Aktionsbündnis Winnenden reagiert auf "Offenen Brief"

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5. August 2010 - 13:10 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Erst vor kurzem wandte sich der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) zusammen mit den Jungen Piraten und Pirate Gaming mit einem offenen Brief an das Aktionsbündnis Winnenden (Wir berichteten). Konkret bemängelte man in dem Schreiben vor allem die ständigen Verbotsforderungen sowie die unsachliche Ausdrucksweise, die Videospieler als beleidigend empfänden. Mittlerweile liegen die Reaktionen vor und die sind, wie viele Videospieler bereits vorher geahnt haben dürften, mitunter wenig positiv ausgefallen.

Den Anfang macht Hardy Schober, Vorsitzender des Aktionsbündnisses. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung äußerte er sich zu dem offenen Brief des VDVC. Dabei sieht Schober "erschreckende Parallelen zum Verhalten der Waffenlobyisten". Gleichzeitig macht Schober aber auch klar, dass das Aktionsbündnis "weder die Waffenbesitzer noch die Computerspieler unter einen Generalverdacht" stellt. Man habe nie die Intention gehabt, ein generelles Verbot von Videospielen durchzusetzen. Die Forderungen galten lediglich für Programme, die das realitätsnähe Töten eines Menschen simulieren. Software, die beispielsweise von der US-Army eingesetzt werden würde, um die Hemschwelle ihrer Soldaten zu senken, hätten nichts mehr mit einem Spiel zu tun. Er riet den Verfassern des offenen Briefes, sich erst einmal mit den genauen Forderungen des Aktionsbündnisses auseinander zu setzen.

Ausführlicher hingegen die Reaktionen von Dr. Rudolf H. Weiß und Dr. Werner Hopf, beide Vorstandsmitglieder von Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V. Sie attestieren mit deutlichen Worten vielen Spielern einen Realitätsverlust und bezeichnen die Haltung des VDVC als unglaubwürdig und verlogen. Man wolle zwar keine Spieler stigmatisieren, gleichzeitig aber würden viele Spieler die Erkenntnisse der Wirkungsforschung verkennen und mitunter sogar mit Drohungen auf Äußerungen der Wissenschaftler reagieren.

Zunächst die Antwort von Dr. Weiß: 

Abhängige Gamer sind eigentlich bedauernswerte Menschen- fast so wie die Raucher. Letztere werden mitleidig belächelt, wenn sie bei klirrender Kälte vor der Kneipe stehen und an ihrem Glimmstengel ziehen, von manchen werden sie sogar geächtet und gemieden. Viele schämen sich wegen dieser Sucht und manche lassen deshalb sogar von ihrem Laster ab. Warum sollte es bei abhängigen Gamern anders sein, wenn sie bei schönstem Sonnenschein in einem abgedunkelten Raum stundenlang ihrer Leidenschaft frönen , wenn sie nicht mehr merken, dass es Jahreszeiten gibt und im Frühling die Natur erwacht, wenn sie nur noch in ihrem Zirkel von Gleichabhängigen im virtuellen Kriegsgetümmel kommunizieren oder auch gar keine Kontakte mehr haben und andere Lebensbereiche total vernachlässigen – z.B. auch die Freundin oder den Freund – und sich dann noch wundern, wenn man über sie den Kopf schüttelt oder gar verachtet. In Familien wo sich dies bei vielen Jugendlichen ereignet kommt es nicht selten zu dramatischen Entwicklungen, vor allem dann, wenn die Eltern das „Suchtmittel“ wegen der nachlassenden Schulleistungen entziehen wollen. Die meisten Eltern geben dann klein bei, weil sie die folgenden Aggressionen nicht ertragen können, einige bleiben hart und nehmen lieber einen Bruch in Kauf. 

Aber daraus entwickeln sich viele in Schule und später im Beruf gescheiterte Existenzen. Aus dieser Erkenntnis erkläre ich mir auch die unbeschreiblichen verbalen Aggressionen, die wir als Wissenschaftler erfahren müssen, nicht selten verbunden mit Beschimpfungen und Beleidigungen bis hin zu versteckten Morddrohungen – nur weil wir aufgrund unserer Analysen auf die Ursachen solcher Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Wenn wir dann noch die „Unverschämtheit“ besitzen, politische Entscheidungsträger auf solche Zusammenhänge, vor allem in Bezug auf die zunehmende Jugendgewalt, aufmerksam zu machen, eskalieren die Aggressionen. Niemand von uns will die Betroffenen stigmatisieren oder gar kriminalisieren. Schon gar nicht, wenn es sich um Erwachsene handelt. Wenn die sich aber betroffen fühlen, nur weil wir verhindern wollen, dass immer mehr Jugendliche und auch Kinder in diesen Abhängigkeitssog von Gewaltspielen geraten, hat das schon etwas mit einem Realitätsverlust zu tun.

Deshalb wehren wir uns entschieden dagegen, wenn man erwartet, unsere Erkenntnisse für uns in einer Art wissenschaftlichen Elfenbeinturm zu bewahren und sie der Öffentlichkeit vor zu enthalten.  Insbesondere die leidgeprüften Eltern des Schulmassakers von Winnenden würden dies nicht verstehen und erwarten sich eine derartige Unterstützung.

Hier die Antwort von Dr. Hopf: 
 

Nachdem ich den Offenen Brief las, war mein erster Gedanke: Wieder die alten Kamellen und keine neuen Argumente. Die offensichtlichen Lügen hinsichtlich der Wirkungsforschung werden wiederholt und der Versuch ist mehr als peinlich, die AAW zum Schluss zu umarmen: Wir sind doch alle Pazifisten.

 

Hier einige Argumente:

1. Sachlichkeit: Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant.
2. Ein Verbot sei unverantwortlich: Der Begriff mündiger Bürger wird hier missbraucht. Der Begriff ist definiert durch politisch-ethische Inhalte und nicht durch die juristische Altersgrenze des Status des Erwachsenenseins mit 18 Jahren.  Ein mündiger Bürger ist sich der Gefahren und Wirkungen von Mediengewalt bewusst und handelt gesellschaftlich verantungsvoll, indem er die Verbreitung derartiger menschenverachtender und unethischer Medieninhalte verurteilt und verhindert, soweit er kann.
3. Ein Hobby, das virtuelles Töten und andere Verbrechen zum Zeitvertreib macht, ist kein Hobby oder Spiel, sondern Simulation von Krieg und Gewalt.
4. Unkontrollierbarkeit eines Verbots: 50 % der Eltern kümmern sich nicht um den Medienkonsum ihrer Kinder und Jugendlichen. Dies belegen eine Reihe von Nutzungsstudien in den vergangenen Jahren. Das betrifft etwa 3-4 Millionen der Heranwachsenden. Allein sie zu schützen und den Eltern ein klares Signal zu geben - dafür ist ein Verbot notwendig. Weder ist der heutige Verkauf im Einzelhandel kontrollierbar noch das Internet. Jeder Jugendliche bekommt das Gewaltspiel, das er will, weil das Angebot und der Vertrieb ohne wirksame Begrenzung sind. Nur ein Verbot kann eine Grenze setzen.
5. Spieler wissen Realität und Virtualität zu unterscheiden: Das behauptet jeder Spieler (third-person-effect). Selbstberichte von Spielern belegen eindeutig, dass die Innenbilder, die durch Mediengewalt geschaffen werden, die Wahrnehmung der Realität stark beeinflussen. Oder glauben die Briefeschreiber, dass ihr Denken und Fühlen durch Werbung, Fernsehen und andere Medien weder geprägt noch beeinflusst sind? Die selbstüberschätzende Alltagspsychologie der Briefeschreiber zeugt von ihrer Bewusstlosigkeit.
6. "Wir wissen genau..." Sie wissen eben nicht genau, was in ihrem Unbewussten und in ihrem Gedächtnis gespeichert wird. Daher ist es kein Wissen, sondern ihr Glaube.
7. Keine kausalen Zusammenhänge: Eine LÜGE! Allein die letzte Metaanalyse von Anderson et al (2010) belegte die Kausalität von Videogewaltspielen hinsichtlich der  Erhöhung von Aggression und Gewalt bei Jugendlichen in Ost und West. Das zu verschweigen in einem offenen Brief ist Manipulation der Öffentlichkeit.
8. Gesellschaftliche Ursachen: Tim K. hatte keine Statusprobleme genau wie viele andere Amokläufer. Ihre schwerwiegenden Probleme sind bei Millionen anderer Menschen vorhanden, die nicht Amok laufen, aber wahrscheinlich keine Gewaltspiele spielen. Die Behauptung, dass allein die gesellschaftlichen Ursachen (in Wirklichkeit sind es familiäre Ursachen) relevant seien, zeigt nur die Problemverschiebung: Mediengewalt ist eine zentrale Ursache für Gewalt im Kontext anderer Ursachen. Mediengewalt kann die Handlungsfolie für den Gewaltausbruch und die Taten liefern.
9. Verbot: Es geht um die Brutalisierung der Kinder und Jugend generell. Amokläufe sind nur die Spitze dieser Brutalisierung.
10. In der Zeitschrift "making games Magazin" 02/2010 schreibt ein Spieleentwickler: "Es gibt noch einen Grund, warum Spieleentwickler gewalthaltige Inhalte in ihre Produkte integrieren: Die Spieler fordern es! Nennen sie es Blutrünstigkeit oder schieben Sie es auf die abgestumpften, unreifen Brutalos..." Weil die Briefeschreiber nicht über die wirklichen Motive der Killerspieler schreiben, ist der Brief unglaubwürdig und verlogen.
11. „Wir sind friedliche Menschen...“  Der Widerspruch zwischen Handeln und „friedlichen“ Selbstbildern könnte nicht deutlicher bewiesen werden durch die hasserfüllten Reaktionen der so friedlichen Gamer, wenn ihr Gewaltvergnügen kritisiert oder ihnen weggenommen wird! Die Morddrohungen gegen Christian Berg und andere belegt die Verlogenheit dieses Briefes. Dieses „friedliche“ Selbstbild kann nur als Lebenslüge bezeichnet werden.
12. Sucht (in Korea und anderen Ländern sind Suchtkliniken für Spieler schon „Normalität“): "Rechnet man auf der anderen Seite die Schätzungen hinsichtlich Abhängigkeit und Gefährdung durch Computerspiele nach den konservativen KFN-Daten auf die 14- bis 18-Jährigen der deutschen Bevölkerung (ca. 3,5 Millionen Personen) um, so beträgt die Anzahl von einer Computerspielabhängigkeit betroffenen Jugendlichen 59 670 und die Anzahl der gefährdeten Jugendlichen weitere 98 280 Personen. Damit sind beträchtliche individuelle und allgemeine Kosten verbunden: Die Chancen auf einen guten Start in das Leben werden aufgrund schlechter Schulleistungen, entsprechender Schulabbrüche und der Chronifizierung von Persönlichkeitsproblemen aufs Spiel gesetzt bzw. auch vertan. Und die Allgemeinheit wird durch Gesundheits- bzw. Therapiekosten beträchtlich belastet." (Lukesch 2010) Wollen die Briefeschreiber von der Suchtproblematik und dem Suchtpotential der Computerspiele nichts wissen oder wird neben den Gewaltwirkungen auch dieses zentrale Problem ignoriert, weil es zu heiß ist?

 

DarkVamp 12 Trollwächter - 903 - 5. August 2010 - 13:15 #

Nunja sollen sie alles verbieten... Ist den meisten Gamern doch sowieso egal. Den paar Leuten die ihre Spiele noch legal erwerben? Ne mal ehrlich wenn alles verboten ist und die Amokläufe weitergehen haben sie wenigstens die Chance sich neue Feindbilder aufzubauen.

Anonymous (unregistriert) 6. August 2010 - 12:26 #

> Ne mal ehrlich wenn alles verboten ist und die Amokläufe weitergehen haben sie wenigstens die Chance sich neue Feindbilder aufzubauen.

=> Illegale Killerspielebeschaffungskriminalität und böse ausländische Terroristen (-Firmen) welche die Software herstellen

DarkVamp 12 Trollwächter - 903 - 5. August 2010 - 13:17 #

Außerdem machen mir diese Menschen auf erschreckende Art und Weise klar das sie NICHTS dazu gelernt haben und auch in Zukunft keinen Draht zu ihren Kindern haben werden. Macht mich irgendwie traurig denn genau dies führte zum tragischen Schicksal des Tim K.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11329 - 5. August 2010 - 13:34 #

Das entwickelt sich immer mehr zu so einer faschistischen scheiße. Die von oben, entscheiden über Dinge, von denen sie nur Stereotype besitzen. Anstatt Leute zu Fragen, die eine Ahnung haben, suchen sie sich Leute die genau so wenig Ahnung haben wie sie selbst, um recht zu bekommen.

Sciron 19 Megatalent - P - 15741 - 5. August 2010 - 13:31 #

Ich find es etwas problematisch, wenn man sich in der Diskussion dauernd auf Studien oder Wirkungsforschung bezieht. Zu jeder dieser Studien gibt es wohl wiederum ein Gegenstück, was die Sache genau andersrum darstellt.

Wenn man solche Dinge als Hauptargument anführt, bringt man die Debatte leider nicht viel weiter.

Das es immer wieder verbale Aussetzer von Spielern in Richtung der Games-Kritiker gibt, ist ein weiteres Problem. In der Anonymität des Internets, sind schnell mal irgendwelche kindischen Drohungen ausgesprochen. Das ist natürlich genau das was die Kritiker dann sehen wollen.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 5. August 2010 - 13:45 #

Was ich aber beachtenswert finde: Solche verbalen Aussetzer gibt es mit Sicherheit auch auf der anderen Seite, nur werden diese eher an "Stammtischen" von sich gegeben und nicht via Internet. Das Problem ist, dass diejenigen, die spielen, sich meist auch mit dem Internet beschäftigen und dies als Plattform benutzen. Und wenn es eine ausreichend große Zahl von Leuten ist (wovon ich ausgehe), steigt auch die Wahrscheinlichkeit dass Idioten dabei sind, die solche Dinge von sich geben.

Dadurch aber auf die Gesamtheit der Spielerschaft zu schließen hat genau nichts mit Wissenschaft zu tun. Die Herren sollten in der Lage sein, sachlich zu argumentieren und nicht mit dem Finger auf eine Gruppe zu zeigen, nur weil drei von hundertausend ausfällig geworden sind. Die größte Frechheit ist in meinen Augen, dass geschrieben wird, man woll Spieler nicht stigmatisieren, in den Aussagen drumherum aber genau das tun.

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 5. August 2010 - 16:05 #

Diese unterschiedlichen Studien kommen schlicht dadurch zustande, dass sich die Testpersonen unterscheiden. Bei Menschen mit wenig/keiner Erfahrung mit (Gewalt)Spielen sind tatsächlich gewisse Nachwirkungen messbar, bei "echten" Gamern kaum noch. Je nachdem wen man untersucht kriegt man unterschiedliche Ergebnisse. Ich wünschte das würde mal in der Diskussion berücksichtigt werden...

Vicarocha (unregistriert) 5. August 2010 - 13:36 #

Eigentlich ist der Dummfug keinen Kommentar wert; der berüchtigte Zitationszirkel (LUKESCH, HOPF, WEIß etc.) hat sich bereits vor Jahren für jede sachliche Diskussion zum Thema disqualifiziert. Der dümpelt eigentlich nur so vor sich hin, selbstrefentiell und hermetisch, wie er ist. Von den meisten sachversierten Akademikern werden die gar nicht beachtet (darum hält man auch eigene Kongresse ab, an denen niemand teilnimmt, außer den Akteuren des Zirkels selbst… und den Akteuren US-amerikanischer Pendants, wie z.B. GENTILE), leider aber von anderen gesellschaftlichen Akteuren, wie dem AAW und diversen Politikern, denen sie als willige Souffleure dienen, weshalb man sich leider mit ihnen befassen muss. Dabei haben diese deutschen “Fragebogenwissenschaftler” (und das meine ich durch und durch negativ) außer methodisch fragwürdiger, qualitativ miserabler Korrelationsstudien bislang selbst nie was in Richtung Mediengewaltwirkungsforschung auf die Beine gestellt, dass auch nur einer kurzen Überprüfung standgehalten hätte. Stattdessen verlässt man sich seit Jahren schon auf die ähnlich fragwürdigen Publikationen US-amerikanischer Wissenschaftler; ist man bis vor einigen Jahren noch auf dem “Filmgewalt”-Bock durchs hysterische Fatalistendorf geritten und hat dabei Studien als Beleg ins Feld geführt, die z.T. bereits vor Jahrzehnten dekonstruiert wurden, ist man nun auf den “Computerspielgewalt”-Bock umgesattelt, ohne etwas zu lernen. Da man die Studien zum Thema Film auf deren Seite bereits einleuchtend fand und geflissentlich eklatante, evidente Mängel der entsprechenden Wirkungsstudien ignorierte, kann man dieses Schema wohl auch bei anderen Medien beibehalten und zitiert dann auch dort Studien, die einer genaueren Betrachtung nicht standhalten (z.B. die gesammelten Werke des weiteren Zitationszirkels um ANDERSON et al.) oder beruft sich direkt ganz auf subjektive Meinungsäußerungen, wie diejenigen GROSSMANs (ja, WEIß und HOPF gehören zu den Autoren, die sich regelmäßig auf diesen berufen), die man dem Laienpublikum dann auch noch als wissenschaftliche Erkenntnisse verkauft……… und damals wie heute, wissen sie nicht, worüber sie debattieren; das Problem fängt schon damit an, dass ihnen das Medium Computerspiel mehr als nur unzugänglich ist – das ist keine pornographische Brille mehr, dass ist ein pornographisches Brett vorm Kopf (oder um ein anderes Bsp. zu nennen: Es ist, als redeten Blinde von Farben).
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Ich mag mich gar nicht dezidiert mit dem Schwall an Müll auseinandersetzen, den die werten Herren da (mal wieder) artikuliert haben; der HOPF z.B.:
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“1. Sachlichkeit: Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant.”
Das ist wohl der klügste Satz im gesamten Kommentar (wobei der immer noch nicht klug im eigentlichen “Sinne” ist, als wären wissenschaftliche Ergebnisse eine Wahrheit, die man nicht “leugnen” dürfe, sakrosankt quasi)… leider wird der Mann nie auf den Trichter kommen, dass das Problem auf seiner Seite liegt und seine unkritisch-affirmative Datenselektion der entsprechenden Ergebnisse kaum einen geeigneten Zugang zur Materie darstellt.
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“2. Ein Verbot sei unverantwortlich: Der Begriff mündiger Bürger wird hier missbraucht. Der Begriff ist definiert durch politisch-ethische Inhalte und nicht durch die juristische Altersgrenze des Status des Erwachsenenseins mit 18 Jahren. Ein mündiger Bürger ist sich der Gefahren und Wirkungen von Mediengewalt bewusst und handelt gesellschaftlich verantungsvoll, indem er die Verbreitung derartiger menschenverachtender und unethischer Medieninhalte verurteilt und verhindert, soweit er kann.”
Das die werten Herren nicht nur keine Ahnung von der Medienwirkungsforschung haben, sondern auch eklatante Defizite bzgl. rechtstaatlicher Prinzipien (und – das sei an dieser Stelle auch wieder betont – bzgl. der geltenden Rechtslage) vorweisen und ein ziemlich problematisches Menschenbild hegen, ist ja bereits länger bekannt, genauso wie ihre fragwürdige Auffassung von Demokratie (hier eindrucksvoll als Engagementpflicht mündiger Bürger gegen ihre Mündigkeit missverstanden). Richtig ist: “Ein mündiger Bürger ist sich der Gefahren und Wirkungen von Mediengewalt bewusst und handelt gesellschaftlich verantungsvoll [...].” D.h. aber u.a., dass er z.B. die Freiheitsrechte des Art. 5 GG (also bspw. die Kommunikationsfreiheiten und die Kunstfreiheit) wahrt und nicht auf einem Tablett hysterischen Vorurteilen opfert. Um es mal direkt zu formulieren: Ich halte mich in diesem Sinne für einen mündigeren Bürger, als es ein HOPF je sein könnte. Auf seinen pornographischen Wahrnehmungspositivismus möchte ich im übrigen nicht abermals hinweisen…
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“3. Ein Hobby, das virtuelles Töten und andere Verbrechen zum Zeitvertreib macht, ist kein Hobby oder Spiel, sondern Simulation von Krieg und Gewalt. ”
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: “virtuelles Töten und andere Verbrechen”! Das Satzfragment hat es gerade in meine Dissertation geschafft. Hier werden virtuelle Taten mit realen Verbrechen auf eine Stufe gestellt… und nein, ich halte das nicht für einen formulatorischen Fauxpas, denn der HOPF hat dieses Unvermögen zwischen Realität und Fiktionalität zu differenzieren schon mehr als ein Mal unter Beweis gestellt.
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“Weder ist der heutige Verkauf im Einzelhandel kontrollierbar noch das Internet. Jeder Jugendliche bekommt das Gewaltspiel, das er will, weil das Angebot und der Vertrieb ohne wirksame Begrenzung sind. Nur ein Verbot kann eine Grenze setzen.”
*facepalm*… das muss ich, so glaube ich, nicht wirklich kommentieren……… ja, Vollzugsdefizite seien also nicht das Problem, sondern die Rechtslage… also verschärfen wir die Rechtslage und tun nichts an den Vollzugsdefiziten, wo doch schon eine Behebung der Vollzugsdefizite alleine dieses “Argument” ad absurdum führen würde (wenn die Hälfte nicht ohnehin so oder so absurd wäre)…
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“7. Keine kausalen Zusammenhänge: Eine LÜGE! Allein die letzte Metaanalyse von Anderson et al (2010) belegte die Kausalität von Videogewaltspielen hinsichtlich der Erhöhung von Aggression und Gewalt bei Jugendlichen in Ost und West. Das zu verschweigen in einem offenen Brief ist Manipulation der Öffentlichkeit.”
Stichwort: unkritisch-affirmative Datenselektion (s.o.)… die Defizite der erwähnten Metaanalyse (und derer sind es viele) ignoriert er natürlich, was sollte er auch sonst machen? Ja… aber oppositionelle Positionen ungeachtet ihrer Argumente als Lüge (und meist noch gleichzeitig von der Industrie gekauft) zu diffamieren hat bei ihm auch Tradition.
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“10. In der Zeitschrift “making games Magazin” 02/2010 schreibt ein Spieleentwickler: “Es gibt noch einen Grund, warum Spieleentwickler gewalthaltige Inhalte in ihre Produkte integrieren: Die Spieler fordern es! Nennen sie es Blutrünstigkeit oder schieben Sie es auf die abgestumpften, unreifen Brutalos…” Weil die Briefeschreiber nicht über die wirklichen Motive der Killerspieler schreiben, ist der Brief unglaubwürdig und verlogen.”
Man muss sich auch das mal auf der Zunge zergehen lassen: “die wirklichen Motive der Killerspieler”! D.h.: “Killerspieler” sind alle die “abgestumpften, unreifen Brutalos”, “Splatterkiddies” – es geht den Spielern aus seiner Perspektive nur um eine art Gewaltgeilheilt o.ä., womit er den pornographischen Blick par excellence demonstriert. Ich könnte jetzt eine Vielzahl an Nutzungsmotiven für mediale Gewaltdarstellungen nennen, wie z.B. Aspekte der Ästhetik (um nur ein Motiv zu nennen… aber das ist ja für den Zitationszirkel nur eine “Verharmlosung”) und müsste dabei anmerken, dass Spiele, in denen Gewalt dargestellt, im Gros wohl nicht deshalb populär sind, weil sie diese explizit, detailliert visualisiert, sondern weil diese Spiele über andere Qualitäten verfügen (z.B. spannender sind) und eben als einen von vielen Faktoren auch Gewalt darstellen. Aber wie will das jemand verstehen, für den jede Thematisierung, jede Visualisierung von Gewalt das Böse in Reinkultur, der Verderber der Zivilisation ist? Ein unglaubliche Anmaßung, den Spielern hier einfach pauschal ein Nutzungsmotiv vorzusetzen und auch noch den Anspruch zu erheben, die Wahrheit gepachtet zu haben, egal, was die Spieler selbst äußern, welcher Art ihre Motive sind. Das ist die eigentliche Menschenverachtung!
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Der ganze Kommentar dieser Person ist genau das, was er vorgibt, zu bekämpfen: Aggression und Gewalt.
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Ich habe es bzgl. dieser Personen bereits in einem ähnlichen Zusammenhang erwähnt, aber m.M.m. geht mit der Erlangung eines akademischen Grade auch eine Gewisse Form von Würde einher (aber wenn ich sehe, mit was für einem Müll man offenbar die Doktorwürde erlangen kann – so habe ich schon die ein oder andere Medienwirkungsstudie gesehen, die vor Fehlern und Mängeln nur so strotzte, ihren Verfasser aber dennoch auf die nächste Ebene der akademischen karriere transportierte -, dann frage ich mich, warum ich mir eigentlich die Mühe mit meiner Dissertation mache und nicht auch einfach auf 100 Seiten meine Meinung skizziere und eine Fragebogenanalyse mit einem convinience sample durchf+hre…).
Diese Personen sind ihrer akademischen Qualifikation aber definitiv unwürdig, sie verpacken Meinungen in einen Nimbus aus Wissenschaft, der nicht mal einen Laien blenden kann. An sachlichen Argumenten findet man da nichts, dass ganze geht nur ad verecundiam (so, wie z.B. auch der dauernde Verweis auf GROSSMAN aus dieser Ecke zu verstehen ist) von statten.

Dragor 14 Komm-Experte - 2161 - 5. August 2010 - 14:10 #

Danke für diesen wirklich guten Kommentar!

Sven 18 Doppel-Voter - 9146 - 5. August 2010 - 14:27 #

Unser Vic ist wieder da, sehr schön - immer wieder ein Genuss, von dir zu lesen! :-)

Timo 09 Triple-Talent - 315 - 5. August 2010 - 15:57 #

Gut geschrieben! :)

heraider 10 Kommunikator - 437 - 5. August 2010 - 20:09 #

Da schließe ich mich jetzt einfach mal an. Besser kann man es nicht treffen.

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 3:35 #

Sehr schöner Kommentar!
Gerade das, was Du im letzten Absatz schreibst, ist mir beim Lesen dieser Antwort auch durch den Kopf gegangen.

Da versuchen auf der einen Seite ehrbare Wissenschaftler, einem zu erklären, wie wichtig es ist, ordentlich und nachvollziehbar zu arbeiten - und auf der anderen Seite begegnet einem in der freien Wildbahn dann so etwas.

