Hardware-News KW23: Computex-Messeneuheiten
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29504 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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6. Juni 2011 - 18:05 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
In Taipeh endete jüngst die größte asiatische IT-Messe, die Computex. Wie schon auf der in Hannover stattfindenden CeBIT stellten dort zahlreiche Unternehmen ihre aktuellsten Entwicklungen und Zukunftspläne vor. In dieser Ausgabe der GamersGlobal-Hardwarenews geht es daher primär um Messeneuheiten der Computex.


Bulldozer-CPUs basieren auf einer völlig neuen CPU-Architektur.

AMDs Bulldozer verspätet sich

AMDs ursprünglichen Plänen nach hätten PC-Aufrüster jetzt schon einmal mit den Planungen eines neuen Computers beginnen können. Mit Bulldozer sollte bereits Anfang Juni der von vielen ungeduldig ersehnte Nachfolger zu AMDs Phenom-II-Prozessoren erscheinen. Eine komplett neue Systemarchitektur, ausgelegt auf die Nutzung vieler paralleler Rechenkerne, sollte den Sommer heiß starten lassen. Passende Mainboards waren auf der Computex zu sehen. Auf der AMD-Pressekonferenz während der IT-Messe musste Rick Berman von AMD allerdings die Verspätung um zwei bis drei Monate einräumen. Im Spätsommer sollen die Prozessoren der Zambezi genannten CPU-Reihe dann für den neuen Sockel AM3+ erscheinen. Nutzer älterer Mainboards könnten bei der Aufrüstung preiswert davonkommen: Angeblich reicht ein angepasstes BIOS um Bulldozer auch in einigen aktuellen AM3-Boards laufen zu lassen -- allerdings ohne einige Sonderfunktionen wie einem effektiveren Energiesparmodus.


Soll die Vorteile von Festplatten und SSDs vereinen: OCZ RevoDrive Hybrid.

RevoDrive Hybrid vereinigt HDD und SSD

Bei den RevoDrives des Speicherherstellers OCZ handelt es sich um PCIe-Steckkarten mit SSD-Funktionen. Dank des schnellen PCIe-4x-Interfaces bremst bei diesen Laufwerken keine Festplattenschnittstelle wie SATA die Leistung. Teure Topmodelle der Serie erreichen Datentransferraten von bis zu 700 MB/sek. -- zu viel selbst für das aktuelle SATA III. 

Allerdings ist bei Laufwerken auf Basis von Flashspeicher jedes Gigabyte sehr teuer -- herkömmliche Festplatten punkten vielleicht nicht mehr mit ihrer Leistung, dafür stimmt dort der Preis pro Gigabyte. Um klassische Magnet-Festplatten zu beschleunigen, entwickelte Seagate daher mit der Momentus XT eine Notebookfestplatte mit einem 4 GB großen SSD-Cache um einige Zugriffe zu beschleunigen. Einen schritt weiter geht OCZ mit dem RevoDrive Hybrid: Hier dominiert der SSD-Teil mit mindestens 60 GB Kapazität. Die SSD puffert Zugriffe und agiert bei Geschwindigkeiten von bis zu 575 MB/sek. (lesend) und 500 MB/sek. (schreibend) auch sehr zügig. Huckepack auf der Platine sitzt die 2,5-Zoll-Festplatte um größere Datenmengen aufzunehmen. Nach dem Einbau und der Treiberinstallation soll der Nutzer von der Hybridtechnik nichts mehr merken und mit dem Laufwerk arbeiten wie mit allen herkömmlichen Festplatten. Einen Erscheinungstermin sowie Preise des RevoDrive Hybrid sind noch nicht bekannt.


Unter dem Codenamen Trinity fusioniert AMD die Bulldozer-CPUs mit einem Grafikkern.

AMD präsentiert neue Highend-CPU "Trinity"

Bei AMD steht die Entwicklung unter dem Motto "Fusion" -- die Verschmelzung von CPU und GPU zu einer Einheit. Erste Erfolge kann das Unternehmen bereits im Bereich der Netbooks feiern -- Die Prozessoren C-50 und E-350 erfreuen sich großer Beliebtheit. Vor allem die vergleichsweise leistungsstarke integrierte Grafikeinheit mit voller HD-Beschleunigung schlägt Intels Atom-Konkurrenz mit Leichtigkeit.

Mit Llano soll nun im Sommer der Phenom-Prozessor mit AMDs HD6000-Grafikeinheit fusioniert werden. Überragende Änderungen bei der CPU-Leistung sind bei Llano gegenüber Phenom nicht zu erwarten. Der Kauf einer Mittelklasse-Grafikkarte kann mit Llano allerdings wegfallen. PC-Spieler mit moderaten Anforderungen an die Grafikleistung dürften sich über die Ersparnisse freuen können -- selbst aktuelle Titel wie Duke Nukem Forever dürften die DX11-Grafikkerne von Llano flüssig beschleunigen.

