Pisa: Behindern Computerspiele die Lesekompetenz?

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10. Dezember 2010 - 0:07
Derzeit sind die Ergebnisse der neusten veröffentlichen Pisa-Studie wieder in der öffentlichen Diskussion. Dabei handelt es sich um eine jährlichen internationale Schulleistungsstudie der OSCD, bei der insbesondere einige asiatische Länder (allen voraus der Stadtstaat Singapur) Bestnoten einfahren.

Deutschland konnte sich zwar in vielen Bereichen wie Mathematik und Naturwissenschaften seit Beginn der Studien kontinuierlich steigern, aber gerade in der Lesekompetenz schneiden männlichen deutsche Schüler schlecht ab. Die deutsche Journalistin Katrin Müller-Walde will die Gründe hierfür gefunden haben.

 
Demnach sei der Einfluss digitaler Medien wie beispielsweise der Konsum von Computer- und Videospielen für eine schlechte Lesekompetenz verantwortlich. Als Gründe für dieses Verhalten führte Frau Müller-Walde die Erfolgserlebnisse bei Computerspielen auf, die in digitaler Form einfacher zu erreichen wären als in der Realität. Während Schülerinnen jedoch Computerspiele ergänzend zum Lesen von Büchern nutzen würden, hätten Schüler das Problem, dass sie das Bücherlesen durch Computerspiele ersetzen. Zudem würden ältere männliche Kinder den Konsum von Büchern als „weibisch“ beurteilen. Weiterhin fehle es an den Schulen an Spannungsliteratur und Sachbücher, um Jungs verstärkt zum Lesen zu animieren.
 
Abschließend schlägt die Journalistin vor, dass sich auch Eltern verstärkt um die Lesekompetenz ihrer Kinder kümmern sollten. Medienkompetenz solle auch den richtigen Umgang mit Büchern einschließen. Zudem regte sie an, die Medien digitale Spiele und Bücher miteinander zu verbinden, beispielsweise durch Büchervorschläge wie den Thriller Erebos, der von einem Computerspiel an der Schule handelt.
Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 9. Dezember 2010 - 22:36 #

Wer hat schon Lust ein Buch zu lesen, wenn man auch zocken kann.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7018 - 9. Dezember 2010 - 23:12 #

Abends eine Stunde lesen vor dem Schlafen ist Balsam für die Seele. Einfach mal den Kopf selber eine Welt gestalten lassen und ohne Bildschirm was erleben, sowas ist auch wichtig. Es ist ja auch nachgewiesen, dass Fernseh- oder Computerkonsum schlecht für den Schlaf ist. Daher solltest du durchaus mal zwischen Zocken und Schlafen ein Buch ausprobieren. Muss ja nicht gleich Shogun mit 1300 Seiten oder Genesis mit knappen 1500 Seiten sein. Gibt ja auch durchaus gute Spieleromane mit nur rund 300 Seiten (siehe WarCraft). Da erlebst du locker einen Teil der Story und hast bei der Romanart auch keine Probleme mit der Verständlichkeit, weil Spieleromane nie sehr tief gehen.

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 10. Dezember 2010 - 0:18 #

Warum zocken wenn man auch lesen kann?
Hat beides seine Reize.

Larnak 21 Motivator - P - 25931 - 10. Dezember 2010 - 0:25 #

Gegen ein gutes Buch kommt kein Spiel an - jedenfalls heute noch nicht ;)

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. Dezember 2010 - 0:59 #

Torment kommt nah ran :)

Vaedian (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 3:17 #

Nah ran? Das hat mehrere Romane in sich vereint. Denk mal an die "Lecture Hall" im Clerk District, wo du im Hörsaal ganzen Vorträgen lauschen bzw. lesen durftest. Außerdem hattest du ja einen "halben Roman" auf deinem Rücken tätowiert! ("Don't trust the skull.")

Die Geschichte des Amnesiefalles ist zwar keineswegs neu gewesen, das ständige Aufeinandertreffen mit Hinterlassenschaften eigener Reinkarnationen aber schon. Dazu der fliegende Schädel oder die Succubu-Prostituierte, die nur Talkjobs gemacht hat. Der Dauerbrenner Ignus und die wandelnde Rüstung Vhalior.