Z 12 Trollwächter - 1009 - 10. August 2010 - 21:52 #

Danke für die Aufklärung. Großartig.

Lexx 15 Kenner - 3459 - 5. August 2010 - 13:36 #

Wo ich zustimmen muss, ist die Sache mit einigen Spielerreaktionen. Da gibt es wirklich Leute, die praktisch ausflippen und mit Morddrohungen um sich werfen... ich frage mich, wer denen ins Hirn geschissen hat.

DevilDice 11 Forenversteher - 821 - 5. August 2010 - 16:40 #

Aber auch hier gilt: Wie es in den Wald reinruft, so schallt es auch wieder hinaus.
Ich persönlich finde das Geschreibsel da oben von den hochdotierten Herren Professoren ist eine absolute Frechheit. Wer sich so im Ton vergreift und dermaßen respektlos millionen Menschen gegenüber ist, der muss sich nicht wundern, wenn davon ein paar Leute etwas bissig oder überspitzt reagieren. Morddrohungen o.Ä. gehen aber natürlich trotzdem nicht.
Denen ist glaube ich echt nicht klar, wievile Gamer es in Deutschland gibt, und dass viele davon auch keine Teens oder auch nur Twens mehr sind glauben die auch nicht.

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 3:39 #

Die Frage ist leicht zu beantworten bzw. die Thematik leicht zu erklären.
(Frage: Warum sind die Herren Doktoren noch nicht darauf gekommen?)
Die betroffenen Spieler sind vornehmlich männliche Jugendliche. Bei diesen ist es (rein biologisch) vollkommen normal, dass sie (natürlich individuell unterschiedlich) auf Konfrontationskurs eingestellt sind. Das trifft Eltern ebenso wie Ältere "Respektspersonen", die ihnen Dinge vorschreiben wollen, die sie nicht einsehen.

Daraus ein Argument zu bauen ist aus meiner Sicht äußerst fragwürdig bis falsch. Gäbe es Doktoren im Alter von 12-16, sie würden sich ähnlich verhalten.

Mit dem Alter lernt man dann, die Provokation zu verpacken. Heraus kommt dann das, was wir hier als Antwort auf den offenen Brief erleben. Das ist auch nichts anderes als pure Provokation.

Loliland 13 Koop-Gamer - 1683 - 5. August 2010 - 13:37 #

Ahhh Professoren Geschwafel..*Overload*
Also die wirken so richtig alt und Sturköpfig meinen in jedem Punkt rechtzuhaben und wollen in keinsterweise irgendwas verstehen ätzend .

Doktor Google 09 Triple-Talent - 345 - 5. August 2010 - 13:38 #

Da muss man jetzt direkt wieder zum Gegenangriff blasen.

Aber wenn dann bitte schön genau so rhetorisch versiert wie diese beiden "Wissenschaftler". Sprich: Jedes einzelne Argument bequem auseinander pflücken, Gegenbeispiele bringen und dabei äußerst höflich und freundlich bleiben.
Auch ruhig mit einem Schuss Ironie unterlegt. Der Chef-Justiziar der Wikipedia hat das letztens in einem Briefwechsel mit dem FBI sehr schön vorgemacht.
Siehe: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-liefert-sich-kleines-Scharmuetzel-mit-dem-FBI-1050130.html

Denn, ganz ehrlich, was die beiden da von sich geben, hat mit Wissenschaft nichts zu tun, die wissen nur einfach sich geschickt auszudrücken.

Boomboy (unregistriert) 5. August 2010 - 13:39 #

Von arroganten, ignoranten und selbstherrlichen Menschen kann man nichts “nützliches” erwarten.
Das der “Verschwörungszirkel” hier zusammenhält war doch klar.
Und das Schober wie ein kleiner Junge zu Mammi (Verschwörungszirkel) läuft, dass dachte ich mir irgendwie schon.
“Hilfe, die bösen Spieler schreiben mir nette und freundliche Briefe! Bitte helft mir!”
“Aber klar hilft dir der Verschwörungszirkel mein Junge, lass Mammi nur machen!”

rapidthor 14 Komm-Experte - 2668 - 5. August 2010 - 13:49 #

Ich bin fassungslos über diese Ignoranz. Es hat keinen Zweck mit diesen Menschen zu diskutieren. Man kann leider nicht an den Verstand appelieren, da man es hier mit Sturköpfen zu tun hat. Zu allem Überfluss ist das ein scheinheiliger Haufen. Ich will mal sehen was die machen wenn man denen ihre Suchtmittel, wie z.b Alkohol, Koffein oder Nikotin verbieten will, die bis auf Koffein mehr Todesopfer forden.

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 15:10 #

Unterschätz mal das Koffein nicht!

C4rmel 08 Versteher - 214 - 5. August 2010 - 13:45 #

Irgendwie schockierend mit welcher Selbstherrlichkeit hier "Spieler" als verblendet und Gewaltbereit dargestellt werden.

Ich habe früh mit 10Jahren zu spielen angefangen und meine Eltern haben mich auf dem Weg begleitet. Am Anfang haben sie mich dabei eingeschränkt und kontrolliert, mir aber immer mehr Freiraum gelassen und mich auf meinem "Spieleweg" begleitet. Sie haben nie selber gespielt zeigten aber immer großes Interesse an mein Hobby. Und hier liegt der Hund begraben. Sie Sprachen mit mir über das was ich spielte, wenn ich einen Ego Shooter gespielt habe sprachen sie mit mir über den Inhalt des Spiels, auch oft kritisch. Aber dabei haben sie den Inhalt des Spiels nie verurteilt, sie verstanden meine Faszination des Wettbewerbs und sorgten mit ihren Gesprächen dafür den emotionalen Abstand zu wahren.

Und genau das fehlt den meisten Kindern heutzutage. Ich bin in dem klassischen Familienbild aufgewachsen. Mein Vater ging arbeiten und meine Mutter war Hausfrau, wozu sie sich freiwillig entschieden hat. Sie unterbrach ihre Arbeit um mein Aufwachsen zu begleiten. Kinder heutzutage wachsen mehr in Kindergärten und Ganztagsschulen auf. Die Eltern lassen ihre Kinder allein mit dem Spielen, kontrollieren die Spiele ihrer Kinder nicht und kümmern sich nicht darum. Ich möchte damit nicht die Emanzipation kritisieren. Ich sehe es nicht als verweichlicht an, wenn der Mann zu Hause bleibt oder wenn man dennoch arbeitet. Aber bitte soll man das Kind nicht alleine lassen, denn dies führt zu dem hier von den "Spezialisten" kritisiertem Verhalten.

Heute verabscheue ich Gewalt (Ich töte nichteinmal die nervigen Fliegen, da ich es mir nicht anmaße über ein Leben zu urteilen, egal wie klein es sein mag). Ich würde mir wünschen Kriege würden nur noch in Spielen stattfinden und diejenigen die sie führen würden sich an diesen virtuellen ergötzen und lebendige Soldaten aus ihren Plänen verbannen.

Man sollte das Problem hier anpacken. Für Aufklärung sorgen. Von mir aus können auch Schulen sich dem Problem annehmen. Warum kann nicht jeder mal statt seinem Lieblingsbuch sein Lieblingsspiel mit bringen. Erzieher sprechen über das erlebt und konfrontieren die Kinder mit der Gewalt des Spiels. Man klärt Kinder auf, dass die Spielfigur wieder aufsteht ein echter Mensch das aber nicht tut.

Dazu kommt der Aspekt des vereinsamten Gamers. Auch hier ist das Problem wieder, dass Spieler generell oft noch Ausgrenzung erfahren. Ich hab viele Freunde die nicht spielen, ich habe sie oft mit meinem Hobby konfrontiert, mir für sie eine Wii gekauft. Die Barrieren fallen, aber sie fallen langsam. oft genug bin ich noch der "Nerd".

Spielen muss mehr akzeptiert werden, dann kann der verwahrloste Zocker seinen Keller auch verlassen ohne das gleich alle sagen "Hey der Nerd" er kann seine Erlebnisse teilen und von ihnen berichten ohne gleich genervt unterbrochen zu werden. Schließlich wird auch über niemanden die Nase gerümpft der Fußball spielt.

Das gesamte Problem ist viel tiefliegender und hier wird der einfachste Weg gesucht.

Gaming is not a Crime

Rey Alp (unregistriert) 5. August 2010 - 13:42 #

Bei allem Verständnis, das man für das Anliegen des AAW aufbringen sollte, wäre es mittlerweile vielleicht angebracht auch gegenüber den Gamern etwas Respekt zu erwarten. Während man noch unter den Eindruck der schrecklichen Tat in Winnenden verzeihen konnte, wenn pauschal Verbotsforderungen erhoben wurden, obwohl das Wissen darum, was überhaupt deren Gegenstand sein sollte, etwas zu wünschen übrig ließ, sollte sich die Situation heute etwas anders darstellen. Mehr als ein Jahr nach der Tat dürfte man auch als Gamer erwarten dürfen, dass sich das AAW darüber informiert hat, was für Spiele mit welcher Urheberschaft und Geschichte auf dem Markt erhältlich sind. Dass dennoch auch jetzt wieder ein Verbot von nicht existenten Spielen gefordert wird, drückt nur Missachtung für die Interessen der Spieler aus. Man verspielt hier nicht nur die Achtung der Spieler und die Chancen auf eine gemeinsame Lösung, sondern auch Zeit. Mit einer solchen Phantomdebatte ist niemanden geholfen.

ichus 15 Kenner - 2987 - 5. August 2010 - 13:46 #

Die haben ein echtes Problem...

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58764 - 5. August 2010 - 13:46 #

Ich glaube, jedes weitere Wort zu diesen schwachsinnigen Aussagen der Herren ist verlorene Zeit, die ich ins Schreiben investieren musste. Daher belasse ich es bei einem lauten *FACEPALM*. So einen Unsinn durfte ich schon lange nicht mehr lesen.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 5. August 2010 - 15:48 #

Volle Zutimmung! Die Aussagen dieser Herren triefen vor Intolleranz, Missachtung und ja fast schon Hass gegenüber Andersdenkenden die nicht ihrem Weltbild entsprechen, wirklich traurig :/. Wenn solche Aussagen weiter ernst genommen werden seh ich schwarz, jemals volle Akzeptanz in der Öffentlichkeit für unser Hobby zu bekommen.

DevilDice 11 Forenversteher - 821 - 5. August 2010 - 13:49 #

Dis sollten bitte mal so "von oben herab" behandelt werden, wie Sie hier uns Gamer behandeln, dann merken die mal wie konstruktiv diese Art der Kommunikation ist.
Ich werde diese Typen ab jetzt nur noch ignorieren, alles andere ist verschwendete Energie, die kann ich besser in Starcraft 2 investieren und noch 'n paar hundert Terraner abmurksen ;)

Sephix 13 Koop-Gamer - 1452 - 5. August 2010 - 15:39 #

Böser Gamer. Genozid ist keine Lösung!

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 5. August 2010 - 15:58 #

Protoss- und Zergspieler haben eh keinen Respekt vor der menschlichen Rasse und auch sonst keine Wertevorstellungen.
Das war ernst gemeint, nicht?

Godzilla (unregistriert) 5. August 2010 - 13:54 #

Das Aktionsbündnis fordert also, dass wir uns differenziert mit ihren Standpunkten und Aussagen auseinandersetzen? Und das, obwohl diese Aussagen so platt, allgemein und glattweg stumpf sind, dass selbst ein 5-jähriger sie verstehen würde?
.
"Differenziert" ist auch ein Wort, welches in den Vertretern dieses Aktionsbündnisses verbieten würde. Wer so unidifferenziert ein Feindbild an die Wand malt und mit Propaganda nahezu Hetze betreibt, der sollte sich in seinen Wortschatz eher an einem radikaleren Umfeld orientieren.
.
Der Vergleich mit den Waffenlobbyisten gleich am Anfang war m.M.n. eine gezielte Attake, ein Messerstich in die bereits offene Wunde. Fast bin ich geneigt im Gegenzug deren Methoden mit denen bestimmer Elemente der unliebsamen deutschen Geschichte zu vergleichen, aber offensichtlich besitze ich noch ein paar Gehirnwindungen mehr als diese Menschen und verkneife es mir deshalb.
.
Ich finde das Aktionsbündnis hat nichts verdient, außer unsere Mißachtung. Die denken sicherlich immer noch, sie würden erfolgreich gegen eine Minderheit ankämpfen. Dabei verliefen deren Aktionen immer im Sande und die Zahl der Spieler in Deutschland geht weit über deren Vorstellungskraft hinaus.
.
So soll es auch bleiben.

Imbazilla 15 Kenner - 2964 - 5. August 2010 - 14:09 #

Dieser Brief macht mich aggressiv. Verbieten wir Briefe.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 5. August 2010 - 14:12 #

Der Herr Weiß versteht auch die Raucher nicht. Die stehen in der klirrenden Kälte, um frische Luft zu schnappen, während die Nichtraucher in der Kneipe den Mief einatmen :).

Ansonsten, was soll man zu dieser engstirnigen Verbohrtheit sagen...

Gaming is not a crime, and gamers are not criminal or sick.

