mit dem Landwirtschaftssimulator ähnlich ist?
Naja, jedenfalls sollte spätestens jetzt jeder erkennen, dass man nicht an der Zahl der Facebook-Freunde/-Fans erkennen kann, wie beliebt jemand ist.

Anonymous (unregistriert) 25. Juni 2011 - 9:56 #

Zeigt doch nur wie doof die Menschheit ist. Mögen es alle, magst du es plötzlich auch. Funktioniert ja immer wieder.

Vaedian (unregistriert) 24. Juni 2011 - 20:09 #

Das erinnert mich doch spontan an die South Park Facebook Folge.

http://de.southparkstudios.com/alleEpisoden/1404

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73389 - 25. Juni 2011 - 1:58 #

Bäh. Das artet übrigens auch schon auf YouTube aus. In letzter Zeit bekomme ich gehäuft Freundschaftsanfragen von so Facebook-Werbetypen or whatever, die mich gleichzeitig auch noch mit einer Facebook-Werbe-Videobotschaft für Browsef zuspammen. Abgelehnt und geblockt. Da kriesch isch Plack von.

the G.O.D. 09 Triple-Talent - 242 - 25. Juni 2011 - 8:59 #

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

harrypuuter 12 Trollwächter - 1065 - 25. Juni 2011 - 13:34 #

in einer in der man sich alles - wirklich alles kaufen kann

Rondrer (unregistriert) 25. Juni 2011 - 10:41 #

Find ich auch nicht schlimmer, als wenn durch Gewinnspiele oder Aktionen wie "bei 10.000 Likes/Followern passiert dies und jenes" nach Anhängern gefischt wird.

Azzi (unregistriert) 25. Juni 2011 - 11:47 #

Wo kann man sich da anmelden stelle gern mein Facebook zur Verfügung wenn ich für dumem Klicks Geld kriege^^

thurius (unregistriert) 25. Juni 2011 - 17:31 #

ein klick für 1,5cent,für 15€ euro muss man schon 1000klicks bringen

mon2908 11 Forenversteher - 594 - 25. Juni 2011 - 14:55 #

Ich bin nicht mal auf Facebook, weil mich weder der Zuckerberg noch die Winklevoss Gebrüder interessieren. Facebook ist die Krätze des 21 Jahunderts.

ADLER78 05 Spieler - 48 - 25. Juni 2011 - 17:22 #

Bin gespannt, wann die ReGIERung auf die Idee kommt, darauf auch noch Steuern zu erheben. ;-)

An und für sich eine interessante Geschäftsidee. Allerdings für 1,5c lächerlich wenig. Da sind meine "Like it"s schon mindestens 1-2 Euro wert.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 25. Juni 2011 - 17:46 #

Hmm.. Wenn du dich als "Click-Farmer" betätigst bekommst du Geld aus selbständiger Arbeit. Gewerblich wahrscheinlich. Bei entsprechenden Umsätzen würde also sogar Gewerbesteuer anfallen, in der Steuererklärung angeben müsstest du diese Einnahmen aber auf jeden Fall.

Und auch wenn du anderen Click-Pakete verkaufst, also nur Vermittler zwischen Clickern und Kunden bist, fallen Steuern an.

Deadpool 12 Trollwächter - P - 1150 - 25. Juni 2011 - 19:33 #

Für 10 likes braucht man nur ein paar Sekunden, da wären 1-2 Euro ja ein Stundenlohn bei dem man nicht mehr arbeiten müsste. ;)

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23260 - 25. Juni 2011 - 21:09 #

Mir gefällt GamersGlobal auf Facebook, wo sind meine 2 Cent Herr Langer? ;-)

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 26. Juni 2011 - 0:40 #

E-Penis.

Anonymous (unregistriert) 4. Mai 2012 - 17:30 #

Ich persönlich habe bereits auf den Internetseiten fbfanskaufen.com und buylikesfollowers.com Likes gekauft und war jedes mal sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Allen ist doch klar, dass es hierbei lediglich darum geht, seine Marketing Strategie zu verbessern und nicht darum, echte "Freunde" zu gewinnen. Wer seiner Firma ein besseres Image geben will, dem kann ich den Kauf von Likes nur raten.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit