Studie: Spiele ein Grund für Abnahme von US-Kriminalität

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Sebastian Horst 5648 EXP - 18 Doppel-Voter,R9,S8,C9,A8
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22. Juni 2011 - 9:24 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Wie oft haben wir schon gelesen, dass Spiele einen starken Anteil an der hohen Jugendkriminalität haben, weil sie gewalttätiges Verhalten fördern und allgemein die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft senken würden. Eine amerikanische Studie kommt nun zu einem überraschend anderen Schluss.
 
Wie BBC in einer News berichtet, zeigen offizielle Zahlen, dass seit 2008 trotz der Rezession und hoher Arbeitslosigkeit ein besonders starkes Sinken der Kriminalität in den USA verzeichnet worden ist. Die Statistiken zeigen zwar bereits seit 1990 einen positiven Trend, aber in den letzten zwei Jahren sei der Rückgang von Verbrechen besonders hoch. Dass es für diese Tatsache nicht nur eine Ursache gibt, ist selbstverständlich. BBC nennt deshalb zehn mögliche Gründe. Interessanterweise sind neben Gründen wie Obamas Machtübernahme, hohen Geburtszahlen und der großen Anzahl von bereits verurteilten Verbrechern im Gefängnis auch Spiele aufgeführt.

Eine Studie von texanischen Forschern und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung kommt zu dem Schluss, dass Spiele junge Leute von der Straße und damit von Kriminalität fernhielten. Die Forscher betonten darin, dass der Drang zum Spielen (und damit der Unfähigkeit etwas anderes zu tun) jeden direkten Einfluss auf die Förderung von gewalttätigem Verhalten mehr als kompensiere.

Benjamin Urban 18 Doppel-Voter - P - 9415 - 22. Juni 2011 - 9:39 #

Naja, die Begründung ist aber etwas komisch. Mit derselben Begründung könnte ich auch sagen, dass Essen die Kriminalität senkt, weil man während dem Essen kein Verbrechen begehen kann. Aber ok. Ich glaube man sollte schon froh sein, dass Spiele nicht wieder als Hauptgrund für Jugendkriminalität angegeben werden.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 22. Juni 2011 - 9:43 #

Wie oft isst du 5 Stunden am Stück? :D Bei Spielen kommt so eine Zeitspanne doch öfter mal hin, vor allem wenn man sonst nichts zu tun hat.

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9408 - 22. Juni 2011 - 9:56 #

Wieso "wenn man sonst nichts zu tun hat"? Ich dachte das zocken hält von Dingen am die man tun wollte? ^^

"Mhhh muss in 2 Stunden jemanden ermorden.... ach ne mach ich später muss erstmal 365/24/7 zocken.." :D

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 22. Juni 2011 - 10:04 #

Ich meinte damit Arbeit, Schule, etc.. Statt auf der Straße herumzulungern wird gezockt. Aber eben nur selten stundenlang gefuttert.

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9408 - 22. Juni 2011 - 10:20 #

Schon klar. war ja eher als Scherz gemeint. Allerdings gibt es auch Leute die beim Zocken stundenlang essen können. Ausserdem hält Essen wohl auch nicht von Kriminalität ab auch wenn es 5 Stunden dauern würde. Je nach Speise braucht man beim Essen nur eine Hand und für die Waffe entsprechend bleibt die andere frei. So ein Gamepad hingegen braucht beide. Was deine Theorie bekräftigt :)

Gorny1 16 Übertalent - 4720 - 22. Juni 2011 - 14:45 #

Ich stell mir grad nen 18jährigen mit Sturmhaube vor der mit einer 9mm und einem Schinkensandwich in den Händen eine Tankstelle überfällt...
XD XD XD ;)

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. Juni 2011 - 17:35 #

Da blieben allerdings dann Diebstähle außen vor, da die Hand, die die Beute aufnehmen sollte, besetzt ist. Also zumindest ein Teilerfolg auch bei der Ess-Therapie :O

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. Juni 2011 - 17:26 #

Wieso ist denn das komisch? Wer mit Spielen beschäftigt ist, kommt nicht auf die Idee, aus Langeweile Menschen umzubringen oder sich auf's Gangsta-Leben zu verlegen.