Meine Mutter würde zu den Herren sagen: Wenn sie so groß wie dumm wären, könnten sie aus der Dachrinne saufen.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 5. August 2010 - 15:51 #

:)

Hornswoggel111 09 Triple-Talent - 240 - 5. August 2010 - 14:15 #

ich mag solche Briefe auch nicht...ich fühle mich jetzt wie ein Schwerverbrecher weil ich Halo spiele...aber naja...ich finde das ist ein verzweifelter kampf gegen Vorurteile. Wir können noch so gute Argumente bringen, sie (Gegner von "Killerspielen") drehen es wieder um und lassen uns schlecht dastehen. Es heißt doch leben und leben lassen. Was können wir alle dafür das jemand Amok läuft? Nichts! Wir können nur hoffen das es bald ein neues Medium gibt worauf sich die Leute stürzen können. Dann haben wir Gamer ruhe. Wenn ich mich nicht irre waren früher Comics das Werk des Teufels und über Rock Music müssen wir ja gar nicht erst anfangen zu reden.

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 5. August 2010 - 14:22 #

Das Aktionsbündnis ist so lächerlich.
Ich hoffe das man irgendwann mal vernünftig argumentativ über Computer-/Videospiele, Gewalt in den Medien etc. diskutieren kann.
Vermutlich muss ich da aber auf die Generation warten, welche damit aufgewachsen ist und nicht nur hohle Phrasen ohne eigene Erfahrung wiedergibt.

Wie konnte aus mir nur ein normaler Mensch werden, bei all den Gewaltspielen in meiner 'dunklen' Vergangenheit *grübel*

P.S.
Die Amokläufer haben bestimmt auch mal Cornflakes gegessen.
Cornflakes machen aggressiv! Lasst uns ein Bündnis dagegen gründen!

Sciron 19 Megatalent - P - 15741 - 5. August 2010 - 14:33 #

"Die Amokläufer haben bestimmt auch mal Cornflakes gegessen.
Cornflakes machen aggressiv!"

Das erinnert mich an die Leserbrief-Ecke von Rainer Rosshirt aus der Amiga Games (oder war's schon PC Games ? Weiss nimmer genau).

Da schrieb er mal sinngemäß, das die meisten Gewalttäter weisse Tennissocken tragen, und Socken deshalb ein Werk des Bösen sind.

Da siehst du mal wie sich die Zeiten ändern (nämlich fast gar nicht).

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 5. August 2010 - 17:36 #

Noch besser war ein Leserbrief aus der GameStar unmittelbar nach einem Amoklauf: Alle Amokläufer haben bisher schwarze Ledermäntel getragen! Ich stelle hiermit fest, dass schwarze Mäntel unmittelbar mit Gewalttaten zusammenhängen und somit endgültig verboten werden müssen!

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58764 - 5. August 2010 - 17:46 #

Hm, in Anbetracht dessen würde ich dieses Wochenende den schleswig-holsteinischen Ort Wacken dringend meiden :)

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 5. August 2010 - 20:35 #

XD

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 3:54 #

Ich komme soeben aus eben diesem Meer von schwarzen Umhängen - und lebe noch.

Irgendwas stimmt hier nicht.....
:o

Aber das ist eigentlich ein gutes Beispiel. Metal war bis vor wenigen Jahren noch genauso missverstanden von der Gesellschaft und auch die Einwohner von Wacken waren äußerst skeptisch gegenüber dem, was da alljährlich die heimischen Kuhweiden überflutete.
Mit der Zeit hat man sich dann mit der Musik, mit den Menschen und den Intentionen der Besucher beschäftigt, sich mit ihnen unterhalten, sogar angefreundet - und gemerkt, dass die Metaller, die hier zum Feiern und Musik hören zusammenkommen, eines der harmlosesten Dinge sind, die man sich vorstellen kann.
Laut, besoffen, dreckig und friedlich.
Und das sagen hier sogar Omas weit über 80.

Ich wünsche mir, dass die Entwicklung, die die Einwohner von Wacken (und auch andere Teile der Gesellschaft) mit Metal durchgemacht haben sich in der nicht-spielenden Gesellschaft endlich in Bezug auf Spieler wiederholt. Von unserer Seite sind die Voraussetzungen gegeben möchte man meinen - fehlt nur noch, dass man sich von Seiten der Gesellschaft mit der Pestbeule der Gamer auseinandersetzt. Ein schwerer Schritt...

von Hinten (unregistriert) 5. August 2010 - 14:25 #

"Es muss etwas Schönes sein um die Tugend.." Georg Büchner

Da können Sie noch so oft mit Ihren Winkelvereinen kommen und den Gaul von hinten aufzäumen. Knäste bauen, anstatt den Menschen ordentliche Löhne zu geben und ein Paradies auf Erden herbeihalluzinieren, wenn alle Killerspiele dieser Welt nicht mehr gespielt werden.
Wir haben überall Auflösungserscheinungen zu verzeichnen, Ihre schöne bürgerliche Welt voller gebildeter Menschen wird so niemals existieren können, denn wer macht denn die "Dreckarbeit", wenn nicht der ungebildete Pöbel, der als "verkrachte Existenz" zur Strafe bis zu seiner Mickerrente für einen "Dienstleister" als Zeitarbeiter schuftet?
Und dem wollt Ihr GTA4 wegnehmen? Daß ich nicht lache.

Sciron 19 Megatalent - P - 15741 - 5. August 2010 - 14:26 #

Ich beschäftige mich jetzt schon mindestens 10 Jahre mit dem Thema, was Internetdiskussionen angeht, und muss leider sagen das sich scheinbar so gut wie nichts im Vergleich zu früher geändert hat. In den Massenmedien wird das Thema teilweise etwas positiver aufgegriffen (z.B. Objektive(re) Berichte zur GamesCom ), aber die Aussagen dieser Herren werfen das ganze wieder in die Zocker-Steinzeit zurück.

Vielleicht wird es den entscheidenen Schritt vorwärts erst geben, wenn die Zocker von heute mal in der Politik sitzen (und dann hoffentlich nicht ihre Wurzeln verleugnen).

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 14:30 #

Leider muss man dazu sagen, dass es heutzutage immer noch einfacher ist, sich auf einem "Sündenbock" auszuruhen, als andere, mögliche Theroien in Betracht zu ziehen.
Sicherlich können bei manchen Individuen Computerspiele zu einem Fehlverhalten führen, doch wo in unserer Gesellschaft und bei welchem Konsump-Produkt ist das nicht der Fall?
Übermäßiger Alkohol-Konsum kann in die Abhängigkeit und zu körperlichem Verfall führen, genauso wie der Konsum noch härterer Drogen. Ebenso kann auch Zigaretten-Sucht unterschiedlichste Folgen haben. Ja jedes Schnitzel kann im Übermaß zum Tode führen oder in die Fett-Sucht treiben. Aber nicht nur Games, auch Filme können ein Fehlverhalten auslösen und doch ist die Menschheit noch am Leben, obwohl es den Film schon etwas länger gibt als das Videospiel.
Ich finde bedauernswert, dass in dem Schreiben immer wieder auf den möglicherweise ach so schlechten Einstieg ins berufliche Leben eingegangen wird.
Aber gerade das ist ein großes Problem in der heutigen Gesellschaft und auch in Deutschland. Viele Jugendliche fühlen sich dem Leistungs-Druck nicht mehr gewachsen, wissen nicht wie sie ihre Leistunge verbessern sollen und auch die Eltern sind überfordert, da sie mit dem heutigen Lehrplan der Schulen nicht mithalten können. Hier sollte angesetzt werden, hier sollte Unterstützung geboten werden und hier sollte man die Gelder investieren, die für alle möglichen Studien verbraten werden. Das kann man aber nur bemerken, wenn man mit den Jugendlichen spricht und ihnen zuhört und hier setzt Erziehung an !

marshel87 16 Übertalent - 5581 - 5. August 2010 - 14:31 #

Was ist mit Schützenfest? Treibjagten? Stierkampf? Boxen? Wrestling? Kickboxen und andere Kampfsportarten? Fechten? Angeln?

Bei den Jagd"sportarten" werden auch Lebewesen getötet und das nicht immer gleich beim 1. Schuss!
Auch bei anderen Sportarten gibt es Brutalität, nehmen wir Football oder Fußball, überall kommt es zu eskalationen, trotzdem wird nichts verboten.
Was ist daran toll sich Leute anzuschauen, die sich gegenseitig das Gesicht grün und blau schlagen? Sowas wird gänzlich ignoriert :-|
Ich spiele weiterhin meine übertrieben brutalen Spiele, egal was irgendein dahergelaufener "Prof." sagt :D

DarthTK 13 Koop-Gamer - P - 1578 - 5. August 2010 - 14:34 #

Wer diesen verbohrten Herren eine Mail schreiben will: http://www.mediengewalt.eu/

Tezcatlipoca 13 Koop-Gamer - 1454 - 5. August 2010 - 14:42 #

"Aber daraus entwickeln sich viele in Schule und später im Beruf gescheiterte Existenzen." Aha, deswegen bin ich auch Master of Science, wa o.O Muss wohl an zuviel Der Planer gelegen haben ;)

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 14:43 #

Wenn wir Gamer alle potenzelle Amokläufer sind, dann wundere ich mich warum es noch keine 1000 oder mehr Amokläufe in Deutschland. Meines Wissen nachs gab es nur 10 Amokläufer in Deutschland und nur 4 davon haben irgendetwas mit Games zutun gehabt.

Nach deren Deutung müsste es mehrere tausend Amokläufe im Jahr geben und das wäre schon Bürgerkriegsmässig.

marshel87 16 Übertalent - 5581 - 5. August 2010 - 14:47 #

Stimmt.. noch gar nicht dran gedacht wie viele Gamer und somit "potentielle Amokläufer" es gibt

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 5. August 2010 - 14:51 #

Tja, laut denen ist theoretisch jeder Gamer ein potentieller Amokläufer und somit eine Gefahr für die Menschheit.

Avrii (unregistriert) 5. August 2010 - 14:56 #

ja, leider :<

Benjamin Urban 18 Doppel-Voter - P - 9415 - 5. August 2010 - 14:59 #

Ich finde es auch immer wieder beängstigend wie zumindest die Medien sich gleich auf das Thema stürzen. Der Amoklauf von Winnenden war hierfür mal wieder ein gutes Beispiel. "Bisher ist noch nicht bekannt, ob der Täter eventuell Gewaltspiel auf seinem Computer hatte" war da sofort überall zu hören.
Auf der anderen Seite wurden dann aber Klassenkameraden interviewt, die mit einem Grinsen erzählen wie Tim K. von ihnen gemobbt wurde. Hat man von denen jemals wieder irgendetwas gehört? Bei sowas kommt mir dann echt die Galle hoch.

Benjamin Urban 18 Doppel-Voter - P - 9415 - 5. August 2010 - 14:55 #

Allein dieser Satz "Nachdem ich den Offenen Brief las, war mein erster Gedanke: Wieder die alten Kamellen und keine neuen Argumente." sagt mir eigentlich schon, dass hier gar keine sachliche Debatte gewünscht ist. Es geht wohl viel mehr darum, dass sich hier ein bestimmer Personenkreis in der Öffentlichkeit profiliert (Hopf, Weiß, usw.). Mich wundert es eigentlich, dass die Eltern der Amoklaufopfer von Winnenden das nicht sehen. Immerhin werden ihre persönlichen Schicksale dazu missbraucht die Karriere von irgendwelchen "Wissenschaftlern" (Wissenschaft in Anführungszeichen, weil Wissenschaft mMn erfordert, dass man sich differenziert mit einem Thema auseinandersetzt, was ich aber bei den Herrn "Wissenschaftlern" in den hier zitierten Briefen vermisse) nach vorne zu treiben.
Ganz spontan würde ich einfach mal sagen: Wenn alle "Killerspiele" (allein das Wort nervt mich eigentlich schon) verboten werden würden und die Herrn Hopf, Weiß und wie sie alle heißen ihre Anerkennung bekommen haben, meint dann irgendjemand, dass die sich noch für irgendeinen Amoklauf in Winnenden, geschweige denn für die Hinterbliebenen der Opfer, interessieren.

Naja, Karrieresprungbrett Amoklauf ...
Ich habe absichtlich nicht den Inhalt der Briefe kommentiert, denn auf der Straße rede ich auch nicht mit jemandem, der mir keinen Respekt entgegenbringt, also warum sollte ich das dann im Internet tun?

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 5. August 2010 - 15:02 #

"Ich habe absichtlich nicht den Inhalt der Briefe kommentiert, denn auf der Straße rede ich auch nicht mit jemandem, der mir keinen Respekt entgegenbringt, also warum sollte ich das dann im Internet tun?"

Sehr schön gesagt :).

MaverickM 17 Shapeshifter - 7448 - 5. August 2010 - 15:00 #

> 1. Sachlichkeit: Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu
> Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant.

Wer also die Ergebnisse der "Untersuchung" anzweifelt, ist also generell schonmal ein Idiot?

Ahja. Mit solchen Leuten lässt es sich super diskutieren...

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 15:14 #

Ich frage mich, was die Herren wohl über diese hier sehr sachliche und gut argumetierte Diskussion sagen würden. Man Sollte die Kommentarliste kopieren und den Herren zum Lesen schicken. Ich wäre gespannt, welch verbrecherische Energie sie, dank ihrem Professor-Amt, in diesen Statements ans Tageslicht bringen würden. Selbst eine sachliche Diskussion, ein sachlich geschriebener Brief hilft anscheinend leider nicht weiter. Gamer können anscheinden keine gebildeten und lebensfrohen Menschen sein.
Wie traurig ist so ein Rückschluss !

