1378km: DDR-Grenzer-Spiel auf Eis gelegt (Update)

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2. Oktober 2010 - 18:47 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
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Update 1.10.2010:

Der Landesvorsitzende Schleswig-Holstein des CDU-Studierendenverbunds RCDS, Thorsten Albrecht, hat heute früh Stellung zu 1378 (km) bezogen. Er plädiert dafür, das Projekt "gerade wegen der öffentlichen Proteste wie angekündigt am 3. Oktober 2010" zu veröffentlichen, also zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit.

Die Aufregung der Opfer ist verständlich, die der Politiker scheinheilig. Die Zielgruppe ist Jugend ohne persönliche DDR-Erfahrung. Niemand sollte vorab ein Urteil darüber fällen, ob dieses Spiel zur Vergegenwärtigung der deutschen Teilung unpassend oder einer angemessenen Würdigung abträglich sei. [...] Viele derer, die sich jetzt zu Wort gemeldet haben, müssen einsehen, dass sie keinen exklusiven Anspruch auf den Umgang mit deutscher Geschichte haben. Wenn sich einem Teil der Jugend auf diese Weise deutsche Geschichte besser erschließt, dann ist das Programm 1378 (km) dadurch ein Gewinn für die Allgemeinheit.
 

Ursprüngliche News vom 30.9.2010:

1378 Kilometer lang war die innerdeutsche Grenze. Diese Zahl ist auch der Name einer Half-Life 2-Modifikation, die am 3. Oktober erscheinen sollte, entwickelt von dem 23-jährigen Medienkunst-Studenten Jens M. Stober. Nun aber hat die Karlsruher Staatliche Hochschule für Gestaltung das Projekt auf unbestimmte Zeit "verschoben".

In 1378 (km) treten zwei Teams mit insgesamt bis zu 16 Spielern gegeneinander an -- als DDR-Flüchtling oder DDR-Grenzer. Ziel des Flüchtlings ist es, auf die andere Seite zu kommen, während der Soldat dieses verhindern soll. Dazu hat man laut Ankündigung mehr Möglichkeiten, als nur zu schießen. Man kann den Flüchtling auch verhaften oder mit ihm sprechen, um dann eventuell selbst zum Flüchtling zu werden. Entscheidet man sich für den Einsatz der Waffe, muss man aber auch die Konsequenzen auf sich nehmen. Das Spiel schaltet nach dem Schuss in das Jahr 2000 -- und der Todesschütze befindet sich auf der Anklagebank eines bundesdeutschen Gerichts. Die Strafe für den Spieler ist dabei, dass er für 30 bis 60 Sekunden aus dem Spiel genommen wird -- eine halbe Ewigkeit in einem Multiplayer-Shooter.

Nachdem das Projekt gestern bekannt und darüber ausführlich berichtet worden war, reagierte die Politik in gewohnter Manier. Die Kommentare gehen von "makaber und skandalös" (Markus Meckel, SPD) bis zu "Im Grunde ist und bleibt es ein Killerspiel" (Norbert Geis, CSU). Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat sogar Anzeige erstattet: Die Staatsanwaltschaft soll prüfen, ob das Spiel Gewalt verherrlicht oder verharmlost. Interessant ist, dass das Spiel noch gar nicht verfügbar ist. Niemand außerhalb der Universität hat es bis jetzt gesehen, nur ein kurzer Trailer ist im Internet zu finden. Nur wenige Außenstehende haben die Idee nicht sofort verurteilt. Zu den differenziert Urteilenden gehört Jimmy Schulz von der FDP, der die Idee "mutig und interessant" findet.

Die Homepage zum Spiel ist indes nicht vom Medienrummel verschont geblieben. Der Teaser-Trailer ist mittlerweile durch ein Passwort gesichert, und die ursprünglich einsehbaren Screenshots werden nicht mehr angezeigt. Ob das Spiel als solches im Multiplayer überhaupt funktionieren kann, bleibt sicher abzuwarten. Es steht zu befürchten, dass der beabsichtigte künstlerische Aspekt bei einem doch eher hektischen Multiplayermodus auf der Strecke bleiben wird.

Unter Umständen wird sich die Frage niemals stellen: Wie nun Golem.de berichtet, hat die Hochschule einen Rückzieher gemacht. Die unter anderem von Rektor (und Vorzeige-Philosoph) Peter Sloterdijk unterzeichnete Erklärung führt unter anderem aus:

Einem Teil der Presseberichterstattung und persönlichen Anschreiben an die Hochschule mussten wir entnehmen, dass sich durch das Spiel Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen. Die Leitung der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bedauert das sehr.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 30. September 2010 - 14:25 #

Schade, dass unter all dem Gewäsch der ach so betroffenen Politiker die m.E. völlig berechtigte Kritik seitens der Opferverbände etwas untergeht. Dabei möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass zumindest Hubertus Knabe kein Politiker ist. Und das Zeug, was der Uni-Prof im Spiegel-Artikel von sich gibt, ist gequirlter Abraum. "...raffinierte Form der Aufklärung" - ernsthaft?! Man kann also nicht wild drauflos ballern. Na, das wird die Spielergemeinde ja wahnsinnig fesseln, und die 30-60 Sekunden Auszeit werden auch ganz bestimmt zum Nachdenken genutzt. Gaaaanz bestümmt! >:(

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10876 - 30. September 2010 - 14:42 #

Der Herr Knabe ist auch nicht als Politiker im Artikel.

