Darkfall: Streit um Eurogamer-Review des MMORPG

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Philipp Spilker 22468 EXP - 20 Gold-Gamer,R10,S10,C10,A10,J5
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6. Mai 2009 - 19:47 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Das stark auf Hardcore-PVP zentrierte MMORPG Darkfall, das Ende Februar diesen Jahres seine Server live schaltete, hat bisher gerade aufgrund der speziellen Nische, die es im MMO-Markt ausfüllt, eher wenig Publicity bekommen. In dem Spiel gibt es nur PVP-Server und keinerlei sichere Zonen, der Tod durch Mitspieler kann also an jeder Ecke lauern. Als Spieler wählt man eine der sechs Rassen in der Fantasywelt Agon aus und ist somit automatisch mit einigen anderen Rassen befeindet. Nähert man sich als Elf einer Orkstadt, sollte man sich keine allzu hohen Überlebenschancen ausrechnen. Solospieler sehen schon nach kurzer Zeit kein Land mehr, gegen die oft in Rudeln auftretenden Mobs der nicht von Ladepausen unterbrochenen Welt braucht es eine starke Gruppe. Und im Gegensatz zu Age of Conan gibt es für Ganking (das permanente Töten anderer Spieler) keine Disziplinarmaßnahmen des Spiels. Die Entwickler gehen davon aus, dass sich solche Fälle von selbst regeln: bald wird man fast nur noch Feinde haben, und einen Handelspartner im durch Spieler kontrollierten Handelssystem zu finden könnte schwierig werden.

Darkfall also ist eines dieser Spiele, in die man sich erst einmal einarbeiten muss. Es nimmt den Spieler nicht an der Hand und ist zu großen Teilen unbarmherzig. Manch einer liebt so etwas, viele hassen es. Ed Zitron, Tester für den englischen Ableger von Eurogamer, scheint zu letzterer Gruppe zu gehören. Denn in seiner kürzlich veröffentlichten Review hat er das MMO von Entwickler Aventurine mit einer 2/10-Wertung in der Luft zerrissen, unter anderem mit folgenden Argumenten:

Viele Fanboys verteidigen Darkfall dadurch, dass sie sagen, es sei einfach nichts für Casual-Spieler. Tatsächlich ist das nur eine Ablenkung davon, dass Aventurine es nicht geschafft haben, ein balanciertes Spiel zu programmieren. Wenn ich ein Schwert schwinge, möchte ich damit auch etwas treffen. Wenn ich meine erste Quest annehme, möchte ich nicht drei Minuten lang Goblins töten, nur um dann von einem sechs Fuß großen Wolf namens BarBArIaX WooFKilLer getötet zu werden. Wenn ihr mir einen Sandkasten gebt, dann gebt mir um Himmels willen auch etwas, mit dem ich im Sandkasten spielen kann.

Das hört sich nicht wirklich vorteilhaft an und viele weitere negative Aspekte werden in etwa demselben Ton kritisiert. Das wiederum hat nun Tasos Flambouras, den leitenden Entwickler von Darkfall, zu einem Forumspost verleitet, in dem er Ed Zitron nicht nur vorwirft, dem Spiel gegenüber sehr polemisch und vorurteilsbehaftet zu sein, sondern auch, dass er das Spiel nur insgesamt zwei Stunden lang gespielt habe.

Wir haben die Logs für die zwei Accounts, die wir Eurogamer gegeben haben, kontrolliert und dabei herausgefunden, dass der Tester nur etwa zwei Stunden mit dem Spiel verbracht hat. Einer der Accounts zeigte drei Minuten Spielzeit an, der andere Account zeigte etwa zwei Stunden Spielzeit auf 13 Einheiten verteilt. Die meiste Zeit hiervon wurde im Charaktereditor verbracht, da der Tester sich nach beinahe jedem Login einen neuen Charakter gebastelt hat. [...] Er verbrachte also immer nur höchstens ein paar Minuten am Stück im Spiel.

