Pfeiffer: Computerspiele allein machen keine Amokläufer

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17. Januar 2011 - 14:38

Der niedersächsische Kriminologe Professor Dr. Christian Pfeiffer dürfte vielen Videospielern ein Begriff sein, da er sich stets sehr kritisch mit Medien und ihren Auswirkungen bei deren Nutzern auseinandergesetzt hat. Vor allem mit dem Aufruf an die Politik, Videospiele wie GTA, Der Pate oder Counterstrike zu verbieten oder zu indizieren, hat er sich einen Namen gemacht.

Für die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte sprach er, zusammen mit Professor Stefan Aufenanger und unter der Moderation des Journalisten Christian Stöcker, über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Im Gespräch distanziert sich Pfeiffer von der These, dass Computerspiele alleine die Ursache von Amokläufen seien:

Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat. So jemand hat im realen Leben solchen Hass auf bestimmte Menschengruppen entwickelt, die er für das eigene Scheitern verantwortlich macht, dass dann irgendwann ein "Tag der Rache" kommt.

Vielmehr sieht er Computerspiele als einen Verstärkungsfaktor:

Das Spielen von gewalthaltigen Spielen erhöht bei Gefährdeten, die ohnehin schon auf dem Weg Richtung Gewalt sind, das Risiko, dass sie tatsächlich gewalttätig werden. Es führt zu Empathieverlusten, es desensibilisiert, es erhöht das Risiko, das zeigen Längsschnittstudien. Es gibt einen eindeutigen Verstärkungseffekt.

Einige weitere Themen des Gesprächs waren unter anderem der jugendliche Medienalltag, das Pro und Contra der frühkindlichen Mediennutzung sowie die Suchtgefahr von Computerspielen.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 13:11 #

Ja, so einen Verstärkungseffekt, wie es ihn wahrscheinlich auch bei brutalen Action-Filmen, Horrorfilmen, ähnlich gearteten Büchern oder auch einem entsprechenden sozialen Umfeld gibt.

Und nun?
Soziales Umfeld Marke "Ghetto" verbieten, Horrorfilme ins Ausland verbannen, Bücher verbrennen?

Schmuhf (unregistriert) 17. Januar 2011 - 16:45 #

Das wäre durchaus ein Anfang!

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 13:17 #

"Vielmehr sieht er Computerspiele als einen Verstärkungsfaktor:"

Gut erkannt Herr Prof. Dr.

Wenn sie jetzt noch merken, das Verbote da nichts bewirken
( soweit mir bekannt ist der Besitz Handel etc mit Waffen Sprengstoff und ähnlichem auch Verboten oder an strenge Auflagen gebunden )
sondern nur ungefährdeten Menschen
( ich behaupte mal frech das es sich hier um den grossteil handelt )
benachteiligt, könnte das hilfreich sein. Frühes erkennen solcher Gefährdeten Personen sollte gefördert werden, und entschärfen der Bomben nicht das verstecken des Zünders, gefunden wird er irgendwann eh.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10734 - 17. Januar 2011 - 13:21 #

Das ist die erste vernünftige Aussage, die ich von ihm lese. Er wird doch wohl nicht etwa die Fähigkeit, sich selber kritisch zu hinterfragen kombiniert mit der Fähigkeit, seine Meinung zu berichtigen wenn sie falsch ist, besitzen?!

Denn dann würde Computerspiele ja nicht mehr so wahnsinnig viel von Filmen unterscheiden. Allenfalls der aktive Part bliebe noch als Argument. Ob das aber Verbote rechtfertigt, wo dann die eigentliche Ursache doch im Verhalten der Mitmenschen zu suchen ist, wäre diskussionwürdig.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 16:00 #

Naja, ich habe jetzt mal das ganze Interview gelesen. Wirklich besser geworden ist es nicht, eigentlich hat er das auch schon immer so gesagt.
Und dann auch wieder so Dinger wie das:
Er schreibt, die Jungen würden viel häufiger die Schule abbrechen und das wäre die Schuld der PC-Spiele, weil die alle süchtig sind. Ich sage: Stimmt nicht primär, das größte Problem daran ist, dass Schule in unserer heutigen Form auf Mädchen ausgelegt ist, nicht auf Jungs. Stillsitzen, zuhören, brav sein - so sind Jungs eben nicht. Aber Madame Schmidt, die neue Lehrerin, steht voll auf still sitzen. Die Schule ist einfach nicht dafür gemacht, diese Art von emotionaler Entwicklung, die typisch für Jungs ist, zu unterstützen. Stattdessen müssen Jungs dann ihre Kreativität an Mobbingopfern auslassen - traurig aber wahr.

Das sind immer diese monokausalen Darstellungen von ihm, die einfach nicht passen.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8033 - 17. Januar 2011 - 16:44 #

Das ist Witzig - letztens durfte ich bei der Einschulung meines Neffens dabei sein, so mit Aufführung und so. Überall rannten Frauen zwischen den Kids umher, also schnappte ich mir mal eine Lehrerin und fragte: "Wieviele Männliche Lehrer gibt es hier eigentlich?" - "Von den 25? Einer, aber das ist eigentlich der Rektor."

Nichts gegen Frauenpower, aber ich kann da auch einen Zusammenhang erkennen bezogen auf einen Abbruch (Boys VS Girls). Nunja, sehen wir es Positiv: Den Mädels gehts besser - auch wenn am Ende immer noch die Männer die Zügel in der Hand haben (ohne Bewertung hier).