Ich habe auch meine Zweifel an der richtigen Umsetzung:

"Ob das Spiel als solches im Multiplayer überhaupt funktionieren kann, bleibt sicher abzuwarten. Es steht zu befürchten, dass der beabsichtigte künstlerische Aspekt bei einem doch eher hektischen Multiplayermodus auf der Strecke bleiben wird."

Mehr Kritik wollte ich aber nicht rein packen, da das meine persönliche Meinung ist. Singleplayer hätte gereicht. Ohne Wiederholung -> The End.

bam 15 Kenner - 2757 - 30. September 2010 - 18:39 #

Fern von dem Schwachsinn hinsichtlich Verbot oder gar Anzeige ab, war die Idee alleine schon nicht allzu durchdacht. Wenn man das Thema als Spiel umsetzen will, dann sollte man sich doch auch selber Fragen worum es damals eigentlich ging.

Die mögliche Grenzüberschreitung und Erschießung ist doch sicherlich nicht der interessante Aspekt, sondern eher die Motivation der Beteiligten. Hier hätte sich doch z.B. ein Adventure viel eher angeboten. Schließlich geht es doch darum, warum Person X über die Grenze will (Situation in der DDR, Familie in der BRD usw.) genauso hätte man hier auch aus Sicht der Grenz-Wächter erzählen können (Befehle, möglicher Konflikt, unterschiedliche Ansichten der Wächter und evtl. Vorgesetzten).

Auch hier hätte man eine Entscheidung einbauen können und alternative Enden, aber das ganze aufs Flüchten und Erschießen zu reduzieren ist wirklich keine gute Idee (gerade weil eine Anklagebank bzw. Auszeit einfach keine wirklichen Konsequenzen für den Spieler sind).

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7709 - 30. September 2010 - 18:09 #

Wirklich schade, dass nach wie vor alte Menschen solche Themen bestimmen dürfen. Natürlich ist das Spiel provokant, aber warum auch nicht? Aber in diesem Land sind provokante Dinge, die über nackte Beine bei Wetten dass hinausgehen ja verboten. Kim Jong Merkel is watching you!

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 30. September 2010 - 18:32 #

Du musst schon extrem abgestumpft sein, um die Kritik noch nicht einmal nachvollziehen zu können, wenn du sie schon nicht teilst. "Alte Menschen" - so wie die immerhin noch lebenden Stasi-Opfer, die heute noch gegen ihre Marginalisierung und die Verharmlosung des ach so kultigen Arbeiter- und Bauernparadieses ankämpfen? Wen soll denn das Spiel provozieren? Und zu welchem Zweck? Hast du die News überhaupt bis zum Ende durchgelesen?

Atalante (unregistriert) 30. September 2010 - 19:22 #

Es tut mir zwar leid um die Opfer, aber ich finde es langsam an der Zeit, auch in die Zukunft zu blicken.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7709 - 30. September 2010 - 19:35 #

Wo ist das Problem? Die DDR war zu Beginn meiner Zeit, als ich von dieser nicht viel mitbekommen habe. Das Thema berührt mich soviel wie der 2. Weltkrieg und da hat man auch keine Probleme, tausende junger Männer in den Tod zu schicken. Aber hey, diese allgemeine "Ihh, da verstößt etwas gegen unser Empfingen.Weg! Weg!" ist ja typisch deutsch. Aber solange man solche Spiele hat, muss man sich wenigstens nicht um unwichtige Dinge wie brutale Angriffe gegen Demonstranten beschäftigen.....

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 30. September 2010 - 19:41 #

"Ich habe...", "mich berührt..." - Es gibt noch mehr Leute außer dir. Auch die schlimmen Alten, die es tatsächlich erlebt haben(!), obs dir passt oder nicht.

Atlas (unregistriert) 30. September 2010 - 21:26 #

Deine Kommentare hier gehen alle in die gleiche Richtung. Öffne dich mal ein wenig für andere Ansichten bzw lass anderen ihre Meinungen. Du hast nicht das Recht auf Wahrheit gepachtet.

Timbomambo (unregistriert) 4. Oktober 2010 - 10:35 #

Man merkt, dass du Montag morgens um halb sieben NIE zum Fahnenappell angetreten bist und nie "Immer bereit!" brüllen musstest. Nie musstest Du "Treue zu den Brüdern der Sowjetunion" schwören. Musstest nie drum bangen, was mit deinen Eltern passiert, wenn Du von Eurem Familienwochenende deinen Freunden erzählt hast. Ich glaube Du musstest auch nie im Kindergarten den glorreichen Einzug der Sowjetunion in Dtl. nachspielen und dich mit 7 Jahren mit den Thesen von Marx, Thälmann und Liebknecht auseinandersetzen und wie sie uns von der schlimmen Last der herrschenden Klasse befreiten. Nie hast du Früchte aus Kuba, die 3 Monate mit dem Schiff unterwegs war essen und dafür 4 Stunden anstehen müssen. Nie musstest du ab der 9. Klasse zur vormilitärischen Ausbildung, die wohl um einiges schlimmer war als die heutige Grundausbildung der Bundeswehr. Und wohl hast Du es auch nie miterlebt was es heißt kein Individuum sein zu dürfen sondern ein funktionierendes Mitglied des Kollektivs zu sein.

