Autor Neil Gaiman: Web-Piraterie steigert Verkäufe (+Video)

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Klaus Ohlig 2200 EXP - 14 Komm-Experte,R5,S3,A1
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11. Februar 2011 - 0:36 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Der britische Bestseller-Autor Neil Gaiman (Sandman-Comics, American Gods, Der Sternwanderer, Coraline) äußert sich in einem aktuellen Video sehr positiv über die unlizenzierte Verbreitung seiner Werke im Internet. Nachdem er seinen Worten nach anfänglich sehr ungehalten über Kopien und besorgt um sein Urheberrecht gewesen war, stellte er später fest, dass etwa. russische Leser vielfach erst über illegale Kanäle Bekanntschaft mit seinen Werken machten - und anschließend auch im Buchhandel für Umsätze sorgten. Als er seinen Verlag dazu überreden konnte, American Gods für einen Monat kostenlos zum Download anzubieten, stiegen die Verkäufe seiner Bücher in unabhängigen Buchhandlungen im Folgemonat um 300 Prozent.

Ich kam zu der Erkenntnis: du verlierst keine Bücher, du verlierst keine Verkäufe dadurch, dass dein Kram dort draußen ist. [...] Es ist, als würden die Leute Bücher verleihen, und man kann das nicht mit einem verlorenen Verkauf gleichsetzen. Niemand, der dein Buch kaufen würde, verzichtet darauf, weil er es umsonst finden kann. Aber was wirklich passiert: du betreibst Werbung, du erreichst mehr Leute, erhöhst die Aufmerksamkeit.

Das zu verstehen, gab mir eine völlig neue Vorstellung über die Form des Urheberrechts, und über die Funktion des Internets. Denn das Web ermöglicht es den Leuten vor allem, Dinge zu hören, zu lesen und zu sehen, die sie sonst nie zu Gesicht bekommen hätten. Und das ist grundlegend eine unglaublich positive Sache.

Video:

Klaus Ohlig 14 Komm-Experte - 2200 - 11. Februar 2011 - 0:47 #

Mußte ich einfach mal zur Diskussion stellen, weil das Thema hier ja gern & recht leidenschaftlich besprochen wird.

Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang wohl auch, dass die Suvudu-Website zu Bantam und Del Ray gehört. Diese sind Abteilungen von Random House, und Random House gehört seit einer Weile... Bertelsmann.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Februar 2011 - 0:44 #

http://winfuture.de/news,44746.html

Bei Aion war es damals ähnlich, kenne viele die damals weit vor Release auf Kostenlosen Servern ( weiß nicht ob es Private oder japanische Beta Server waren ) mit irgendwelchen zusammengebastelten englischen Clients gespielt haben, und beim Release in Deutschland schon gesättigt waren.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7100 - 11. Februar 2011 - 0:44 #

Die Festellung ist meiner Ansicht nach kein Einzelfall. Ich persönlich beziehe das jetzt mal auf Webcomics und deren Bücher. Würden unzählige Seiten ständig besonders von DeviantArt Nutzern das Copyright missbrauchen, wären viele Künstler nicht so bekannt. Menschen mit ästhetischem Empfinden sammeln die Bilder zusammen und erstellen dann fast schon im 'Meme'-Stil kleine Sammlungen. Nicht gemeint, aber in einem ähnlichen Stil veröffentlichen sie dann diese Sammlungen, wie Cracked.com und zumeist lässt sich der eigentliche (geistige) Eigentümer finden. In diesem jungen Jahr ist es mir so schon drei Mal passiert, dass ich dann auf echte Perlen gestoßen bin und dann richtig investiert habe. = )

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29629 - 11. Februar 2011 - 0:45 #

Der Mann ist mir so sympatisch. Und das nicht nur wegen der meiner Meinung nach sehr sinnvollen Aussage hier in der News. Die Bücher sind dazu auch noch grandios.. Und es gibt eine tolle Tribut-CD namens "Where is Neil when you need him?", muss ich mal wieder hören btw..

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2429 - 11. Februar 2011 - 1:30 #

Neil ist wirklich Klasse. Aber die Verfilmung von Stardust ist um einiges besser als das Buch (Matthew Vaughn sei Dank).
Im Grunde hat er Recht.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29629 - 11. Februar 2011 - 1:34 #

Mit Terry Pratchett zusammen ist Neil allerdings überragend.. Muss dringend mal wieder ans Bücherregal.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2429 - 11. Februar 2011 - 1:35 #

Lese zurzeit "Der Zeitdieb". Herrlich :)

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 2:45 #

gnihihihihi..."gayman"

maximiZe 12 Trollwächter - 1142 - 11. Februar 2011 - 3:07 #

1) Erste Zeile, "Sandmann"?! Sorry, das geht gar nicht.

2) Ich denke nicht dass sich das ohne weiteres auf andere Medien übertragen lässt. Bei illegal besorgten Printmedien, die man dann zwangsläufig an einem Bildschirm ansehen muss, ist das Erlebnis doch ein ganz anderes als bei einem Originalbuch oder -comic.
Bei einem Videospiel dagegen ist der Unterschied zwischen Kopie und Original minimal, es fehlt im Prinzip nut die Verpackung (die heutzutage ja eh immer liebloser wird und keinen notorischen Piraten jemals zu einem Kauf bewegen könnte). Das Spiel an sich ist identisch.
Was Gaiman da beschreibt ist denke ich vor allem auf die Möglichkeit des Reinschnupperns zurückzuführen, die sich aus der kostenlosen Internetverbreitung ergibt. Wer sich so etwas herunterlädt liest im Grunde ein paar Seiten und kauft sich bei Gefallen dann das Buch, um die Geschichte dann gemütlich ohne Bildschirmzwang zu lesen. (Mit der fortschreitenden Verbreitung von E-Readern kann das natürlich auch ganz schnell wieder ganz anders aussehen.)

Die meisten Leute die hingegen, aus welchen vorgeschobenen Gründen auch immer, ein Spiel schon illegal auf der Platte haben werden sich dreimal überlegen, ob sie es jetzt einfach umsonst durchspielen oder sich die zusätzliche Mühe machen rechtmäßig dafür zu bezahlen.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Februar 2011 - 4:44 #

Kaum noch Demos, verstümmelte DE Versionen, nicht immer Englische Tonspur, kein Weiterverkauf und und und. Klar werden diese Sachen auch als "Ausrede" benutzt, Fakt ist aber, das es diese Probleme gibt und Valves Aussage bezüglich Unterversorgter Spieler zutreffen kann. Natürlich ist z.B. die Art sich eine Demo zu verschaffen schlecht, denn die Hemmschwelle das Produkt dann doch nicht zu kaufen, weil man es schon hat, wird durch die DRM Auswüchse nicht gesenkt. Der MP Teil vieler Titel dürfte da noch einiges rausreissen. bei reinen Singleplayer Spielen sieht es aber eher schlecht aus. Leider schaufeln sich da einige Hersteller ihr eigenes Grab, aber es ist ja so einfach die Schuld auf die Bösen Kopierer zu schieben, genau so wie Killerspiele ja auch alles Schuld sind.

Bei Büchern gibt es aber auch andere Bereiche, die eher zum kostenlosen kopieren Verleiten. Manchmal braucht mein ein Buch nur für Schule/Beruf und da ist die digitale Form meist sogar komfortabler ( Suche - Copy & Paste ) oder teure Bücher um etwas zu erlernen ( Programmiersprachen etc ). Wenn man durch dieses Wissen seine Jobchancen steigern kann, es sich aber nicht Leisten könnte, ist die Hemmschwelle wohl auch sehr gering.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 9:02 #

Was sagt Valve denn zu den Unterversorgten Spielern.
Könnten sie mich meinen? Seit fast einem halben Jahr kein Spiel mehr gekauft und seit über Einem kein Vollpreisspiel.
Einfach weil ich qualitativ viel zu oft enttäuscht wurde, weil ich nichts mit dem MP anfangen kann und weil ich keine Lust auf DRM habe. Und vor allem, weil mich einfach nichts angesprochen hat.
Klar, ich habe in der Zeit einiges runter geladen. Wollte halt schauen wie es so ist, was ohne Demo ja nicht mehr geht. Aber davon ist weder irgendwas auf meiner Festplatte verblieben, noch habe ich davon was länger als 2h gespielt. Aber bei so kurzen Spielzeiten sind wir nun doch noch nicht angekommen. Davon gekauft habe ich natürlich auch nichts.
Im Moment hoffe ich nurnoch etwas auf AoD (dieses Indyrollenspielprojekt), den Duke und Deus Ex 3. Und das ist eher ein leises, verzweifeltes hoffen als eine wirklich starke große Hoffnung.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Februar 2011 - 13:13 #

http://winfuture.de/news,44746.html

Nein dich meinen sie nicht, unterversorgt sind Leute die schwer bis gar nicht oder einfach viel zu spät an Spiele kommen können, abgesehen vom illegalen weg.

Was du beschreibst, sieht man auch oft in Kinos. Ich bin früher 2 mal im Monat im Kino gewesen, 5 Videothek Karten und hatte eigentlich alles gesehen was da drin war. Mittlerweile geh ich 2-3 Mal im Jahr ins Kino und Filme kauf ich mir meist Sammler Editionen oder mal für einen 5er einen Film vom Wühltisch. So in der Art handhaben das viele die ich kenne, trotzdem werden für Verluste der Filmindustrie nur die Kopierer vorgeschoben. Das es Leute gibt die ausschließlich Kopieren, bezweifle ich ja nicht, aber damals waren das wohl die Leute die CD´s im Laden geklaut haben.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 15:15 #

Naja, dass die Einbrüche davon kommen, dass sie es einfach nicht schaffen die zu erreichen, die vor 10 Jahren die starken Konsumenten waren habe ich auch schon mitbekommen. Mehr als heftig.
Mitlerweile wird in meinem Freundeskreis nicht mehr Konsumiert und auch nicht mehr kopiert. Es werden nur ganz wenige CDs gekauft, DVDs wie du es beschreibst und Spiele werden so gut wie garnicht mehr konsumiert.
Bei mir auf dem Rechner laufen derzeit nur Games die höchstens 5 Jahre alt sind.

Ich hatte nur die leise Hoffnung, dass irgendwer das in der Industrie auch erkannt hat.
Schließlich habe ich jetzt sowas wie Freizeit und vor allem ich habe Geld!

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 11. Februar 2011 - 15:27 #

Ist wohl eine zu kleine Zielgruppe ;)
Jugendliche Konsoleros sind weniger kritisch was Qualität angeht, da wird noch wild konsumiert, Preis/Leistung ist den meisten recht unbekannt oder einfach egal. Wir "alten" haben vielleicht Geld, aber sitzen auch drauf oder müssen überlegen, ob man es sich kaufen kann oder ob nicht noch eine Rechnung übersehen wurde. Wenn ich heute überlege, wie viel DM in SNES geflossen ist würde ich das heute niemals wieder tun.

Spiele sind ja nicht durchweg Schlechter geworden, nur sucht man ja meist Neue fesselnde Sachen, und bei Personen die schon 20 Jahre und mehr spielen ist das nur schwer machbar. Für Millionen von Jugendlichen die vielleicht ihren ersten Shooter spielen ist ja alles Neu.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 18:18 #

Bei der Qualität stimme ich dir zu. Wie ein Blackops alle Verkaufsrekorde brechen kann ist mir einfach unerklärlich. Da finde ich selbst das Addon von CoD besser. Von den Scripten, von der Freiheit und vom Umfang. Und gegenüber einem Unreal, kein Kommentar.

Und so sehr habe ich das Problem mit dem fehlenden Geld nicht. Am Ende des Monats habe ich gut was über. Ein Budged für 2 Vollpreisspiele (selbst Konsolenspiele) pro Monat sind locker drin. Musik und Filme gehen sogar Extra.
Dafür gebe ich aber auch keine Tausender für das Reisen in ferne Länder aus.

Die Spiele selbst mögen nicht schlechter geworden sein. Aber sie entfernen sich einfach von dem, was ich und die Leute die ich kenne wollen.
Frage nicht nach Definitionen, jeder vermisst was anderes weil jeder andere Bereiche bei den Spielen abdeckt.
Generell geht es einfach nur zu einfach und zu schnell von der Hand.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 18:20 #

Vergessen zu schreiben.
Eine so kleine Zielgruppe ist das aber nicht.
Aber eine in die du investieren müßtest und eine, die noch die guten alten Zeiten kennt (die mit wirklich umfangreichen Addons, was in der Schachtel, großen Spielen und kostenlosem Zusatzkontent).
Ein Vorteil haben sie aber. Die neueste Grafik muss es nicht unbedi

Klaus Ohlig 14 Komm-Experte - 2200 - 11. Februar 2011 - 6:56 #

Stimmt: das wurde gar nicht eingedeutscht. Es besteht also noch Hoffnung für die Menschheit ;-)

qu4d (unregistriert) 11. Februar 2011 - 9:18 #

Natürlich sind die Medien unterschiedlich, aber es geht doch nicht darum, wie ähnlich sich Original und Kopie sind. Es geht darum, dass damit mehr Leute aufmerksam werden und wer BEREIT dazu ist, Geld auszugeben, wird es auch tun.

Es gibt genug Leute, die sich alles nur runterladen und sagen, dass es doch blöd wäre, Geld dafür auszugeben, wenn man es auch kostenlos haben kann. Diese Leute sind im Grunde irrelevant. Die zu erreichen ist schwer.

Die Einstellung von der Industrie ist einfach nur krank: Hier ist eine CD - wenn du sie runterlädst (aus welchem Grund auch immer), kommst du in den Knast und darfst dich dein Leben lang dumm und dämlich zahlen. Es wird nur gedroht, eingeschüchtert und Angst gemacht.

Aber einfach auf den Kunden zugehen und sagen: Hey, ziehs dir ruhig, aber wenns dir gefällt, dann kauf es bitte auch, weil wir gerne auch für unsere Arbeit entlohnt werden möchten... das haben bis heute nur wenige verstanden.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 13:15 #

"Aber einfach auf den Kunden zugehen und sagen: Hey, ziehs dir ruhig, aber wenns dir gefällt, dann kauf es bitte auch, weil wir gerne auch für unsere Arbeit entlohnt werden möchten... das haben bis heute nur wenige verstanden."

Eben weil es für die breite Masse nicht funktioniert. Bei einer relativ gut situierten, gesetzten und vernünftigen Käuferschicht geht das sicher. Es gibt aber sicher nicht viele Produkte, die zu 80% solche Käuferschichten als Zielgruppe haben und davon leben könnten. Wer das Geld locker über hat ist immer schneller dazu bereit, konsumiertes auch angemessen zu würdigen. Wer sich das Geld hingegen zusammenkratzen und ersparen muss und zudem auch noch Verzicht üben muss, weil er eben entscheiden muss, ob er von dem gesparten A, B oder C konsumiert, der wird es wahrscheinlich nicht tun, wenn er es auch umsonst haben kann und dann mehr konsumieren kann. Das bedeutet aber im Umkehrschluss eben nicht, dass er es nicht gekauft hätte, wenn er die Wahl, es umsonst konsumieren zu können, nicht gehabt hätte.

Ich habe als Schüler auf das neueste C&C gespart. Wenn ich es umsonst hätte haben können, hätte ich das Geld behalten und es umsonst gespielt. Weil das nicht ohne weiteres möglich und zudem auch illegal war, habe ich es gekauft. Punkt. Wenn der Hersteller gesagt hätte "Spiel es, kauf es wenn du willst, danke", dann hätte ich gesagt "och, ich habe eh zu wenig Geld, ich finde es legitim, es umsonst zu konsumieren und das Geld für die Fahrschule zu sparen". Solche Entscheidungen hängen immer von de individuellen Lebenssituation ab. Ein Produkt legal für umsonst zu verteilen und um Gegenleistung und Würdigung zu bitten kann für 95% der Anbieter nur direkt in die Pleite führen. Auch wenn wir alle alles gerne umsonst hätten.

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 11. Februar 2011 - 12:50 #

So unterschiedlich scheinen die Medien nicht zu sein, Trent Reznor hat vor einiger Zeit ähnliches versucht - MP3 kostenlos, die Alben gegen Bezahlung im Direktvertrieb. Ich hab das Album damals nur deswegen nicht gekauft, weils mir nicht so gut gefallen hat.

Scheinbar waren die Verkäufe trotzdem so überragend, dass er mehr als zufrieden damit war. Ich denke, in sehr vielen Fällen ist die Aussage richtig, dass die Kopierer die Leute sind, die sich das Produkt eh nur von Freunden ausleihen würden. Ebenso glaube ich, dass sich durch Kopien durchaus neue Käuferschichten erreichen lassen. Meine Games-Sammlung wäre heute nicht so groß wie sie ist, wenn ich damals am Amiga nicht eine kopierte Version von Maniac Mansion gehabt hätte, die später gegen eine gekaufte ausgetauscht wurde...

Max 08 Versteher - 219 - 11. Februar 2011 - 3:15 #

lizenZiert

Klaus Ohlig 14 Komm-Experte - 2200 - 11. Februar 2011 - 6:52 #

Tatsache... danke, ist berichtigt!

Limper 16 Übertalent - P - 5260 - 11. Februar 2011 - 4:01 #

Gute News Klaus. Wens interessiert: ein toller Blick auf seine (Neil Gaimans) Bibliothek! http://blog.shelfari.com/my_weblog/2009/09/neil.html

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 10:27 #

Das mag ja manchmal zutreffen. Es gibt aber weite Bereiche, wo das nicht so ist!

Ich habe mir vor gut 3 Jahren die Mühe gemacht, meine Diplomarbeit verlegen zu lassen. Hauptsächlich, weil ich das Autorenexemplar haben wollte. Nach 3 Jahren habe ich rein aus Interesse mal nachgefragt, wie (und vor allem ob)das Buch denn irgendeinen Abnehmer gefunden hat.

Das Ergebnis waren 2 Verkäufe als PDF.

15 als Buch. 15 mal zurückgegeben.

Was will ich damit sagen? Erstens mag man mir vorwerfen, dass die Arbeit einfach schlecht und langweilig ist, so dass man das Buch naserümpfend wieder zurück schicken muss. Das zu beurteilen steht jedem für sich selber offen. Man muss aber dazu sagen, dass es um Existenzgründungen im Internet und Software und so was geht. Die Zielgruppe hat also in der Regel kein Geld, aber Bedarf an Wissen. Knapp 50€ sind da schon eine Hausnummer für ein Fachbuch, zumal man in der Situation ja sicher mehrere brauchen kann.

Ich unterstelle einem Großteil der Käufer der nicht-virtuellen Version, dass das Buch gelesen, soweit für brauchbar empfunden verwertet, und dann wieder innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt wurde. Bei knapp 100 Seiten ist das auch durchaus gut machbar.

Für mich ist das auch völlig in Ordnung, da ich damit nie wirklich Geld verdienen wollte. Fachbücher sind fast immer sauteuer, wenn sie dann auch noch wenige Seiten haben, kann man Menschen ohne Geld kaum vorwerfen, so zu handeln.

Wenn das Buch aber frei als PDF im Internet erhältlich wäre, hätte nie auch nur einer ein Exemplar gekauft. Das wird für die meisten Fachbücher gelten, die nicht als Standard im Schrank stehen sollten. Wer bspw. SAP-Fachbücher kennt, der weiß, dass mit Preisen um die 69€ gerechnet werden kann. Wenn sowas umsonst im Netz zu haben ist, wird keiner das Buch kaufen, der nicht unter Sammelzwang leidet oder grundsätzlich offline lesen will. Meist interessiert einen aus einem Fachbuch nur der eine, maximal 2 Kapitel wirklich brennend. Wenn man das umsonst bekommt, sieht der Autor kein Geld.

Anders mag es da mit Romanen aussehen, die man in der Badewanne lesen will. Das es für manch einen Autor positive Auswirkungen hatte, freie Kopien zu verteilen, bedeutet nicht, dass wir das Urheberrecht abschaffen sollten weil Kopien ja eh per se nicht schaden. Der gute Herr Gaiman sagt das nur, weil er selber dadurch nicht weniger Bücher verkauft hat. Für uns bedeutet das also, dass seine Aussage nur dann zieht, wenn wir sein Buch nach der kostenlosen Leseprobe nicht virtuell zu Ende lesen, sondern sein Buch kaufen! Wer seine Bücher kostenlos herunterlädt und genießt ohne je ein Buch von ihm zu kaufen, untergräbt seine Existenz als Autor. Das sollte sich einfach jeder vor Augen halten.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 13:44 #

es hätte natürlich auch sein können das sich, hättest du Mr. Gaimans Ratschlag befolgt, mehr als 17 wirklich interessierte Menschen auf dein Werk aufmerksam geworden wären.

Was er sagt ist, wenn dein Werk gut ist - für Leute einen Mehrwert besitzt - es von Vorteil ist wenn möglichst viele davon wissen. Dafür muss sein Buch aber z.b. ein herausragendes Merkmal haben, sagen wir emotionalen Wert weil sich der Leser damit identifizieren kann.

Genauso müsste deine Arbeit ein Merkmal haben das zum wieder-lesen und besitzen-wollen einlädt.

Bei Comics und Büchern ist das leichter, bei Fachbüchern gelingt dies oft durch ausführliche Indizes, Referenzregister, Komplexität der behandelten Themen. Die Fachbücher die ich gekauft habe zeichnen sich dadurch aus, dass ich nicht eine oder zwei Seiten kopieren kann und das Buch dann für mich nutzlos ist, sondern das die komplexen Inhalte so zahlreich sind und so gut, übersichtlich (und graphisch dargestellt) sind das eine Kopie einfach nicht ans Original heranreicht.

Er sagt, wer seine Bücher kostenlos herunter lädt ruiniert nicht seine Existenz, denn seine Bücher sind gut genug das eine Empfehlung mehr! einbringt als Raubkopierer vors Gericht zu zerren und deren Existenz zu ruinieren.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 15:07 #

Das funktioniert aber eben nicht für alles. Das mag für ihn funktioniert haben, funktioniert aber eben nicht für jeden.

"Genauso müsste deine Arbeit ein Merkmal haben das zum wieder-lesen und besitzen-wollen einlädt."

Muss es eben nicht. Ich wollte in meinem Fall - wie gesagt - nur das Autorenexemplar haben. Zumal ein potenzieller Arbeitgeber nun meinen Namen googeln kann und ein veröffentlichtes Sachbuch findet. Der Verlag will dafür das Recht, Geld für meine Leistung zu verlangen und es ab Deckung der Selbstkosten mit mir zu teilen. Das war meine Entscheidung und darum kann ich das Buch nun nicht mehr umsonst verteilen. Du kannst es dir aber immer noch in einer Bib ausleihen, so es denn angeschafft wurde.

Ein Buch muss aber eben nicht unbedingt von dir das Prädikat "will ich mehrmals lesen" bekommen, damit es Geld wert ist. Ich besitze 100e von Büchern, ohne sagen zu können, dass ich mehr als 2 oder drei gerne mehrmals lesen würde. Ich habe sie, weil ich sie lesen wollte. Punkt.

Wenn in Fachbuch XY auf 10 von 400 Seiten das Thema Z wunderbar erklärt ist und als einziges für dich interessant ist, bedeutet das eben nicht, dass du das Buch darum für umsonst haben darfst oder es keinen Nutzen für dich hätte.

"Er sagt, wer seine Bücher kostenlos herunter lädt ruiniert nicht seine Existenz, denn seine Bücher sind gut genug das eine Empfehlung mehr! einbringt als Raubkopierer vors Gericht zu zerren und deren Existenz zu ruinieren."

-> Hey, die Bücher von dem Typen sind astrein. Du bekommst sie umsonst auf www.allesumsonst.de.

Was genau bringt ihm so eine Empfehlung, wenn weder du noch diejenigen, denen du es empfiehlst, es kaufen? Zukünftig mehr verkaufte Bücher? Was du beschreibst ist eine Werbe-Wette, nichts anderes. Es muss nicht funktionieren. Und du hast nicht das Recht, von jedem so eine Werbe-Wette zu verlangen.

Und wenn ein Autor sein Werk nicht umsonst verteilen will und du es trotzdem umsonst in deinen Besitz bringst (!=ausleihen), dann bist du im Unrecht. Nur weil es für einen oder mehrere Gaimans funktioniert hat, hast du jetzt keine allgemeingültige Rechtfertigung für Kopien jeglicher Art.

Zudem war Kernpunkt meiner Aussage, dass es ganze Bereiche von Büchern gibt, bei denen so was nicht funktionieren wird. Darüber hinaus gibt es Bibliotheken, du hast also die Wahl es sogar auf dem legalen Wege zu leihen. Auch meine gesamte Argumentation, warum die Formel "eine Kopie ist ungleich einem verlorenen Umsatz" eben nicht zu 100% zieht, hast du komplett aussen vor gelassen. Es gibt da eben mehr als "Käufer, die sowieso kaufen" und "Kopierer, die sowieso nie kaufen würden". Es gibt noch die große Masse derjenigen, die "kaufen, wenn sie es nicht legal für umsonst bekommen können". Ob du für etwas zahlst, was jemand anderes zum Verkauf gemacht hat (und ob du es in deinen besitz bringst), bestimmst du. Ob du es nimmst und auch dafür bezahlst - das bestimmst eben nicht du. Wenn du es tust, handelst du illegal. Es ist nicht an dir, anhand von irgendwelchen nur für dich allein geltenden Wertschätzungsmodellen zu entscheiden, was du bezahlen musst. Du kannst verzichten oder konsumieren. Wenn es Dinge für umsonst gibt -> sehr gerne. Ansonsten kaufen oder nicht kaufen. Ist das denn so schwer?

