Facebook: Stromsparen als Open-Source-Projekt (+Video)

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10. April 2011 - 13:07 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Für Unternehmen wie zum Beispiel das soziale Netzwerk Facebook, bei denen gewaltige Serverfarmen Millionen von User-Aktivitäten und -Anfragen problemlos verarbeiten müssen, sind in der Folge auch der Aufwand und die (Strom-)Kosten für solche Großrechenzentren entsprechend hoch. Bei Facebook entwickelten Techniker innerhalb der letzten zwei Jahre ihre eigenen Vorstellungen eines Rechenzentrums, das besonders effizient und somit auch sparsam arbeitet. Die dafür verantwortliche Technologie samt Bauplänen und anderen benötigten Bestandteilen stellt Facebook nun als Open-Source-Projekt zur Verfügung.

Zusammen mit der Veröffentlichung der Spezifikationen und Montagepläne für die neuen Facebook-Server, gab Unternehmensgründer Marc Zuckerberg Ende letzter Woche bekannt, dass man das sogenannte Open Compute Project ins Leben gerufen habe. Hintergrund dieser Initiative ist dabei nicht nur, dass interessierte Firmen Rechner oder Rechenzentren basierend auf den Vorlagen von Facebook bauen können, sondern diese Entwürfe stetig weiterentwickeln und verbessern. Bei der Veranstaltung am Donnerstag sollen namhafte Unternehmen wie beispielsweise Apple, Dell, VMWare, Delta Airlines oder DreamWorks vertreten gewesen sein – Konzerne, die wahrscheinlich für Vorschläge und konkrete Verbesserungen hinsichtlich einer möglichen Kostensenkung dankbar sind.

Nach eigenen Angaben soll der Stromverbrauch in einem Facebook-Serverpark, den das Unternehmen in der Stadt Prineville in Oregon auf Basis der neuen Baupläne errichtet hat, im Vergleich zu vergleichbaren Anlagen des Unternehmens um 38 Prozent geringer ausgefallen sein. Entsprechend konnten die Kosten um 24 Prozent gesenkt werden.

Die Facebook-Mitarbeiter ließen während der 18 Monate andauernden Entwicklung alles weg, was in ihren Augen unnötig war. So besitzen die neuen Server unter anderem keine Steckplätze, die sie gar nicht benötigen, oder verzichten auf nutzlose Anschlüsse. Auf diese Weise konnte der Stromverbrauch und somit auch die Abwärme der Rechner bemerkbar reduziert werden. Außerdem wurden die Rechner etwa drei Kilogramm leichter, was die Arbeit an den Servern erleichtert. Laut Facebook wurden Netzteile mit 94,5 Prozent Effizienz entwickelt, was die Abwärme ebenfalls reduziert. Als Leitfaden diente den Angestellten dabei die generelle Aussage, dass es nicht schön aussehen, sondern effizient sein muss.

Nicht nur die Servertechnik an sich wurde überarbeitet, sondern auch die nicht unwichtigen Serverschränke oder die Klimatisierungstechnik. Auch ein Akkusystem für den Fall von Stromausfällen wurden neu entwickelt. Seit wenigen Tagen sind sämtliche (Bau-)Anleitungen oder auch die CAD-Dateien für den Nachbau der Komponenten für jeden Interessierten frei zugänglich – ob und in welcher Form andere (Groß-)Unternehmen dieses Know-how nutzen werden, wird sich zeigen.

Im Video unter dieser News erläutern einige der Facebook-Techniker abschließend die neu entwickelte Technologie sowie deren Funktionsweisen.

Video:

EnergonCube (unregistriert) 10. April 2011 - 13:41 #

Mit der Weichspülhintergrundmusik kommt mir das Video eher wie ein schwammiges Werbe/Promovideo vor. Google brüstet sich schon seit Jahren mit Grünen Datenzentren.

Können wir ein paar harte Fakten bekommen? Wieviel Gigawatt benötigt Facebook pro Jahr, wieviel Google, wie hoch ist die Energieeffizienz von Facebooks heutigen Serverfarmen, wie hoch die von Googles bekannten Farmen? Wieviel Strom für Facebook/Googlediensten wird mit Steuergeldern subventioniert?

Interessantes Thema, im groben und ganzen sagt die News aber nur das Facebook ihre Servereffizienzentwicklung lieber umsonst von anderen entwicklen lässt?

bam 15 Kenner - 2757 - 10. April 2011 - 13:50 #

Es geht darum, dass es oftmals für alle Beteiligten effektiver ist, wenn man sein Wissen teilt. Facebook macht hier den ersten Schritt und legt die Innovationen offen, die sie entwickelt haben. Davon können andere Unternehmen profitieren. Iterieren oder Innovieren diese auf Basis der Facebook-Entwicklung, kann Facebook eben nun auch davon profitieren.

Dein Verlangen nach Kennzahlen ist etwas deplatziert. Darum geht es hier nicht und solche Informationen bleiben verständlicherweise unternehmensintern.

Im großen und ganzen kann man diesen Schritt nur positiv sehen.

Anonymous (unregistriert) 10. April 2011 - 14:19 #

Ich sehe den Schritt auch positiv, allerdings kann ich Facebook nicht als Pionier ansehen, denn Google veröffentlicht im Rahmen ihrer philantropischen- und grünen Initiative schon seit Jahren Spezifikationen ihrer nicht geheimen Datenzentren. Deshalb hat Facebook leider den ersten Schritt um ein paar Jahre verpasst.

Resultiert Facebook's Offenheit nun darin dass andere Firmen mit geringem Aufwand ebenfalls Energie einsparen können ist das mehr als nur begrüssenswert, allerdings scheint mir dies auf bereits bestehende Datenzentren wenig anwendbar.. Bestehende Zentren werden kaum einfach so ihre Netzteile oder Kühlsysteme austauschen.

Will sich Facebook nun also durch das Open Source Projekt einen Grünen Anstrich verpassen, bleibt die Frage berechtigt ob Facebook im Vergleich mit anderen Firmen wirklich 'Grün' ist, und demnach ist die Frage nach Effizienz und Stromverbrauch im Vergleich zu anderen meiner Meinung wichtig.

Für neue und noch zu bauende Datenzentren ist es natürlich eine andere, lobenswerte Sache.

bam 15 Kenner - 2757 - 10. April 2011 - 19:35 #

Sicher werden bestehende Datenzentren nicht alle und sofort umgestellt. Hier ist wirtschaftlichkeit gefragt. Ab welchen Zeitpunkt lohnt sich das umrüsten? Wie lange kann das Unternehmen mit alter, eher ineffizienter Hardware kostengünstiger Betrieben werden, bis die Umstellung die günstigere Alternative wird.

Die forgestellte Lösung erfüllt zwei sehr wichtige Kriterien. Sie ist in der Anschaffung günstig und sie ist langfristig günstiger. Um Energie aus umwelttechnischen Gründen geht es hier nur zweitrangig.

Grüner Anstrich hin oder her. Es ist nicht verkehrt sich als Unternehmen grün zu präsentieren, aber im Video steht doch vor allem die Einsparung hinsichtlich der Kosten im Vordergrund und so sollte man das auch verstehen.

Letztendlich ist es doch schnurz egal was Google macht. Bietet Google derzeit besser, also energiesparendere Möglichkeiten? Wenn nicht, dann hat dieses Projekt seine Darseinsberechtigung. Einer Kooperation von Google und Facebook steht in dieser Hinsicht ja auch nichts entgegen.

Anonymous (unregistriert) 10. April 2011 - 14:27 #

oder noch interessanter: wieviel strom verbrauchst du so? verschwendest du strom oder wasser? oder sprit? wieviel?

EnergonCube (unregistriert) 10. April 2011 - 15:29 #

Relevant weil? Ich frage ja nicht nach Mark's Energieverbrauch sondern ob Facebook dem grünen Anspruch gerecht wird den sie werbewirksam für sich beanspruchen.

Ein PUE von 1.07 ist mehr als großartig (Google 2010 ~1.10 bis ~1.15), aber ein Ofen der 50% weniger Kohle braucht macht Facebook nicht Umweltfreundlicher wenn der Nettoverbrauch trotzdem im Branchenvergleich außerordenlich hoch bleibt.

Ich frage ob dem so ist, wenn ja würde ich mich freuen, wegen der Frage musst du dich nicht persönlich angegriffen fühlen.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. April 2011 - 23:59 #

"...drei Kilogramm an Gewicht eingespart werden, was sich wiederum bei geringerem Stromverbrauch und weniger Abwärme bemerkbar macht."

Den Gedankengang versteh ich nicht. Warum ist ein leichterer Rechner sparsamer?

EnergonCube (unregistriert) 11. April 2011 - 0:56 #

Ich vermute einmal das durch die Ersparnis von unnötigen Steckplätzen und Anschlüssen die resistive Erwärmung verringert wird. Da wo Elektronen fliessen, auch in unnötigen Leitungen, entsteht durch den elektrischen Widerstand Wärme. Auch Kleinkram läppert sich.

Spaßeshalber wird im Spiegelartikel erwähnt, dass die Sysadmins dann auch weniger zu schleppen haben. Klar erzeugen die beim Blade-Auswechseln auch Wärme, fragt sich wie oft wieviele fehlerhafte Blades gewechselt werden müssen.

Möglicherweise erlaubt ihnen die Verkleinerung den Verzicht auf die zentralen Kühlelemente, wahrscheinlicher wird aber sein das nicht unnötig Strom verbraucht und so Wärme erzeugt wird. (Zusätzlich zum Stromverbrauch für die Rechner geht in normalen Datenzentren nochmal halb soviel Watt für die Kühlung drauf).

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 11. April 2011 - 10:26 #

"Ich vermute einmal das durch die Ersparnis von unnötigen Steckplätzen und Anschlüssen die resistive Erwärmung verringert wird. Da wo Elektronen fliessen"

Joulsche Wärme, weiß ich doch, aber das steht einen Satz davor, und nicht in diesem. Ich kann mir denken wies gemeint ist. War indirekt ein Verbesserungsvorschlag für den Artikel.

[edit] sorry, war als Antwort auf den vorigen Post gedacht. Hab mich mal an der News vergangen und meinen Kritikpunkt entfernt

ChrisnotR (unregistriert) 12. April 2011 - 0:37 #

Und die Millionen PCs/ Handys, die den halben Tag wegen Facebook online sind und solange Energie verbrauchen erwähnt mal wieder keiner...

Im Ernst, ich persönlich kann damit garnix anfangen. Icq und Xfire reicht vollkommen. Aber warum hängt seit einigen Monaten fast die Hälfte meiner Bekannten ständig auf diesem Facebookkram rum?? Den halben Tag Profile von irgendwelchen Heinis anglotzen und "bloß nix wichtiges verpassen"? Und dazu noch Kommentare ala "Lol krass alla, wir sind echt goil auf dem pic ey"... Nee lasst mal stecken.

Da bietet mir die Realität und ab und an ein gutes Game wahrlich mehr xD!

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