LERN GESCHICHTE JUNGE! Und Empfindungen sollten eig. typisch menschlich sein und nicht nur typisch deutsch.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2212 - 1. Oktober 2010 - 0:27 #

Weil die Menschen die die Nazizeit und die des 1. Weltkriegs noch miterlebt haben tot sind darf man diese Thematik also in Spielen benutzen und umsetzen? Das meine ich mit Doppemoral. Entweder ganz oder garnicht.

Anonymous (unregistriert) 1. Oktober 2010 - 11:35 #

+1

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 1. Oktober 2010 - 15:58 #

Das Spiel soll erscheinen!

Anaka 13 Koop-Gamer - 1340 - 30. September 2010 - 18:54 #

Natürlich kommen Politiker aus ihren Löchern gekrochen wenn es die Möglichkeit gibt, das ihr Name irgendwo geschrieben wird.

Ich habe die Mauer und die Zeit erlebt und es ist für kein Opfer leicht, wenn man ihr Schicksal in Spielen verbrät. Es kommt ja zum Glück sehr selten vor, das sich Überlebende von Stalingrad mit CoD rumschlagen werden. Übel ist es schon, wenn ein Kid als Grenzposten mit dem AK47 auf Unbewaffnete schießt und lacht wären die eigenen Verwandschafft/Freunde da verblutet sind.

Aber auch das ist ein Teil der Geschicht die man nicht Verschweigen sollte. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Spiel "gut" sein soll, wo ist denn da der Spaß?

Hoschimensch 14 Komm-Experte - 2099 - 30. September 2010 - 18:56 #

Wieder einmal hat die künstlerische Freiheit in Deutschland verloren.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 30. September 2010 - 19:11 #

Nonsens. Man hat die Entwicklung nicht verboten, der Typ hat sicherlich auch nicht seine Festplatte formatieren müssen. Die Uni bewies lediglich doch noch ein wenig Anstand.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11582 - 30. September 2010 - 19:13 #

Nein, bewiesen sie nicht. Die wollen nur schnell wieder aus den schlechten Schlagzeilen raus, was dem Ansehen der Uni schaden könnte. Ich bin mir sicher, dass von dem Spiel schon mehrere Prof. von Anfang an wussten und es kein Veto gab. ;)
Und da noch keiner hier das Spiel in seinem Ganzen kennt und da die Gefahr groß ist, dass man da vieles in den falschen Hals bekommt, würde ich es bis jetzt auch verstehen, wenn da niemand einen Widerspruch eingelegt hat.
Hier wird nur mal wieder ein Schwein zur Schlachtbank getrieben, ohne zu wissen ob es schon an der Zeit ist...

Spielstern (unregistriert) 30. September 2010 - 19:28 #

Gerade diesen "Anstand" finde ich persönlich bedauerlich. Ich finde es völlig richtig, dass um dieses Mod heftig gestritten wird und kann absolut verstehen, dass frühere Betroffene sich dadurch verletzt fühlen
ABER
die im Grundgesetz verankerte Kunstfreiheit deckt m.E. locker so einen Mod. Es sind schon weitaus kontroversere Dinge als Kunst veröffentlicht und aufgrund der Kunstfreiheit gesetzlich erlaubt, ja sogar geschützt worden. Wenn jetzt die Uni aus "Anstand" die Sache "von oben" tot macht, tritt sie in meinen Augen die fundamentale Rechte des Künstlers mit Füßen. Universitäten sollten vor allen Dingen ein Ort der Freiheit und Innovation sein, verbunden mit dem Risiko, auch mal gravierend anzuecken und (zu Recht) ordentlich Kritik einzustecken. Das muss man aushalten können. Stattdessen wird gekuscht und unsere Hochschulen verkommen zu immer politisch-korrekteren Orten, wo nur das erlaubt ist, was "anständig" ist.
Insofern, bitte ein wenig Mumm zeigen, die Kritik nicht schön- oder wegreden, aber den Mod veröffentlichen!
By the way: Der Urheber behält soweit ich weiß die Rechte an seinem Werk. Insofern könnte der Erschaffer das Ding doch auch einfach privat veröffentlichen oder hat er sich da irgendwie rechtlich an die Uni gebunden? Weiß da jemand mehr? Vielleicht hat er auch nur Angst vor der Rache der Profs...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11582 - 30. September 2010 - 19:35 #

Kommt drauf an, ob er vertraglich z.B. mit finanziellen Mitteln usw., eine Vereinbarung mit der Uni getroffen. Afaik gibt es fälle, dass die Ideen von Mitarbeitern dann an die Uni übergehen.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10876 - 30. September 2010 - 19:38 #

Ich finde auch, dass diese Sache als Multiplayer nicht gut realisiert ist. Als Singleplayerspiel, das vielleicht 10 Minuten dauert ja, aber als Multiplayer völlig daneben. Viel Kritik hätte dann nicht sein müssen. Man stelle sich 8 Grenzer gegen 8 Flüchtlinge vor, die hektisch die Löcher im Zaun suchen. Das hat ja nichts mehr mit der Situation damals zu tun. Der "Politiker verstehen unser Hobby mal wieder falsch"-Reflex ist genauso fehl am Platz wie die hektische Kritik von Politikern. In einigen Punkten haben sie diesmal sicherlich recht - wenn auch wahrscheinlich eher aus Zufall denn aus Verständnis.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6569 - 30. September 2010 - 21:53 #

Das war kein Anstand der Uni, sondern der Student und sein Prof haben das Spiel völlig naiv angefangen, was den zu erwartenden Medienrummel angeht, und sind jetzt total überrascht bis erschrocken über die Kritik und die öffentliche Resonanz. Der Rektor hat intern die Notbremse gezogen, und zwar aus Angst vor schlechten Schlagzeilen und vor, ganz banal, Gerichts- und Anwaltskosten.

