Medal of Honor: EA-Boss Riccitiello kritisiert die Medien

PC 360 PS3
Bild von Falconer
Falconer 1500 EXP - 13 Koop-Gamer,R8,S3,A1
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenGG-Spender: Hat eine Spende von 5 Euro an GG.de geschicktKommentierer: Hat 100 EXP mit Comments verdientVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungProfiler: Hat sein Profil komplett ausgefüllt

17. September 2010 - 7:06
Medal of Honor ab 5,99 € bei Amazon.de kaufen.

Der CEO von Electronic Arts, John Riccitiello, wirft den Medien in Sachen Medal of Honor "Panikmache" vor. Erst sie hätten die Debatte um den Shooter seiner Firma entfacht.

Inbesondere in den USA und Großbritannien wird heftig über die Möglichkeit diskutiert, im Multiplayer-Part des Spiels auf Seiten der Taliban kämpfen zu können. Infolge der Kritik haben  GameStop-Shops auf US-Militärstützpunkten den Titel aus dem Programm genommen. Riccitiello sagte nun: 

Die Kontroverse hat mich irgendwie überrascht. Obwohl die offene Beta des Spiels mehrere Wochen online gewesen ist, hat niemand bemerkt, dass man auch die Taliban im Multiplayer-Modus spielen kann.

Dann habe sich ein Journalist entschieden, die Spieleverpackung einer - um ihren im Afghanistan-Krieg gefallenen Sohn - trauernden Mutter zu zeigen, so Riccitello weiter. Dies sage seiner Meinung nach mehr über die Zeitungen als über die Spieleindustrie aus.

Trotzdem sind wir überaus sensibel gegenüber dem, was Nichtspieler denken.

Abschließend äußerte Riccitiello, er sei unglaublich stolz auf Medal of Honor und überzeugt davon, es bewege sich eindeutig im Rahmen guten Entertainments. Wie gestern berichtet, hat Medal of Honor von der USK für Deutschland die Einstufung 18+ (keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG) erhalten. Gewaltentschärfende Modifikationen mussten dabei für den hiesigen Markt vorgenommen werden. Erscheinungstermin ist der 14. Oktober 2010.

 

RuudschMaHinda 11 Forenversteher - 817 - 17. September 2010 - 6:57 #

Oh mein Gott, man kann in einem Spiel beide Seiten eines Konfliktes spielen. Das ist ja schrecklich. Ich kann mich gar ncht erinnern, dass es damals so schlimm war in Return to Castle Wolfenstein die Nazis im Multiplayer spielen zu können. Oder man erinnere sich nur an die ganzen Weltkriegsstrategiespiele in denen man auch eine deutsche Kampagne hatte.
Leider sind die alten Medien zu beschränkt auf bestimmte Themen fokussiert nur der Auflage wegen.

Und um hier mal darüber meine Meinung kund zu tun:
Es kotzt mich an! Ich will das nicht mehr! Hört verdammt noch mal auf damit!

So, ich hör jetzt hier besser auch erstmal auf...

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 17. September 2010 - 7:26 #

jede art von publicity ist gute publicity ... Kann mir einfach keiner erzählen das EA das setting nicht bewusst gewählt hat um genau solche Medienwirksamen Nachrichten zu bekommen ... Das EA jetzt wirklich überrascht davon ist das es um das Spiel eine solche Kontroverse gibt halte ich für mehr als unglaubwürdig

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 7:28 #

Nun ja, sooo einfach empfinde ich die Debatte darüber nicht! Denn auch wenn es (nur) ein Spiel ist, ist die Wahl des Szenarios milde ausgedrückt, verfehlt!!

Wir dürfen nicht vergessen, das die Taliban schon so manchen deutschen (amerikanischen, usw.) Soldaten das Leben gekostet hat und deren Angehörigen wird man es kaum vermitteln können! Hier geht meines Erachtens nach, der Respekt den Opfern gegenüber WEIT über die designerische Entscheidungsfreiheit hinaus!! Es gibt genügend andere Szenarios, die man hätte wählen können.