Die alte Frau, die dir den Schädel eingeschlagen hat um nach Wertsachen zu suchen (auf dein Verlangen hin!). Das Babyöl, das aus tausenden schreienden Babys gemacht wurde. Der lebendige Schrank, der den Prostituierten ihre Sachen geklaut hat. Der zwölfseitige Zauberwürfel, den nur der Namenlose öffnen konnte, weil man beim Versuch erst die Finger und dann gleich den ganzen Arm verloren hat. Das Zauberbuch, das mit dir geredet hat und dich dazu bringen wollte, einen aus deiner Party in die Sklaverei zu verkaufen. Die lebendige Straße, die plötzlich Kinder bekommen hat (neue Häuser!). Die Frau in der Festhalle, die dich freundlich gefragt hat, ob sie dich mal ermorden dürfte.

Alles nur Auszüge ...

Generell ist die Storyline von Planescape Torment so ziemlich jedem Buch und Film haushoch überlegen, das ich bisher in die Finger bekommen hab. Es wird nicht umsonst als das beste Computerrollenspiel aller Zeiten gehandelt.

Spiele wie PS:T waren noch echtes Kulturgut und ihrer Zeit weit vorraus.

Larnak 21 Motivator - P - 25931 - 10. Dezember 2010 - 3:57 #

Nur ist es nicht allein die Story, die Bücher in Sachen Erlebnisintensivität aus meiner Sicht immer vor Spiele stellt. Das liegt vor allem daran, dass Spiele einen durch Interface, Bediengeräte, Bilder und Töne schon in eine Bahn lenken und es dabei gleichzeitig nicht schaffen, die störenden Elemente in dieser Reihe (Also die Bedienung des Spiels) für den Spieler dauerhaft ausblendbar zu machen, während sie zusätzlich durch die Vorgabe von Bild und Ton die Einbildungskraft beschränken. Zudem gelingt es Spielen in der Regel nicht, Charaktere, Emotionen und Gefühle glaubhaft zu übermitteln und zu entwickeln, was die Story dann noch ein weiteres Stück vom Spieler weg führt - denn genau das müssten sie können, wenn sie schon Bild und Ton vorgeben.

Bei modernen Spielen ist sind Bild und Ton in der Regel zwar durchaus glaubwürdig - aber das hilft ja nichts, wenn die inhaltlich-emotionale Ebene nicht vernünftig transportiert wird.

Was jetzt überhaupt nicht gegen PS:T sprechen soll - Das ist einfach eine Beschränkung, unter der alle Spiele immer noch leiden. Natürlich gibt es trotzdem immer welche, die unter den gegebenen Umständen noch aus der Masse herausstechen.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 10. Dezember 2010 - 6:01 #

Andererseits war PS:T aber auch noch nicht voll vertont, und es gab eine ganze Menge Text zu lesen. Das muss doch auf die Lesefähigkeit in irgendeiner Weise positiven Einfluss gehabt haben, dünkt mir... ;)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29656 - 10. Dezember 2010 - 9:18 #

Planescape Torment ist ein grandioses Spiel mit einer überdurchschnittlich guten Story, auf jeden Fall. Erzählerisch kommt tatsächlich kaum ein anderes Spiel an die Klasse eines Torment heran, das stimmt. Aber dennoch, du scheinst entweder noch nicht viele oder die falschen Bücher gelesen zu haben. Da gibt es enorm viele Werke, die eine noch einmal deutlich bessere Handlung aufweisen und spannender erzählt sind.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 62730 - 10. Dezember 2010 - 0:29 #

Ich. Und ein wirklich gutes Buch würde ich jederzeit einem Spiel vorziehen.

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 10. Dezember 2010 - 9:02 #

Dito.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 11. Dezember 2010 - 12:42 #

/signed

furzklemmer 15 Kenner - 3145 - 10. Dezember 2010 - 1:14 #

Lesen rulez. Nur mit Worten kannst du wirklich ALLES machen. So gut wird Technik (sei es in Filmen oder Spielen) nie sein. Man denke nur mal an das "Nichts" aus Die Unendliche Geschichte.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 10. Dezember 2010 - 22:27 #

Lesen ist gesund.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34197 - 9. Dezember 2010 - 22:37 #

Naja, die Sache mit den rascheren Erfolgserlebnissen durch den Konsum von Computer- und Videospielen gilt bei den meisten Experten als erwiesen. Nur, muss das unbedingt schlecht sein? Vielmehr sollte man sich die Frage stellen wie man damit umgeht. Zudem glaube ich nicht das bei den Jinges Computerspiele das Lesen ersetzt. Auch hier sehe ich meist eine Ergänzung.