Inhaltlich bin ich zwiegespalten. Der WK2-Vergleich zieht nicht. In den 50er-Jahren hätte man auch keine Weltkriegs-Shooter machen können. Und wenn Dein Vater mit 17 und einem Koffer zwei Wochen vor Mauerbau über die Grenze "abgehauen" ist und die Hälfte Deiner Familie bis vor gut 20 Jahren unter der Stasi gelitten hat, dann sieht man das schon persönlicher als einen 70 Jahre zurückliegenden Krieg. Andererseits denke ich, provokante Kunst sollte erlaubt sein, weil sie Diskussionen eröffnet und damit auch den nicht persönlich Betroffenen die andere Sicht aufzeigt und weil sie generell zum Nachdenken anregt.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 30. September 2010 - 19:33 #

Schade, dass dieses Projekt ohne Halt in den Killerspiele-Topf geworfen wird - nicht mehr oder weniger passiert hier. Das hat nichts mit Vernunft zu tun, sondern ist wieder ein Beispiel dafür, dass es immer noch viele Leute gibt die nicht in der Lage sind Videospiele auch als Medien für Erwachsene anzusehen.

Es war vor kurzem mal ein Buch, das hat in den Medien für Wirbel gesorgt. Und bevor es eine gewisse Frau überhaupt gelesen hatte, sprach sie sich dagegen aus.

Das gleiche mit diesem Spiel. Der Killerspiel-Stempel schlägt wieder zu, denn es ist einfacher als sich zu öffnen, sich damit auseinanderzusetzen, zuzuhören und zu hinterfragen.

General_Kolenga 15 Kenner - 2869 - 30. September 2010 - 19:38 #

Also ich kanns in dem Fall ja noch einigermaßen nachvollziehen aber mal insgesamt gesehen- gibt es IRGENDEIN Spiel, bei dem sich mal nicht irgendjemand verletzt fühlt? Kommt bei Bejewled auch jemand an und ruft "Mein Großvater war Diamantenschürfer und seine Mine ist eingestürtzt ich finde dieses Spiel verletzend!"?

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 30. September 2010 - 19:39 #

Auch wenn ich die Moralkeule der Politiker ziemlich durchsichtig finde - ich meine keiner hat das Spiel wohl mal wirklich gespielt - find ich das Spiel doch fragwürdig. Ein auf 8vs8 ausgelegtes Spiel mit respawn soll das Bewusstsein für die geschichtliche Situation wecken? Ich hab's zwar noch nicht ansatzweise gesehen und meine Meinung deswegen auch ein Vorurteil aber kann sich einer vorstellen, dass da ein gutes Spiel bei rauskommt?

Anonymous (unregistriert) 30. September 2010 - 20:17 #

Genau, so muss man an das Thema rangehen.

Schwachsinniges Spielprinzip, unlogische Zusammenhänge, miese Grafik (logisch bei nem Studiprojekt). An den Programmierer gerichtet: Wenn du ein ein kontroverses Spiel bringen willst okay, aber mach es gefälligst GUT.

Anonymous (unregistriert) 30. September 2010 - 20:27 #

Die meisten der "älteren" Generation versteht schon das Medium Computerspiel nicht. Wie soll man von dieser Gruppe von Menschen verlangen das sie verstehen was Serious Games sind?
Das Schlimmste ist mal wieder die Verurteilung einer Sache auf Grund von Vermutungen und Befürchtungen ohne überhaupt Fakten in der Hand zu haben.

Green Yoshi 21 Motivator - 25495 - 30. September 2010 - 20:56 #

Was, die Grenzer sollen auf wehrlose Menschen geschossen haben?
Hinterher behauptet noch jemand, dass es in Deutschland Nazis gegeben hätte.
Tja, manche Menschen können es einfach nicht ertragen jahrzehntelang in einem Unrechtsstaat gelebt zu haben, da reißt so ein Spiel natürlich Wunden auf.

Timbomambo (unregistriert) 4. Oktober 2010 - 11:22 #

ich glaube die Problematik ist etwas komplizierter ^^

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2212 - 30. September 2010 - 22:19 #

Klingt für mich unglaublich interessant. Wäre schade wenn das nicht rauskommt. Und über die Doppelmoral weshalb das hier auf Eis gelegt wurde will ich mich garnicht erst auslassen.

Billy (unregistriert) 30. September 2010 - 22:35 #

Die Spielidee ist mit dem gegebenen Hintergrund mal sowas von Schwachsinnig aber richtig lächerlich sind mal wieder die Reaktionen.
Wie ein Tiger seinen Jagdinstinkt blitzschnell abrufen kann um seine Beute zu erlegen so hat anscheinend auch jeder Politker einen sechsten Sinn für sogenannte "Killerspiele".

