Experte: Games sind das Leitmedium der Zukunft

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24. Dezember 2010 - 17:13 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Belächelt, gefürchtet, geachtet. Im Bezug auf Computer- und Videospiele unterliegt der wissenschaftliche Diskurs erheblichen Schwankungen. Fakt ist, dass das junge Medium bis heute keinen einfachen Stand hat. Insbesondere hierzulande. Nun hat der deutsch-amerikanische Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth in einem Interview mit der Berliner Zeitung Stellung zur Konkurrenzsituation der Medien Film und Videospiel genommen: 

Beim Wettbewerb von Filmtheater und Fernsehen oder Video ging es in der Vergangenheit primär um verschiedene Methoden, recht ähnliche Produkte unter die Menschen zu bringen: nämlich linear erzählte Audiovisionen. Nun macht eine neue Sorte von Kunst und Unterhaltung dem Spielfilm Konkurrenz: Games, nonlineare Audiovisionen, die nicht mehr passiv betrachtet, sondern interaktiv genutzt werden.

Der Professor kommt im weiteren Verlauf des Gesprächs zu einem klaren Urteil, wer aus dem Wettstreit als Sieger hervorgehen wird:

Games werden das Leitmedium der Zukunft sein. Sie vermitteln gänzlich andere ästhetische Erfahrungen als Filme. Mit der Durchsetzung digitaler Technik und Kultur rücken neue audiovisuelle Erzählformen ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Insgesamt hat sich das Kino schon jetzt unter dem Einfluss digitaler Spiele stark verändert. Aktuelle Filme sehen häufig sehr "gamish" aus, aufgrund ihres von Spielen inspirierten erzählerischen Umgangs mit Raum und Zeit.

Freyermuth hat sich als Autor zahlreicher Sach- und Drehbücher, Romane und Artikel einen Namen gemacht. Er lehrt an der Internationalen Filmschule Köln und ist Gründungsdirektor des Cologne Game Lab, das sich u.a. mit der Erforschung und Entwicklung nonlinearer Erzählstrukturen, von digitalen Spielen bis zu interaktiven Film- und TV-Konzepten, befasst. 


furzklemmer 15 Kenner - 3120 - 23. Dezember 2010 - 22:32 #

Sag ich schon lange. Irgendwann wird eine Zeit kommen, in der die Oscars der Spiele einen Stellenwert haben, wie heute die Acadamy Awards in Hollywood. Ich freu mich drauf.

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9879 - 23. Dezember 2010 - 22:35 #

Wäre toll, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Außer, morgen fallen alle Politiker tot um... :-)

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 24. Dezember 2010 - 0:35 #

Werbegehype um vom nicht vorhandenen Inhalt ablenken machen sie ja schon :D Und Schlammschlacht in der Klatschpresse wird auch schon geübt ( EA vs Activision)

Aber da man immer öfter Kooperationen von bekannten Regisseuren und Schauspielern in Filmen sieht gebe ich dem Mann voll Recht. Und die Musikuntermalung vieler Spiele ist den heutigen Filmen meistens eh schon um Welten voraus.

Evtl profitieren irgendwann auch beide Seiten und wir bekommen auch gute Filme zu Guten Spielen :D

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34173 - 23. Dezember 2010 - 22:48 #

Naja, er ist nicht der einzige Experte der Spiele so beurteilt. Ich war im Saarland im Jahr 2007 irgendwo im Saarland auf einer Weiterbildung für Psychologen als Workshopleiter und Teilnehmer. Da war ein Psycholge dessen Name mir jetzt gerade nicht einfällt, nur das er Will Wright persönlich kennt. Der hat einen sehr spannenden Vortrag zu dem Thema Spiele gehalten, mit einer ähnlichen Meinung bzw. Einstellung.

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 23. Dezember 2010 - 22:54 #

In elektrischen Medien kann er da Recht haben, aber ich denke (bzw ich wünsche mir), dass das Gedruckte weiterhin das Leitmedium bleibt (was es meiner Meinung nach derzeit ist). Sosehr ich auch mein Hobby auch mag, es geht nichts über ein gutes Buch oder eine gut recherschierte Zeitschrift.