Anonymous' (unregistriert) 11. Februar 2011 - 15:11 #

nun, ich will aber keine schlechte Kopie von allesumsonst.de die ich auf dem Bildschirm lesen muss, ich will auch keine fotokopierten Blätter die lose rumfliegen, und auch keine Abschrift in krickeliger Handschrift, sondern ein Buch das ich in die Hand nehmen kann, durchblättern und das ich im Regal wieder finde und immer wieder zur Hand nehmen kann. Ohne den Rechner anzumachen, ohne den eReader aufzuladen. Dafür zahle ich dann auch gern wenn der Preis mir angemessen erscheint, genauso wie meine Freunde das auch tun.

"Was genau bringt ihm so eine Empfehlung, wenn weder du noch diejenigen, denen du es empfiehlst, es kaufen?"
was hat so eine Empfehlung denn George Lucas, dem F.C. Bayern oder J.K.Rowling gebracht? Ohne Empfehlung wären ihre Bücher nur über einen wunderlichen kleinen Knirps mit allmachtsfantasien und haarsträubenden Abenteuern die über den ersten Band nicht hinausgekommen wären. Ohne Empfehlungen kein Hype, ohne Hype kein Erfolg.

Eine Werbe-Wette die nicht funktioniert ist ein Buch das sich nicht verkauft. Es spricht seine Leser nicht an oder erreicht nicht zum passenden Zeitpunkt die passende Zielgruppe.

""Und wenn ein Autor sein Werk nicht umsonst verteilen will und du es trotzdem umsonst in deinen Besitz bringst (!=ausleihen), dann bist du im Unrecht.""
Nein, aber sowas von nicht. Seit wann ist ausleihen unrecht? Wenn ich mir eine Schaufel vom Nachbarn ausleihe ist das unrecht? Das ist dann genauso wenig unrecht wenn mir jemand ein Buch verleiht oder wenn ich mir ein Buch aus der Bibliothek leihe. Wenn der Autor seine Ideen nicht teilen will soll er sie nicht veröffentlichen, wenn er sie veröffentlicht darf er gerne darauf bestehen sie zu verkaufen, aber ob ich mein Buch einem Freund ausleihe oder meinen Kindern vorlesen darf (oder nicht wenn ich nicht für jedes Kind ein extra Buch gekauft habe) hat der nicht mehr zu bestimmen.

""Nur weil es für einen oder mehrere Gaimans funktioniert hat, hast du jetzt keine allgemeingültige Rechtfertigung für Kopien jeglicher Art.""
er sagt auch nicht dass das Uhrheberrecht abgeschafft werden soll, oder? Er sagt jeder kann es mal versuchen und sehen ob er auch so einen Erfolg hat. Natürlich muss derjenige vom eigenen Wert überzeugt sein. Viele werden das nicht sein, ihre spezielle Kundschaft wird keinen Enthusiamus zeigen oder dem Werk keinen besonderen Wert (sondern vielleicht nur Notwendigkeit) bemeissen. Solche lassen das dann wohl besser.

""..Kernpunkt.. dass es ganze Bereiche von Büchern gibt, bei denen so was nicht funktionieren wird.""
Das ist offensichtlich. Ist für diese Werke allerdings der Preis auch angemessen, oder ergibt sich der Preis eher aus Notwendigkeit anstatt aus Qualität?

""gibt es Bibliotheken, du hast also die Wahl es sogar auf dem legalen Wege zu leihen""
stimmt, nach einigen Verlagen sollten diese aber wohl abgeschafft werden weil dadurch weniger Bücher verkauft werden?

"Wenn du es tust, handelst du illegal."
da nicht alles illegal ist was Verleger gerne hätten habe ich das Thema für mich ausgespart. Ich kaufe was ich haben will und kopiere es nicht. Oft genug darf ich deshalb auf Dinge verzichtet, zum einen weil ich meine Rechte nicht beim Verleger abgeben will wenn haarsträubende Nutzungsbedingungen oder Registrierungen verlangt werden, zum anderen weil Preise dem gelieferten Produkt einfach nicht mehr angemessen sind. Die Umsatzeinbußen dafür werden sicher auch auf Raubkopierer geschoben, aber ich kaufe kein ganzes Album wenn nur 2 Lieder darauf gut sind, und ich kaufe die 2 Lieder nicht einzeln wenn sie dafür auf ewig an ein einzelnes Gerät gebunden sind.

Wer illegal Kopien benutzt ohne den Autor zu entschädigen braucht sich nicht wundern wenn es keine Fortsetzung von dem so geliebten Produkt gibt, ganz klar. Das es für Gebrauchstexte andere Regeln gibt ist auch klar, auch da sollte man sich aber nicht wundern wenn niemand kauft weil die Preise absolut übertrieben sind, nur weil der eine oder andere Autor sich eine Monopol/Sonderstellung oder besondere Expertise herausnimmt.

""Du kannst verzichten oder konsumieren. Wenn es Dinge für umsonst gibt -> sehr gerne. Ansonsten kaufen oder nicht kaufen. Ist das denn so schwer?""
Nein, da stimme ich zu. Ändert allerdings nichts an Gaimans Aussage.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 15:45 #

Ich glaube wir sind da gar nicht so verschieden. Ich finde nur, dass Gaimans Aussage nicht als Rechtfertigung für Kopien jeglicher Art herhalten darf. Tut sie ja auch (für dich) nicht. Du bezahlst Sachen, die du haben willst. Oder du verzichtest. Für viele gilt das aber nicht. Verzicht ist ein Konzept, was bei digital vervielfältigbaren Dingen für unglaublich viele Menschen unvorstellbar ist. Die Logik "ich kurbele mit meiner Kopie den Absatz an" muss viel zu oft für Dinge herhalten, die derjenige sonst gekauft hätte. Eben weil er unbedingt das neueste COD spielen muss. Ich warte beispielsweise meist einfach ein Jahr und bekomme Spiele dann für die Hälfte. Auch das können viele nicht und erfinden die tollsten Rechtfertigungen dafür, warum sie kein Geld bezahlen wollen.