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 18:34 #

Die Entwicklung gibt es ja seit einiger Zeit. Und verwundert es da, wenn die Jungs nicht in der Schule zurecht kommen?
Da muss man sich doch nur mal das Dilemma mit den Videospielen ansehen und man bekommt eine prima Antwort, gerade z.B. in dem DeadSpace2-Werbevideo. Sowas finden viele Frauen einfach nicht gut. Männer schon. (Gibt natürlich Ausnahmen, aber das ist nun mal "typisch")

Und das sieht auf dem Schulhof genauso aus - oder im Kindergarten erst. Während meines FSJ war ich eine Weile im Kindergarten aktiv, da haben die Kindergärtnerinnen (Männer gab es abgesehen von mir keine dort) den Jungs natürlich verboten, auch nur in irgendeiner Weise Krieg zu spielen, mit den Händen Pistolen zu formen, wild umherzurufen oder zu rennen. Die Mädels waren dafür natürlich immer brav.
Da muss man sich wirklich nicht wundern, wenn die Jungs "auf den ganzen Scheiß" irgendwann "keinen Bock" mehr haben oder sich einfach nicht gut aufgehoben fühlen dort.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 17. Januar 2011 - 20:12 #

Männer haben in solchen Berufen mittlerweile auch das große Problem, dass sie sehr schnell wegen Kindesmissbrauch in der Kritik stehen. Da wurden schon die besten Pädagogen von panischen Muttertieren vor den Kadi gezerrt, weil er der Tochter eine Geschichte vorgelesen hat. Der Wahn, alle Männer wären pädophile Schweine, ist grauenvoll. Ich werden oft genug dumm angeschaut, wenn ich in der Straßenbahn meinen Sohn auf meinen Beinen sitzen lasse weil nur ein Platz frei ist. "Der ist bestimmt so'n Kinderschänder, schauen sie mal, jetzt lacht er das arme Kind auch noch an!" - vor einiger Zeit mal gehört, als ich mit meinem Sohn auf dem Spielplatz war. Peinlich.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 20:31 #

Peinlich eigentlich eher für den, der das gesagt hat. Hat er/ sie wahrscheinlich nur nicht bemerkt..
...
Was heutzutage so alles auf unseren Straßen herumläuft. Kann mir vorstellen, dass das alles andere als angenehm ist. :/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29502 - 17. Januar 2011 - 20:52 #

Du ahnst nicht, wie aufgescheucht einige Mütter sind. Als Daddy sein Kind vom KiGa abholen wäre laut denen Straftatbestand. Da wird sich gegen männliche Praktikanten im Kindergarten ausgesprochen, aus Angst vor Kinderschändern. Und dann wundert man sich..

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 17. Januar 2011 - 13:23 #

Klasse, Pfeiffer bewegt sich in die richtige Richtung und lernt schnell und viel dazu. Die vielfältigen Studien seines Instituts kann ich nur begrüßen. Witzig sind aber auch die kleinen Spitzen von Herr Aufenenager, den ich sehr schätze. Bitte unbedingt auch die Quelle lesen. Es lohnt sich.

vetterka 12 Trollwächter - 882 - 17. Januar 2011 - 13:45 #

MMOs will er trotzdem ab 18: Wegen dem Suchtpotential.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 14:07 #

Und das finde ich auch sehr berechtigt, gerade dieser F2P Markt geht gezielt auf Jugendliche ( Ingamewährung für SMS ) ähnlich dem Jamba Abo Mist.

Jedoch sind diese Games eigentlich nach AGB´s schon alle ab 18, aber das juckt weder die Jugendlichen, noch die Betreiber. Selbst Siedler Online z.b. ist ab 18 laut AGB´s nur gibt es dort keinen USK Sticker der darauf Hinweist.

Es sollte ja eine JMStV Reform kommen, aber glaube die ist erst mal gescheitert.

http://spielerecht.de/category/legal-know-how/jugendschutz/

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 17. Januar 2011 - 14:15 #

Das war keine Reform, sondern ein unüberlegtes Diktat.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73389 - 17. Januar 2011 - 14:40 #

Wäre gewiß nicht verkehrt. Schlecht ist sein Vorschlag daher nicht.

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 15:25 #

Weil WoW, Warhammer und wie sie nicht alle heißen ja viel süchtiger machen als Tetris, Minecraft oder Counter-Strike, stimmts?

Sorry, aber das is Blödsinn. Sucht ist kein Faktor, den man an irgendeiner Altersgrenze festmachen könnte. Ich kenne Menschen aus meinem Freundeskreis, die denken nur noch an WoW, pausenlos. Ich kenne aber auch welche, die haben es gespielt und irgendwann aufgehört, welche die es von Anfang an langweilig fanden und ignoriert haben und dann gibt es da noch mich, der WoW dann und wann intensiv zockt und nach 3 Monaten die Lust verliert.

Alles Menschen über 18.

Das fatale bei Suchtmitteln ist, dass sie von Mensch zu Mensch unterschiedlich wirken. Der eine ist "Party-Raucher", sein Kumpel wurde nach dem ersten Zug süchtig. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, dass Spielmechanik XY suchtfördernd ist, da es immer in Kombination mit dem Empfinden des jeweiligen Spielers gesehen werden muss.

Die Forderung nach "Ab 18" ist für mich einfach nur scheinheilig. Die Alterskennzeichnung besagt doch, dass das Spiel nur für Menschen ab 18 Jahren erlaubt ist, weil jüngere Menschen mit dem Inhalt nicht klar kommen könnten, ihn nicht begreifen könnten. Wohlbemerkt: KÖNNTEN.

Sucht funktioniert aber nicht wie ein hoher Gewaltgrad. Das Gehirn analysiert Sucht nicht kategorisch. Sucht setzt an den niedrigsten Trieben an, die alles andere als "logisch" funktionieren. Ein wirklicher Süchtiger überlegt bei Konsum nicht "ach, das ist aber schlecht was ich hier jetzt mache." Er macht es, weil er muss. Weil er einem Zwang unterliegt.

