Hardware-News KW48: Fusion-Tablet und GTX570
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29501 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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29. November 2010 - 20:01 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Heute geht es uns um eine Rebranding-Warnung: Wer sich in der vorweihnachtlichen Euphorie ein neues Notebook anschaffen möchte, muss gut aufpassen. Einige aktuell wirkende Grafikchips sind leider (erneut) nur umbenanntes Alt-Silizium. Weitere Themen dieses Roundups sind die neuen Mobilrechner von Acer und die technischen Daten der NVidia GTX570.

AMD und das Rebranding - aus Mobility HD5000 wird HD6000M


Manche Dinge sind für Hersteller enorm wichtig, für den potentiellen Käufer aber mehr als ärgerlich. Zu diesen Dingen gehört auch das sogenannte Rebranding, bei dem alte Produkte einen neuen Namen bekommen und als "Topaktuelle Technikneuerung" verkauft werden. Besonders Elektronikdiscounter werben in der Vorweihnachtszeit gerne mit solchen vermeidlichen Schnäppchen. Aktuell verwirrt AMD seine Kunden mit der Umbenennung einer HD5000-Grafikchips aus der Notebookserie. So tauchten vor kurzem einige Acer-Notebooks auf, in denen offenbar brandneue Grafikbeschleuniger namens AMD Radeon HD6370M und HD6550M verbaut sein sollen. Testberichte zu diesen GPUs finden sich im Netz nicht -- kein Wunder, handelt es sich doch um alte Bekannte.

AMD selbst gibt für die HD6300M-Reihe insgesamt 80 Shadereinheiten und für die HD6500M 400 Shadereinheiten an. Beide Chips unterstützen DirectX11 und nutzen den Videobeschleuniger UVD2. Kommende HD6000-GPUs werden voraussichtlich den neuen UVD3-Videobeschleuniger einsetzen. Eine HD6370 entspricht von den technischen Daten einer älteren HD5450, die HD6550 ist eine umbenannte HD5650. Auch wenn es sich zumindest bei letzterer um keine schlechte Notebook-GPU handelt, ein fader Beigeschmack bleibt bei diesen Rebranding-Aktionen immer zurück. Jüngst verspielte sich NVidia fast den guten Ruf, indem die G92-Chips immer und immer wieder mit neuen Namen veröffentlicht wurden. Und auch AMD spielte mit Notebook-GPUs der vorherigen Generation bereits Verstecken: Die HD5145 und HD5165 entsprachen im großen und ganzen den HD4350 und HD4650, und auch zwischen HD560V und HD5165 gab es keine Unterschiede.

Acer präsentiert Notebooks mit 2x 14" Bildschirmdiagonale

Ungewöhnliche Notebookkonzepte scheinen momentan in Mode zu kommen. Nach diversen gefloppten Android-Netbooks versuchte zum Beispiel der Hersteller Toshiba mit dem Libretto W100 ein Notebook ohne Tastatur aber mit zwei Monitoren zu etablieren. Die Tastatur wurde bei Bedarf auf dem unteren der beiden 7-Zoll-Bildschirme eingeblendet. Allerdings hat beim Libretto die Technikabteilung gepatzt: Ein zu lauter Lüfter, mit Windows7 ein ungeeignetes weil zu träges Betriebssystem und lange Umschaltzeiten beim Drehen des Gerätes sorgen für unzufriedene Kundschaft. Jetzt bringt auch Acer ein ähnlich aufgebautes Notebook auf den Markt, setzt aber auf komplett andere Technik.



Ungewöhnliches Bedienkonzept: 2x 14 Zoll Multitouchdisplays.

Das Iconia genannte Gerät setzt auf zwei vergleichweise große Multitouch-Bildschirme mit jeweils 14 Zoll Diagonale im 16:9-Format. Die Auflösung beträgt pro Display 1366 x 768 Bildpunkte. Bei der CPU setzt Acer auf Intels Core i5. Der Arbeitsspeicher ist mit 4 GB ausreichend groß bemessen, die Festplatte zwischen 320 und 750 GB groß. Für die Grafikausgabe nutzt Acer Intels in die CPU integrierte HD-Grafiklösung mit 128 MB RAM, welche aber immerhin schnell genug für Flashvideos und HD-Bildmaterial ist. Neben einem Gigabit-LAN-Port, WLAN mit maximal 300 MBit/sek (802.11 b/g/n), Bluetooth 3.0 und Audioanschlüssen bietet das Gerät auch UMTS. USB ist drei mal vorhanden, einer der Ports unterstützt den modernen 3.0-Standard. Windows 7 Home Premium 64 Bit ist als Betriebssystem vorinstalliert, wie hoch die Wartezeit zum Beispiel beim Drehen des Iconia ausfallen wird muss letzten Endes ein Test des Gerätes zeigen. Zumal viele Windows-Programme nicht auf die Bedienung mittels Finger ausgelegt sind und zu kleine Schaltflächen bieten.

