Hardware-News KW16: Amiga-Revival, Intels "Knights Corner"
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29503 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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18. April 2011 - 21:05 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Intel scheint mit der CPU-Leistung der aktuellen Sandy-Bridge-CPUs recht zufrieden zu sein. Zumindest soll sich beim Nachfolgemodell namens Ivy Bridge wenig daran ändern. Stark verbessert wird hingegen offenbar die integrierte Grafikeinheit. AMDs Fusion-Bedrohung scheint zu wirken; Llano-Fusion soll noch vor Release von Ivy Bridge AMDs neue Mittelklasse-CPUs erscheinen – mit zwei bis vier stark mit dem Athlon II verwandten Rechenkernen und einer voraussichtlich recht flotten integrierten Grafikeinheit mit bis zu 400 Shadereinheiten.

Bislang war Intel das GPU-Glück nicht wirklich hold. Mangelhafte Treiber für vergangene und aktuelle Onboardgrafikkarten haben den Ruf Intels als Grafikhardware-Hersteller nachhaltig beschädigt. Und das im vergangenen Jahr aufgegebene Projekt Larrabee mit dem Intel die Kraft unzähliger einfacher CPU-Kerne zu einer Manycore-Grafikeinheit bündeln wollte, sorgt noch immer für Spott. Aber zumindest Teile von Larrabee leben und sollen schon bald als Steckkarte für PCI-Express erscheinen. Aber nicht als Grafiklösung... Doch kommen wir zuerst zu einem anderen Totgeglaubten:


A-Eon nutzt für den AmigaOne keine Standard-Hardware sondern Eigenentwicklungen

AMIGA One X1000 lebt

Nachdem offenbar schon der C64 in Kürze ein Revival feiern möchte gibt es auch News von der Amiga-Front zu vermelden. In Belgien sitzt die Firma A-Eon Technology und arbeitet an einem neuen Amiga-Computer namens AmigaOne X1000

Wie schon die ursprünglichen Amigas, soll der X1000 nicht auf x86-Technologie setzen. Zum Einsatz kommt stattdessen ein PowerPC-Dualcore namens PWRficient PA6-1682M mit bis zu 2 GHz Taktfrequenz. Diese CPU sitzt auf einem "Nemo" genannten Mainboard von A-Eon Technology, welches jüngst fertiggestellt werden konnte. Interessierte Entwickler können ab sofort am AmigaOne X1000 Beta Test teilnehmen und für die Plattform entwickeln. Dazu gehört auch die Unterstützung von AmigaOS 4.1 von Hyperion Entertainment. Zusätzlich zum, von P.A.Semi (gehört mittlerweile übrigens zu Apple) entwickelten, PowerPC-Prozessor soll auch noch ein Xena genannter Co-Prozessor mit 500 MHz Taktfrequenz zum Einsatz kommen. 2 GB RAM und eine 500 GB Festplatte sowie eine Grafikkarte aus ATIs Radeon HD4000-Serie runden das Angebot ab.

Preise oder ein Erscheinungstermin für Endkunden sind noch nicht bekannt. Ein überwältigender Markterfolg dürfte dem Nischenprodukt allerdings auch nicht bescheiden sein. Dank PowerPC und AmigaOS fällt der AmigaOne X1000 aber zumindest schon einmal deutlich stilechter aus als ein C64 mit Atom-CPU - auch wenn die Leistungsunterschiede recht gut zur ursprünglichen Hardware passen dürften. Interessant ist übrigens auch die in den Quellenangaben zu findende Homepage von A-Eon, deren Navigation an AmigaOS erinnert.

 
Der AmigaOne läuft stilecht mit AmigaOS in der aktuellen Version 4.1

Neue Informationen zu Intels Ivy Bridge

Tick-Tock macht es bereits Anfang 2012 wieder bei Intel. Tick-Tock nennt der Hersteller seine Marktstrategie, auf eine CPU-Neuentwicklung ein Refresh folgen zu lassen um anschließend wieder mit einer Neuentwicklung zu punkten. Die Neuentwicklung hatten wir bereits, Sandy Bridge schlägt sich trotz kleiner Zwangspause durch fehlerhafte Mainboards sehr gut und bietet momentan ungeschlagene Leistungen im Desktopbereich. Anerkennung konnte auch die in die CPU gewanderte Grafikeinheit ernten. Bescheidene Anerkennung zumindest, Intels HD2000 und HD3000 fallen zwar im Vergleich zu älteren Intel-GPUs recht flott aus, können aber nicht mit AMDs oder NVidias Einstiegsmodellen mithalten. Jetzt wo die Leistung der CPU schon so gut passt, könnte man die Power der Grafik erhöhen, scheint man bei Intel zu denken. Und so soll der Refresh auf 22nm wohl hauptsächlich dazu genutzt werden, der GPU weitere Funktionen und mehr Leistung beizubringen.

