Amazon Appstore: IGDA rät Entwicklern von Nutzung ab

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14. April 2011 - 21:55 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Amazons Android Appstore ist seit nunmehr zwei Wochen auf dem Markt. Die International Game Developers Association (IGDA), ein US-amerikanischer Branchenverband, warnt nun Spiele-Entwickler, nur wenig verklausuliert, vor der Benutzung dieses Appstores als Vertriebsplattform.

Mit der Nutzung des Appstores treten die Entwickler das Recht, den Preis ihrer Spiele zu bestimmen, an Amazon ab. Amazon nimmt sich das Recht, entweder "70% des Verkaufspreises oder 20% des Katalogpreises" auszuzahlen -- was immer davon höher ist. Das bedeutet nichts anderes, als dass Amazon jederzeit Spiele für nur 20 Prozent des Listenpreises verscherbeln kann, ohne explizite Einwilligung des Entwicklers.

Aber es findet sich eine noch schlimmere Bestimmung in den Appstore-Klauseln: Amazon darf den Listenpreis einer App dem niedrigsten Preis angleichen, den es auf einer anderen Distributionsplattform gegeben hat und sei es nur für einen Tag oder eine einmalige Aktion. Mit anderen Worten: Will der Entwickler in einem anderen Android-Appstore eine Preisaktion fahren, kann Amazon den Listenpreis auf diesen niedrigen Aktionswert absenken und diesen dann wiederum auf bis zu 20% zusätzlich herunterdrücken.

Die IDGA warnt konkret unter anderem vor den folgenden denkbaren Szenarien:

  • Amazon macht eine Aktion à la "Die besten 100 Spiele um 75% reduziert". Die Entwickler mit Spielen im oberen Bereich der Hunderterliste machen Gewinne, für die Entwickler am Ende der Liste lässt sich der Verlust aber nicht ausgleichen, da nur wenige Spiele verkauft werden. Amazon selbst profitiert am meisten, weil zusätzlicher Umsatz gemacht wird.
  • Da die Listenpreise dem niedrigsten Preis auf jedem anderen Markt angepasst werden, müssen sich die Entwickler entscheiden, entweder auf Amazons Markt zu verzichten, oder niemals exklusive Promotionen in Form einer Preissenkung bei anderen Vertreibern durchführen.
  • Andere digitale Märkte nehmen sich ein Vorbild an Amazons Geschäftsbedingungen und verschlimmern diese noch, um wirtschaftlich mit Amazon konkurrieren zu können.

Die IGDA schlussfolgert, dass Amazon momentan wenig Anreiz hat, die Entwickler nicht gegen die anderen Appstores einzusetzen. Sie wünscht sich die Freiheit für Spieleentwickler die minimalen Listenpreise so hoch zu setzen wie sie es für nötig halten. Ein Mitentscheiden des Entwicklers, wenn der Vertreiber weniger als die Standardprozente des Listenpreises an den Entwickler zahlen möchte, ist ebenfalls gewünscht.

Die IGDA geht davon aus, dass Amazon sich momentan noch zurückhalten wird, die selbst geschaffenen Regeln auch wirklich auszunutzen. Doch das könne sich in dem Moment ändern, wo Amazons Android Appstore marktführend würde. Laut der IGDA hat Amazon die Macht, Entwicklern innerhalb von kürzester Zeit massiv zu schaden. Sie rät zu einer "vorsichtigen Nutzung" des Angebots.

Corthalion 16 Übertalent - 4765 - 14. April 2011 - 21:15 #

Das hört sich tatsächlich unschön an. Würde ich Android-Apps entwickeln, würde Amazon hiermit für mich als Vertriebsplattform wegfallen bzw. ich würde nicht nur auf Amazon setzen.

McFareless 16 Übertalent - 5557 - 14. April 2011 - 21:17 #

Das Problem ist, wenn du nicht nur auf Amazon setzt, verbilligen die deine Spiele soweit, dass sie nur bei Amazon gekauft werden und dass durch billige Tricks ;)

Bernd Wener 19 Megatalent - 13733 - 14. April 2011 - 21:38 #

Das ist mit Musik meines Wissens nach ähnlich. Tjaja und alle Welt schimpft über Apple ;-)

McFareless 16 Übertalent - 5557 - 14. April 2011 - 21:53 #

Bei Amazon jetzt?

