E3: Dead Space 2 angeschaut

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Jörg Langer 349288 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
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24. Juni 2010 - 19:34 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
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Es war unser letzter Termin auf der E3, die eigentlich schon zu Ende war. Aber immer noch lungerten Gestalten vor der Dead Space 2-Booth herum und wollten endlich den Nachfolger zu einer der großen positiven Überraschungen im Herbst 2008 selber sehen. Auf unsere gewohnte Weise (Rollenspieler wissen, dass kleine Helden Abzüge aufs Entdecktwerden genießen...) arbeiteten wir uns immer weiter nach vorne, bis wir schließlich nach Öffnung der Tür in der vordersten Kirchenbank landeten, aber entgegen jeglicher Feuerschutz- oder auch nur Sauerstoffmindestanforderungsvorschriften wuchteten die EA-Mitarbeiter wirklich jeden Wartenden noch irgendwie rein -- es war ja die letzte Vorstellung der Messe.

Moment, Kirchenbank? Ganz recht: So wie man bei typischen Mafia-2-Präsentationen schon mal darüber nachdenkt, ob man für eine kritische Frage wohl im offenen Kofferraum des bereitgestellten Straßenschlittens landet, und in der Nähe des THQ-Standes aufpassen muss, nicht von originalgroßen Space Marines die Zehen zerstampft zu bekommen, war auch der Dead-Space-2-Stand thematisch ausgeschmückt. Die Kirchenbänke stehen für die ausgewachsene Kathedrale im Spiel. Es wird aber auch Hospitäler und Schulen geben, schließlich spielt Dead Space 2 nicht länger nur auf einem Minenschiff, sondern auf einer riesenhaften Raumstation auf einem der rund 60 Monde des Saturn. The Sprawl heißt diese Station, die Wucherung, und das Problem ist nicht, dass dieser Name sehr gut zu ihr passt, weil sie sich über den ganzen Mond zu ziehen scheint. Das Problem ist, dass dieser Name sehr gut passt zu dem, was in der Station mit den Menschen passiert ist, die dort einst friedlich lebten, arbeiteten und forschten...



Wir spielen erneut Isaac, der dieses Mal, tätärätätä, eine Stimme bekommen hat, und der sich auch prompt mit einer gewissen Dana (Schreibweise geraten) unterhält, zumindest in den uns demonstrierten Levels. Im Zuge der knapp 30 Minuten Präsentation, die kein geringerer als Producer Rich Briggs hält ("Meine letzte Vorstellung wird meine beste!"), sehen wir unter anderem eine Art Cryostation, die erwähnte Kathedrale und außerdem Szenen, die ihr vielleicht schon aus dem E3-Trailer kennt (siehe Ausschnitt oben, der Blick aus einem Fenster auf Sprawl).

Besonders beeindruckt hat uns dabei eine Szene, die am Boden unter einer riesigen Kuppel stattfindet. Hoch oben sehen wir den Ausgang, den wir erreichen müssen, doch kein Weg führt dorthin. In der Mitte des Doms, einige Meter vor uns, wirbeln drei riesenhafte metallische Ringe durcheinander, die eine Art Gyroskop bilden. Wir treten an eine Schalttafel heran, brechen sie auf und beginnen, die Kabel kurzzuschließen. Irgendwie schaffen wir es dann, nacheinander die drei Ringe zu stoppen -- und damit den Artificial Gravity Reactor, denn um nichts anderes handelt es sich bei dem Gyroskop, zu deaktivieren.Was passiert, wenn es in einem Teil einer Raumstation auf einem eher kleinen Mond des Saturn plötzlich keine künstliche Schwerkraft mehr gibt? Richtig, wir können fliegen! Das ist eine der wesentlichen Neuerungen in Dead Space 2, denn auch wenn man im Vorgänger kurze Passagen in der Schwerelosigkeit hatte, handelte es sich dabei nur um vorgegebene Sprünge. Jetzt aber -- und laut Rich Briggs nicht das einzige mal -- haben wir komplett freie 360 Grad, in die wir uns bewegen können. Problemlos erreichen wir also den weit oben gelegenen Ausgang. Außerhalb der Kuppel, in einem anderen Trakt der Raumstation, schalten wir dann den Schwerkraftgenerator wieder ein, und wir laufen normal auf dem Boden weiter.