P.S.:

Haben wir uns nicht alle mal gewundert was Studenten den ganzen Tag so machen? Jetzt wissen wirs...

mal 11 Forenversteher - 619 - 30. September 2010 - 23:08 #

ich finde die Kommentare teilweise ziemlich traurig hier
ständig wird rumgeheult das soviel zensiert wird ich Deutschland, und alle angeblichen "Killerspiele" ja nur Kunst..... bla bla sind und jeder Spieler über 18 selbst entscheiden sollte was ihm zuzumuten ist und dann wird bei sowas die Moralkeule rausgeholt ?
hier wird von uns Spielern mit zweierlei Maß gemessen und Offenheit und Kunstfreiheit nur dann gefordert wenn es gerade in den Kram passt und nicht ein Spiel ect. ist was man selber gerne hätte oder hat
kann ich absolut nicht verstehen
ja der Mod ist sicherlich kontrovers und darüber wird und soll wahrscheinlich auch viel diskutiert werden, aus genau diesen Gründen muss es auch erscheinen
viele habe deutlich brisantere Spiele im Regal stehen wie MW2,
die Flughafenscene hat nur aus PR Zwecken ins Spiel gefunden , aber das fanden die meissten OK ist ja nur ein Spiel
das ist typisch deutsch, hier gibt es nur ne imaginäre Meinungsfreiheit, alles was nicht in den Kram passt und politisch Korrekt ist wird einfach TOT gemacht

Sgt. Nukem 15 Kenner - P - 3666 - 1. Oktober 2010 - 0:42 #

AHA!
Habt ihr die alte News _deswegen_ auch schon sofort wieder raus genommen??!
Ich wollte vor zwei (?) Tagen direkt einen Kommentar zu der vor 10 Min. erschienenen News schreiben, als ich dann aber auf "Abschicken" ging kam nur 403-Forbidden oder etwas derart obskures. Hab' dann daraufhin die Hauptseite noch ein paar Mal neu geladen, und die entsprechende News war da auch gar nicht mehr vorhanden... ^-!?!-^
Was die Politiker dazu sagen ist natürlich teilweise wieder sehr anmaßend. Genausogut könnte man "Der Untergang" vorwerfen, "makaber und skandalös" zu sein, weil es sich in herabwürdigender Weise mit den Leuten, die für Hitler in seinen letzten Stunden noch ihr Leben gelassen haben, beschäftigt. ^^

John of Gaunt Community-Moderator - P - 66126 - 1. Oktober 2010 - 2:12 #

Nein, das Verschwinden der anderen News hatte interne Gründe, die hier aber nichts weiter zu suchen haben, und nichts mit der weiteren Entwicklung des Projekts zu tun.

Thomas Barth 21 Motivator - P - 28213 - 1. Oktober 2010 - 4:00 #

Regt euch doch mal nicht über die Politiker auf.
Markus Meckel ist ehemaliger DDR-Aussenminister, also absolut verständlich das er etwas gegen eine solches Projekt hat.

Norbert Geis hat mehr als nur eine politische Leiche im Keller. Ich sage nur Madonna-Verbot und „gezielte Tötung von potenziellen Aggressoren“. Der Mann ist in der CSU genau richtig, denn da haben alle durchgeknallten Randgruppen eine Daseinsberechtigung.

Das einzige was mich wundert ist die Anzeige von Hubertus Knabe, die sicherlich ein Schnellschuss von ihm war. Gerade er sollte Verständnis für die Aufbereitung dieser Ereignisse in einem Computerspiel haben, da seine Eltern selber aus der DDR geflohen sind, während seine Mutter mit ihm Schwanger war.

Wer sich ein wenig mit Politik beschäftigt weiss sofort, dass solche Aussagen äusserst selten von ernst zunehmenden Politikern kommen.

Aber nun mal ehrlich. Das Spiel sollte mehrere Möglichkeiten bieten, einen Flüchtling an der Flucht zu hindern? Das funktioniert vielleicht in einem Singleplayer-Spiel, aber doch nicht im Multiplayer.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 1. Oktober 2010 - 7:47 #

Es darf echt nicht wahr sein. Diese pseudo Bildungsbürger und Weltenretter.

Zu dem Spiel: Ich finde die Grundidee wirklich sehr gut, aber die Umsetzung als Mehrspieler-Shooter unglücklich (siehe Pesti). Das hat mich bei Frontiers auch schon gestört. Da haben Entwickler eine gute Idee und machen ein Mehrspieler-Spiel, das aber so gut wie keine Spieler hat. Mit einem Singleplayer-Spiel ließen sich die Botschaften, meiner Ansicht nach, viel besser transportieren.

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 - 1. Oktober 2010 - 8:20 #

Ja, das Spiel ist sicherlich kontrovers, bedenklich und in den Augen vieler "widerwärtig"!

Solange es allerdings gegen keine Gesetze verstößt ist es einfach ein Skandal, dass es nicht veröffentlicht wird. Ich hätte es mir zu 90% bestimmt nicht angesehen, da ich auch finde, dass die Thematik der Mauerschützen anders angegangen werden sollte als in einem Multiplayergame.