Versteh mich nicht falsch. Ich habe nichts dagegen die Jugend vor Zeitintensiven spielen zu warnen, aber doch bitte nicht unter dem Deckmantel "Ab 18".

Wenn man die Jugend und deren Eltern vor den Gefahren warnen will, dann mit Aufdrucken die vor dem möglichen hohen Zeitaufwand warnen. "Zeitintensiv" o.ä.

Das blöde bei Spielen ist ja leider nur, dass man vor Release nicht sagen kann, wie "süchtig" so ein Spiel wirklich macht. Das zeigt sich nur durch Langzeitstudien. Von WoW hätte das 2005 auch keiner gedacht.

Und dann gibt es ja noch Spiele wie Plants vs. Zombies, Peggle oder Bejeweled. Auch Spiele, die ich den ganzen Tag zocken könnte bzw. meine Mutter den ganzen Tag spielt. Machen wir die jetzt auch ab 18? Wer entscheidet was süchtig macht? Du? Ich? Herr Pfeiffer? Die Regierung?

Sorry, aber der Schrei nach "MMOs müssen ab 18 werden!" ist genau so ein populistischer Aufschrei wie jener der Politiker "Killerspiele müssen verboten werden!" Hauptsache handeln ohne Sinn und Verstand.

Major_Panno 15 Kenner - 2933 - 17. Januar 2011 - 15:34 #

Schön ausgeführt, genau das ist das Problem der Sucht. Und das lässt sich nur durch anerzogene Vernunft und Aufklärung dämmen, und nicht durch "ab 18"-Aufkleber oder Verbote.
Ich stimme dir voll und ganz zu.

Leider sind "ab 18"-Aufkleber und Verbote aber leichter durchzusetzen, als eine vernünftige Erziehung oder eine wirksame Medienpädagogik...

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 15:45 #

Ein "ab 18" Aufkleber würde die Eltern aber in die Position bringen, sich auch dafür zu interessieren. Wenn der Junge ankommt und fragt "Mama, kannst du mir dieses Spiel kaufen?" dann fragt die Mama "warum kaufst du das nicht selbst?" "ja, das ist ab 18!" - das wird ja wohl bei jedem engagierten Elternteil dazu führen, sich darüber zu informieren.
Wenn da einfach "ab 12" drauf steht, werden die Eltern überhaupt nicht darauf hingewiesen, dass entsprechende Spiele großes Suchtpotential entwickeln können.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 15:56 #

Ab 18 bedeutet ja nicht direkt Verboten für unter 18. Es ist erst mal eine Empfehlung. Eltern neigen doch dazu bei Spielen ab 12 und 16 diese einfach den Kindern zu geben und zu denken da kann ja nix passieren. Diese lustigen Aufkleber scheinen für viele Erziehung zu ersetzen. Und wenn dem so ist muss leider alles ab 18 sein, damit Eltern in die Situation kommen mit ihren Kindern darüber Diskutieren zu müssen.

"Gibt es behördliche Konsequenzen für Eltern, die sich nicht an die Altersangaben halten?"

"Nein, der Staat regelt nicht, wie welche Medieninhalte Eltern zu Hause ihren Kindern zugänglich machen. Das ist und bleibt Recht und Verantwortung der Eltern."

Quelle: USK

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 19:21 #

Das meine ich ja: Wenn "ab 18" drauf steht und die Eltern die Spiele für Kinder kaufen, werden verantwortungsbewusste Eltern nachhaken und sich fragen "warum ist denn das ab 18?"
Wenn "ab 12" drauf steht, ist das für einen 16-Jährigen wohl ohne Bedenken zu empfehlen. Oder etwa doch nicht?

Wenn den Eltern das sowieso egal ist, kann man so oder so nichts tun.

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 18:58 #

Engagierte Eltern überwachen das Konsumverhalten ihrer Kinder. Sollte also ein unter 18 Jähriger WoW spielen und dazu neigen "süchtig" zu werden, werden die Eltern da schon rechtzeitig eingreifen.

Nicht-engagierte Eltern widerrum interessieren sich nicht die Bohne für irgendwelche USK Aufkleber. Egal ob da 12, 16, 18 oder 433 drauf steht. Wieso spielen denn so viele junge Menschen Team Fortress 2, Call of Duty, GTA und Co.?

Und ich stelle hier einfach mal die These in den Raum, dass die Gewalt in Videospielen einen deutlich höheren Stellenwert bei Eltern besitzt als die Suchtgefahr. Wenn sich Eltern also schon nicht dafür interessieren, wie viel Gewalt ihre Sprösslinge konsumieren, wieso sollte es sie interessieren, wie hoch das Suchtpotenzial ist?

Engagierte Eltern beschäftigen sich mit dem Thema, recherchieren im Internet und gucken dem Kind beim spielen über die Schulter bzw. mal ins Zimmer.

Darüber hinaus sagt "ab 18" rein gar nichts über ein eventuelles Suchtpotenzial aus. In den Köpfen der westeuropäischen -- und speziell deutschen -- Kultur hat sich "ab 18 = viel Gewalt" verankert. Wie viel Zeit ich in einem Spiel letztendlich verbringe, zeigt sich immer erst dann, wenn ich sehe wie viel Spaß ich mit dem Spiel habe.

Darum sage ich ja, dass für diesen Hinweis eine extra Anmerkung auf die Verpackung gehört der explizit auf die mögliche Zeitbeanspruchung hinweist.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 19:18 #

"Engagierte Eltern überwachen das Konsumverhalten ihrer Kinder."
Dazu müsste man erst mal erreichen, dass die Eltern um die Gefahr wissen. Und wie erreicht man das? Richtig, mit dem "ab 18"-Stempel, der per Definition die Eltern in die Verantwortung ruft, weil SIE dann ganz bewusst entscheiden müssen.

