Hardware-News KW 37: Neue CPUs von VIA, Videoencoding bei Intel
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29756 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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13. September 2010 - 20:13
Mit dem Firmennamen VIA werden einige rüstigere Computerbesitzer sicherlich noch AMD-Chipsätze verbinden können -- nur die wenigsten allerdings werden je eine CPU dieses Herstellers genutzt haben. Und doch gibt es Neuigkeiten von der Prozessorfront und sogar einen DX11-fähigen Chipsatz. Weiterhin wird sich diese Ausgabe der Hardwarenews mit ein paar Quadratmillimetern von Intels kommender Prozessorgeneration Sandy Bridge beschäftigen. Passend zu all dieser neuen CPU-Hardware könnten demnächst auch noch die Arbeitsspeicherpreise fallen. 


Fallen im kommenden Jahr endlich die Preise für PC-Arbeitsspeicher?

Samsung rechnet mit sinkenden RAM-Preisen

Wer sich in den letzten Monaten für Arbeitsspeicher interessiert hat, könnte sich verwundert die Augen gerieben haben. Preisverfall allerorten, doch der Preis für RAM blieb konstant, stieg zwischenzeitlich sogar etwas an. Laut Analysen des weltweit größten Anbieters für DRAM- und Flash-Speicherchips, Samsung Semiconductor, könnten die Preise für Arbeitsspeicher aber bereits im kommenden Jahr fallen. Der klassische Desktop-PC wird aktuell stark vom modischen Tablet-Computern und Smartphones verdrängt, welche allerdings nur geringe Mengen an DRAM benötigen. Steigen wird laut Oh-Hyun Kwon, Geschäftsführer von Samsungs Halbleitersparte der Bedarf an Flash-Speicher, welcher in immer mehr Geräten eingesetzt wird. Das so entstehende Überangebot an DRAM-Speicherchips könnte also bald zu einem kurzfristigen Preisverfall bei PC-RAM führen - 2011 könnte also ein interessantes Jahr für Desktop-PC-Bastler werden.

VIA entwickelt Quadcore-CPUs und DX11-tauglichen Chipsatz

Auch wenn der Name VIA mittlerweile vielen Nutzern nur noch in Verbindung mit preiswertem Onboardsound bekannt vorkommt, stellt dieser Hersteller ungeachtet der CPU-Giganten AMD und Intel weiterhin eigene CPUs her. Besonders im Bereich der energiesparenden Systeme hat sich der VIA Nano einen gewissen Namen machen können. Spieler allerdings rümpfen angesichts von Rechenleistung auf dem Niveau von Intels ergrautem Pentium III angewidert die Nase. Wer im Elektronikkaufhaus seiner Wahl eine der praktischen Tintenfinderstationen nutzt oder sich eine CD an einem der herumstehenden Touchscreencomputer anhört, wird in den meisten Fällen mit Rechenleistung eines VIA-Nano beglückt.


Grafiklösungen von VIA/S3 sind für Computerspieler absolut uninteressant - Finger weg.

