Crowdsourcing, oder: Wie man Spieler für sich arbeiten lässt

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25. März 2011 - 16:09

"Die rein monetäre Kompensation ist ein Konzept des 20. Jahrhunderts." -- Unter diesem drastischen Motto lässt das finnische Crowdsourcing-Unternehmen Microtask seit einigen Monaten Spieler bei der Digitalisierung der Nationalbibliothek des Heimatlandes helfen. Nun vermeldet die Firma ihren 25.000. Teilnehmer in dem Digitalkoot ("Digitale Freiwillige") getauften Projekt.

"Crowdsourcing?", fragen an dieser Stelle vielleicht einige ratlose Gesichter in den Bildschirm hinein. Das Crowdsourcing klingt dem Outsourcing, dem Auslagern einer Aufgabe an eine externe Stelle, nicht zufällig ähnlich. Doch wird bei ersterem vor allem repetitive Arbeit in die vielen Hände hinter den PCs dieser Welt verteilt -- das Netz macht es möglich. Firmen wie Microtask bieten das Organisieren des Crowdsourcings als Dienstleistung anderen Unternehmen an. Die Idee ist so neu nicht: Amazon gründete mit Mechanical Turk im Jahre 2005 die erste Crowdsourcing-Plattform für Auftraggeber und "Heimarbeiter".  Wer einen Amazon-Account hat, kann sich dort Centbeträge für das Heraussuchen von Netzadressen, das Einsortieren von Bildern in Kategorien, die Fehlersuche in oder Übersetzungen von Texten und verschiedenste weitere Arbeiten verdienen, zu denen Computer nur unzureichend oder überhaupt nicht in der Lage sind.

Microtask möchte das Geld nun aus diesem Modell ausklammern. Aus der Arbeit macht die Firma ein Spielprinzip und stellt es als Browserspiel ins Netz. Für ihre Erledigung muss Microtask dann auch nur spieltypische Belohnungen wie virtuelle Währungen, Achievements oder Highscores zahlen. Lediglich letztere winken bei den zwei Facebook-Spielen des Digitalkoot-Projekts. In Mole Bridge tippt ihr unter Zeitdruck ein Wort aus einem Scan ab, bei dem die Schrifterkennung versagt hat, und helft Maulwürfen so, Brücken über Abgründe zu bauen. In Mole Hunter müsst ihr Resultate der Schrifterkennung verifizieren, indem ihr sie im Vergleich zu den Scans als korrekt oder falsch auszeichnet (siehe Bild). Microtask-Chef Ville Miettinen, von dem auch die starken Worte in der Einleitung stammen, erklärt:

[Die Spieler] wissen, dass sie wertvolle Arbeit leisten, doch bieten ihnen die Spiele auch eine echte Spielerfahrung. [Sie] werden mit dem Fortschreiten des Spielers schwerer, und der Spieler wird für gutes Spielen belohnt.

Die Software, die die Spiele im Hintergrund mit Inhalten füttert und die Resultate der Spieler sammelt, hat Microtask aber schon vor diesem ersten, großen Feldeinsatz der Spiele genutzt. Sie nimmt das Ausgangsmaterial des Auftraggebers entgegen und zerlegt es in viele, kleine Scheibchen. Nachdem diese Daten organisiert und optimiert sind, stellt sie am Ende dem Menschen am PC eine Aufgabe, die er ohne besondere Vorbildung in Sekunden erledigen kann. Das erlaubt zum Beispiel die großflächige Verteilung digitaler Aufgaben in Drittweltländer oder das Füllen von Leerlaufzeiten in Callcentern.