Oder: Wer ein (oder mehrere) Hobby(s) hat, findet weniger Zeit für andere Dinge.

Natürlich kann man das auch beim Essen sagen. Allerdings gibt es ja nun doch weniger Menschen, die wegen Nicht-Essens an Langeweile leiden - eben noch weniger, als es Menschen gibt, die allgemein nichts essen.

monokit 14 Komm-Experte - 2099 - 24. Juni 2011 - 7:06 #

Statt Gangsta zu sein...spielt man Gangsta zu sein...

Boxer 09 Triple-Talent - 327 - 22. Juni 2011 - 9:46 #

Diese Begründung gibt doch nur Anlass für die nächste Suchtdiskussion über Videospiele.

Damit kommt man zwar von der Gewaltdiskussion weg, die Aktzeptanz wird damit aber wahrscheinlich trotzdem nicht erhöht

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 22. Juni 2011 - 9:51 #

Naja, ich find's gar nicht so abwegig. Gerade der fragwürdige soziale Status, den junge Menschen in Gangs suchen, kann durch den (fragwürdigen) sozialen Status in Spielergemeinschaften ersetzt werden. Auch das oft kritisierte Belohnungssystem von Spielen wie WOW könnte dazu führen, dass der Drang nach echten (oder besser materiellen) Statussymbolen gedämpft wird. Etwas übertrieben formuliert: wer bewiesen hat, dass er in COD gut schiesst, braucht das nicht mehr auf der Strasse zu beweisen. Wer die neueste Raid-Rüstung hat, braucht kein Goldkettchen. Soll man sich drüber freuen? Spielen bedeutet nichts weiter, als Pixel auf einem Bildschirm zu manipulieren. Das tut niemandem weh, aber es hilft auch niemandem.

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. Juni 2011 - 17:27 #

Wenn dafür weniger Banken und Passanten "manipuliert" werden, ist sogar ziemlich vielen geholfen.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 22. Juni 2011 - 9:54 #

...was im Umkehrschluss aber auch den meisten Vielspielern mangelnde soziale Kompetenz unterstellt, wenn sie anderenfalls gewältätig werden würden. Wenn du Studie international ernst genommen will, sollte sie dann aber auch ein umso kritischeres Bild für die Gesellschaft damit ziehen. :/

JohnnyJustice 12 Trollwächter - 932 - 22. Juni 2011 - 10:13 #

Idioten bleiben Idioten, wenn sie aber vor der Konsole vergammeln ist das allemal besser. Sie könnten ja auch vorm örtlichen Supermarkt irgendwen verprügeln.

Jedes Medium wird von jedem anders wahrgenommen, man kann sich in Bioshock über die tolle Artdeco Architektur und die Fragen nach der Möglichkeit absoluter Freiheit freuen. Oder man kann einfach wild rumballern und es geil finden wie die Gegner zerplatzen.

Sebastian Horst 18 Doppel-Voter - 5648 - 22. Juni 2011 - 10:33 #

Es ist wohl vor allem gemeint, dass Jugendliche weniger auf der Straße rumhängen und Verbrechen aus Langeweile begehen. Durch Spiele sind sie beschäftigt und kommen auf keine dummen Gedanken. Ideal ist die Aussage natürlich auch nicht...

Azzi (unregistriert) 22. Juni 2011 - 10:35 #

Das ist Schwachsinn, sorry. Die Studie gibt gerade mal her das die Zahlen für Raubüberfälle und Morden zurückgeht. Ansonsten zeigt die Grafik gar nix.

Warum gehn die Zahlen seit 1990 kontinuierlich zurück? Da sagt die Grafik nichts darüber.
Das können viele Faktoren sein und Spiele scheinen mir da definitiv nicht sehr plausibel zu sein.