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 10. Dezember 2010 - 0:23 #

Naja, wir hatten das Thema gerade im Englischunterricht behandelt, und man merkt wirklich, dass gerade die Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen von Texten extrem gering ist. Manche scheitern schon daran, 2 Seiten während einer Klausur zu lesen. Und das hängt halt doch stark mit dem ganzen Web 2.0 Zeug zusammen. Aber hey, wenn wir statt Faust die Warcraft-Bücher analysieren würden, hätte ich nichts dagegen :D

Vidar 18 Doppel-Voter - 12583 - 9. Dezember 2010 - 22:42 #

Nunja ob das nun so stimmt sei mal dahin gestellt immerhin wird auch viel Ferngesehen zB!
Allerdings was das lesen angeht so ist durchaus zu beobachten das es immer weniger Text wird und man sich dazu noch alles anhören kann!
Bei einem Baldursgate brauchte man keine Bücher mehr xD

Aber wenn ich mal auf mich schaue, als Kind (2-14 sind für mich Kinder) habe ich auch so gut wie keine Bücher gelesen! Fing erst später (so mit 17-18) an. Und Kinder/Jugendbücher sind sowieso das langweiligste was es gibt, da wunderts mich nicht das es andre Kinder auch nicht interessiert ^^

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7018 - 9. Dezember 2010 - 23:09 #

Ich denke schon, dass häufiges Schreiben per Hand oder auch gerade Bücherlesen einen geistig aufbaut und fit hält. Wenn Jugendliche aber nur die übliche Chat- oder SMS-Schreibweise kennen ("hi du wie gehts? alle klar bei mir morgen disse. lg"), dann kann nichts dabei rauskommen. Ich kann mich selber mit Freunden vergleichen, da ich seit Kindesbeinen an lese (Comics, Geschichtsbücher, Anime, Romane) und damit lesetechnisch fit bin, während meine Freunde schon nach einer Seite Bild die Segel streichen.

Mithos (unregistriert) 9. Dezember 2010 - 23:19 #

Behindern SMS und twitter die Lesekompetenz?
tl;dr

eurozine.com/articles/2009-12-01-passig-de.html

Olphas 24 Trolljäger - - 47765 - 9. Dezember 2010 - 23:33 #

Hmm, meine Leidenschaft fürs Spielen hat eigentlich nie meine Leselust eingeschränkt. Aber ich kenne genug Leute, die wenig bis gar nicht lesen. Lustigerweise ist quasi keiner von denen Gamer.

llg 13 Koop-Gamer - 1342 - 9. Dezember 2010 - 23:43 #

Ich verstehe den Artikel nicht, kann ihn bitte jemand für mich auf Computerspielerlesekompetenzniveau runterschrauben?

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7390 - 10. Dezember 2010 - 0:47 #

rtfm :D

Gorny1 (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 0:20 #

Die Problematik besteht bestimmt. Hätten meine Eltern nicht damals mit mir zusammen Abends schon Fantasy-Romane gelesen, wäre ich bestimmt nicht zum Lesen gekommen.
Ob Computerspiele dort aber eine Ersatzfunktion einnehmen bezweifle ich aber.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11169 - 10. Dezember 2010 - 0:30 #

Ich würde einfach mal behaupten: Nicht lesen...fördert nicht die Lesekompetenz. Was man stattdessen macht, ist doch egal.