Aber was ist aus Deutschland geworden, dass ein solches Projekt einfach "zerdrückt" wird, nur weil es einer Gruppe von Menschen nicht passt?

Wo ist die Meinungsfreiheit? Nur weil ein paar abgewrackte Politiker und Weltverbesserer ihre Meinung durchdrücken und vom "Pöbel" gefeiert werden wollen?

Darf ich demnächst auch einen Boykottaufruf starten, wenn die gleichen Politiker wieder Reden halten wollen, die allem gesunden Menschenverstand widersprechen?

So langsam finde ich es einfach lächerlich und traurig zu gleich.

uLu_MuLu 14 Komm-Experte - 1925 - 1. Oktober 2010 - 8:20 #

Alleine der Titel der Mod zeigt doch schon welchen Anspruch das Programm verfolgt. Gut das jetzt (2. Update) einige Personen den Sinn erkennen.

Ich kenne mich z.B. als Westdeutscher Jugendlicher kaum mit der Geschichte der ehem. DDR aus. Von daher würde ich eine solche HL2-Mod bei Gelegenheit sicher einmal testen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 1. Oktober 2010 - 8:20 #

Politiker und so manche Presseknilche in einen Sack und draufgeklopft, trifft immer den richtigen!

Willi Deutschmann 11 Forenversteher - 583 - 1. Oktober 2010 - 9:45 #

Genau richtich, Porter! Genau richtich - imma feste druff mit dat Vorschlachhammer auf dat Politikerkopp! ALLE AN DIE WAND! ALLE AN DIE WAND! RUCKZUCK! Meine Meinung, nä!
Imma auf den Rücken von den kleinen Mann entscheidet dat ganze faule Politikerpack - und unsereins guckt in dat Röhre! So weit sint wir schon wieder in Deutschland, meine Meinung auf Deutsch gesacht, nä!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 354236 - 4. Oktober 2010 - 22:11 #

Sei nicht ganz so hart zu Porter.

Ibex1981 09 Triple-Talent - 302 - 1. Oktober 2010 - 9:32 #

Die Tatsache das es sich um ein Spiel dreht ist immer Problematisch. Wäre dies ein Film so würde jeder Kritiker aplaudieren, was für eine reife Geschichtsbewältigung.
Es ist interessant zu sehen wie sich ein und dieselbe Thematik in jedem Medium anders verhält und anders empfunden wird. Wenn man im Film zeigt wie ein Grenzler auf einen Flüchting schießt so könnte man böse sagen, ist dies auch eine Form der Unterhaltung mit Bildungsniveau weil ja der Geschichtsaufarbeitung dient. Zeigt man aber dies in einem Computerspiel so ist es pure Gewalt und der jenige würde sich damit zu sehr identifizieren und und und und und....
Merkwürdig!?!?! Ein und die selbe Szene.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 1. Oktober 2010 - 12:12 #

Das liegt nur an dem Begriff "SPIEL". Mit diesem Terminus verbinden viele direkt Spielzeug. Komisch ist nur, dass diese Verbindung bei Spiel-Filmen, Theater-Spielen, Kammer-Spielen usw. nicht so ausgelegt wird. Das Medium Computerspiel wird weder (häufig aus Unkenntnis)für vollgenommen noch richtig begriffen. Zumindest von vielen Computerspielgegnern und älteren Menschen ohne jeden Zugang zu diesem neuen, sich gerade erst entwickelnden Medium... Als in den 80ern der Maus-Comic von Spiegelman erschien, war das Getöse ja auch groß und jetzt sind alle Kritiker klein mit Hut.

Zumal man bei diesem Spiel sogar virtuell die Konsequenzen tragen muss.

Quin 12 Trollwächter - 1150 - 1. Oktober 2010 - 10:23 #

Das Szenario ist schlichtweg problematisch. Wenn das Spiel nun "X" (X gleich Anzahl der deutschen Vernichtungslager im WK2) bezeichnet hätte und die Aufgabe die Flucht aus dem KZ wäre, wäre selbst hier die Meinung eindeutiger. Beispiel: Fluchtversuch mißlingt, Totenkopfmann erschiesst Häftling, 20 Jahre später Prozess in der BRD. Könnte man also genauso (gut?) übersetzten, wie bei "1378". Bloß an das Thema würde sich in Deutschland zu Recht niemand wagen. Ist dieses Spiel nun deshalb nicht geschmacklos, weil es weniger Tote an Grenze gab, als in besagten Lagern? Oder weil man die Ausgangssituation unterschiedlich betrachtet? Wie man es dreht und wendet, es bleibt insgesamt problematisch.
Stattdessen kommt leider - wie so oft - der von Politikern bekannte Beißreflex auch bei den Spielern vor, sobald Computerspiele betroffen sind.

beagel 09 Triple-Talent - 293 - 1. Oktober 2010 - 11:08 #

Ich hab auf einer Austellung der HFG einen Trailer gesehen, und muss sagen das es nicht gut aussah. Modelle wie in HL1, nur Kamerafahrten, kein Ton. Mehr kann ich aber auch nicht sagen.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 1. Oktober 2010 - 12:15 #

Leider das alte Problem der sog. Serious Games. Gute Ideen, aber kaum die Möglichkeiten diese entspr. zu gestalten

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 1. Oktober 2010 - 13:00 #

Grundsätzlich finde ich, Unterhaltungssoftware soll sich mit jedem Thema auseinandersetzen dürfen, genau so wie das Filme, Bücher und so weiter tun. Allerdings ist das Spielkonzept hier irgendwie ungeschickt, um die Thematik zu behandeln. Ein Multiplayer-Shooter an der Innerdeutschen Grenze, wo Team Grenzer auf Team Flüchtlinge schießt. Wer braucht das? Das ist doch quasi wie CS. Um das mal auf die Spitze zu treiben, stellt euch mal vor, ein NPD-Wirrkopf baut eine Modmod, die nur die Teams abändert zu "KZ-Wächter" und Team "Inhaftierte". Ist doch vollkommen ungeeignet.

