NVidia GTS450 im Test - Schnäppchen-Fermi?

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Dennis Ziesecke 29654 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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14. September 2010 - 1:51 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Langsam aber sicher komplettiert man bei NVidia das Angebot DX11-tauglicher Grafikkarten. Besonders die preiswerte Mittelklasse fehlte bislang allerdings schmerzlich. ATI konnte mit der HD5770 erfolgreich den Mainstream erobern und hatte lange Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Mit einem überarbeiteten Fermi-Grafikchip kontert NVidia mit einiger Verspätung - die seit heute zu Preisen ab 120 Euro erhältliche GTS450 soll sich allerdings mit der HD5750 duellieren. Um es vorweg zu nehmen - die HD5770 wäre ein etwas zu starker Gegner, die HD5750 dagegen liegt fast immer ein paar FPS hinter der neuen Geforce. 

Grundlagen

Die ersten Fermi-Grafikkarten namens GTX470 und GTX480 nutzen den GF100-Chip, welcher leider nicht nur durch hohe Leistungsfähigkeit sondern auch durch seinen hohen Energiebedarf und eine exorbitante Wärmeentwicklung auffällt. Erst vor wenigen Wochen erschien mit der GTX460 ein Modell auf Basis eines abgespeckten Fermi-Chips, dem GF104. Bei diesem Chip sparte NVidia nicht nur einige Funktionseinheiten ein sondern reduzierte auch den internen Cache der Grafikkarte und beschnitt die für Tesselation zuständigen Funktionseinheiten. Durch einen stark erhöhten Chiptakt und zusätzlichem Übertaktungspotential entwickelte sich die GTX460 allerdings in sehr kurzer Zeit zu einem Preis-Leistungstipp im Preisbereich um 200 Euro. Um den GF106 noch weiter zu schrumpfen, wurde der Rotstift erneut angesetzt. Und wieder wurde der für professionelle Berechnungen wichtige Cache reduziert, weiterhin traf es das Speicherinterface und die Shadereinheiten (CUDA-Cores genannt). In Zahlen: Eine GTS450 greift auf 192 Shadereinheiten zurück (GTX460: 336 Einheiten), der Speicher ist mit 128 Bit Bandbreite angebunden (GTX460/768MB: 192 Bit, GTX460/1024MB: 256 Bit). Weiterhin stehen 16 ROPs (GTX460: 24 ROPs) und 32 TMUs (GTX460: 52 TMUs) für Kantenglättung und Texturierung bereit. Der Chiptakt ist von 675 MHz bei der GTX460 auf 783 MHz angehoben worden, woraus ein Shadertakt von 1566 MHz bei der GTS450 resuliert. Als Speicher setzt NVidia auch bei der Mittelklasse auf schnellen GDDR5-Speicher, welcher mit 1800 MHz genauso schnell taktet wie der Speicher einer GTX460. Insgesamt handelt es sich beim GF106 also um einen knapp halbierten GF104, wie er bei der GTX460 zum Einsatz kommt.

Leistungsbewertung

Im Benchmarkparcours zeigt sich, dass die Einschnitte in den Fermi-Chip durchaus zu starken Leistungsverlusten im Vergleich zur mit 60 Euro nur mäßig teureren GTX460 mit 768 MB führen. Referenzmodelle mit Standardtaktraten liegen etwas über dem Niveau von ATIs HD5750 respektive in DX9 sowohl in 1680x1050 als auch in 1920x1080 etwas unter einer GTX260 aus dem Jahre 2008. Allerdings ist der Leistungshunger aktueller Spiele seit einiger Zeit kaum größer geworden, so dass sich noch immer fast alle aktuellen Titel in 1680x1050 spielen lassen. Nur auf den Genuss von Kantenglättung, Tesselation und PhysX wird man als GTS450-Käufer leider verzichten müssen, um die Bildraten nicht vollkommen einbrechen zu lassen. Einige Hersteller wie Palit/Gainward bieten bereits jetzt übertaktete Modelle der GTS450 an. Diese Karten erreichen zu Preisen ab 140 Euro knapp das Leistungsniveau der ATI HD5770, jedoch ohne diese schlagen zu können.

Lautstärke und Energieaufnahme

Gelungen ist erneut das Lüftungssystem. Der Dualslot-Lüfter des Referenzmodells schaut verdächtig nach der Kühleinheit einer GTX460 aus, allerdings verzichtet NVidia bei den preiswerteren GTS450-Karten auf den Einsatz von Heatpipes. Sowohl unter Last als auch im Ruhezustand (wo sich die Karten auf bescheidene 51 MHz Chiptakt herunterregeln) bleibt der Lüfter auffallend ruhig, die Karten sind selbst aus leisen Rechnern kaum herauszuhören. Der Energiebedarf zeichnet ein etwas ambivalenteres Bild -- im Vergleich mit anderen Fermi-Karten liegt die GTS450 mit maximal 106 Watt auf einem guten Niveau und kommt auch mit einem 6-Pin-PCIe-Anschluss aus. Die etwas schnellere ATI HD5770 benötigt allerdings unter Last etwas weniger Energie.

