Tim Schafer: Keine netten Worte für Bobby Kotick

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Carsten 12131 EXP - 18 Doppel-Voter,R10,S10,C9,A8
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19. Juli 2010 - 8:02 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Unter den meisten Spielern ist Activision-Blizzard-Chef Bobby Kotick ungefähr genau so beliebt wie der Ubisoft-Kopierschutz. Jeder erinnert sich an Koticks Aussage, man müsse den Spaß am Spieleentwickeln unterbinden, und auch die Hochpreispolitik des von ihm geleiteten Konzerns lasten viele Kotick an. Innerhalb der Industrie gab es bisher wenige öffentliche Äußerungen zu dem Spitzenmanager. Doch nun hat Tim Schafer das Wort ergriffen. Der kreative Kopf hinter Brütal Legend hat in einem Interview mit Eurogamer.net kräftig Dampf abgelassen. Bezugnehmend auf Koticks Verpflichtungen gegenüber seinen Investoren sagt er:

[Bobby Kotick] muss sich doch deswegen nicht wie ein Depp aufführen, oder? Ich glaube, er könnte [seine Verpflichtungen erfüllen] ohne sich wie ein totales Arschloch aufzuführen. Es scheint möglich. Aber er ist daran nicht interessiert. [...] Ich hoffe, er kehrt wieder in einen anderen Industriezweig zurück.

Dass Tim Schafer nicht besonders gut auf Bobby Kotick zu sprechen ist, hat einen Hintergrund: Die Veröffentlichung seines letzten Spiels Brütal Legend schien lange Zeit unsicher, da Activision Schafers Entwicklungsstudio Double Fine, das den Titel zunächst über Activision herausbringen wollte, später wegen unterstelltem Vertragsbruch verklagte. Der Rechtsstreit konnte zwar beigelegt werden, verziehen hat Tim Schafer Bobby Kotick aber anscheinend nicht.

bam 15 Kenner - 2757 - 14. Juli 2010 - 15:23 #

Dem kann man nur beipflichten, allerdings ist das nun wirklich nicht Kernthema des Interviews.

Im übrigen hat diese Aussage auch gar nichts mit dem Rechtsstreit zwischen Double Fine und Activision zu tun, das sagt er auch explizit im Interview.

"You can't waste your time getting mad at a company, because a company doesn't really exist. A company's just an idea."

"I never actually talked to them, really! I never actually met them, it was all lawyers."

Bobby Kotick hat sich einfach einen schlechten Ruf aufgebaut und bestätigt diesen immer wieder aufs neue. Unmittelbar hat das anscheinend keinen Einfluss, sondern ist wohl mehr ein Aufreger für Presse und Spieler, die sowas dann auch lesen (was die wenigsten sein dürften).

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 14. Juli 2010 - 15:28 #

Natürlich ist das nicht das Kernthema, aber so deutliche Worte hat eben zuvor niemand anderes in Bezug auf Kotick gefunden. Und dass es wirklich so gar nix mit dem Rechtsstreit zu tun hat, glaube ich nicht. Aus den von dir zitierten Passagen kann man auch nur rauslesen, dass er nicht auf Activision sauer ist. Von Kotick steht da nix. ;)

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 14. Juli 2010 - 15:37 #

Na ich glaub ja das nicht nur Er so über Kotick in der Spielebranche denkt. Nur sagen darf es keiner (bei Activision), würde ja den Job kosten!

CyrrusXIII 11 Forenversteher - 598 - 14. Juli 2010 - 16:01 #

Erfolg bringt nun mal immer eine gewisse Aversion/Unbeliebheit mit sich. Ackermann (Deutsche Bank) ist auch nicht gerade ein Dalai-Lama was die Beliebheit in weiten Teilen der Politik, Gesellschaft, etc. angeht. Dennoch ist er erfolgreich, was nunmal sehr wichtig ist.
Wäre Kotick nicht so gut, in dem was er macht (nicht sagt ;-) ), wären bestimmt einige mehr Leute ungewiss über die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes... Stecke jetzt aber nicht so tief in der Materie, als dass mein Posting richtig sein muss :D

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4740 - 14. Juli 2010 - 16:10 #

Und die ganzen Studios die bisher dicht gemacht wurden sind ja auch nicht soooo schlimm...

