CES 2011: Neue Mobil-GPUs von AMD und NVidia

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Dennis Ziesecke 29504 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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6. Januar 2011 - 11:45 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Pünktlich zur aktuell in Las Vegas stattfindenden Unterhaltungselektronikmesse CES stellen AMD und NVidia neue Grafikchips für den mobilen Einsatz vor. Die Geforce 500M und HD6000M erweisen sich als eher konventionelle Nachfolger -- und im Falle einiger AMD-Modelle noch nicht einmal als das.

Geforce 500M -  Fermi reloaded

NVidia präsentiert fünf neue Mobil-GPUs auf Basis der aktuellen DirectX11-Technologie. Die Geforce GT 520M, GT 525M, GT 550M und GT 555M können von den Notbookherstellern wahlweise mit preiswertem GDDR3 oder leistungsfähigem GDDR5-RAM kombiniert werden. Gamer sollten also auf jeden Fall darauf achten, Modelle mit GDDR5 zu erwerben. Zur Ausgabe stereoskopischer 3D-Inhalte unterstützen die neuen Modelle HDMI 1.4a und NVidias hauseigene 3D-Shuttertechnik 3D-Vision. Anwendungen mit GPGPU-Support werden mittels OpenCL, DirectComputer oder NVidias CUDA beschleunigt. Spieler freuen sich über PhysX-Physiksupport, Multimedia-Anwender über die Beschleunigung von HD-Videoinhalten -- auf Wunsch auch in 3D. Dank NVidias Optimus-Technologie lassen sich auch die GT500M-GPUs bei geringer Grafiklast automatisch abschalten, so dass eine sparsamere integrierte Grafikeinheit, wie sie zum Beispiel Intels neue Sandy-Bridge-CPUs mitbringen, die weniger anspruchsvollen Arbeiten übernehmen kann. Der Grafiktreiber schaltet bei 3D-Anwendungen oder anderen GPU-beschleunigten Programmen automatisch die Geforce hinzu, der Anwender bekommt von diesem Vorgang nichts mit.

Nicht für PC-Spieler geeignet zeigt sich das kleinste Modell der Serie, der GT 520M. Nur 48 Shadereinheiten und eine mit 64 Bit zu knapp bemessene Speicheranbindung sorgen für niedrige Frameraten selbst bei weniger fordernden Spielen. Dank vollem Support für CUDA und HD-Videobeschleunigung mitsamt stereoskopischer Bildausgabe per HDMI1.4a bietet sich dieser Grafikchip zwar auf den ersten Blick für vergleichsweise preiswerte Multimedianotebooks an, bei genauerer Beobachtung des GPU-Marktes fällt aber auf, dass diese Funktionen mittlerweile auch von integrierten Grafikchips übermommen werden können. Intels HD3000-GPU, platz- und energiesparend direkt im CPU-Kern der aktuellen Sandy-Bridge-Prozessoren verankert, leistet im Multimediabereich nicht weniger als der GT 520M, benötigt aber weniger Strom und schont somit den Akku.

Die drei Mittelklassemodelle GT 525M, GT540M und GT 550M basieren alle auf dem gleichen GPU-Kern mit 96 Shadereinheiten und einer Speicheranbindung von 128 Bit Bandbreite. Einzig in den Taktraten unterscheiden sich die drei Chips, die Spannweite reicht hier von 600 MHz für den Grafikkern bei der GT 525M bis zu 740 MHz bei der GT 550M. Der Speicher wird bei allen drei Chips mit 900 MHz angebunden. NVidia gibt für den GT 540M eine Leistung von 48 FPS bei Battlefield Bad Company 2 an, das Rennspiel F1 2010 soll mit 46 FPS laufen. Intels HD3000 leistet bei den Spielen 27 FPS (BFBC2) und 11 FPS (F1 2010). Alle Messungen wurden laut Intel in 1680x1050 Bildpunkten, mittleren Details sowie ohne Kantenglättung und anisotrope Filterung durchgeführt. Mit Kantenglättung dürften die Frameraten bei Intels Sandy-Bridge-GPU deutlich weiter einbrechen als bei NVidias neuen GPUs.

Das aktuell schnellste Produkt der GT500M-Baureihe stellt die GT 555M mit 144 Shadereinheiten und flottem 192-Bit-Speicherausbau dar. Die Taktraten der GPU liegen mit 590 MHz allerdings eher im bescheidenen unterem Rahmen, der Speicher ist wie schon bei den kleineren Modellen mit 900 MHz getaktet. Mit dem GT 555M dürften die meisten aktuellen Spiele auch mit moderater Kantenglättung flüssig laufen, allerdings wohl meist nicht in hohen Detailstufen geschweige denn in stereoskopischem 3D. Bislang existieren zu dieser GPU noch keine Benchmarks.

AMD HD6000M - alte Bekannte und kleine Neuerungen

Auch AMD nutzte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor und während der CES für Produktvorstellungen. Allerdings scheint man sich bei AMD stark auf die neuen Fusion-Prozessoren zu konzentrieren, die HD6000M-GPUs jedenfalls wirken nicht sehr innovativ.

