Kinect-basiertes System kann Zeit bei Operationen sparen

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18. März 2011 - 10:28 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Dass Microsofts Kinect-Hardware zu mehr taugen könnte als zur Unterhaltung, war spätestens seit Veröffentlichung der Open-Source-Treiber für PCs vorstellbar. Deren Einsatz in den Operationssälen des Sunnybrook Gesundheitszentrums in Toronto macht das nun umso deutlicher.

Ingenieure der Universität Toronto haben in Zusammenarbeit mit Chirurgen bei Sunnybrook unter Einbeziehung von Kinect ein System entwickelt, das es Chirurgen erlaubt, via Gesten Programme zur Betrachtung und Manipulation von MRT- und CT-Aufnahmen zu bedienen, ohne sich vom Operationstisch zu entfernen. Das kann eine Menge Zeit sparen: Normalerweise müssen Chirurgen, wenn sie während einer Operation nochmal einen Blick auf die Aufnahmen werfen wollen, den OP-Saal verlassen, den Rechner bedienen und vor Rückkehr in den Operationssaal noch einmal durch den rund 20 Minuten verschlingenden Reinigungs- und Desinfektionsprozess. Derartige wiederholte Unterbrechungen können bei einer Operation über eine Stunde kosten und die Konzentration des Chirurgen stören. Außerdem erhöhen sie die Gefahr einer Kontamination des Operationssaales. Die Verwendung von Kinect könnte Operationen somit sogar sicherer machen.

Bislang war das Kinect-gestützte Prototyp-System bei sechs Operationen im Einsatz. Das Krankenhaus von Sunnybrook plant seine Einführung in allen chirurgischen Abteilungen. Außerdem fassen die Ärzte und Ingenieure auch eine Nutzung von Kinect in der Physiotherapie ins Auge.

Suzume 14 Komm-Experte - 1810 - 18. März 2011 - 10:07 #

Nice.

marshel87 16 Übertalent - 5584 - 18. März 2011 - 12:59 #

Gut auf den Punkt gebracht!

bolzer (unregistriert) 18. März 2011 - 10:31 #

Ich seh schon die Schlagzeile vor mir:

Microsoft rettet leben ...

und in diesem Fall wärs ja nichtmal reißerisch oder übertrieben^^. Also wenn das wirklich funktioniert muss man imho mal ein dickes Lob an Microsoft loswerden (mal ganz unabhängig davon, ob man die Firma nun mag oder nicht...).

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22493 - 18. März 2011 - 10:40 #

klar, wäre es reisserisch und übertrieben.
Micrsoft ist dort einfach nur ein Lieferer von Werkzeugen fürs Gesundheitswesen. Wenns danach ginge würde nämlich Siemens mit ihren Ultraschallgeräten jeden Tag 100te leben in div. Kliniken retten.

Ein Hoch auf die Systemingeneers Vorort, die das potential erkannt und darauß eine Praktikable Lösung geschustert haben

Vidar 18 Doppel-Voter - 12274 - 18. März 2011 - 10:39 #

erstaunlich eigentlich nur das man eine Technik die es seit Jahren gibt erst jetzt einsetzt oO
Programme die Gesten erkennen sind nun wirklich nicht neu und da nun die Elekotrmagnetische erkennung langsam kommt, ist die Sache für so einen Bereich schon veraltet.

Cam1llu5_EX 14 Komm-Experte - 2584 - 18. März 2011 - 11:10 #

Ich denke mal das liegt daran, weil es endlich Massenware ist und somit für fast jederman erschwinglich. Dadurch kommen nun viel schneller Ideen und Verbesserungen zum Vorschein.

Microsoft hat nur eine Basis gelegt. Was man noch alles aus der Technik rausholen kann, wird man noch sehen. Ich bin gespannt ;)

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 18. März 2011 - 13:44 #

Laut http://www.spieletipps.de/n_23682/ kosten ähnliche Systeme 100.000$
Ein anderes interessantes Projekt.
http://hci.uni-konstanz.de/blog/2011/03/15/navi/?lang=en

Elysion 14 Komm-Experte - 1907 - 18. März 2011 - 11:43 #

Ich finde es erstaunlich das sich dieser unproduktive Prozess des "aus dem OP heraus gehen" - "MRT anschauen" - "desinfizieren und wieder rein" bis heute gehalten hat. Ich mein muss es da nicht andere Möglichkeiten geben?
Klar jetzt wo sie das probiert haben braucht man die nicht mehr nur wundert es mich wie veraltet das Prozedere bis jetzt anscheinend war.

