Neofonie-Chef gesteht WeTab-Rezensionen unter falschem Namen

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Dennis Ziesecke 29501 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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4. Oktober 2010 - 22:07 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Mit dem WeTab veröffentlichte Neofonie einen im Vorfeld lange ersehnten Tabletcomputer, der in ersten Tests jedoch einige Schwächen offenbarte. Als Geschäftsführer des in Berlin sitzenden Unternehmens Neofonie trug Helmut Hoffer von Ankershoffen das Tablet schon früh in der Entwicklung an die Öffentlichkeit und war augenscheinlich sehr stolz auf das Linux-Gadget.

Technische Probleme und Verzögerungen bei der Softwareentwicklung seitens des Partnerunternehmens 4tiitoo sorgten vor einer Woche allerdings für einen eher holprigen Produktstart mit durchwachsenen Beurteilungen. Auch im Kurztest bei GamersGlobal konnte das WeTab nicht punkten. Um die zu großen Teilen bestenfalls durchwachsenen Bewertungen beim Elektronikversender Amazon etwas zu verbessern, veröffentlichte Ankershoffen in der vergangenen Woche zwei Rezensionen im Amazon-Bewertungsportal -- unter falschem Namen.

Der Blogger Richard Gutjahr entlarvte die beiden auffallend positiven Bewertungen als Fake, indem er sich zu den Kundenkonten der Rezensions-Pseudonyme (Peter Glaser und Claudia Kaden) durchklickte. Ankershoffen und seine Frau nutzten dafür ihre privaten Amazon-Konten und vergaßen offenbar eine Einstellung zur Privatsphäre, um zu verhindern, dass sich Pseudonyme zu den eigenen Kundenkonten zurückverfolgen lassen.

Wie Ankershoffen jetzt öffentlich zugegeben hat, verfasste er die Beurteilungen privat und ohne Absprache mit der Geschäftsführung oder der Kommunikationsabteilung von Neofonie. Weiter schreibt er in seiner Stellungnahme, es sei ein Fehler gewesen, nicht den eigenen Namen zu verwenden und entschuldigt sich dafür. Als Konsequenz zieht Ankershoffen sich aus der WeTab GmbH zurück und lässt seinen Posten als Geschäftsführer dort bis auf weiteres ruhen. Tore Meyer, CEO des für die Software zuständigen Partners 4tiitoo, verbleibt damit  als alleiniger Geschäftsführer der WeTab GmbH. Bei dieser handelt es sich um ein Joint Venture von Neofonie und 4tiitoo, die gemeinsam für die Entwicklung des Tablets verantwortlich sind. Seine Positionen bei Neofonie behält Ankershoffen weiterhin inne.

Screeny (unregistriert) 4. Oktober 2010 - 21:47 #

Das WeTab... ein Trauerspiel!

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 4. Oktober 2010 - 22:01 #

Peinlich, peinlich...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 4. Oktober 2010 - 22:17 #

Irgendwie schade - offenbar wollte er der große Player sein, handelte aber wie ein eBay-Powerseller aus der Provinz. Dabei war die Grundidee des WeTab ja sogar richtig gut. Nur die technische Ausführung (Atom, geht mal gar nicht. Broadcom-HD-Zusatzchip - da hat jemand gute PR für halbgare Technik gemacht) und die Softwarefrickelei verleiden den Spaß. Wenn die Software nicht steht kann mans leider gleich lassen. Und dann, quasi kurz vorm Release, noch das Betriebssystem wechseln?

El Cheffe hat es wohl gut gemeint. Zu gut..

harle139 10 Kommunikator - 432 - 4. Oktober 2010 - 22:17 #

Da steckt bestimmt ein ganz ausgeklügelter Plan hinter, den wir alle nicht durchschauen! :-D

Momsenek 13 Koop-Gamer - P - 1558 - 4. Oktober 2010 - 22:21 #

Durch einen Blogger einen Rückzug einstecken zu müssen ! Was es nicht alles gibt. Nagut, im Prinzip hätte es jeden x-beliebigen aufallen können.

In Wirklichkeit steckt hinter den ganzen Einbrüchen,Rückschlägen und Kritiken APPLE - der alte Fädenzieher !!! :D (Spaß)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 4. Oktober 2010 - 22:24 #

Berichtet wurde über das PR-Desaster ja schon einige Tage. Es war nur bis heute nicht sicher, ob da nicht tatsächlich ein Mitbewerber hinter der Sache steckt, der so Schaden anrichten wollte. Dem war wohl nicht so. Und ehrlich? Wenn Apple oder wer-auch-immer vor einem Produkt keine Angst haben brauchen, dann vor dem WeTab. Selbst wenn die Software irgendwann halbwegs funktioniert - der laute Lüfter bleibt vorerst, ebenso die viel zu geringe Akkulaufzeit.

Chiffre 10 Kommunikator - 393 - 4. Oktober 2010 - 22:25 #

Wenns blöd läuft, ist Neofonie irgendwann pleite - dann gibts auch keine Software-Updates mehr, und die WeTab-Besitzer stehen mit einem nur ungenügend funktionierenden Stück Hardware da.

harle139 10 Kommunikator - 432 - 4. Oktober 2010 - 22:27 #

Nach dem Debakel wird das doch jemand der ein wenig Ahnung von der Technik und dem Markt hat nicht wirklich kaufen. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen..

Chiffre 10 Kommunikator - 393 - 4. Oktober 2010 - 22:34 #

Kann ich mir auch nicht vorstellen, aber es wurden ja anscheinend schon etliche ausgeliefert.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 4. Oktober 2010 - 23:18 #

Die Hoffnungen waren und sind offenbar groß. Alle Apple-Hasser mit Tablet-Ambitionen haben sich gefreut. Flash, juhu! Und dann noch die Linuxer - endlich was brauchbares. Tja.

