Final Fantasy 14: Produzent tritt zurück

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10. Dezember 2010 - 17:41
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Der Produzent von Final Fantasy 14, Hiromichi Tanaka, hat die Konsequenzen aus dem misslungenen Start des MMORPGs im September gezogen und ist zurückgetreten. Auf der offiziellen Homepage zum Spiel entschuldigte sich Tanaka bei den Fans und übernahm die Verantwortung für den fehlerhaften Zustand von Final Fantasy 14:

Auf euer Feedback zu Problempunkten wie der Benutzeroberfläche, deren Optimierung nun bereits zum Teil umgesetzt wurde, und der unzureichenden Einführung ins Spiel durch fehlende Tutorien sowie den Mängeln bei den Inhalten und beim Kampfsystem ist aufgrund organisatorischer Fehler nicht angemessen reagiert worden. Ich habe erkannt, dass ein entscheidender Schritt getan werden muss, und beschlossen, unser System von Grund auf umzustrukturieren und die Entwicklungsabteilung völlig neu zu gestalten.

Neuer leitender Direktor und Produzent ist der vergleichsweise unbekannte Naoki Yoshida, darüber hinaus hat es weitere Personalwechsel im Entwicklerteam gegeben. Zusätzlich zu dem bereits für Dezember angekündigtem Update will man bis Ende des Jahres noch ein weiteres durchführen, die Details zu diesen Verbesserungen werden demnächst bekannt gegeben.

Gleichzeitig kündigte man an, dass die kostenlose Testspielzeit erneut verlängert wird. Das Spiel soll erst dann kostenpflichtig werden, wenn es dem Kunden in bestmöglicher Qualität präsentiert werden kann. Ein Termin dazu wurde noch nicht genannt. Ebenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben ist die PlayStation-3-Version, da man auch hier zunächst sicherstellen will, dass die Qualität des Spiels der Final-Fantasy-Serie "würdig" ist.

falc410 14 Komm-Experte - 2518 - 10. Dezember 2010 - 13:13 #

Na immerhin ist es loeblich das sie die Fehler einsehen und keine weiteren monatlichen Gebuehren verlangen - so ein Zug haette sicher auch bei anderen Spielen gewirkt (z.B. Age of Conan oder Vanguard, wobei Funcom sich das wohl nicht haette leisten koennen). Ob das Spiel trotzdem noch zu retten ist wage ich zu bezweifeln - wobei ein Relaunch mit dem PS3 Release zumindest in Japan schon ein grosser Pluspunkt fuer SE ist.

Ich frage mich nur immer wieder, wieso den Entwicklern bzw. den Produzenten die Probleme nicht schon waehrend der Entwicklung ins Auge stechen - so blind kann doch kein Mensch sein. Und anstatt schon Rechtzeitig das Ruder umzureissen tritt man einfach zurueck und laesst den Misthaufen welchen man produziert hat, nun andere Leute ausbaden. Wahrscheinlich gabs noch ne dicke Abfindung und dann sucht man sich das naechste Projekt welches man in die Sch***se reiten kann - ist ja bei den CEO's oder Top-Managern dieser Welt nicht anders.

bam 15 Kenner - 2757 - 10. Dezember 2010 - 14:33 #

Ein Produzent ist nicht zwingend ein Top-Manager, sondern in der Regel selber nur ein Angestellter, der genauso seinen Beitrag leistet wie jeder Entwickler. Er fungiert doch in der Regel als Bindeglied zwischen der Entwicklung auf der einen Seite und dem Business-Aspekt auf der anderen. Deadlines, Milestones usw. kommen von weiter oben, meistens funktionierts, manchmal aber eben auch nicht.

Natürlich sind Mängel bekannt. Nicht nur dem Produzenten, sondern dem ganzen Entwicklerteam. Wo die Entscheidung das Spiel in dem Zustand zu veröffentlichen herkam, kann man als Außenstehender nicht beurteilen, genauso wenig kann man sich nun den Produzenten als Sündenbock rauspicken.