Flambouras erwähnt außerdem, dass inzwischen das Angebot vorliege, noch einen zweiten Tester auf das Spiel anzusetzen. In einer offiziellen Stellungnahme bestätigt die Chefetage von Eurogamer dies, sagt jedoch auch, dass Ed Zitron alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen habe und weiterhin darauf bestehe, das Spiel circa neun Stunden lang intensiv gespielt zu haben; die Logs, auf die sich Aventurine bezieht, seien ihm zufolge unvollständig. Er habe die volle Unterstützung und das Vertrauen seines Arbeitgebers.

Review-Streitigkeiten gibt es immer wieder mal, und wie immer kann man sich auch in diesem Fall natürlich nicht sicher sein, welche der beiden Parteien die Wahrheit sagt. Entwickler Aventurine aber behauptet, mit offenen Karten zu spielen. Angeblich wurden auch die vollständigen und ungekürzten Informationen, die sie aus den Account-Logs gezogen haben, an Eurogamer weitergeleitet. Und Darkfall-Spieler haben in Foren schon längst Listen mit angeblichen Fehlinformationen aus der Review veröffentlicht.

Selbst wenn der Test von Darkfall neun Stunden lang gedauert hat -- das wollen wir unserem Kollegen zugestehen --, wirft das aber immer noch die Frage auf, ob das auch genug Zeit ist, um ein MMO mit all seinen Facetten angemessen bewerten zu können. Was meint ihr dazu?

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 6. Mai 2009 - 17:14 #

MMOs sind wie Webseiten, sie entwickeln sich. Wir haben die Tendenz auch bei normalen Spielen, wo viele Redaktionen nach den ersten zwei, drei Patches nochmal ein kurzes Resumee ziehen und manchmal sogar eine neue Endnote vergeben.

Ich denke, man kann eine erste Einschätzung zu einem MMO abgeben. Es gibt objektive Kriterien, an denen man einen Test festmachen kann. Die Spielmechanik und der Anfangscontent beeinflußen auch bei einem MMO sehr oft, ob ein Spieler seinen 30-Tage-Einstiegsaccount verlängert oder das Spiel wieder von der Festplatte löscht.

Was sich natürlich nie 100%ig abschätzen läßt, ist die Langzeitwirkung. Die basiert auf unvorhersehbaren Kriterien, wie auch der Community, die sich um das Spiel herum einfindet, und natürlich die üblichen Contentpatches oder Addons. Den Spaßfaktor eines Gemeinschaftserlebnisses kann man nicht vorhersagen. Man kann Tendenzen aufzeigen, welche Features oder Funktionen das ganze unterstützen könnte. Aber selbst bei einem stupiden Spiel können die richtigen Mitspieler manchmal sehr viel reißen. Insofern ist es schwierig, dazu gesicherte Prognosen abzugeben. Aber die Spielmechanik, Konzept und Bedienung können natürlich bewertet werden wie bei jedem anderen Titel auch.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 6. Mai 2009 - 17:24 #

Der Tester aber hat an dem Spiel wirklich nicht ein gutes Haar gelassen und nachdem ich mich ein bißchen in Darkfall eingearbeitet habe, hört es sich zwar eindeutig nach einem Spiel an, mit dem ich persönlich nichts anfangen könnte, bei dem aber einige der Features, die mich stören würden, dem Spiel in voller Absicht mit auf den Weg gegeben wurden und viele Spieler auch begeistern können. Irgendwas muss also doch ganz vernünftig sein.

Was du sagst, ist sicher alles richtig. Aber gerade da Darkfall seinen Content stark vom PVP-System abhängig macht, hätte man sich damit halt auch intensiv beschäftigen sollen. Beim Lesen der Review hört es sich so an, als sei der Fokus eindeutig aufs Solo-Spiel gelegt worden. Ein bloßer Klick auf die Darkfallwebsite verrät, dass das völlig konträr zu dem ist, was das Spiel bieten will. Ein bißchen einlassen muss man sich auf so etwas ja schon.