Es steht auf jeden Fall ein Update auf DirectX 11 an, ebenso soll es zusätzliche Shadereinheiten geben. Aktuell setzt die HD2000 auf 6 Ausführungseinheiten, HD3000 nutzt derer 12 und gewinnt somit deutlich an Geschwindigkeit. Für Ivy Bridge gelten mindestens 16 Einheiten als relativ sicher. Um die Leistung weiterhin stark zu verbessern, wird Intel angeblich auch Grafik-RAM direkt mit in der CPU verbauen. Auch wenn es sich dabei nur um kleine Mengen dedizierten Speichers handeln wird, die GPU-Leistung dürfte stark ansteigen.

 
Intels Ivy Bridge bringt ein größeres Grafikupdate für Intels CPUs

PowerColor präsentiert passive Radeon HD 6850

Schnelle Grafikkarten benötigen oft auch viel Energie. Und eben diese Energie muss letzten Endes in Form von Wärme mittels mehr oder weniger störender Lüfter abtransportiert werden, um die GPU nicht überhitzen zu lassen. In vielen modernen Computern ist der Grafikkartenlüfter allerdings schon die lauteste Komponente, richtige Silentsysteme sollten daher nur mit leise zu kühlenden Grafikkarten ausgestattet werden – bislang bedeutete das aber auch immer den Verzicht auf schnelle Grafikkarten. PowerColor nimmt sich den ruhebedürftigen Spielern an und präsentiert eine passive und damit lautlose AMD Radeon HD 6850 aus der aktuellen gehobenen DX11-Mittelklasse. Der Hersteller will dabei laut eigener Aussage sogar auf verringerte Taktfrequenzen verzichten und die Karte im Referenztakt von 775 MHz (Chip) und 4000 MHz (GDDR5-RAM) laufen lassen. Ein Preis sowie ein Veröffentlichungstermin der PowerColor SCS3 HD 6850 stehen bislang noch nicht fest.
  
Viele Kerne für Serveranwendungen statt für Gamer - Intels Larrabee

Zurück aus dem Grab: Intel Larrabee kommt noch 2011

Larrabee kommt – aber nicht als Grafikkarte. Intels ambitioniertes GPU-Projekt wurde im vergangenen Jahr mangels Leistung und zu erwartendem Erfolg begraben. Allerdings blieb die Aussage im Raum stehen, Larrabee für andere Aufgaben als die Grafikbeschleunigung weiter zu entwickeln. Und eben diese Weiterentwicklung soll unter dem Namen Knights Corner bereits in diesem Jahr marktreif werden. Intel nennt die dem Projekt  zugrunde liegende Technik "Many Integrated Cores"-Prozessor, kurz MIC. Im 22nm-Fertigungsverfahren sollen bis zu 50 Rechenkerne als x86-Coprozessor auf einer PCIe-Steckkarte arbeiten. Als potentielle Zielgruppe werden indes nicht mehr Gamer oder andere Privatleute angepeilt sondern professionelle Kunden und ihre Server. Dort soll Knights Corner als Beschleuniger für gut parallelisierbare Aufgaben eingesetzt werden - eine Nische, die bislang NVidia mit den Tesla-Beschleunigern recht gut abdecken konnte. Ob und in wie weit sich Larrabee mit Tesla messen lassen kann ist bislang allerdings noch unbekannt.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11023 - 18. April 2011 - 22:20 #

Ich bin weiterhin gespannt, wie sich Sandy Bridge Notebook machen, besonders im Bezug auf die Laufzeit mit Akkubetrieb. :) Wenn Ivy Bridge nun die Grafikleistung erhöhen will, muss damit einher gehen, dass der Strombedarf steigt?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 18. April 2011 - 22:23 #

Ivy Bridge geht von 32nm auf 22nm. Da wird der Leistungsgewinn wahrscheinlich keinen höheren Energiebedarf mit sich bringen.

Ich werde mir wohl als kommendes Arbeitsgerät ein Sandy-Bridge-Notebook zulegen. Da reicht mir schon ein i3, überzeugen können die Dinger aber wirklich.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 18. April 2011 - 22:39 #

Wozu braucht man in der heutigen Zeit überhaupt noch so einen Amiga? Der vermittelt ja überhaupt nichts nostalgisches. Das Ding sieht aus wie ein PC und das AmigaOS ist ja seit jeher nur eine Auskopplung vom MacOS. Ich sehe da wirklich keinen Sinn hinter diesem Gerät, vor allem wo der Groß der Amiga Spiele und viele ältere Programme nicht einmal mehr unter diesem Betriebssystem laufen. Interessanter wäre vielleicht ein Gerät gewesen welches volle Kompatibilät sämtlicher Amiga Versionen gewährleistet und Programme/Spiele aus dem A500 Zeitalter genauso unterstützt wie halt die Amiga Programme neueren Zeitalters. Quasi das All-in-One Gerät für Freaks ohne sich mühesam nen Emulator und ADF Files runterzuladen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 18. April 2011 - 22:41 #