Ich für meinen Teil empfinde es eh als höchst fraglich, warum aktuelle Shooter, entweder den 2. Weltkrieg zum Beispiel nehmen (was schon sowas von ausgenudelt ist) oder irgendwie aktuelle Geschehnisse in der Welt aufgreifen (Thema Irak, Afghanistan), haben die Designer keine Ideen mal etwas OHNE direkten Bezug auf die aktuelle Weltsituation zu entwickeln??

Ich muss nicht auf Irakis oder Mudschahidin schießen, um einen tollen Shooter zu erleben, da reichen mir auch fiktive Staaten und fiktive Situationen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, zollt Respekt den Opfern und zeigt Verständnis den Hinterbliebenen. Und zuletzt, bitte KEINE Diskussion über den Sinn oder Unsinn der aktuellen Kriege, das ist hier nicht das Thema!

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 17. September 2010 - 8:50 #

Na ja, das kann man so sehen.

Aber zum Einen dürfen Filme das Thema Irak / Afghanistan schon aufgreifen (mit kontroversen Ansichten) ohne einen Aufschrei zu provozieren und zum Anderen hat man sich über Shooter im 2. WK oder Vietnam nie beschwert, wo man auch beide Seiten im Multiplayer spielen konnte. Ist es da ok, weil die Kriege schon vorbei sind? Liegen dann da die Opfer schon lange genug unter der Erde?

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 17. September 2010 - 9:22 #

In meinen Augen ist es moralisch ein großer Unterschied, ob historische oder aktuelle Konflikte als Szenario eines zur reinen Unterhaltung dienenden Mediums zu Grunde gelegt werden. Aber da geht es um persönliche Wertemaßstäbe, die immer sehr schwer zu diskutieren sind. Der Vergleich zum Film hinkt aber deutlich, da hier in der Regel sehr viel kritischer und tiefgehender auf noch andauernde Kriege eingegangen wird. Davon kann man bei Medal of Honor, wenn das Spiel im Endeffekt storymäßig nicht völlig überrascht, nicht sprechen.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 9:37 #

Das Medium Film wird leider viel zu oft als Gegengewicht zu Spielen gesehen. Dabei sind Filme nicht mal interaktiv.

Es gibt schon eine Reihe von guten Dokus zum Thema Irak und Afghanistan, die viel deutlicher und viel eindringlicher die Kriegssituation darstellen, als es ein Spiel je könnte! Die Beklemmung, die Befremdlichkeit der Situation gegenüber habe ich in einem Spiel noch nie erlebt, man ist viel zu sehr damit beschäftigt zu INTERAGIEREN, während man als Filmzuschauer, "gezwungen" ist zu ERLEBEN!! Und das allein schafft eine ganz andere Atmosphäre der Wahrnehmung! Daher allein schon ist der Vergleich zwischen Film und Spiel nicht haltbar!

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 17. September 2010 - 15:23 #

Dass Du das angesprochene im Spiel noch nicht erlebt hast, liegt aber nur daran, dass es bisher kaum wirklich versucht wurde.
Dass Beklemmung, Angst oder andere Emotionen sehr gut von Spielen erzeugt werden können und damit auch der Boden da ist für eine kritische Auseinandersetzung im Rahmen eines Spieles zeigen ja z.B. Horrortitel oder storybezogene Rollenspiele oder auch Adventures.

Es müsste eben nur mal jemanden geben, der sich mit dem entsprechenden Ziel an einen Egoshooter setzt - und nicht mit dem Ziel, eine schöne Effektorgie mit Mutliplayer zu entwickeln.
Das Problem ist eben nur, dass man mit letzterem sehr viel Geld machen kann. Und je bekannter/ beliebter das Szenario, desto mehr Geld.
Daher WK2/ Taliban und nicht irgendwelche ausgedachten Konflikte (oder wenn, dann eindeutig an reale Vorbilder angelehnt)

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 17. September 2010 - 9:42 #

So lange noch Leute leben, die den Konflikt mitgemacht habe (2.WK, Vietnam) sehe ich jetzt persönlich keinen Unterschied zu einem "zeitgenössischerem" Konflikt.