Der Darreichungsform von Arbeit als Spiel prophezeit Professorin Miriam Cherry, Dozentin für Rechtswissenschaften an der University of the Pacific in Kalifornien, jedoch keine große Zukunft. Bei der Beobachtung chinesischer Goldfarmer, die für westliche Spieler virtuelle Währungen in diversen MMOs "ergrinden", stellte sie fest, dass für sie diese Spiele letztendlich auch nur Arbeit darstellten. Doch hat Microtask sicherlich nicht umsonst die Entscheidung getroffen, ihre simplen Spiele auf Facebook zu positionieren. Dieses "Genre" steht noch am Anfang und könnte das Niveau der erfolgreicheren Spiele auf Facebook erreichen. Wie viele Nutzer der typischen Spiele des sozialen Netzwerks kämen überhaupt auf die Idee, danach zu fragen, ob sie damit Aufgaben erledigen, für die man früher Löhne gezahlt hat? Denkbar wäre, dass Crowdsourcing dereinst auch im Free-to-Play-Vertriebsmodell für neue Impulse sorgt.

Sollte dieses Konzept seinen Weg an die breite Front finden, hätte der westliche Kulturwandel einen weiteren Markstein auf seinem Weg erreicht. Arbeit der Art, die durch Crowdsourcing verteilt wird, wurde im Mittelalter von Mönchen, Symbolfiguren einer religiösen Gesellschaft, am Schreibpult geleistet. Mit Digitalkoot soll nun das kulturelle Erbe Finnlands bewahrt werden -- von Spielern an ihren Rechnern.

Rechen 19 Megatalent - 16014 - 25. März 2011 - 16:17 #

Ein ausgezeichneter Beitrag!

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 25. März 2011 - 16:20 #

Vielen Dank. Ich finde so langsam wieder rein. ;)

Elysion 14 Komm-Experte - 1957 - 25. März 2011 - 16:27 #

Dem muss ich mich (leider? :P) anschließen: echtes Lob. Zugegeben ich hab natürlich nicht alle Quellen geprüft (oder gar Fussnoten). Aber es scheint du hast sehr gut recherchiert. Vor allem aber hast du jedem der mit dem Thema "Crowdsourcing" sonst nichts anfangen kann, es auch sehr gut erklärt. *däumchen hoch*

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 25. März 2011 - 16:35 #

Beim Thema Crowdsourcing zieht hinter meiner Denkerstirn *hüstel* die Vorstellung von einer unifikativen Gesellschaftsordnung ihre Kreise; lauter kleine Arbeiter, die ihren winzigen Teil zu einem Ganzen beitragen, von dem sie selbst keine Ahnung haben.

Elysion 14 Komm-Experte - 1957 - 25. März 2011 - 17:23 #

Naja das ist die pessimistische Seite, ich sehe es eher als Chance das viele Menschen von egal wo an solchen Projekten arbeiten können und gemeinsam etwas geschafft wird. Denn egal was es ist schon dieser Gedanke wirkt irgendwie beflügelnd, zusammen etwas zu schaffen mit Tausenden anderen. :)

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 25. März 2011 - 17:49 #

Es sind aber auch Implementierungen dieser Idee vorstellbar, bei der irgendein Arbeitsschritt so in die Spielmechanik eines populären Facebook-Spiels hineinkodiert wird, dass der Spieler gar nichts davon merkt... Steganographische Arbeitslastverteilung...

Elysion 14 Komm-Experte - 1957 - 25. März 2011 - 16:28 #

Eine erstaunlich gute Idee darauf muss man erst einmal kommen. Freue mich wenn in Zukunft viel mehr solcher Cloud-Techniken zum Einsatz kommen.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 25. März 2011 - 17:26 #

Jeah auf das wir bald alle mit Kinect 3D Objekte einscannen und in Spiele einbauen können :D

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 25. März 2011 - 17:31 #

Sowas wird übrigens schon seit ein paar Jahren mit Captchas gemacht
http://www.google.com/recaptcha/learnmore

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6520 - 25. März 2011 - 17:41 #

Nicht auszudenken, wenn in ein paar Jährchen die gebündelt-vernetzte Intelligenz von 6 oder 7 Milliarden Menschen das Universum erobert, harhar...

motherlode (unregistriert) 25. März 2011 - 17:58 #

Neusprech für Ausbeutung? :D

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 25. März 2011 - 18:09 #

Wieso ausbeuten? Du machst halt beim Spielen als Abfallprodukt was produktives.