Insgesamt stimme ich dir im Großteil deiner Punkte zu. Wer es wie Gaiman machen kann und will, soll es gerne tun. Aber wer es anders tut, aus welchen Gründen auch immer, darf das eben auch mit gutem Gewissen.

Was das Ausleihen angeht haben wir uns Missverstanden: Natürlich ist das legal. Der Satz "Und wenn ein Autor sein Werk nicht umsonst verteilen will und du es trotzdem umsonst in deinen Besitz bringst (!=ausleihen), dann bist du im Unrecht." ist anders zu verstehen. "!=" soll bedeuten "ist ungleich". Also wenn du etwas in deinen Besitz bringst, ohne den verlangten Preis zu bezahlen, ist das illegal. "Ausleihen" ist für mich ungleich "in Besitz bringen".

bam 15 Kenner - 2757 - 11. Februar 2011 - 13:46 #

Ich denke bei der Frage wie sich Piraterie auf Verkäufe auswirkt muss man differenzieren. Zum einen muss man die Auswirkungen global betrachten und einmal auf das einzelne Produkt bezogen.

Piraterie kann klar negative Auswirkungen auf ein einzelnes Produkt haben. Landet es vor Veröffentlichung im Netz, oder bei Veröffentlichung, dann wird sicherlich ein Teil der Interessenten eben die kostenlose, illegale Methode bevorzugen. Der Vertriebsweg ist nunmal einfacher, man muss nicht lange nach dem gewünschten Titel suchen und qualitativ gibt es nunmal keine Unterschiede. (Spiele sind hier dank Multiplayer-Modi/Features noch am ehesten gewappnet)

Betrachtet man das aber global, dann kann man nur schwer einen negativen Effekt von Piraterie ausfindig machen. Es gibt einfach keine Zahlen die belegen, dass die Industrie insgesamt durch Piraterie geschwächt wird. Hypothetische Zahlen ala Anzahl der illegal runtergeladenen Titel = Entgangener Verlust entbehren jeder Grundlage.
Menschen wenden nunmal ein gewisses Budget für gewisse Aktivitäten auf, lädt man das eine Produkt runter, kauft man das andere; aber man gibt niemals mehr Geld für etwas aus als man Geld hat.

Genauso kann Piraterie eben wie hier erwähnte positive Auswirkungen haben. Im Berreich der Spiele wären das z.B. auch potentiell höheren Absatz der Hardware. Ein Medium kann sich nunmal nur so stark verbreiten wie es die Plattform zulässt. Auch für illegale Musik braucht man Abspielgeräte und genau hier könnten dann auch Musikvertreiber investieren. Die Unterhaltungsindustrie als solche kann durch Piraterie eben auch wachsen.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 14:01 #

Der Knackpunkt liegt hier darin das eine Kopie dieselbe Qualität aufweist wie das bezahlte Spiel. Wäre das anders, würde sich ein rechtmässig erworbenes Spiel qualitativ von einer Kopie unterscheiden, wäre das ganze Problem müßig.

Nimm als Vergleich eine Wolfskin Jacke. Wäre die chinesische Kopie so schlecht verarbeitet, die Farben unansehlich, die Textur unangenehm und das Teil nach 2 Monaten ausgefranst würde jeder der ein Plagiat trägt zum Gespött. Deshalb müssen auch Kopien eine mindestqualität erreichen. Ist natürlich die Qualität des Originals unverhältnismässig größer ist der Aufwand der Kopie ebenso erhöht.

Für Videospiele müsste das bedeuten, das sich bezahlte Kopien qualitativ enorm von kostenlosen Kopien unterscheiden. Den Aufwand machen sich aber die wenigsten Spielehersteller. Die erzeugen eine Packung die identisch mit der unbezahlten Kopie ist, dabei müsste die Grundversion "schlechter" und die bezahlte Version sehr viel besser sein.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 15:47 #

Das Konzept gibt es bereits und nennt sich "Demo". ;-)

Aber kein Kopierer ist zufrieden damit, eine Demo immer und immer wieder umsonst zu spielen. Eben weil sie eingeschränkt ist.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 16:53 #

Ja, und wer die Demo so gut findet das er mehr will soll dafür zahlen. Wer überzeugt vom Produkt ist soll auch kaufen. Da gelten keine Ausreden von wegen "ich hätte es ansonsten sowieso nicht gekauft".

Viele Hersteller bringen aber keine Demo mehr raus weil Spieler einen negativen Eindruck erhalten könnten und dann doch nicht kaufen. Oder verhindern den Weiterverkauf durch Bindung an Konten wenn das Produkt doch nicht hällt was es verspricht. Die Hersteller profitieren vom Hype, und auch von kopierten Spielen. Beispiel Blizzard mit Starcraft2 und überschwemmung: Wer es ausprobieren will muss das Spiel /alle Expansions komplett kaufen und an einen Account binden. Anders gehts nicht. Die Vorinvestition bindet die Kunden weiter. Sc2 lieferte nach 6 Monaten eine Demo, in der Hypezeit wurde jeder nicht Gebundene von den Aktivitäten seiner Freunde ausgeschlossen, was den Verzicht für viele enorm dramatisiert hat.