Und wie gesagt, bei desinteressierten Eltern kann man so oder so nichts tun ;)

Von mir aus kann man auch gerne noch eine zweite, parallel-laufende USK-Einstufung nach Suchtgefahr einbauen und da entsprechende Aufkleber aufpappen, das kann man aber auch direkt mit dem "ab 18"-Stempel lösen. Nur, weil es sich jetzt so verbreitet hat, dass er Gewalt bedeutet (tut er ja auch), bedeutet das ja nicht, dass das nicht zu ändern ist.

bersi (unregistriert) 18. Januar 2011 - 1:06 #

Wenn engagierte Eltern nach deinem Verständnis nur dann zur Tat schreiten, sobald ein bunter Aufkleber es ihnen aufzwingt, bitte.

Meiner Definition von engagierten Eltern nach, überwachen die Eltern bis zur Volljährigkeit das Konsumverhalten der Kinder, unabhängig von irgendwelchen Aufklebern. Das ist -- Schreck lass nach -- ihre verdammte Aufgabe.

"Von mir aus kann man auch gerne noch eine zweite, parallel-laufende USK-Einstufung nach Suchtgefahr einbauen und da entsprechende Aufkleber aufpappen, das kann man aber auch direkt mit dem "ab 18"-Stempel lösen. Nur, weil es sich jetzt so verbreitet hat, dass er Gewalt bedeutet (tut er ja auch), bedeutet das ja nicht, dass das nicht zu ändern ist."
-> Peggle ab 18, herrliche Vorstellung :)

Das Problem an deiner Theorie ist: Gewalt und Sex sind Faktoren, die man eindeutig bennen kann. Die USK kann z.B. sagen "In dem Spiel werden Körperteile abgetrennt, das kann für Kinder verstöhrend sein, darum bekommt das Spiel keine Jugendfreigabe." Hier ist klar definiert wieso und weshalb das Spiel nur in Kinderhände gehört.

Die USK kann aber nicht sagen "Raids in WoW sind zeitintensiv, das führt zu einer definitiven Sucht, darum keine Jugendfreigabe."

Sucht funktioniert einfach nicht nach irgendwelchen Regeln. Spieler A findet die Raids und der Aufwand der dahinter steckt so klasse, dass er nichts anderes mehr tun will, während Spieler B gelangweilt davor sitzt und anschließend sein Abo kündigt.

Sicherlich, nicht jeder 12 Jährige reagiert gleichermaßen auf abgetrennte Körperteile. Gewalt ist aber eine Sache, der man eine grundlegende Richtung zuweisen kann, während Sucht quasi willkürlich um sich schlägt und der Chaostheorie folgt. Um das zu verstehen, muss man erstmal verstehen wie Suchtmittel funktionieren.

Eine Sucht wird immer dann ausgelöst, wenn Endorphine Glücksgefühle im Gehirn auslösen. Diese Endorphine erhalten wir über viele Dinge. Probleme die wir im Alltag meistern, eine tolle Leistung im Job, Nachwuchs bekommen, Liebe etc. Suchtmittel erzeugen diese Endorphine nur deutlich schneller und meist auch einfacher (oberflächlich gesehen). Eine Sucht ist quasi eine Autobahn zum Glück.

Man kann nur leider nicht benennen welche Gründe zu einer Sucht führen. Jedes Gehirn funktioniert anders. Jeder Mensch wird durch unterschiedliche Dinge glücklich. Deshalb ist es unmöglich zu sagen "Dieses Produkt macht süchtig und darf Kindern nicht zugänglich gemacht werden." weil diese Annahme komplett falsch ist. Das was Hans süchtig macht, macht Hänschen noch lange nicht süchtig.

Im Gegenzug kannst du aber sagen: Lass 10 Zwölfjährige Saw gucken und 9 von ihnen werden die nächsten 3 Wochen kein Auge zu tun.

Versteht man worauf ich hinaus will?

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 19. Januar 2011 - 3:04 #

Viele Eltern haben aber eben keine Ahnung von PC-Spielen. Und was sollen wir mit einer USk-Einstufung, auf die man sich als Eltern nicht auch darauf verlassen kann? Schließlich ist das doch vor allem auch eine Hilfe für die Eltern.

Und Suchtfaktoren kann man selbstverständlich auch genau analysieren. Belohnungssysteme, Zeitfaktoren, das ist alles ziemlich genau zu benennen. Raids gehören da gar nicht mal zum Hauptproblem beim Suchtfaktor, das sind eher "Erfolgs"-ähnliche Mechanismen, viele Belohnungen, tägliche Aufgaben, ... (Du hast ja gerade selbst beschrieben, wie das funktioniert) - natürlich kann man das feststellen. Es ist ja nicht so, dass Sucht zufällig auftritt, die folgt wie jede Krankheit bestimmten Mechanismen, die auch gar nicht so unbekannt sind.
Wir können nur nicht sagen, wer jetzt süchtig wird und wer nicht - genauso, wie wir nicht sagen können, wer ein Problem mit abgehackten Armen hat und wer nicht. Und, lassen wir deshalb die USK-Einstufungen weg? Nein, wir gehen im Jugendschutz davon aus, dass es darum geht, diejenigen zu schützen, die geschützt werden müssen und nicht davon, dass es ja die Mehrheit gut ab kann - denn die, die den Schutz nicht brauchen, können über die Eltern jederzeit entsprechende Produkte bekommen. Das würde sich hier nicht ändern. Nur müssten die Eltern hier ganz bewusst entscheiden, das Produkt zu kaufen - und würden damit auch mit der Nase darauf gestoßen "Dieses Produkt kann Probleme verursachen, ich sollte darauf achten" - bei einem "ab 12"-Spiel wird impliziert, das Spiel sei absolut geeignet für die jeweiligen Kinder und bietet keinerlei Gefährdungspotential. Das ist aber bei solchen Spielen alles andere als richtig, wenn es um Kinder geht, die ihre Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen haben und vielleicht auch in der Schule und/ oder auf sozialer Ebene Schwierigkeiten haben und entsprechend empfänglich für die Glücksspirale in solchen MMOs sind.