Es ist aber in einem Unternehmen doch völlig klar, dass die Schuld nie bei einer Person liegt. Der CEO der das sagen hat, trägt natürlich grundsätzlich die Verantwortung für alles, allerdings wird er nicht den Zustand des Produkts beurteilen können. Dafür hat er weder die Qualifikation, noch die Zeit. Da wird dann ein branchenüblicher Zeit- und Finanzrahmen für ein Projekt eingeplant und dann die Arbeit nach unten weiter gegeben.

Wer weiß was es für Probleme in der Entwicklung gab, unendlich viel Geld investieren und noch mehr Entwicklungszeit garantieren funktioniert aber nun auch nicht. Entweder bringt man das Produkt also irgendwann raus (egal ob es unfertig ist) oder man bricht die Entwicklung ganz ab; beides oft sinnvoller als mehr Geld ins Projekt zu pumpen. Selbstverständlich wird man dann von der Business-Seite fast immer das Produkt veröffentlichen, damit man die geringsten Verluste einfährt oder eventuell sogar noch Gewinn macht.

Alles besser als solange an Produkten zu werkeln, die dann nie raus kommen und das Studio Pleite geht und alle Entwickler ihren Job verlieren.

falc410 14 Komm-Experte - 2518 - 10. Dezember 2010 - 14:42 #

Naja unfertig ist das falsche Wort. Wir sprechen hier von gravierenden Designmaengeln die spaetstens beim Probespielen haetten auffallen muessen. Ich habe immer das Gefuehl dass die Entwickler nie ihr eigenes Produkt spielen.

Ich habe selbst an einem Softwareprojekt teilgenommen und ich weiss das man die Deadline kaum einhalten kann und dann anfaengt Features zu streichen aber bei einem Spiel kommt es vorrangig auf den Spielspass an wenn der nicht vorhanden ist dann hat man einfach ein schlechtes Spiel, Features hin oder her. Und das beruht alles schon auf der Designphase - ich weiss ein Fehler der spaeter entdeckt wird ist um einiges teurer zu beheben, aber das haette man in diesem Fall doch wirklich noch rechtzeitig erkennen koennen.

Und natuerlich traegt nicht nur eine einzige Person die Schuld, aber jeder Mitarbeiter hat Meldepflicht und spaetestens wenn es beim Produzenten angekommen ist, dass das Spiel eben schwerwiegende Designfehler hat, dann sollte etwas passieren - ist es aber nicht. Es wurde weiter entwickelt wohl in der Hoffnung das die Kunden bloed genug sind das System hinzunehmen - oder SE hat wirklich niemals ihr eigenes Produkt getestet und alle Entwickler sind jetzt total ueberrascht das die Spieler und Fachpresse ihr Produkt nicht in den Himmel loben.

bam 15 Kenner - 2757 - 10. Dezember 2010 - 15:04 #

Aber auch der Produzent kann da eben nichts machen, wenn er von oben keine weiteren Mittel gestellt bekommt. Das ist dann eben immer eine Business-Entscheidung und für ein Unternehmen kann auch ein schlechtes Produkt die bessere Entscheidung sein.

Letztendlich ist eine MMO-Produktion gänzlich anders als eine "normale" Spieleproduktion. Die Masse des Contents ist so viel größer und geregeltes Q&A-Testing ist einfach nicht möglich.
Wir reden hier ja nicht von einem abgeschlossenen Spiel, mit einer Durchspielzeit von 10 Stunden, sondern Content der Hunderte oder gar Tausende Stunden unterhalten soll.

Sicherlich ist da in der Entwicklung etwas schief gegangen, das Problem bei MMOs ist aber eben, dass man nicht innerhalb weniger Stunden sagen kann ob das ganze nun ein "gutes" Spiel ist, oder nicht. Ich denke es ist sehr schwer das als Entwickler selber zu beurteilen.