Anonymous (unregistriert) 25. März 2011 - 18:22 #

Schöner Artikel, gut gemacht.

Crowdsourcing stellt ja eigentlich Hauptfeature1 von Web 2.0 dar, Internetnutzer konsumieren nicht nur Informationen sondern erzeugen diese sogar, Beispiel Wikipedia.

Schade bei Wikipedia ist zwar das anonyme Beiträge nicht zugelassen werden, aber immerhin können so Nutzer ihre Selbstlosigkeit nutzbringend einbringen, was sicher viel Sinnvoller ist als bei Facebook die Datenbanken zu füllen (Hauptfeature2: sozial soll Web 2.0 auch sein, ist es aber bisher noch lange nicht).

Problem bei dem gamifizierten Crowdsourcing im Beispiel oben: Botnetze und Contentfarmen (die Firmen die mit Phishingmails und Spamwerbung um sich werfen) stoßen bei ihrer (niederträchtigen) Arbeit auf Hindernisse, um die rechtschaffenden Nutzer zu schützen: Captcha's in Bildform, sei dies Texterkennung, Fotoerkennung oder ein kleines Rätsel um automatisierte Bots fern zu halten.

Werden Captcha's etc. nun per Crowdsourcing an Menschen weiter gegeben kann das Botnetz das Ergebnis übernehmen und von da an lustig weitermachen.

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 140682 - 25. März 2011 - 18:37 #

Schließe mich gern an: Interessanter Beitrag und schön geschrieben! Ausschließlich pessimistisch sehe ich das Thema jedoch nicht, da es immer und überall schlicht auch Menschen gibt, denen es einfach nur Spaß macht, einen Beitrag zu leisten (in welcher Form auch immer) und die es somit auch ganz bewusst wollen. Aber - und das wurde ja schon erwähnt - als enorm wichtig sehe ich Transparenz an bzw. zu wissen, an *was* und *für wen* man (spielend) arbeitet.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 25. März 2011 - 18:53 #

Sonst schaut nachher von irgendeiner Website ein kleines Puzzlespiel ganz unschuldig drein, während der Spieler gerade dabei hilft, ein neues Giftgas zu kreieren. :o

troglodyt 12 Trollwächter - 900 - 25. März 2011 - 19:02 #

Zum Thema "Gamification", das hier ja die Motivation liefert sich in die Crowd einzureihen gibt es auch ein sehr nettes Video (englisch) von einem Vortrag auf der letztjährigen DICE unter
http://www.g4tv.com/videos/44277/DICE-2010-Design-Outside-the-Box-Presentation/

Hach, bald wird alles so lustig, unterhaltsam und highscorig...ich Platz gleich vor Vorfreude.

Yay!! Nur noch auf speichern klicken und ich krieg wieder einen EXP :)

Junkfoot 13 Koop-Gamer - 1530 - 25. März 2011 - 19:19 #

Crowdsourcing... Gamers Global... hm... ;-)

Larnak 21 Motivator - P - 25894 - 25. März 2011 - 21:47 #

Also im Prinzip wie Phylo (http://www.gamersglobal.de/news/30073/phylo-spielend-der-wissenschaft-helfen), nur stupider :D

Anonymous (unregistriert) 26. März 2011 - 0:10 #

Da hier auf GG ja einige sehr intelligente Personen sich herumtreiben, welche gemeinnützigen Crowdsourcedienste würdet ihr denn empfehlen?

Bsp.:
-Reddit
-Wikipedia
-?

auf secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/List_of_crowdsourcing_projects

gibt es eine Menge von interessanten Seiten, kann jemand etwas empfehlen?