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22493 - 18. März 2011 - 11:57 #

in Kliniken die Arbeitsprozesse umzustellen ist meist schwer, da ja Fachübergreifend gearbeitet werden muss. Deshalb wirkt dort zum Teil vieles altbacken.

Ich weiß aber das es in der Neurologischen Abteilung einer großen Klinik mit C (die in Berlin steht) durchaus. "Rechner" im OP gibt.

Gerade im klinischenumfeld werden zum Teil noch "Sonderkonstruktionen" benutzt, weil viele Diagnostikgeräte noch Serielle/Paralleleschnittstellen haben.
Zwar gibt es bei Bildgebungsgeräten (CT/MRT) auch die sogenannte DICOM-Schnittstelle, allerdings ist die zumeist rechtpreisintensiv weil auch Viewer lizenzpflichtig sind. AUßerdem müssen die ins Patientenmanagmentsystem der Krankenhäuser passen.

Ich denke es gäbe signifikate Verbesserungen wenn man von heute komplett neu Programmieren würde. Man könnte ein Großteil neuer Techniken dann wundarbar implementieren (wenn man die Abwärtskompatibiltät vernachlässigen könnte) 2 Systeme Parallel zu fahren kostet aber bei Klinikverbünden auch ein Vermögen.

Elysion 14 Komm-Experte - 1907 - 18. März 2011 - 14:08 #

Ah danke für die Klarstellung.
Aber traurig das natürlich gerade bei sowas wieder Geld gemacht wird mit Lizensen die sich auf alte Schnittstellen stützen nur weil neue Geräte und deren Anschaffung viel zu teuer wäre und Kliniken so kaum eine Wahl haben. Wer leidet darunter ... der Patient :/

goodoldbismarck 12 Trollwächter - 1028 - 18. März 2011 - 13:04 #

Das ist ja mal ne tolle Sache :)

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 18. März 2011 - 13:52 #

"Skandal! Arzt vergas Wiimote in Patient"

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73397 - 18. März 2011 - 13:59 #

Ähem, hier geht's aber um Kinect, nix Wii ;).

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 18. März 2011 - 14:12 #

War auch nur weitergedacht ;)

zeus 08 Versteher - 171 - 18. März 2011 - 15:00 #

Der Artikel hätte auch so anfangen können:

"Ingenieure der Universität Bern haben in Zusammenarbeit..." , siehe http://www.virtopsy.com/ , bzw. http://www.youtube.com/watch?v=b6CT-YDChmE :D

Obwohl das Projekt in Bern wohl über die Studienphase noch nicht hinaus ist.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 18. März 2011 - 15:36 #

Oh wunderbar! :)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 18. März 2011 - 15:46 #

"Blue Screen of Death." ... Gestern noch auf deinem PC, morgen schon in deinem Krankenhaus. :)

Anonymous (unregistriert) 18. März 2011 - 15:53 #

Offenbar kommen hier mehrere Sachen zusammen.

Erst einmal hat man das System zur Betrachtung der Bilder
in den Operationssaal verlegt, oder den Bildschirm
zumindest aus dem OP heraus einsehbar gemacht.
Das hätte man auch vor Kinect schon tun können.
Dann hätte der Arzt das System bedient,
oder ein Assistenz, oder man hätte auch was
mit Spracherkennung ausprobieren können.

Wirklich neu an dem Prozess ist also die Gestensteuerung.
Die Zeitersparnis hätte man schon vor Jahren haben können!

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 18. März 2011 - 22:16 #

"Das hätte man auch vor Kinect schon tun können." - Und das hat man probiert. Problem: Der Chirurg muss dann jemanden draußen darum bitten das Bild doch so oder so zu verändern, drehen, zoomen. Das hat sich als problematisch erwiesen.

Und Spracheingabe wäre zu unpräzise. Der Chirurg müsste dem Rechner einen ganzen Roman erzählen, um das Bild zu bekommen, dass er braucht. Die direkte Kontrolle über die Darstellung erlaubt dem Chirurgen viel mehr Präzision, was bei Tumoroperationen z.B. dabei hilft, möglichst wenig gesundes Gewebe bei Entfernung des Tumors mitzunehmen.

ganga Community-Moderator - P - 15590 - 18. März 2011 - 16:09 #

Interessante News, danke.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1465 - 18. März 2011 - 21:04 #

naja, sowas gibts gerade im Bereich der Medizin auch ohne Kinect und viel hochauflösender (sicher nicht fächendeckend).
Das neue ist halt, dass da einige jetzt ran gegangen sind und dazu kinect benutzt haben.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 18. März 2011 - 23:04 #

"naja, sowas gibts gerade im Bereich der Medizin auch ohne Kinect und viel hochauflösender" -- Und sehr, sehr viel teurer.

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