Starcraft 2: Schleppende Akzeptanz in Südkorea

PC andere
Bild von boman
boman 1346 EXP - 13 Koop-Gamer,R8
Dieser User unterstützt GG seit einem Jahr mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt

13. November 2010 - 13:44
Starcraft 2 - Wings of Liberty ab 15,99 € bei Amazon.de kaufen.

Starcraft und Südkorea: Wohl kein anderes Spiel hat ein derartiges Phänomen in einem ganzen Land ausgelöst wie Blizzards Strategieklassiker, der in dem asiatischen Land nicht nur eine nationenweite, fanatische Anhängerschaft hat, sondern auch eine gewaltige, vitale eSport-Szene befeuert, deren Topspieler quasi Rockstar-Status in Korea genießen, kreischende Groupies inklusive.

Man sollte daher annehmen, dass der Nachfolger Starcraft 2 die Herzen der koreanischen Spieler im Sturm erobern würde, haben diese doch nicht nur über eine Dekade auf den Titel gewartet, sondern auch Blizzard im Design gerade im Multiplayer maßgeblich beeinflusst, so dass koreanische Starcraft-Fans sich direkt zu Hause fühlen sollten. Doch wie die Kollegen der Edge in einem interessanten Artikel darlegen, erreicht Starcraft 2 zum jetzigen Zeitpunkt in Korea insbesondere im eSport-Bereich noch lange nicht die Popularität, die man vielleicht erwarten würde. Auch wenn das Spiel kein ausgemachter Flop ist, spielt momentan augenscheinlich nur eine Minderheit der koreanischen Spieler den Nachfolger. Auch die sehr guten Verkaufszahlen stammen eher aus anderen Ländern als Korea.

Für die bisher doch eher unterkühlte Rezeption des Titels scheint es mehrere Gründe zu geben. Zum einen findet auch in Südkorea langsam ein Wandel der Geschmäcker statt. Spieler wenden sich zunehmend anderen Spielen außer Starcraft zu, häufig aus lokaler Produktion. Vielleicht das deutlich wichtigere Argument sind aber wohl Streitigkeiten zwischen Blizzard und der KeSPA, dem koreanischen eSport-Verband und seinen lokalen Fernsehpartnern. Im Vorfeld der Veröffentlichung von Starcraft 2 haben beide Seiten versucht, Rahmenbedingungen für eSport-Ereignisse auszuhandeln. Dabei versuchte Blizzard angeblich, seine Kontrolle über alle Aspekte des koreanischen eSports massiv auszuweiten, was bei der KeSPA und der koreanischen Spielerschaft auf wenig Gegenliebe stieß. Die Verhandlungen scheiterten.

Allerdings scheint Blizzard zumindest juristisch am längeren Hebel zu sitzen, denn die Geschäftsbedingungen des Battle.net verbieten ausdrücklich jegliche Form von eSport-Aktivitäten, solange sie nicht ausdrücklich von Blizzard genehmigt werden. Damit wäre momentan das koreanische eSport-System aus Sicht von Blizzard effektiv illegal, die KeSPA hängt so im juristischen Limbo. Trotzdem
hat auch sie einige Trümpfe: Fernsehverträge und wohl auch die Unterstützung der Regierung. Ohne Fernseh-Übertragungsrechte lassen sich kaum Sponsoren für die eSport-Teams finden, Blizzard versucht darum, mit eigenen Verträgen dagegenzuhalten.

Allerdings, so mutmaßt Edge, wollten immer mehr Pro-Spieler den Schritt zum Nachfolger wagen, und auch in die Frage der Fernseh-Übertragungsrechte scheint Bewegung zu kommen. Am Ende könnte Blizzard sich also doch noch durchsetzen. Ob aber Starcraft 2 jemals den dominanten Status seines Vorgängers in Korea erreichen wird, erscheint derzeit fraglich.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7351 - 12. November 2010 - 18:39 #

Dass SC2 nicht mehr an den Erfolg von Teil 1 anknüpfen kann, war doch klar. Das ist so als würde Blizzard erwarten, dass ihr neues MMOG genauso einschlägt wie WoW.