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 26. März 2011 - 6:47 #

Was wäre denn für Dich empfehlenswert? Was für Kriterien legst Du an? Zwischen dem Schreiben eines Wikipedia-Artikels und einem einzelnen Mausklick für irgendeinen minimalen Arbeitsschritt liegen Welten, finde ich.
Die meisten gelisteten Projekte sind ja noch eher "traditionelles" Corwdsourcing à la Micro Turk. Da sind ja teilweise Sachen drunter, bei denen die Aufgaben im Umfang variieren (gerade bei der Wikipedia selbst: vom Ausbessern eines Vertippers zum Schreiben eines ganzen Artikels). Ganz oben in der Liste steht ein Link zu 'ner Seite für Crowdsourcing-Grafikdesign... Wäre da Microtask dran, würden die es so umsetzen, dass jeder nur noch einen Pixel setzen braucht. Das Zerhackstückeln der großen Aufgaben in viele, viele so winzige Schrittchen, dass wirklich jeder sie gehen kann, ist schon noch eine neue Dimension des Crowdsourcings, vor allem dann, wenn diese Schrittchen in irgendetwas völlig anderes eingebettet werden, womöglich, ohne dass der Anwender dieses "anderen" was davon weiss. Dass Arbeitsrechtlern wie der Professorin (siehe NYT-Artikel; sie möchte den Mindestlohn nämlich auch online durchsetzen) das die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, wundert mich nicht.

Anno2011 (unregistriert) 26. März 2011 - 12:24 #

wäre schön wenn die Arbeit sinnvoll ist, ich habe mir die Herbariums- und Bibliotheks-Seite (Handschriftliche Texterkennung), die Genom-Seite (Genom-Mustererkennung) und die Satelitenbild-Erkennungs-Seite angesehen falls das einen Hinweis auf Kriterien gibt.

Das Problem ist zum einen, diese fitzeligen Texte sind extrem! schwer zu erkennen so das man oft nur raten kann, und wenn man es länger macht wird es mit der Zeit einfach zu anstrengender nicht bezahlter Arbeit (Gen-Muster haben z.b. eine Zeitbegrenzung zur Erkennung). Deshalb fehlt dann noch ein zusätzlicher Motivator, wie bei Wikipedia eine Community, oder Bezahlung.

Wo wir von Bezahlung sprechen, hast du Erfahrungen mit dem mechanischen Türken? Da hat mich die Nutzungserklärung schon abgeschreckt, irgendwie beschleicht mich die Vermutung das ich da im nachhinein zahlen muss, sei es weil der 'Arbeitgeber von meinem Konto abbucht oder weil die Steuern von nem Euro dann nur noch 2c übrig lassen. Und was hat es damit auf sich, das der Arbeitgeber eine Arbeit zurückweisen kann um sich vor dem bezahlen zu drücken? Kommt das oft vor?

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 26. März 2011 - 15:22 #

Ich bin selbst kein aktiver Nutzer. Bei Mechanical Turk gibt es aber ohnehin zu beachten, dass die Bezahlung zunächst in den Amazon-Account fließt. US-Amis können es von da aus auf ihre Konten überweisen lassen, Inder werden gleich mit Bankschecks in Rupien bezahlt, aber alle anderen können von dem Geld keine Schrippen kaufen gehen. Es sei denn, Amazon liefert die auch. ;)
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"Und was hat es damit auf sich, das der Arbeitgeber eine Arbeit zurückweisen kann um sich vor dem bezahlen zu drücken? Kommt das oft vor?" - Keine Ahnung, aber Amazon.com scheint sich da schön rauszuhalten. In der FAQ heißt es: "If you believe that your work was rejected in error, you may decide to contact the Requester directly." Es gibt aber die Möglichkeit, Auftraggeber zu melden, die persönliche Daten und E-Mail-Adressen verlangen. Mit Deinem Bankkonto wird aber überhaupt nicht interagiert, da Du ja, wie ich mal annehme, deutscher Staatsbürger bist.
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Auch die Steuerinfos betreffen im Grunde hauptsächlich US-Bürger. Amazon.com braucht sie, um sie der amerikanischen Steuerbehörde auf Verlangen vorlegen zu können. Geht dabei um die Grenze, ab der Steuern fällig werden. Für die Besteuerung in allen anderen Ländern gelten auch die jeweiligen Steuergesetze. Interessante Frage: Sind Einkommen in virtuellen Währungen steuerpflichtig? :)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 26. März 2011 - 15:29 #

"die großflächige Verteilung digitaler Aufgaben in Drittweltländer oder das Füllen von Leerlaufzeiten in Callcentern"