Und wie du schon geschrieben hast: "in der Regel". Aber es gibt auch Filme auf MoH Niveau.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3241 - 17. September 2010 - 9:07 #

So wie Operation Flashpoint?

Eine weitere scheinheilige Debatte, nichts weiter.

Ob ich in einem virtuellen Afghanistan, Vietnam, Deutschen Reich oder eben einer auf einer Insel ohne reale Vorlage Pixel erschieße, oder ob ich in einem „Total War“ Tausende Spielfiguren über die Klinge springen lasse, spielt am Ende keine Rolle. In solchen Spielen sterben virtuell Menschen und da gibt es kein besser oder schlechter.

Setz mal einen 80 jährigen, der den Krieg (üb)erlebt hat, vor einen WW2 Shooter und frage ihn, wie das so für ihn ist.
Oder ein Opfer eines Gewaltverbrechens vor ein GTA – ob dieses Spiel in einer fiktiven Stadt spielt, wird ihm egal sein.

Entweder ist man generell für oder gegen solche Spiele, dazwischen kann es mMn. nichts geben.

Wiking 10 Kommunikator - 497 - 17. September 2010 - 10:21 #

Guter Post, hast meine volle Zustimmung.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 329359 - 17. September 2010 - 10:59 #

Ja, das Opfer eines Gewaltverbrechens oder der Kriegsveteran wird das höchstwahrscheinlich so empfinden. Aber wir sind nicht alle Kriegsveteranen oder Opfer von Gewaltverbrechen.

Du willst also mit zwei Extremfällen einen Grundsatzbeweis antreten. Das geht meistens schief.

Als nächstes schließt du auch noch von dir auf alle Menschen: "Entweder ist man generell.."

Nee. Ich kann Spiel A widerlich finden und Spiel B toll, und beides können Shooter mit expliziter Gewaltdarstellung und "realen" Figuren sein. Es kommt immer auf das Wie und wie stark und warum an. Alles andere ist Schwarz-oder-Weiß-, Gut-oder-Böse-Dialektik, der ich mich persönlich nicht anschließen werde. Die Wirklichkeit ist komplex, und Moralvorstellungen sind nicht digital mit Zustand 0 oder Zustand 1.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3241 - 17. September 2010 - 11:59 #

Extremfälle? Findest Du? Ich weiß nicht, ein alter Mann mit Kriegshintergrund ist nicht mehr oder weniger ein Extrembeispiel, als die Mutter eines in Afghanistan getöteten Soldaten.
Du hast den Punkt doch selber angesprochen: Nicht jeder ist Opfer von Kriegen, dennoch wird mit genau dieser Opferrolle gegen das Spiel geschossen.

Natürlich kann, soll und muss jeder für sich entscheiden, welche Spiele er für sich Ok findet und welche nicht. Aber es soll sich bitte keiner vor die Öffentlichkeit stellen und mir seine Moralvorstellungen „aufzwingen“. Darum ging es mir.

Und wer in welchen Konflikten die Guten und Bösen sind… naja, darüber könnte man wohl ewig diskutieren… ;)

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 12:15 #

Niemand kann seine Moralvorstellungen anderen aufzwingen (ok, einige Gurus vlt schon), darum geht es mir zumindest nicht.

Ich stellte immer in der Diskussion die Frage: Müssen wir mit solchen Szenarien spielen? Gibt es keine anderen moralisch nicht so angestrengten Szenarien, mehr?? Und diese Fragen darf natürlich jeder für sich selbst entscheiden, letztlich entscheidet natürlich der Verkauf über den Inhalt zukünftiger Spiele, man bedenke nur die Flut an 2.Weltkriegsshootern, die einst auf den Markt schwemmte!