Es ist kein Wunder wenn sich Spieler dadurch verarscht fühlen und es durch illegale Versionen ausprobieren und sogar dann hauptsächlich nutzen. Das machen andere Firmen genau so, bauen Druck auf der für bestimmte Altersklassen größer ist als für beispielsweise dich und mich. Da spielen Gruppen- und Modezwänge mit einen Grund, je höher die Verbreitung desto höher der Druck. Ein Druck von dem der Herrsteller profitiert, über dessen Konsequenzen er sich dann aber auf der anderen Seite beschwert.

Es kann aber nicht sein das Spieler ihre Rechte abgeben müssen weil der Hersteller den Hals nicht voll bekommt. Auf der anderen Seite bleibt es aber unmoralisch wenn der Großteil der Spielerschaft kopiert weil sie es kann. Nur machen uns das die selben Firmen, und Bänker, Politiker etc ja immer wieder vor.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10783 - 11. Februar 2011 - 20:31 #

Ich finde den Verzicht auf Demos auch verkehrt. Es ist aber heute ja so: Man muss nicht mehr ständig neue Grafikkarten und CPU und RAM kaufen, weil die technischen Innovationen von früher auf hohem Level stagnieren. Da bei den Spielen jetzt konzeptuell in Sachen Innovation eigentlich kaum noch etwas passiert und die Dinge höchstens noch vereinfacht werden, gleichen sich viele Spiele sowieso. Das wird durch das Ausschlachten von Marken für Fortsetzungen noch dramatisch verschärft. Für viele Spiele macht eine Demo darum nur noch für wenige komplett neue Spieler einen Sinn.

Ich für meinen Teil würde mir jetzt Innovationen und Verbesserungen hinter den Kulissen wünschen. Die passieren aber leider kaum noch.

Es wäre übrigens vielleicht nicht verkehrt, wenn du dir zumindest einen Namen beim posten geben würdest, dann wüsste man, ob man mit demselben "anonymen" diskutiert, oder ob sich da ein anderer Anonymous dazwischen mischt. :-)

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 23:09 #

nächstes Mal vielleicht ;)

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2011 - 14:02 #

naja, der mann hat auch schon genug verdient.
von daher kann man solche behauptungen bald mal aufstellen.
bücher und insbesondere comics, sind auch ein ganz anderes thema als wie software (insbesondere spiele), weil andere zielgruppe.

ein comic in den händen zu halten oder nur als pdf am computer zu betrachten macht eben auch einen gro´ßen unterschied.
bei spielen fällt das so ziemlich weg, auch wenns leute gibt die spiele sammeln, sind die eher eine minderheit.

Klaus Ohlig 14 Komm-Experte - 2200 - 12. Februar 2011 - 20:38 #

Abschließend (die Diskussion ist ja anscheinend durch) mein Senf dazu: Neil Gaiman ist mir natürlich ein Begriff, und ich habe einige seiner Werke im Regal stehen. Als einen meiner Lieblingsautoren würde ich ihn zwar nicht bezeichnen, aber guten Lesestoff bietet er allemal. Außerdem sind sowohl sein Schaffen als auch seine Person durchaus... relevant, hip, und für manch anderen Künstler vorbildlich.

Kostenlos, uneingeschränkt & unverbindlich in Bücher, Filme, Alben oder Spiele reinschnuppern zu können - kurz gesagt in alles, was sich (auch) in rein digitaler Form verbreiten läßt - halte ich grundsätzlich für eine feine Sache. Wenn man dabei etwas entdeckt, da einen anspricht und begeistert, sollte man aber natürlich auch gewillt sein, dass 'echte' Produkt zu erwerben und dem Schöpfer (sowie Publisher/Plattenfirma) seine Anerkennung auch finanziell zukommen zu lassen. Es ist schließlich ein schönes Gefühl, etwas Bedeutsames nicht nur konsumiert zu haben, sondern zu besitzen.

Darunter verstehe ich aber auch einen gewissen Mehrwert zur rein digitalen Fassung: ich möchte gern was in der Hand haben, möglichst auch was liebevoll aufgemachtes. Und hier wird es leider gerade im Bereich der Computer- und Videospiele oft sehr schwammig, da sich Original und Kopie oft nur durch einen Registrierungscode voneinander unterscheiden.

Ich liebe Hardcover-Romane und Vinyl-Schallplatten, Film-Editionen wie die Extended DVD Edition vom Herrn der Ringe, und Spiele in Schachteln voller Handbücher, Karten und Goodies. Vielleicht bin ich da extrem Oldschool, aber: ich habe noch keinen Besucher gehabt, der allein vom Directory meiner Festplatte beeindruckt gewesen wäre... ;-) Und mir persönlich liegt diese 'Hardware' halt auch am Herzen: z.B. 'Wasteland' für den C64, Verpackung ähnlich einer Vinyl-Single mit Klappcover... selbst wenn ich das in diesem Leben nicht mehr anfassen sollte, freue ich mich immer wieder darüber, es im Regal stehen zu haben.

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