Anonymous (unregistriert) 12. November 2010 - 19:16 #

Da ist Blizzard selbst schuld wenn sie den Hals nicht voll bekommen können. Wenn man selbst keine vernünftigen eSportevents veranstaltet bekommt ist es einfach ne Frechheit allen Spielern zu verbieten selbst welche zu organisieren. Hoffentlich bleibt die Kespa am längeren Hebel, aber gut zu wissen das Kotick sich nicht alles rausnehmen kann.

bersi (unregistriert) 13. November 2010 - 1:33 #

"Hoffentlich bleibt die Kespa am längeren Hebel, aber gut zu wissen das Kotick sich nicht alles rausnehmen kann."
1. Die KeSPA sitzt nicht am längeren Hebel, also kann sie auch nicht dran bleiben
2. Sinnloses Kotick-Gebashe... *hooray*

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 14. November 2010 - 14:50 #

Warum Kotik? Es geht hier nicht um Abzocke, sondern das Blizzard ein Stück vom Kuchen, den sie gebacken haben, abhaben will. Das ist meiner Mienung nnach legitim solange es sich nicht um zu hohe Beträge handelt.

Catabu 07 Dual-Talent - 128 - 16. November 2010 - 1:13 #

Kotick hat bei Blizzard nur leider gar nix zu sagen..

CyrrusXIII 11 Forenversteher - 598 - 12. November 2010 - 19:16 #

Kann man das auch an Zahlen festmachen?

boman 13 Koop-Gamer - P - 1346 - 12. November 2010 - 19:32 #

Jein, so ein bisschen.

Es gibt bisher noch keine "harten" Zahlen etwa über Verkäufe in Korea, weil Blizzard bzw. Activision die wohl meines Wissens nach bisher noch nicht aufgeschlüsselt hat (vielleicht kommt da was in einer der nächsten Quartalsberichte oder so).

Im Artikel steht aber, dass in den koreanischen PC Baangs (in etwa Äquivalent zu hiesigen Internetcafés, aber eben noch viel mehr auf Spiele ausgelegt und auch deutlich populärer bei koreanischen Zockern) Starcraft 2 momentan angeblich nur etwa zwei bis drei Prozent der Spiele ausmacht.

Nun sind auch das noch keine wirklich repräsentativen Zahlen, aber da die PC Baangs da schon eine gewisse Vorreiter- und Indikatorrolle für die koreanische Gaming-Szene ausmachen, sind zwei bis drei Prozent zumindest ein Indikator, dass Starcraft 2 augenscheinlich noch nicht richtig Fuß gefasst hat.

Gadeiros 15 Kenner - 3112 - 13. November 2010 - 7:38 #

wieviele jahre hats gedauert bis SC1 in korea angenommen wurde? das war ja auch nicht über nacht das spiel in südkorea, was es heute ist.

das jetzt in 3 monaten von sc2 zu verlangen ist quark

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 13. November 2010 - 10:37 #

Ich glaube das ist auch jedem Bewusst außer denen die die Berichterstattung machen. *g*
Mancher ist heutzutage schon journalistisch veranlagt wenn er einfach immer wieder die selbe Frage stellt bis er die Antwort bekommt die er hören will. *g*

Anonymous (unregistriert) 13. November 2010 - 13:51 #

Ich glaube wer solche Leser hat kann sich das Schreiben eh gleich sparen. Kritisieren ist einfach, nur sollte man auch bedenken das ein *g* ätzenden Ton auch nicht besser macht

Azzi (unregistriert) 13. November 2010 - 13:53 #

SC2 hat keine Lan unterstützung
SC2 hat ein komüpliziertes System um E-Sport Events zu autorisieren

Beides ist nicht unbedingt förderlich wenn es darum geht E-Sport Events auf die beine zu stellen, kein Wunder das es in Korea nicht so läuft...

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 13. November 2010 - 14:21 #

Habe ich mir aber schon gedacht. Mir fällt hierzulande der Vergleich mit CS ein: CS:S lief zum Start auch schlechter als 1.6 (aktuelle Verhältnisse kenne ich leider nicht).

anonymer Onkel (unregistriert) 13. November 2010 - 14:50 #

Zumindest im eSport hat es CS:S ja nie geschafft 1.6 zu beerben.

bam 15 Kenner - 2757 - 13. November 2010 - 14:26 #

Dass der Umstieg nicht von Heute auf Morgen stattfindet war ja klar. Dafür ist SC:BW viel zu populär. Auch die Streitigkeiten zwischen Blizzard und der KeSPA haben sich ja schon weit vor Release vorausgesagt. Allerdings geht hier Blizzard den vollkommen richtigen weg. Die KeSPA hat zwar dafür gesorgt, dass der eSport in Korea richtig Fuß gefasst hat, handelte aber nie wirklich im Interesse von Spielern und Zuschauern, sondern vorrangig in Eigeninteresse. Damit einher geht natürlich auch die Quasi-Abschottung von der Außenwelt, weswegen die Szene in SC:BW in Korea und Nicht-Korea unterteilt ist, was wirklich keine tolle Entwicklung ist/war.

