Hardware-News KW 32: GTS450, ATI HD7000, WeTab (+Video)
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

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Dennis Ziesecke 29789 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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16. August 2010 - 10:44 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Wie in der letzten Woche versprochen, folgt heute eine Ausgabe der Hardwarenews mit geringerer NVidia-Beteiligung. Denn auch bei AMD/ATI befinden sich spannende Projekte in der Produktpipeline, außerdem gibt es Lebenszeichen des iPad-Konkurrenten WeTab (ehemals WePad). Und dennoch beginnen wir mit den altbekannten Grafikspezialisten aus Amerika:

Genaue technische Daten der Nvidia GTS450 bekannt


Die Gerüchteküche flüstert schon seit einigen Wochen immer mehr Details der kommenden Mittelklassegrafik von NVidia, welche unter dem Namen GTS450 auf den Markt kommen soll. Bereits Mitte September könnte der Angriff auf ATIs beliebte HD5770 starten, jetzt sind offenbar die endgültigen technischen Daten bekannt geworden:


Ein Screenshot zeigt die offenbar finalen Daten des GTS450
.


Der GF106-Chip, ein stark verkleinerter und abgespeckter Fermi-Grafikchip, soll bei der GTS450 auf insgesamt 192 Shaderprozessoren (NVidia bevorzugt den Begriff "CUDA-Cores") bei 789 MHz Chiptakt zurückgreifen können. Damit wird die Anzahl der Recheneinheiten im Vergleich zur aktuellen GTX460 (336 Shadereinheiten) fast halbiert, die Taktfrequenz allerdings stark angehoben (GTX460: 675 MHz). Die Shaderdomäne ist bei NVidia mit einer separaten Taktfrequenz versehen, hier liegen 1579 MHz an, deutlich mehr als bei der GTX460 mit nur 1350 MHz. Der 1 Gigabyte fassende GDDR5-Grafikspeicher ist mit 128 Bit Bandbreite deutlich schmaler angebunden, taktet aber mit 1880 MHz etwas höher als der mit 192/256 Bit Bandbreite (768/1024 MB-Version der GTX460, diese Karten nutzen unterschiedliche Speicheranbindungen ) und 1800 MHz getaktete Speicher der GTX460. Alles in allem dürfte das Duell mit der HD5770 spannend werden und knapp ausfallen -- für welche Seite, muss sich bei ersten Tests zeigen. Preislich werden die beiden Kontrahenten wohl auf dem gleichen Niveau um Bereich um 130 Euro bleiben. Die weiter abgespeckten GTS430 und GTS440 sollen dann zum Weihnachtsgeschäft Anwender mit weniger hohem Anspruch  zu Preisen von unter 100 Euro zum Kauf motivieren.

Neue Grafikkartengeneration von ATI bereits im Herbst?

Schon mit dem Start der ersten DX11-Grafikkarten von ATI wurde gemunkelt, dass bereits ein knappes Jahr später eine überarbeitete GPU-Generation auf den Markt kommen solle. Zu diesem Zeitpunkt plante man bei AMD allerdings noch, die als "Northern Islands" bezeichnete Neuentwicklung im fortschrittlichen 32nm-Fertigungsprozess produzieren zu können. Aufgrund von Schwierigkeiten mit diesem Herstellungsverfahren haben allerdings die Chiphersteller TSMC und Globalfoundries den 32nm-Schritt übersprungen und sich gleich an die Enwicklung von 28nm kleinen Strukturen gemacht.

AMD nutzte diese unfreiwillige Verzögerung, um eine Zwischenstufe auf dem Weg zu der geplanten komplett neuen Chiparchitektur einzulegen: Southern Island. Bei diesen GPUs soll es sich größtenteils um einen Refresh der aktuellen HD5000-Chips handeln, an einigen Punkten allerdings so weit überarbeitet, so dass die kommenden HD6000-Grafikkarte nicht nur schneller sondern auch effizienter arbeiten sollen. Einige Details der Northern-Islands-Entwicklung sollen allerdings auch in das Design der Southern-Islands-GPUs eingeflossen sein. HD6000-Grafikkarten dürften bereits im November diesen Jahres auf den Markt kommen. Gefertigt werden diese GPUs noch im mittlerweile bewährten 40nm-Fertigungsprozess. 

Globalfoundries peilt als neuer Fertigungspartner die Serienproduktion erster 28nm-Chips noch in diesem Jahr an. Für die Northern-Islands-Chips bedeutet dieser Schritt, dass alles nach Plan verläuft. Potentielle HD7000-Grafikkarten können, sollte es keine unerwarteten Komplikationen geben, also bereits Ende 2011 auf den Markt kommen. Wahrscheinlich wird ATI zuvor noch ein Modell der 6000er-Serie in 28nm herstellen lassen um das Fertigungsverfahren zu testen. Einen solchen Schritt hatte man bei ATI mit der HD4770 bereits vor einiger Zeit erfolgreich unternommen. Die HD4770 war dabei ein HD4000-Chip, welcher auf 40nm Strukturbreite geschrumpft wurde. ATI konnte so etwaige Probleme schon vor der Produktion der HD5000-Reihe absehen und so einen deutlich reibungsloseren Start in dieses Produktionsverfahren finden als NVidia mit den vom Unglück verfolgten Fermi-Chips.


Wir schreiben das Jahr 2010. Der gesamte Tablet-Markt ist in der Hand von Apple. Der gesamte Tablet-Markt? Nein, ein kleines Unternehmen aus Deutschland leistet erbitterten Widerstand!