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 5. August 2010 - 15:19 #

Der offene Brief war ja ein Versuch dem Bündnis eine ordentliche Diskussion herauszulocken.
Aber wie man sieht hat das genau gar keinen Sinn.

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 15:20 #

Das fanatische Beharren auf das Unwissen der Spieler, und die gleichzeitige Behauptung, Spiele werden gezielt hergestellt, um die Hemmschwelle beim Töten herabzusinken (nicht etwa nur, um einfach für die Armee zu werben (in einem Fall), nein, sogar schon als Gewöhnung am Töten), sagt doch alles.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 5. August 2010 - 15:22 #

"1. Sachlichkeit: Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant."

Lustig ist ja dass sich die "Forschungsergebnisse" alle wiedersprechen so und wenn dieser herr das so schreibt heißt es im umkehrschluss das er zugibt selbst unsachlich und ignorant zu sein :D

"3. Ein Hobby, das virtuelles Töten und andere Verbrechen zum Zeitvertreib macht, ist kein Hobby oder Spiel, sondern Simulation von Krieg und Gewalt."

hmm wenn das Simulationen sind bedeutet das wenn ich jemand mit der schrottflinte anschieße er Blutlos nach unten fackt?... hui mal testen

floxyz 16 Übertalent - P - 4853 - 5. August 2010 - 15:22 #

Ich spiele schon lange und studier jetzt seit 2 Jahren, habe eine Freundin und betreibe durchaus Sport.
Ein paar Freunden geht es ähnlich, also ich finde nicht dass irgendjemand davon gefährlich ist.
HugoEcke hat es perfekt getroffen, Leuten mit keinerlei Respekt sollte man auch keinen entgegen bringen.

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 5. August 2010 - 15:32 #

Leider sieht das die grosse Öffentlichkeit nicht so.
Sie scheinen mehr Gehör zu finden als die Computerspielfreunde...

Sonst haette man von denen schon nichts mehr gehört.

Ist ja auch für Politiker etc. schön bequem endlich DIE URSACHE gefunden zu haben :-)

matthias 13 Koop-Gamer - 1249 - 5. August 2010 - 15:25 #

bin raucher und spieler, passt schon.

was will man nach diesen aussagen auch noch großartig sagen, drüberstehn und fertig.

Vaedian (unregistriert) 5. August 2010 - 15:32 #

Das wird lustig, wenn dir irgendwann in der Realität ankommen. Derartige Verbote lassen sich nämlich nur in einem absoluten Polizeistaat durchsetzen, nicht mal China und Nordkorea haben dieses Niveau bisher erreicht. Die scheinen echt zu glauben, dass der Staat mit den gewaltverherrlichenden Spielen aufhören würde, wenn eine derartige absolute Macht-Infrastruktur erstmal geschaffen wäre.

Dazu gehört:
- vollständige Kontrolle des deutschen Internets, ist machbar, würde uns aber auch vollständig abkapseln und einen riesigen Aufwand bedeuten
- Kameras in allen Kinderzimmern (Kinderporno anyone?)
- Webcamüberwachung aller Computernutzer in Deutschland (gabs in amerikanischen Schul-Laptops schon, wieder Kindorpornos!)
- hunderttausende Kontrollen von Software-Verkäufern im Jahr, regelmäßige Hausdurchsuchungen in Geschäftsräumen
- das Jugendamt müsste regelmäßig die Wohnungen von Familien mit Kindern filzen
- psychologische Gutachten von Kindern in den Sommerferien um geheimes Spielen nachzuweisen

Das wären die einzigen Möglichkeiten ein derartiges Verbot tatsächlich umzusetzen. Unnötig zu sagen, dass wir dazu eine neue Gestapo-Geheimpolizei bräuchten und die Sache innerhalb weniger Wochen zur Hexenjagd ausaaten würde. "Bei meinem Nachbar hab ich digitale Schüsse aus dem angekippten Fenster gehört!!!"

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 5. August 2010 - 15:34 #

Wir sind auf dem Weg dahin, glaubs mir.
Nicht unbedingt vor dem Hintergrund der Computerspielproblematik aber in anderen Bereichen (Terrorismusbekämpfung usw.)

Vaedian (unregistriert) 5. August 2010 - 15:36 #

P.S.: Außerdem braucht man keinen Doktor der Psychologie um zu wissen, dass gerade bei jüngeren Menschen Verbote erst recht die Verlockungen steigern und im Endeffekt mehr virtuell gemordet werden wird als vorher.

Aber hey, die ganze Diskussion entbehrt sowieso jeder logischen Grundlage. Das ist wie mit den Religionen. Keinen interessiert die Wahrheit, Hauptsache die andere Seite verliert mehr als die eigene.

Falcon69 09 Triple-Talent - 242 - 5. August 2010 - 16:00 #

Verbote setzen lediglich Zeichen. Es geht gar nicht darum alles zu überwachen, das im Übrigen nicht einmal mit dem Grundgesetz vereinbar wäre - von der alleinigen Möglichkeit in einem überschaubaren finanziellen Rahmen ganz zu schweigen. Wie Du bereits richtig erkanntest: nahezu unmöglich.

Das Hauptproblem bei solchen Studien: trauer keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ergo: das Problem ist das es idR kaum bis keine objektiven Ansätze und Ergebnisse bei Studien geben kann. Es kommt immer darauf an wer sie finanziert und von einem bestimmten Ergebnis profitiert.

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 5. August 2010 - 16:04 #

"Tim K. hatte keine Statusprobleme genau wie viele andere Amokläufer. Ihre schwerwiegenden Probleme sind bei Millionen anderer Menschen vorhanden, die nicht Amok laufen, aber wahrscheinlich keine Gewaltspiele spielen."

Das schlägt dem Fass einfach den Boden raus... was soll man den dazu noch sagen? Haben die eigentlich auch nur den hauch einer Ahnung wie viele Leute heutzutage zocken?

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 4:07 #

Eigentlich ist das eine interessante Formulierung. Wenn man davon ausgeht, dass jeder, der die angesprochenen gesellschaftlichen Probleme hat, zum Amokläufer wird, sobald er gewalthaltige Videospiele spielt (so steht es dort geschrieben), bedeutet das, dass es nur sehr wenige Menschen mit gesellschaftlichen Problemen gibt. Denn: Sehr viele junge Menschen spielen gewalthaltige Videospiele und nur sehr wenige laufen Amok.

Jetzt schauen wir nur einmal hinaus in die Welt (ausgerechnet wir, die Gamer, müssen für Akademiker hinaus in die Welt schauen - man stelle sich allein das vor ;) ) und sehen: Gesellschaftliche Probleme haben wir momentan an jeder Ecke.

So, und eine letzte kleine Transferaufgabe für die Leser: Das sagt uns jetzt genau was über die Aussagekraft des Autoren?
Genau...

bender79 13 Koop-Gamer - 1380 - 5. August 2010 - 16:51 #

Vielleicht sollte man diese Bündnis einfach komplett ignorieren.
Jede News etc. ist vertane Zeit.
Wenn nicht darüber berichtet wird, greifen es vielleicht auch andere Medien nicht so oft auf :-)

hmmm_42 (unregistriert) 5. August 2010 - 16:54 #

Richard Feynman : " Die Essenz des Wissenschaftlers ist es zu Zweifeln."

Genau das Fehlt mir bei diesen Antworten, diese Verbohrtheit, z.B.
"
1. Sachlichkeit: Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant.
"
(ist Dr. Hopf das Paradoxon hier eigentlich klar ?)

kann man nicht unbedingt als seriöse Ausage bertachten, genau wie den gesammten restlichen Text, welchen ich persönlich eher als Popolismus abtue als eine ehrliche Antwort eines Wissenschaftlers welcher Ergebnisoffen arbeitet.
Mir tun dabei eher die Opfer von Winnenden leid in deren Namen diese "Debatte" ausgetragen wird, wobei die Opfer selbst in Vergessenheit geraten.

Das Problem ist das wir hier bei Gamersglobal uns gegenseitig die Münder heis reden können und es wird von niemanden bemerkt der nicht sowieso schon GG ansteuert, da ist jeder einzelne Gefragt der im Alltag gegen solche Postionen ankämpft, und zawr nicht (!) mit brachialen Haudraufpositionen, sondern mit seriöser, differnzierter(!) Argumentation.

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 5. August 2010 - 16:57 #

"Computergewaltspiele"?

Zertrümmert man da Computer, oder wie?

Honestus 04 Talent - 36 - 5. August 2010 - 17:02 #

Sehr geehrter Herr Vicarocha,
an ihrer Dissertation wäre ich sehr interessiert - vielleicht könnte gamersglobal über eine Veröffentlichung berichten, falls es dazu kommt, oder die Spielergemeinschaft auf dem laufenden halten?

mit freundlichen Grüßen

eXecution 10 Kommunikator - 351 - 5. August 2010 - 17:18 #

Wie war das wurde der junge nicht sehr Oft gemobbt und gepeinigt kein wuder das er das getan hat sowas ist schlimm aber wenn sie ihre Kinder besser erzogen hätten un sich öfters mit ihnen unterhalten hätten wäre sowas nicht vorgekommen von wegen Computerspiele....es gibt auch Priester die nie gezockt haben die Vergewaltigen kleine kinder es gibt normalarbeitende leute die zu wenig verdienen und deswegen lieber hartz 4 beziehen oder Kriminell werden aber klar Jugendliche erwachsene...die spaß am zocken haben tja schade so etwas

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 5. August 2010 - 17:29 #

Wow! Ich bin schon ein bisschen baff. Die Antwort von Weiß liest sich für mich wie ein Mix aller bisher genannten Argumente gegen Computerspiele.

Und Hopf - sorry, das ist für mich ein Text nahe an der Gürtellinie. Er enthält nur die eigene Meinung des Autors und vermisst sämtliche Sachlichkeit. Ach, Entschuldigung, ich vergaß, ich bin ja derjenige, der unsachlich und auch noch ignorant ist.

Wie sagte Uli Hoeneß einst, nachdem das Bayern-Lied der toten Hosen erschienen ist: "Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird."

Sgt. Nukem 15 Kenner - 3467 - 5. August 2010 - 17:32 #

Die Leute, die süchtig danach sind eine ganze Subkultur zu verunglimpfen und zu denunzieren, und dabei sogar nicht vor lächerlichstem "Herumgepfeiffere" absehen, sind eigentlich bedauernswerte Menschen - fast so wie die Raucher. Letztere werden mitleidig belächelt, wenn sie bei klirrender Kälte vor der Kneipe stehen und an ihrem Glimmstengel ziehen, von manchen werden sie sogar geächtet und gemieden. Viele schämen sich wegen dieser Sucht und manche lassen deshalb sogar von ihrem Laster ab. Warum sollte es bei den Verunglimpfern anders sein, wenn sie sich an einem schönen, freundlichen Tag in einem Raum treffen und stundenlang ihrer Leidenschaft frönen, wenn sie nicht begreifen wollen, dass jede Generation sich anders sozialisiert und heutzutage die Jugend nunmal weniger klassische Musik, kitschige Fernseh-Serien in Schwarzweiß, oder pseudo-philosophisches Geschreibsel von vor Jahrhunderten Verstorbener erlebens- und erfahrenswert findet. Wenn sie nur noch in ihrem Zirkel von Gleichabhängigen eine völlige Realitäts-Entfremdung durchleben und in ihrem eigenen imaginären Krieg jede Menge Urteile über eine ganze Subkultur fällen und dabei jedwede Kritik mit Polemik über Pazifismus wegwischen. Oder auch gar keine Kontakte mit Menschen unter 40 mehr haben, da diese ja u.U. bei einer Runde Call of Duty mit ihren Freunden jede Menge Spaß haben könnten. Und wenn sie andere Lebensbereiche total vernachlässigen – z.B. auch die eigene Ehefrau – weil sie sich so in eine Denunziation einer Kultur hineinsteigern, dass sie gar nicht mehr merken, wie sie die eigentlichen Leidtragenden - die Todesopfer des Amoklaufs und deren Angehörige - für ihren eigenen dogmatischen Kreuzzug mißbrauchen...

Arthfael 04 Talent - 24 - 6. August 2010 - 1:57 #

Tz tz tz, Aber Herr Nukem...

Wer wird denn hier behaupten, daß es normal und akzeptabel ist, eine suchtkranke Minderheit zu verachten, zu ächten und zu meiden?

Nachher wirft man Ihnen noch Unseriösitat und Hassreden vor, und das will doch niemand, oder?

Der mit dem Gnu im Schuh (unregistriert) 5. August 2010 - 17:41 #

Wenn man eine Schulung als Verkäufer macht, lernt man das ein Verkaufsgespräch auf 3 Arten enden kann:

1.) Der Kunde kauft; Das ist natürlich der Idealfall
2.) Der Kunde kauft nicht; Nicht schön aber kein Beinbruch
3.) Der Kunde kauft nicht nur nicht, sondern er will dich nie wieder sehen.

Fall 3 sollte man als Verkäufer vermeiden.

Wenn ich mir die Reaktion des Aktionsbündnis Winnenden ansehe, dann haben die jungen Piraten und der VDVC doch Fall 3 erreicht.

Dass das Aktionsbündnis etwas sensibel ist, ist nicht wirklich überraschend; dann solte man gemeinsame Werte betonen und mit Engelsstimmen reden - auch wenn es weh tut.

