Hardware-News KW 21: GTX480m // SSD-HD-Zwitter Momentus XT
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Dennis Ziesecke 29503 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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2. Juni 2010 - 23:36 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Auch wenn das Wetter hartnäckig versucht, den nahenden Sommer zu leugnen -- so langsam nähert sich die warme Jahreszeit. Einen vollen Monat lang werden die Hardwarenews in die Sommerpause gehen; wer an akuten Entzugserscheinungen leidet, darf dem Autor gerne beschwörende PMs senden.

Als kleinen Ausgleich gibt's noch mal eine extra umfangreiche Ausgabe des Roundups, unter anderem mit gigantischen Mengen an Grafik-RAM und mehreren anderen GPU-Meldungen. Denn bei NVidia tut sich etwas -- bereits kommende Woche wird der Mittelklasse-Nachwuchs namens GTX465 vorgestellt und soll dann auch schon käuflich zu erwerben sein. Und auch eine neue Notebook-GPU aus dem Highend-Segment wurde angekündigt -- eine schnellere mobile Grafiklösung als die NVidia GTX480m dürfte vorerst nicht zu finden sein. Kundenfreundlichkeit, allerdings eher ungewollt, beweist NVidia indes mit aktuellen Grafiktreibern, mehr dazu weiter unten. Last, but not least: Wer sich bisher aufgrund hoher Preise und niedriger Kapazitäten gegen den Kauf einer SSD gesträubt hat, dürfte bei Seagates neuestem Spross aus der Momentus-Serie aufhorchen.


Verspricht viel Power für große Notebooks: NVidia GTX480m

NVidia macht mobil - mit der GTX480m kommt DX11-Highend ins Notebook

Im Bereich der mobilen Computer stolperte NVidia in den vergangenen Wochen ein wenig der Konkurrenz von ATI hinterher. An die Leistung einer HD5870 mobile kam lange Zeit kein Geforce-Chip heran, DirectX11-Support war auch bei keinem NVidia-Notebook-Chip zu finden. Böse Stimmen behaupteten schon, die aktuelle GF100-Baureihe würde sich aufgrund zu hoher Energieaufnahme und Wärmeentwicklung überhaupt nicht für Notebooks eignen, und NVidia müsse eine schmerzhaft lange Pause im Notebookmarkt mit veralteten GPUs überbrücken. So musste die in Juni erscheinende GTX480m allerdings auch an vielen Stellen im Vergleich zur Desktop-Variante Federn lassen. Die Shadereinheiten wurden von 480 bei der Desktop-GTX480 auf nur noch 352 Einheiten beschnitten, das Speicherinterface ist nur noch 256 Bit breit. Der Chiptakt beträgt 425 MHz, die Shaderdomäne wird mit 850 MHz angesprochen. Im Desktop taktet die GTX480 die GPU mit 701 MHz (Shaderdomäne: 1401 MHz). Der Speicherbus ist bei der Desktopversion mit 384 Bit auch deutlich flotter angebunden, immerhin wird weiterhin schnelles GDDR5-RAM unterstützt.

Trotz all der Einschnitte dürfte die GTX480m gute 20 Prozent schneller arbeiten als ATIs Mobil-Flaggschiff, die HD5870. Besonders bei modernen DX11-Titeln mit hohem Tesselationanteil wird NVidias GPU punkten können, CUDA und PhysX kommen exklusiv hinzu. Einen Nachteil hat die enorme Leistungsfähigkeit der GTX480m allerdings doch: Die Verlustleistung liegt mit 100 Watt doppelt so hoch wie bei ATIs mobiler HD5870. Zum Vergleich - ein Intel Core-i7-Quadcore für Notebooks verbraucht nur 35 Watt unter Last. Ob man angesichts dieser Werte noch das Wort "mobil" nutzen mag, sei jedem selbst überlassen. Noch deutlicher als der Stromverbrauch wird allerdings der Griff in die Geldbörse -- MySN-Schenker bietet einige Notebookmodelle mit einer Konfigurationsoption für die GTX480m, der Aufpreis zu einer GTX285m beträgt atemberaubende 700 Euro.


NVidia macht flexibel -- zumindest aus Versehen..

"Heterogene PhysX-Beschleunigung" klingt sperrig. Dabei handelt es sich um eine durchaus interessante Funktion eines kurzzeitig bereitgestellten Beta-Grafiktreibers von NVidia. Die Version 257.15 des Geforce-Treiberpaketes beherrschte neben recht starken Geschwindigkeitsverbesserungen für die GTX400-Reihe nämlich ein Feature, das vor einiger Zeit aus den Treibern gestrichen wurde. So war es mit der Forceware 257.15 Beta möglich, eine ATI-Grafikkarte als primären Grafikbeschleuniger einzusetzen und eine Geforce-Grafiklösung ab der 8000er-Reihe als Physikbeschleuniger. Vorausgesetzt natürlich, man verfügt über ein Mainboard mit mindestens zwei PCIe-16x-Steckplätzen -- SLI-fähig muss das genutzte Mainboard allerdings nicht sein. Bei allen in letzter Zeit erschienenen Forceware-Versionen war es nicht möglich, eine Geforce als physikbeschleunigende Zweit-Grafikkarte zu nutzen, entsprechende Optionen waren in den Menüs ausgegraut und nur mit einigen Tricks zu reaktivieren.