Ach, und noch was: Klar haben auch kleine Spiele wie Tetris und Co so ein Suchtpotential, allerdings sind die in der Regel weit weniger einnehmend, weil sie zum Einen auf Dauer meist sehr wenig Abwechslung bieten, auf der anderen Seite aber auch die Persönlichkeit nicht in eine andere Welt entführen. Das ist aber beim "Realitätsflucht"-Verhalten ein ganz wesentlicher Faktor, der ja gerade für die Sucht in jungen Jahren ganz wesentlich ist.

Das heißt: Natürlich ist Sucht an sich nicht vorhersagbar und es gibt sicher auch Leute, die werden Tetris-süchtig. oder Tennis-süchtig. Es gibt aber trotzdem einige Parameter, die empfindliche Menschen (und Kinder) besonders stark ansprechen.

Und "Saw" ist da kein wirklich geeignetes Beispiel, bei solchen Titeln geht es ja nicht nur darum, dass man solche Szenen vom "Albtraumfaktor" ab kann, sondern auch darum, dass man selbst als Person entscheiden kann, ob der Film für einen selbst geeignet ist. Ich würde solche Filme heute auch nicht gucken, obwohl ich längst volljährig bin - weil ich ganz genau weiß, dass ich wahrscheinlich trotzdem Albträume davon bekäme - und mir dessen auch bewusst bin, wenn ich ihn dann doch gucken sollte. Dieses Bewusstsein fehlt bei Kindern, sie können sich also noch nicht selbst davor schützen.
Wenn du nur den "Albtraumfaktor" anguckst, müsste der Film direkt beschlagnahmt werden :D
Außerdem ist Saw ziemlich extrem. Nimm "Dragon Age: Origins". Das ist hin und wieder brutal, sicher. Aber davon würden nicht 9 von 10 wochenlang Albträume bekommen - trotzdem ist es ab 18. Eben nicht, weil alle Kinder und Jugendlichen damit Probleme haben, sondern weil einige wenige damit dafür umso größere Probleme bekommen könnten.
Wie es also hier darum geht, einige Wenige vor Gewalt zu schützen, sollte es auch bei MMORPGs darum gehen, einige Wenige vor Sucht zu schützen - weil man absehen kann, dass einige hier Probleme haben werden.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 15:53 #

Mh, ich hatte gerade einen langen Kommentar dazu geschrieben, wollte dann abschicken und dann hat Firefox gezickt. Jetzt ist alles weg.
Nun bin ich frustriert und schreibe einfach nur noch ein "nein" :P

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 16:05 #

AutoSaveTextToCookie und Lazarus Alternativen ( Addon das Texteingaben speichert ) such ich auch :) Kennt da jemand eine die auch schon im FF4 geht?

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 15:00 #

Jop, das ist auch so ziemlich die einzige seiner vielen Forderungen, die Hand und Fuß hat :D

BlueNine (unregistriert) 17. Januar 2011 - 13:56 #

Pfeiffer bewegt sich in die richtige Richtung und MMOs ab 18 wegen dem Suchtpotential, ist auch nicht ganz verkehrt.

Ich hab so viele Leute in MMOs abdriften sehen, wie ich keinen gesehen hab der in Alkohol oder anderer Drogen abgedriftet ist.

General_Kolenga 15 Kenner - 2854 - 17. Januar 2011 - 14:11 #

Gegen das wire geplapper von früher ist das ja schon eine echte 360° Drehung- Glückwunsch, Herr Pfeiffer, sie sind auf dem richtigen Weg!

Anonymous (unregistriert) 17. Januar 2011 - 15:29 #

Also ist er nach einer kompletten Drehung wieder auf seinem ursprünglichen Standpunkt? ^^

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 15:34 #

http://wearefuntastic.net/imageserver/_oedakommanaen/img/xbox360why.jpg

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 17. Januar 2011 - 16:17 #

Geniale Konversation =D

Jupp... 360° = wieder beim Ausgangspunkt ^^

General_Kolenga 15 Kenner - 2854 - 17. Januar 2011 - 16:51 #

Ich muss mein Hirn auf dem Klo vergessen haben...ich meinte 180° >.>

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 19. Januar 2011 - 18:43 #

Das war eine 540°-Drehung!

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8033 - 17. Januar 2011 - 14:14 #

Das der Pfeifer auch Sätze aufeinander bekommt, wo man nicht gleich mit dem Kopf gegen die nächste Wand rechnen möchte - Klasse! Gibt mir ja Hoffnung, für die Menschheit und so.

Was das MMO's ab 18 angeht, find ich persönlich immer noch Plöd. Zumindest im Zusammenhang "Weil es Suchtgefahr erzeugt, durch Motivation". Ein Spiel muss/soll Spass machen und viel Spass kann einen auch "Süchtig" danach machen, wer wird auch schon Süchtig nach Müll runterbringen, macht ja keinen Spass. Die Regel, wir machen das was Spass macht ab 18 und das Langweilige/Nervige darf jeder Spielen, ist ... ohne Worte.