So kann ich nur sagen, was für Pfeifen! Sorry, aber wenn die Spielelobbyisten so vorgehen, dann sehe ich wirklich schwarz. Zum Glück gibt es noch Lobbyisten, die etwas geschickter agieren!

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10705 - 5. August 2010 - 17:47 #

Ja, in der Strombranche (Atomkraftwerke), der Mineralölindustrie usw. usf. - nur das "zum Glück" mag ich da nicht unterschreiben ;-)

Der mit dem Gnu im Schuh (unregistriert) 5. August 2010 - 17:54 #

Nun der Computerspielpreis von Politik und Industrie ist zum Beispiel ein Schritt in die richtige Richtung. Ja, ein größerer Schritt wäre schöner, aber besser als gar nichts.

Fyyff 11 Forenversteher - 681 - 5. August 2010 - 21:18 #

Jaja...der Denunzierte muß gefälligst auf den Denunzierenden zugehen und freundlich nicken! Dann klappt das auch mit dem ernstgenommen werden wa?
Was soll man noch tun außer einen höflichen Brief zu schreiben in dem man sachlich auf die komplett fehlerhafte Argumentation dieses Bündnisses eingeht? Reicht ein Kotau? Oder geht es nicht unter rituellem Selbstmord, damit man von den Herren Professoren gnädigst ernstgenommen wird? Noch viel schlimmer: muß man deren Circle Jerk-Veranstaltung vielleicht nur ob ihrer wunderbaren Neutralität und Differenziertheit loben und ein bißchen mit dem selbstgebastelten Aluhut knistern, während man wohlig gruselnd erzählt das man das mit den Mordsimulatoren der US Army schon immer gewußt habe?

Was den Computerspielepreis angeht: ganz, ganz großes Tennis. Eine Preis der sämtlich Kategorien und Vorabsortierungen so legt das schon mal drei Viertel aller erschienenen Spiele herausfallen (ey Gewalt und so, schlimm...schwöre, außerdem Ausland! igitt) und am Ende fast alle Preise an Anno oder Siedler gehen läßt, ist in etwa soviel wert wie ein 3D-Fernseher auf der Jahresversammlung des Blindenverbandes. Bonuspunkt gibts noch wenn man den Preis fürs beste ausländische Spiel auch noch Anno ins feiste Hinterteil schiebt, weil das ja in den USA als Dawn of Discovery rausgekommen ist. Fertig ist der deutsche Computerspielepreis. Hurrah!

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 4:13 #

Das kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen.
Dass wir Gamer wie jeder andere Mensch auch Verständnis für die Angehörigen haben, muss doch wohl kaum jedes mal erneut betont werden, das ist eine menschliche Selbstverständlichkeit.

Wenn dann versucht wird, klar zu stellen, dass wir keine gewaltverherrlichenden Monster, sondern normale, oft auch friedliche Menschen - durchaus mit der Bereitschaft, Probleme und Wirkungen von Videospielen zu diskutieren - sind, kommt aber direkt das heraus, was man oben sieht.
Die Antworten enthalten ja nicht einmal einen Hauch von Diskussionsbereitschaft.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 5. August 2010 - 17:42 #

skip

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10705 - 5. August 2010 - 17:45 #

"Mündige Bürger sind nur dann mündige Bürger, wenn sie das tun, was wir von ihnen erwarten!" - sehr tolle Logik. Es gab schon Zeiten, in denen die Logik derer, die regierten ähnlich ausgeprägt war.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 5. August 2010 - 17:55 #

Ich konnte nach den ersten zwei Zeilen nichtmehr weiterlesen, dafür war mir mein Tag zu schade...

Quin 12 Trollwächter - 1150 - 5. August 2010 - 18:01 #

Das erste "Argument" entlarvt bereits die kranke Ideologie dieser Menschen, sinngemäß, 'wer nicht für uns ist, ist wider uns'. Damit hat man bereits jegliche Form von Gesprächsbereitschaft und Willen zu einer sachlichen Diskussion abgebügelt. DAS ist verlogen, meine Herren!

/e: Bitte bedauern sie auch alle restlichen Menschen [Schachspieler, Modellbauer, -eisenbahnfreunde, etc.], die während strahlenden Sonnenscheins ihren Hobbies innerhalb von geschlossenen Räumen nachgehen!

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 4:15 #

Es soll sogar Wissenschaftler geben, die, vermeintlich ihrer Lebensaufgabe folgend, in einem abgedunkelten Raum ihren Studien nachgehen :)

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23149 - 5. August 2010 - 18:11 #

Was für ein Quatsch, aber ich konnte ihn euch einfach nicht vorenthalten (und hab deswegen den Autor der VDVC News aus dem Juli angeschrieben).
Das AAW hat jetzt übrigens das Social Network Kwick als offiziellen Partner.
Wäre schön wenn zumindest bei den Mainstreammedien und Politikern ein Umdenken stattfände. Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

Hinkelbob 13 Koop-Gamer - 1233 - 5. August 2010 - 18:14 #

okay also mir war das hier leider zu viel zum lesen, und sollte sich jemand bis zu diesem Kommentar durchgearbeitet haben kann ich nur sagen ich sehe das so wie Kevin Butler "We all serve one master, and his name is: GAMING
besser kann man es nicht ausdrücken XD

TSH-Lightning 17 Shapeshifter - P - 6916 - 5. August 2010 - 18:15 #

Sinnlos sich über diese sogenannte "Antwort" zu ärgern. Ich bin schon 2 Stufen weiter: 1. Ich ignoriere das, da eine sachliche Diskussion mit denen nicht möglich ist. Da man diese Ignoranten aber auf Dauer nicht ignorieren kann, agiere ich mit Sarkasmus (auch öffentlich). Leider ist das Aktionsbündnis nicht in meiner Nähe. Ich wollte denen schon immer mal für Ihre "Containeraktion" danken, so einen Lachanfall hatte ich schon lange nicht mehr. Ich wollte denen auch mal GTA 4 und ähnliche "Killerspiele" kaufen, denke aber es könnte problematisch wegen den Hardwareanforderungen werden.

Sie können ruhig alle Spiele verbieten. Und? Dann kaufe ich mir sie halt nicht mehr in DE sondern im Ausland. Wenn das nicht geht lade ich sie mir halt runter. So lange sie das Internet nicht komplett abschalten wird es immer einen Weg geben und die Wirtschaft freut sich riesig... Na ja die Provider zumindest.

Oh diese Narren! Irgendwann findet ein Generationswechsel statt und erst dann wird diese Hexenjagd aufhören.

PS: Wenn ich genug Geld hätte würde ich in Winnenden auch gerne mal eine Containeraktion machen: Einen Container voller Killerspiele. Jeder mit nem Personalausweis kann sich abholen was er will (selbstverständlich gemäß der offiziellen Altersempfehlung [USK])

TattooZett 07 Dual-Talent - 121 - 5. August 2010 - 18:40 #

Fakt ist: die Antworten zeugen von einer ungeheuerlichen Ignoranz und spiegeln die Wahrheit in keinester Art und Weise wieder. Es ist traurig, was den Leuten vom AAW passiert ist, ich wünsche niemandem, das er Kinder verliert. Es ist ja schon schlimm, überhaupt einen nahestehenden Menschen zu verlieren, aber das eigene Kind muss so ziemlich das schlimmste sein, das es gibt. Und gerade das macht mich stutzig. Entweder sind die Leute vom AAW einfach nur stur und können ihren Fehler jetzt nicht mehr eingestehen, weil sie Angst haben, dann ihr Gesicht zu verlieren und unglaubwürdig zu werden. Viele Menschen, die jetzt sympathisieren, würden evtl. dann sagen, das ihnen dieses hin und her suspekt vorkommt und von Inkompetenz zeugt und sich vom Verein abwenden. Oder es haben sich geschickt Leute dort eingenistet, die unbedingt ein Videospiel-Verbot (ja, kein allgemeines sondern nur diese virtuellen Tötungs- und Hemmschwellenabbau-Spiele-Simulations-Killerspiele) erreichen wollen, was sie als einzelne Person jedoch nicht schaffen sondern nur mit einem starken Hintergrund. Das fände ich dann auch, aus ethischer Sicht sehr verwerflich, Menschen die einen schrecklichen Verlust erlitten haben, zu instrumentalisieren um seine eigenen Zwecke zu erreichen. Man hat das Gefühl, als wenn man 1 x pro Woche einen Alzheimer-Patienten im späten Stadium trifft: man erzählt jedesmal, wer man ist und warum man da ist und er vergisst es doch wieder und fängt jedesmal von vorne an...nur das der Alzheimerkranke nichts dafür kann...

TattooZett 07 Dual-Talent - 121 - 5. August 2010 - 18:49 #

Und noch etwas: Abhängige Gamer sind wirklich zu bemitleiden. Aber das ist mit Trinkern, Drogen- oder Tablettenabhängigen oder Menschen, egal welche Sucht oder welchen Zwang, welchen Angstzustand oder sonstiges, seelisches Problem sie haben. Solche Menschen gehören dann auch in Behandlung, haben aber nichts mit dem Videospiel spielenden Menschen an sich zu tun. Auch ich habe, so glaube ich, mindestens 200 Spiele, die ich mein eigen nennen darf. Und damit mein ich nur PC-Spiele, Spiele für den Amiga500, CPC6128, DSiXL, XBox und iPhone habe ich da jetzt noch nicht mitgezählt. Und trotzdem bin ich draußen, erlebe die Jahreszeiten, bewege mich regelmäßig an der frischen Luft, treibe Sport und habe sogar soziale Kontakte...und die nicht mal wenig. Es ist also für mich eher merkwürdig, wenn ein sog. Doktor einen solchen Brief verfasst, in dem er pauschalisiert alle Gamer als bemitleidenswerte Kreaturen bezeichnet. Das wäre das gleiche, als wenn ich jetzt behaupten würde, alle im Karnevals- oder Schützenverein wären Säufer und schießwütige Verrückte.

Pyri (unregistriert) 5. August 2010 - 18:57 #

Ich fürchte solange man in Deutschland wenn schon nicht bereit ist den Geschmack und das Empfinden Andersdenkender zu akzeptieren, so wenigstens zu tolerieren, wird sich da nichts ändern. Denn auch von Seiten der Medienpädagogik, der Gaming-Presse und der Industrie im Land, da kann ich mich nur wiederholen, sehe ich da kein substantiell anderes Denken: irgendwann ist bald mal etwas “unnötig”, “schädlich”, “kontraproduktiv” und eben nicht im Sinne von Werturteilen sondern als vermeintliche Tatsachenberichte, sowie sowieso zu verbieten, etc.
Die “Killerspiel”-Debatte scheint mir den Verantwortlichen von der anderen Seite auch überhaupt nicht zu interessieren: den Müller-Lietzkows, den Kaminskis und wie sie alle heißen – die tummeln sich lieber auf ihren mehr oder weniger geschlossenen Veranstaltungen und klopfen sich dabei gegenseitig auf die Schultern, zumindest indirekte Korruptionsvorwürfe von den Mieses, Ostbomk-Fischers und Weißes in Zusammenhang mit “Wirtschaft und Militär” werden für gewöhnlich einfach nicht kommentiert, ignoriert oder abgetan. Und warum? Nicht unbedingt weil sie einen Hopf bei irgendeiner Schulleitung in Bayern für nicht so wichtig halten. Manchmal kommt da schon auch etwas anderes heraus, wenn etwa Müller-Lietzkow meint besser wäre es, wenn manche Spiele nicht produziert werden würden.
Oder ein ach so aufgeschlossener SPIEGEL-Journalist einem holländischen Shooter unterstellt, es würden darin romantische Gefühle den Weltkriegen entgegen gebracht werden. Ich habe ja nichts gegen solche Gefühle Weltkriege betreffend, aber da ist es auch zweifellos anders gemeint als wenn ich mich an “Valkyria Chronicles” zum Beispiel erfreue, nämlich echt bös aus meiner Sicht, in Richtung Militarisierung und Co. “Man sehnt sich Krieg herbei” – genau so wie im “Kölner Aufruf” perfiderweise auch vorgeworfen wird. Wenn schon nicht RezipientInnen, dann wenigstens Kreativen
Diese Zustände müssen sich ändern, aufhören – mehr Aufgeschlossenheit und Offenheit in Deutschland diesbezüglich einkehren. Man muss endlich aufhören überall nur das Schlechte im Menschen zu sehen. Was soll das überhaupt
Wenn man Medien, vor allem fiktionalen, unterstellt sie würden bloß schändliches wollen, ganz so eben im Sinne von “Schund”, sie wären (wie) Pornografie im Bezug auf ihre Gewalt-Gegenständen, dann hat das aus meiner Sicht einfach auch nichts mit “Kritik” zu tun, sondern ist schlicht und ergreifend nur Intoleranz
Und differenzierend bei den einzelnen Titeln ist das auch nicht
-
Ich halte auch manches für menschenverachtend und gewaltverherrlichend, behaupte dabei jedoch nicht, dass das alle so sehen sollten – noch im Zusammenhang mit normativen Paragrafen im Strafgesetzbuch
Man muss deshalb auch wirklich nicht überall die Verbreitung von Hass und Gewaltaufrufe sehen, bloß darin weil andere Menschen einen anderen, vielleicht auch dunkleren, Humor haben. Man muss nicht überall Militaristen, Terroristen und Nazis sehen – bei strenggläubigen Muslimen, Familienvätern oder jugendlichen Technik-Begeisterten…
Was ist das bloß für ein Menschenbild…

tobzzzzn 11 Forenversteher - 795 - 5. August 2010 - 20:52 #

Nach diesem Aktionsbündnisgeschwall dürfte es (überspitzt) die Bibel auch nicht mehr geben, ebenso sollten Sportarten verboten werden, in denen es auch mal ruppig zugehen kann. Dieses Ausschließen jeglicher Gewalt (in Medien) ist einfach nicht möglich und ist absolut naiv. Da fragt man sich ernsthaft, ob es überhaupt Sinn macht darüber zu diskutieren. Es gibt keine Argumente, die von der "anderen Seite" ernsthaft analysiert werden. Wir sind deren Hassobjekt, ganz egal, ob wir nun reife, im Leben stehende Erwachsene (mit Familien, die uns lieben) oder 1 aus 100.000 mit einem ernsthaften psychischem Problem, das "natürlich" aus dem Pool der Ab 16- oder Ab 18-Videospiele herrührt, sind. Wirklich traurig und zutiefst bestürzend, dass das alles ist, was von der Aktionsfront (darf man mittlerweile wohl so nennen) kommt.