Ihr habt nicht erwartet, dass Dead Space 2 friedlicher wird als der Vorgänger, oder? Dann wird euch Teil 2 auch nicht enttäuschen. Es ist nicht nur abermals wichtig, die teils schier endlos heranrennenden Gegner fachmännisch zu zerteilen. Ihr könnt (und solltet) nun auch ihre Klingen-statt-Arme selber aufnehmen und als Waffe benutzen. Mit der Javelin Gun konnten wir zumindest eine komplett neue Waffe in Aktion erleben, sie verschießt Speere, und wozu ihr diese einsetzen könnt, überlassen wir eurer Phantasie. Auch neue Gegnertypen konnten wir bereits begutachten, darunter die "Puker" (Spucker) -- und wir reden nicht von Speichel. Irgendwas scheint da bei EA zu sein, dass diesen Gegnertyp attraktiv macht, man denke nur an die kotzenden Nacktmatronen in Dante's Inferno...

Dann gibt es einen Gegnertyp (siehe Bild oben), der so ein wenig wie ein Uniformierter aussieht, nur dass ihm das Gesicht abhanden gekommen zu sein scheint, und die Uniform eher wirkt wie eine Art Fell oder Haut. Wir sahen einen monströs großen, monströs ekligen Gegner, aus dessen "Mund" ein langer Greifarm herausschoss, um uns zu zerreißen -- diese zusätzliche Extremität schien dadurch etwas ausgeglichen, dass er andererseits nur über eine Art "Schwanz-Bein" verfügte. Haben wir schon die kindergroßen weißen kahlköpfigen Gegner erwähnt, deren viel zu lange, viel zu dünne Finger eher an die Gliedmaßen von Spinnen erinnern als die von Menschen? Wir sind sicher, dass wir damit noch längst nicht alle neuen Waffen oder Gegnertypen gesehen haben, der Widerlichkeits-Angsteinflöß-Koeffizienz stimmt auf jeden Fall schon mal. Ach ja, einen fortgeschrittenen Anzug konnten wir noch kurz bewundern, der besonders martialisch aussah.

In Sachen Story hält sich EA noch etwas bedeckt, aber natürlich wird es auch in Dead Space 2 wieder darum gehen, in irgendeine Kommandozentrale der Station Sprawl zu gelangen und das Allerschlimmste zu verhindern, irgendwie. Vielleicht das eigene Leben zu retten, wäre doch schön! Die Hintergrundgeschichte scheint mit der Religion oder Sekte Unitology zu tun zu haben, die sogar im Stil der alten Ultimas ein eigenes, fremdartiges Alphabet verpasst bekommen hat. Wenn ihr euch die Mühe machen wollt, werdet ihr dadurch wohl die eine oder andere Inschrift oder blutige Sudelei an den Wänden entziffern können. Die Unitology-Religion predigt die Gemeinsamkeit der Gläubigen -- ein entsprechender Mini-Comic wurde auf der E3 verteilt und lässt sich auch online einsehen. Wobei das "Einswerden" natürlich ein wenig anders aussieht, als es die frommen Anhänger der Religion sich ausgemalt haben. Wir als Kenner des Vorgängers hingegen merken auf, wenn es in dem Heftchen heißt: "Eure Körper sind die Gefäße für die Wiedergeburt. Haltet sie in einem Tip-Top-Zustand!"

Dead Space 2 wird, da lehnen wir uns einfach mal aus dem Vakuumschott, widerlich, angsteinflößend und massiv spannend -- wie der Vorgänger. Ob es aber die neuen Szenarien (wie ein von brennenden Kerzen beleuchtetes Gotteshaus) dazu nutzt, auch subtilen Horror aufzubauen statt nur Blut-und-Gedärme-Splatter wie Teil 1, muss sich noch zeigen.

VisionGamer 10 Kommunikator - 418 - 21. Juni 2010 - 23:02 #

Dead Space hat schon alle Register gezogen in Sachen Spannung, ich fand jetzt nicht nur unbedingt den Splatterpart so ekelhaft. Wer sich noch an solche subtilen Momente wie Kinderlieder und Kerzenlicht erinnert, weiß wohl, wie ich das meine, und die Story ließ mich auch sehr schaudern... Hauptsache, das Spiel kommt auch für den PC, sonst wär ich sehr unglücklich gewesen ^^

Anonymous (unregistriert) 22. Juni 2010 - 1:01 #

Ah, der GOTY 2011 Kandidat, gut das Isaac wieder dabei ist :)

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7670 - 22. Juni 2010 - 11:27 #

Klingt toll, Dead Space war schon einfach verdammt gut und spannend :)

Derumiel 13 Koop-Gamer - 1449 - 22. Juni 2010 - 12:10 #

Klingt doch alles schon mal vielversprechend. Ich freu mich immer mehr auf Dead Space 2.

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