JMStV: Novellierung vorerst gescheitert (Upd.)

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15. Dezember 2010 - 15:59 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert

Update vom 15.12.2010:

Die geplante Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ist vorerst gescheitert. Grundsätzlich waren sich alle Landesparlamente einig, den JMStV zu ratifizieren und damit den Weg für die stark umstrittene Aktualisierung des Gesetzes frei zu machen. Nun aber sprechen sich sämtliche an der Regierung beteiligten Parteien in Nordrhein-Westfalen gegen den Vertrag aus. CDU, FDP und die Linke hatten bereits seit mehreren Tagen ihre Ablehnung deutlich gemacht, nun ziehen auch SPD und die Grünen nach. Da das Gesetz nur nach Zustimmung aller Landesparlamente in Kraft treten kann, ist es nicht mehr möglich, den JMStV wie geplant zum 1. Januar 2011 in seiner neuen Form umzusetzen.

Ursprüngliche News vom 1.12.2010:

Die Auswirkungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) werden seit kurzem in der gesamten deutschen Netzszene breit diskutiert, unter anderem auch hier bei GamersGlobal. Auch Gamer werden im Falle einer endgültigen Ratifizierung ab Neujahr direkt von dem neuen Gesetz betroffen sein. Denn auch für Online-Spiele soll ein wirksamer Jugendschutz installiert werden, welcher Hand in Hand mit einem Altersverifizierungssystem gehen soll, um der Verordnung Genüge zu tun. Zum Zwecke der Einstufung der Online-Titel will die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ein modulares System errichten, welches Spielherstellern einen Kriterienkatalog zur Selbsteinstufung des Spiels, eine Beratung und einen Verhaltenskodex bietet.

Ziel ist es, ein einheitliches System für den übergreifenden Jugendschutz für Spiele auf Datenträgern und Online-Spielen zu etablieren, zurzeit gelten dafür noch verschiedene Auflagen. Auf Grund der erwarteten Flut von Prüfungsanträgen -- aktuell werden jährlich circa 3000 Titel von der USK überprüft -- sollen Spielehersteller ihre Titel auch selber klassifizieren können. Im Zweifelsfall wird allerdings auch hier die USK über die finale Alterseinstufung entscheiden. Wie am Ende die Überprüfung des Alters der Nutzer aussehen soll, scheint zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Denkbar wäre etwa eine Kopplung einer Webseitenauthentifizierung über den neuen ePerso. Allerdings gilt auch in diesem Fall, dass kein Anbieter außerhalb Deutschlands an dieses Gesetz gebunden ist. Beliebte Seiten mit Flashspielen aus dem Ausland werden daher kaum betroffen sein.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 18:00 #

Sehr interessant wird der Spaß auch noch bei Free-2-Play-MMOs ala RoM oder HdRO... Davon abgesehen ist der Gesamtansatz hinter diesem Gesetz typisch für die Internetausdrucker mit ihren Pseudo-Internet-Spezialisten. Zensur durch die Hintertür, mehr nicht.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 1. Dezember 2010 - 17:45 #

Die neue JMStV ist das dümmste, was Deutschland seit einer Woche wiederfahren ist. Schließt sich wohl an die Kette der schlimmen Ereignisse nach der Bundestagswahl ab. Es war zwar ersichtlich, dass mit CDU und FDP die Regierung schrecklich viel Mist verzapfen würde, aber dass es soviel werden sollte hätte ich nicht gedacht... (und wir haben noch einige Zeit mit denen vor uns, mal sehen ob sie das Internet nicht gleich komplett verbieten)

Anym 16 Übertalent - 4962 - 1. Dezember 2010 - 19:49 #

Am JMStV sind Bundesregierung und Bundestag aber ausnahmsweise nicht Schuld, sondern die vielmehr Regierungen und Parlamente der Länder und somit auch die anderen dort regierenden Parteien.

Kampflebkuchen (unregistriert) 2. Dezember 2010 - 23:43 #

Wo ist das Problem? Das ist schon lange nötig und vor allem richtig. Zusammen mit dem Online-Perso geht das im Bereich Jugendschutz in die richtige Richtung, auch wenn es natürlich weiterhin Lücken geben wird. Kann ja nicht sein, dass man online als Jugendlicher an alles und jeden rankommt, ohne auch nur die geringsten Kontrollen. Zumindest Online-Spiele wie Black Ops oder ähnlicher Mist sollten danach besser kontrollierbar sein.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 2. Dezember 2010 - 23:55 #

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Sorry aber das ist so ein Schwachsinn den du schreibst! Wer kann einen Internetanschluss beantragen? Volljährige! Wer ist dafür zuständig Sorge zu tragen wer diesen Anschluss nutzt? Der Vertragsinhaber. Die Eltern sollen sich bitte darum kümmern was ihre Kinder im Netz treiben! Die einzige Aufgabe die dem Staat in dem Fall zukommen sollte ist der Aufbau von Medienkompetenz in der Schule.

Thymian 11 Forenversteher - 797 - 15. Dezember 2010 - 19:33 #

Die Eltern sind leider oft entweder überfordert oder berufstätig und haben keine Zeit dafür. Schau doch mal im Fernsehen, was da an Extremfällen veröffentlicht wird. Da war eine Mutter, die ihren 10 Jahre alten Kindern Horrorfilme zeigte, damit sie ruhiger schlafen gehen. Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Natürlich wäre es schön, wenn alle Mütter und Väter sich liebevoll und fürsorglich um ihre Kinder kümmern würden. Die Realität sieht leider so aus, dass locker 70% der Eltern überhaupt keine Ahnung davon haben, was ihre Kinder im Netz treiben. Da ist es doch gut, dass die Regierung die Kinder schützt, wenn es die Eltern nicht hinkriegen.

Über den richtigen Weg lässt sich natürlich streiten. Gerade von der FDP hätte ich so was nicht erwartet, waren die doch immer gegen jede Art von Internet-Beschränkungen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 15. Dezember 2010 - 19:39 #

Die Regierung will die Eltern aber gleich mit schützen. Zumindest vor zu viel Inhalt, am besten auch gleich vor falschen Meinungen. Nicht geschützt wird man hingegen vor Anwälten und der Abmahnkeule. Wenn Gesetz, dann richtig - durchdacht und von Fachleuten mitgestaltet.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 3. Dezember 2010 - 0:00 #

Black Ops hat doch bereits eine Altersfreigabe - wer das Spiel nicht kaufen darf, darf es auch nicht spielen. Daran ändert die "neue" Gesetzeslage auch nichts. Und du scheinst dich entweder generell nicht sonderlich gut mit dem Gesetz auseinander gesetzt zu haben oder du willst nur trollen. Denn: Was bringt das Gesetz in deinen Augen? WO kommt ein Jugendlicher nicht mehr dran? Und wie wird das sichergestellt. Im Gesetz steht, dass Webseiten mit jugendgefährdenden Inhalten eine Kennzeichnung "ab 16" oder "ab 18" tragen sollen. Mehr nicht.. Nur wenn auf dem Rechner der Leute auch Jugendschutzfilter installiert sind wird dieses Flag auch tatsächlich etwas bewirken. Zumindest solange, bis der Jugendliche das Passwort von Mama oder Papa geknackt hat. Oder sich lange genug beschwert hat, dass er nichts mehr für die Schule nachlesen kann, weil plötzlich das gesamte (nicht jugendgeschützte) Internet gesperrt ist.

Also, wie stehts bei dir - Gesetz nicht gelesen, nicht verstanden oder einfach mal Schwachsinn geschrieben um aufzufallen?

Kampflebkuchen (unregistriert) 3. Dezember 2010 - 0:10 #

Passt schon. -.-
Ich hab jetzt keine Lust auf eine Diskussion. Aber les dir vielleicht mal den "Black Ops AT indiziert" Thread durch. Da wurde quasi alles ausdiskutiert, was es zu dem Thema zu sagen gibt. Die Leute haben schon recht: Es hat seine Gründe, warum im bereich Internet-Jugendschutz etwas kommen muss. Und das hat mit persönlichem Misfallen eher weniger was zu tun, sondern mit Fakten und zunehmenden Problemen im Bereich Jugendgewalt und Skrupellosigkeit. Punkt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 3. Dezember 2010 - 0:27 #

Hmm.. Die skrupellosen Jugendlichen, denen ich in den letzten Jahren begegnet bin, haben keine bösen Spiele gezockt. Dafür waren sie supercoole Gangstatypen in ihrer Gang. Lustig. Die größten Schwachmaten in der Hinsicht waren übrigens durch die Bank weg zu blöde um das Internet auch nur halbwegs sinnvoll nach blutrünstigen Killermöglichkeiten zu durchsuchen.

Kampflebkuchen (unregistriert) 3. Dezember 2010 - 7:26 #

Man kann sich natürlich alles schönreden.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 3. Dezember 2010 - 9:03 #

Man kann sich natürlich auch alles schlecht reden und anstatt auf das Erlernen von Medienkompetenz und die Sorgfaltspflicht von Eltern zu setzen lieber alles über den Staat reglementieren, am besten zensieren und parallel noch Rechtsunsicherheiten erschaffen die irgendwelchen zwielichtigen Anwälten neue Geldquellen eröffnen. Prima! Die Ursache für die Verrohung eines Teils der Jugend liegt sicher nur am bösen Internet und den Killerspielen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 3. Dezember 2010 - 9:02 #

Nö, schönreden tust du dir die Welt offenbar. Indem du die wirklichen Probleme ignorierst und alles Böse auf das fiese und ach so rechtsfreie Internet schiebst. Das ist einfach, fast so leicht wie den Schmutz unter den Teppich zu kehren. Muss man sich keine Gedanken machen, ob die Probleme nicht doch noch andere Ursachen haben könnten. Filter drüber, passt scho, Welt wieder geflickt. Immerhin gabs damals, als es noch kein Internet und keine bösen Computerspiele gab ja nur Frieden und Freude und jeden Tag Eierkuchen. Kriege? Hat die Menschheit erst erfunden als das erste Doom auf den Markt kam, quasi um all die Gewalttrainierten Jugendlich endlich mal zu beschäftigen.