Was mir zu dem Setting spontan einfällt: Eine kleine SoloMod, du bist ein neuer Grenzer-Rekrut, als Intro ein Smalltalkdialog im Auto dass dich von der Kaserne zur Grenzstation bringt (ähnlich wie in Operation Flashpoint), irgenwelche zeitgemäßen Popsongs ausm Radio, und auf dem Weg kommt man irgendwie mit einem Zivilisten in Kontakt. Später stehst auf nem Turm und bei ner Zigarette wird irgendwas über Westflüchtlinge und wie keiner mehr Lust auf das Ganze hat geredet, später dann stehst einige Minuten allein auf deinem Turm und auf einmal gibts Alarm und du sollst schießen. Auf den Typen den du vorher vom Auto aus gesehen hast. Und nun?
Und danach gibts ein Outro mit ein paar Fotos, Schicksalen und so weiter. Sowas in der Richtung könnte ich dann auch irgendwie als "Medienkunst" anerkennen. Aber ein Multiplayer-Shooter passt da irgendwie nicht finde ich...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11582 - 1. Oktober 2010 - 13:03 #

Das ist doch Unsinn. Eine Mod kann man für alle möglichen Spiele bauen und dort alle möglichen Namen und Skins einfügen. Wenn es danach geht, dann sollte man es die Entwicklung jeder Spiele komplett einstellen...
Außerdem wird ja darauf hingewiesen, dass das Erschießen der Flüchtlinge nur eine Option mit negativen Konsequenzen ist.
Ich denke wir haben hier ein ähnliches Problem wie manche Leute mit dem neuen MoH haben. Das Szenario ist scheinbar für viele noch zu frisch und kratzt so an noch nicht vernarbten Wunden.

M___K 10 Kommunikator - 458 - 1. Oktober 2010 - 15:17 #

Das ist kein Spiel sondern Kunst. Wieso kapiert das niemand?

M___K, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Thomas Barth 21 Motivator - P - 28213 - 1. Oktober 2010 - 17:22 #

Weil viele Politiker noch nicht verstehen, dass Spiele auch Kunst sein können. Bis sie dieses Verständnis haben, werden noch einige Jahrzehnte ins Land gehen. Erst wenn die Gamer von heute die Politiker von morgen sind, werden Spiele einen anderen Stellenwert in der Kultur besitzen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 1. Oktober 2010 - 17:28 #

sollen sie halt Zombies über die Grenze laufen lassen...

Gamaxy 19 Megatalent - P - 14541 - 1. Oktober 2010 - 17:31 #

Wie soll denn dieses Spiel als Multiplayer funktionieren? Haben die Flüchtlinge auch Waffen?

IMHO ein interessantes Kunstprojekt, da es den Konsumenten zwingt, die Thematik der innerdeutschen Grenze von einer völlig anderen Seite zu sehen, sowas kann durchaus interessant sein und fruchtbare Diskussionen auslösen, wie man ja im Kleinen schon an diesem Thread sehen kann.

Ein wirkliches, ernstzunehmendes Spiel erwarte ich mir davon aber nicht.

Sven 18 Doppel-Voter - 9146 - 1. Oktober 2010 - 18:40 #

Habe gerade die Videos zum Spiel gesehen... reizt mich jetzt weniger, ehrlich gesagt.

PARALAX (unregistriert) 1. Oktober 2010 - 20:24 #

Habe die Linksammlung mal mit der ZDF-Reportage ergänzt, die in der ursprünglichen News von mir ebenfalls dabei war. Sollte man sich passend dazu auch mal anschauen.

Ich sach ma so :D (unregistriert) 2. Oktober 2010 - 7:10 #

Wen es danach geht das manche Menschen die´s direkt mitgekriegt haben muss ich mich doch fragen was mit den spielen zu den zweiten Weltkrieg sind.
Dann müssten die doch auch alle rausgenommen werden.
Die Generation die jetzt aufwächst hat davon nichts mitgekriegt was da 1989 passiert ist genauso wie die Ost/west Vorurteile,deswegen finde ich könnte man das Spiel ruhig rausbringen.
Es wird eigentlich viel zu viel Wind darüber gemacht,den alles in Allen hat es sich eh nicht so klasse angehört ! ( 30-60 Sekundenwarten WTF)
Außerdem finde ich es immerschön wen über ein Spiel verurteilt wird was noch gar nicht draußen ist und besonders wen die die Urteilen noch nie ein Spiel aus dem Genre gespielt haben !

youtube watch?v=A4MBAbxsC1I

hier ist n Bericht der ist sehr interessant da spielen die Eltern von Kindern einen Abend zur Probe ein "Killerspiel" und beurteilen wie es auf sie wirkt wirklich sehr interessant.