Es muss da ne andere Möglichkeit geben als mit dem Bannhammer oder "Ab 18" Siegel zu kommen. Das wäre sonst sehr Armselig... "Kriegen wir nicht in den Griff? Ab 18! Kennen wir uns nicht mit aus? Verboten! GESETZE, GESETZE, MACHT MEHR GESETZE!!11elf".

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 14:29 #

Wie gesagt Siedler Online ist auch ab 18, wegen der Mikrotransaktionen.

3.2 Teilnahmeberechtigt sind nur Personen, die entweder das 18. Lebensjahr vollendet oder deren gesetzliche Vertreter der Nutzung zugestimmt haben.

3.3 Mit der Anmeldung zur Teilnahme an Die Siedler Online versichern Sie Ihre Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit bzw. bei Minderjährigkeit das Vorliegen der Zustimmung Ihres gesetzlichen Vertreters. Wir sind berechtigt, jederzeit einen schriftlichen Nachweis Ihrer Volljährigkeit bzw. eine Zustimmungserklärung Ihres gesetzlichen Vertreters anzufordern.

Natürlich wäre es besser lustige Sachen nicht direkt wegen Suchtgefahr ab 18 zu machen, nur denke ich mal versucht man hierüber die Eltern in die Pflicht zu nehmen. Einfach durch den Zusatz "deren gesetzliche Vertreter der Nutzung zugestimmt haben." Aber in der Praxis hilft das leider wenig.

Red Dox 16 Übertalent - 4110 - 17. Januar 2011 - 14:24 #

Da sieht mans mal wieder, es mag 10 Jahre dauern aber selbst ein bornierter Sabbelkopp wie der kann tatäschlich noch begreifen das ein Videogame nicht 95% des Grundes für einen Amoklauf ausmacht.

DerDani 15 Kenner - P - 3681 - 17. Januar 2011 - 14:24 #

MMO's ab 18 würden dem LEGO-MMO ja (fast) die komplette Zielgruppe entziehen ^^.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 14:38 #

wenn jedes MMO so ein "Schutzsystem" wie Lego Universe hätte, bräuchte man wohl kaum Nachregeln :) Nur leider dürfte das einfach zu teuer sein für die meisten MMO´s

Zumal das bezahlen der Monatsgebühr schon eine große Gruppe der unter 18 jährigen daran hindert unkontrolliert ohne Kenntnis der Eltern zu Spielen.

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 15:33 #

Wer sagt denn, dass alle Kinder ohne Wissen der Eltern spielen (müssen)?

Wenn Eltern ihren Kindern WoW in einem geregelten Maß erlauben und für sie die Überweisung übernehmen/die Kosten zahlen und ein Auge auf das Spielverhalten des Kindes haben ist das doch ne total legitime Sache.

WoW ist ein tolles Beispiel für modernes Fantasy. Kinder lesen heutzutage doch so gut wie gar nicht mehr. In WoW müssen sie Questtexte lesen und erleben dabei noch spannende Geschichten.

Ob ich mit meinem Kind nun eine Stunde WoW am Tag spiele oder mit ihm zusammen auf Toggo.de surfe. Wichtig ist halt, dass alles in einem geregelten Maß abläuft und die Sache nicht aus dem Ruder läuft.

Aber auch in WoW kann man ohne Endgamecontent Spaß haben.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 17. Januar 2011 - 15:54 #

Die meisten eher jungen WoW-Spieler lesen in WoW wahrscheinlich höchstens den Handels-Chat, die Questtexte interessieren davon die wenigsten, behaupte ich jetzt mal... :)

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 18:38 #

Da magst du Recht haben. Ich bin jetzt mal vom Idealfall ausgegangen in dem ich als Elternteil mit meinem Kind am Computer sitze und er/sie munter durch Westfall questet.

Ich meine halt nur, dass es so sein kann. Die Regel wird es mit Sicherheit nicht sein, da hast du recht :)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8033 - 17. Januar 2011 - 16:50 #

Anders - Wenn jedes MMO so dicht wäre mit Regeln wie Lego, wären MMO's schon Ausgestorben oder zur reinen Clownsshow verkommen.

In meiner Jugend gabs ja noch keine MMO's, da musste man ja raus, auf die Strasse. Da waren keine Moderatoren und leute die mich Schritt auf Tritt überwachten. Komisch, ging alles. Maybe i'm one of the lucky few... ;)

Major_Panno 15 Kenner - 2933 - 17. Januar 2011 - 17:01 #

Ohja, da fällt mir grade ein aktuelles Beispiel ein:
Ich hab vor ein paar Wochen eine einwöchige Schulfreizeit betreut, und sagte den Kindern, dass sie nun für eine Stunde von 11-12 Uhr die Außenanlage besichtigen und benutzen dürfen. Es gab alles: Fußballplatz, Spielplatz, Sitzgelegenheiten, Rasen, Bälle, Straßenmalkreide,...
Doch anstatt sich zu freuen, meinten die Kinder geschlossen zu mir: "Wir gehen doch wohl ganz bestimmt nicht raus! Da draußen ist es schließlich kalt!"