Larnak 21 Motivator - P - 25931 - 10. Dezember 2010 - 0:38 #

Falsch ist das sicher nicht - nur besteht das Problem ja nicht erst seit den Videospielen. Das Fernsehen hat in der Richtung wohl den ersten großen Impuls "gegen das Lesen" gegeben.
Ich denke das ist vor allem auch ein Problem der Herangehensweise. Lesen bietet ja irgendwo auch jede Menge dieser "Erfolgserlebnisse", wenn sich Spannung aufbaut oder das "Happy End" ansteht, nur sind die eben nicht so unmittelbar wie ein Achievement von Spiel x, das so schön "pling!" macht ;)
Das Hauptproblem wird wohl sein, dass viele junge Menschen gar nicht erst an das Lesen herangeführt werden. Denn grundsätzlich gibt es so viele verschiedene Arten von Büchern, dass da für jeden etwas dabei ist - man muss die richtigen Bücher nur erst mal finden.
Wenn dann stattdessen damit in der Kindheit nicht begonnen wird und dann in der Schule so Dinger wie "Faust" oder komische Jugendliteratur kommen (die meist ja doch eher die Mädels anspricht, wenn wir ehrlich sind), dann ist es kein Wunder, wenn man Lesen für sich unter "langweilig und öde" abspeichert. (Wobei Faust ja wirklich noch ein für seine Verhältnisse wirklich gutes, lesbares und auch von der Geschichte und den Charakteren interessantes Buch ist - im Gegensatz zu vielen anderen) Wenn dann oben drauf noch dieses Herumanalysiere aus dem Deutschunterricht los geht - na gute Nacht. Wenn ich davor nicht schon gern gelesen hätte - da hätte man mir gezeigt, dass man damit besser nicht anfangen sollte.
Dabei ist Lesen genau das Gegenteil von "langweilig und öde" - in keinem anderen Medium eröffnet sich eine so detaillierte Gefühls- und Gedankenwelt, die es zu erkunden gilt.

Nicht, dass ich denen jetzt das Analysieren wegnehmen möchte - aber dann nehme man doch einfach "Faust" zum Lesen (und nur zum Lesen) zwecks der Allgemeinbildung und dann eher ansprechendere Bücher oder auch Filme zum Analysieren.
Fluch der Karibik ist in der Hinsicht ein ganz wunderbarer Film, bei dem man in der Hinsicht sehr gut Zugang finden kann und bei dem man während der Analyse auch ohne die Kafka-typischen Gedankenverwirrungen auskommt, die einen normalsterblichen Deutschunterrichtbesucher mit Sicherheit nach 10 Minuten ins Land der Träume geschickt haben.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29656 - 10. Dezember 2010 - 1:55 #

In der fünften Klasse damals sollten wir Schüler unsere Lieblingsbücher vorstellen. Gab da schon einige, die mit den Schultern gezuckt haben und ihr liebstes Spiderman-Heft mitgebracht haben. Hm, Computer hatten die damals alle nicht ;) .

Ich hatte damals etwas von Isaak Asimov dabei. Meine Lehrerin hat dann den Kopf geschüttelt, geseufzt und gejammert, dass die Jugend nicht mehr vernünftig lesen lernen kann bei all dem Schund. Heute bin ich ehrlich gesagt ganz froh, damals schon Asimov, Heinlein und co. verschlungen zu haben..

Larnak 21 Motivator - P - 25931 - 10. Dezember 2010 - 2:01 #

Naja, dass der Umkehrschluss Marke "Wenn keine Computer/ Fernseher, dann gute Leser" so funktioniert, wird ja hoffentlich "da oben" niemand ernsthaft glauben.
Das Problem beginnt ja eigentlich schon in der Pre-PC-Zeit der kindlichen Entwicklung :D

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29656 - 10. Dezember 2010 - 2:15 #

Ich wundere mich über die Ansichten "da oben" schon lange nicht mehr und trauen vielen Leuten viele böse Dinge zu. Und irgendwie traue ich den gleichen Leuten erschreckend wenig gute Sachen zu. Nun..

Aber ja, man muss ans Lesen herangeführt werden. Ich kenne einige Ex-Lesemuffel, die sich mittlerweile eine stattliche Büchersammlung angelegt (und auch durchgelesen) haben, einfach nur weil sie mit den richtigen Büchern in Kontakt gekommen sind. Oder mit den richtigen Leuten, die die richtigen Bücher empfohlen haben oder so.

LivingC 13 Koop-Gamer - 1708 - 10. Dezember 2010 - 0:40 #

Ich habe mich schon immer gefragt, wie man die Lesekompetenz zwischen völlig verschiedenen Sprachen vergleichen kann. Heißt das unsere Sprache komplizierter ist, die Schüler schlechter oder die Schulbildung hinterherhinkt?