Sicher brauch ein Shooter Gegensätze, um seine Story aufzubauen und das ist völlig ok. Und ich halte es auch nicht für grundsätzlich schlimm Shooter zu spielen, spiele selbst gerne solche Games, nein das ist nun wirklich nicht das Problem. Das ein Krieg im Spiel nicht annähernd nachempfunden werden kann, nun, das sollte auch klar sein, dazu müßten wir wohl ein Holodeck heranziehen! ^^ Auch das ist kein Problem. Die Frage ist, muss es ausgerechnet ein aktueller Schauplatz sein, zumal mit solch brisanten Thematik?

Und da lautet meine Antwort, nein, muss es nicht, aber es verkauft sich leider zu gut, so das ich eine weitere Flut an Irak/Afghanistan-Shootern erwarte, so wie einst die 2.Weltkriegsshooter-Welle den Spielemarkt überschwemmte!

Und dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Politik ihre Nase darüber rüffelt ungeahnt der wirklichen Ausmaße. Wie gesagt es muss nicht noch Wasser auf die Mühlen der undifferenzierten Gegner gespühlt werden, um uns Shooterfreunden eine weiters Erlebnis zu liefern.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3241 - 17. September 2010 - 12:52 #

„Die Frage ist, muss es ausgerechnet ein aktueller Schauplatz sein, zumal mit solch brisanten Thematik?“

Eben diese Frage… ich verstehe sie natürlich, aber ich kann sie nicht nachvollziehen.

Die beschriebene Brisanz liegt doch nur im Zeitrahmen begründet, die Taten werden dadurch nicht besser oder schlechter.

Empört sich etwa jemand darüber, dass man im kommenden BC2-Vietnam auf Seiten der Amerikaner spielen darf, die damals unschuldige Zivilisten ermordeten und ganze Landstriche vergifteten, worunter die Bevölkerung noch heute leidet? Nein, dabei ist das sooo lange noch nicht her, immerhin lebte ich schon zu dieser Zeit (oh Gott, bin ich alt ;) ).

Das ist die von mir angeprangerte Doppelmoral jener, die jetzt gegen dieses eine Spiel vorgehen.

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 17. September 2010 - 15:34 #

Ich wäre sogar sehr dafür, dass die Spielebranche auch mal anfängt, eine kritische Rolle gegenüber Problemen einzunehmen und hier auch endlich mal anfängt, ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Leider läuft es immer nur auf dämliches Rumgeballer ohne Sinn und Verstand hinaus - Chance vertan.
Da ist dann das Szenario am Ende aber auch egal: Man ballert ohne sinnvolle Story bzw. mit einer auf Effekthascherei ausgelegten Heldengeschichte auf haufenweise Pixelgegner. Ob das jetzt gerade ein WW2-Soldat, ein Napoleon-Offizier oder ein Taliban-Ortsvorsteher ist, kann mir bei so einem unreflektierten Hintergrund, wie wir es von modernen Egoshootern kennen und wohl auch für das neue MoH erwarten dürfen, egal sein.
Davon ausgenommen sind natürlich die direkt betroffenen - aber die werden so oder so gerade keine Lust auf derartige Kriegsspiele haben, egal, ob Taliban oder Nazis.

Zumal ja MoH offenbar den Konflikt überhaupt nicht real abbildet, sondern im Prinzip nur Landschaft und Namen klaut und neue Gegner hinein setzt. Nach dem, was man bisher gehört hat, haben die Taliban im Spiel mit der Realität überhaupt nichts zu tun.

