YouTube: Kleiner Sieg im GEMA-Streit

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28. August 2010 - 15:24

Schon seit April 2009 verhandeln die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA, und das Internet-Videoportal YouTube um die Abrechnungsart des neu abzuschließenden Lizenzvertrages. Weil sich beide Parteien zum Stillschweigen verpflichtet haben, kann hier nur spekuliert werden. Vermutet wird, dass YouTube weiterhin einen pauschalen Betrag für die angebotenen und GEMA-geschützten Videos zahlen möchte. Die GEMA hingegen möchte wohl in Zukunft pro abgespielten Video abrechnen lassen. Der im Raum stehende Betrag von einem Cent pro Abspielvorgang ist YouTube wiederum wohl zu hoch.

Um die Betreiber des Videoportals unter Druck zu setzen, brach die GEMA im Mai dieses Jahres die Verhandlungen ab und forderte -- zusammen mit Verwertungsgesellschaften aus acht anderen Ländern -- dass 600 geschützte Videos gelöscht werden sollten. Schließlich gäbe es zur Zeit keinen aktuellen Lizenzvertrag, wodurch diese Videos illegal genutzt würden. Doch das Landgericht Hamburg lehnte nun am 27.8.2010 die einstweilige Verfügung der GEMA ab. Diese habe die "Dringlichkeit einer vorläufigen Regelung nicht hinreichend glaubhaft gemacht". Das Gericht halte es einfach für zu unwahrscheinlich, dass die GEMA "erst wenige Wochen vor dem Einreichen des Antrages (...) von den konkreten Rechtsverletzungen erfahren" habe. Kurzum sei der GEMA schon seit langem bekannt, dass es auf YouTube Videos zu Musiktiteln gibt. Der GEMA stehe zwar laut dem Landgericht "prinzipiell ein urheberrechtlicher Unterlassungsanspruch" zu, jedoch wird dies erst -- sofern es vorher keine außergerichtliche Einigung gibt -- in einem noch anstehenden Hauptsacheverfahren geklärt.

Das diese Streitigkeiten noch lange dauern können zeigen die Standpunkte der beiden Parteien. Die GEMA will in Zukunft für jedes abgespielte Video Geld sehen, da YouTube nach Meinung der Gesellschaft durch die Nutzung der geschützten Werke "Millionen an Werbeeinnahmen" kassiert. Der Videoplattform hingegen sind die Lizenzgebühren zu hoch, da diese "ein Zigfaches" über dem liegen, was im restlichen Europa bezahlt wird. Das sei auch der Grund, warum die GEMA die einzige Verwertungsgesellschaft sei, mit der YouTube keine Einigung findet. Die GEMA ist auch der Meinung, dass die Pflicht bei YouTube liege, vor Veröffentlichung der Videos diese auf Urheberrechtsverletzungen zu prüfen. Dies wäre jedoch ein nie zu realisierendes Mammut-Projekt, da jede Minute Videomaterial hochgeladen wird, das zusammen einen kompletten Tag füllen kann. YouTube hingegen ist der Meinung, dass die Rechteinhaber selbst eine Kontrolle durchführen sollen. Hierzu wird mit Content-ID ein passendes Programm zur Verfügung gestellt. Diese Art der nachträglichen Kontrolle lehnt die GEMA hingegen ab.

Tristan 11 Forenversteher - 824 - 28. August 2010 - 15:41 #

Entweder ist die GEMA im Vergleich zu allen anderen [europäischen] Verwertungsgesellschaften besonders selbstbewusst (aufgrund ihrer Grösse und finanziellen Ausstattung) und beugt sich im Interesse der Urheber nicht so leicht im heroischen Kampf gegen den gesichtslosen internationalen Kommerz in Form von YouTube (Google), der Milliarden scheffelt und dabei nur wenige Eigentümer und Aktionäre reich macht...

oder

die GEMA hat gewaltig einen an der Klatsche. Videogenau abrechnen, vorher(!) auf Rechtsverletzung überprüfen und dann noch Verhandlungen abbrechen und einstweiligen Rechtsschutz wegen Dringlichkeit haben wollen.

Schwierig.

Wurstmensch (unregistriert) 28. August 2010 - 16:41 #

Welche schwierige Wahl zwischen den Alternativen :ugly:

Timbomambo (unregistriert) 29. August 2010 - 11:24 #

"Betrag von einem Cent pro ABSPIELVORGANG"
So möcht ich auch mal mein Geld verdienen. Was sind'n das für Vorstellungen!

Trey 12 Trollwächter - 961 - 30. August 2010 - 16:17 #

Das kann man professionell und kurz zusammenfassen:

"GEMA, lol."

Honestus 04 Talent - 36 - 30. August 2010 - 19:25 #

Ich hatte bereits, leider, sehr viel als Konzertveranstalter mit der GEMA zu tun. Sehr undurchsichtiges, unlogisches Verteilungssystem, das nicht wirklich die Künstler jeder Richtung angemessen unterstützt, gleichzeitig aber von allen verlangen darf, ihre Werke zumindest dort zu registrieren.

kurzes Beispiel: Radiosender zahlen eine GEMA Abgabe für die dort abgespielten Titel, diese Abgabe soll eigentlich den Künstlern zugeführt werden. Leider nutzt die GEMA aber nicht die Abspiellisten jedes Radiosenders in Deutschland (diese Listen müssen sowohl das Radio als auch Konzertveranstalter der GEMA zukommen lassen), sondern nur eine handvoll populärer.
Dass dabei natürlich viele kleinere Sender und Bands, die dort eher gespielt werden, unter den Tisch fallen, ist natürlich klar. Dass aber diese Bands aufgrund der Pflicht des Veranstalters eine überhöhte Abgabe an die GEMA zu bezahlen, wenn genau diese kleinen Bands dort spielen, wenige Auftritte bekommen, da sie ja fast schon genötigt werden ihr Liedgut dort "schützen" zu lassen. Kurz gesagt ist es für einen Veranstalter in vielen Fällen dadurch erschwert Konzerte zu organisieren.

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