Doch auch VIA kann sich aktuellen Entwicklungen nicht verschließen - Intels Atom-Prozessor ist mittlerweile leistungsstärker und benötigt nicht viel mehr Energie als ein Nano. Laut Digitimes entwickelt man bei VIA jetzt an einem Quadcore-Prozessor der Nano-Reihe, welcher im Laufe des kommenden Jahres veröffentlicht werden soll. Unterstützen soll diese CPU von einem Chipsatz namens VN11, welcher auch Grafikfähigkeiten mitsamt DX11-Support mitbringen soll. Doch auch wenn VIA in den vergangenen Jahren immer wieder einmal Versuche unternommen hatte eigene Grafiklösungen auch als gesteckte PCIe-Grafikkarten anzubieten, blieb der Erfolg dieser GPUs aus. Schlechter Treibersupport, fehlende 3D-Features und vernichtend schlechte 3D-Leistung machten aus VIAs Grafikkartenversuchen meistens preiswerten eBay-Ramsch. Mit dem VN11 plant man bei VIA allerdings nicht den PC-Spieler anzusprechen sondern konzentriert sich auf Multimediabeschleunigung und geringen Energiebedarf. Alles in allem könnte die neue Quadcore-Serie für energieeffiziente Multimediasysteme oder leise Officecomputer durchaus interessant werden. Leider fehlte es VIA in der Vergangenheit immer wieder an Manpower um kleine Probleme mit den Plattformen schnell in den Griff bekommen zu können. Und auch die Treiberentwicklung für die Grafiklösungen ist bislang ein Sorgenkind beim asiatischen CPU-Underdog. Das Knowhow für die hauseigenen Grafikeinheiten stammt übrigens von der vor einigen Jahren übernommenen Firma S3. In den Pionierzeiten der 3D-Beschleunigten Grafiklösungen entstand bei S3 unter anderem der Voodoo-Konkurrent Savage4. 


Der rot markierte Bereich könnte eine Einheit zum schnellen Umwandeln von Videomaterial zeigen.

Intels Sandy Bridge enthält offenbar Videoencoder

Die Marketingfachleute bei NVidia und AMD werden nicht Müde, die besondere Eignung ihrer Grafiklösungen als schnelle Videoencodingplattformen zu betonen. Und tatsächlich lassen sich die vielen parallelen Shaderprozessoren dank OpenCL oder CUDA sehr flexibel programmieren und leisten erstaunliches auch außerhalb ihres eigentlichen Fachbereiches, der 3D-Beschleunigung. Selbst schnelle Sechskern-CPUs rechnen Videodateien nicht so schnell in andere Formate um wie moderne Grafiklösungen, angesichts der Datenmengen moderne HD-Filme ein Segen für den Hobbyfilmer. Diese Schmach wollte man sich bei Intel offenbar nicht auf sich sitzen lassen -- und wenn die eigenen Grafiklösungen schon nicht geeignet sind um im GPGPU-Bereich (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit) mit AMD und NVidia konkurrieren zu können, entwickelt man halt eine andere Lösung. Laut semiaccurate.com wird Sandy Bridge eine vollwertige Einheit zum Umwandeln von Videodateien enthalten, konkurrierend zu NVidias CUDA und AMDs Stream. Unbekannt ist hingegen, wie leistungsstark diese nur knapp 3 Quadratmillimeter große Ausführungseinheit sein wird und wie flexibel sie sich einsetzen lassen wird. Erste DIE-Shots von Sandy Bridge wiesen diesen brauen Fleck interessant wirkender Transistoren übrigens noch nicht auf, scheinbar wurde diese Funktionseinheit erst später in der Entwicklung hinzugefügt. Sollte Intel sich entschieden haben, eine hochspezialisierte Encodingeinheit für spezielle Formate zu integrieren, könnte eine solche Einheit Videos schneller umwandeln als eine GTX480 von NVidia. Je flexibler der Einsatzbereich allerdings sein soll, desto weniger Leistung dürfte umgesetzt werden können. Neuigkeiten zu Sandy Bridge und anderen Intel-Entwicklungen dürfte allerdings das heute beginnende Intel Developers Forum (IDF) bringen. Intels Mitarbeiter sind auf dem IDF jedenfalls bester Laune was Sandy Bridge angeht, wie unter anderem das unten zu sehende Video beweist.

Video:

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 13. September 2010 - 20:17 #

Heißt das, VIA sucht sich mit ihrem neuen Grafikchip jetzt die Nische, die lange Zeit mal Matrox inne hatte?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29756 - 13. September 2010 - 20:38 #

Da es sich erst einmal nur um eine IGP handelt, also um einen grafikfähigen Chipsatz, wird VIA den Fehler hoffentlich nicht noch einmal machen. Chrome war ja schon grauenvoll.

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