Hardware-News KW 39: Kurztest WeTab
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29505 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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28. September 2010 - 9:55 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Kraftvoll unterwegs mit Akkus im Rucksack, neue Informationen über AMDs HD6000-Serie -- wir werfen einen Blick in die Gerüchteküche. Gänzlich ohne Gerüchte allerdings kommt unser Kurzbericht über Neofonies WeTab aus, dem kürzlich veröffentlichten Multimedia-Tablet aus Berlin.


AMD Radeon HD6770:  teurer aber auch schneller als erwartet?

Offenbar bereits im kommenden Monat plant AMD die Präsentation der neuen HD6000-Grafikkartenserie, etwas mehr als ein Jahr nach der Einführung der ersten DirectX11-tauglichen Modelle. Für den 12. Oktober lädt AMD die Fachpresse zu einer Veranstaltung nach Los Angeles, USA -- dort werden voraussichtlich die neuen GPU-Modelle vorgestellt. Standen im vergangenen Jahr noch die Topmodelle zuerst in den Regalen, sollen jetzt die neuen Mittelklassekarten mit den Bezeichnungen HD6750 und HD6770 zuerst erscheinen. Für die meisten ambitionierten PC-Spieler dürfte hierbei die HD6770, wie schon der direkte Vorgänger HD5770, das interessanteste Modell darstellen.

Einem Foreneintrag der asiatischen Internetseite Chiphell zufolge soll die Leistung der beiden 67x0-Grafikkarten deutlich über dem bisher vermuteten Level liegen. In ersten Präsentationen positionierte AMD die beiden mit dem Barts-Grafikchip ausgestatteten Modelle direkt gegen NVidias GTX460. Aufgrund der bekannt gewordenen technischen Daten der neuen AMD-Chips ließ sich aber recht früh schon ableiten, dass die Karten mehr Potential aufweisen könnten. So soll die HD6770 sogar die HD5850 übertreffen und in Konkurrenz zur NVidia GTX470 stehen. Etwas höher als bislang erwartet soll dafür dann aber auch der Preis ausfallen. Anstatt für weniger als 200 US-Dollar sollen die neuen Modelle zwischen 239 und 279 US-Dollar (und damit wie gewohnt: Euro) liegen. Es bleibt zu erwarten, dass die Vorgängerkarten der HD5000-Serie durch eine breite Verfügbarkeit der neuen Modelle im Preis fallen werden. Bereits Ende Oktober sollen AMDs HD6750 und HD6770 verfügbar sein, die Topmodelle folgen im November.

Mittlerweile sind Präsentationsfolien von AMD auf diversen Internetseiten aufgetaucht, die genaue technische Daten der neuen Modelle enthalten. Demnach würde sich die Leistung im Vergleich zu den Vorgängerkarten HD5770 tatsächlich fast verdoppeln, sogar die HD6750 wird schon knapp vor der HD5850 liegen. Die technischen Daten der HD6770 sprechen für eine Leistung auf dem Niveau der HD5870 -- was einen enormen Leistungsvorsprung für die kommenden Topmodelle verspricht. Die entsprechenden Übersichten finden sich in den Quellenangaben.



Die herausnehmbare Ladestation enthält einen Akku für bis zu sieben Stunden Laufzeit

Rucksack mit integrierter Akku-Ladestation

Auch wenn die Ausflugs- und Wanderzeit für dieses Jahr langsam zu Ende geht, könnt ihr euch schon jetzt mit dem Hightech-Equipment für den nächsten Urlaub ausrüsten. Denn wer ohne seine geliebte Unterhaltungselektronik nicht das Haus verlässt, wird unterwegs schnell den Mangel an Steckdosen bemerken.

Der Hersteller Quirky hat mit dem Rucksack Trek Support in diesem Falle das passende Produkt vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen Rucksack mit eingebautem Akkupaket und Lademöglichkeiten für viele elektronische Gadgets. Die herausnehmbare Ladestation verfügt über mehrere Taschen, um Kameras, Mobiltelefone, Tablets oder mobile Spielkonsolen aufzunehmen. Bis zu drei Geräte gleichzeitig lassen sich per USB-Anschluss laden; andere Lademöglichkeiten sind bislang nicht vorgesehen. Ein Notebook lässt sich so also nicht versorgen, An einem der Trageriemen ist eine Tasche für Handy oder MP3-Player befestigt, die über einen weiteren USB-Ladeadapter verfügt. Die Laufzeit des integrierten Akkus soll bis zu sieben Stunden betragen.

Der Trek Support ist noch nicht in Produktion, der Hersteller bietet ihn nur zum Vorbestellen an (130 Dollar). Wenn mindestens 1.200 Vorbestellungen eingegangen sind wird der Rucksack gefertigt und ausgeliefert -- und auch erst dann muss die Vorbestellung tatsächlich bezahlt werden. Anschließend kostet der Rucksack für reguläre Käufer ohne Vorbestellung 150 US-Dollar. Ein Händler für den deutschen Markt hat sich bislang noch nicht gefunden, allerdings hat uns der Hersteller auf Nachfrage bestätigt, dass eine Bestellung auch aus Deutschland möglich ist. Die Versandkosten liegen in diesem Fall bei 12.50 US-Dollar via USPS Airmail (ohne Paketverfolgung) und 38 US-Dollar via Fedex (mit Paketverfolgung).



Ambitioniertes Projekt aber leider unfertig veröffentlicht - das WePad


WeTab: erschienen, aber noch nicht fertig

Ursprünglich sollte das ambitionierte Multimediagerät des berliner Unternehmens Neofonie noch vor Apples iPad auf den Markt gelangen. Probleme mit der Software und bei der Produktion sorgten für stetige Verzögerungen. Nun ist das WeTab erschienen. Bereits seit einigen Tagen konnten Vorbesteller der Elektronikkette Media Markt ihr Gerät ausprobieren, Amazon als zweiter Vertriebspartner liefert seit heute an Vorbesteller aus. Wer nicht vorbestellt hat, wird sich noch einige Wochen gedulden müssen.

Um den festgelegten Auslieferungstermin einzuhalten, ist Neofonie allerdings einige teils sehr unangenehme Kompromisse eingegangen. Die Software des WeTab ist noch weit davon entfernt, voll einsatzfähig zu sein. So wird der Support für die beworbene Multitouch-Unterstützung erst später mit einem Update nachgeliefert. Der Lagesensor, der das Bild mit dem Tablet mitdreht, wurde mittlerweile per Update aktiviert. Das Gewicht, das mit 800 Gramm angekündigt worden war, hat sich um 25 Prozent erhöht, das WeTab bringt nun etwas mehr als ein Kilogramm auf die Waage.

Die technischen Daten klingen auf den ersten Blick sehr gut, vor allem im Vergleich mit Apples iPad. So arbeitet Intels Atom-N450-Prozessor mit 1,66 GHz zusammen mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Videobeschleuniger-Chip von Broadcom. Das nicht sehr blickwinkelstabile und zudem stark spiegelnde Display ist mit 11,6 Zoll Diagonale deutlich größer als das des iPad und bietet mit 1366x768 Bildpunkten auch eine größere Auflösung.  Neben HDMI sind zwei USB-Ports und ein SD-Kartenslot vorhanden, ebenso gibt es eine Webcam mit 1,3 Megapixeln. Als Betriebssystem dient  WeTabOS, das auf dem Linuxderivat Meego basiert. Neofonie erweitert das System um einen hauseigenen Appstore und plant in Zukunft auch Zugriff auf den Android-Store zu bieten.

Das WeTab ist in zwei Versionen erschienen: Für 449 Euro bekommt man die Einsteigerversion mit 16 GB  Flashspeicher (erweiterbar per SD-Karte) aber ohne UMTS und GPS. Die 569 Euro teure Variante mit 32 GB Flashspeicher bietet neben WLAN auch UMTS und dank GPS auch Satellitendaten und Navigationsmöglichkeiten. Es ist geplant, die Preise in Verbindung mit Mobilfunkverträgen senken zu können.

Käufer der ersten Versionen des WeTab müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ein noch in der Entwicklung befindliches Gerät erworben haben. Auch wenn das große Display für eine angenehme Übersicht sorgt, stören doch die Unzulänglichkeiten der Software aktuell sehr stark. Die Bedienung ohne funktionierendes Multitouch ist wenig komfortabel, viele Anwendungsicons verweisen vorerst auf leere Internetseiten, Flashanwendungen laufen nicht flüssig. Der HDMI-Port funktioniert noch nicht, die Webcam muss erst per Update aktiviert werden.