Klingt das eventuell ein bisschen ekelerregend? Ja, tut es. :-\ Arbeit als Spiel mit lustigen Maulwürfen unterschieben und nichts dafür bezahlen - klar, das klappt natürlich am allerbesten mit den Idioten aus der Dritten Welt. Und den Leuten im Callcenter geht's ja eh viel zu gut. Wenn die mal 30 Sekunden Pause haben, können sie zum selben Niedriglohn auch noch zusätzliche Arbeit verrichten, wobei den Bonus natürlich der Arbeitgeber allein behält. Insgesamt ist das Ganze, wenn es kommerziellen Zwecken dient, nichts anderes als Ausbeutung 3.0.

Sehr interessanter Artikel jedenfalls!

Larnak 21 Motivator - P - 25894 - 26. März 2011 - 15:50 #

Der Absatz, den du zitierst, klingt für mich nicht so, als seien damit die Spiele gemeint. Ich hatte das eher als Vorläufer verstanden, bei dem die Technik des "Aufteilens in kleine Häppchen" entwickelt worden ist. Das wäre demnach ganz "normale" Arbeit gewesen.

Die Verpackung in Spiele wird ja gerade deshalb benötigt, um auch den Erstweltleuten dazu zu bringen, für die entsprechenden Projekte zu arbeiten.
Ich persönlich bezweifle aber, dass dabei jemals ein Spiel herauskommen wird, mit dem ich mich freiwillig beschäftigen würde.
Das oben erwähnte Phylo habe ich mir mal angesehen, funktioniert auch, hat einen spannenden Ansatz - aber Spaß habe ich bei solchen Spielen einfach nicht. Aber ich habe auch keinen Spaß an Tetris...

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 26. März 2011 - 16:37 #

Du hast da etwas falsch verstanden: In dem Absatz gehts ums Backend, der eigentlichen Fütterung mit und Abnahme von Daten, die Software, die das Zerstückeln und verteilen von Arbeit in dieser Art ermöglicht. Die Spiele sind nur Frontends. Über Spiele klappts am allerbesten mit satten Westbürgern, die Langeweile haben. Drittwelt-Akkordtipper und Callcenter-Mitarbeiter, die gerade nichts zu tun haben, bekommen jeweils an sie angepasste, auf größtmögliche Effizienz hin optimierte Bedienoberflächen. Die Spiele sind nur eine Darreichungsform der Arbeit von vielen denkbaren. Vielleicht kreiert Microtek z.B. eines Tages eine Bedienoberfläche für diese 100-Dollar-Notebooks, damit die Schüler, die sie bekommen haben, damit nach dem Lernen auch noch ein paar Centbeträge verdienen können. Moment -- das sind Kinder: die können spielen! *fg

[Edit:] Ach, Larnak hats schon geklärt, während ich diese Textwand schuf. *g

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 26. März 2011 - 17:01 #

Ok, ich bin mir nur nicht so sicher, ob es den Typus des klassischen "satten Westbürgers" wirklich noch gibt. Man kann natürlich sagen, wer sogar Zeit für Farmville hat, der hat offensichtlich genug davon. Aber die perfide Weise, wie diese Spiele den Leuten untergeschoben werden... egal, anderes Thema. ;)

Jedenfalls bleibt dieses Crowdsourcing eine Sache, bei der nicht immer offen, sondern hintenrum agiert wird und Arbeitsleistung letztlich mehr oder weniger ergaunert wird, wie ja auch sehr schön geschrieben in dem Satz: "Wie viele Nutzer der typischen Spiele des sozialen Netzwerks kämen überhaupt auf die Idee... etc."

Age 19 Megatalent - P - 13993 - 27. März 2011 - 0:00 #

Die Idee ist allerdings nicht neu und wird schon lange von zwielichtigen Personengruppen ausgenutzt. Allerdings gibt es da als Belohnung immerhin Schmuddelbildchen. ;) Nein ich habe keine persönlichen Erfahrungen, ich las nur vor einiger Zeit davon.

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