Die meisten Amiga-Rechner waren keine Spiele-Systeme und sahen auch damals schon aus wie PCs.. ;) Nur der Amiga 500 halt nicht.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 18. April 2011 - 22:56 #

Oh... das die schon immer wie nen PC aussahen wusste ich z.B. gar nicht. Ich kenne nur den Amiga 500 (steht noch funktionstüchtig in einem Abstellzimmer von meinem Freund) und dann noch Amiga 1200 und halt die CD32 Konsole im Rahmen meines Studiums. Die sahen wirklich alle nicht aus wie ein PC :D. Trotzdem frage ich mich wo jetzt genau der Sinn eines neuen Amiga Computers ist? Was macht den jetzt irgendwie zum Arbeiten so besonders und interessant?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 18. April 2011 - 23:01 #

Naja, so ein Amiga war halt oft die erste Freundin eines jugendlichen PC-Nutzers ;) . Ansonsten: http://de.wikipedia.org/wiki/Amiga_2000

crishan 10 Kommunikator - 538 - 18. April 2011 - 23:28 #

"...und das AmigaOS ist ja seit jeher nur eine Auskopplung vom MacOS"

Aua. Wirklich, Aua. Das ist so derart uninformiert und kognitiv
unoptimiert deinerseits, dass kein Facepalm und kein FAIL dieser
Welt ausreicht, um diese von dir geäußerte Doofheit entsprechend zu qualifizieren.

Beide Betriebssysteme habe überhaupt rein garnichts miteinander zu tun.

Bitte das hier lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/AmigaOS
oder auf Englisch
http://en.wikipedia.org/wiki/Amiga_OS

Novachen 18 Doppel-Voter - 12752 - 18. April 2011 - 23:49 #

Verlinke wenn schon auch den passenden MacOS Artikel dazu ;-)
Auskopplung ist vielleicht hart formuliert und wollte es auch korrigieren, ging nur nciht mehr :D. Beide Betriebssysteme haben aber trotzdem seit Anfang an das selbe Look and Feel und das ist nunmal darin begründet das trotz der Unterschiedlichen OS teilweise eben die selben Leute beteiligt waren. Durch den personellen Austausch zwischen Commodore und Macintosh wurden quasi auch Features etc. hin- und herkopiert. Aber das muss man hier nicht lang und breit diskutieren.

Hyperbolic 15 Kenner - P - 3928 - 20. April 2011 - 17:21 #

Nichts ist schlimmer als Halbwissen.

Wenn Du wissen willst wie der Amiga entstanden ist empfehle ich Dir das Buch: Volkscomputer.
Die Geschichte von Commodore. Da gibts einiges über die Computer Frühzeit zu erfahren.
http://www.amazon.de/Volkscomputer-Brian-Bagnall/dp/3000238484/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1303316364&sr=1-1

Und falls Du mal einen Rundumschlag in Sachen Spielecomputer und Konsolen brauchst, das hier:
http://www.amazon.de/Spielkonsolen-Heimcomputer-1972-2009-Winnie-Forster/dp/3000246584/ref=pd_sim_b_1

Beide im Gameplan Verlag von unserem Spieleveteran Winnie Forster erschienen.

Ganesh 16 Übertalent - 4868 - 19. April 2011 - 6:43 #

Solche Amiga-Bauten bedienen auch den Anspruch, einen PowerPC-Computer zu Hause stehen zu haben. Die Plattform hat sich ja ansonsten nicht gerade in Richtung PC-Markt entwickelt.
Laufen die 68k-Programme denn gar nicht auf den PPC-Amigas? So richtig vorstellen kan ich mir das nicht.

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 19. April 2011 - 6:34 #

Interessante und gut geschriebene News :)

alterspassvogel 11 Forenversteher - 643 - 19. April 2011 - 7:09 #

Ich freu mich auf den Amiga. Auch wenn es kein Amiga 2000 ist wie mein alter. Mist, muss langsam für den ganzen Elektrokram Platz machen.

Sorry, Schatz du musst ausziehen. Eine alte "Freundin" aus Jugendzeiten kommt zu Besuch.

Anonymous (unregistriert) 19. April 2011 - 8:41 #

Ist in Ivy-Bridge eine ähnliche Fremdbestimmung eingebaut wie in Sandy-Bridge?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 19. April 2011 - 9:04 #

Da am Prozessor nur wenig geändert wird - ja. Aber ich würde das Feature jetzt nicht überbewerten.

Anonymous (unregistriert) 19. April 2011 - 17:19 #

Einen vom Besitzer komplett abgeschotteter Bereich auf den er keinen Einfluss nehmen kann und auch nicht weiss was darin passiert ist schon ein ziemlich großes Ding. Bietet sicherlich viel Potential für Virenscanner etc, aber auch großes Missbrauchspotential.

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