*Wer die Ironie findet, darf sie behalten :D*

Zzorrkk 13 Koop-Gamer - - 1568 - 14. Juli 2010 - 17:26 #

Ich glaube Ackermann kann gut als Bankmanager sein, ohne in einem Prozess als Angeklagter erscheinen zu müssen und erst mal völlig unseriös das Victory Zeichen in die Kamera zu recken. Genau so wird es Herrn Kotick möglich sein, seine Belegschaft anders zu motovieren als damit, dass er (nur sinngemäß zitiert) "endlich den Programmieren den Spaß am Herstellen der Spiele genommen hat". Erfolg im Job könnten die beiden auch ohne solche Ausfälle haben, denke ich...

Was Du meinst ist ja aber Neid wegen Erfolges, oder? Ich glaube, darum geht es nicht, denn Tim Schafer will ja kaum Manager sein. Es gibt wenige, die so sehr mit Leib und Leben kreativ sind ;-)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73392 - 14. Juli 2010 - 17:32 #

Zumindest ist der Herr Ackermann in der Politik so beliebt, daß Frau Merkel ihm zum 60. Geburtstag ein fettes Abendessen mit zig Gästen auf Steuerzahlers Kosten im Kanzleramt spendierte.

Anonymous (unregistriert) 14. Juli 2010 - 18:45 #

Jetzt wirds aber polemisch.
Merkel hat ihn sicher nicht eingeladen weil er so nett ist, sondern weil er ein einflußreicher Mensch ist.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73392 - 14. Juli 2010 - 18:56 #

Polemisch wird es nur, wenn man sich schlicht genannte Tatsachen so wie du schön redet.

Larnak 21 Motivator - P - 25543 - 14. Juli 2010 - 23:13 #

Ackermann hat trotzdem einen ganz anderen, sehr viel glatteren Stil. Gut, mit der Zeit fällt immer mehr Menschen auf, dass das schon zu glatt ist - aber im Gegensatz zu Kotick ist doch ein ganz anderes Auftreten.
Mich erstaunt wirklich, dass Kotick das immer noch so durchziehen kann. Aber gut, das spiegelt ja im Prinzip wieder nur die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Schön, dass es noch Menschen gibt, die die Wahrheit aussprechen. Und weil es sonst niemand tut, darf man dabei auch überziehen.

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8309 - 14. Juli 2010 - 16:12 #

Klar ist Kotick sicher auch bei Entwicklern unbeliebt auch den eigenen. Symptahisch macht er sich ja auch nie.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11341 - 14. Juli 2010 - 17:02 #

Tim Schafer ist Tim Schafer. Er hat Charakter und so einen wie ihn gibt es nur ein mal in der Spiele-Branche! Er hat auch recht!Zum beispiel lässt der Chef von Blizzard, das fertige produkte an andere testen , ohne es selbst zu testen. Dagegen lieben Leute wie Sid Meier oder Peter Molyneux, dass was Sie machen und das aus voller Überzeugung =)

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73392 - 14. Juli 2010 - 17:28 #

Hehe :). Allein dafür, daß Schafer den Kotick als "total prick" und "dick" bezeichnet, kriegt er von mir ein [HEAL] im Designer-Eliminations-Thread :D.

J4N 08 Versteher - 220 - 14. Juli 2010 - 17:32 #

Hehe und jetzt Don Mattrick beleidigen bitte :D

Anonymous (unregistriert) 15. Juli 2010 - 2:58 #

Ein sollte man halt nicht vergessen: wer unterstuetzt denn Kotick bei allem was er macht? Das sind wir, die Spieler, zumindest diejenigen, die einfach mal den Map Pack fuer MW kaufen und zeigen, dass dieses Geschaeftsmodell Zukunft hat. Wenn ich dran denke was ich damals fuer Throne of Bhaal bezahlt hab und welchen Gegenwert ich dafuer bekommen hab und das dann mit dem Stimulus vergleiche, dann muss man halt sagen, da hat er alles richtig gemacht. Wenn die Leute das Geld zum Fenster rauswerfen, darf man niemanden dafuer kritisieren, dass ein anderer nicht zu faul zum Buecken ist.