Der größte Fehler ist meiner Einschätzung nach, dass man nicht (zumindest kommt es mir so vor) genug externe Tests durchgeführt hat. Da sollte man schon fast von Anfang an geschlossene, aber eben nicht unternehmensinterne, Tests laufen lassen um schon von vornherein fundamentale Designschnitzer auszumerzen. Mir scheint aber, dass Square Enix (und japanische Entwickler generell) sehr verschlossen entwickeln und kaum Feedback einholen, schon gar nicht aus dem Ausland. Das mag eben für konventionelle Titel noch funktionieren, für MMOs (wie man sieht) eben nicht.

Porter 05 Spieler - 2981 - 10. Dezember 2010 - 13:35 #

they don't get it!

roger wilco (unregistriert) 17. Dezember 2010 - 16:54 #

Aight! ^^

CruelChaos 12 Trollwächter - P - 889 - 10. Dezember 2010 - 14:39 #

Lol ich persönlich denk mal die "Änderung" liegt genau im selben Muster das dazu geführt hat dass das Spiel überhaupt erst die Probleme hatte. Also keine Änderung bis jetzt oder was ...

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3322 - 10. Dezember 2010 - 15:12 #

Ich weiß auch nicht, was in den Köpfen vorgeht. Findet denn überhaupt keine Kommunikation zwischen der Teppichetage und den Entwicklern statt? Sind Betas wirklich nur noch Marketing?
Mittlerweile sollte doch jeder wissen, dass sich ein schlecht gestartetes MMO kaum noch erholt.

Wir reden hier ja nicht von versteckten Bugs, die nur gefunden werden weil Hunderttausende Spieler die verrücktesten Sachen ausprobieren. Hier funktionieren Basics nicht und trotzdem wurde das Spiel veröffentlicht.

xaan (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 18:28 #

Naja, im Fall von FF14 haben sie ja den glücklichen Umstand, dass das SPiel zwei mal starten kann. Einmal auf dem PC und einmal auf der PS3. Wenn es jetzt erstmal richtig gut gemacht wird und dann mit viel brimborium gut auf der PS3 gelaunched wird, dann gibtÄs schon ne Chance, dass das Ding doch noch erfolgreich wird.

Aber dazu müssen sie sich durchaus auch anstrengen. Und auch den Willen aufbringen, einige ganz miese Designentscheidungen zu verwerfen.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12815 - 10. Dezember 2010 - 16:38 #

da die PS3 version (die angeblich schon fast fertig war) auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, sieht man mal wieder dass alle PC käufer die Idioten waren die für den Test bezahlen
Es ist löblich das es nun kostenlos bleibt bis es spielbar ist, aber dennoch hat man dafür Geld investiert...

bam 15 Kenner - 2757 - 10. Dezember 2010 - 16:50 #

Erstkäufer die keine Produkttests abwarten sind doch eh immer die dummen. Aber da gilt: Selber schuld. Sowas macht man nunmal nicht, wenn einem das Geld lieb ist.

Leider ist genau das das Problem, die Leute kaufen das Spiel weil Final Fantasy drauf steht und deswegen kann sich Square Enix den Murks erlauben und kommt damit eventuell trotz fehlender monatlicher Einnahmen noch recht gut weg.

xaan (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 18:29 #

Es gab vor dem Release ne kostenlose Beta. Da konnte sich jeder das Elend ansehen. Wer dann trotzdem gekauft hat ist selber Schuld.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12815 - 10. Dezember 2010 - 18:32 #

Ja und eine Beta ist auch die letzte version des spiel und release Patches bei MMORPGs gibts ja niee

xaan (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 18:37 #

Es war zumindest die letzte Version kurz vorm Release und hat sich bis hin zum Release auch nciht mehr verändert. Wer auf Besserung durch Patches hofft, der sollte trotzdem erst kaufen, wenn die erhofften Patches auch wirklich erschienen sind....

Momsenek 13 Koop-Gamer - 1581 - 11. Dezember 2010 - 9:33 #

Wahrscheinlich wurde er auf "Nette Weise" dem Projekt entzogen, in dem man ihm Nahe gelegt hat zurückzutreten, weil er die Verantwortung getragen hat. Dann noch ein paar einfühlende Worte zu "seinen"Fehlern und das es seine Entscheidung ist sich zu verabschieden und schon sind alle zufrieden.

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