Sebastian Horst 18 Doppel-Voter - 5648 - 22. Juni 2011 - 10:38 #

Da verwechselt du was. Die Studie besteht nicht nur aus dieser einen Grafik. Die Grafik gehört eigentlich nicht mal zur Studie sondern ist eine offizielle Statistik vom FBI.

Azzi (unregistriert) 22. Juni 2011 - 10:44 #

Dann isses aber falsch verlinkt unter dem Link gibts nur folgenden Absatz:
9. A study released last month suggested video games were keeping young people off the streets and therefore away from crime. Researchers in Texas working with the Centre for European Economic Research said this "incapacitation effect" more than offset any direct impact the content of the games may have had in encouraging violent behaviour.

Diese Studie ist weder verlinkt, noch glaube ich einer einzelnen Studie zu dem Thema, es gibt dazu einfach so viele, oft widersprüchliche Studien. Hängt immer davon ab mit welcher Hypothese man an die Studien herangeht, wer der Sponsor ist und wie man die Daten interpretiert...

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 22. Juni 2011 - 10:49 #

Das stimmt auch. Der nächste Verschwörungstheoretiker könnte direkt von steigender staatlicher Überwachung in Form von verbesserter Überwachungstechnik und höherer Polizeipräsenz sprechen ... achso die Studie wurde in den Vereinigten Staaten erhoben ... da ist natürlich alles anders... *sarcsm*

Anonymous (unregistriert) 22. Juni 2011 - 11:52 #

Einzig Raubüberfälle und Morde zu betrachten verfälscht die Problematik allein schon durch den Fokus. Natürlich gehen die Zahlen dafür zurück, denn die USA haben den ausufernden "War against drugs" in den mit übertriebener Härte gegen Marijuana Besitz (sogar wenn dieses medizinisch verschrieben wurde, Soft drugs) vorgegangen wird ->Gefängnis. Nur so ergeben sich die absolut monströsen Inhaftierungszahlen der USA in konzerneigene profitorientierte Gefängnisse.

Verbesserte Überwachungstechnik hat in dem Fall übrigens nicht einmal etwas mit Verschwörungstheorie zu tun, denn es wurde wiederholt bewiesen, das Überwachung die durch den Patriot Act zur Terrorabwehr verfassungswiedrig erlangt wurden, zur Strafverfolgung von Bürgern, auch wegen Drogenbesitzes in den eigenen vier Wänden, verwendet wurden. Dabei war die Prämisse des Patriot Acts, das dieser niemals gegen eigene Bürger eingesetz würde. Zur höheren Polizeipräsenz führe ich nur den aussschweifenden Machtmissbrauch der Polizisten dort an. Polizisten die in Wohnungsdurchsuchungen Hunde erschiessen, Diebstähle begehen, die Kameras und Beweismaterial zerstören und den Besitzern Gewalt und Gefängnis allein für die Videoaufzeichnung androhen, werden in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen. Grausame und gewalttätige Cops die ihre Taser ausufernd benutzen werden von ihren Kollegen und vorgesetzen geschützt.

Beiweitem schlimmer allerdings ist noch die ausufernde Ermächtigung von Homeland Security. Die unternehmen mittlerweile in Städten Streifzüge zu 4000 Mann, und durchsuchen Taschen und Bürger, zwingen zur Ausweispflicht, auch ohne vorherige Terrorwarnung. Zur Abschreckung. Erinnert ein wenig an hiesige Geschichte.