Zu dem Thema Jugendgewalt (und Probleme der Erziehung; speziell muslimischer Kinder) gab es übrigens kürzlich eine interessante Doku auf ARD, bei der eine Essener Hauptschule über Wochen vorgestellt wurde. Leider liegt das Problem wirklich viel tiefer als in den Hüllen einiger Videospiele, die für Kinder und Teens absolut ungeeignet sind, weil sie nicht in der Lage sind vollkommen zu differenzieren. Familientyrannei und die "Wer Schwäche zeigt, ist ein Opfer!"-Mentalität, die gar nicht thematisiert werden, aber hoffnungslose, isolierte Heranwachsende zurücklassen, können uns noch schwer zu schaffen machen. Wann wachen die Leugner endlich auf?

Punisher 19 Megatalent - P - 13365 - 5. August 2010 - 21:09 #

Nach dieser Logik wäre das erste, was verboten gehört weder die Bibel noch Videospiele, sondern zwischenmenschliche (Liebes-)Beziehungen und Geld. Das sind immernoch die Hauptauslöser für Gewaltverbrechen.

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 21:05 #

Wie kann man nur so ignorant, eingebildet und selbstherrlich sein, dass man SEINE eigene Meinung als wissenschaftliche Tatsachen darstellt? Die fadenscheinigen Thesen stüzen sich auf statistisch wissenschaftliche Untersuchungen, die mal in die eine und mal in die andere Richtung tendieren, je nach dem, wer die Untersuchung mit welcher Motivation in Auftrag gegeben hat. Es gibt keine klaren eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse. Was anderes zu behaupten, ist eine reine LÜGE! Unter dem Deckmantel von Neutralität und dem "Guten Gewissen der Nation" wird hier Hetzjagd betrieben.

Ursachenforschung hin oder her, entscheidend ist, dass hier für die Taten einiger weniger Einzeltäter eine ganze aBevölkerungsgruppe als potentielle kranke Massenmörder hingestellt werden und mündige Bürger für die primitiven Moralvorstellungen konservativer Menschen Verboten unterworfen werden sollen.

Mein Tipp: Behalten Sie Ihre antiquierten Moralvorstellungen für sich!

Anonymous (unregistriert) 5. August 2010 - 21:27 #

Ich persönlich stehe der ganzen verbotsdiskusion mittlerweile sehr gelassen gegenüber. Ich bin mittlerweile 27 Jahre alt und spiele seit über 20 Jahren Computerspiele. Angefangen hat es mit Pacman und Teletennis. Selbst damals waren die Argumente die selben wie heute und für viele Ältere war es nicht verständlich das man auch mal einen Sonnigen Tag mit freunden beim spielen verbringt. Aber nie wurde über den Lernwilligen gelästert der bei 30° in der Bude hockt und ließt. Solange sie es nicht hinkriegen wirklich was in der Politik zu bewegen last sie ruhig erzählen. Das Problem lößt sich mit der Zeit von selbst den die heute Konservativen werden irgendwann alle dem alter erliegen und dann übernehmen die heute jungen (wir)die Macht und werden die selben fehler begehen und die neuerungen der Technik vereufeln.

So sind wir Menschen eben vielen dank und einen schönen Abend

General_Kolenga 15 Kenner - 2854 - 5. August 2010 - 23:04 #

Woah wenn ich sowas schon lese!

"Ein mündiger Bürger ist sich der Gefahren und Wirkungen von Mediengewalt bewusst und handelt gesellschaftlich verantungsvoll, indem er die Verbreitung derartiger menschenverachtender und unethischer Medieninhalte verurteilt und verhindert, soweit er kann."

Ein mündiger Bürger ist also jemand, der gewalthaltige Spiele verachtet, oder anders formuliert, ein mündiger Bürger ist jemand, der die ethnischen Ansichten dieses Mannes teilt. Soso.

"Ein Hobby, das virtuelles Töten und andere Verbrechen zum Zeitvertreib macht, ist kein Hobby oder Spiel, sondern Simulation von Krieg und Gewalt."

Und trozdem kann eine 'Simulation von Krieg und Gewalt', wenn man es denn nötig hat, sich so manipulativ auszudrücken, ein Hobby sein.

"Sie wissen eben nicht genau, was in ihrem Unbewussten und in ihrem Gedächtnis gespeichert wird. Daher ist es kein Wissen, sondern ihr Glaube."

Gut, dass der Mann so gut weiss, was im Unterbewusstsein von ihm völlig fremden Menschen vorgeht.

"Weil die Briefeschreiber nicht über die wirklichen Motive der Killerspieler schreiben, ist der Brief unglaubwürdig und verlogen"

Darf ich an dieser Stelle mal laut lachen?(Und schonwieder 'Killerspieler'- soviel zum Thema "Manipulation der Öffentlichkeit")

"Dieses „friedliche“ Selbstbild kann nur als Lebenslüge bezeichnet werden"

Weil irgendjemand, der Spieler war, also eine Morddrohung ausgesprochen hat, sind alle Spieler keine friedlichen Menschen. Gut zu wissen.

"Wer die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu Computergewaltspielen leugnet, ist unsachlich und ignorant."

Frag mich jetzt, wer hier welche Ergebnisse leugnet. Der Autor stellt sich an dieser Stelle wohl als unsachlich und ignorant herraus.

"Jeder Jugendliche bekommt das Gewaltspiel, das er will, weil das Angebot und der Vertrieb ohne wirksame Begrenzung sind."

...woran ein verbot nichts ändern würde. Das Beispiel 'Zigarreten' könnte heir gennant werden. Da kommt auch ejdes Kind dran.

"Wollen die Briefeschreiber von der Suchtproblematik und dem Suchtpotential der Computerspiele nichts wissen oder wird neben den Gewaltwirkungen auch dieses zentrale Problem ignoriert, weil es zu heiß ist? "

Ein Suchtpotential haben eben nicht nur gewalthaltige Videospiele, sondern auch jeden andere Art davon. Und deshalb ("Die Forderungen galten lediglich für Programme, die das realitätsnähe Töten eines Menschen simulieren") wäre ein verbot in dieser hinsicht vollkommen sinnfrei.

So ich hoffe mal ich ahbe hier alle Punkte abgedeckt, ging alles ein bisschen kruez und Quer (:
Abschließend lässt sich sagen: Was auch immer diese Antwort sein soll, eins ist sie sicher nicht: sachlich.

André 04 Talent - 29 - 5. August 2010 - 23:28 #

Es ist erschreckend, wie hier eine Tragödie von gewissenlosen Menschen für ihre egoistischen Motive mißbraucht werden.

Piraten-Grippe (unregistriert) 6. August 2010 - 0:46 #

Zitat: “Von den 369 Worten seines Textes verwendet Weiß ganze 277 um …”.
Welch einfallsloses Unterfangen, hier mit Wortzählungen aufzuwarten. Das zeugt von oberflächlicher Fixierung auf Quantität statt auf Qualität.
Ähnlich oberflächlich steht’s mit den Alibi-Studien, welche das Actionspielgenre vom Vorwurf der Gewaltverherrlichung so frei sprechen wie pharisäische Büßer von ihren Sünden.
Aber zum Glück sagt dazu nicht jeder Amen und das erzeugt sichtlich Unruhe in der bigotten Gemeinde.

Prof.Dr. Weiß und Dr. Hopf haben sich mit den im obigen Geschreibsel genannten Studien neutral aueinandergesetzt und kamen ebenso wie weitere Fachleute zu ganz anderen Ergebnissen. ‘Wissenschaftler’ wie Ferguson reagierten darauf unsachlich und die Anhänger der Actionspiele ignorierten diese Studien.
Für die Softwarekonzerne, die einen Milliardenumsatz mit Videospielen machen, sind Leute wie Hopf und Weiß natürlich ein Dorn im Auge, besonders dann, wenn sie eine zwangsläufig medienumlagerte Gruppierung wie das Winnender Amoklauf-Aktionsbündnis unterstützen.
So fühlen sich PR-Wissenschaftler besagter Konzerne wie auch Spielekonsumenten in ein schlechtes Licht gedrängt und trommeln im Dauerfeuer wie eine aufgeschreckte Pavianherde mit Beschuldigungen oder gar juristischen Androhungen in Richtung Killerspielkritiker.
Wie ich aus überwiegenden Kommentaren hier entnehmen kann, scheint man in diesem Forum ja von einem Geist beseelt, der alles andere ist als freiheitlich.

Den Offenen Brief des VDVC wirkt auf mich persönlich wie eine politische Schikane, um das Aktionsbündnis als unmündig für diese Diskussion zu diffamieren.

Mündige Bürger sind zumindest in der Lage, einzusehen, dass alles, was sie an Medienkonsum aufnehmen, sie auch beeinflusst.
Die Selbstgerechtigkeit vieler Gamer, die stereotyp und widersprüchlich argumentieren, es beeinflusse sie nicht, was sie spielerisch erfreut, bezeugt ein gravierendes Defizit an der Fähigkeit zur geistigen Selbstreflektion. Aus eigener Diskussionserfahrung gebe ich den Killerspielkritikern ganz besonders in dieser Hinsicht recht.

Fyyff 11 Forenversteher - 681 - 6. August 2010 - 1:37 #

Oh hai thar Mr. Troll. Wie ist das Wetter so in Bizzaroworld? :D

Arthfael 04 Talent - 24 - 6. August 2010 - 1:38 #

Falls sich ausser mir noch jemand fragt, woher das einleitende Zitat stammt:

http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=4649#comment-33784

General_Kolenga 15 Kenner - 2854 - 6. August 2010 - 11:09 #

Finde ich wirklich super, dass du uns sagst, was ein mündiger Bürger für Ansichten haben muss. Ich dachte immer, ein mündiger Bürger zeichnet sich dadruch aus, dass er sich seine Meinung SELBST bildet und ein freiheitlicher Staat zeichnet sich dadurch aus, dass er jede Meinung AKZEPTIERT. Und nicht dadurch, dass jeder mündiger Brger, der einer anderen Auffassung ist, diskriminiert wird.

Und entschuldigung für meine Ausdrucksweise, aber welchen unglaublichen MÜLL verzapfst du denn hier? Jede Studie, deren Ergebnisse contra Actionspiele sind sind also 'echte' Studien und jede, die das Gegenteil zeigt sind also nur 'Alibistudien'.

Was das 'obige Geschreibsel' mit Neutralität zu tun hat hätte ich gerne ausführlich erklärt, denn meiner Meinung nach tropft aus diesen Texten schon die Voreingenommenheit und Vorurteile, wie man schon an Begriffen wie 'Kiellerspielen' erkennen kann.
Aber an dieser Stele wieder interessant, dass mal wieder jedes pro Actionspiel Argument als unsachlich hingestellt wird, ohne, dass weiter darauf eingegangen wird.
"Wie ich aus überwiegenden Kommentaren hier entnehmen kann, scheint man in diesem Forum ja von einem Geist beseelt, der alles andere ist als freiheitlich." gegen eine Regulierung (ein Verbot) = alles andere als freiheitlich? Schon allein dieses 'was ein mündiger Bürger für Meinung zu haben hat und was nicht' ist für mich alles andere als freiheitlich.
Im Gegensatz zum Schreiben dieser Doktoren wirkt für mich der offene Brief als gerechtfertigt und sachlich. Ganz offensichtlich versuchen aber eben jene Doktoren aus blinder Wut die unschuldigen Konsumenten von gewalthaltigen Computerspielen öffentlich diskriminieren zu wollen.
Zum letzten Abschnitt: Eine als stereotypisch verrufene Gruppe verhält sich in der Regel stereotypisch, schlau erkannt. Hier aber jedem Spieler eine mangelnde Fähigkeit zur Selbstreflektion vorzuwerfen ist asoziales Schubladendenken. Aus eigener Diskussionserfahrung? Wohl eher aus Mangel an Argumenten.

Zu meinem Lieblingsteil, dem Mittelteil. Wirklich sehr kreativ, die ungerechtfertigte Ablehnung eines Verbots unseres Hobbys auf die Industrie zu schieben. Wenn einem die Argumente ausgehen ist einfach die Industrie schuld, weil wenn die uns nicht dazu angestiftet hätten, wäre uns das ja vollkommen egal. Und NATÜRLICH sind Leute, die einen ganzen Industriezeweig durch Wut und Unwissenheit und dem Bestreben, einen Sündenbock zu finden der Industrie ein Dorn im Auge! Und das tun die nicht etwa, weil sie sich in ein schlechtes Licht gerückt fühlen sondern, weil ein ganzer Industriezweig und viele Arbeitsplätze wegen solchem unsinn gefährdet werden.
So, ich hoffe auf eine Antwort, deren Niveau etwas über dem Unsinn liegt, den du da oben verzapft hast.