Ich habe zwei Jahre lang mit einem Klischee-Jugendlichen ("Ghettokid und stolz drauf!" meinte er mal) in einer WG gelebt. Seine Freunde waren die klassischen gewaltbereiten Deppen, die wegen "ey, wasch guscht?" auch mal das Messer gezogen haben. Gezockt hat von denen keiner, vom Internet hatten die auch so gut wie keine Ahnung. Teilweise waren die Jungs einfach nur dumm wie Brot - und stolz drauf. Man ist ja uncool, wenn man die Schule nicht nach ein paar Jahren ignoriert und abbricht. Drogen verticken bringt eh mehr Kohle. Leute aufmischen ist geiler als der Kack, den die Streber da am PC machen. Hab ne zeitlang versucht, den Jungs ein wenig zu helfen wieder klarzukommen. Wir sind losgezogen und haben Videos gedreht zum Beispiel. Ok, meistens waren das die Versuche, irgendwelche Kampfsportfilme nachzustellen. Aber die Typen waren beschäftigt und hatten Spaß an der Sache. Und konnten ihre Power woanders rauslassen. Ich habe denen nicht das Internet zensieren müssen, damit sie kurzzeitig von ihrem sinnlose-Gewalt-Trip runterkamen. Wie auch, war für die eh uninteressant - und wenn sie es genutzt haben dann nur zum Chatten. Ok, langfristige Erfolg hatte die Sache auch nicht, muss ich ja am Ende noch zugeben: Einer von den Jungs hat irgendwann die Kamera mitgehen lassen. Als er dann von seinen Leuten zur Rede gestellt wurde, hat er die Cam zerstört und bei der Gelegenheit noch meinen PC umgetreten. Daraufhin hatten die anderen auch keinen Bock mehr - der Depp war immerhin ihr Drogenlieferant und der ist dann doch wichtiger als blöde Videos. Hmm.. Immer noch kein Gewaltmedium namens Internet. Weißt du, ich rede mir da nichts schön. Aber ich bezweifle deine Lebenserfahrung.

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 3. Dezember 2010 - 18:24 #

deckt sich mit vielen Erlebnissen die ich kenne. Nur wenn die Politik dafür die Verantwortlichen suchen würde dann müsste man ja bei sich selber, den Eltern der Polizeipolitik etc die Fehler suchen und denen will man ja keine Fehler unterstellen... Dann lieber ein FSK 18 Aufkleberchen überall drauf und alles wird gut :) Bei den Hippies hats doch auch geklappt Blumen und Peace Aufkleber und alle waren lieb und nett...

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 3. Dezember 2010 - 21:22 #

nichts gegen Hippies :-/

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 3. Dezember 2010 - 21:44 #

Von wegen! Kann sich noch jemand an die Pril-Flaschen erinnern (das Zeug nimmt man zum Geschirr spülen, von Hand wohlgemerkt) so um die 80er rum? Da waren so bunte "Happy Hippie" Pril-Blumenaufkleber mit drauf. Wir Kids haben uns um die immer gezankt! Ah geh, das war Krieg :D.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 3. Dezember 2010 - 22:27 #

Gabs da denn ein Computerspiel zu? Oder wenigstens ne Internetseite? Hm.. DARPA-Net-Site?

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 3. Dezember 2010 - 22:32 #

hätte es damals internet gegeben hätte man die einfach nachkaufen können und jeder hätte welche gehabt !!

http://www.pril.de/prilblumen/shop

Friede durch das Internet :D ;)

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 3. Dezember 2010 - 23:40 #

Auch genannt: Inflation und Verlust des Besonderen.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 4. Dezember 2010 - 0:18 #

Mei, die Dinger gibt's ja immer noch :).

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 1. Dezember 2010 - 18:21 #

Wirklich dümmlich das ganze, die ersten Seiten von Blogger haben shcon bekannt gegeben das sie ende des Jahres Offline gehen (VZlog wohl der größte davon)

und DAS ist der größte Witz am ganzen:
"Wie am Ende die Überprüfung des Alters der Nutzer aussehen soll, scheint zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht geklärt"

sowas schafft man auch nur in Deutschland das man 1 Monat vor einem neuen Gesetz, es nicht shcafft konkrete Richtlinien aufzustellen damit man dies auch vorbereiten kann

Ray (unregistriert) 1. Dezember 2010 - 19:18 #

Da sich fuer Blogs durch das Gesetz nichts aendert kann man wohl nicht dem Gesetz die Schuld geben, wenn Blogs offline gehen.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 19:21 #

Warum soll sich für Blogs nichts ändern?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 19:38 #

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/01/warum-blogger-gelassen-bleiben-konnen/

Ein recht sinnvoller Kommentar, immerhin aus dem Munde (äh.. Fingern? Gehirn!) eines Anwalts..

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 1. Dezember 2010 - 19:48 #

ja von einem anwalt, es gibt aber einfach zu viele Lücken in dem Gesetz es ist nicht klar was da reinfällt oder nicht!
So kann es durchaus sein das Blogger reinfallen.
Der eine Anwalt sagt da passiert nichts und der andre anwalt schreibt mahnbescheide raus da es Gesetzeslücken gibt...

Und der Oben: komisch das viele Bloggerportale aufhören und alle zum 31.12. Warum sollten Solche Portale die über Jahre gut laufen auf einmal zumachen und dazu zur selben Zeit?

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 19:51 #

Ja ein Anwalt, dass ist das Problem. Dafür gibt es tausend andere Abmahnanwälte, die das anders interpretieren und dich im Zweifelsfall vors Gericht zerren. Wie es am Ende wirklich ausgelegt werden soll, wissen wahrscheinlich nicht mal die Helden die das Ding zusammengeschustert haben.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 19:54 #

Hast du (und Vidar..) den von mir verlinkten Text von Udo Vetter gelesen?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 1. Dezember 2010 - 19:57 #

Ja, aber kenne sowas zu genüge aus meiner Arbeit, zwar leicht andre Branche aber kann sagen Abmahnanwälte sind da sehr originell wenns ums Geld geht

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 20:04 #

Ja, schon über den Tag heute. Es ist seine Interpretation wie das Gesetz Anwendung finden wird und seine Beobachtung von Blogs die er liest. Deswegen schreibt er auch so oft es ist nicht davon ausgehen, dass selbst Blogger mit Werbung, etc. Ich konstruiere mal: Wenn du nun einen sagen wir Gaming-Blog hast und da nicht tagesaktuell zu einem Thema schreibst und die Inhalte angesammelt sind die über ab 18er Titel handeln, vermischt mit Artikeln über FSK 0 Titel, dann wäre ich mir nicht so sicher... Wer entscheidet am Ende, ob deine Inhalte für Jugendliche oder Kinder gefährdend sind und du eigentlich deine Seite entsprechend markieren müsstest und einen Jugendschutzbeauftragten angeben musst (ja auch wenn man sich das selber zutraut, muss man wissen, dass man ihn angeben muss, weil du ja durch Werbebanner Geld verdienst...)? Hier besteht doch die Gefahr, dass irgendwer irgendwas konstruiert interpretiert und man selber in seiner Rechtsunsicherheit der Doofe ist. Lawblog und Udo Vetter schön und gut, mein nicht vorhandenes Gottvertrauen lege ich allerdings nicht allein in seine Worte.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 20:07 #

Das ist eindeutig geregelt. Die Seite würde sich nicht primär an Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren richten und ist daher außer Gefahr.

Wenn ich aber eine Seite habe, die sich von der Aufmachung her und vom Inhalt eindeutig an Kinder richtet und dann dort plötzlich ein Trailer zu SAW 0815 zu sehen ist - das wäre ein Fall für den Anwalt. Und das übrigens schon seit langem..

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 21:11 #

Ne, das stimmt in meinen Augen so nicht. Kennzeichnungspflichtig sind "Inhalte, die nur für Nutzer ab 12 Jahren geeignet sind und nicht von Inhalten, die für jüngere Kinder bestimmt sind, getrennt gehalten werden" und "Inhalte, die nur für Nutzer ab 16 oder 18 Jahren geeignet sind" Wenn sich da Themen die ab 12 "geeignet" sind sich mit Themen die erst ab 16 "geeignet" sind durchmischen, wird es nämlich schon komplizierter wenn man sich mit der Klassifizierung nicht sicher ist.

Hier gibt es auch noch eine interessante (ich nenne es mal) FAQ: http://www.fsm.de/de/jmstv-2011

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8039 - 1. Dezember 2010 - 23:39 #

Tja dann ist nur noch die Frage, wie der Laie wissen soll, ab wann das Thema die verschiedenen Jahre überschreitet. Was für mich Common-Sense ist, ist für Abmahnanwalt Klaus Mustermann absolut gegen das Gesetz. Klar, jetzt könnte man es drauf ankommen lassen... weil jeder 0815 Blogger/Webseiten Betreiber auch eine Rechtschutzversicherung hat und die Nummer seines Anwalts auswendig *cut*

Da würde ich eher dicht machen oder ein "Ab 18!" rantackern. Was dann allerdings heisst, dass die Kids der Indoktrination des Gesetzgebers und der Contentmafia ausgeliefert sind. Schöne neue iWelt. :(

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 1. Dezember 2010 - 20:12 #

Udo Vetter ist Strafverteidiger. Das Thema also nicht gerade sein Fachgebiet.

Hier die Ansichten eines Anwalts der sich mit dem Thema besser auskennt:

http://www.internet-law.de/2010/12/mein-blog-bleibt-online.html

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 20:16 #

Der Grundtenor ist allerdings identisch.

Und Udo schreibt schon ganz richtig, dass Filterprogramme die alle Seiten ohne Jugendschutzflag ausfiltern sich nie durchsetzen können, da nur Deutschland eine entsprechende Infrastruktur etabliert. Wenn Deutschland de facto das Internet abgeklemmt wird, gibt es Revolution schreibt er - und ich gebe ihm Recht.