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8033 - 17. Januar 2011 - 17:41 #

Haha, ja das ist gut. Ehrlich, wenn ich damals das Zeuch von Heute gehabt hätte, hätten mich auch keine 10 Pferde nach draussen gebracht. Ob das gut gewesen wäre? Ich denke mal, es wäre anders. Hat alles seine Licht- und Schattenseiten. ;)

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 17:52 #

Damit deutest du doch indirekt auf eine Sucht hin, die du selbst nicht hättest kontrollieren können oder ? ;)

10 Pferde wohl nicht, aber unterschätze nie die Mamis von damals :D
Heutige Mütter scheinen da doch eher dazu zu neigen Kinder mit Konsole ins Zimmer zu schicken um ruhe zu haben. Überforderung durch Arbeit meist bei alleinerziehenden wäre da so ein Beispiel. Aber das ganze Thema Mütter damals und heute sprengt dann den Rahmen hier :D

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8033 - 17. Januar 2011 - 20:04 #

Meine Mom damals hätte mir aber auch auf Offener Strasse eine Scheuern können und die Nachbarschaft hätte geklatscht, wenn ich es verdient habe. Heute steht 1-2-Fix der Staat vor deiner Tür. Was nicht heisst das ich Prügeln gut heisse - aber wenn man alles und jeden in Dauerwatte packt, das bringt auch nix. Schliesslich sind se irgendwann Alt genug die Nachrichten im TV zu sehen - und kommen sich auf ganzer Linie vereimert vor, weil da draussen Gewalt, Krieg, Mord anscheint auf der Tagesordnung steht.

Und ... nein, ich bin nicht Süchtig. Ich bin Zocker. Der da ist Sportler, der da Politiker, der da von Beruf Sohn. Ich bin Zocker.

Larnak 21 Motivator - P - 25539 - 18. Januar 2011 - 10:40 #

"Heutige Mütter scheinen da doch eher dazu zu neigen Kinder mit Konsole ins Zimmer zu schicken um ruhe zu haben. Überforderung durch Arbeit meist bei alleinerziehenden wäre da so ein Beispiel."

Und, kann man es ihnen verübeln? Das ist doch das Traurige: So viele Mütter haben gar keine andere Möglichkeit. Nach einem anstrengenden Tag inklusive um 6 aufstehen, Kinder kindergarten/schulfertig machen, zum Kindergarten/Schule bringen, sich selbst fertig machen, zur Arbeit, arbeiten, Mittag, Kind evtl. zur Ganztagsbetreuung bringen, Weiterarbeiten, Einkaufen, Sauber machen, Kind abholen, Essen machen, evtl. bei Hausaufgaben helfen - wer soll denn da noch in der Lage sein, sich wirklich herzlich mit seinem Kind zu beschäftigen? Und halbherzig, halb im Schlaf, bringt da auch nichts, da kann man wirklich genauso gut die Konsole benutzen.

Da muss man doch gar nicht erst den Rahmen sprengen, um das mal festzuhalten :D

Major_Panno 15 Kenner - 2933 - 17. Januar 2011 - 15:16 #

Was mich bei diesen Aussagen immer noch stört, ist die Tatsache, dass der Begriff "Computerspiele" hier mal wieder verallgemeinert wird. Es heißt ja sicher auch nicht, "Filme" verstärken Gewaltbereitschaft, oder "Bücher" lesen führt zu Realitätsverlust, nein, es werden dann immer wenigstens noch Genre oder einzelne Titel genannt.
Bei Spielen sind es immer "die Computerspiele", dabei werden dann auch Spiele wie Solitär, Super Mario Bros. oder Fußball Manager mit einbezogen. Und allein sowas geht mir persönlich auf den Senkel.
Wenn ich dann noch sehe, dass in den USA ein Spiel wie Fallout New Vegas sogar Werbeträger von ganzen TV-Shows ist und dieses Spiel in unseren Massenmedien gar nicht erst erwähnt wird, dann frag ich mich manchmal schon, in welchem Jahrhundert wir hier eigentlich leben...

pel.Z 16 Übertalent - 4852 - 17. Januar 2011 - 17:08 #

Also Super Mario Bros. erhöht bei mir die Gewaltbereitschaft extrem! Besonders gegenüber des Controllers... ;-)

wilco96 13 Koop-Gamer - 1582 - 17. Januar 2011 - 15:32 #

die Aussage von Pfeiffer ("Computerspiele allein machen keine Amokläufer erhöhen aber aber bei Gefährdeten das Risiko")
ist mitnichten neu. Er hat diese in den letzten Jahren viele Male geäußert. Interessant das dies weder der Autor der News noch die "Kommentatoren" mitbekommen haben.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 17. Januar 2011 - 16:20 #

Er hätte auch genauso gut sagen können:

"Man wird nicht Amokläufer, weil man Brot gegessen hat. So jemand hat im realen Leben solchen Hass auf bestimmte Menschengruppen entwickelt, die er für das eigene Scheitern verantwortlich macht, dass dann irgendwann ein "Tag der Rache" kommt."

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 18:41 #

Diese gemeinen Bäckereien. Locken einen mit Mehrkornbrot, dabei ist das genau so ungesund wie Weißbrot D:

REVENGE!

Anonymous (unregistriert) 17. Januar 2011 - 17:12 #

Mich machen Videospiele nicht aggressiv und sie
taugen auch nicht, um Aggressivität abzubauen, außer
ich spiele frustfrei auf unverwundbar.

Was mich aber aggressiv macht:

* Ein Action-Film im Kino mit einem unbesiegbaren Helden.
Lafontaine sprach in einem Interview ähnlich
über Western und drückte es wohl als "breitbeinig aus dem
Kino gehen" aus.

* Software-Fehler in beliebigen Programmen, die die Arbeit
von Stunden vernichten.
Wenn so eine Office-Anwendung die Arbeit von Stunden
vernichtet, dann könnte ich ... Argghhhhhh!

* Dumme Politik. Jüngstes Beispiel: eine Winterreifen-Pflicht
obwohl es keine Qualitätsstandards oder ordentliche
Definition von Winterreifen gibt. Bei so warmem Januarwetter
wie jetzt wären Sommerreifen sogar sicherer!

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 17. Januar 2011 - 17:28 #

Die Pflicht besteht aber nur darin, dein Auto den Gegebenheiten anzupassen.

"bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis oder Reifglätte" Lkw, Autos und Motorräder nur mit Winterreifen, Allwetterreifen und Pneus, die das M+S Symbol tragen, im Straßenverkehr bewegt werden"

Wenn es Heiligabend 30° im Schatten wäre darfst du also gerne mit Sommerreifen fahren, auch wenn es Winter ist ;)

Und zu den Symbolen gibt es ja auch Feste Regelungen, nur gibt es viele billigimporte die sich einfach die Zeichen draufdrucken

Die Experten der GTÜ raten deshalb auch bei Winterreifen aus Gründen der Sicherheit zum Kauf von Markenpneu. Dabei neben dem M+S-Symbol unbedingt auf das Schneeflockesymbol auf der Seitenwand des Reifens achten. Dieses Symbol dürfen nur Winterreifen tragen, die dem Industriestandard entsprechen und über besonders anspruchsvolle Fahreigenschaften auf Schnee und Eis verfügen.

vetterka 12 Trollwächter - 882 - 17. Januar 2011 - 17:52 #

Winterreifen sind von der Gummimischung her ab 10°C und weniger besser. Übrigens ist dein Versicherungssschutz evtl. schon schneller dahin, als es das Gesetz vorschreibt, Stichwort Profiltiefe und Fahrlässigkeit. btw Heute morgen musste ich schon wieder kratzen.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 17. Januar 2011 - 20:45 #

Wenn Du mal mit 500 Verkehrsunfällen im Jahr zu tun hättest, würdest Du nicht sowas sagen. Sommerreifen im Winter sind lebensgefährlich, und zwar für uns alle, wenn uns so ein Leichtsinniger mit 100 in den Gegenverkehr kracht.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73389 - 17. Januar 2011 - 20:54 #

Was die Sache mit den Winterreifen angeht, da hast du nicht - abgesehen vom Allgemeinwissen - in der Fahrschule sonderlich aufgepaßt, oder? Sonst würdest du nicht so einen Nonsens diesbezüglich von dir geben.

Anonymous (unregistriert) 17. Januar 2011 - 17:25 #

Für einen Moment hab ich geträumt es wär 2011, aber dann hat mich diese News versichert, dass es noch 2009 sein muss.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6526 - 17. Januar 2011 - 17:34 #

Es wird aber langsam. Von "Spiele = ULTRABÖSE!!!!" zu "Spiele = Können vorhandene Aggression und Hass verstärken". Nochmal zehn Jahre weiter und er akzeptiert Spiele. Wobei man sicherlich teilweise zustimmen muss, dass einige Gestalten durch Spiele und Filme ein Bild ausmalen - martialisch "cool" -, dass nicht unbedingt förderlich ist.

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 18:47 #

Naja, Spiele, die die von dir beschriebenen Charaktere beinhalten sind aber meistens auch mit einem entsprechenden Alterssiegel gekennzeichnet.

Wer mit 12 GTA 4 zockt, Nico Belic in den Himmel hebt und daraufhin alte Omas überfällt und auf ne schiefe Bahn gerät darf sich nicht wundern. Oder besser gesagt, die Eltern dürfen sich nicht wundern.

Das Problem ist nicht was in den Spielen steckt, sondern dass die Richtlinien nicht eingehalten werden.

Julian (unregistriert) 17. Januar 2011 - 18:58 #

Wie viel Geld für diese Erkenntnis verbraten wurde, möchte ich gar nicht wissen! Manchmal reicht auch der gesunde Menschenverstand...

bersi (unregistriert) 17. Januar 2011 - 19:02 #

Tja, wenn die Firma McKinsey da mitgewirkt hat...

http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY&t=1m40s

Jonas der Gamer 13 Koop-Gamer - 1550 - 17. Januar 2011 - 18:59 #

Wie ich letztens gesehen habe, hat Herr Pfeiffer auch mal behauptet, Ostdeutsche könnten sich aufgrund ihrer Erziehung nicht ins gesellschaftliche Leben des vereinten Deutschlands einfügen. Z.B. Weil die Kinder zusammen aufs Töpfchen gegangen sind und sowas. Seit dem nehme ich den noch weniger ernst.

Zur Information: Ich bin Westdeutscher, habe die DDR nicht mehr miterlebt, und finde diese Behauptung trotzdem dumm.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 17. Januar 2011 - 20:43 #

Ich wußte, daß diese news kommt, als ich das Interview gestern Nacht gesehen habe ;) und die Diskussion - in sachlicher Form - ist auch wichtig. Im Forum

http://www.gamersglobal.de/forum/31424/interview-prof-pfeiffer-wow-ab-18-aber-auch-differenziert-amoklaeufe-entstehen-nicht-dur

steht auch was, ist aber jetzt überholt durch diese news.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23260 - 17. Januar 2011 - 21:33 #

So lieb der Herr Pfeiffer auch daherkommt (er saß auch neben einem anderen Akademiker, da macht er sich nichts als lächerlich wenn er seine üblichen Gemeinplätze losläßt, die er scheinbar für ein Publikum von Eltern oder Politikern reserviert); harmlos ist da nichts: Richtet Eure Aufmerksamkeit doch mal auf die vorgeschlagene Änderung im USK-Prüfungsverfahren auf der letzten Seite. Ein Spiel soll zwingend zur BPjM (und zwar mit der Maßgabe, doch möglichst eine Indizierung zu erreichen!), wenn zwei von fünf Gutachtern dieser Ansicht sind? Es lebe die kleinste radikale Minderheit!

SocialHazard 14 Komm-Experte - 2258 - 17. Januar 2011 - 22:15 #

Mit dem ersten Teil des Zitates stimme ich total überein der Rest naja....

Sn1p3R_Tim 06 Bewerter - 74 - 18. Januar 2011 - 19:06 #

Er hat ja nur Recht

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