Hardware-News KW46: Supercomputing, Säbelzahn-Mainboards
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Dennis Ziesecke 29505 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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15. November 2010 - 21:24 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Heißer Herbst oder besser gesagt Winter: Bei Intel steht Sandy Bridge in den Startlöchern, AMD kontert auf dem Financial Analyst Day mit einer interessanten Roadmap für die kommenden Jahre und NVidia katapultiert China an die Spitze der Supercomputerrangliste. Genug Themen für eine gemütliche Übersicht. Stellt euch ein Heißgetränk bereit – dann können wir die Chips dazu reichen...


AMDs Desktopprozessor-Roadmap für die Jahre 2011 bis 2012.


AMDs Zukunftspläne – 20 CPU-Kerne, schnelle Fusion-Chips

Schon im kommenden Jahr werden AMDs Bulldozer-CPUs im Serverbereich mit 16 Rechenkernen erscheinen. Laut aktueller Roadmap folgt  im Jahr 2012 sogar ein Upgrade auf 20 Kerne. Der Codename Terramar steht in diesem Falle für die nächste Bulldozer-Generation in 32nm Fertigung. Viel Leistung für Server und mit leichter Verzögerung dann auch für den Desktop-Rechner. Auf diesem finden sich im kommenden Jahr zuerst Llano und Zambezi. Llano steht für eine Fusion-APU, also AMDs Version eines Prozessors mit integrierter Grafikeinheit. Besagter GPU-Teil wird wohl maximal so leistungsstark wie eine Mittelklasse-Grafikkarte ausfallen. Der CPU-Teil von Llano besteht aus zwei bis vier Rechenkernen, je nach Modell. Erst im Jahre 2012 soll auch im Mainstreammarkt der Bulldozer ankommen, dann bereits mit integrierter Grafikeinheit. Im kommenden Jahr muss sich der Performance-süchtige PC-Freund mit der ersten Bulldozer-Generation zufrieden geben, noch ohne integrierte Grafikeinheit aber mit bis zu acht Prozessorkernen. AMD schließt erst im kommenden Jahr zu Intels 32nm feinen Fertigungsstrukturen auf – 2012 ist mit Krishna ein energiesparender Prozessor für Netbooks in 28nm geplant. Intel überspringt diesen Schritt offenbar und plant den Nachfolger von Sandy Bridge, Ivy Bridge, bereits in 22nm.


Asus Sabertooth P67 – Sandy-Bridge-Board mit interessanter Kühlung

Mit insgesamt 15 neuen Mainboards startet Asus zum Launch von Intels kommender CPU-Generation mit dem Codenamen Sandy Bridge. Eines dieser Boards, das Sabertooth P67, zeigt sich als außergewöhnliche Platine mit keuscher Kühlung. Alle wichtigen Komponenten der Platine werden von einer sogenannten "Tactical Vest" verdeckt, eine Abdeckung, die laut Asus zur effizienteren Kühlung der Boardbestandteile dienen soll. Nur Kühlkörper und Slots sind ausgespart. Um bei einer Vollbestattung des Boards ein aufheizen der Platine zu verhindern, kann ein aktiver Lüfter kühlere Luft unter die Schutzweste pusten.

Das Board basiert auf Intels neuem P67-Chipsatz und verfügt über den Sockel 1155. Ältere Core-i-Prozessoren der aktuellen Baureihe lassen sich auf dem Mainboard nicht mehr einsetzen. Für flotte Grafikkarten bietet das Board zwei PCIe16x-Steckplätze mit Unterstützung für SLI und Crossfire. Dazu gibt es vier USB3.0-Ports und je vier Anschlüsse für SATA 6GBit/sek. und SATA 3 GBit/sek. Ein Preis ist derzeit noch nicht bekannt. 


Säbelzahl mit Schutzweste – Asus Sabertooth P67.


Rebranding bei AMD – aus HD5550 wird HD6390

Rebranding, also das Umbenennen älterer Hardware ohne Verbesserungen des Produktes, ist ein zweischneidiges Schwert. Der OEM-Markt in Form von Komplett-PC-Herstellern fordert oft neue Namen für alte Technik, um unbedarfte Kunden locken zu können. Der besser informierte PC-Nutzer ärgert sich indes über undurchsichtige Produktpaletten. Bereits etwas ranzig müffelnde Technik mit viel versprechenden Namen verkaufen – in der Vergangenheit war das zwar eher die Paradedisziplin von NVidia, allerdings hält auch AMD sich nicht immer zurück. Offenbar vorerst auf den russischen OEM-Markt begrenzt ist das Rebranding der Radeon HD5550, diese wird dort in Zukunft als HD6390 angeboten. Änderungen sind nicht vorgesehen. Unter dem Namen HD6250 wird in Zukunft übrigens die integrierte Grafikeinheit der Ontario-CPU auftreten, welche mit ihren nur 80 Shadereinheiten einer HD5470 sehr ähnelt. Besonders bei eBay-Angeboten sollten potentielle PC-Käufer allerdings jetzt schon gut aufpassen, dort finden sich erfahrungsgemäß schnell auch für andere Länder produzierte Komponenten. Wenn der Name der Grafikkarte also unbekannt scheint oder das gesamte Angebot dubios wirkt – lieber nicht sofort zuschlagen.