Bleibt jetzt wohl nur noch der unbedarfte Mediamarkt-Kunde.

Chiffre 10 Kommunikator - 393 - 5. Oktober 2010 - 0:13 #

Hab grade in einem anderen Forum ein wunderbares Video entdeckt, das mich irgendwie an die Geschichte des WeTab erinnert:
http://www.youtube.com/watch?v=cLrBxc0PrXk
;-)

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 5. Oktober 2010 - 6:50 #

Danke für das Video, ich hab mich köstlich amüsiert!!

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 5. Oktober 2010 - 6:47 #

Es gibt Coder, die haben schon Bump-Mapping auf dem Gameboy realisiert! Vielleicht kümmert sich ja die Homebrew-Gemeinde ein wenig um diesen kränklichen Säugling. Und wenn sie mit 'nem Lötkolben ran muss. *g

Madrakor 15 Kenner - P - 3219 - 5. Oktober 2010 - 0:12 #

Wenn es mit der Firma wirklich irgendwann zu Ende gehen sollte kannst du darauf wetten dass kurz darauf die Linux-Fraktion sich über das Ding her machen wird und softwareseitig komplett überarbeitet. Wer weiß was denen dann plötzlich für Anwendungszwecke einfallen. :)

Ein Trauerspiel ist das ganze ja trotzdem. Schade eigentlich, mir hat die Idee vom WeTab echt gut gefallen, die aktuelle Umsetzung ist leider nur sehr eingeschränkt für den geplanten Zweck geeignet.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6525 - 5. Oktober 2010 - 5:21 #

Das ist doch bekannt, dass Firmen eigene Lobredner in Foren aktiv haben, genauso wie die Konkurrenz Gegenstimmen produziert. Auch deswegen sind die Zeiten vorbei, bei denen bei bekannten Amazon-Artikeln Rezensionen noch was taugen.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 5. Oktober 2010 - 9:24 #

Ja, das ist bekannt. Das es aber der Geschäftsführer und seine Frau selbst machen ist dann doch eher ungewöhnlich.

Timbomambo (unregistriert) 5. Oktober 2010 - 8:27 #

sofort die Hände abhacken ^^

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3222 - 5. Oktober 2010 - 9:12 #

Peinlich, peinlich.

Btw: Auf der Suche nach guten Produkten lasse ich 1 und 5 Sterne-Bewertungen relativ unbeachtet. Solche „alles Scheiße“ und „alles super“ Wertungen sind wenig hilfreich.
Die wirklich interessanten und differenzierten Meinungen findet man meist in der Mitte.

Commander Z 10 Kommunikator - 363 - 5. Oktober 2010 - 9:16 #

So dumm.

Ich kann mich bloß nicht wirklich aufregen, weil ich glaube, dass das heutzutage üblich ist. Deshalb genieße ich Reviews auf Amazon und ähnlichen Seiten mit großer Vorsicht. Der Typ war einfach zu dumm, um das gut zu tarnen.

Was ich viel schlimmer finde ist, dass ich das Gefühl nicht loswerde, dass Neofonie auf Teufel-komm-raus Absahnen will, bevor die "Großen" kommen, statt ein gutes Produkt auf den Markt zu bringen. Erinnert mich an einige Spiele-Releases ^^

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23149 - 5. Oktober 2010 - 9:49 #

LOL, da war ja unsere Mini Company, die wir im dritten Semester unseres International Business and Economics Studium gründen mussten, professioneller.^^
Epic Fail...

Tamttai 10 Kommunikator - 379 - 5. Oktober 2010 - 15:55 #

aber die FailTab leute sind wenigstens in den Fachmedien :)

vllt. wirds ja noch für andere zwecke "entfremdet" (naja...): man kann das bestimmt super als beleuchtetes schneidebrett oder also "glowing mouse pad" (tm) gebrauchen. könnte auch eine ganz passable frisbee abgeben wenn man mal wieder nachts lust bekommt ein bisschen mit dem hund auf dem benachbarten acker zu spielen. wuffis lieben die teile!

sowieso: grundsätzlich sind die teile bestimmt super als raumbeleuchtung einsetzbar!

Ditze 13 Koop-Gamer - 1253 - 5. Oktober 2010 - 16:30 #

Beschiss ist es nur wenn man sich erwischen läßt. Es gibt Kundenrezensionen von Schrottprodukten, bei denen man denkt die kommen direkt aus der Werbeagentur.

Punisher 19 Megatalent - P - 13365 - 5. Oktober 2010 - 17:55 #

Nuja, irgendwas müssen die SocialMedia-Marketing Agenturen ja auch tun, um Geld zu verdienen.

Und ganze ehrlich, ich will nicht wissen wie viele Bewertungen etc. gekauft und ermogelt sind, in allen möglichen Portalen. Bei den so "werbenden" gibts dann halt die doofer (siehe hier) und die schlaueren, die ein paar punkte ankreiden, die sowieso schon jeder weiss, aber den Rest in den Himmel loben - und nebenher noch ein paar gegnerische Produkte bashen - deshalb sind einigermaßen kontrollierte Netzwerke wie GG umso interessanter, wenn man sich einen Eindruck von einem Produkt verschaffen will.

Chiffre 10 Kommunikator - 393 - 5. Oktober 2010 - 19:16 #

Nein, Beschiss ist immer Beschiss, nicht nur wenn man erwischt wird. Dass sowas häufig vorkommt, ist keine Entschuldigung. Der Chef einer Firma hat versucht, seinen potentiellen Kunden was vorzugaukeln. Wer will dem jemals nochmal was abkaufen?

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