Bernd Wener 19 Megatalent - 13733 - 14. April 2011 - 22:06 #

Ja, hab zumindest schon Sachen in der Richtung gehört. Und wenn ich das richtig verstanden habe, hat die Firma, über die ich meine Musik derzeit als mp3 vertreibe, bei Amazon auch keinen Einfluss auf die eigentiche Preisgestaltung dort.

floxyz 16 Übertalent - P - 4853 - 14. April 2011 - 22:04 #

Bei Apple muss man differenzieren...
Teilweise nicht so toll (iPad), teilweise super (iTunes)...

Bernd Wener 19 Megatalent - 13733 - 14. April 2011 - 22:07 #

Wieso? Apple bekommt 30% und fertig. Preise kann der Entwickler selbst festlegen. Ok, es gibt die festen Preisstufen, aber davon ja genügend. Und wenn du deine App kurzfristig billiger machen willst, machst du das einfach und gut ists.

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5550 - 15. April 2011 - 12:22 #

Ich weiss allerdings auch gar nicht, wie das bei dem Android Market selber ist. Ich meine nur, dass das da so ähnlich wie Apple abläuft.

Thomas Barth 21 Motivator - 27682 - 14. April 2011 - 23:48 #

Man kann das ganze allerdings auch von einer anderen Seite aus betrachten. Nehmen wir als Beispiel mal das heutige Angebot vom ezPDFReader. Amazon bietet ihn nur heute kostenlos an, obwohl er normalerweise 1€ kostet. Für Lau nehme ich den doch gerne mit und der Entwickler erhält von Amazon 20% des Listenpreis. Das ist ein gutes Geschäft für mich, da ich mir diesen Reader sonst niemals gekauft hätte. Ein gutes Geschäft für den Entwickler, weil er nun 20 Cent bekommt obwohl er sonst von mir nie Geld bekommen hätte und ein gutes Geschäft für Amazon, weil ich nun in Zukunft eher bereit bin dort mein Geld zu lassen, als im unübersichtlichen Market.

Wenn ich überlege wieviele Spiele bei Steam ich mir gekauft habe, weil sie im Angebot waren und die ich sonst nie gekauft hätte, dann können die Entwickler doch froh sein.

McFareless 16 Übertalent - 5557 - 15. April 2011 - 6:19 #

Du bist ja nicht deren Hauptkonsument/Zielgruppe... Sie verPieren durch dich so mehr, als sie sonst gewinnen würden. Steht ja auch oben in der News ;)

Anonymous (unregistriert) 15. April 2011 - 15:17 #

Ah... jetzt habe ich das Konzept Listenpreis vs Verkaufspreis gerafft.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24569 - 15. April 2011 - 1:18 #

Also da ist der AppStore von Apple schon deutlich entwicklerfreundlicher.

bam 15 Kenner - 2757 - 15. April 2011 - 13:17 #

Andererseits sind Preisanpassungen der Plattform auch praktisch für den jeweiligen Entwickler. Dieser kann zwar Preise woanders anpassen, jedoch fehlen ihm einfach die Informationen dies zeitnah und sinnvoll zu tun. Amazon hat hier einfach mehr know-how und kann durch eigene Preisanpassungen den optimalen Umsatz rausholen.

Je nachdem wie populär dieser App-Store wird, wären Entwickler blöd auf diesen riesigen Kundenstamm zu verzichten. Selbst wenn damit pro Titel weniger Einnahmen generiert werden, könnte schlichtweg die Anzahl der Käufe ein sehr gutes Geschäft für die Entwickler sein.

Pro & Contra gibts immer. Hier muss man eben als Entwickler Vor- und Nachteile abwägen. Das grundsätzliche Abraten des Verbandes kann man so aber wohl kaum gelten lassen, denn das ist eine sehr einseitige Sichtweise.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 15. April 2011 - 15:08 #

Finde es auch etwas undurchsichtig, ob sie jetzt abraten (Überschrift) oder nur zur Vorsicht raten (Text).

McFareless 16 Übertalent - 5557 - 15. April 2011 - 15:36 #

Die Aussage ist, das sie niemandem irgendwas vorschreiben können, aber halt nicht dazu raten und wenn man es doch tut sollte man sich der Bedrohung bewusst sein :)

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