Das Konzept ist ungewöhnlich, das Gerät schaut durchaus interessant aus. Fraglich bleibt hingegen der praktische Nutzen. Die meisten Anwender dürften eine richtige Tastatur eher benötigen als einen zweiten Bildschirm. Zumal die beiden TFTs nicht wenig Energie benötigen, der 4-Zellen-Akku also wohl recht flott leer laufen wird.


Acers Tablet-Versuch: Windows7-Tablet mit AMD-Fusion

 
AMDs Fusion-CPU Ontario im Tablet

Eher unspektakulär wirkt die zweite Neuvorstellung von Acer. Ein 10,1" Tablet auf Windows7-Basis ist mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr (auch wenn noch keines der preiswerten Consumer-Tablets mit Windows eine wirklich überzeugende Bedienung vorweisen konnte). Allerdings setzt Acer nicht auf Intels allgegenwärtige Atom-Plattform mitsamt schwachbrüstiger GMA950-Grafik sondern auf eine CPU von AMD. Zum Einsatz wird ein AMD C-50 aus der erst im kommenden Jahr erscheinenden Fusion-Baureihe mit dem Codenamen Ontario kommen. Bis vor kurzem war nicht einmal gesichert, ob AMD die Ontario-CPUs überhaupt für Tablets anbieten wird oder ob noch auf weiter verkleinerte Fertigungsstrukturen gewartet wird.

Das Branchenmagazin DigiTimes vermeldet als CPU des Tablet einen AMD C-50 mit 1 GHz Taktfrequenz und einer integrierten Grafikeinheit namens Radeon HD6250. Diese wird voraussichtlich knapp unter dem Leistungsniveau einer dedizierten HD5450 liegen, für einen IGP (integrierten Grafikprozessor) also ein sehr guter Wert. Dennoch benötigt der AMD C-50 nur maximal 9 Watt an Energie. Die CPU-Leistung wird wahrscheinlich in etwa auf dem Niveau eines Atom liegen, die Grafikleistung mitsamt HD-Videobeschleunigung hingegen ist einige Generationen schneller als Intels Uralt-GPU im Atom-Prozessor. So wird es Acer möglich sein, mit Standardsoftware alle wichtigen Videoformate flüssig darstellen zu können, bis hoch zu Blu-Ray-Filmen. Auch Flashanwendungen können dank flotter GPU flüssig ablaufen, selbst Youtube-HD-Videos werden im Gegensatz zu allen anderen Intel-basierten Tablets keine Probleme bereiten. Inwiefern sich Windows 7 allerdings als Tablet-Betriebssystem eignet, bleibt weiterhin fraglich: Die Bedienung ist oft noch zu sehr auf eine Maussteuerung ausgelegt.


Macht NVidias GTX570 die GTX470 und GTX480 überflüssig?

Technische Daten und Releasetermin der NVidia GTX570?

Mit der GTX580 baute NVidia jüngst den eigenen Performancevorsprung im Single-GPU-Bereich aus. Und sie bewiesen, dass es der überarbeiteten Fermi-Architektur möglich ist trotz gesteigerter Leistung im Vergleich zur GTX480 weniger Energie zu benötigen. Mit der GTX570 soll sich dieses Spiel jetzt wiederholen. Der Starttermin für diesen Grafikbeschleuniger ist mit dem 7. Dezember offenbar geschickt gewählt -- wenige Tage bevor AMD die neuen HD6900-Grafikchips der Öffentlichkeit vorstellt.

Technisch erinnert bei den jetzt in Umlauf gebrachten Daten vieles an der GTX570 an die GTX480. So setzt die Karte auf insgesamt 480 Shadereinheiten und ein 320 Bit breites Speicherinterface mit 1280 MB GDDR5-RAM. Die Taktraten der GTX570 sollen indes etwas höher ausfallen als bei GTX470 und GTX480. Mit 732 MHz Chiptakt (1464 MHz Shadertakt) und 3800 MHz Speichertaktrate liegt das neue Modell deutlich über dem Vorgänger mit 607 MHz Chiptakt (1215 MHz Shader) und 3348 MHz Speichertaktrate. Die Energieaufnahme soll mit 225 Watt zwar etwas über der einer GTX470 (215 Watt) aber unter der einer wahrscheinlich vergleichbar schnellen GTX480 (250 Watt) liegen. Ob sich diese technischen Daten letzten Endes bewahrheiten und ob der von HT4U angenommene Termin zutrifft wird sich zeigen müssen. Eines bleibt aber sicher: Wer eine solche Karte kauft, braucht das PC-Zimmer nicht mehr heizen.