Mit der HD6300M und der HD6500M wurden zum Beispiel zwei Modelle der Vorgängerserie schlicht umbenannt. Die HD6300M entspricht dabei der Mobility Radeon HD5400, bei der HD6500M handelt es sich um die seit einiger Zeit bekannte HD5600/5700M-Serie. Mit nur 80 Shadereinheiten und geringen Taktraten eignet sich die HD6300M-Reihe nicht für aktuelle Spiele. Wer auf Details verzichten kann und nicht zwingend die neuesten Titel spielen muss, könnte mit Chips der HD6500M-Baureihe glücklich werden - oder gleich ein Notebook mit HD5650 erwerben. 400 Shadereinheiten sorgen für deutlich mehr Leistung als bei den Einsteigermodellen, allerdings dürften die Mitte des Jahres zu erwartenden Fusion-Prozessoren eine nur minimal langsamere GPU direkt auf dem CPU-Kern aufweisen.

Auch die mit 800 Shadereinheiten ausgestattete HD6800M dürfte Technik der HD5000-Reihe nutzen, zumindest setzen diese GPUs wie schon die HD6300M/HD6500M auf den älteren UVD2-Videodecoder während neue Modelle die Funktionen des UVD3 nutzen können. Mit 800 Shadereinheiten und schnelleren Taktraten eignet sich die HD6800M-Reihe auch für aufwändigere Spiele. Die Spezifikationen entsprechen der bekannten Mobility Radeon HD5850.

Wer modernere Technik erwerben möchte, sollte zu den Varianten HD6400M/HD6600M/HD6700M oder HD6900M greifen. Hier kommt der überarbeitete Videodecoder UVD3 zum Einsatz, der neben herkömmlichen HD-Videos auch stereoskopisches Material beschleunigen kann. Angesichts schneller integrierter GPUs ist die HD6400M mit 160 Shadereinheiten ebenso überflüssig wie schon NVidias Einsteiger-GPU GT 520M - für Spiele zu langsam, Videobeschleunigung können IGPs auch energiesparender und preiswerter.

Insgesamt 480 Shaderkerne nutzen HD6600M/HD6700M. Grafisch weniger fordernde Spiele laufen mit diesen Chips zufriedenstellend, auf Kantenglättung und hohe Detailstufen sollte allerdings verzichtet werden. Beim Topmodell HD6900M mit 960 Shadereinheiten scheint es sich um einen direkten Verwandten der Desktop-GPU HD6850 zu handeln. AMD setzt ebenso wie bei der Desktopversion auf ein 256 Bit breites Speicherinterface, die effektive Leistung der Radeon HD6900M dürfte also nur 5-10% unter der Radeon 6850 für den Deskop liegen. Die endgültige Leistung wird auch von den Taktfrequenzen abhängen, bei denen AMD den Notebookherstellern allerdings nur einen groben Rahmen vorgibt. So steht es dem Hersteller frei, eine HD6900M zum Beispiel mit 580 bis 680 MHz zu takten -- je nach verbautem Kühlsystem. Bisher existieren noch keine Benchmarkergebnisse für die neuen Grafikchips, so dass die hier getätigten Spekulationen unter Vorbehalt betrachtet werden sollten.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 6. Januar 2011 - 11:55 #

Der Trend ist festzustellen: Einsteiger-GPUs werden aussterben und sind schon jetzt im Notebookmarkt eher überflüssig. Schlimm? Nur wenn Intel es weiterhin versäumt, die HD-Graphics-Treiber zu Pflegen. Und selbst dann könnte immer noch AMD mit den Fusion-APUs punkten. Es bleibt spannend.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 6. Januar 2011 - 18:20 #

Früher hatte ich echt einen Heidenspaß mich durch alle Produktbezeichnungen zu wühlen, die Unterschiede zu tabellarisieren, Benchmarks zu vergleichen, und mir zu jedem ein eigenes Bild mit P/L Sieger zu machen :D Sei es GPU oder CPU. Heute muss man noch CPU interne GPU mit vergleichen :D

Vielelicht erleb ich ja noch die Generation wo man nur 1 CPU mit integrierter Low Budget GPU hat, eine Mid Range und eine High End :)

Aber lese die Infos noch immer gerne :D nur das analysieren lässt nach :)

T_Prime 13 Koop-Gamer - 1454 - 7. Januar 2011 - 12:37 #

Für mich ein sehr interessantes Thema, da ich momentan nach einem geeigneten Notebook mit anständiger GPU suche. Diese News macht deutlich, dass neue GPUs nicht zwingend leistungsstärker sein müssen, als ältere Modelle.
Ich bin mal gespannt was sich die jeweiligen Hersteller noch so alles einfallen lassen, die Sache mit der integrierten GPU in der CPU ist jedenfalls meiner Ansicht nach eine sehr nützliche Sache bezüglich des Energiesparens. Wozu permanent Energie verbrauchen, wenn diese nicht benötigt wird?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29504 - 7. Januar 2011 - 12:40 #

Wobei ich nach neueren Erkenntnissen den Absatz über die Radeon HD 6900M überarbeitet habe - mittlerweile hat AMD seine Produktseite entsprechend überarbeitet und die technischen Daten online. Daraus hervor geht (wenn auch nicht im Klartext), dass das Speicherinterface der 6900M bei 256 Bit liegt und nicht wie ursprünglich angegeben bei 128 Bit. Damit dürfte die Leistung des Chips stark steigen und (aufgrund niedrigerer Taktraten) etwas unter der Desktop-6850 liegen. Damit wäre der Leistungssprung dann durchaus beachtlich und entsprechend ausgestattete Notebooks tauglich für fast alle aktuellen Spiele auch mit hohen Details.

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