WeTab ab 21. September bei Amazon und Media Markt

Auch wenn der Hype um schmale Tablet-Computer seit dem sehr erfolgreichen Start von Apples iPad etwas verebbt ist, scheint sich ein großer Markt für diese Wohnzimmercomputer geöffnet zu haben. Das Berliner Unternehmen Neofonie stellte vor einigen Monaten eine Alternative zu Apples iPad vor, das WePad. Dieses heißt neuerdings WeTab (wir vermuten eine vorausgegangene Korrespondenz zwischen Apple und Neofonie...) und besitzt ein angeblich finales Erscheinungsdatum: 21. September 2010.  Amazon und Media Markt werden das Gerät führen, es kann bereits jetzt vorbestellt werden (Amazon.de: ab 449 Euro). 

Mit 11,6 Zoll Displaydiagonale bei 1366x768 Pixeln liegt Neofonie im Vergleich mit dem Apfeltablett vorn, das iPad nutzt ein 9,7 Zoll großes Display mit 1024x768 Bildpunkten. Als Prozessor kommt beim WeTab ein 1,66 GHz schneller Atom N450 von Intel zum Einsatz, der integrierte Akku soll bis zu sechs Stunden durchhalten. Ein Zusatzchip von Broadcom soll den etwas schwachbrüstigen Intel-Grafikchip des Atom bei HD-Videowiedergabe unterstützen, bislang scheiterten solche Lösungen allerdings an der nicht sehr gut funktionierenden Softwareunterstützung. Die um 660 MHz höhere Taktfrequenz im Vergleich zu Apples A4-Prozessor im iPad dürfte sich hingegen nicht allzu positiv auf die Anwendungsgeschwindigkeit niederschlagen, Apples ARM-CPU arbeitet deutlich effizienter pro Megahertz als Intels x86-Atom.

Neofonie versucht den Preis des WeTab gering zu halten, indem Werbepartner Anzeigefläche auf dem Desktop des Tablets nutzen können. Diese Werbeicons sollen sich nicht vom Desktop entfernen lassen, allerdings ist die Arbeitsfläche recht groß und lässt sich nach unten scrollen, sodass man diese Werbeflächen nicht immer im Sichtfeld halten muss. Trotz dieser Werbefinanzierung ist der Preis der beiden WeTab-Varianten (mit 16 oder 32 GB Flash-Speicher) nicht viel geringer als bei Apples iPad -- die 16GB-Version wird für 449 Euro angeboten, die 32GB-Ausstattung (inklusive UMTS und GPS) soll 569 Euro kosten.

Ein großer Vorteil des WeTab dürfte seine offene Softwareumgebung sein. Das Linux-Betriebssystem unterstützt unter der speziell angepassten Multitouch-Oberfläche alle gängigen Standards wie Flash, Silverlight und Java und kann sogar mit Android-Apps umgehen. Auch komplett Web-basierte Dienste wie diverse Cloud-Services werden unterstützt. Weiterhin verfügt das WeTab über eine 1,3 Megapixel Webcam, einen SDHC-Kartenleser und zwei USB-Ports. Im Gegensatz zu der sehr anwenderfreundlichen Bedienoberfläche des iPad dreht sich der Bildschirminhalt des WeTab allerdings nicht mit, wenn man das Gerät zur Seite neigt.

Auf dem Linuxtag 2010 in Berlin wurde das Gerät ausführlich vorgestellt, einen ersten Eindruck vermittelt das unten angefügte Video.


Video:

Punisher 19 Megatalent - P - 15909 - 16. August 2010 - 11:44 #

Ich fände das WeTab ja echt nicht schlecht, nur dieser Kram mit der Werbung geht mir total gegen den Strich, zumal ich den Preis immernoch nicht wirklich günstig finde. Wahrscheinlich kann man die Werbung in gar nicht allzu langer zeit zwar irgendwie loswerden, das kann aber ja auch nicht der Sinn der Sache sein, schadet ja letztlich wieder dem Hersteller. Interessant fände ich, zusätzlich eine werbefreie Variante anzubieten.

JCDenton 11 Forenversteher - 698 - 16. August 2010 - 13:22 #

Damit wäre eine Ende 2010 verfügbare und bezahlbare 6870 die perfekte Ablösung für meine 4870! :-)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29789 - 16. August 2010 - 13:43 #

Ich frage mich, wer auf die dämliche Idee gekommen ist, die Atom-Plattform für Tablets verwenden zu wollen..

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34296 - 16. August 2010 - 18:43 #

Seit wann ist "192" die Hälfte von "336"? ;)

Cohen 16 Übertalent - 4517 - 16. August 2010 - 18:49 #

schon immer?

edith: Mist, ich hatte MEHR als die Hälfte gelesen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29789 - 16. August 2010 - 18:54 #

Wo liest du das denn? Ich lese nur "mehr als halbiert".

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34296 - 16. August 2010 - 19:08 #

Ja, mehr als halbiert. Das impliziert in diesem Textzusammenhang, dass 336-192=144 mehr als die Hälfte von 336 ist. Man kann es natürlich auch so interpretieren, dass 192 mehr als die Hälfte von 336 ist, was natürlich stimmen würde -- aber weniger Sinn ergäbe.

Einigen wir uns auf "unglücklich formuliert"? ;)

Cohen 16 Übertalent - 4517 - 16. August 2010 - 19:12 #

"mehr als halbiert" wäre aber unter 50%;
192 von 336 sind aber 57%

Wie wäre es mit "fast halbiert"?

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29789 - 16. August 2010 - 19:16 #

Habs schon verbessert und war vorhin nur etwas verwirrt ;) .

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