Zudem sagt Mittelwert bei einer so heterogenen Verteilung wie bei der PISA-Lesekompetenz kaum was aus. Man benutzt ja auch nicht den Mittelwert der Altersverteilung in Deutschland um festzustellen dass wir keine Schüler in hier mehr haben.

Was lernen wir daraus:
In Mathematik PISA-schwache Gender Journalistin + Vorurteile = Qualitätsjournalismus.

PS: Ich kann ja auch die Frau verstehen, schließlich muss ihr Buch "Warum Jungen nicht mehr lesen" verkauft werden.

Karl 10 Kommunikator - 419 - 10. Dezember 2010 - 9:04 #

Die Pisastudien machen sehr detaillierte Aussagen über Einfluss verschiedener Faktoren auf die Kompetenzen. Z.B. den Einfluss von Migrationsstatus, sozioökonomischer Status, Schultyp etc. Empirisch betrachtet ist die Studie extrem aussagekräftig, seriös und gut durchgeführt.
Die Medien sind oft statistisch nicht in der Lage diese Feinheiten zu erfassen und deswegen wird so getan als ob der gesamt-Mittelwert die einzige zentrale Erkenntnis der riesigen Untersuchung ist.

Ganesh 16 Übertalent - 5010 - 10. Dezember 2010 - 9:17 #

Wieso ist eine Journalistin, die sich aus einer Gender-Perspektive mit Lesekompetenz und unserem Bildungssystem beschäftigt automatisch in Mathematik schwach? Das ist doch ziemlicher Blödsinn.

Und dass Leute, die Bücher schreiben, sich also mit einer Sache auseinandergesetzt haben, zu diesem Thema auch Interviews geben und/oder Zeitungs-/Magazinartikel schreiben, ist doch normal, oder? Besser als wenn letzteres von uninformierten Personen gemacht wird...

Gadreel 11 Forenversteher - 747 - 10. Dezember 2010 - 2:32 #

Danke endlich sagt mal einer das über die Studie, was ich mir denke. Würde ich die Pisa Studie als Arbeit auf der Uni abgeben, würde ich aber sowas von sitzen bleiben.

winthefight 06 Bewerter - 66 - 10. Dezember 2010 - 3:41 #

Naja also, eigentlich behindern Computerspiele das lesen nicht, immerhin sind wir hier alle in der Lage die Kommentare zu lesen und auch entsprechend zu antworten. Ein richtiges Buch durchzulesen beruht eher auf Hobby und Interesse, wer das nicht macht, der muss nicht unbedingt Computerspiele-Spieler sein. Was ich aber alle mal unterschreibe ist die herangehensweise an Bücher in der Schule. Ich glaube fast das es für jeden da draußen das passende Buch gibt, nur muss man es noch finden. Die alten Schinken die man in der Schule vorgesetzt bekommt lesen sich deshalb so schwer weil bei den meisten das Interesse nicht wirklich vorhanden ist.

Außerdem wird sich noch beklagt das die Kinders nicht mehr richtig lesen können und das ist auch kein Wunder wenn man von Medien umzingelt ist, die keine Bewegung fördern. Hauptschuld tragen nicht die Spiele, sondern das Schulsystem, es gibt genug Leute die nicht den ganzen Tag ruhig auf ihrem Hintern sitzen können, die brauchen auch mal Bewegung. Wenig Bewegung macht den Geist träge und lässt die Konzentration in den Keller gehen, ist jedenfalls bei mir so und bestimmt bei anderen genauso.

SirHurl 07 Dual-Talent - 133 - 10. Dezember 2010 - 3:43 #

Mh..ich spiele seit 1984 Computerspiele. Ich lese gerne und schreibe einen Roman. Wenn Computerspiele einen so großen Einfluss auf die Lesekompetenz haben, dann frage ich mich, ob ich eine andere Art Computerspiele konsumiere..

Das Komische ist: Viele Freunde der Fantasy-Literatur spielen auch Rollenspiele, Larp und Computerspiele. Und sie alle lieben das Lesen.

Anscheinend sollte sich die gute Dame noch einmal genauer informieren, was das für Leute sind, die gerne Spaß mit Spielen haben und wie groß die Kreativität bei diesen Menschen ist, die durch Spiele und Bücher gefördert wird.