Leider funktionieren noch nicht alle verfügbaren Schnittstellen des WeTab

Auch wenn die technischen Daten nteressant klingen, hat die gewählte Hardwarebasis einige handfeste Nachteile. Intels Atom-CPU ist zwar sehr flexibel aber auch recht gemächlich. Die Bedienung des WeTab fühlt sich zu keinem Zeitpunkt so flüssig an wie die eines iPad oder eines guten Android-Mobiltelefons. Der fehlende HD-Support des integrierten Grafikchips soll zwar später durch den Broadcom-Zusatzchip kompensiert werden, allerdings ist noch nicht absehbar, wann eine entsprechende Unterstützung zum Beispiel in Adobes Flashplayer integriert werden wird. Dazu kommt der höhere Energiebedarf dieser Zusatzlösung -- und auch der Atom-Prozessor ist für Tablet-Verhältnisse ein energiefressender Hitzkopf. Im Gegensatz zu den bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit des iPad erreicht das WeTab maximal  sechs Stunden. Unter Last, also beim Betrachten von Videos oder aufwändigen Internetseiten, halbiert sich dieser Wert sogar noch. Die Nutzung des Broadcom-Chips dürfte die Laufzeit noch zusätzlich schrumpfen lassen. Zudem muss der kleine Lüfter des WePad ununterbrochen arbeiten, was mit einem störenden Geräusch verbunden ist.

Wer sich ein umfangreiches Archiv an mobilen Spielen erhofft, hat erneut die Rechnung ohne Intels Atom-CPU gemacht. Im Gegensatz zu den spezialisierten Zusatzchips in anderen Tablets oder Smartphones ist der dort verbaute Grafikchip eher schwach auf der Brust, sodass die Spiele grafisch anspruchslos ausfallen dürften. Mangels funktionierender Beschleunigung für Flash ist vorerst auch von dieser Seite keine Spieleunterstützung in Sicht. 

Alles in allem ist das WeTab ein interessantes Produkt und sicherlich einen weiteren Blick wert -- aber erst, wenn es in einigen Monaten endlich vollständig nutzbar ist.

Video:

Sgt. Nukem 15 Kenner - 3472 - 27. September 2010 - 19:26 #

Wenn es dermaßen unfertig wirklich schon bei Media Markt & Co. steht und nicht nur als "DevKit" an Entwickler verkauft wird, kann das IMHO nur ein Rohrkrepierer werden. Die Chance auf den ersten Eindruck hat man nur einmal.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 27. September 2010 - 19:30 #

Och, die Chance auf den ersten Eindruck habt neofonie meiner Meinung nach eher bei den ersten Vorstellungen verspielt - als bei einer Präsentation die Linux-Oberfläche mit einer Windows-Fehlermeldung abstürzte und sich herausstellte, dass es sich bei der Oberfläche nur um ein Video gehandelt hat. War auch damals schon recht unfertig.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 27. September 2010 - 19:29 #

Tja, mit dem WeTab haben die Entwickler viel versprochen, aber in meinen Augen nicht wirklich gehalten. Bevor ich mein Geld für sowas zum Fenster rausschleuder, warte ich lieber auf Googles Lösung für Tablets, oder kaufe mir tatsächlich ein iPad.
Zu schade, denn ich war einer derjenigen die es sich unbedingt kaufen wollten wenn es rauskommt. Aber eben nicht in so einem "Zustand".

MTR 12 Trollwächter - 1033 - 27. September 2010 - 19:38 #

Immer wieder toll, die Hardware-News, danke!

