Hardware-News KW17: Optimus am Desktop, Festplattendeal
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Dennis Ziesecke 29505 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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25. April 2011 - 22:29 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Ostern: Zeit der Eier und der Geschenke. Im weitesten Wortsinne und ohne Angst vor Duke-Nukem-Wortschatz hat also Samsung Eier bewiesen: Mit dem Verkauf der hauseigenen Festplattensparte an Seagate. Lenovo lockt hingegen mit neuen Notebooks auf Basis von Intels Sandy Bridge CPUs. Das Thinkpad X1 stellt dabei als MacBook-Air-Konkurrenz auf und ist nur 22mm dick. Notebooktechnik auf dem Desktop möchte dagegen Nvidia liefern. Die im Notebookbereich zum Stromsparen sehr beliebte Optimus-Technologie soll bald auch auf dem Desktop-PC funktionieren.

Nvidia spart Strom mit Optimus

Keine Komponente im Gamer-Computer frisst so viel Energie wie die Grafikkarte. Auch wenn aktuelle Modelle im Ruhemodus bereits einen erfreulich geringen Energiehunger vorweisen können gibt es dabei mitunter einige Einschränkungen. Geforce-Grafikkarten von Nvidia takten im Ruhemodus beispielsweise nur dann brav herunter, wenn entweder nur ein Monitor an den PC angeschlossen ist oder wenn alle verbundenen Bildschirme die gleiche Auflösung und Bildwiederholfrequenz nutzen. Schon beim Einsatz eines 120hz-Monitors für Nvidias 3D-Vision und einem zweiten "normalen" Bildschirm fällt der Energiebedarf bei ruhendem Desktop daher entsprechend hoch aus.

Im Verbindung mit der Grafikeinheit von Intels Sandy-Bridge-CPUs soll es in Zukunft jedoch möglich sein, die aus dem Notebooksegment bekannte Optimus-Technologie zu nutzen. Dabei übernimmt je nach Last die CPU-Grafik oder der Geforce-Chip. Da das Mainboard für Desktop-Optimus keine besonderen Voraussetzungen erfüllen muss und jede Geforce-Karte unterstützt wird, dürfte sich das Stromspar-Gimmick rasch durchsetzen. Allerdings ist Sandy Bridge sowie ein Board mit Intel H67- oder H61-Chipsatz Pflicht - nur diese Boards leiten die in die CPU integrierte Grafik weiter. Übertakterboards der P67-Reihe hingegen fehlt die Grafikfähigkeit komplett, diese Chips eignen sich daher nicht für Optimus. Auf kommenden Boards mit Intels Z68-Chipsatz soll dafür sogar SLI funktionieren. Und ein stromhungriges SLI-Gespann abseits der Spiele-Sessions automatisch deaktiviert zu sehen dürfte den einen oder anderen Nutzer sicherlich freuen - vor allem wenn der Strom aus eigener Tasche bezahlt werden muss.


Hybrid-Festplatte mit integrierter 4GB-SSD: Seagate Momentus XT.

Seagate übernimmt Samsungs Festplattensparte

Wieder mal gibt es einen Festplattenhersteller weniger. Vor kurzem erwarb Western Digital noch die Festplattensparte von Hitachi, Seagate kaufte Maxtor und vor einigen Jahren schluckte Toshiba Fujitsus Festplattengeschäft. Und jetzt trennt sich Samsung von der eigenen Festplattensparte. Für 1,375 Milliarden US-Dollar verleibt sich Seagate damit einen der größten Konkurrenten auf dem HDD-Markt ein. Samsung dürfte von diesem Geschäft sehr gut profitieren -- die 1,375 Milliarden US-Dollar werden je zur Hälfte in Geld und in Aktien beglichen, Samsung erhält damit also quasi nebenbei einen fast 10 Prozent großen Anteil an Seagate. Samsung begründet den Schritt mit anhaltenden Verlusten im Festplattengeschäft.

Zusätzlich haben die beiden Hersteller eine enge Zusammenarbeit beschlossen. In neuen Notebooks oder Desktops werden sich in Zukunft also Seagate-Festplatten befinden während Seagate Zugriff auf Samsungs NAND-Flash-Knowhow erhält. Seagates Momentus-XT beispielsweise enthält als Hybrid-Festplatte neben 250, 320, 500 oder 640 GB Festplattenspeicher auch 4 GB schnellen Flashspeicher und kombiniert so die Geschwindigkeitsvorteile einer SSD mit der Kapazität einer herkömmlichen HDD. Dieser Speicher wird in Zukunft wohl exklusiv von Samsung geliefert werden.