Mann kann diese Shooter ja aus vielen Gründen kritisieren oder auch schlecht finden/ verurteilen, aber der der Szenarienwahl gehört für mich eher nicht dazu.
Ich sehe da auch keinen Grund, warum sich die Branche verdrehen sollte für die, die offenbar nicht in der Lage sind, Inhalte ausreichend zu abstrahieren - wie das eben bei den meisten der Kritiker, die in diese Kerbe schlagen, der Fall ist.

iKa 10 Kommunikator - P - 425 - 17. September 2010 - 7:59 #

Ich habe gerade schon zum Beitrag über das Vietnam-Addon von BFBC2 geschrieben, dass mir tatsächlich geschehene und aktuell stattfindende Kriegsszenarien ein ungutes Gefühl bescheren und ich diese Titel daher nicht spiele. Mit Fiktion habe ich keine Probleme. Entsprechend werde ich diesen Titel hier auch eher nicht ausprobieren.
Schlimmer als andere WWI/II-Shooter (etc.) finde ich den Titel jetzt aber nicht, nur weil er in einem aktuellen Setting stattfindet.

Mithos (unregistriert) 17. September 2010 - 9:03 #

So einfach sorgt man dafür, dass das eigene Produkt weiterhin Gesprächsthema ist.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 9:25 #

Ich treibe mal die Diskussion weiter! ^^

Es geht hier nicht um das Töten von virtuellen Figuren, darüber sollten wir Einigkeit erringen, denn ein Shooter implimentiert logischerweise, das Töten als sinngebendes Element! Es stellt sich allein die Frage, wen oder was man tötet!

Nun kann man das Ganze vereinfachen und sagen, mir egal, ich töte einfach alles was mir die Entwickler vor die Flinte werfen. Mir doch egal, ob ich einen Vietcong messere oder ein Alien Headshoote!

Allerdings kann man sich auch sagen, es ist mir nicht egal, denn ich erlebe ein Spiel in seiner Gänze also auch seinen Rahmen und empfinde es als befremdlich, auf z.B. Marines zu schießen, oder Bundeswehrsoldaten oder Kinder oder Frauen usw.!!

Die Frage ist nun, MUSS das so sein?? Geben die Designer nicht mehr her heute als abgenudelte und abgestandene Szenarien endlos zu kopieren, ODER aber und dieser Aspekt wurde hier auch schon aufgegriffen, ist das alles wertlos, denn es geht nur um PR, um Aufmerksamkeit koste es was es wolle!!!!

Denn wenn PR das einzige Ziel der Szenariowahl war und soooo fern liegt das tatsächlich nicht, dann ist diese Wahl noch verachtenswerter und das Verhalten der Entwickler geradezu skandalös! Sicher muss ein Spiel sich verkaufen und sicher tritt man immer einen auf den Fuß, aber wir reden hier nicht von übler Nachrede, von Verunglimpfungen oder Lustigmachung, sondern um ein reales brand aktuelles Szenario indem jedes jahr tausende Menschen (Zivilisten wie Soldaten) den Tod finden.

Und ich empfinde es als höchst fraglich, so ein Szenario zwecks PR zu mißbrauchen und daher empfinde ich die Empörung durchaus für gerechtfertigt! Nur zum richtigen Verständnis, hier geht es nicht um die Frage, ob Shooter generell fragwürdig sind, nicht die beiden Diskussionen verwechseln! ^^

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 17. September 2010 - 9:35 #

Unterschreibe ich so. Sehr gut ausgedrückt.

Zur Frage, ob das alles so sein MUSS, kann man aus Unternehmenssicht natürlich knallhart sagen: Ja. Das hat der überragende Verkaufserfolg von Modern Warfare gezeigt.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 9:43 #

Wohl wahr!

Ich habe mich trotz meiner durchaus gelebten Liebe zu Shooter, gegen Modern Warfare entschieden, ich empfand es einfach nicht richtig, weiter den Sklaven PR-Süchtiger Entwickler zu spielen und jedes Szenario zu erdulden, das mir vorgesetzt wird.

In vielen Foren bemühe ich mich, endlich den Spielern zu zeigen, das SIE die Macht haben und entschieden, was man ihnen vorsetzt, aber allzu oft muss ich erleben, das im Grunde viele schlichte Konsumzombies sind! Was gute PR macht, wird gekauft, schlicht und ergreifend und so wird sich sicher auch dieses Spiel gut verkaufen!

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 17. September 2010 - 11:37 #

Ah. Und wo ziehst Du dann die Grenze. Anhand der Größe des Marketingbudgets?!

