Hardware-News KW 38: Onboard-Gaming, rasante SSD
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Dennis Ziesecke 29542 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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20. September 2010 - 20:37
Unser wöchentlicher Blick auf den Hardwaremarkt wird aus aktuellem Anlass  von Intel dominiert: Vergangene Woche fand Intels Hausmesse IDF statt. Traditionell bucht auch AMD ein paar Zimmer in einem nahe gelegenen Hotel und präsentiert ganz ungeniert eigene Produkte. Dieses Jahr dreht sich sowohl bei Intel als auch bei AMD alles um die aktuellsten Prozessorgenerationen, beide Hersteller arbeiten an in die CPU integrierten Grafikeinheiten.

Integrierte Grafiklösungen und Spiele: Showdown AMD gegen Intel

Gleich zu Beginn des Intel Developer Forum (IDF) präsentierte Intel stolz einige Spielszenen aus Starcraft 2, berechnet von einer Sandy-Bridge-CPU mit integrierter Grafikeinheit. Auf die im Vergleich zu aktuellen Intel-GPUs stark gestiegene 3D-Leistung ist man im Hause Intel offenbar sehr stolz und weist oft auf die (in Wahrheit eingeschränkte) Spieletauglichkeit der kommenden Prozessor/GPU-Kombinationen hin. Leider fehlte Intel dann doch der Mut, vom bereits erwähnten Starcraft 2 auch bewegte Szenen vorzuführen. Stattdessen wurden wenig aussagekräftige Präsentationsfolien gezeigt, die veranschaulichten, dass Sandy Bridge garantiert in der Lage sein wird, Standbilder aktueller Spiele darzustellen. Mehr war jedenfalls von Starcraft 2 nicht zu sehen.


AMDs Zacate-Testsystem befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Interessanter waren dann schon die von AMD gezeigten Szenen eines Zacate-Testsystems. Unter dem Codenamen Zacate entwickelt AMD momentan eine mobile Hybrid-CPU, die wie Intels Sandy Bridge eine Grafikeinheit direkt integriert. Allerdings konzentriert AMD sich stärker auf die Leistungsfähigkeit der GPU und nutzt mit DX11 auch eine aktuellere Grafikschnittstelle als Intel. AMD hat in diesem Falle leichteres Spiel, mit den Radeon-Grafikkarten hat die Firma entsprechendes Know-how im eigenen Hause. Intel arbeitet zwar seit Jahren an eigenen Grafikchips, sieht deren Einsatz aber deutlich zweckmäßiger und auf das Officegeschäft konzentriert.

Die Grafikeinheit der Zacate-APU (Accelerated Processing Unit, AMDs Name für die Mischung aus CPU und GPU) basiert folgerichtig auch auf den aktuellen Radeon-HD-5000-Grafikkernen und soll Gerüchten zufolge maximal die Leistung einer HD5550 erreichen. Die Kollegen von AnandTech konnten bereits ein sehr frühes Entwicklungsmuster eines Zacate-Testsystemes durch einige Benchmarks scheuchen und mit einem Core-i5-520m vergleichen. Bei dieser Intel-CPU handelt es sich um einen aktuellen Notebookprozessor mit integrierter Grafikeinheit -- also noch nicht um ein Sandy-Bridge-Modell, das aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich schneller arbeiten dürfte. AMDs Zacate erscheint ebenfalls als Notebookprozessor mit zwei Bobcat-CPU-Kernen, der Grafikeinheit und maximal 18 Watt Energiebedarf. Damit wird Zacate allerdings eher mit Intels CULV-CPU (extrem stromsparend, aber leistungsschwach) konkurrieren als mit dem von AnandTech getesteten, deutlich höher getakteten i5-520m.

Getestet wurden die Spiele City of Heroes und Batman Arkham Asylum. City of Heroes lief in 1024x768 mit niedrigen Details auf dem Intelsystem mit durchschnittlich 25,5 FPS, auf dem Zacate-Testmuster mit 39,6 FPS. Batman durfte ebenfalls in 1024x768 Pixeln aber dafür mit hohen Details über den Bildschirm fledern - Intels i5 erreichte 11,3 FPS, AMDs Zacate kam hier auf 16,5 FPS. Auch wenn es sich hierbei nicht um beeindruckende Frameraten handelt, der Leistungsunterschied ist gut sichtbar. Erfahrungsgemäß ist durch Feinschliff an der Hardware und vor allem beim Treiber noch einiges herauszuholen.

Intel unterstützt USB3.0 -- vorerst nur per Zusatzchip

Lange wurde gerätselt, ob sich Intel weiterhin dem Trend zu schnellen USB-Verbindungen verschließen wird. Und tatsächlich will die Firma erst im Jahr 2012 Chipsätze mit USB3.0-Funktionen anbieten. Mainboards für die in wenigen Wochen erscheinenden Sandy-Bridge-CPUs mit Intels Cougar-Point-Chipsatz (P67 und H67) werden keine native Unterstützung für USB3.0 mitbringen. Stattdessen ist es den Mainboardherstellern freigestellt, entsprechende Zusatzcontroller zum Beispiel von NEC/Renesas zu verbauen, die allerdings eine oder mehrere PCIe-Lanes in Beschlag nehmen und die Kosten für das Board in die Höhe treiben. Den aktuellen SATA-Standard mit maximal 6 GBit/s Übertragungsgeschwindigkeit unterstützt Intel indes auch mit den jetzt kommenden Chipsätzen komplett.

Extrem schnelle SSDs von Photofast

Das neue Mainboard verfügt bereits über den neuen SATA3-Standard mit bis zu 600 MB/sek. Datenübertragung? Dann muss dringend eine flotte SSD her, um diese gigantische Geschwindigkeit auch ausnutzen zu können! Von PhotoFast erscheinen jetzt neue Flashspeicher-Festplatten mit SATA3-Interface, die dank großzügigem internen Cache (128 MB DDR3) bis zu 430 MB/sek. Lesegeschwindigkeiten (max. 300 MB/sek. schreiben) erreichen sollen. Allerdings gilt dieser Wert nur für das luxuriöse 256GB-Modell, doch auch die vergleichsweise kleine 64GB-SSD soll bereits 370 MB/sek. lesend und 120 MB/sek. schreibend erreichen. Preise sind für diese SSDs noch keine bekannt, erscheinen sollen sie bereits im Oktober, vorerst nur in Japan. 



Würde auch als Grafikkarte gut im PC aussehen: Die rasante PCIe-SSD G-Monster Powerdrive

Wer es noch schneller braucht, ist mit Kabelverbindungen wie SATA schlecht bedient. Selbst zügige 600 MB/s klingen lächerlich im Vergleich zu den Datenraten einer PCIe-SSD. Mit dem G-Monster Powerdrive-LSI präsentiert Photofast eine PCI-Express-SSD für den 8x-Steckplatz. Intern sind die Flashspeicher per RAID an den LSI SAS2108-Controller angebunden, 512 MB Cachespeicher sorgen für geringe Leistungsverluste. Die SSD wird mit 240, 480 und 960 GB angeboten, zumindest beim Topmodell sollen die Lesegeschwindigkeiten bei bis zu 1400MB/s liegen, schreiben soll mit bis zu 1500 MB/s sogar noch etwas schneller gehen. Es ist noch nicht sehr lange her, als selbst Arbeitsspeicher langsamer arbeitete! Auch hier sind noch keine Preise bekannt, diese PCIe-SSDs richten sich aber generell eher an den professionellen Markt und weniger an Privatleute. Entsprechend professionell wird auch die Preisgestaltung ausfallen, selbst wenn die Karte sich rein optisch auch sehr gut in einem Gamer-PC machen würde.

Amazon veräppelt das iPad

Bisher war vor allem Apple für vergleichende Werbung in der PC-Szene bekannt. Mit teils sehr amüsanten Spots wurden immer wieder die Vorteile eines Mac-Rechners im Vergleich zu einem Windows-PC hervorgehoben. Jetzt konnte Amazons PR-Abteilung sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Im Rahmen der Preissenkung des hauseigenen eBook-Readers Kindle auf 140 US-Dollar erschien vor kurzem ein Werbevideo, dies die Tücken eines iPad im Sonnenlicht zeigt. Die spiegelnde Oberfläche von Apples Multimediatablet sorgt auf der Sonnenliege jedenfalls für wenig Freude, während sich die Besitzerin eines Kindle bequem und ungestört ein eBook durchlesen kann. Angesichts der Euphorie etablierter Zeitschriftenverlage, das iPad als Zukunftsmarkt für das einbrechende Printgeschäft zu sehen eine durchaus treffende Beobachtung von Amazon. Das Video seht ihr direkt unter der News.

Video:

Blaine 12 Trollwächter - 1120 - 20. September 2010 - 20:38 #

so toll find ich die sonnenbrille garnicht!

Kirika 15 Kenner - 3272 - 20. September 2010 - 21:25 #

ich find die cool ! xD

nette News, Danke dafür ;)

Limper 16 Übertalent - P - 5151 - 20. September 2010 - 21:29 #

Solange die Ebooks nicht billiger sind als echte Bücher, ist das Ganze für mich uninteressant. Da hilft es auch nichts, dass die Geräte inzwischen gut und günstig sind.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29542 - 21. September 2010 - 8:08 #

Tja, das stimmt schon. Und trotzdem verkaufen sich die Dateien wie geschnitten Brot - solange sich das nicht ändert wird wohl niemand Handlungsbedarf sehen.

Ich würde mir ja wünschen, beim Kauf eines "echten" Buches den Downloadcode für die eBook-Version zu erhalten..

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 21. September 2010 - 8:25 #

Wer schenkt mir nu ein G-Monster Powerdrive-LSI und passendes Mainboard dazu..?

Liest sich so nach Zukunftsmusik, ist aber schon heute. Schon abgefahren.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29542 - 21. September 2010 - 8:28 #

Ach, wenn dir Onboardgrafik reicht, dann tut es jedes mit Grafik ausgestattete Mainboard solange es über einen PCIe16x verfügt :) . Aber das Monsterding schenk ich dir trotzdem nich :P .

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29542 - 21. September 2010 - 11:46 #

Tja, diese Fusion-Chips werden den Grafikmarkt gut aufmischen. Hat schon mal jemand daran gedacht, was NVidia macht wenn plötzlich keinerlei Bedarf mehr an preiswerten (aber gewinnträchtigen) Einsteigerkarten besteht?

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 21. September 2010 - 13:11 #

"..dass Sandy Bridge garantiert in der Lage sein wird, Standbilder aktueller Spiele darzustellen."

cool :-)

Soll ja schneller sein, als alle aktuellen OnBoard-Chips.
Aber für anspruchsvolle Spiele reichts auf keinen Fall, das steht
mit absoluter Sicherheit fest.

"Intel arbeitet zwar seit Jahren an eigenen Grafikchips, sieht deren Einsatz aber deutlich zweckmäßiger und auf das Officegeschäft konzentriert. "

Intels eigene GPU soll laut einem (einzelnen) Vorab-test erstaunlich schnell sein (Quelle: CT)
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Wollte Intel nicht mal eine Graka rausbringen, welche einfach 30stck
(oder so) eines normalen Pentium 4 im Verbund rechnen lässt?
So von wegen Raytrace-fähig :-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29542 - 21. September 2010 - 13:29 #

Intels neue GPU in den Sandy-Bridge-Prozessoren soll schneller sein als die aktuelle HD-Graphics, ja. Das ist allerdings auch nicht sehr schwer ;) . Ich habe in einer früheren Meldung mal Benchmarks dieser integrierten Grafik präsentiert, die liegt so knapp auf dem Niveau einer HD5450. ATI soll angeblich noch mal 10-20% drauflegen mit ihren Fusion-APUs, womit preiswerte diskrete Grafikkarten komplett überflüssig werden dürften - daher auch meine Sorge um NVidia. Und sogar der aktuelle Onboardchip HD4200 (und der ältere aber nur wenig langsamere HD3200) ist gar nicht sooooo lahm wie man oft denkt. Das Niveau einer GT6600/Radeon9800Pro erreichen die Chips auch, was für viele ältere Spiele wie HOMM V, etc. vollkommen ausreicht.

Der Intel-Grafikchip von dem du sprichst nannte sich Larrabee und wurde vor einigen Monaten gecancelt. Intel hat nach langer Entwicklung einsehen müssen, dass das Ding viel kann aber sicher keine Spielegrafik ausreichend flott berechnen. Vor allem nicht, wenn man die Leistung in relation zum Energiebedarf sieht. Das Projekt lebt aber weiter unter dem Namen Knights Ferry und berechnet momentan im Serververbund fleißig Raytracing-Grafiken. Daniel Pohl, Raytracing-Fachmann bei Intel, hat da vor kurzem einiges vorgestellt - hübsch aber für Spieler nicht alltagstauglich.

Übrigens waren das keine Pentium 4 sondern geschrumpfte Pentium 1.. ;)

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 21. September 2010 - 13:57 #

Stimmt, Larrabee wars! Daß sie gestorben ist, fand ich etwas
schade, hatte vor Jahren Hoffnung in Intel gesetzt :-)

Danke für die Ausführlichkeit (dafür solltest Du allgemein nen Preis bekommen!), und danke für die regelmäßige "Hardware-News"!

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