Deady (unregistriert) 1. Dezember 2010 - 18:32 #

Deutschland schafft sich halt doch ab :-)

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 1. Dezember 2010 - 18:45 #

stand das jemals zur Debatte?^^

Industrial 06 Bewerter - 94 - 1. Dezember 2010 - 20:30 #

Der Zeitplan ist halt noch nicht geregelt ;)

Kampflebkuchen (unregistriert) 2. Dezember 2010 - 23:47 #

Na, unter 18? ... ;-)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8039 - 1. Dezember 2010 - 18:54 #

JMStV ist absolut bescheuert und eine echte Bankrotterklärung. Aber vielleicht sollte man noch dazu klarstellen, für die sind Online-Spiele nicht (nur) MMO's oder Flash-Games, sondern alle Spiele die Online Vertrieben werden. Würde also zB das nächste Modern Warfare nur via Steam verkauft, wäre das ein Online Spiel... Noch so ein Ding, was Politiker und Gesetzesgeber nicht so ganz raffen.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 1. Dezember 2010 - 18:56 #

Hintergrundinfos zu dem geplanten JMStV:

Förderung von Erotikanbietern statt Schutz der Jugend:

http://www.lto.de/de/html/nachrichten/2065/jmstv-neuregelungen

Wunderheiler 19 Megatalent - 19077 - 1. Dezember 2010 - 19:03 #

Dokument nicht gefunden...

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 1. Dezember 2010 - 19:18 #

hmmm, der hier geht aber:

http://www.lto.de/de/html/nachrichten/2065/jmstv-neuregelungen/

Feldgraf 10 Kommunikator - 477 - 1. Dezember 2010 - 19:39 #

Unglaublich was hier so langsam passiert, jeder Blödsinn wird reglementiert.

Corthalion 16 Übertalent - 4765 - 1. Dezember 2010 - 19:56 #

Bei Onlinespielen mag das ja noch Sinn machen. Eindeutig Schwachsinn ist es aber, die Altersfreigaben für jede einzelne Internetseite einzuführen. Private Seitenanbieter können sich den Aufwand, der damit einhergeht, garnicht leisten. Den Politikern, die dieses Gesetz befürworten - und das scheint ein Großteil der deutschen Politiker zu sein - scheint garnicht klar zu sein, was sie da anrichten.

Genaueres über Auswirkungen des JMStV auf das deutsche Internet ist hier zu finden: http://t3n.de/news/neuer-jmstv-286977/1/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 20:04 #

Und weniger panisch (und deutlich realistischer begründet) : http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/01/warum-blogger-gelassen-bleiben-konnen/

Ich würde mir noch nicht den Stress machen, den t3n seit gestern verbreitet. Die Leute dort rennen ja wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend. Den JMStV gibt es schon seit langem.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 20:07 #

Aber nicht in dieser absurden Form! Interessant auch das Experiment vom AK Zensur: http://ak-zensur.de/jmstv/

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 20:10 #

Exakt so absurd wie jetzt beschlossen. Nur mit noch weniger Biss. Hat sich eben nur keiner dran gehalten. Und wirds auch später keiner. Spätestens wenn tausende Anzeigen der Piratenpartei und anderen engagierten Leuten auf den Bundestag einprasseln - weil deren Seiten sich auch nicht an die Regelungen halten werden. Und das werden sie nicht, wäre denen viel zu teuer, das umzustellen.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 21:03 #

Nein die Kennzeichnungspflicht für Webseiten ist imho erst in der aktuellen Novelle hinzugekommen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 22:01 #

Die Kennzeichnungspflicht ja. Der ganze Humbug der da sonst drin steht (und exakt der ist es, der die Blogger aktuell verrückt macht) stand da vorher schon drin. Wir hatten schon als das Ding das erste mal beschlossen wurde Diskussionen bei uns im Forum, was wir jetzt machen. Wir haben uns für "nix" entschieden. Hat funktioniert. ;)

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:13 #

Ich glaube was die Blogger verrückt macht ist, dass sie befürchten ihre eigenen Seiten falsch oder ungenügend zu kennzeichnen und deswegen von windigen Anwälten abgezockt werden. Im Endeffekt geht es hier doch nie um Hardcore-Pornos oder Gore-Filmchen die irgendwer auf einem Blog veröffentlicht sondern um Inhalte die irgendwo nach irgendeiner Auffassung ein beeinträchtigende Wirkung für Jugendliche haben könnten, also im Bereich zwischen ab 12 und ab 16 bis 18 liegen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 22:14 #

Wie gesagt, ich glaube da fest an den Gegenschlag der Internet-Nutzenden Anwälte. Und fast jeder Politiker hat mittlerweile eine private (und von Fremdfirmen meist eher ungenügend gepflegte) Internetseite. Wenn man sich *jetzt* schon organisieren würde, könnte man wahrscheinlich sogar die Impressumspflicht kippen (hat kaum einer der Volksverwirr..treter).

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:17 #

Hör mir auf mit der Impressumspflicht. *g* Aber warten wir ab, bisher ist das Ding ja in der Form auch noch nicht mal rechtskräftig durchgewunken.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 22:19 #

He, in Hamburg gibts bald Neuwahlen, die Grünen müssen sich nicht mehr an die "Koalitionslinie" halten..

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:24 #

Das Problem ist, dass bevor die Koalition dort auseinander gegangen ist, Schwarz-Grün das Ding soweit ich es verstanden habe noch durchgewunken hat. Auch Rot-Rot in Berlin hat es passieren lassen. Momentan hängt es mehr oder minder an Rot-Grün in NRW.

Edit: Ja haben sie: http://www.netzpolitik.org/wp-upload/Bildschirmfoto2010-11-28um21.03.25.png

Mithos (unregistriert) 1. Dezember 2010 - 22:28 #

In Hamburg wurde der JMStV schon letzten Mittwoch beschlossen - vor Auflösung der Koalition, mit den Stimmen von CDU, Grünen und auch SPD (Opposition)

netzpolitik.org/2010/jugendmedienschutz-entscheidung-in-berlin/#more-18391

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 2. Dezember 2010 - 0:32 #

Die meisten Politiker wissen ja eh nicht was dieses Gesetz genau bewirkt. Ist ihnen wohl auch egal Hauptsache mal was verbieten, den Rest können die unterforderten Gerichte und Anwälte klären und wir bessern dann irgendwann nach, so kommt es mir zumindest bei den meisten Neue Medien Gesetzen vor.

ak.demiker 12 Trollwächter - 891 - 1. Dezember 2010 - 21:05 #

Bin ich mal gespannt wie das funktionieren soll

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 1. Dezember 2010 - 21:24 #

Welch eine Ironie, während des lesens des Beitrags sprang Winamp auf Die Prinzen - Deutschland :D "Das alles ist Deutschland, das alles sind wir. Das gibt es nirgendwo anders ..."

Wird das ganze eigentlich auch Auswirkungen auf GG haben?

P.S. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2411

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:15 #

Bei GG kann ich mir nur vorstellen, dass neben der ab 18 Schiene in Zukunft auch eine ab 16 Schiene gefahren wird, da man sicher nicht riskieren will das man bei U16 Usern weggefiltert wird.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 22:16 #

Ich denke mal, die 1-2% der Internet-Filter-nutzenden Haushalte sind relativ egal.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:19 #

Sind das so wenig? Gibt es da irgendwelche Zahlen? Würde mich echt mal interessieren. Ich glaube grade bei Eltern "ohne Internetführerschein" kommt es vermehrt zur blinden Installation von solchen Teilen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 1. Dezember 2010 - 22:24 #

"Blinde Installation" ist gut. Das bedeutet, dass der Nachwuchs das nächst Referat vergeigt weil alles gesperrt ist. "Ach, einfach mal "SEX" in den Filter eingeben." - "Mama, mein Referat zur Stadt EsSEX war kacke! Du bist schuld, konnte nix im Internet lesen, alles gesperrt!" - und schon fliegt die Grütze wieder runter. Habs oft genug erlebt, im Job und Privat.

Übrigens, beruflich habe ich in zehn Jahren PC-Handel, Softwareberatung und Support keinen Kunden kennengelernt, der so eine Filtersoftware länger als einen Monat genutzt hat.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:26 #

Interessant, danke. :)

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 1. Dezember 2010 - 21:54 #

Wer im JMStV den Untergang des Internets sieht, ist - mit Verlaub - paranoid und überängstlich. Ich kann ja die Sorge vieler Blogger nachvollziehen - sie ist aber vollkommen unberechtigt. Durch die Novellierung ändert sich fast nichts - Sperrung gewisser Inhalte nach Tageszeiten und Ab 18-Flags waren auch vorher schon verpflichtend. Die einzige mir bekannte Internetseite, die diese Pflicht ernst genommen hat, ist GamersGlobal - ab 18-Artikel erst ab 22 Uhr oder nach Übermittlung der ID auf dem Personalausweis.
Die Kurzform des JMStV ist übrigens Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, nicht Jugendmediendienstestaatsvertrag.

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 1. Dezember 2010 - 22:03 #

das ist aber nicht die Kurzform sondern eher andersrum ;P

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 1. Dezember 2010 - 22:11 #

JMStV ist die Abkürzung, Kurzform Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Der eigentliche Titel ist "Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien". ;)

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. Dezember 2010 - 22:05 #

Es geht auch nicht um den Untergang des Internets. Das Internet kennt nämlich deutsche Staatsgrenzen (zum Glück) nicht...
Doch es ändert sich die Kennzeichnungspflicht für eventuell entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte, die gab es vorher nicht.
Danke für den Hinweis allerdings taucht diese Begrifflichkeit auch mehrfach in dem Zusammenhang auf, habe es allerdings geändert.