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 11:59 #

Ach Quark. Die Frage ist wohin wir im Shootergenre hin wollen??

Das kommt mir bei diesen Szenarien immer wieder in den Kopf, allein die PR-Konfrontation zu suchen, kann doch nicht alles sein in einem Geschäft, das um Anerkennung als Kunst bemüht ist, oder?? Wo sind die neuen Impulse?? Sicher stimmst du mit mir ein, das die PR einen wichtigen Beitrag zum Erfolg eines Spieles beiträgt, unabhängig von seinem wahren Gehalt! Ist das genug, um jegliche PR-Provokation zu rechtfertigen und als nichts mehr als das, sehe ich die Szenarienwahl hier an!??!

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 17. September 2010 - 9:37 #

Kinder und Frauen kann man im Multiplayer überhaupt nicht spielen, ergo weder als Marines oder noch als Taliban beschießen.

Ich finde den Schritt im Multiplayer irgendwie schon logisch, dass man dort Marines vs. Taliban ausgewählt hat. Bedienen sich doch alle Shooter den Gegner aus dem Singleplayer:
Amerikaner/Russen/Briten vs. Wehrmacht; Briten/Marines vs. Speznaz, Jedi vs. Sith, usw.

Wie viele Leute deine Ansicht teilen, wird sich schnell nach Release zeigen, wenn sich das Spiel wirklich nicht verkauft, dann könnte es daran liegen, dass niemand als Taliban auf Amerikaner schießen möchte.
Ich bezweifele, dass die Mehrheit der Spieler diesen Multiplayer jetzt plötzlich so politisch sehen wird und das Spiel deshalb verweigert.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 9:48 #

Tja, das ist auch meine Befürchtung.

Als nächstes spielen wir dann Terroristen oder Campen als wahnsinniger Attentäter in Kofferräumen, alles weil PR wirkt! ^^

Meine Frage lautet immernoch, MUSS das denn wirklich sein. Sind wir Spieler schon so stumpf, das es uns EGAL ist, was man uns vorsetzt??

Wenn die Shootergemeinde und zu der zähle ich mich auch, endlich angemessen wahr genommen werden möchte, dann helfen solche Szenarien nicht dazu bei. Es hilft nur, das irgendwann solche Spiele verboten werden und dann schauen alle in die Röhre!

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 17. September 2010 - 9:58 #

Naja, ich glaube man suchte einfach nach einem unverbrauchten Szenario, ergo fiel 2. WK, Vietnam, Golfkrieg und ähnliches zu Modern Warfare (2) raus. Wenn man dann noch realistisch bleiben will und nicht 50Jahre in die Zukunft so ca. 2050 oder vor 1930, dann bleibt nicht mehr so viel über. Ob man sich da jetzt besonders Gedanken gemacht hat, ob das Szenario politisch vertretbar ist, glaube ich nicht.
Viele werden das Spiel so sehen, wie die anderen Shooter auch. Es ist eine Herausforderung im Singleplayer, die effektreich dargestellt ist und im Multiplayer geht es auch nur um den sportlichen Erfolg. Ergo wird sich der Titel auch verkaufen, welcher Skin da jetzt die Charaktere haben, spielt da eher keine Rolle, wenn das restliche Gameplay stimmt.
Ergo, es muss nicht, aber es geht und in 40 Jahren ist wird es keinen mehr stören, weil man den Konflikt dann wahrscheinlich überwunden und verarbeitet hat und somit ausreichend um Distanz verfügt.

Falconer 13 Koop-Gamer - 1500 - 17. September 2010 - 9:49 #

@Crizzo
Es geht glaube ich gar nicht so sehr um die Tatsache, dass man in die Rolle des "Feindes" schlüpfen kann. Sondern ganz generell um das Ansiedeln von Games in noch andauernden Konflikten. An einem Tag kann der Spieler in von der Realität kaum noch zu unterscheinender Grafik bei donnernder Rockmusik per Heli ganze Dörfer zerstören, am nächsten sitzt er vielleicht schon selbst am Knopf und entscheidet über Leben oder Tod. Dank WikiLeak wissen wir um die Videospiel-"Ästhetik" echter Einsätze...