Auch wenn Blizzard selbstverständlich wirtschaftliche Interessen verfolgt, versucht man immer eine breite, weltweite Community zu schaffen und zu fördern. Das bedeutet nunmal auch, dass Turniere weltweit übertragen werden und Turniere und Ligen für alle Regionen offen stehen.

SC2 wird sich sicherlich durchsetzen, es folgen ja auch noch 2 Addons. Man kann von dem Spiel ja nicht erwarten, dass es sofort den eSport dominiert (obwohl man dies außerhalb Koreas wohl schon tut, hinsichtlich der Strategiespiele; allerdings war SC:BW hier auch nicht mehr so populär), das ist ein Prozess von mehreren Jahren.

McStroke 14 Komm-Experte - 2276 - 13. November 2010 - 15:32 #

naja weltweite Community...die sich im Moment nur auf kontinentale Zonen beschränkt. Find ich etwas widersinnig, auch wenn es evtl. später geändert wird.

bam 15 Kenner - 2757 - 13. November 2010 - 15:47 #

Die Community erstreckt sich doch weit über das eigentliche Spielen. Der Region-Lock macht schon anfänglich Sinn, da es wohl erstmal Ziel sein muss die Server regional mit niedrigen Latenzen und hoher Zuverlässigkeit laufen zu lassen. Erst dann macht es wirklich Sinn Spiele über alle Regionen hinweg laufen zu lassen, was wiederum nicht so einfach sein wird, wenn man niedrige Latenzen garantieren will.

Togi 11 Forenversteher - 567 - 14. November 2010 - 0:01 #

"Auch wenn Blizzard selbstverständlich wirtschaftliche Interessen verfolgt, versucht man immer eine breite, weltweite Community zu schaffen und zu fördern."
Ist das Battlenet für oder gegen den Spieler? Will man eine weltweite Community schaffen und anschließend fördern oder kontrollieren? Bisher kein Lan, Geschichten wie Real ID, Aktivierungszwang, generell die AGB. Bisher sehe ich also eher Schritte zur Kontrolle, weniger zur Förderung.

bam 15 Kenner - 2757 - 14. November 2010 - 22:07 #

Kommunikation zwischen Spielern sämtlicher Blizzard-Titel ab WoW über eine gemeinsame Plattform. Generalüberholte Webauftritte inklusive neuen Foren; beides in eben jene Ingame-Plattform eingebunden. Turnierbeteiligung des Entwicklers, damit einhergehende Qualitätssicherung. Aktive Partnerwahl für die Übertragung von eSport-Veranstaltungen um weltweit Übertragen zu können. Einladen und Fördern von Szene-Persönlichkeiten wie Kommentatoren, Publikumslieblinge wie z.B. Boxer. Zahlreiche Wettbewerbe; seien es Artworks, Maps, Mods, Geschichten usw. Förderung der Mod-Community.

Also ehrlich. Kein anderer Entwickler macht so viel für die eigene Community wie Blizzard. Das ist nunmal, neben richtig guten Spielen, das Merkmal was Blizzard und die Spiele so populär und erfolgreich macht.

Sicherlich ist da auch Platz für Kritik, aber das was Blizzard da mit dem neuen Battle.net verstärkt und seit über einem Jahrzehnt insgesamt macht, ist ziemlich einzigartig in diesem Umfang.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1485 - 13. November 2010 - 14:48 #

das liest sich so als würde sc2 keine sau in korea spielen und eine totale untergeordnet rolle spielen. Das ist falsch. Es hat lediglich im esport Bereich den Vorgänger noch nicht geschlagen.

Xzyzx 12 Trollwächter - 1055 - 13. November 2010 - 15:00 #

Blizzard verklagt ja nun auch MBCGame und OnGameNet, mal sehen, was dabei rauskommt. Falls dadurch die MSL und OSL zerstört werden, wäre das ein sehr harter Schlag gegen SCBW. Macht Blizzard (und SC2) dann natürlich nicht gleich beliebter in Korea.
Anderseits, wenn dadurch dann (und wegen des hohen Preisgeldes der GSL) Broodwar Topspieler wie Flash oder Jaedong auch zu SC2 wechseln, würde das vermutlich ein sehr großer Popularitätsschub für Starcraft2 geben. Allein das Slayers_BoxeR nun SC2 spielt hat ja doch schon für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

Ansonsten muss man halt auch sagen, dass SCBW sich rund 12 Jahre in Korea festigen konnte, während SC2 nun erst seit Juli dieses Jahres auf dem Markt ist. Kommt Zeit, kommt auch in Korea Beliebtheit ;-)

Vaedian (unregistriert) 13. November 2010 - 20:09 #

Och, und das wo sie doch extra für Korea nur einen Neuaufguss vom Urschleim gemacht haben.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)