Anonymous (unregistriert) 22. Juni 2011 - 12:01 #

Nach dem Medikamentenskandal in US-konzern-Gefängnissen ist es kein Wunder wenn Jugendliche mit allen Mitteln versuchen, nicht inhaftiert zu werden. Wenn man Jugendliche mit Antidepressiva und Betäubungsmittel vollpumpen kann, spart man an Kosten und kann Wächter einsparen. Beispiel Florida stellvertretend für Landesweite Praxis:

Creating juvenile zombies, Florida-style
- miamiherald.com/2011/05/28/2240617/creating.html#ixzz1NqjysFsn

- propublica.org/blog/item/in-florida-doctors-with-drug-company-ties-prescribe-drugs-for-jailed-youth

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 22. Juni 2011 - 10:40 #

Dann könnte man diverse Kleinkriminelle ja in Zukunft mit einem WoW-Account versorgen, statt sie in die überfüllten Gefängnisse zu quetschen. Wenn sie dann anderen die Raid kaputt machen, isses ja nur halb so schlimm.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 22. Juni 2011 - 12:20 #

Angesichts der Umgangsformen bei einigen Multiplayerspielen befürchte ich, dass es schon lange so weit ist ;) .

FatDuck 09 Triple-Talent - 282 - 22. Juni 2011 - 10:42 #

mit Statistik kann man so ziemlich alles belgen

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. Juni 2011 - 17:32 #

Nur dann, wenn der Adressat keine Ahnung von Statistik hat ;)

Punisher 19 Megatalent - P - 14043 - 22. Juni 2011 - 11:56 #

Nuja, so kann man über die Studie natürlich nicht viel sagen, der Verdacht kommt mir jedoch in den Sinn, dass hier wieder jemand Kausalität und Koinzidenz verwechselt.

Seit 1992 sind sicherlich noch einige andere Sachen passiert als Computerspiele, die die Statistik beeinflusst haben können. ;-)

ganga Community-Moderator - P - 15591 - 22. Juni 2011 - 14:44 #

Genau das dachte ich mir auch.
Seit 1990 ist auch die globale Temperatur angestiegen. Vllt sinkt die Kriminalität ja deswegen.

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. Juni 2011 - 17:33 #

Deshalb besteht der Artikel ja auch nicht nur aus einem, sondern aus 9 Punkten :)

ganga Community-Moderator - P - 15591 - 22. Juni 2011 - 19:31 #

Gerade deshalb wäre ich ja auch sehr vorsichtig mit dieser Aussage. Der Artikel spricht das Thema Computerspiele als vorletzten Punkt von 10 in zwei ganzen Sätzen an. Es gäbe irgendeine Studie die letzten Monat rausgekommen ist (und die leider nicht benannt oder verlinkt ist), die nahe liegt, dass eventuell der Konsum von Videospielen Jugendliche von der Straße fernhält, was wiederum vielleicht zu einer Absenkung der Kriminalität geführt hat. Aus welchem Umfeld die Testgruppe stammt, woher die Daten stammen, ob es eine Metastudie oder was auch immer war, wie man genau zu diesen Schlüssen kam und viele weitere Details fehlen vollkommen.

FPS-Player (unregistriert) 22. Juni 2011 - 13:07 #

Na, das legt mal den ganzen Schwachmaten unserer Regierung unter dem Gesichtspunkt "Killerspiele" vor...

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 23. Juni 2011 - 0:10 #

kann ich iwie net glauben ^^ In den USA steigt nach populären Actionfilmen (vor allem wenns ums Ghetto etc geht) jedes mal die Mordrate das das bei Egoshootern etc anders sein soll (bzw den genau gegenteiligen effekt haben soll) kann ich mir beim besten willen net vorstellen ;)

Kruemelmonster 04 Talent - 33 - 23. Juni 2011 - 11:26 #

Kommt zwar etwas weit hergeholt daher, aber jede positive Nachricht zu diesem Thema ist mir recht zumal die Killerspiel-Theorie alles andere als begründet ist..

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 23. Juni 2011 - 22:34 #

Erinnert mich an die Korrelation von aussterbenden Storchen und Rückgang von Geburten ;)

monokit 14 Komm-Experte - 2099 - 24. Juni 2011 - 7:07 #

Ziemlich an den Haaren herbeigezogen das Ganze. Man könnte auch das WWW dafür verantwortlich machen, da im gleichen Zeitraum das WWW erfolgreich wurde. Parallel kamen auch Mobiltelefone auf...vielleicht ist das ja auch der Grund...

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