Allerdings scheint sich der Festplattenmarkt aktuell in einer Sackgasse zu befinden. Technisch sind in absehbarer Zeit keine größeren Kapazitätssteigerungen mehr realisierbar, Folgetechniken sind noch nicht ausgereift. Und auch die Geschwindigkeit moderner Festplatten lässt sich kaum noch sinnvoll steigern - viele große Modelle schalten sogar einen Gang zurück und bieten mehr Speicher bei geringerer Geschwindigkeit. Der Trend geht weg von lauten Geschwindigkeitsmonstern wie der Raptor-Reihe und hin zu lautlosen Modellen. SSDs bieten zudem zwar bislang noch relativ wenig Kapazität, sie punkten dafür aber mit unschlagbaren Transferraten und Zugriffszeiten. Und das auch noch komplett unhörbar. Da HDDs als Systembeschleuniger mittlerweile komplett von SSDs abgelöst wurden, bieten sich für die Hersteller auch kaum noch Marktnischen für teure Modelle - die meisten Festplatten werden zu sehr geringen Preisen quasi verramscht. Samsung als einer der größten Produzenten von NAND-Flash wie er in SSDs eingesetzt wird scheint diesen Trend offenbar erkannt zu haben. Ob Seagate mit dem Deal auf Dauer glücklich wird?


Nur 22mm dick und trotzdem schnell wie ein großes Notebook: Lenovo Thinkpad X1.

Lenovo präsentiert neue Notebookserie mit Sandy Bridge

Freunde robuster Notebooks schwören zumeist entweder auf Panasonics Toughbooks oder auf ein Thinkpad. IBMs ehemalige Notebookbaureihe befindet sich zwar schon seit einiger Zeit im Besitz des chinesischen Unternehmens Lenovo, die Thinkpads erfreuen sich aber weiterhin großer Beliebtheit. Da es nur schwerlich am eher durchwachsenen Äußeren der Geräte liegen kann überzeugen wohl offenbar die inneren Werte. Spritzwassergeschützte Tastaturen, Festplatten mit Fallschutz, bei einigen Modellen Gehäuse aus Magnesium-Legierungen und Metallscharniere für die Displays - ein Thinkpad ist kein Lifestyleobjekt für das moderne Wohnzimmer sondern ein Arbeitsgerät. Wem also Apple-Produkte zu sehr Schickimicki sind, der könnte mit dem Thinkpad X1 liebäugeln. Der Macbook-Air-Konkurrent misst an der dicksten Stelle nur 22mm und setzt dabei auf recht flotte Komponenten sowie eine umfangreiche Schnittstellenauswahl.

Gigabit-Ethernet liefert ein platzsparender Adapter, ein Kartenleser für SDXC-Speicherkarten, ein Slot für UMTS-SIM-Karten sowie USB3.0 und eSATA befinden sich auf der Ausstattungsliste. Auf einer 160 GB großen SSD finden Anwendungsdaten und Programme Platz, der Arbeitsspeicher ist mit 8 GB DDR3 nicht zu knapp bemessen. Als CPU kommt ein i5-Prozessor von der sandigen Brücke zum Einsatz. Der 2520M taktet mit 2,5 GHz und kann per Turbo auf bis zu 3,2 GHz beschleunigen. Ungewöhnlich für ein so dünnes Notebook: Der Prozessor nimmt bis zu 35 Watt Energie auf und dürfte das Notebook stark aufheizen. Ob Lenovo das Kunststück geschafft hat, ein kleines aber leises Lüftungskonzept zu realisieren oder ob das kleine X1 unter Last unerträglich laut arbeitet wird erst ein Test des Notebooks zeigen können.

Die Grafik des X1 wird von Intels CPU-Grafik HD3000 berechnet, das 13 Zoll große Display löst dabei mit 1366x768 Bildpunkten auf. Damit dürften auf dem X1 sogar einige grafisch weniger anspruchsvolle Spiele ausreichend flüssig laufen. Um auch im Dunkeln effektiv arbeiten zu können ist die Tastatur beleuchtet. Das Gewicht soll, je nach verbautem Akku, zwischen 1,3 kg und 1,7 kg liegen. Je nach Modell sollen Laufzeiten von bis zu 10 Stunden realisiert werden. Als Ostergeschenk taugt das X1 hingegen nicht. Zum einen soll es erst ab dem 20. Mai 2011 ausgeliefert werden, zum anderen liegt der Preis mit knapp 2200 Euro etwas über dem durchschnittlichen Oster-Budget.