Rote Macht dank grüner Kraft – NVidia beschleunigt Chinas Supercomputer 

Rechenleistung von der ein Desktop-PC nur träumen kann (und auch das nur wenn ihr den Sleepmodus korrekt konfiguriert habt) - die Supercomputer-Top500 listet die schnellsten Computersysteme der Welt. An der Spitze steht seit kurzem ein chinesisches System, der Tianhe-1A des National Supercomputing Centers. Allerdings würde die Leistung der insgesamt 14.336 Intel Xeon-CPUs (pro Kern 2,93 GHz)  bei weitem nicht reichen um die 2,5 Petaflops im Linpack-Benchmark zu erreichen, mit denen das System recht weit entfernt vom bisherigen Rekordhalter Cray Jaguar (mit 1,75 Petaflops) liegt. Die beeindruckende Rechenleistung wird zu einem Großteil durch die 7.168 Tesla-M2050-Kerne (14 M2050-Karten) des Grafikkartenherstellers NVidia generiert. Mit Hilfe der vergleichsweise energiesparenden Fermi-Karten benötigt der Rechner "nur " knappe 4 Megawatt elektrischer Energie. Rein auf CPUs basierend wären bei einer vergleichbaren Leistung mehr als 12 Megawatt nötig gewesen.

Intel und NVidia setzen sich in dieser Konstellation dann auch von AMD ab – im Cray Jaguar des amerikanischen Oak Ridge National Laboratory stecken AMD Opteron CPUs mit 2,6 GHz Taktfrequenz, je 18.688 Sechskerner und 7.832 Vierkern-CPUs. Bereits an dritter Stelle der Top500 findet sich mit dem chinesischem Nebulae-System dann schon wieder ein Computer mit Intel-CPUs und NVidias Tesla-GPUs. Ein Trend der anhalten dürfte. Bei mehreren Megawatt einzusparendem Energiebedarf wird NVidia schnell in die Supercomputer-Center der Welt einziehen können. Nur eines können diese leistungsstarken Computer nicht – Spiele vernünftig darstellen. Nun gut, das wird auch niemand erwarten. Aber Supercomputer gewährten bislang auch stets einen Blick in die Zukunft. Die Leistung eines im Jahre 1995 für 11 Millionen US-Dollar angebotenen Cray-4-Supercomputers (16 Prozessoren, 8 GB Speicher) liegt mit bescheidenen 32 Gigaflops sogar weit hinter aktuellen Mittelklassegrafikkarten. Zum Vergleich, NVidias GTX460 erreicht theoretisch bis zu 907 Gigaflops Rechenleistung! 


Unspektakulär aber schnell – der Welt schnellster Computer steht in China.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 15. November 2010 - 21:35 #

Und wo kommt dann der aktive Lüfter auf das Mainboard? Sieht ja schon ziemlich komisch aus...Würstchen im Schlafrock ist ja nix dagegen^^

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 15. November 2010 - 21:43 #

Die Klappe in der Mitte kann man öffnen..

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 15. November 2010 - 21:49 #

Könnte je nach CPU-Kühler auch ziemlich eng werden. Ich für meinen Teil will kein Mobo mehr, was ich aktiv kühlen muss. Aber dies hier wird mich als Zielgruppe wohl eher nicht gedacht haben^^

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 15. November 2010 - 22:04 #

Donnerwetter das ist ja was.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 16. November 2010 - 15:29 #

Was aber auch, haste nicht gesehen! Echt mal, nee auch!

Hm. Was wollte uns diese Unterhaltung sagen? ;)

Nokrahs 16 Übertalent - 5686 - 16. November 2010 - 15:50 #

schätze da kann man schon mal Tic Tac Toe in höchster Auflösung ruckelfrei spielen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 22. November 2010 - 12:54 #

Na, ob SLI mit 14 Grafikkarten so gut skaliert? ;)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 16. November 2010 - 20:24 #

Ich finds ja lustig. 1995 habe ich neidisch die Berichte über die sagenhafte Leistung einer Cray4 gelesen. Und heute hat sogar eine Onboardgrafiklösung mehr Leistung. AMDs kommende Fusion-CPUs sollen 1,6 Teraflops liefern. Schon lustig.

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