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 23. Dezember 2010 - 23:01 #

Dem stimme ich zu. Wobei auch das heute noch gedruckte Wort irgendwann überwiegend elektronisch verbreitet werden wird. Den Begriff Leitmedium sehe ich aber auch lieber in Verbindung mit Texten, als mit Bildern.

Togi 11 Forenversteher - 567 - 24. Dezember 2010 - 2:36 #

"das Gedruckte weiterhin das Leitmedium bleibt (was es meiner Meinung nach derzeit ist)."
Was? Schon lang nicht mehr. Internet und Fernsehn haben Bücher und Zeitschriften schon lange altmodisch werden lassen. Ok gut das sieht bei der älteren Generation vielleicht ein wenig anders aus, aber was ich bisher mitgekriegt habe ist: "Bücher was das ? Lieber Trash ina Glotze und Facebook am Pc." [So U20/Gym]
Also, wenn Gedrucktes bisher Leitmedium ist, dann ist es das nicht mehr lange. Das kann ich dir auch als nicht Prof. versichern. ;)
Wobei ich dir Recht geben muss:"es geht nichts über ein gutes Buch oder eine gut recherschierte Zeitschrift."

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 24. Dezember 2010 - 4:03 #

Es geht doch in dem Bericht eher darum das Videospiele die Filme ablösen und nicht um geschriebene Texte :) Es wurde ja schon öfters mit interaktiven Filmen experimentiert, jedoch lässt sich sowas besser als interaktives Videospiel realisieren. Einfach als Konsument die Handlung kontrollieren und nicht eine fertige Story ansehen :)

Bücher und Zeitungen haben ja den Weg gefunden ( Ebook Reader und Webseiten ) und nur weil sie jetzte aus Pixeln sind und nicht aus Tinte/Druckerschwärze ist der Inhalt ja nicht schlechter. Da machen sie das selbe durch wie die PCler mit den Downloadgames ( Steam etc) der "Datenträger" hat sich verändert.

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 23. Dezember 2010 - 23:44 #

Reisbauer: Reis ist die Nahrung der Zukunft

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 23. Dezember 2010 - 23:47 #

Ein Reisbauer ist in der Reisbranche tätig. Ein Medienwissenschaftler nicht in der Gamesbranche. Auch wenn er das Feld schwerpunktmäßig beackert. Also der Prof, nicht der Bauer.;)

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 24. Dezember 2010 - 9:20 #

Er hat aber trotzdem ein gewisses Interesse daran, dass "seine" Disziplin nicht vollends untergeht. Staatliche Fördergelder etc. Deshalb ist seine Position nicht sonderlich verwunderlich.

Wenn nun dem Reisbauern in China ein Sack umgefallen wäre... ;)

Anonymous (unregistriert) 25. Dezember 2010 - 16:31 #

Tretmühlenhersteller: Der Hamster ist das Haustier der Zukunft.

Togi 11 Forenversteher - 567 - 24. Dezember 2010 - 2:38 #

Tja ja traurig, aber wahr. Wie im Fehrnsehn Trash läuft, wird bald, bzw. wird eig. schon, größtenteils Trash im Gaming Bereich erscheinen. Bleibt nur zu Hoffen, dass Ausnahmen öfters die Regel bestätigen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34173 - 24. Dezember 2010 - 2:51 #

Gibt es doch schon, denke dochmal an Hugo oder viele der deutschen "Simulatoren"...

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 24. Dezember 2010 - 10:00 #

Also als ich so 6 oder 7 war fand ich Hugo super :D

Tante Bernd (unregistriert) 24. Dezember 2010 - 10:17 #

Das ist aber kein neues Phänomen, sondern so alt wie das Medium.