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 1. Dezember 2010 - 22:30 #

Natürlich bin auch ich kein Freund vom JMStV, denn: So ehrbar sein Sinn und Zweck - der Jugendschutz - ist, so miserabel wird er ihm gerecht. Stattdessen erzeugt er nur einen unnötigen Bürokratiewust und stiftet Verunsicherung bei den gesetzestreuen Bloggern und Internetseitenbetreibern, die nun - eigentlich unnötig - Angst vor Sanktionen haben.
Gar keine Frage: Das JuSchG reicht nicht zum umfassenden Jugendschutz aus - ein Kind muss nicht nur im Kaufhaus vor schädlichen Medien geschützt werden, sondern auch im Fernsehen, Radio oder dem Internet. Daher ist der Gedanke nicht falsch, die Gesetzeslücken mit einem dezidierten Landesgesetz zu schließen.
Alterskennzeichnungspflicht (von der Problematk der Durchführung mal ganz abgesehen!) schön und gut - nur: Welches Kind wird sich um irgendwelche Alterskennzeichnungen scheren? Und welche Eltern haben tatsächlich irgendwelche Netzfilter auf dem PC des Kindes installiert?
Und die wirklich "harten" Inhalte gibt's doch sowieso auf Internetseiten, die ohnehin nicht viel für deutsches Recht übrig haben und nicht einmal das Urheberrecht respektieren, geschweige denn, dass deren Server in Deutschland sind. Glaubt denn allen Ernstes jemand in den Länderparlamenten, dass Rapidshare zukünftig seine Files mit Alterskennzeichen flaggt?
Man kann nur hoffen, dass das Abgeordnetenhaus von Berlin der Novellierung des JMStV das Zustimmungsgesetz vorenthält. Es gibt ja viel positivierten Schwachsinn im deutschen Recht - da passt der JMStV, sollte er ratifiziert werden, gut rein.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32813 - 1. Dezember 2010 - 22:50 #

"oder nach Übermittlung der ID auf dem Personalausweis."
Diese Maßnahme ist allerdings leider völlig für die Katz. Es gibt genügend Personalausweisnummerngeneratoren.

Mithos (unregistriert) 1. Dezember 2010 - 22:33 #

Am Bemerkenswertesten finde ich:

Diejenigen, für die diese JMStV-Filter geschaffen werden, haben die größten Kompetenzen, um solche Filter zu umgehen.

"So, Papi, ich erklär dir jetzt zum letzten Mal, wie du den Filter umgehst, also pass gefälligst auf und merk dir das endlich"

DELK 16 Übertalent - 5488 - 15. Dezember 2010 - 18:17 #

Erinnert mich an meine Schule.. Admin hat sich eingebildet, Youtube sperren zu müssen, daraufhin konnten die ganzen Lehrer während dem Unterricht keine Filmchen mehr herzeigen und haben sich an uns gewandt. Nun wissen einige Lehrer zumindest, wie man einen Proxy benutzt ;)

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 2. Dezember 2010 - 0:10 #

An dem Thema sollte GamersGlobal dranbleiben, grad weil ja mancher Gamer auch über sein Hobby bloggt. Da sind Altersfreigaben der abgehandelten Spieletitel womöglich von konkreter Bedeutung. :)

bersi (unregistriert) 2. Dezember 2010 - 2:31 #

Das Ende von Knuddels! Hooray!

Navel 09 Triple-Talent - 342 - 2. Dezember 2010 - 4:20 #

Das den Politikern nen richtigen Weltbild fehlt is ja schon lange klar,machen gesetzte wo sie sich nich auskennen und winken es durch.totaler bullshit ;)

DarkVamp 12 Trollwächter - 903 - 2. Dezember 2010 - 7:08 #

Lol ! Das Netz ist nunmal nicht DEUTSCH also was soll der Quatsch? Werden alle Seiten wo der Webserver NICHT in GER steht dann gezwungen das auch zu tun? Wenn nicht werden sie gesperrt? Muessen sie erkennen wenn jemand aus GER auf den Server zugreift?

ALLES TOTALER HUMBUG !

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 2. Dezember 2010 - 8:25 #

Wenn es nach der Politik geht, hätte jeder Deutsche einen Webfilter installiert, der tatsächlich nur Inhalte mit Jugendschutzflag durchlässt. (Weiter denken können die Herrschaften auch offenbar nicht, ist ja viel zu aufwändig, den ganzen ausländischen Internet-Teil auch auszudrucken täglich. Kann ja also so viel nicht sein)

Das würde aber auch bedeuten, dass alle ausländischen Inhalte in *.de nicht mehr erreichbar wären. Ich wette, da sitzen einige alte Herren herum, die solche Filter gerne auf Providerseite installiert hätten..

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 2. Dezember 2010 - 8:43 #

An Websperren durch Provider basteln sie doch schon wieder auf EU-Ebene...

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 2. Dezember 2010 - 9:43 #

Gleichberechtigung bitte!

Da sitzen sicher auch einige alte Damen herum. ;)

Anbei 10 Kommunikator - 507 - 2. Dezember 2010 - 12:10 #

Hui, dann hätten wir ja eine schärfere Zensur als in China.

DarkVamp 12 Trollwächter - 903 - 2. Dezember 2010 - 12:56 #

Ich schreibe diese Zeilen gerade aus China lol

Und auch hier ist das Netz komplett freu wenn man nicht auf den Kopf gefallen ist und 1-2 Minuten Zeit investiert. Sie sollen hier in Deutschland ruhig blocken was sie wollen das gehoert das Netz bald wieder uns Geeks wie frueher lol

Kampflebkuchen (unregistriert) 2. Dezember 2010 - 23:52 #

Wenn du wirklich in China bist: Pass gut auf, was du schreibst und tust. Und wer dich in Zukunft in deinem chinesischen Umfeld versucht kennenzulernen. Ich hab da schon üble Erfahrungen sammeln müssen.

fazzl 13 Koop-Gamer - 1277 - 2. Dezember 2010 - 10:17 #

Ich sehe das Ganze auf einer ganz anderen Schiene kritisch:
Ich finde es ist ein riesengroßer Wettbewerbsnachteil im Kampf um Inhalte und Ideen. Schließlich werden die deutschen Durchschnitts-User um die modernste und einfachste Technik beschnitten um ihre Meinung zu verbreiten... und ich glaube noch daran, dass viele meiner Landsleute sehr interessante Sachen zu erzählen haben.

Wird der ganze Mechanismus seine Ideen zu veröffentlichen zu kompliziert schränkt das den Austausch und den Innovationsprozess ein. Ein klarer Nachteil gegenüber allen liberaler eingestellten Ländern. :(

Das macht mich so sauer. Da wird immer überlegt wie man Deutschland wieder zum Land der Ideen und Unternehmensgründer macht und dann sowas... Viele Dinge fangen klein an ohne ein Startkapital um sich Rechtsbeistand und Aufwand leisten zu können um diesen Jugendschutz umzusetzen.

Grüße
Fabian

(wenn jemand in die selbe Kerbe bereits geschlagen hat: sorry, hatte nicht die Zeit alle Kommentare zu lesen!)

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23320 - 2. Dezember 2010 - 17:54 #

Ich behaupte, dass keine Jugendmedienschutzexpertise existiert. Jugendbeeinträchtigung/-gefährdung u.ä. sind keine wissenschaftlichen, keine objektivierbaren Konstrukte, es existieren keine transparenten, enumerativen Kriterienkataloge o.ä.; jugendbeeinträchtigen/-gefährdend ist das, was das Individuum ad hoc im Einzelfall als jugendbeeinträchtigen/-gefährdend deklariert. Was das ist, ist i.d.S. abhängig von der individuellen Konzeptualisierung der Jugend, der Medien (und ihrer eventuellen Wirkungspotenziale) der Erfahrung und der Rezeption des konkreten Inhaltes usw.; letztendlich sind das subjektive Werturteile.

D.h.: Die Klassifikationen können generell gar nicht "falsch" oder "richtig" sein! Die Meinung eines "Experten" in Fragen des Jugendmedienschutzes ist nicht qualifizierter, als die eines jeden "Laien"; eine Expertise existiert nicht. Insofern ist das auch nur ein argumentum ad verecundiam..

Raven 13 Koop-Gamer - 1526 - 3. Dezember 2010 - 0:43 #

I lol'd. Sorry aber mehr kann man zu dem Bullshit nicht sagen. Das wird doch nie und nimmer wie auf dem Papier umgesetzt. Traurig ist's aber schon mit anzusehen, wie Offliner sich das Inet vorstellen.

winthefight 06 Bewerter - 66 - 3. Dezember 2010 - 13:40 #

Es hat ja auch einen Grund warum man das ganze A L T E R S F R E I G A B E
nennt. Das hat nichts mit der Erziehungspflicht der Eltern zu tun, wenn das Produkt ab einem gewissen Alter eingestuft ist, dann haben die Personen, die unter dem gesetzlichen Alter sind, dieses Produkt nicht zu nutzen.

Ob das jetzt gut oder schlecht ist wird man ja sehen, mehr Papierkram bedeutet das allemal.

und warum jetzt jeder über das Internet redet ist mir auch unklar, hier war die Rede von Online Spielen.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 3. Dezember 2010 - 14:36 #

Hä? Zum Medium Internet erhält man Zugang durch einen Provider mit dem nur volljährige Personen einen Vertrag abschließen können. Diejenigen sind dann auch verantwortlich dafür, wer wofür und wie den Zugang nutzt. Bei Kindern und Jugendlichen also z.B. die Eltern oder die Eltern des Freundes/Freundin. Eltern können auch Spiele mit USK 16 oder 18 kaufen und ihren Kindern zur Nutzung überlassen, dass obliegt allein ihrem Ermessensbereich und das ist gut und richtig so, denn das geht den Staat rein gar nichts an! Die Regulierung ist beim Kauf gegeben, fertig. Quasi wie beim Abschluss eines Vertrags mit einem Provider. Online-Spiele spielst du wahrscheinlich auch immer ohne Netzanbindung, nicht wahr? Außerdem ist das Thema einfach breiter, da es auch eine Kennzeichnungspflicht für Webseiten geben soll. Aber du findest bestimmt auch die Zensur bei Spielen für Volljährige hier toll und wärst dafür, dass der Staat wie in China am besten Seiten komplett für alle zensiert...

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 0:26 #

Mit Verlaub: Wären deine Argumente nicht ernst gemeint, könnte ich über sie lachen.
Als ob auch nur ein Bruchteil der Eltern kontrollieren wollte, was ihre 13-jährigen Sprösslinge nachts in ihrem Zimmern so treibern. So etwas nennt man Vertrauen. Und genau dieses wird heute gerne heftig missbraucht.

Es geht hier nicht um Zensur, sondern um verdammten Jugendschutz! Es geht darum, dass sich >12-Jährige< nächtelang >heimlich< auf Youporn ungehindert rumtreiben können (und das auch tun, bequem vom eigenen iPod aus) und bei über Torrents downgeloadeter Software effektvoll bergeweise Leichen zerfetzen. Auf unfassbaren Webseiten echte Taliban beim Köpfen von Menschen beobachten. Oder gleich die Gedärme rausgerissen werden.
Das ist kein verdammter Witz, sondern kranke Realität. Soche Videos findest du überall, ohne Alterskennzeichnung, ohne Hindernisse bequem ins Kinderzimmer. Und jeder hat sie mal gesehen.
Das hat nichts mit Demokratieverlust zu tun, sondern ist der Anfang vom Untergang unserer Wertegesellschaft. Die Jugendgewaltstatistiken sprechen eine mehr als eindeutige Sprache. Und genau hiergegen muss etwas getan werden, auch wenn die ach so freiheitsbewusste und selbstlose Netzgemeinschaft wieder auf die Barrikaden geht.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 1:21 #

Und wieviele deiner bösen Seiten kommen aus Deutschland? Keine? Oder hört bei dir das Internet auch an den Staatsgrenzen auf? Oder sperren wir am besten alle Seiten die nicht in Deutschland gehostet werden? Bedenklich ist schon eher, dass Eltern nicht wissen was ihre minderjährigen Sprösslinge so treiben. Und nur gut, dass diese Eltern ihren Kindern trauen sollen aber der Staat nicht den Eltern zutrauen soll, ihre Kinder richtig zu erziehen und zu schützen. Schon mal Tagesschau gesehen, da zeigen sie teilweise Leichen in Blutlachen, da müsste doch auch was gemacht werden, oder? Und ich weiß ja nicht wie alt du bist aber früher wurden Splatterfilme oder Sexfilmchen per vhs auf dem Schulhof getauscht. Wahnsinn, ganz ohne böses Internet. Die Augen vor der Realität zu verschließen und die wahre Ursachen für eine Werteverfall zu verkennen und stattdessen, alles lieber auf dieses Medium schieben ist schlicht und ergreifend naiv.

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 8:02 #

Der klitzekleine Unterschied: Wenn wir früher Gina Wild getauscht haben, wusste jeder, dass es "verboten" ist. Es war etwas besonderes. Und das machte es reizvoll und interessant.
Heute hingegen wird Gewalt, harte Pornographie größtenteils als völlig normal, tabufrei und inflationär eingestuft. Liebe und Erotik im partnerschaftlichen Sinne sind bei den meisten out. So mancher 14 Jähriger schaut sich regelmäßig Tiersexfilmchen, Vergewaltigungsvideos oder gar Sado-Maso im Stream auf entsprechenden Videoportalen an. Ein Klick auf Google - und du hast es auf dem Schirm, als erstes Suchergebnis. Ohne Altersbeschränkung in HD. Das gab es so noch nie zuvor.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 9:41 #

Noch einmal, wie viele der Seiten auf die du anspielst kommen aus Deutschland? Wie viele dieser Seiten sind von der aktuellen Novelle des JMStV betroffen? Du hast keine Ahnung um was es geht und polterst einfach los, mehr nicht. Und auch das noch einmal, die Verrohung auf den Medienkonsum schieben, ist naiv. Du bist auch so ein Freund vom herumdoktern an Symptomen. Wenn "Liebe und Erotik im partnerschaftlichen Sinne sind bei den meisten out" sind, liegt das sicherlich an falsch vermitteln Werten durch Erziehungsberechtige als alles andere. Aber es ist schlicht einfacher das eigene Versagen auf ein Medium abzuschieben. Bist du in der Jungen Union?..

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 10:07 #

"liegt an falsch vermittelten Werten durch Erziehungsberechtige"

Jugendliche sind schon immer eigene Wege gegangen. Je konservativer die Eltern, desto experimentierfreudiger die Jungen. Wie Jugendliche drauf sind, liegt auch zum Großen Teil an ihrem Umfeld.

"Wie viele dieser Seiten sind von der aktuellen Novelle des JMStV betroffen?"

Nur wenige und doch einige. Gerade im Bereich Spiele und Filme kann man besser kontrollieren, weil die meisten Jugendlichen eher auf deutschen denn auf internationalen Webseiten unterwegs sein sollten, rein von der Sprache her. Ich denke da an Sachen wie Steam, Gamesload, Videoload und Maxdome in Verbindung mit dem ePerso. Momentan kannst du dir einfach eine PaySafeCard holen oder dich bei Paypal mit falschen Geburtsdatum anmelden, um ungehindert an das meiste zu kommen.

"Bist du in der Jungen Union?"

Nein, weder schwarz noch gelb. Aber eben auch nicht in der Piratenpartei ;-)

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 10:42 #

Vermittlung von (ethischen) Werten hat so was von gar nichts mit Konservativismus zu tun. Zeige mit die deutschen Seiten! Deutsche Seiten die Inhalte ab 18 anbieten verfolgen bereits eine ältere Richtlinie aus der JMStV, nämlich entweder "Sendezeiten" zu haben oder das Alter zu prüfen (so wie es eben auch hier bei GG gemacht wird).
Steam wird dem JmStV nicht unterliegen, Gamesload erfüllt bereits die Auflagen für Titel ab 18 genau so wie Videoload und sicher auch Maxdome. Dein Geburtsdatum bei PayPal wirst du auch weiterhin fälschen können. Diese Novelle bringt keinen verbesserten Jugendschutz sondern nur Unsicherheit für deutsche Webseiten-Betreiber (von denen keiner deine Horrorinhalte anbietet). Man muss auch nicht in der Piratenpartei sein um sich erst über Netzthemen zu informieren, bevor man darüber diskutieren will.

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 12:31 #

Hab ich was falsch verstanden? Ich dachte die Reform umfasst auch Anbieter, die ihre digitalen Waren ausdrücklich in Deutschland über eine deutsche Geschäftsstelle anbieten (Steam, Xbox Live, PSN, Online-Spiele, ..)? Gilt das jetzt nur für Webseiten, oder auch für Dienstleistungen? Bin etwas verwirrt.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 12:32 #

Das hast du tatsächlich richtig verstanden. Hat Steam bzw. Valve für Steam eine deutsche Geschäftsstelle? Falls ja ok, dann müssen sie was tun. Ich nutze keine Steam und weiß es nicht, gehe aber davon aus, das alles über die USA abgewickelt wird. Aber schön zu sehen, dass das die einzige Stelle ist auf die du noch eingehst. ;)

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 0:23 #

@winthefight: Voll deiner Meinung.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 3. Dezember 2010 - 14:34 #

Gewaltspielstudie in Australien
Kein signifikanter Zusammenhang zwischen Gewalt und Spielen:

http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2415

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 0:31 #

Probanden: Fast ausschließlich Studenten. Wie immer bei Statistiken mit Ergebnissen in dieser Richtung. Gut gelenkt, die Industrie ist zufrieden, der Leser schaut nur aufs Endergebnis.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 4. Dezember 2010 - 2:44 #

Aha.
Die Australische Regierung (noch paranoider als unsere gegenüber Computerspielen) gibt eine Studie in Auftrag und weil das Ergebnis nicht in dein kleines beschränktes Weltbild passt ist alles natürlich von der allmächtigen Spieleindustrie "gelenkt".

Und mir erscheint das Endergebnis einer Regierungsstudie immer noch glaubhafter als deine unbewiesenen Verschwörungstheorien.

"The review also found that there is stronger evidence of short-term effects from violent games than long-term effects and that some research points to the fact that games are a small risk factor in aggressive behaviour over the short term."

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 8:06 #

Der Hintergrund der aktuellen australischen Studie ist die Diskussion um eine etwaige Einführung des 18er-Siegels in Australien. Es wurden Freiwillige über 18 untersucht. Hier geht es hingegen um Jugendschutz. Ein völlig anderes Thema.

Ein paar Studien, die eben jene Altersgruppen untersuchen (Jugendliche):

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* Die Studie der Bochumer Psychologen Rita Steckel und Clemens Trudewind kommt zu dem Ergebnis, dass durch das Spielen unmittelbar die emotionale Sensibilität abnimmt. Wörtlich heißt es: „Langfristig kann diese Herabsetzung der empathischen Reagibilität zu einer emotionalen Abstumpfung führen, die einen wesentlichen Hemmmechanismus für das Aggressionsmotiv schwächt.“

* Die Studie von Tillmann/Holler-Nowitzki/Holtappels/Meiner und Popp (Schülergewalt als Schulproblem, München 1999) an hessischen Schulen dokumentiert, dass Gewaltmedien vor „Peergroup“, Schule und Familie zur einflussmächtigsten Bedingung für die Häufigkeit der Ausübung physischer Gewalt wurden. Befragt wurden mit einem standardisierten Fragebogen insgesamt 3540 Schülerinnen und Schüler in 167 Klassen.

* Die Studie von Weiß zur Wirkung des Gewaltmedienkonsums in Baden-Württemberg und Sachsen ergab: Die „Legitimation und Bereitschaft zur Gewaltanwendung hat bei Schülern im Alter von 12 bis 16 Jahren mit der Menge des Medienkonsums und der Häufigkeit des Konsums medialer Gewaltdarstellung einen substantiellen übergeordneten Bezug.“ (Gewalt, Medien und Aggressivität bei Schülern, Göttingen 2000)

* Brad J. Bushman und Craig Anderson veröffentlichten im Jahr 2001 ihre Meta-Studie „Effects of violent Video“ (vgl. American Psychological Society, Ausgabe 12, September 2001). In insgesamt 35 Untersuchungen in 54 unterschiedlichen Gruppen beteiligten sich 4262 Teilnehmer. Nach dem Befund der Wissenschaftler haben die Kinder und Jugendlichen, die Gewaltcomputerspielen ausgesetzt sind, die höchsten Level von Aggressivität. Dazu kommen langfristige Effekte, die zu einer aggressiven Persönlichkeit und zu einer aggressiven Wahrnehmung führen. Gleichzeitig reduzieren Gewaltcomputerspiele auch prosoziales Verhalten.

* Eine Fragebogenuntersuchung des Münchner Schulpsychologen Werner Hopf dokumentiert, „dass rund 25 Prozent der Aggressivität und Gewalttätigkeit von Kindern und Jugendlichen in Hauptschulen durch Gewaltmedienkonsum erklärbar ist.“ (vgl. SchulVerwaltung BY, Nr. 7/8 2002, S. 254; vgl. Wirkungen von Mediengewalt, in GEW-Bayern, München 2000)

* Im August 2002 veröffentlichten die amerikanischen Wissenschaftler Audrey M. Buchanan, Douglas A. Gentile, David Nelson, David A. Walsh und Julia Hansel eine Untersuchung, die auf der „International Society for the Study of Behavioural Development Conference“ in Kanada vorgestellt wurde. Teilnehmer der Untersuchung waren 219 Schüler. In den Befunden heißt es, feindselige Eigenschaften würden durch Gewaltmedien signifikant gefördert.

* Im Dezember 2002 veröffentlichte die amerikanische „Society für Personality and Social Psychology“ eine Studie von Brad J. Bushman und Craig A. Anderson, die an der Iowa State University forschen. An der Untersuchung nahmen 224 Studenten teil, die wahlweise ein brutales Spiel („Mortal Kombat“, „Duke Dukem“) oder ein gewaltloses Spiel („3D Pinball“) spielten. Die Studie dokumentiert, dass die Spieler des Gewaltspiels das Verhalten der Hauptperson aggressiver beschreiben und mehr in aggressiven Gedanken denken (PSBP, Ausgabe 28, 12. Dezember 2002, S. 1683).

* Im Jahr 2004 wurde in den USA die Studie von Douglas A. Gentile, Paul J. Lynch und weiteren Mitarbeitern in Kooperation des „National Institute on Media and the Family“, der „University of Oklahoma Medical School“ sowie des „Linfield College“ veröffentlicht. 607 Kinder der achten und neunten Klassen haben an der Untersuchung teilgenommen. Ein wesentliches Ergebnis: Kinder, die nicht zu Feindseligkeit neigen, werden durch Computer- und Videospiele zu vermehrter körperlicher Aggressivität verleitet. Dies zeigt sich auch in einer größeren Zahl von Handgreiflichkeiten (vgl. Journal of Adolescence, Nr. 27/2004, S. 5-22).

* Die Studie von Brad Sheese und William Graziano der Purdue-Universität in West Lafayette 2005 belegt, dass Gewaltcomputerspiele das Sozialverhalten negativ verändern. So entscheiden sich die Spieler eines Gewaltspiels nach der Studie „siebenmal häufiger“ dafür, „ihren Partner auszubeuten als die Spieler der gewaltfreien Variante.“ (American Psychological Society, Ausgabe 16, 2005, S. 354 ff; vgl. ddp/wissenschaft.de, 26.2.2005)

Quelle: http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?print=1&textid=1417

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Es gibt hingegen keine einzige unabhängige Studie, die diesen Zusammenhang in der Altersgruppe U18 leugnet. Keine einzige. Weltweit. Und genau darum geht es hier.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 9:35 #

Ach Herr Pfeiffer sie sinds. Sie haben allerdings ihre Studien vom Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. vergessen anzuführen. Die Studien, die nicht Ihre Ansicht teilen kennen Sie nicht und sind daher nicht existent bzw. sicherlich nur unter dem Einfluss für irgendeine Lobby entstanden, nicht so wie die hier aufgeführten. Und Ihre, die sind alle unabhängig und wollen nur unser Bestes. Allerdings Vorsicht bei den hier aufgeführten Studien geht es nicht nur um Internet und Killerspiele!!!

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 9:43 #

Zeig mir die anderen Studien. ;-)

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 9:44 #

Nimm doch Google und suche selber. Du wirst finden, glaub mir aber pass auf, dass du dabei nicht über Tierpornos oder Snuff stolperst. Ich gebe dir nur einen Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gewalt-durch-Computerspiele-Wissenschaftler-sagen-jein-1142668.html Für mehr wird mir die Zeit zu schade.

Rabenschnabel 12 Trollwächter - 934 - 4. Dezember 2010 - 13:37 #

Und wo steht das diese Studien unabhängig sind? Zum Teil wurden auch nur Fragebögen ausgewertet wo Leute zu ihrer Meinung befragt wurden. In fast allen Fällen geht es auch nur um kurzfristige Effekte, außerdem gab es nie Vergleichsgruppen mit Versuchspersonen die z.B. Mannschaftssport ausgeübt haben (da soll es auch zu "erhöhter Aggressivität" oder zu "Handgreiflichkeiten" kommen...)

Meine zitierte Studie aus Australien wurde von Computerspielgegnern in Auftrag gegeben und beweist trotzdem sie geringen Auswirkungen der Spiele.

Die Beste "Studie" ist aber immer noch die Realität, d.h. der Vergleich der Jugendgewalt in Deutschland mit der in der Schweiz und Österreich. Unter Realbedingungen und der Beteiligung von vielen Millionen Menschen wird da bewiesen das deine Thesen großer Blödsinn sind.

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 22:42 #

Genau, deshalb steigt Jugendggewalt auch seit Jahren in Anzahl und insbesondere Intensität exponentiell. Deshalb hör ich auch zunehmend immer mehr Horrorstories aus meinem Bekanntenkreis (Leherin für Grund- und Hauptschule), deshalb sind die Medien voll von diesen Sachen.

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"Bei der Gewaltkriminalität unter Jugendlichen verzeichnete die Polizei dagegen erneut einen Anstieg um knapp fünf Prozent. „Diese Entwicklung zeigt, dass bei Teilen der Jugendlichen eine erhöhte Gewaltbereitschaft bei gesunkener Hemmschwelle und teilweise brutalem Vorgehen festzustellen ist“ "

(von http://www.focus.de/panorama/vermischtes/kriminalitaet-verbrechensrate-sinkt-aber-jugendgewalt-steigt-erneut-an_aid_303393.html )

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"Strafverfolgungsbehörden registrieren 2007 sprunghaften Anstieg von Straftaten Jugendlicher
Schwere Jugendgewalt hat 2007 im Kanton Aargau sprunghaft zugenommen. Laut der Jahresbilanz der Aargauer Strafverfolgungsbehörden sind bei Jugendlichen die Straftaten gegen Leib und Leben im vergangenen Jahr um 90 Prozent auf 511 Fälle angestiegen."

(von http://www.suedkurier.de/region/blitzmeldungen/schweiz/Jugendgewalt-steigt;art249882,3112559)

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"Die Zahl der jungen Serientäter, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, ist im vergangenen Jahr offenbar deutlich angestiegen. Dies ist eine erste Einschätzung des Polizeipräsidiums."

"Die Polizei-Statistik 2006 gibt folgendes Bild wieder: 641 Kinder und 2255 Jugendliche wurden als Verdächtige ermittelt. Die Zahl der Mehrfach-Täter (unter 21), die innerhalb eines Jahres mindestens fünf Mal kriminell wurden, stieg zwischen 2004 und 2006 von 185 auf 301. Der Anteil derjenigen, die dabei auch Gewalt angewendet oder angedroht haben, lag damals bei etwa einem Drittel. Er soll inzwischen aber bei über 50 Prozent liegen. Das würde heißen: Die Gewaltbereitschaft junger Krimineller nimmt zu."

http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/Jugendgewalt-steigt-auch-in-Duesseldorf-id1640917.html

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Zusammenfassend zieht sich durch die meisten Quellen, dass insbesondere die Hemmschwelle in Sachen Gewaltintensität erschreckend gesunken ist. Wenn heute jemand am Boden liegt, wird nachgetreten. Das Gewissen bleibt aus. Außerdem steigt auch die Ausländerfeindlichkeit sehr stark, auch wenn das andere Ursachen haben dürfte. Gegendarstellungen sind rar, lassen teilweise Fakten aus und sind insbesondere auf privaten Blogs zu finden.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 5. Dezember 2010 - 1:04 #

Und was ist die initiale Ursache?

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 5. Dezember 2010 - 1:56 #

Nicht ausschließlich Mediengewalt. Aber dass sie mit ein signifikanter Faktor ist, glaube ich wohl. Aus eigener Erfahrung aus dem Umfeld.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 5. Dezember 2010 - 12:59 #

Teilweise steigt die Ausländerfeindlichkeit besonders in entsprechenden Gegenden mit hohem Migrantenanteil aber auch aufgrund der teils rotzfrechen "migrierten" Jugendlichen. Hab auch schon ohne Vorwarnung und Grund eine gebrochene Nase kassiert. Von nem Typen, von dem ich weiß, dass der nicht einmal weiß, wie man eine Konsole startet. Die meisten sind einfach gelangweilt und frustriert, das erzeugt viel mehr Gewalt als jedes Call of Duty dieser Welt. Aber daran etwas zu ändern (sinnvolle Jugendarbeit zum Beispiel) kostet ja Geld, "Killerspiele" zu verteufeln nicht.

Sicher mögen Computerspiele bei einem sehr geringen Teil der Jugendlichen (denen, die eh sehr sehr leicht zu beeinflussen sind) die von die immer wieder angeprangerten Auswirkungen haben. Ich bezweifle auch gar nicht, dass du den einen oder anderen Vogel mit entsprechenden Problemen kennst. Aber das zu verallgemeinern ist grundlegend falsch. Du musst dich einfach in der Welt umschauen - in einigen Ländern streifen bewaffnete Jugendliche durch die Straßen und knüppeln Menschen ohne Skrupel kaputt - ganz ohne dass die je einen Computer oder eine Spielkonsole benutzt hätten. Wie erklärst du dir das denn?

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 15. Dezember 2010 - 21:57 #

"Du musst dich einfach in der Welt umschauen - in einigen Ländern streifen bewaffnete Jugendliche durch die Straßen und knüppeln Menschen ohne Skrupel kaputt - ganz ohne dass die je einen Computer oder eine Spielkonsole benutzt hätten. Wie erklärst du dir das denn?"
Niemand behauptet, Videospiele seien die einzige Ursache physischer Gewalt.
Die Auswirkungen von Videospielkonsum hinsichtlich Gewaltbereitschaft, insbesondere Kinder, Jugendlicher und Heranwachsender, sind in der Wissenschaft umstritten. Daher ist es falsch, eine potentielle Gefahr für den Frieden unserer Gesellschaft auszuschließen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 3. Dezember 2010 - 23:10 #

Passend -> http://blog.pantoffelpunk.de/

Man beachte das Post-It oben links :) .

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 3. Dezember 2010 - 23:45 #

Ja, am Arsch :DDDD

Das Post-it ist einfach genial :)

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 3. Dezember 2010 - 23:54 #

Ich versteh es einfach nicht. Was ist so schlimm daran, eine Webseite mit einem klitzekleinen Alterspin zu versehen? Es wird weder zensiert noch gelöscht, sondern schlichtweg Altersbegrenzungen im Internet eingeführt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 4. Dezember 2010 - 0:00 #

Weil man selbst sehr schlecht abschätzen kann, was der "gegnerische" Anwalt oder das Gericht für angemessen hält? Viele treibt halt die Sorge, eine falsche Kennzeichnung zu wählen und für den Rest ihres Lebens nicht mehr aus den Schulden zu kommen. Nachvollziehbar (wenngleich übertrieben) wenn man sich anschaut, wegen welchen Kinkerlitzchen die Leute im "rechtsfreien Raum" Internet gerade abgemahnt werden. Fotos von Brötchen! Fehlendes Impressum. Vergessene Zeichensetzung an der falschen Stelle..

Rondidon 15 Kenner - P - 2893 - 4. Dezember 2010 - 0:14 #

Ist das so? Okay, darüber könnte man wahrlich streiten. Wenn es aber um Sachen wie R*t*en oder ähnlichem/ noch schlimmeren geht, finde ich so etwas mehr als angebracht. Auch Porno-Webseiten sollten nicht unbedingt von 12-Jährigen von jedem Hotspot aus angeschaut werden können..

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7388 - 4. Dezember 2010 - 9:25 #

Aber genau dies verhindert die Kennzeichnung ja nicht. Sie fordert im Grunde doch nur Webseitenbetreiber auf ihre Seite zu Kennzeichnen ( unter Umständen mehr Kosten ) und wehe da wird ein Fehler gemacht schon hast du den Anwalt vor der Tür. Also ich denke spätestens nach 6 Monaten wird es hier wieder eine Nachbesserung geben.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 9:28 #

Das INTERnet hört nicht in Deutschland auf! Die ganzen Seiten die du hier nennst, werden auch in Zukunft genauso wenig betroffen sein wie vorher. Du verstehst doch überhaupt nicht um was es hier geht, oder?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 4. Dezember 2010 - 9:55 #

Das "tolle" an diesem komplett absurden Gesetz ist doch, dass es den Pornoanbietern das Leben noch leichter macht. Die flaggen ihre Seite als "ab 18" und das wars. Wenn dann die Eltern einen staatlich zertifizierten Jugendschutzfilter installiert haben, werden diese Seiten auf Rechnern die "bis 16" freigegeben sind nicht angezeigt. So schön so gut. Doof: Es gibt keine entsprechenden Jugendschutzfilterprogramme. Hat die Regierung schlicht vergessen. Weiterhin: Seiten aus dem Ausland (wie R*tt**.***) sind nicht betroffen, weil das Gesetz nur in Deutschland gilt.

Es geht bei der Diskussion ja gar nicht darum, dass es Unfug ist was für den Jugendschutz zu tun. SINNVOLLE Lösungen befürworte ich (und wohl auch fast jeder andere). Aber dieses Gesetz ist eben nicht sinnvoll sondern stümperhaft. Jeder Jurist, der sich den Text durchliest, schlägt momentan die Hände über dem Kopf zusammen und denkt "Laienspiel.. Da hat kein Jurist mitgearbeitet." - ein gesetzliches Laienspiel, wie so oft in letzter Zeit.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 10:36 #

Deutsche Seiten die Inhalte für volljährige Anbieten erfüllen sowieso schon die Anforderung durch "Sendezeiten" und Altersverifikation (wie hier bei GG), jetzt pappen sie eben nur noch zusätzlich ein Schild drauf für die Filterprogramme die es noch nicht gibt.

Darkling 09 Triple-Talent - 258 - 4. Dezember 2010 - 2:08 #

Meine Frage ist eher was das erweitere Zensurgesetz für Personen ausserhalb Deutschland für Auswirkungen haben kann ?

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 10:41 #

Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach folgende:
- Zugriff auf weniger deutsche Seiten wie Blogs auf Grund Rechtsunsicherheiten für die Betreiber, welche ihr Angebot lieber einstellen, anstatt Abmahnungen zu riskieren
- Diverse Seiten setzen sich pauschal auf ab 18 um die Abmahngefahr zu umgehen, müssen dann allerdings "Sendezeiten" einführen und/oder eine Altersverifikation und sich damit je nach Uhrzeit selbst zensieren

Spannend wird an der Stelle, wenn Webseitenbetreiber diese Maßnahmen nur für deutsche IPs einführen und diese dann von jeder man durch einen Proxy umgangen werden können.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 4. Dezember 2010 - 11:10 #

Vielleicht schreibt auch einfach nur jeder Webseitenbetreiber täglich ein paar News aus dem Weltgeschehen in einen Ticker um als journalistisches Angebot zu gelten. Für die gilt die ganze Grütze gar nicht - Nackbilder der BILD sind weiterhin "ab 0 Jahren".. Warum merkt man den Gesetzen in den letzten Jahren immer nur so stark die Lobbyarbeit an? Prinzipiell ist das ja alles nicht falsch - aber die Umsetzt und so haarsträubend unseriös. Ich stell mir doch auch keinen Metzger in den Operationssaal wenn ich eine Gehirnoperation benötige - aber wir setzen uns *solche* Politiker in die Regierung.

Porter 05 Spieler - 2981 - 4. Dezember 2010 - 11:15 #

willst du jetzt auch noch schöne nackte Menschen verbieten?

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 11:34 #

Dod will das bestimmt nicht aber rege das doch mal bei der cdu an....

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 4. Dezember 2010 - 11:33 #

Wann gilt eine Webseite als journalistisches Angebot? Da geht es doch schon weiter... Die von dir genannte Methode, sehe ich da auch noch nicht als Stein der Weisen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 4. Dezember 2010 - 11:52 #

Dafür gibt es aber verbindliche Regeln. Im Gegensatz zum meisten Zeugs aus diesem unsinnigen Staatsvertrag.

Arandur (unregistriert) 5. Dezember 2010 - 17:23 #

Die Frage die sich mir stellt. Wir betreiben eine GTA:SA Community Webseite samt dazugehörigem Gameserver. Wir verkaufen nix, nehmen nix ein, sind weder Hersteller noch Publisher. Allerdings bieten wir eben Zugang zum MULTIplayer Teil des Spiels das ab 16 Jahren Freigebeben ist ( Kaufen muss das Spiel sich jeder selber normal im Laden ). Jetzt ist die Frage müssen wir überhaupt was tun und wenn ja wie, was den Zugang zur Community Webseite und vorallem zum Gameserver angeht.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 5. Dezember 2010 - 20:51 #

Im Zweifelsfall die Seite mit 16 labeln. Dann braucht ihr weder "Sendezeiten" noch Altersverifikation, die Einstufung ist durch die Einstufung des Spiels gegeben. Mehr Infos auch hier: http://www.fsm.de/de/jmstv-2011

Niko 16 Übertalent - 5024 - 15. Dezember 2010 - 16:07 #

Leider, so denke ich zumindest, wird das die ganze Neuregelung nur verschieben....

rastaxx 16 Übertalent - 4663 - 15. Dezember 2010 - 16:10 #

ich bin stolz, nrwler zu sein. ;-)

NovemberTerra 12 Trollwächter - 1004 - 15. Dezember 2010 - 16:57 #

Mer stonn zesamme!

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 15. Dezember 2010 - 16:24 #

Auch der den meisten hier wohl gut bekannte Anatol Locker hatte dazu auf heute.de was geschrieben, hab ich eben zufällig entdeckt:
"Deutschland. Wir können alles. Außer Internet"
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,8159705,00.html

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23320 - 15. Dezember 2010 - 17:10 #

An einem einzigen Bundesland gescheitert, herrlich. :D
Aber der Vertrag ist sicher nicht tot, sondern wird nächstes Jahr noch mal in veränderter Form zur Abstimmung gebracht.
.
Herrlich ist auch die 180-Grad-Drehung der CDU: Als man mit der FDP noch in NRW regiert hatte, wurde der Vertragsentwurf unterzeichnet. Jetzt plötzlich ist man dagegen... klar erkennbar ein politisches Machtspielchen: Man hat versucht, der aktuellen Regierung aus SPD und Grüne die Verantwortung für den Vertrag in die Schuhe zu schieben. Die reagieren, indem sie ihn ebenfalls ablehnen. Die Begründung dazu: Man sei ja immer gegen diesen Vertrag gewesen, hätte ihm aber aus staatspolitischen Gründen dennoch zugestimmt.
.
Absurdität hoch zehn und zeigt mal wieder, wie desaströs der Zustand unseres Politzirkus ist.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 15. Dezember 2010 - 17:27 #

Genau so ist es!

Vaedian (unregistriert) 15. Dezember 2010 - 17:14 #

Willkommen im Land der Dichter und Denker ;).

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 15. Dezember 2010 - 22:16 #

Als Mitglied der FDP bin ich zutiefst darüber enttäuscht, dass ein rot-grün geführtes Bundesland unter Beteiligung der Linkspartei dem JMStV das Zustimmungsgesetz verwehrt und ihn somit zu Fall bringt. Mehr noch als jede andere politische Organisation hätte die FDP diesen aus einer illiberalen Grundhaltung stammenden Staatsvertrag ablehnen müssen.

Dass sie es entgegen ihrer vorgeblichen politischen Überzeugungen nicht tat, ist Folge einer die Idee der Freiheit negierenden Entwicklung innerhalb der Partei, die früher oder später zu ihrer politischen Bedeutungslosigkeit führen wird. Angesichts der aktuellen Meinungsumfragen erscheint die gegenwärtige Politik meiner Partei umso grotesker. Linke und rechte Demagogen haben nur wegen des Versagens der FDP, den Liberalismus in Deutschland würdig zu repräsentieren, so leichtes Spiel. Wie kann es die Parteiführung ertragen, die FDP in Meinungsumfragen bei 4%, die Rattenfänger der Linkspartei um Klaus Ernst, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi jedoch bei 11% zu sehen?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 15. Dezember 2010 - 22:35 #

Anderer Blickwinkel aber auch nicht untreffend:

http://blog.netplanet.org/2010/12/15/lieber-kurt-beck/

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 15. Dezember 2010 - 22:58 #

Es stimmt, man muss nicht nur im Besonderen der FDP, sondern auch den Grünen und der SPD Vorwürfe machen. Die beiden letztgenannten Parteien ließen sich früher als "Werteliberale" bezeichnen, die zumindest einen - wie gesagt, heute von der FDP nicht mehr beachteten - Teil des Liberalismus annahmen.
Credo beider Parteien war, dass der Einzelne in der Wahl seiner sittlichen Überzeugungen abseits der durch die Grundrechte vorgegebenen objektiven Werteordnung frei sein soll ("Pluralismus" war doch gerade eines der Schlagwörter grüner Politik!). Durch den JMStV würde jedoch selbst Erwachsenen der Zugang zu gewissen Inhalten, die manch einer als anstößig empfinden könnte, jedoch nicht gegen geltendes Recht verstoßen, erschwert werden.

"Internetrecht" ist eine komplizierte Materie. Die Politik der etablierten Parteien, aber auch die Programmatik der Piratenpartei werden ihr nicht gerecht. Manche Ansichten der Piratenpartei teile ich. Dass jedoch weite Teile der Partei als langfristiges Ziel die Schaffung eines rechtsfreien Raums im Internet und im Besonderen eine Einschränkung des Rechts auf geistiges Eigentum anstreben, disqualifiziert sie als wählbare Alternative.
Die vorbehaltlose Anwendung der Normen des Straf- und Zivilrechts im Internet halte ich dennoch - ähnlich wie die Piratenpartei - für fragwürdig. Die Entscheidung des Gesetzgebers mit Unterstützung der Rechtsprechung und juristischen Lehre gegen ein dezidiertes "Internetgesetz" könnte rückblickend ein Fehler gewesen sein.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 16. Dezember 2010 - 0:11 #

"Das jedoch weite Teile der Partei als langfristiges Ziel die Schaffung eines rechtsfreien Raums im Internet und im Besonderen eine Einschränkung des Rechts auf geistiges Eigentum anstreben, disqualifiziert sie als wählbare Alternative."

LOL! Geh du mal weiter mit deinen Freunden Steuergeschenke an eure Großspender verteilen, Ministerien erhalten um euren Leuten Posten zu geben, die ihr vorher noch abschaffen wolltet oder von der Lobby bestimmte Gesetze in der Medizin/Pharma als Verhandlungserfolg verkaufen anstatt planlos über andere Parteien herzuziehen. ;)

stupormundi 13 Koop-Gamer - 1576 - 16. Dezember 2010 - 0:29 #

Erstens kritisiere ich die gegenwärtige Politik der FDP auf Bundes- sowie auf Landesebene. Zweitens bleibe ich bei meiner Aussage: Weite Teile (nicht alle) der Piratenpartei streben die Schaffung eines rechtsfreien Raums im Internet an. Drittens ist es ein erklärtes Ziel, das Recht auf geistiges Eigentum abzuschaffen oder zumindest abzuändern. Da bei den "Piraten" vergleichsweise wenig Juristen sitzen, sind offizielle wie inoffizielle Ausführungen zu diesem Punkt oftmals sehr schwammig. Zu differenzieren, lohnt daher nicht. Viertens disqualifizieren sie sich aus den bei 2. und 3. aufgeführten Gründen.

Diese Meinung musst du nicht teilen.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 16. Dezember 2010 - 0:47 #

Erstens frag ich dich dann mal, wann du eine bessere Regierungspolitik deiner Partei erlebt hast. Zweitens deine zweite Aussage, auch wenn du bei ihr bleibst, ist Blödsinn und definiere mir bitte diesen "rechtsfreien Raum". Drittens ja es ist ganz schön böse, bestehende Regelungen den modernen Gegebenheiten anpassen zu wollen, anstatt auf dem Kurs von Gesetzen zu bleiben, die ihre Grundlage Anfang des 20 Jahrhunderts erhalten haben. Schwammig, hm, es sind eben Positionen und Ziele und keine Gesetze. Immerhin sind wir unseren Zielen treu. ;) Es ist ok, wenn sich für dich die Piraten wegen deiner Meinung disqualifizieren, ich finde es ja auch ok, dass aktuell für 96% der Leute die überhaupt noch wählen würden, sich die FDP disqualifiziert hat. :)

Rechen 19 Megatalent - 16014 - 16. Dezember 2010 - 12:05 #

Es ist sehr angenehm, mal wieder jemanden sachlich diskutieren zu sehen, ohne polemisch zu werden. Und Age: Teile einer entgegengesetzten Position zu akzeptieren ist ein Zeichen von Größe. Zum Beispiel ist folgende Aussage: "Weite Teile (nicht alle) der Piratenpartei streben die Schaffung eines rechtsfreien Raums im Internet an.", doch durchaus korrekt, oder? Als Parteigänger der Piraten (falls das zutrifft?) wirst du doch sicherlich Leute kennen, die genau diese Dinge wollen. Zum Beispiel eben die Abschaffung des Schutzes des geistigen Eigentums. Dieser ist übrigens gerade für die heutige Zeit von enormer Wichtigkeit. Auch wenn das in schöne Phrasen gepresst wird, ist und bleibt das meiner Meinung nach ein Anliegen, das ich als Falsch empfinde. Ich finde einige Ideen der Piraten durchaus interessant (Stichwort: liquide Demokratie), im Moment schwingt mir aber noch zu viel Fanatismus mit, um sie ernsthaft in Betracht zu ziehen. Außerdem reicht ein Parteiprogramm, dass sich so sehr auf das Thema Internet fixiert meiner Meinung nach nicht aus. Positiv finde ich hingegen, dass die "alten" Parteien sich der Thematik annehmen müssen, und so die eine oder andere Idee übernehmen, allein schon, um künftige Wähler nicht zu verlieren beziehungsweise abzuschrecken.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 16. Dezember 2010 - 12:51 #

Ich akzeptiere andere Meinungen durchaus, was allerdings sicher nicht dazu führt, dass ich sie nicht für falsch halten und als solches auch bezeichnen kann. Weite Teile suggeriert, dass eine Mehrheit der Mitglieder der Piratenpartei das Internet als "rechtsfreien Raum" etablieren möchten und das ist faktisch als auch sachlich falsch und nichts anderes als Polemik. Man kann zum geistigen Eigentum stehen wie man will, als Pirat tendiert man da eben eher zum Nutzen für die Öffentlichkeit als zur Gewinnmaximierung von Konzernen. Es geht nicht darum alles für jeden ohne Entlohnung des Urhebers frei verfügbar zu machen. Das Parteiprogramm bietet im übrigen mittlerweile mehr als nur "Internet". Auch gibt es diverse Arbeitsgruppen zu Themen wie Bildung, Soziales, Infrastruktur usw., die das Programm sukzessive erweitern und nach erfolgreicher Abstimmung durch die Basis entsprechend in das offizielle Parteiprogramm aufgenommen werden. Natürlich sind wir da noch lange nicht am Ende angekommen, aber wir für unseren Teil behaupten auch nicht für jede Frage eine Antwort zu haben. Das sich die fünf Großen den Netz-Themen annehmen ist durchaus positiv, mit welchem Sachverstand sieht man allerdings an der Novellierung des JMStV und den Reaktionen auf das Scheitern...

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 16. Dezember 2010 - 0:04 #

Und noch die 4% sind zu viel. :) Muss wohl an Frau Leutheusser-Schnarrenberger liegen, am Rest der Fähnchenpolitikfreunde sicher nicht und jetzt alle: Steuersenkungen!

Arno Nühm 15 Kenner - - 2758 - 15. Dezember 2010 - 22:51 #

Gott sei dank, ist dieses hirnverbrannte Gesetz schlussendlich gescheitert.
Hoffentlich setzen sich jetzt die (berechtigten) Kritiker mit der Politik zusammen, und entwerfen gemeinsam eine überarbeitete Version des JMStV.

derDon 08 Versteher - 221 - 16. Dezember 2010 - 11:16 #

Meine Fresse! ist denen jetzt erst klar geworden das das der größte Schwachsinn ist!

Ich hoffe das das niemals mehr zur Debatte steht...

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 16. Dezember 2010 - 11:38 #

Nein ist ihnen nicht. Es ging hier nur um politische Machtspielchen.

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