Die ATI-Karten hören sich echt vielversprechend an! Am interessantesten ist dabei für mich trotzdem die Preissenkung der HD5000er, denn 1. gibt es keine Spiele, die eine noch arg viel höhere Leistung wie die derzeitigen Topmodelle brauchen (Es sei denn für 6 Monitore ;-) ), und 2. stagniert meiner Meinung nach der Hardware-Hunger bzw. leider auch die grafische Weiterentwicklung (die Grafik ist ja auch schon auf beachtlichem Niveau (manchmal)) durch die Konsolenports.
Beides mag überspitzt dargestellt sein, aber meiner Meinung nach, halten die Konsolen den grafischen Fortschritt etwas auf, da Entwickler lieber Resourcen in die Entwicklung für die Konsole stecken als auf den PC größere Schritte nach vorne zu gehen, obwohl er deutlich leistungsfähiger ist.
Wenn es einen Fortschritt geben sollte, dann hoffentlich ein Entgegenkommen von NVidia bezüglich der Physx-Effekte, dass die auch ATI-Karten berechnen (in vergleichbarer Performance)können, damit würde der PC als Spieleplattform wieder gestärkt werden, denn die Spielqualität würde nicht von der verbauten Grafikkarte abhängen. (Dass es ein Verlust eines Arguments für NVidia wäre ist mir bewusst, aber mit dem Gedanken an den PC als Spieleplattform, könnten sie es meiner Meinung nach trotzdem möglich machen).

Vom WeTab bin ich enttäuscht, denn ich hatte mit einem besseren Konkurenten gerechnet. Nicht, dass ich mir ein solch teures Gerät überlegen würde, aber es wurde doch so angepriesen und jetzt ist (Grafik-)Leistung, Features, Laufzeit und App-Umfang doch eher schwach.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 27. September 2010 - 19:58 #

Das Ding basiert auf Intels Atom. Leistung, Grafik, Laufzeit und sogar der App-Umfang waren daher schon vor über einem halben Jahr absehbar (müsste mal in den alten News stöbern, ich bezweifle, dass ich mir verkneifen konnte darüber zu lästern). Der Android-Markt ist dummerweise nicht für Intelhardware offen, daher muss neofonie tricksen. Dafür sollen aber angeblich Linuxanwendungen laufen - DOSBox wäre eine dankbare Lösung :D .

Machiavelli 13 Koop-Gamer - 1470 - 27. September 2010 - 19:59 #

Ich würde das WeTab noch nicht vollständig abschreiben. Erst mal abwarten ob die versprochenen Features noch in einer angemessenen Zeit nachgeliefert werden. Gerade Intel/Nokias-Meego wird noch ein ganz großer Renner und die Hardware ist eigentlich auch recht ansprechend.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 27. September 2010 - 20:20 #

Ich wette mit dir um einen gut erhaltenen C64. Ernsthaft. Intel im Tablet wird nix, nicht in absehbarer Zeit. Oak Trail, vielleicht. Aber nicht die aktuellen Atoms. Meego lässt sich schwer abschätzen - aber mit Atom als Hardware - keine Chance, x86 braucht zu viel Strom und ist zu schwach.

Hyperbolic 15 Kenner - P - 3935 - 28. September 2010 - 12:03 #

Sorry, aber wer benutzt denn einen Tablet Computer mit einem Lüfter?
Das Teil war von Anfang an eine Totgeburt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 28. September 2010 - 12:05 #

Hat da jemand "Atom" gesagt? ;)

Und es gibt noch mehr Hersteller, die so etwas bauen wollen. Geht mal gar nicht.

Maturion 11 Forenversteher - 655 - 9. Oktober 2010 - 19:28 #

Ich hatte mich beim WeTab über ein innovatives Produkt aus Deutschland gefreut. Nachdem ich das Gerät bei einem bekannten ausführlich getestet habe, muss ich jedoch folgendes sagen: Ganz nett, aber bis auf Surfen und Tippen (OpenOffice) ist das WeTab derzeit noch nicht zu viel zu benutzen. So schlecht wie es manchmal behauptet wird ist es nicht! Ich hoffe ja, dass in ein bis zwei Monaten durch Updates die meisten Mängel des WeTabs behoben werden.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29505 - 9. Oktober 2010 - 21:56 #

Dabei finde ich, dass gerade Openoffice grauenvoll zu bedienen ist, weils schlicht nicht auf die Touchbedienung angepasst wurde. Tippen - ok. Aber DAS geht auch mit nem Archos 5 Internet Tablet für 160 Euro. Surfen übrigens auch.

BTW, wer das Tablet aktuell zu sehr lobt muss sich wohl gefallen lassen mit "Hallo Helmut" angesprochen zu werden ;) .

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