Schlag ne x-beliebige Spielezeitschrift aus den 80ern/90ern auf und, Überraschung, der Grossteil der vorgestellten Spiele ist unspektakuläre Standardkost oder einfach nur Müll. Wirkliche Perlen waren auch in den Anfängen schon die Ausnahme und nicht die Regel, nur sind die einem natürlich in Erinnerung gelieben, wohingen man den ganzen Schrott verdrängt oder gar nicht erst gespielt hat.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3252 - 24. Dezember 2010 - 8:56 #

Selbst als Spielefan glaube ich nicht, dass Spiele ein Leitmedium werden (können). Dazu gehört mehr. Spiele kann man z.B. am Arbeitsplatz nicht nebenher konsumieren und Spiele können keine Informationen (Nachrichten) transportieren.

Filme und Spiele werden nebeneinander existieren, so wie heute schon Filme und Bücher. Manchmal habe ich einfach keine Lust, z.B. hochkonzentriert einen Shooter zu spielen. Da setze ich mich auch schon mal gerne gemütlich vor die Kiste und gucke einen Film.

Amco 18 Doppel-Voter - P - 10732 - 24. Dezember 2010 - 10:06 #

Naja diese Meinung wird weltweit von vielen getragen. Leider ist das bei unseren Politikern nicht angekommen. Für die meisten ist das doch Hexenzeugs das Werk Saatans :D

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6779 - 24. Dezember 2010 - 10:56 #

Und irgendwann werden viele hier das Hobby ihrer Enkel als abartig, schlimm für den Geisteszustand und eine Gefahr für den Weltfrieden sehen :p

ads (unregistriert) 24. Dezember 2010 - 10:56 #

Naja, besonders Konsole-Spiele werden vielleicht den Spielfilm und die TV-Unterhaltungssendungen und Serien in den Hintergrund rücken, aber Spiele als Leitmedium? Allerhöchstens im Unterhaltungsbereich. Auf anderen Gebieten wie der Information wird wohl eher das Internet das neue Leitmedium werden, nur schon seiner Geschwindigkeit.

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 24. Dezember 2010 - 14:24 #

Ich hoffe ja nur das es NICHT so kommt. Weil überlegt doch mal: der Unterschied zwischen Film und Spiel ist ja die Interaktivität (sagt der Typ ja auch). Nun setzt diese Interaktivität ja aber einen gewissen "Skill" vorraus. Wenn jetzt Spiele genau so verbreitet und massentauglich sein sollen wie Filme muss der Anspruch an die Fähigkeiten des Spielers sehr gering sein. Der Singleplayermodus eines Spiels wird noch einfacher als es eh schon ist.
Höhere Schwierigkeitsgrade helfen da nur bedingt, da sie das Prinzip ja nicht ändern, nur einige Zahlen. Siehe ME2 oder DA: die höheren Schwierigkeitsgrade haben da wenig am seichten und einfachen Prinzip geändert, man musste einfach länger draufhauen weil die Gegner mehr HP hatten. Die Gegner in ME2 waren eig. nie eine große Bedrohung außer an einigen wenigen Stellen wo sie aufgrund der Laufwege auch mal flankiert haben. Die Kämpfe in DA waren zu 90% Kältekegel-Spam oder aber einige völlig übertriebene Spezialisierungen (Blutmagier oder Arkaner Krieger)
Wirklichen Vielspielern bleibt ja schon lange nur der MP, aber ich fürchte das wird noch schlimmer.

XPhilosoph 13 Koop-Gamer - P - 1737 - 25. Dezember 2010 - 18:06 #

Mich würde interessieren, was damit genau damit gemeint ist "Aktuelle Filme sehen häufig sehr "gamish" aus."

Nur mit CGI-Grafik ist das doch nicht zu erklären, oder?

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 25. Dezember 2010 - 18:21 #

Im Interview führt er "Inception" als Beispiel an. Das ganze Gespräch findest Du, wenn Du dem Quellenlink folgst.

furzklemmer 15 Kenner - 3120 - 25. Dezember 2010 - 21:48 #

Nehm nur mal "Kick Ass". Da ist das extrem offensichtlich. Einige Passagen sehen da aus wie aus einem Ego-Shooter.

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