McSpain 21 Motivator - 27394 - 10. Dezember 2010 - 8:22 #

Ich spiele seit über 20 Jahren Computerspiel und lese ca. 8-10 Romane im Jahr und kann bei mir keine schlechte Lesekompetenz feststellen.

Eigentlich geht hier doch schon wie bei der Diskussion "Videospiele als Ursache für schlechte Noten" in Wirklichkeit nur um eine einfache Zeit-Rechnung:

Natürlich werden die Noten schlechter wenn ich mehr Zeit in Spiele und weniger in Hausarbeit/Lernen investiere. Jedoch passiert das gleiche auch wenn ich statt zum Lernen überdurchschnittlich viel Zeit mit Fernsehen ("Fernsehen macht dumm"<- Erinnert sich da noch jemand dran) oder mit Sport verbringe. Ich hatte früher in der Schule ne menge Leistungssportler die miese Noten hatten weil sie ununterbrochen im Training waren.

Mein Punkt: Klar wenn die Kinder vor lauter Spielen, SMS schreiben und Youtube-Videos schauen keine Geduld gelernt haben und sich nicht die ZEIT nehmen Bücher/Zeitungen zu lesen wird die Lesekompetenz schlechter. Wenn ich nur lese und kein CS mehr spiele wird mein CS-Kompetenz auch schlechter. ;o)

Knut961 (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 8:24 #

ach pc und video spiele sind dran schuld
deswegen führt ja auch Südkorea die Studie an
und dort ist StarCraft 2 Nationalsport

irgendwie unlogisch oder

Karl 10 Kommunikator - 419 - 10. Dezember 2010 - 9:01 #

Als studierter Pädagoge kann ich sagen, dass Frau zum Teil korrekte Themen anschneidet, letztlich aber Behauptungen aufstellt und deren empirische Fundierung nicht erbringt.

Es ist letztlich Wellness-Literatur für irgendein Bildungsbürgertum, das diesem dazu dient die Vorurteile gegenüber anderen Schichten zu verstärken, aber es bringt niemanden weiter.

Das zentrale Problem, das auch in den Pisastudien betont wird, ist die enorme Ungleichheit des deutschen Schulsystems bezüglich dem sozialen Status der Kinder und Eltern. Kinder aus gehobenen Schichten haben eine sehr gute Chance aufs Gymnasium zu kommen und es auch zu schaffen. Kinder aus niedrigen Schichten haben geringe Chancen aufs Gymnasium und schaffen es dann auch öfter nicht.

Im übrigen hat Deutschland, im internationalen Vergleich, in der Lesekompetenz stark aufgeholt. Das liegt sicherlich nicht daran, dass in den vergangenen zwei Jahren weniger Videospiele konsumiert wurden.

Diese Frau hat letztlich eine persönliche Abneigung gegen Videospiele und hält Literatur für das Allheilmittel für Kinder und vermarktet deswegen ihre Bücher, die alles andere als objektiv oder forschungsgedeckt sind.

Momsenek 13 Koop-Gamer - 1576 - 10. Dezember 2010 - 9:05 #

Jetzt wird wieder der Auslöser gesucht.. und natürlich bei den Videospielen. Die sind das non plus ultra in Sachen Problemen !

Lesekompetenz bildet sich meiner Meinung nach durch die Familie(Eltern), den Kindergarten und eine gute Grundschule. Dazu kommt natürlich auch die Freizeitgestaltung. Trotzdem kann man nicht wieder auf eine einzige Sache schließen..

Kirika 15 Kenner - 3282 - 10. Dezember 2010 - 10:23 #

Meiner Meinung nach entsteht Lesekompetenz durch (wie oben schon mehrmals gesagt wurde) das frühe Heranführen an Bücher von den Eltern. Meine Mutter hat damals meiner Schwester und mir Abends vorm Schlafen Märchen vorgelesen und als wir in die Schule gekommen sind und selber lesen konnten uns die Geschichten vorlesen lassen zum Üben. Uns verbessert oder geholfen, wenn wir Probleme mit Wörtern hatten.

Ich hab in meiner Schulzeit gemerkt, dass die Leute, die noch nie oder kaum in der früheren Kindheit mit Büchern Kontakt hatten sich sehr schwer tun mit laut vorlesen oder sich in Geschichten hineinzufinden. Zumal die Bücher aus dem Deutschunterricht von denen direkt als "Schrott" bezeichnet wurde, obwohl die Bücher recht aktuell/modern gehalten waren bei uns.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10792 - 10. Dezember 2010 - 10:42 #

Ja, ich sehe so etwas wie das Vorlesen auch als Schlüssel. Es gibt jeden Abend eine Geschichte. Wir haben 20 bis 30 mal mehr Kinderbücher, als DVDs.

Wenn die Kinder irgendwann entscheiden, Bücher langweilig zu finden, dann nicht weil sie keine Geduld aufbringen würden, eines zu lesen.

beagel 09 Triple-Talent - 293 - 10. Dezember 2010 - 15:09 #

Da kann ich nur Zustimmen. Ich erinnere mich nichtmehr an diese Zeit, aber meine Mutter erzählte mir, das sie mir viel vorgelesen hat, und sobald ich selber lesen konnte durfte sie das nichtmehr, weil ich unbedingt selber lesen wollte. Tatsächlich besitze ich heute mehrere hundert Bücher...

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10792 - 10. Dezember 2010 - 10:37 #

Immer wenn jemand ein Buch dauerhaft mit etwas anderem ablöst, schadet das auch der Lesekompetenz. Es hat aber immer schon Leute gegeben, die nicht aus eigenem Antrieb lesen.

Ich persönlich denke, dass man Kindern erst dann Computerspiele ermöglichen sollte, wenn sie eine Bindung zu Büchern aufgebaut haben. Wenn ich im Bekanntenkreis manchmal 4 Jahre alte Kinder mit eigenem DS sehe, könnte ich immer anfangen zu diskutieren. Fernsehen ist auch kritisch zu sehen. Aber es substituiert nicht so stark, weil man dabei passiv bleibt. Computerspiele ersetzen Puzzle, Memory und malen viel eher.

falc410 14 Komm-Experte - 2429 - 10. Dezember 2010 - 10:43 #

Sollten die Jungs halt mehr mit dem DS Spielen - da gibts einige Graphical Novels (also Bildromane) die sich als Adventures tarnen :)

Allgemein gibt es viele Computerspiele wo man viel lesen kann, wenn man denn will. Auch Adventures am PC ohne Sprachausgabe (Lucasarts Classics) koennen wsa bringen. Hauptsache man liest. Es muss ja nicht gleich "Tod in Venedig" sein :)

llg 13 Koop-Gamer - 1342 - 10. Dezember 2010 - 11:00 #

Ah, Venedig!

crishan 10 Kommunikator - 538 - 12. Dezember 2010 - 5:17 #

Tadzio...Tadzio...*röchel*
;-)

-Stephan- 12 Trollwächter - P - 1050 - 10. Dezember 2010 - 11:24 #

Ich spiele gerne, und ich lese gerne. Für mich ist da kein Widerspruch beides zu tun, gerade abends im Bett liebe ich es noch ein Ründchen zu lesen.

Poledra 18 Doppel-Voter - 12230 - 10. Dezember 2010 - 22:52 #

dito

Meiner Meinung nach kommt es darauf an, die Kinder frühest möglich ans Lesen heranzuführen. Und das geht nur mit qualifizierten Leuten (Lehrer, Bücherei-Mitarbeiter) und Zeit, d. h. es kostet Geld. Und das wird für so super wichtige Sachen wie z. B. Stuttgart 21 ausgegeben.
Man muß ja nicht gleich Bücher kaufen, es gibt auch noch die Stadtbüchereien.
Kinder sollten in ihrer Stadtbücherei auf jeden Fall Bücher finden, die sie spannend finden. Eine gute Auswahl haben sogar kleinere Büchereien, wie unsere in einem 5000-Seelen Städtchen.

Wrongfifty 12 Trollwächter - 1128 - 10. Dezember 2010 - 11:25 #

Pisa: Behindern Computerspiele die Lesekompetenz?

Nein(meine Meinung)
Diskussion beendet

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24390 - 10. Dezember 2010 - 12:29 #

Würde man mehr Geld für neue Lehrer ausgeben und die Schüler in kleinen Klassen unterrichten, wäre es bestimmt möglich wieder bei mehr Schülern die Lust aufs Lesen zu wecken.
Gäbe es Computerspiele nicht, würden die angesprochenen Kinder einfach den ganzen Tag Schrott im TV sehen, das ist noch Mal deutlich schlechter fürs Gehirn als Computerspiele, die ein aktives Konsumieren erfordern statt ein sich berieseln lassen.

Anonymous (unregistriert) 10. Dezember 2010 - 14:45 #

Frage Nr. 1 : Ist Lesekompetenz noch wichtig?
Lesekompetenz hat ja auch viel mit Übung zu tun.
Wenn Lesen wirklich nötig ist, z.B. im Beruf, kommt die Kompetenz
also von ganz alleine (wieder).

Frage Nr. 2: Des Kaisers neue Kleider?
Es ist doch völlig unerheblich, warum jemand
weniger liest (Computerspiele, Brettspiele, Sport,
Freundin, Kneipe, ...).
Außerdem ist doch völlig offensichtlich, dass tägliches
Training fit hält, egal was für Training - Lesen,
Schreiben, Zocken, Sport, usw.

Schaut Euch doch nur mal die Realität an:
* Kinder kommen in die Ganztagsabschiebung, weil keine Zeit
* Alte kommen in die 24-Stunden-Abschiebung, weil keine Zeit
* Kino statt Buch, weil keine Zeit
* Hörbuch statt Buch, weil keine Zeit
* Industriefraß statt frischer Mahlzeiten.

In unserer Gesellschaft ist keine Zeit mehr fürs Lesen.
Und das ist nicht die Schuld der Kinder, die nicht mehr lesen!

Für die langsame

beagel 09 Triple-Talent - 293 - 10. Dezember 2010 - 15:05 #

Das weniger gelesen wird ist ja auch eine neue Erscheinung, auf keinen Fall ist das schon mehr als 20 Jahre so.

Ich habe einige Freunde, die nur das gelesen haben wozu sie in der Schule gezwungen wurden (pech für die Hauptschüler), von sich aus lesen sie nur Illustrierte. Und das sind kluge Köpfe.
Ich spiele unheimlich viel, habe aber trotzdem einige 100k Seiten in meinem Leben gelesen, ganz zu schweigen von den Tonnen an Text in Spielen. Ich gebe aber zu das ich ne Ausnahme sein kann, mehr oder weniger mein gesammter Freundeskreis ließt ein wenig und spielt kaum.

Das weniger gelesen wird liegt meiner Meinung eher an einer allgemeinen Verflachung der Gesellschaft (ich kann es z.B. nicht fassen das es so viel Schund im Fernsehen gibt. Sachen zum einfach abschalten, ok, aber nur sowas in bemerkenswerter Dumpfheit mit Rieseneinschaltquoten...)

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 10. Dezember 2010 - 18:53 #

Komisch, alle Jungs in meinem Freundeskreis sind Zocker und lesen trotzdem... Eher ist das Fernsehn Schuld als Videospiele, und das auch nur bedingt.

furzklemmer 15 Kenner - 3145 - 10. Dezember 2010 - 20:33 #

Aber bei dem, was da heute in der Glotze kommt, muss man als halbwegs intelligenter Menschen ja zwangsweise mit dem Lesen anfangen.

Vaedian (unregistriert) 11. Dezember 2010 - 0:49 #

Verrat das bloß nicht der Politik, sonst fangen die noch mit dem Denken an.

smashIt 11 Forenversteher - 555 - 10. Dezember 2010 - 23:28 #

es is halt immer die frage was man vorgesetzt bekommt

ich kann z.b. mit romanen nix anfangen
für seichte unterhaltung greif ich zu comix, games und filmen

dafür les ich heute alles mögliche an technischen/wissenschaftlichen büchern

und solange man in der schule nur schund vorgesetzt bekommt hab ich vollstes verständnis dafür das sich die schüler was anderes suchen

wenn ich da nur an den mist denk den ich lesen musste (oder besser hätte solln ;) )...

McFareless 16 Übertalent - 5557 - 12. Dezember 2010 - 2:15 #

Was ich grad nicht verstehe ist, warum die ganzen Asiaten angeblich so gut abschneiden, wenn die Gameingculture da doch noch viel stärker als hier existiert...
Und ich lese auch recht viel... mindestens 2, eher 3 Stunden am Tag und ich denke mal nicht dass es schadet...

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