Deutlich preiswerter fallen da dann schon die erneuerten Modelle der anderen Thinkpad-Reihen aus. Mit dem Thinkpad Edge E520 gibt es zum Sandy-Bridge-i5 und 4GB RAM sogar noch eine (umschaltbare) mobile AMD Radeon HD6630 mit 1GB Speicher. Dieser Grafikchip ist als Nachfolger des beliebten mobilen HD5650 erschienen, dank 80 zusätzlicher Shadereinheiten (der HD5650 bietet 400 Shader) dürfte der Chip dabei etwas flotter als das Vorgängermodell arbeiten. Wer auf die AMD-Grafik verzichten und mit einem i3-Prozessor ohne Turbo leben kann, spart übrigens gute 200 Euro und zahlt anstatt 670 Euro nur 470 Euro. Und wenn der Osterhase wirklich großzügig war - ab 999 Euro gibt es die hochwertiger verarbeiteten Modelle der T-Serie. Alle Modelle werden mit vorinstalliertem Windows 7 Professional 64 Bit ausgeliefert, mit Ausnahme des X1 sind die neuen Notebooks bereits lieferbar.
Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 25. April 2011 - 22:57 #

Das Lenovo X1 klingt wirklich interessant, wäre ein schönes, mobiles Notebook. Aber mit 2200€ zählen Studenten wohl eindeutig nicht zur gedachten Zielgruppe. :/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 25. April 2011 - 23:06 #

Dabei gibt es doch die meisten Lenovo-Books auch mit Studentenrabatt ;) . Mich lächelt das Edge E520 stark an, auch wegen der flotteren Grafik..

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 25. April 2011 - 23:08 #

Frage an die Leser: Wie seht ihr die Zukunft des Festplattenmarktes? War Samsung klug, die Sparte abzustoßen? War Seagate pfiffig, so viel Geld zu investieren?

Joker 12 Trollwächter - 1153 - 25. April 2011 - 23:44 #

also das werden wir erst in ein paar Jahren sehen, inwiefern sich der Festplattenmarkt verschiebt, nach momentanen Kenntnisstand sehe ich es als sinnvolle Investition um Kräfte zu bündeln für die Zukunft.

Inno 12 Trollwächter - 1167 - 26. April 2011 - 2:37 #

Vorweg: ich habe nicht soooviel Ahnung in dem ganzen Bereich. Sind nur Erfahrungswerte...

Aber Samsung Platten mag ich, hab 3 im Rechner und die laufen tadellos seit 5 Jahren. Wollte mir demnächst auch noch eine dazukaufen:) Mit Seagate hab ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Da sind mir schon 4 Platten verreckt :/ auch nachdem sie Maxtor übernommen hatten (die liefen auch tadellos!) hatte ich nur Pech mit denen. Von daher sehe ich eher pessimistisch auf die Übernahme. Seagate war sicherlich pfiffig das Geld zu investieren, Samsung hat einen guten Standard imho. Wieso sie die Sparte verkaufen erschliesst sich mir nicht so ganz...

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 26. April 2011 - 9:30 #

Schließe mich dem an. Bisher waren meine HDD-Käufe bei Samsung an der besten Stelle (habe 3 verbaut). Vorige Marken wie Seagate oder WD sind nach unerwartet kurzer Zeit gestorben. Ich hoffe die versemmeln es nicht :/

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 26. April 2011 - 10:11 #

Ich hatte bisher weder mit den einen noch mit den anderen Probleme.

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 26. April 2011 - 10:35 #

Hab auch 3 Samsung-Platten am laufen (2*2TB hab ich mir erst letzte Woche geleistet) und bin zufrieden damit. Aber wenn man seinen Rechner mit einem vergleicht der eine SSD als Hauptplatte verwendet wird klar, dass die klassischen Festplatten einen ausbremsen. 4TB für 130€ das kann nicht rentabel für den Hersteller sein.

Ich glaub es war ein gutes Geschäft für Samsung, die können sich an die Chipherstellung für SSDs usw. machen während WD und Seagate sich mit der im weniger rentablen HDD-Sparte vergnügen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 26. April 2011 - 15:46 #

So, neues Notebook ist so gut wie bestellt. Edge E520 - Erfahrungsbericht folgt.

Cohen 16 Übertalent - 4454 - 27. April 2011 - 17:36 #

Kleine Verständnisfrage zum Nvidia-Stromverbrauch bei mehreren Monitoren: hat man den erhöhten Stromverbrauch bereits, wenn zwei Displays angeschlossen (und vom Treiber erkannt) sind, aber nur eines gleichzeitig genutzt wird oder nur dann, wenn beide Displays gleichzeitig Bildsignale erhalten (erweiterter Desktop, Klonmodus)?

Ich habe seit kurzem zwei Monitore angeschlossen und wechsle je nach Bedarf per Windows-P-Hotkey zwischen meinem alten Display (S-PVA, 60 Hz, 16:10, 1920x1200) und dem für stereoskopische Darstellung (TN, 120 Hz, 16:9, 1920x1080). Nur wenn ich mal ganz viel Platz auf dem Desktop brauche, nutze ich den erweiterten Modus.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 27. April 2011 - 17:46 #

Mit Windows+P deaktivierst du den zweiten Monitor komplett und hast daher auch den geringeren Idle-Stromverbrauch. Nur wenn beide Bildschirme gleichzeitig aktiv sind (und dann noch unterschiedliche Auflösungen oder Wiederholfrequenzen nutzen) geht die Karte nicht weit genug herunter.

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