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 17. September 2010 - 10:01 #

Ohne die Story zu kennen, wissen wir doch gar nicht, wie sehr die Mission den echten Einsätzen ähneln. Ich würde da erstmal abwarten.
Gamestops Entscheidung den Titel nicht auf Stützpunkten der Army zu verkaufen, rührt afaik ausschließlich daher, dass man die Taliban im MP spielen kann, auch wenn XLuxx auf was anderes heraus will.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13396 - 17. September 2010 - 10:02 #

Aussage eines US-Soldaten im Interview mit Gamrfeed:

"Well I don't care which war they depict, but it has made our youth too casual about the whole idea of war and hearing the way these kids talk online while playing really disturbs me as a vet. They think they know all about it but in truth they know nothing on the matter."

"Es interessiert mich nicht, welchen Krieg [diese Spiele] darstellen, aber sie haben dafür gesorgt, dass unsere Jugend zu locker ist, was das Thema Krieg angeht, und wenn ich höre, wie sich diese Kids online beim Spielen unterhalten, stört mich als Veteran wirklich. Sie denken, sie wüssten alles darüber, aber in Wahrheit haben sie keine Ahnung, wovon sie reden."

http://gamrfeed.vgchartz.com/story/81560/exclusive-military-personnel-comment-on-being-the-taliban-in-moh/

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 17. September 2010 - 10:05 #

Damit hat er recht, aber dass war mir schon vorher klar und das ist auch gut so! Ich will nämlich den echten Krieg nicht in meinem Wohnzimmer haben. Deshalb ist es auch immer noch ein Spiel, was zwar vor dem Hintergrund eines realistischen Szenarios, aber eine immer noch fiktive Geschichte erzählt.
Vielleicht sind die Kinder da einfach zu jung, da ordentlich zu differenzieren, dass echte Krieg eben nichts heldenhaftes oder tolles an sich hat und der Respawn auch ausbleibt.

XLuxx 09 Triple-Talent - 261 - 17. September 2010 - 10:35 #

Und da wir die Kleinen kaum davon abhalten können, Spiele zu spielen, die gar nicht für sie gedacht sind, wäre es Vernmünftiger und Sinnvoller, endlich wieder Szenarien zu ENTWICKELN, die weder einen realen Bezug haben, noch reale Geschehnisse nachzeichnen.

Gründe sich die Köppe einzuschlagen und auf sich einzuschießen gibt es genügend, da brauche ich kein Afghanistan und Taliban im Spiel! ^^ Aber reale Bezüge sind irgendwie in, leider!

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13396 - 17. September 2010 - 10:50 #

Sollen sie halt gleich sagen, dass sich das Spiel dann besser verkauft wegen des Szenarios und aufgrund des PR-Rummels, den man damit machen kann. Aber dieses scheinheilige Gewäsch geht mir auf den Keks.

Z 12 Trollwächter - 1009 - 17. September 2010 - 10:25 #

Großartig, Danke für den Link!

Larnak 21 Motivator - P - 25771 - 17. September 2010 - 15:51 #

Naja, das ist ja wieder eine ganz andere Art der Kritik, nämlich eine Kritik daran, dass Ego-Shooter so dümmlich sind, wie sie eben sind. Dass sie keine Inhalte tragen, sondern einfach dem reinen Entertainment frönen - und zwar so ziemlich alle.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13396 - 17. September 2010 - 15:56 #

Richtig, und wenn sie nicht so dümmlich wären, dann bräuchten sie auch nicht auf so billige Schock-Effekte zurückzugreifen, wie MoH oder CoDMW2. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Andererseits wollen die Spieler ja mehrheitlich keine innovativen Spiele, das sieht man ja immer wieder. Wobei innovativ natürlich subjektiv ist -- der eine versteht darunter ein gänzlich neues Spielprinzip, dem anderen reicht es, wenn der Multiplayer 10 neue Aufgüsse des Capture-the-Flag-Prinzips beinhaltet ;-)