Bei den Highend-CPUs aus der Bulldozer-Familie fehlt jedoch von einer integrierten GPU jede Spur. Eine solche Kombination würde für Spieler zwar nur wenig Sinn ergeben, für Videoschnittanwendungen, Grafikbearbeitung oder CAD-Anwendungen lassen sich die Compute-Funktionen von DX11 allerdings hervorragend nutzen. Erst Trinity soll Bulldozer um eine GPU erweitern. Ein frühes Produktsample des kommenden Prozessor zeigte AMD auf der Computex -- allerdings ohne weitere Informationen zur Leistungsfähigkeit oder zu genauen technischen Daten herauszugeben. Trinity soll 2012 auf den Markt kommen.


Mainboard mit eingebauter SSD: Gigabyte GA-Z68XP-UD3(-iSSD)

Gigabyte GA-Z68XP-UD3(-iSSD):  Mainboard mit SSD

Intels aktueller Chipsatz Z68 für die zweite Generation der Core-i-CPUs namens Sandy Bridge (Sockel 1155) bringt einige interessante Neuerungen mit sich. Neben der Möglichkeit zusätzlich zu einer leistungsstarken PCIe-Grafikkarte für Videoschnitt oder -beschleunigung auch die CPU-eigene HD2000/3000-GPU nutzen zu können, besitzt das Mainboard auch das sogenannte SSD-Caching. Dabei kann eine kleine SSD ähnlich wie bei dem weiter oben bereits vorgestellten RevoDrive Hybrid eine klassische Magnet-Festplatte als Cachespeicher beschleunigen. Die Startzeiten des Betriebssystems und vieler Programme lassen sich so teils drastisch verkürzen. Zusätzlich entfällt der Nachteil kleiner SSDs: Um die Verteilung der Daten muss sich der Anwender keine Sorgen mehr machen, aus allen Nähten platzende Laufwerke gehören der Vergangenheit an. Das GA-Z68XP-UD3(-iSSD) von Gigabyte bringt jetzt eine Cache-SSD gleich mit. In einem mSATA-Steckplatz befindet sich bei diesem Mainboard eine Intel SSD 311 mit 20 Gigabyte Speicherkapazität. Da auf einen Cachespeicher oft geschrieben wird, verbaut Intel bei der SSD 311 (Codename: Larsen Creek) hochwertigen SLC-Speicher. Diese Speicherart zeichnet sich unter anderem durch eine deutlich größere Anzahl an möglichen Schreibzyklen gegenüber herkömmlichen MLC-Speichern aus. Einen vorzeitigen Ausfall der SSD durch verbrauchte Speicherzellen möchte Intel so entgegenwirken. Allerdings hat SLC-Speicher seinen Preis. Das beim Gigabyte-Board verbaute SSD-Modell mit nur 20 GB Kapazität schlägt mit knapp 100 Euro zu Buche. Preislich interessanter als die ansonsten durchaus bemerkenswerte  Kombilösung dürfte daher der Erwerb einer doppelt so großen MLC-SSD als Systemlaufwerk sein. Gigabyte bietet das GA-Z68XP-UD3 allerdings auch ohne SSD an. Hier ließe sich ein beliebiges mSATA-Laufwerk eigenhändig verbauen -- Interessant in diesem Zusammenhang dürfte die Ankündigung einer Sandforce-SSD für den mSATA-Steckplatz von Adata sein. Diese mit 30 oder 60 GB erhältlichen Laufwerke nutzen den beliebten SF-2200-Controller der Firma Sandforce. Durch den Einsatz von MLC-Speicherzellen dürfte der Preis dieser SSDs deutlich geringer ausfallen, als der von Intels 311.

Neben dem mSATA-Steckplatz bietet das Mainboard zwei PCIe16x-Steckplätze. Diese lassen sich sowohl für AMDs Crossfire als auch für Nvidias SLI nutzen. SATA III sowie USB 3.0 gehören bei hochwertigen Mainboards mittlerweile zum Standard, ein HDMI-Ausgang überträgt die Signale der Intel-GPU. Informationen zum Preis der Platine gibt es bislang noch nicht.
Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 6. Juni 2011 - 18:28 #

Mit besonderen Grüßen an die GG-Trine ;) .

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 6. Juni 2011 - 19:18 #

Da ich nur moderate Grafikleistung benötige, dafür aber ne Menge CPU-Leistung kann ich mir Trinity gut als nächste Aufrüststufe vorstellen. Stärkerer Prozessor und Grafikkarte als jetzt und wird eh frühestens nächstes Jahr bezahlbar. Ich bin gespannt :)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 7. Juni 2011 - 8:21 #

Wenn deine Software nicht so gut mit vielen Rechenkernen skaliert, wäre vielleicht auch Ivy Bridge interessant. Die GPU wird zwar wohl langsamer als die AMD-GPU, dafür verspricht Ivy Bridge noch mehr Rechenleistung.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 7. Juni 2011 - 9:03 #

Soweit ich das verstanden hab, benötigen Blender, Maya und co. im Editierungsmodus GPU-Leistung und fürs Rendern CPU-Leistung (angeblich lineare Skalierung). Ausser natürlich sie können zum Rendern die GPU nutzen, was aber meines Wissens nur mit den professionellen Karten Sinn macht.
Da ich auch noch spielen will mit dem Rechner, sollte die Grafikkarte spürbar besser sein als meine 8800GTS und die Leistung meinen X3 um Längen schlagen.
Mal sehen was der Markt Mitte-Ende 2012 bietet.

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