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 - 15. Juli 2010 - 10:18 #

Kann ich nur unterschreiben. Ich war schon so doof und habe mir MW2 gekauft, trotz ver****** Matchmaking und dergleichen. Ich bin froh, es nicht zu Release sondern für 20 € geholt zu haben. Hätte ich 50€ dafür bezahlt hätte es mich wohl noch mehr aufgeregt.

Ich werde aber garantiert nicht den Fehler machen und mir irgendein Mappack kaufen, welches ungefähr nochmal so teuer ist wie das Hauptspiel und mir 3 neue Karten bringt. Leider sehen das nicht alle Spieler so.

kj

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 15. Juli 2010 - 16:45 #

Das traurige ist ja, das Activision mit den beide Packs alle Rekorde gebrochen hat.

Horselover Fat 09 Triple-Talent - 301 - 15. Juli 2010 - 7:32 #

Recht so.

Hoschimensch 14 Komm-Experte - 2045 - 15. Juli 2010 - 11:38 #

Schön.

thuruis (unregistriert) 15. Juli 2010 - 16:21 #

Tim Schafer gibt mittlerweile zu, dass diese Aussage ein Fauxpas war:

kotaku.com/5587723/calling-activision-boss-a-total-prick-was-a-total-accident

Trotzdem schien auch Tim Schafer mit dem Interview im Nachhinein nicht ganz glück gewesen zu sein: "Mein Ausbruch gegen Kotick war ein Unfall. Ich hätte dem ganzen den Titel geben sollen "Wie man Interviews gibts und daran denkt, zu prüfen, ob das Mikrofon aus ist" Ich sollte meinen Mund besser geschlossen halten. Es ist erschreckend, wie schnell man in der Spiele-Industrie Brücken einreißt. Man startet seine eigene Firma und ist froh, nicht mehr diesen blöden Boss zu haben. Und plötzlich ist es wie bei "Das Imperium schlägt zurück" und Darth Vader sitzt am Ende des Tisches. Die Spielebranche ist derart klein, man sieht immer wieder die selben Leute. Nach diesem Interview habe ich mir vorgenommen, etwas mehr darauf zu achten, was ich sage."

Farang 14 Komm-Experte - 2356 - 15. Juli 2010 - 19:04 #

alle regen sich über bobby auf .. verständlich ...was mir aber nicht in den schädel will...wenn alle seine "politik" hassen warum werden dann die activision games wie call of duty verkauft wie sau ?

wie kann es sein das der typ die massen verarschen kann mit überteuerten mw2 dlcs obwohl er so gehasst wird ?

er scheint doch alles richtig zu machen der unbeliebte bobby

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73392 - 15. Juli 2010 - 19:12 #

Es geht ja nicht allein um die Spiele (die übrigens auch nicht "alle" kaufen) oder die überteuerten DLCs (die übrigens auch nicht "alle" kaufen), sondern am meisten um sein allgemeines (Geschäfts-)Gebaren. Gut, er ist Geschäftsmann und es ist sein Job, maximalen Gewinn einzufahren, nur die Art und Weise wie das handgehabt wird (und wer dabei auf der Strecke bleibt), stößt vielen sauer auf.

Früher waren die Entwicklern/Publishern wirklich die Spiele primär wichtig, heute ist es ausschließlich nur noch das Geld.

Den meisten "Kunden" scheint das schlichtweg egal zu sein. Viele aber merken schon, wie da der Hase läuft und kaufen z.B. schonmal gar keine DLCs.

Farang 14 Komm-Experte - 2356 - 15. Juli 2010 - 19:19 #

es kaufen mehr als genug die activision games und deren dlcs zu modern warfare 2.
fakt ist nun einmal er macht alles richtig . der bobby wäre von heut auf morgen weg wenn die massen die sich gegen ihn stellen auch aufhören würden die spiele zu kaufen.
würde der umsatz einbrechen wie sau nach dem was er sich so alles erlaubt wäre er morgen weg vom fenster . aber man gibt ihm ja noch recht in dem gekauft wird wie blöde.

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