Ex-Zynga-Mitarbeiter erhebt Plagiatsvorwürfe

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10. September 2010 - 13:31

Das Bild zeigt Farm Town, ein Facebook-Spiel, das ein paar Monate vor FarmVille erschien.

Ein anonymer Ex-Mitarbeiter des Social-Game-Giganten Zynga erhebt in der SF Weekly harte Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber, der den Markt für Facebook-Spiele mit großem Abstand anführt. Obwohl die Benutzerzahlen in den letzten Monaten um bis zu 24 Prozent zurückgegangen sind, ist FarmVille mit über 60 Millionen aktiven Benutzern nach wie vor das beliebteste Spiel in dem sozialen Netzwerk. In der Liste folgen sechs weitere Zynga-Spiele (darunter Brian Reynolds Neuling FrontierVille), bevor auf Platz acht das erste Spiel auftaucht, das nicht von dem Riesen aus San Francisco entwickelt wurde.

Mit der Wortmeldung des Ehemaligen kommen nun allerdings Zweifel an den Methoden auf, mit denen Zynga an die Spitze gelangt ist. Angeblich war es dort gang und gäbe, die Ideen anderer Firmen zu kopieren und diese dann mittels schierer Marktmacht zu verdrängen. Der Gründer und CEO von Zynga Mark Pincus soll diese Philosophie vor neuen Mitarbeitern mit knallharten Worten vertreten haben:

Ich will verdammt noch mal keine Innovationen! Ihr seid nicht schlauer als unsere Mitbewerber. Also kopiert einfach, was die machen -- und zwar so lange, bis wir auf unsere Zahlen kommen!

In der Tat weisen die populärsten Zynga-Spiele eine frappierende Ähnlichkeit zu kurz vorher erschienenen Titeln von Mitbewerbern auf. So ist die Entsprechung zwischen Farm Town (Slashkey) und FarmVille offensichtlich, ebenso beispielsweise zwischen Restaurant City (Playfish/Electronic Arts) und Zyngas Cafe World.

Was meint ihr dazu? Wurde hier zu dreist abgekupfert und ist es eigentlich nicht einzusehen, warum Zynga noch nicht verklagt wurde, oder ist die Taktik aufgegangen und das sind alles nur dem reinem Futterneid zuzuschreibende Anfeindungen gegen den Marktführer?

Larnak 21 Motivator - P - 25581 - 10. September 2010 - 14:13 #

Überraschung! Naja, nicht wirklich. Das ist doch eigentlich klar, wenn man sich die "innovativen" Mechanismen anschaut, die die Spiele benutzen, oder?

bam 15 Kenner - 2757 - 10. September 2010 - 15:59 #

Vor allem ist doch alles was es in Social Games gibt, schonmal in anderer Form in Brettspielen oder Simulationsspielen da gewesen. Darüber hinaus gleichen sich eh die meisten Social Games, da von Plagiaten zu reden ist unsinn. Es ist absolut normal, dass man als Unternehmen die Produkte/Dienstleistungen von Mitbewerbern betrachtet und dann etwas entwickelt um damit konkurrieren zu können. In der Regel setzt sich einfach das bessere oder das besser vermarktete durch.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33797 - 10. September 2010 - 16:09 #

Die besten Ideen der Konkurrenz zu übernehmen, ist in der Spielebranche doch ohnehin gang und gäbe. Nicht nur bei Social games. Und eigentlich auch nicht nur bei Spielen sondern generell in der Unterhaltungsbranche.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. September 2010 - 21:26 #

Das Plagiat ist die ehrlichste Form des Kompliments :)

Anonymous (unregistriert) 10. September 2010 - 22:05 #

Vor Jahren habe ich auf einem Wühltisch einmal das
Buch "Die Pechvögel des Jahrhunderts" entdeckt.
Eine Sammlung von Geschichten über Menschen, deren
Ideen andere reich gemacht haben.

Apple und Microsoft haben doch auch nur haufenweise
Ideen von Xerox übernommen.
Wer kennt heute noch Xerox ...

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 15. September 2010 - 16:50 #

Was der Mann beschreibt ist zwar traurig, aber der Normal-Zustand der Casual-Branche. Ein Starcraft läßt sich nicht "mal eben" kopieren, wenn aber ein Spiel wie Bejeweled auf den Markt komnmt das funktioniert, gibt es direkt 100 Kopien. Solange das Spiel aber vollständig neu entwickelt ist und keine Codezeilen "vom Original" kopiert, ist dies vielleicht moralisch verwerflich, aber nicht strafbar.

Aber mal ehrlich, wenn ich jemanden sehe der eine geniale Idee hat, aber unfähig ist diese auch zu vermarkten, würde ich es genauso machen wenn ich die Möglichkeit hätte.

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