Speicher und Preise

Wie eingangs erwähnt, wird die GTS450 ab sofort zu einem Preis ab 117 Euro angeboten. Die als Hauptkonkurrent von NVidia ausgewählte ATI HD5750, welche nur wenige Prozentpunkte langsamer arbeitet, wurde von AMD jüngst auf 99 Euro im Preis gesenkt und stellt damit das bessere Angebot dar. Die HD5770 zieht selbst einer werksseitig übertakteten GTS450 davon, kostet in der Version mit 1024 MB GDDR5-RAM aber auch gute 10-20 Euro mehr. NVidia plant neben der jetzt erschienenen GTS450 mit 1024 MB auch eine preiswertere Variante mit nur 512 MB herauszubringen, welche wohl unter die magische Preisgrenze von 100 Euro fallen dürfte. Gleichwohl sind Versionen mit 2048 MB GDDR5-Speicher zu erwarten, welche aber neben der beeindruckend klingenden Speichermenge keine Leistungsvorteile bieten dürfte, da sowohl das Speicherinterface als auch die GPU zu langsam sind, um Nutzen aus der Speichermenge ziehen zu können.

Fazit

Für NVidia-Alleinstellungsmerkmale wie 3D-Vision oder PhysX ist die GTS450 leider zu langsam. CUDA-Programme für Videoencoding oder wissenschaftliche Arbeiten laufen zwar ausreichend schnell, komplexer Code dürfte allerdings durch die Einsparungen am internen Cache gebremst werden. Spielern kann dieses egal sein -- wer einen Bildschirm mit einer Auflösung von maximal 1680x1050 Bildpunkten nutzt und eine leise Grafikkarte für weniger anspruchsvolle Titel sucht, darf bei der GTS450 gerne zuschlagen. Allerdings wäre die HD5770 in fast allen Bereichen ein wenig schneller und kostet dabei nur 10-20 Euro zusätzlich. Die Preis-Leistungskrone für sparsame PC-Spieler verfehlt die GTS450 also knapp, dieser Titel verbleibt weiterhin bei der HD5770.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29654 - 13. September 2010 - 18:54 #

Ich bin übrigens sehr glücklich mit der 460, sonderlich spannend ist die 450 jetzt irgendwie nicht. Private Meinung..

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 14. September 2010 - 10:53 #

Danke für den Kurztest. Passt mir gerade ganz gut, da mein Mainboard den Geist aufgegeben hat und ich über eine Komplettaufrüstung nachdenke...
Glaub zwar nicht, dass ich mir eine GTS450 holen werde, aber es ist gut zu wissen was die Konkurrenz zur bisher favorisierten 5770 bietet.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29654 - 14. September 2010 - 13:02 #

Wenn du noch am Nachdenken bist - im Oktober bereits soll AMDs 6000er-Serie erscheinen. Gerüchteweise bereits mit komplett neuer Architektur und gutem Geschwindigkeitsboost. Bei der 6770 wird bereits über ein Speicherinterface von 256 Bit mit GDDR5 gemunkelt, was die Karte recht eindrucksvoll beschleunigen könnte.

Fest steht da zwar noch nichts aber es ist ja auch nicht mehr lange hin.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 14. September 2010 - 14:12 #

Wären doch nur die Linux-Treiber nicht so schlecht bei AMD... Ich habe jedenfalls bislang nichts von Verbesserungen gegenüber ATIs berüchtigtem fglrx gehört. So bleibt, weil ich Windows zum Spielen boote aber meist in Linux verweile, nur NVidia als Option.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29654 - 14. September 2010 - 14:36 #

Keine Ahnung, ich bin konsequenter Linux-Verweigerer - Betriebssysteme nerven schon wenn sie für Normalbürger konzipiert wurden ;) .

Ganesh 16 Übertalent - 5009 - 14. September 2010 - 22:30 #

Ich benutze mein Ubuntu zwar sehr selten, aber da konnte sofort nach der Installation ein leicht simpleres Cataclyst installieren können, was dahinter stecken mag, weiß aber nicht - allerdings hatte ich keine Probleme... die wenigsten Leute dürften für ihr Linux Treiber brauchen, die die 3D-Fähigkeiten ausreizen können...

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 14. September 2010 - 23:56 #

Ich persönlich mache halt gerne mit Wine und solch schönen Dingen wie Celestia rum. Außerdem gucke ich von Linux aus auch Filme (wie gesagt, unter Win. laufen nur Spiele), wofür ich die hervorragend funktionierende Kontrolle über den TV-Ausgang sehr schätze.

Und Wine ist ein schönes Beispiel: Unter dem fglrx-Treiber, den ATI anbietet, habe ich es nicht mal fertig gebracht, das alte Deus Ex unter Wine zum Laufen zu bekommen. Seitdem ich NVidia-Treiber nutzen kann, kann ich X3 - Terran Conquest unter Wine spielen. :D

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