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 4:25 #

Mal angenommen, Du schaust hier noch einmal vorbei, um nachzusehen, was Deine Aussagen für einen Flame-War ausgelöst haben:

Dein Konter in allen Ehren, leider übersiehst Du, dass die Kritik, die in Sachen "unsachlich", "nicht kritikfähig", "undifferenziert", "uneinsichtig", "sehen keine Beeinflussung" etc. auf viele Gamer ganz einfach nicht zutreffen, darüber legen die Kommentare in diesem Thread deutlich Zeugnis ab.
Also, auf ein Neues, vielleicht klappt der nächste Troll-Versuch besser? ;)

Arthfael 04 Talent - 24 - 6. August 2010 - 0:47 #

"Nachdem ich [die Antwort auf] den Offenen Brief las, war mein erster Gedanke: Wieder die alten Kamellen und keine neuen Argumente. Die offensichtlichen Lügen hinsichtlich der Wirkungsforschung werden wiederholt[...]"

Mit ihren oben stehenden Aussagen haben sich in meinen Augen sowohl Herr Weiss als auch Herr Hopf als Teilnehmer an jedweder sachlichen Diskussion disqualifiziert.

Wenn die "Herren Doktoren" solche Aussagen unter einer Überschrift wie "Aktionsbündniss 'Wir gegen Gewalt in Medien'" kundtun würden, könnte man sich ja einfach an den Kopf fassen, und die Sache als übereifrigen und fehlgeleiteten Populismus abtun, aber leider ist dem ja nicht so.

Hier wird das Andenken der Opfer von Winnenden ausgenutzt, um Teile der Bevölkerung zu diffamieren und Meinungen und Forderungen ins mediale Rampenlicht zu zerren, die auf Grund umstrittener wissenschaftlicher Studien und einer durch Abwesenheit glänzenden Diskussionskultur eine solche Aufmerksamkeit eigendlich nicht verdienen.

Titus (unregistriert) 6. August 2010 - 7:40 #

"Wie ich aus überwiegenden Kommentaren hier entnehmen kann, scheint man in diesem Forum ja von einem Geist beseelt, der alles andere ist als freiheitlich."

Eine eigene Meinung zu vertreten ist Ihrer Meinung also das Gegenteil von "freiheitlich"?

"Den Offenen Brief des VDVC wirkt auf mich persönlich wie eine politische Schikane, um das Aktionsbündnis als unmündig für diese Diskussion zu diffamieren."

Und die öffentlichen Aussagen und Forderungen des Aktionsbündnisses sind in meinen Augen fundamentlose Verbotsforderungen von Menschen, die aufgrund einer schrecklichen Tragödie gegen neue Medien wettern, als Urteufel allen Böses. Damit werden alle Spieler öffentlich diffamiert.

"Mündige Bürger sind zumindest in der Lage, einzusehen, dass alles, was sie an Medienkonsum aufnehmen, sie auch beeinflusst.
Die Selbstgerechtigkeit vieler Gamer, die stereotyp und widersprüchlich argumentieren, es beeinflusse sie nicht, was sie spielerisch erfreut, bezeugt ein gravierendes Defizit an der Fähigkeit zur geistigen Selbstreflektion. Aus eigener Diskussionserfahrung gebe ich den Killerspielkritikern ganz besonders in dieser Hinsicht recht."

Für meinen Teil kann ich sagen, dass mir natürlich klar ist, dass uns Menschen alles beeinflusst, dem wir begegnen. Dazu gehört auch der Medienkonsum und auch der Konsum gewalthaltiger Medien aus Film, Spiel und Buch. Ein Mensch kann hier aber durchaus differenzieren. Wenn das nicht so wäre, hätten wir allein in Deutschland Zehntausende Amokläufer. Eine bessere Beweislage als das gibt es nicht. Da kann noch so viel argumentiert werden, solche Vorfälle sind und bleiben Einzelfälle.

Man könnte genauso ein Autofahrverbot oder gleich ein gesamtes Verkehrsverbot fordern, denn wir haben mehr als 4.000 Verkehrstote in Deutschland, jedes Jahr. Das Prinzip wäre das gleiche. Nur haben wir hier sogar ein grundsätzlich zu prognostizierendes Gefahrenpotenzial, das wir bei Computerspielen in dieser Form nicht haben und auch nie haben werden. Im Straßenverkehr gibt es sehr viele Todesfälle und trotzdem wird es als Risiko des Lebens akzeptiert. Es wird einfach akzeptiert, dass wir nicht jeden Bereich unseres Lebens beeinflussen und absichern können.

Man kann auch in Zukunft nicht verhindern, dass Amokläufe geschehen. Ein kranker Mensch, der dazu in der Verfassung ist, benötigt keine Computerspiele zur Anstachelung. Gewalt ist keine Erfindung der Videospielszene. Gewalt begleitet die Menschheit schon seit ihrer Entstehung. Ein Verbot von gewalthaltigen Computerspielen wird daran nichts ändern.

Ich kenne viele Gamer, allesamt sehr friedliche Menschen, keiner von ihnen gewalttätig. So bezeichne ich mich auch selbst. Selbstreflexion hin oder her, die Zahlen sprechen für sich.

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 6. August 2010 - 12:25 #

So siehts aus. Der Witz ist nur der, dass man vor dem Straßenverkehr keine "Angst" entwickeln kann, von der Spiele-Subkultur aber schon, falls man sie nicht kennt und sich über die Medien informiert hat, obwohl für die eigene Person der Starßenverkehr eigentlich x mal gefähricher ist als die Spiele-Subkultur. Irgentwie hat die Story erschreckende Parallelen zum internationalen Terrorismus.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33715 - 6. August 2010 - 9:50 #

Boah, der Brief von Dr. Hopf ist ja an Arroganz und Selbstüberschätzung kaum zu überbieten. Klar, die Argumente des VDVC müssen ja falsch und erlogen sein, weil seine unwiderlegbar richtig sind und das Gegenteil belegen. Ich könnte kotzen wenn ich das lese!
Punkt 5 ist ja besonders toll argumentiert. Sicher beeinflussen alle Medien - Fernehen, Werbung, Spiele - die Menschen. Und warum sollen dann nur Spiele verboten werden und nicht alle? Echt klasse...

Und Dr. Weiß spricht von Spielesucht, tatsächlich ein ernstes Thema. Hat aber nicht mit Gewaltspielen zu tun.

floxyz 16 Übertalent - P - 4853 - 6. August 2010 - 10:59 #

Stimmt, mit Spielesucht verbinde ich mehr MMORPG's wie WOW oder Everquest, die auch ihre Spieler halten können.
Solche Leute haben leider insgesamt zu wenig Zugang zur Materie und daher ist die Meinung nicht total objektiv. Leider fühlen sich die Spieler dann total angegriffen und sind auch nicht objektiv. So kann nie eine gute Diskussion zustande kommen und momentan sind halt die anderen am längeren Ast und nicht die Spieler.

Darkfire (unregistriert) 6. August 2010 - 11:05 #

"Ich finde das Aktionsbündnis hat nichts verdient, außer unsere Mißachtung."
-
Das kratzt die nicht. Wieviel die schon erreicht haben, sieht man im Bereich der Waffen - Hausbesuche, Waffensteuer, etc - alles nur Schritte auf dem Weg zum Totalverbot. Bei den Spielen wird es etwas länger dauern, aber wenn die Politiker wittern, daß es opportun ist, sich die Rhetorik und die Denkweise dieses Vereins zueigen zu machen, dann kann der Spass beginnen.

neone 15 Kenner - P - 3156 - 6. August 2010 - 11:10 #

Keine Panik Leute. Das Beste ist es, kein Öl mehr ins Feuer zu gießen.

Ein Verbot wird sowieso nicht kommen, denn es gibt ja sicherlich eine starke Interessensvertretung der Wirtschaft (Lobby). Die sagt der Regierung sicherlich, was sie tun müssen. Das klappt ja in den meisten Branchen außerordentlich gut (z.B. Hotels 7% MwSt, kein Ampel-System auf Lebensmitteln). Demokratie rulez. :)

InvalidNick 07 Dual-Talent - 136 - 6. August 2010 - 12:26 #

Dann ist EA ja doch zu was gut.

Jonas der Gamer 13 Koop-Gamer - 1550 - 6. August 2010 - 15:04 #

Schade ist, dass viele "Gamer" diesen Leuten anscheinend noch in die Hände spielen.
Wenn das mit den Morddrohungen stimmt, kann ich nur verstehen warum diese Leute so einen Eindruck von uns haben.

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 7. August 2010 - 4:28 #

Wenn jemand immer noch den Beweis brauchte, dass es nicht möglich ist, sich mit diesen Personen vernünftig zu unterhalten - hier ist er.

Diese "Antworten" sind nichts weiter als das Bemühen, die Gamer als Gesamtheit auf eine vermeintlich niedrigere Stufe zu stellen. Da spricht der Versuch, unsere Aussagen und Meinungen als verblendet und durch die Sucht vernebelt hinzustellen, ihnen die Kraft zu nehmen und uns ins Abseits zu stellen - also dorthin, wo wir momentan am wenigsten sind.
Die ganze "Argumentation" zeigt doch, dass das Thema "Videospiele" von den Herren noch nicht einmal ansatzweise verstanden wurde. Ich kann nur hoffen, dass ich niemals so von mir überzeugt sein werde, dass ich Studien über Dinge erstelle, von denen ich keine Ahnung habe.
Herzlichen Dank für diesen offenen Dialog, es war nett, den Versuch mit angesehen zu haben.

Eine gute Nacht wünsche ich, bringt nicht zu viele Menschen um, lasst welche für morgen über.

RaPe 08 Versteher - 228 - 7. August 2010 - 4:34 #

So wie der Zitationszirkel seine Meinungen für unfehlbar hält und Videospieler als sowas wie verirrte Schafe ansieht, hat das schon einen Anstrich von Sektiererei.

Henke 15 Kenner - 3636 - 7. August 2010 - 10:12 #

Sollte solche Leite wie Dr. Rudolf H. Weiß und Dr. Werner Hopf tatsächlich die öffentliche und einhellige Meinung des deutschen Volkes repräsentieren, und es tatsächlich schaffen, die Spielevielfalt ihrer Erwachsenen-Unterhaltung zu berauben, so werde ich mich wohl oder übel der Beschaffungskriminalität widmen müssen...

Sich als 30jähriger in dunklen Gassen oder Schulhöfen herumzutreiben, nur um den neuen Teil von Dead Space ohne Klickibuntikulleraugenoptik
zu spielen, ist zwar ziemlich würdelos, aber wenn dem geneigten Spieler dank der oben genannten Herren irgendwann einmal nichts anderes mehr übrig bleibt... seufz

GamingHorror Game Designer - 968 - 9. August 2010 - 22:06 #

Gut, dann werfen wir uns halt gegenseitig Realitätsverlust zu und kommen zu nichts. Nach der Argumentation haben ja offensichtlich beide Seiten recht, da beide Seiten nicht wissen sondern nur glauben können.

Morddrohungen einzelner der gesamten Spielergruppe anzulasten ist ja nun nicht grade hochwissenschaftlich. Kein Wunder das der lieber Herr Doktor auch kausale Zusammenhänge zwischen Spielern und Amokläufern herleitet.

Kausalität ist Ursache und deren Wirkung. Umgekehrt darf man nicht von der Wirkung auf die Ursache schliessen, und genau das tut der Herr Dr. ... von solchen Leuten stammt auch die Theorie, das kiffen zur Heroinsucht führt. Früher oder später. Der Fakt das jeder Heroinsüchtige gekifft hat oder es noch tut ist ein unwiderlegbarer Beweis. Ich glaube das nennt man inverse Monokausalität. Da wo ein Wald ist, stehen immer Bäume. Aber wo ein Baum steht, ist noch lange kein Wald.

Ich bin insgesamt überrascht und entsetzt von der Pöbelhaftigkeit dieser Antwort. Nein, nicht der meinen, ich hab mich noch zurückgehalten.

SNAKE 13 Koop-Gamer - 1324 - 10. August 2010 - 2:51 #

Amüsant wie die wieder Computerspielsucht und Amoklaufgefahr miteinander verbinden.

Bin ich auch Amoklaufgefährdet, wenn ich 22h am Tag Fifa zocke?

PS: mich würde es nicht mal wundern wenn die Morddrohungen (bis auf vieleicht ein oder zwei Echte, von totalen Idioten geschriebene) nur ein Mittel ist ihre verdammte Meinung durchzusetzen.

Die puschen die Scheisse nur noch weiter hoch... ich wette sogar Blizzard erhielt Morddrohungen als die die Änderungen für Casual Spieler in SC2 bekannt gaben. Das ist heutzutage nichts besonderes mehr, sollte man eine Meinung vertreten. man wirft nur vernünftige Menschen mit Leuten die scheisse bauen in einen haufen, wie immer.

B0rnX 08 Versteher - 210 - 10. August 2010 - 17:31 #

no comment... reine Zeitverschwendung...

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