Olphas 24 Trolljäger - - 46958 - 29. November 2010 - 18:59 #

Erster Gedanke beim Iconia: Das klingt ja mal cool, so was will ich!
Zweiter Gedanke: Bist Du verrückt, wozu soll das gut sein?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 29. November 2010 - 19:22 #

Ich habe ein wenig mit dem ähnlich aufgebauten Toshibagerät herumgespielt und fand es nicht überzeugend. Abseits der mangelhaften technischen Ausführung blieb ein Netbook ohne Tastatur aber mit schwammiger Touch-Keyboardlösung.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 30. November 2010 - 10:56 #

Ja, so erging es mir schon beim Libretto und letzten Endes werde ich mir über längere Zeit auch soetwas anschaffen, da ich kein Fan von Smartphones bin, aber mit meinem Acer Aspire 18,4" Laptop auch nicht wirklich mobil bin, sondern eher eine Art portablen Arbeitsrechner wollte.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 30. November 2010 - 11:07 #

Wenn du einen Arbeitsrechner willst, dann lass die Finger von Libretto und co.. Geht gar nicht. Die Touchoberfläche ist halt einfach kein Ersatz für ein Keyboard, Windows ist nicht auf Touch ausgelegt und Spaß macht das auch alles nicht.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 30. November 2010 - 9:12 #

Übrigens klingt das Ontario-Tablet durchaus praktisch. Wenn da nicht das komplett falsche Betriebssystem drauf wäre. Kaum eine Windows-Anwendung lässt sich wirklich elegant mit dem Finger steuern, den Hauptvorteil von Windows-auf-dem-Tablet verspielt sich das Ding also schon mal. Allerdings: 9 Watt? Muss dann schon wieder aktiv gekühlt werden - oder sehr aufwändig passiv. Ob das mal nicht laut wird?

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 30. November 2010 - 17:23 #

Falls die Rückseite des Tablets aus Metall besteht, würde diese Fläche sicher zur passiven Kühlung reichen.
Schön aussehen tuts ja schonmal dat Ding, aber wieso spiegelt das so? (Rethorische Frage)

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 30. November 2010 - 17:25 #

Wie ich gerade sehe, hat es Lüftungsschlitze (?) an der Seite. Also doch Lüfter?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 30. November 2010 - 18:00 #

Das wird recht sicher einen Lüfter bekommen. 9 Watt sind für eine Tablet-CPU schon recht viel. Wenn man bedenkt, dass die Leute sich schon übers (lüfterlose) iPad aufregen, weils zu warm wird.. Und der A4-Prozessor von Apple wird nicht mehr als 1 Watt benötigen (inklusive RAM..)

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 30. November 2010 - 19:19 #

Aber das Display wird einiges verbraten..Das Meiste um genau zu sein. Weißt Du zufällig wie viel das ist?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 30. November 2010 - 20:16 #

Leider nicht.. Im Vergleich zum Acer wirds aber wohl identisch sein.

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 1. Dezember 2010 - 16:55 #

Sind die 9 Watt dann für volle Auslastung der CPU+GPU oder wie ist das zu verstehen?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 1. Dezember 2010 - 17:44 #

Das ist die TDP. Und wie schon erläutert - bei der TDP handelt es sich um die Angabe, auf die z.B. das Lüftungssystem ausgelegt sein sollte. Selten mal Spitzenwerte etwas drüber und ganz oft deutlich weniger ist realistisch ;) . Aber als "Normal-Maximalwert" geht die TDP durch.

Da so ein Prozessor halt oft nicht viel macht wird er eben auch oft weniger Strom benötigen. Auch wenn das durch die integrierte Grafik eben nicht so shiny aussieht wie bei reinen CPUs (die können sich dann ja getrost langlegen wenn nicht viel zu tun ist).

Bei Toshibas Libretto-Technikvergewaltigung hat man gut gemerkt, was passiert wenn das Lüftungssystem nur auf mittlere Lasten eingestellt ist - sobald man Power fordert (also z.B. beim Drehen des Gerätes, warum ist das bei Windows eigentlich so viel rechenintensiver als bei Apple?) wird das Ding unerträglich laut.

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 2. Dezember 2010 - 16:08 #

Danke für die Infos, man lernt eben nie aus... :-)

Ach und Du vergleichst hier Äpfel mit Fenstern!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 2. Dezember 2010 - 18:23 #

Fast. Die großen Äpfel würde ich am liebsten aus dem Fenster werfen, die kleinen Äpfel mag ich streicheln und kuscheln.. Muss ja mal gesagt sein :) .

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 2. Dezember 2010 - 18:55 #

*Lach* Schön gesagt! :)

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 30. November 2010 - 17:17 #

@Dennis
Vielleicht sollte man die Rebrandig-Warnung nochmals als eigene News rausgeben, damit das so viele wie möglich lesen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 30. November 2010 - 17:22 #

Dann hätten wir das drei mal. In den Hardware-Einkaufsführer kommt es nämlich auch noch ;) ..

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 30. November 2010 - 17:23 #

Ah, ok...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 1. Dezember 2010 - 0:23 #

Notfalls würde ich eh jedem, der sich unsicher ist, raten einen Forenthread zu eröffnen..

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