Ganz generell würde ich sagen, dass neun Stunden für eine Tendenz sicher ausreichen. Aber für eine endgültige Wertung (und eine solche ist die 2/10) braucht es meiner Meinung nach mehr Zeit. Und zwei Stunden wären natürlich wirklich lächerlich.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 6. Mai 2009 - 18:33 #

Der konkrete Einzelfall hier wirft jetzt natürlich ein schlechtes Licht auf das ganze. Was hier jetzt wahr oder nicht wahr ist, kann ich nicht sagen. Aber grundsätzlich sind 9 ernsthaft investierte Stunden ausreichend, um die von mir angesprochenen Punkte herauszuarbeiten. Viele Offline-Spiele dauern gerade mal 10 Stunden, und es braucht keinen zweiten Durchgang, um Aussagen über die Qualität des Titels treffen zu können. Resident Evil dauerte für mich 12 Stunden, an meiner Meinung über das Spiel hat sich in den letzten drei Stunden allerdings nichts Entscheidendes mehr geändert. 9 Stunden ist verdammt viel Zeit, besonders wenn einem das Spiel nicht gefällt. Ein normaler Kunde würde bei Nichtgefallen niemals diese 9 Stunden in das Produkt investieren. 2, 3 Stunden, maximal. Wenn's dann nicht schnackelt, ist das Spiel wieder von der Platte.

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 6. Mai 2009 - 17:17 #

Okay, bei Metacritic wird bislang leider nur das Eurogamer Review angezeigt, was die schnelle Suche nach einer zweiten Meinung nicht gerade erleichtert hat.

Allerdings habe ich dann noch einen Previewbericht gefunden, der dem Titel zwar auch allerhand Schwächen nachweist, aber auch sein Potenzial. Und ich denke das Sandbox-Prinzip könnte sehr interessant sein, je nach Inhalt. Meine eigene Meinung kann ich mir vom Lesen natürlich nicht bilden, aber ich bin mir relativ sicher, dass 2/10 stark unterbewertet ist. Aber ich bin mir auch sicher, dass Darkfall kein Must-Have ist. Trotz finde ich es gut, dass solche Spiele existieren.

Der erwähnte Bericht lässt sich hier finden: http://vault.ign.com/View.php?view=editorials.detail&id=225

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 6. Mai 2009 - 18:17 #

Na, der von dir ausgegrabene Bericht hört sich doch schon mal ganz anders an als die EG-Review. Ich habe bei meinen Recherchen auch noch einen Bericht gefunden:

http://www.mmorpg.com/gamelist.cfm?game=4&feature=3007&bhcp=1

Der ist natürlich auch mit Vorsicht zu genießen, da die Autorin ja selber sagt, dass er sehr subjektiv ist, aber wenn solche Leute (die ja eindeutig journalistisch an das Spiel herangehen und nicht mit purer Fanboy/girl-Perspektive) so viel Gutes an dem Spiel finden, dann muss da ja auch irgend etwas dran sein. Ich glaube, mir würde das Spiel keinen Spaß machen, aber es ist halt ganz bewusst antiquiert und wird von den Machern auch immer wieder als Rückkehr in die Zeit von Ultima Online bezeichnet. Finde schon, dass so etwas seine Berechtigung hat. Was nicht heißen soll, dass das Spiel keine Fehler hat. Die hat es, das geben auch die hartnäckigsten Fans zu. Aber der Support scheint gut zu sein.

Bei der EG-Review übrigens explodieren die Kommentare derzeit. Und auch die Chefetage von EG hat sich nun offiziell dazu geäußert, damit werde ich den Artikel gleich noch updaten.

Vanguard 13 Koop-Gamer - 1264 - 6. Mai 2009 - 20:32 #

Ah erinnert mich an 4Players und WorldShift. http://tinyurl.com/cn8kxw
Nur das die 4p üblich nicht ganz so einsichtig waren.

Eurogamer.net ist kein Ableger sondern die Hauptseite. Die war auch schon eine ganze Weile vor den ersten "Ablegern" da.

Edit: Ah ich sehe gerade das Kieron Gillen das Re-Review schreiben wird, das dürfte interessant werden.

Anonymous (unregistriert) 21. September 2011 - 11:04 #

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