Imperitum 18 Doppel-Voter - 9391 - 3. Oktober 2010 - 11:28 #

Sicher mag die Thematik in diesem Spiel umstritten sein und selbst ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie ein derartiger Ego-Shooter geschichtliches Wissen vernünftig vermitteln soll.

Dennoch finde ich es schon interessant zu sehen, wie bei einem solchen Projekt aufgrund von Protesten sofort dafür gesorgt wird, dass es auf Eis gelegt wird.
Im Vergleich dazu, protestieren aktuell stellenweise über 100.000 Menschen in Stuttgart gegen das geplante Projekt, jedoch wird dies im wahrsten Sinne des Wortes "durchgeknüppelt".

Entschuldigt bitte, aber mir drängt sich da der Gedanke auf, dass in diesem Staat massiv was schief läuft.

Thomas Barth 21 Motivator - P - 28213 - 3. Oktober 2010 - 14:53 #

Stuttgart 21 wird nicht "durchgeknüppelt" sondern ist seit 1995 durch jede Demokratische Instanz gegangen, die zur Durchführung des Projektes notwendig war. Diese 100.000 Menschen in Stuttgart wissen seit 15 Jahren dass das Projekt stattfinden wird und fangen jetzt erst an zu protestieren.
Nicht beim Staat läuft etwas schief, sondern in der Gesellschaft die sich durch die Bild und andere Boulevard-Blätter so hypen lässt, dass ein Außenstehender denkt, dass der Staat dran schuld ist.

Imperitum 18 Doppel-Voter - 9391 - 3. Oktober 2010 - 16:20 #

Ich glaube kaum, dass vor 15 Jahren nur ein Bruchteil der Bevölkerung die wirtschaftlichen Geschehnisse voraussagen konnte, die in diesem Zeitraum passiert sind.
Auch wenn Boulevard-Blätter dieses Projekt teilweise auf ihrem typisch niedrigem Niveau 'hypen', bin ich dennoch froh dass überhaupt darauf aufmerksam gemacht wird.

Ebenso kannst du mir nicht erzählen, dass die Bevölkerung in diesem Zeitraum über dieses Projekt ausreichend informiert wurde bzw. überhaupt ein Großteil der Stuttgarter Bevölkerung von diesem Projekt erfahren hat.

Thomas Barth 21 Motivator - P - 28213 - 3. Oktober 2010 - 19:50 #

Und warum haben die Stuttgarter davon nichts erfahren? Weil es nicht in den Boulevard-Blättern stand, bzw. nur als Randnotiz. Der Punkt Stuttgart 21 war sogar in den ziemlich groß im Wahlprogramm der CDU und SPD zu lesen, lange bevor es beschlossen wurde. Mit den Stimmen für diese beiden Parteien, haben die Stuttgarter also bereits dem Projekt zugestimmt.

Wenn ein Großteil der Stuttgarter sich anscheinend nicht für Politik interessiert, bzw. keine Lust hat die Wahlprogramme zu lesen, dann sind sie selber schuld.

Imperitum 18 Doppel-Voter - 9391 - 3. Oktober 2010 - 20:59 #

Ich denke mal, dass unsere Diskussion mittlerweile arg vom Thema abweicht ;-).
Wenn die Leute zu inkompetent sind, um sich ausreichend über Ihre Kandidaten/Favoriten zu informieren ist dies letzten Endes deren Problem.
Fakt ist aber, dass ich mich anscheinend unglücklich ausgedrückt habe mit dem Wort "durchgeknüppelt".
Mir ging es bei dem Vergleich um den (in meinen Augen) übertriebenen Polizeieinsatz, bei dem es Ziel war die Demonstranten zu vertreiben, die das Bauvorhaben blockiert hatten.

Wir können diese Diskussion aber gerne auch per PN weiterführen, damit wir hier nicht noch weiter vom Thema abschweifen ;-)

Name 3. Oktober 2010 - 21:31 #

Genau. Die Proteste gegen Stuttgart 21 und insbesondere der Volkentscheid gegen die Schulreform in Hamburg sind in Wahrheit nichts anderes als eine Unterhöhlung der Demokratie, in der höhergebildete und besserverdienende Bürgergruppen sich zu "Volkes Stimme" erheben und ihre Partikularinteressen gegen bereits verabschiedete Mehrheitsbeschlüsse durchsetzen.
Wenn alle Reform- oder Moderniesierungsbestrebungen in diesem Land mit egoistischen Bürgerbegehren, willkürlichen Volkentscheiden oder kontraproduktiven Massenprotesten erstickt werden, können wir die repräsentative Demokratie genausogut abschaffen und durch wöchentliche Volksbefragungen ersetzen. Mit der Konsequenz das die Bundesrepublik in spätestens 30 Jahren in völliger Bedeutungslosigkeit versinkt. Viel Spaß!

Porter 05 Spieler - 2981 - 4. Oktober 2010 - 17:05 #

KEINER will nach Ulm!
Obenbleiben! obenbleiben! obenbleiben! :)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6569 - 20. Oktober 2010 - 7:55 #

...ist Imperitum sowas wie das Präparativ oder Fusens?

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