Angesichts kommender Topspiele wie Mafia 2, welches intensiv Gebrauch von PhysX-Effekten machen wird, dürfte der Einsatz einer älteren Geforce-Karte als Physikbeschleuniger eine verlockende Option sein. Allerdings spricht man bei NVidia von einem bedauerlichen Versehen und nicht von einer absichtlichen Lockerung der Beschränkungen. Auf Nachfrage von Anandtech bestätigte NVidia, die Sperre wäre versehentlich nicht im Treiber aktiviert, bereits die nächste reguläre Version des Treibers würde die hybride Physikbeschleunigung wieder sperren. Mittlerweile hat man bei NVidia reagiert und den Beta-Treiber in einer um die Hybridfunktionen beraubten Version auf die Internetseite gestellt. Andere Quellen im Internet bieten die ursprüngliche Version des Treibers allerdings noch an...


Mit einer Mischung aus SSD und Festplatte will Seagate den Markt erobern.


Seagate mischt SSD und HDD zur Momentus XT

Solid State Drives, kurz SSD, mischen langsam, aber sicher den Festplattenmarkt auf. Mit hohen Geschwindigkeiten und niedrigen Zugriffszeiten laufen diese Flashspeicher-Laufwerke ihren magnetisch speichernden Ahnen den Rang ab. Einzig die vergleichsweise sehr hohen Preise und die noch immer relativ geringen Speicherkapazitäten verhindern momentan einen größeren Erfolg der SSD. An diesem Punkt möchte Seagate als Weltmarktführer im Festplattenbereich ansetzen. (Bisher finden sich übrigens erstaunlich wenig klassische Festplattenhersteller im SSD-Markt.) Die Momentus XT ist eine Hybrid-Festplatte, die neben einem bis zu 500 GB großen klassischen Festplattenbereich auch einen 4 GB fassenden schnellen SLC-Speicher beherbergt. Ein Controller soll mittels eines lernfähigen Algorithmus namens „Adaptive Memory“ häufig benötigte Daten in den schnellen Flashspeicher legen, um so die Zugriffe auf diese Daten zu beschleunigen. Erste Tests von Overclocker's Club bescheinigen der Momentus XT durchaus gute Werte -- ein RAID0-Verbund aus zwei 500GB-Laufwerken war im Test in der Lage, eine 128 GB fassende SSD in jedem Benchmark zu schlagen. Der Preis der dafür benötigten Seagate-Laufwerke lag mit 250 Euro ungefähr auf dem gleichen Niveau wie der Preis der SSD -- allerdings bekommt man bei Seagate die achtfache Speichermenge. Eine einzelne Momentus XT ist zwar auch in vielen Anwendungsbereichen sehr flott, allerdings punkten SSDs weiterhin durch geringen Energiebedarf, Erschütterungsresistenz und nicht vorhandene Lautstärke.

Neuer ATI-Catalyst-Treiber senkt Ladezeiten bei Bad Company 2

Nutzer einer ATI-Grafikkarte der 2000er, 3000er und 4000er-Serie mussten in der Vergangenheit viel Geduld mitbringen, wenn sie sich in Multiplayergefechte bei Bad Company 2 stürzen wollten. Die Ladezeiten im DX10-Modus des populären Shooters lagen bei entsprechenden ATI-Grafikkarten deutlich höher als bei Geforce-bestückten PCs. Für die aktuelle 5000er-Serie wurde bereits vor einiger Zeit Abhilfe in Form eines angepassten Treibers geschaffen, Besitzer älterer Radeon-Karten mussten indes den deutlich weniger hübschen DX9-Grafikmodus aktivieren, um sich vergleichbar schnell ins Gefecht stürzen zu können. Mit einem Hotfix für den aktuellen ATI-Grafiktreiber Catalyst 10.5 behebt ATI nun diesen Fehler. Hinzu kommen weitere Optimierungen des 10.5-Catalyst, zum Beispiel der Support von 120hz-Monitoren. 


Bis wir solche Speichermengen bei Grafikkarten vorfinden, wird es wohl doch noch etwas dauern...

Vertippt: Club 3D im Speicherwahn

Mittlerweile sind Grafikkarten mit einem Gigabyte Grafik-RAM in bezahlbaren Regionen angelangt, erste Topmodelle mit zwei oder gar vier Gigabyte Speicher stehen auch schon in den Regalen der Elektronikläden. Verwirrtes Kopfschütteln allerdings erzeugte bei einem bloggenden Computerhändler in Frankfurt/Oder die Verpackung der Lowend-Grafikkarte HD5450 von Club3D. Das preiswerte Modell soll laut Verpackung mit sagenhaften 512 GB GDDR3-RAM ausgestattet sein. Wir wussten es schon immer: Im Konkurrenzkampf ist den Herstellern jedes Mittel recht -- so viel RAM und dann so langsame GDDR3-Module. Bleibt für Club3D zu hoffen, dass kein Käufer dieser Karte die versprochenen 512 Gigabyte Grafikspeicher einzuklagen versucht. Dann nämlich müsste er wohl 1.000 Karten bereitstellen: Tatsächlich verfügt die HD5450 über 512 MB RAM.

 

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324177 - 30. Mai 2010 - 20:58 #

Sehr spannende Folge! Wir werden die Hardware-News in den nächsten Wochen bitterlich vermissen!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 31. Mai 2010 - 6:41 #

Wer wollte nicht schon immer ein Notebook mit nur einer Viertelstunde Akkulaufzeit? So eine GTX480m ist da doch hilfreich ;) .

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11219 - 31. Mai 2010 - 10:13 #

Sehr praktisch für jede Vorlesung. Nach dem Akademischen Viertel darf man dann zu Kugelschreiber und Block greifen.^^

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