Z 12 Trollwächter - 1009 - 17. September 2010 - 10:10 #

Es wird ja immer gerne auf das Medium Film verwiesen, wenn es um die Darstellung von Gewalt in Spielen geht. Wenn man den Gedanken weiter spinnt, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass sich Spiele wie Medal of Honour oder Call of Duty auf einem Niveau mit Kriegsfilmen à la "Die rote Flut", "Wildgänse" oder "Rambo 3" befinden. Moralische Diskussionen gab es auch zu diesen Filmen und genau so wie bei CoD und MoH völlig zurecht. Weil sie ein simples Bild vom Krieg zeichnen, der geprägt ist von Kameradschaft und Überlebenskampf mit militärischen Mitteln, ohne dabei allzu tief in die Materie eindringen zu wollen: soll ja unterhaltsam sein.

Ich bin mir aber sicher, dass wir in 10 Jahren Spiele haben werden, die mit Filmen wie "Apocalypse Now", "Die Brücke" o.ä. mithalten können. Die Hürde, dass beim Medium Computerspiel alles vom Standpunkt der Unterhaltung gesehen wird, muss aber erst noch genommen werden. Der Frage "Wer will so etwas spielen?" kann man "Wer will so etwas im Kino sehen?" entgegnen. Viele. Wenn die Qualität stimmt, will man so etwas sehen und will man so etwas spielen.

Solange eine differenziertere Auseinandersetzung ausbleibt und man Krieg nach dem Schema "100 Kopfschüsse - Achievement unlocked" präsentiert, wird man weiterhin, zum Glück, darüber diskutieren.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 17. September 2010 - 11:09 #

Ich finde aber Soldat James Ryan trotzdem unterhaltsam. Auch wenn er ein anderes Bild vom Krieg als Rambo zeichnet. Das widerspricht sich nicht.
Ich hoffe zwar einerseits auf solche Spiele, andererseits habe ich etwas Angst vor der Debatte um die "Killerspiele". Gegner werden mit solchen Titeln neue Munition bekommen. Man stelle sich in einem Spiel die Szene vor, in dem schwer verwundete Soldaten am Strand von Omaha Beach ihre Arme wieder einsammeln oder ihre Gedärme hinter sich herziehen...

Anonymous (unregistriert) 17. September 2010 - 11:30 #

"Wildgänse" habe ich leider noch nicht gesehen, aber "Die rote Flut" (die Armee Nicaraguas fällt in den amerikanischen Mittleren Westen ein) und Rambo 3("Was ist das?" "Blaues Licht!" "Was macht es?" "Es leuchtet blau!") waren herrlich gaga und höchst unterhaltsam.

Roshi78 (unregistriert) 17. September 2010 - 11:02 #

John Riccitiello mag wie sein Kollege Kotick aus dem anderen Lager die ein oder andere Spielerfeindliche entscheidung treffen, aber ich sympatisiere trotzdem mit ihm er sagt Sachen die garnicht so doof sind, ist mir nun schon häufiger aufgefallen. Der ist nich blöd der Mann, nich blöd

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 17. September 2010 - 11:11 #

Mit Dummheit kommt man auch schwerlich in seine Position ;) Die Frage ist, ob Kotick und Riccitello moralisch entscheiden.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 17. September 2010 - 12:12 #

Hmm, bin ich eigentlich nicht richtig informiert?

Soweit ich weiß, geht es bei der ganzen Debatte ja nicht darum, ob man ein Spiel zu Afghanistan machen darf, sondern dass man Taliban spielen kann.

Soll heißen, auf Taliban schießen ist ok, aber andersrum ist es moralisch verwerflich?

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11034 - 17. September 2010 - 13:43 #

Zu deiner Frage: "ja". So wird das teilweise gesehen.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit